0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 1311

Live: Karma To Burn

0

Karma To Burn 2011 (2)Würzburg, Cafe Cairo

Wüstenflair in intimem Rahmen.

Im Zuge der Veröffentlichung ihres neuen Albums V wagt sich das Stoner-Trio aus der Wüste heraus und besucht die mitteleuropäischen Breitengrade. Die Tour findet im kleinen Rahmen statt, bei einigen Gigs sind auch die Bartmonster Valient Thorr mit dabei, beim Auftakt in Würzburg jedoch nicht, da psychrocken Grombira vorweg. Doch seien wir ehrlich: Gitarrist Will Mecum, Basser Rich Mullins und Drummer Rob Oswald (ohne Gastsänger Daniel Davies) brauchen im Grunde keine Unterstützung – sie wissen, was sie können, und das demonstrieren sie selbstbewusst und leidenschaftlich. Die Routine, die sich der Dreier in den vergangenen Monaten durch die zahlreichen Auftritte angerockt hat, zahlt sich aus. Cooler und lässiger sind Karma To Burn lange nicht rübergekommen, und Songs wie ›8‹, ›19‹, ›38‹, ‹›43‹ oder neue Kracher der Marke ›47‹ oder ›49‹ preschen mit einer Kraft aus der Anlage, dass man meint, die Band würde die Lieder mit der Faust in die Boxen prügeln. Schöne Vorstellung, in jeglicher Hinsicht.

Text: Peter Aumüller

Neuigkeiten zu: Alice Cooper

0

Alice Cooper - Welcome 2 My Nightmare - Press Shot 4London Calling? Da sagt man nicht „Nein”, son­­dern fliegt brav in die UK-Metropole. Vor allem wenn Altmeister Cooper zum intimen Showcase in den „ 100“ Club lädt. Anlass ist der für Oktober ge-plante Release des Fortsetzungsalbums WELCOME 2 MY NIGHTMARE. Im Zuge dieser Veröffentlichung wird Cooper auch für sechs Gigs nach Deutschland kommen. Zu hören gibt‘s beim heutigen Auftritt allerdings nur einen neuen Track: ›I‘ll Bite Your Face Off‹ ist ein Boogie-Rocker im Stil der Stones. Die kommen an diesem Abend sogar zu einer weiteren Ehre, denn ›Brown Sugar‹ ist eine von drei vorzüglichen Cover-Nummern. Obendrein intoniert Alice ›Back In The U.S.S.R.‹ von den Beatles und ›You Really Got Me‹ von den Kinks.

Man ahnt es bereits: Der PR-Gig gerät zu einer Sause mit Greatest Hits-Programm (inklusive ›Under My Wheels‹, ›No More Mr. Nice Guy‹ und ›Billion Dollar Babies‹) und einem glänzend aufgelegten Frontmann. Der verzichtet sogar auf jegliche Showelemente à la Guillotine und verkündet, heute nicht als Alice Cooper, sondern als Vincent Furnier auf der Bühne zu stehen. In Golferkluft hat er sich zwar nicht geworfen, sich dafür aber einen Hollywood-Buddy angelacht, den er am Abend zuvor spontan zum Gastauftritt über-­reden konnte: Johnny Depp haut bei ›School‘s Out‹ und ›I‘m Eighteen‹ in die Saiten, als hätte er eine zweite Karriere als Gitarrist am Laufen.

Text: Thorsten Zahn

Neuigkeiten zu: A Scarecity Of Miracles

0

Scarcity_OfMiraclesRobert Fripp ist ein arbeitswütiger Kerl. Ständig schraubt der Gitarrist und King Crimson-Imperator an irgendwelchen Projekten. Zuletzt, im Juni und Juli, hing der Brite im Studio seines Kumpans Steven Wilson (u.a. von Porcupine Tree und Blackfield) herum, mit dem er den Backkatalog von King Crimson sowohl in Stereo als auch für 5.1-Surround-Soundsysteme neu abmischt. Eine Mammutaufgabe, die sich inzwischen aber langsam dem Ende zuneigt, haben sich Fripp und Wilson doch kürzlich das ‘81er-Album DISCIPLINE vorgenommen.

Doch der 65-jährige Fripp arbeitet nicht nur seine Vergangenheit auf: Im Februar 2009 traf er mit dem englischen Gitarristen Jakko Jakszyk zu losen Improvisations-Sessions. Die beiden schwangen auf einer Wellenlänge, und so war schnell klar, dass mehr daraus werden würde. Spätestens als Saxofonist Mel Collins (der zuletzt 1974 mit Fripp ge­­spielt hatte) da-zustieß, war klar: Das hier wird ein King Crimson ProjeKct. Nach den ProjeKcten 1-4 (1997-99), THE CON-STRUKC­­TION OF LIGHT (2000) und ProjeKct 6 (2006), bei denen Fripp mit King Crimon-Musikern und -Bekannten experimentierte, geht die Truppe und ihr Album A SCARCITY OF MIRACLES nun als ProjeKct 7 in die Annalen.

Unterstützung erhielten die drei von Bassist Tony Levin und Porcupine Tree-Schlagzeuger Gavin Harrison, die beide schon 2008 bei der zwischenzeitlichen King Crimson-Reunion an Bord waren und ihre Parts für die sechs Songs der neuen CD in ihren Heimstu-dios einspielten. „A SCARCITY OF MIRACLES ist ei-nes meiner Lieblingsalben, auf denen ich ein be­­stim-mendes Element bin“, schrieb Fripp in seinem Web­­-Tagebuch. „Es hat zwar das King Crimson-Gen, klingt aber nicht wie King Crimson.“ Wo er Recht hat: Denn mit Songlängen zwischen 4:47 und 9:02 Minuten und Collins‘ betörenden Saxofon-Soli geht die Scheibe durchaus als Extended Version von Stings ›An En-glishman In New York‹ durch. 2011 gibt‘s keinen Prog Rock von Fripp, sondern eher Prog Soul.

Neuigkeiten zu: Portugal, The Man

0

Portugal The Man 2011 @ Emily Dyan Ibarra - John Gourley & Austin Sellers (2)Nennt es Zuckerschlecken, nennt es ­Wunsch­­­konzert – genauso wenig wie im Leben läuft auch bei Albumaufnahmen selten alles nach Plan. Bei Portugal. The Man und ihrem Studioaufenthalt in El Paso, Texas, für IN THE MOUNTAIN IN THE CLOUD entwickelte sich sogar eine regelrechte Streitkultur zwischen Sänger und Gitarrist John Baldwin Gourley und Produzent John Hill. „Er und ich haben nachts höchstens zwei bis drei Stunden geschlafen und uns dauernd gezofft“, erinnert sich der US-Amerikaner. „John ist eigentlich ein großartiger Kerl und hat ein fantastisches Ohr – aber genau deswegen sind die Ses­sions zu so einer Tortur geworden: Weil er al­­les hört.“ Aus diesem Grund hätten Portugal. The Man ihr aufgenommenes Material ständig über­­dacht, überanalysiert und neu ge­­­schnit­ten. „Dabei hat es beim ersten Mal schon gestimmt“, so Gourley.

Hinzu kommt: Die rastlosen Psychedelic Pop-Rocker, die mit IN THE MOUNTAIN IN THE CLOUD ihr siebtes Album in fünf Jahren vorlegen, hätten sich gar keinen so großen Druck machen müssen. Denn ihre neue Plattenfirma Atlantic ließ dem Quartett nahezu komplett freie Hand, wie Gourley bei einem Treffen mit Labelchef Craig Kallman erfuhr. „Das war ein echt seltsames Meeting“, be­­richtet der Bandboss. „Er fragte uns nach unseren Lieblingsbands und -songs. Dann hörten wir unsere Aufnahmen an, und er sagte uns, wie er es fand – was echt auf den Punkt war. Er hatte Recht. Und als ich schon fast durch die Tür war, sagte er noch: ‚Weißt du was? Vergiss das alles. Macht einfach, was ihr wollt.‘“ Das haben sie: nämlich genau da weitergemacht, wo sie auf dem Vorgänger AMERICAN GHETTO (2010) aufgehört haben – bei melodiösen Rock-Kleinoden.

Text: Lothar Gerber

Neuigkeiten zu: Communic

0

Communic2011dMeine Hauptinspiration für THE BOTTOM DEEP war, dass mei­ne Tochter gestorben ist.” Das sitzt, da schluckst du erst mal. Im- mer­hin: Communic-Frontmann Odd­leif Stensland, der nach dem Verlust seines Kindes fast acht Monate lang keine Gitarre angerührt hat, hat die Arbeit an der vierten Platte der Prog-Me­taller zu­­mindest teilweise über diese persön­liche Tragödie hinweg geholfen. „Die Platte war wie eine Therapie für mich, ich musste sie einfach machen.” Und gerade weil er auf THE BOTTOM DEEP so viel von seinem Inneren preisgegeben hat, ist er be­son­ders gespannt darauf, wie der Longplayer von den Fans angenommen wird: „Ich spüre so eine Mi­schung aus Angst und Aufregung, da wir Musik he­rausbringen, die mir sehr nah ist und direkt von Herzen kommt. Es war hart, mich so zu entblö­­ßen, aber ich muss­te es tun.” Unterstützung bekam Stensland von seinen Bandkollegen Bas­sist Erik Mor­ten­sen und Drummer Tor Atle An­der­sen sowie ihrer Plattenfirma: „Die Label-Leute gaben mir die Zeit, die ich brauchte. Es war schön zu merken, dass sie Menschen sind und kei­­ne Maschinen, die ständig nur daran denken, Koh­­le zu machen.”

Live: Graveyard

0

Opener_Graveyard2012dMünchen, 59:1

Lahmer Montagabend? Von wegen.

Wer am Tag des Graveyard-Gigs denkt: „Och, Montag = Couchtag“, bekommt nicht nur ei­­nen Rock-Minuspunkt, sondern sollte sich nach­­­­träglich ärgern. Denn die ca. 100 Fans bekommen einen Auftritt zu sehen, der keine Wünsche offen lässt. Top-Sound und hochmotivierte Band, und auch in Sachen Spieltechnik alles im Chef-Be­reich: Jedes Solo sitzt, jeder Basslauf fährt in die Glieder, und der Gesang trifft direkt ins Herz. Joa­kim Nilsson singt mit bemerkenswerter Hingabe, und auch das Publikum ist bei Hymnen wie ›Uncomfortable Numb‹ und ›Ain’t Fit To Live Here‹ erstaunlich textsicher. Und wer nicht (mit-)singen kann oder will, der bewegt sich eben. Der treibende Rhythmus von ›Buying Truth‹ gibt auch genügend Anlass dazu. Nach dem bluesigen ›The Siren‹ gibt es noch einen Zugabenblock, der aber erst startet, nachdem sich Bassist Rikard Edlund ein Bier von der Bar geholt hat. Man muss Prioritäten setzen, klar. ›Blue Soul‹ und ›Granny And Davis‹ entschädigen für die Pause und rau­ben den Fans die letzten Energiereserven.

Benedikt Mekelburg

Live: Triggerfinger

0

TriggerfingerMünchen, 59:1

Stadionposen im Club.

Mit ihrem dritten Studioalbum ALL THIS DAN­­­­CIN‘ AROUND, das vergangenen Herbst erschienen ist, haben Triggerfinger fraglos ihre bislang beste Platte abgeliefert. Das abwechslungsreiche Werk ist quasi eine Bewerbung für höhere Aufgaben, sprich: für Konzerthallen beziehungsweise sogar -arenen. Die Realität jedoch sieht – zumindest derzeit noch – anders aus. Das Trio aus Brüssel gastiert wie eh und je in den Clubs der Metropolen, die es ansteuert. Macht aber nichts, dort fühlen sich sowohl die Band als auch ihre Fans zu Hause. Die herausfordernden Gesten und Ansagen, die immense Lautstärke und heulenden Feedbacks, mit denen Frontmann Ruben Block, Schlagzeuger Mario Goossens und Basser Paul Van Bruystegem ihren Live-Gig im Münchner 59:1 bestreiten, machen jedoch unmissverständlich klar: „Wir gehören auf die große Bühne, am besten in ein Mega-Stadion!“

In feinem Zwirn und mit ansprechend-grimmigen Blick starten Triggerfinger mit ›I’m Coming For You‹ und überzeugen direkt mit einem machtvollen Hauptriff, wovon – so viel wird später klar – die Musiker noch eine Menge mehr im Gepäck haben. Es gibt or­­dentlich was auf die Ohren, doch auch für andere Körperteile fällt etwas ab: „Ich kann sehen, dass ihr darauf steht, euer Hinterteil zu bewegen“, zieht Ruben Block in der Mitte des Sets ein Zwischenfazit und lobt das frenetisch mitgehende Publikum: „Genau das hat Gott im Sinn ge-habt, als er eure Pobacken erschaffen hat.“

Ge­­bieterischer gibt sich der Graubart, als er ›My Ba-by’s Got A Gun‹ mit den Worten „Es fängt als ganz, ganz kleiner Song an…“ ankündigt und ihm ein Besucher mit einem gebrüllten „Warum?“ in die Parade fährt. „Weil ich’s sage.“ Genau. So schaut’s nämlich aus. Wäre doch gelacht, wenn die belgischen Queens Of The Stone Age nicht ihren Weg in große Venues finden würden.

Lothar Gerber

Live: Kellermensch

0

Kellermensch @ Simone Bösch (3)Hamburg, Beatlemania

Aufwärm-Programm für die Topliga: Die Dänen zerreißen sich fast.

Wer Kellermensch schon vor diesen Gigs via YouTube-Konzertmitschnitt gesehen hat, der weiß, dass bei den dänischen Shootingstars live einiges geht. Kellermensch legen denn auch gleich mit einem Neil Young-Cover (›Don’t Let It Bring You Down‹) los, bevor mit ›Rattle The Bo-nes‹ und dem grandiosen ›The Day You Wal­ked‹ zwei Eigenkompositionen folgen, in denen erstmals härtere Töne angeschlagen werden. Der Song startet bedrohlich, bevor Sänger Sebastian Wolff mit einem brachialen Gesangseinsatz die Spannung entlädt. Nun scheint er dem Wahnsinn freien Lauf zu lassen, lässt sein Mikro zu Boden fallen, kniet nieder, um wieder aufzuspringen – ganz der brutalen Stimmung dieser Songs verpflichtet.

Doch die Musik von Kellermensch ist keineswegs nur finster, laut und hart. Oft schlagen sie auch ruhigere, wenngleich stets schmerzerfüllte Töne an. Das Leid, das den Songs innewohnt, wirkt wie der Kleber, der alles zusammenhält. Doch als Kellermensch schließlich mit ›Moribund Town‹ das Finale einläuten, scheint es, als hätten sie sich endgültig von allen Ketten befreit. Am Ende baumelt nur das Mikro leise vor sich hin. Und wir sagen: bis bald – in großen Hallen.

Nina Kossak