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Neuigkeiten zu: A Scarecity Of Miracles

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Scarcity_OfMiraclesRobert Fripp ist ein arbeitswütiger Kerl. Ständig schraubt der Gitarrist und King Crimson-Imperator an irgendwelchen Projekten. Zuletzt, im Juni und Juli, hing der Brite im Studio seines Kumpans Steven Wilson (u.a. von Porcupine Tree und Blackfield) herum, mit dem er den Backkatalog von King Crimson sowohl in Stereo als auch für 5.1-Surround-Soundsysteme neu abmischt. Eine Mammutaufgabe, die sich inzwischen aber langsam dem Ende zuneigt, haben sich Fripp und Wilson doch kürzlich das ‘81er-Album DISCIPLINE vorgenommen.

Doch der 65-jährige Fripp arbeitet nicht nur seine Vergangenheit auf: Im Februar 2009 traf er mit dem englischen Gitarristen Jakko Jakszyk zu losen Improvisations-Sessions. Die beiden schwangen auf einer Wellenlänge, und so war schnell klar, dass mehr daraus werden würde. Spätestens als Saxofonist Mel Collins (der zuletzt 1974 mit Fripp ge­­spielt hatte) da-zustieß, war klar: Das hier wird ein King Crimson ProjeKct. Nach den ProjeKcten 1-4 (1997-99), THE CON-STRUKC­­TION OF LIGHT (2000) und ProjeKct 6 (2006), bei denen Fripp mit King Crimon-Musikern und -Bekannten experimentierte, geht die Truppe und ihr Album A SCARCITY OF MIRACLES nun als ProjeKct 7 in die Annalen.

Unterstützung erhielten die drei von Bassist Tony Levin und Porcupine Tree-Schlagzeuger Gavin Harrison, die beide schon 2008 bei der zwischenzeitlichen King Crimson-Reunion an Bord waren und ihre Parts für die sechs Songs der neuen CD in ihren Heimstu-dios einspielten. „A SCARCITY OF MIRACLES ist ei-nes meiner Lieblingsalben, auf denen ich ein be­­stim-mendes Element bin“, schrieb Fripp in seinem Web­­-Tagebuch. „Es hat zwar das King Crimson-Gen, klingt aber nicht wie King Crimson.“ Wo er Recht hat: Denn mit Songlängen zwischen 4:47 und 9:02 Minuten und Collins‘ betörenden Saxofon-Soli geht die Scheibe durchaus als Extended Version von Stings ›An En-glishman In New York‹ durch. 2011 gibt‘s keinen Prog Rock von Fripp, sondern eher Prog Soul.

Neuigkeiten zu: Portugal, The Man

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Portugal The Man 2011 @ Emily Dyan Ibarra - John Gourley & Austin Sellers (2)Nennt es Zuckerschlecken, nennt es ­Wunsch­­­konzert – genauso wenig wie im Leben läuft auch bei Albumaufnahmen selten alles nach Plan. Bei Portugal. The Man und ihrem Studioaufenthalt in El Paso, Texas, für IN THE MOUNTAIN IN THE CLOUD entwickelte sich sogar eine regelrechte Streitkultur zwischen Sänger und Gitarrist John Baldwin Gourley und Produzent John Hill. „Er und ich haben nachts höchstens zwei bis drei Stunden geschlafen und uns dauernd gezofft“, erinnert sich der US-Amerikaner. „John ist eigentlich ein großartiger Kerl und hat ein fantastisches Ohr – aber genau deswegen sind die Ses­sions zu so einer Tortur geworden: Weil er al­­les hört.“ Aus diesem Grund hätten Portugal. The Man ihr aufgenommenes Material ständig über­­dacht, überanalysiert und neu ge­­­schnit­ten. „Dabei hat es beim ersten Mal schon gestimmt“, so Gourley.

Hinzu kommt: Die rastlosen Psychedelic Pop-Rocker, die mit IN THE MOUNTAIN IN THE CLOUD ihr siebtes Album in fünf Jahren vorlegen, hätten sich gar keinen so großen Druck machen müssen. Denn ihre neue Plattenfirma Atlantic ließ dem Quartett nahezu komplett freie Hand, wie Gourley bei einem Treffen mit Labelchef Craig Kallman erfuhr. „Das war ein echt seltsames Meeting“, be­­richtet der Bandboss. „Er fragte uns nach unseren Lieblingsbands und -songs. Dann hörten wir unsere Aufnahmen an, und er sagte uns, wie er es fand – was echt auf den Punkt war. Er hatte Recht. Und als ich schon fast durch die Tür war, sagte er noch: ‚Weißt du was? Vergiss das alles. Macht einfach, was ihr wollt.‘“ Das haben sie: nämlich genau da weitergemacht, wo sie auf dem Vorgänger AMERICAN GHETTO (2010) aufgehört haben – bei melodiösen Rock-Kleinoden.

Text: Lothar Gerber

Neuigkeiten zu: Communic

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Communic2011dMeine Hauptinspiration für THE BOTTOM DEEP war, dass mei­ne Tochter gestorben ist.” Das sitzt, da schluckst du erst mal. Im- mer­hin: Communic-Frontmann Odd­leif Stensland, der nach dem Verlust seines Kindes fast acht Monate lang keine Gitarre angerührt hat, hat die Arbeit an der vierten Platte der Prog-Me­taller zu­­mindest teilweise über diese persön­liche Tragödie hinweg geholfen. „Die Platte war wie eine Therapie für mich, ich musste sie einfach machen.” Und gerade weil er auf THE BOTTOM DEEP so viel von seinem Inneren preisgegeben hat, ist er be­son­ders gespannt darauf, wie der Longplayer von den Fans angenommen wird: „Ich spüre so eine Mi­schung aus Angst und Aufregung, da wir Musik he­rausbringen, die mir sehr nah ist und direkt von Herzen kommt. Es war hart, mich so zu entblö­­ßen, aber ich muss­te es tun.” Unterstützung bekam Stensland von seinen Bandkollegen Bas­sist Erik Mor­ten­sen und Drummer Tor Atle An­der­sen sowie ihrer Plattenfirma: „Die Label-Leute gaben mir die Zeit, die ich brauchte. Es war schön zu merken, dass sie Menschen sind und kei­­ne Maschinen, die ständig nur daran denken, Koh­­le zu machen.”

Live: Graveyard

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Opener_Graveyard2012dMünchen, 59:1

Lahmer Montagabend? Von wegen.

Wer am Tag des Graveyard-Gigs denkt: „Och, Montag = Couchtag“, bekommt nicht nur ei­­nen Rock-Minuspunkt, sondern sollte sich nach­­­­träglich ärgern. Denn die ca. 100 Fans bekommen einen Auftritt zu sehen, der keine Wünsche offen lässt. Top-Sound und hochmotivierte Band, und auch in Sachen Spieltechnik alles im Chef-Be­reich: Jedes Solo sitzt, jeder Basslauf fährt in die Glieder, und der Gesang trifft direkt ins Herz. Joa­kim Nilsson singt mit bemerkenswerter Hingabe, und auch das Publikum ist bei Hymnen wie ›Uncomfortable Numb‹ und ›Ain’t Fit To Live Here‹ erstaunlich textsicher. Und wer nicht (mit-)singen kann oder will, der bewegt sich eben. Der treibende Rhythmus von ›Buying Truth‹ gibt auch genügend Anlass dazu. Nach dem bluesigen ›The Siren‹ gibt es noch einen Zugabenblock, der aber erst startet, nachdem sich Bassist Rikard Edlund ein Bier von der Bar geholt hat. Man muss Prioritäten setzen, klar. ›Blue Soul‹ und ›Granny And Davis‹ entschädigen für die Pause und rau­ben den Fans die letzten Energiereserven.

Benedikt Mekelburg

Live: Triggerfinger

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TriggerfingerMünchen, 59:1

Stadionposen im Club.

Mit ihrem dritten Studioalbum ALL THIS DAN­­­­CIN‘ AROUND, das vergangenen Herbst erschienen ist, haben Triggerfinger fraglos ihre bislang beste Platte abgeliefert. Das abwechslungsreiche Werk ist quasi eine Bewerbung für höhere Aufgaben, sprich: für Konzerthallen beziehungsweise sogar -arenen. Die Realität jedoch sieht – zumindest derzeit noch – anders aus. Das Trio aus Brüssel gastiert wie eh und je in den Clubs der Metropolen, die es ansteuert. Macht aber nichts, dort fühlen sich sowohl die Band als auch ihre Fans zu Hause. Die herausfordernden Gesten und Ansagen, die immense Lautstärke und heulenden Feedbacks, mit denen Frontmann Ruben Block, Schlagzeuger Mario Goossens und Basser Paul Van Bruystegem ihren Live-Gig im Münchner 59:1 bestreiten, machen jedoch unmissverständlich klar: „Wir gehören auf die große Bühne, am besten in ein Mega-Stadion!“

In feinem Zwirn und mit ansprechend-grimmigen Blick starten Triggerfinger mit ›I’m Coming For You‹ und überzeugen direkt mit einem machtvollen Hauptriff, wovon – so viel wird später klar – die Musiker noch eine Menge mehr im Gepäck haben. Es gibt or­­dentlich was auf die Ohren, doch auch für andere Körperteile fällt etwas ab: „Ich kann sehen, dass ihr darauf steht, euer Hinterteil zu bewegen“, zieht Ruben Block in der Mitte des Sets ein Zwischenfazit und lobt das frenetisch mitgehende Publikum: „Genau das hat Gott im Sinn ge-habt, als er eure Pobacken erschaffen hat.“

Ge­­bieterischer gibt sich der Graubart, als er ›My Ba-by’s Got A Gun‹ mit den Worten „Es fängt als ganz, ganz kleiner Song an…“ ankündigt und ihm ein Besucher mit einem gebrüllten „Warum?“ in die Parade fährt. „Weil ich’s sage.“ Genau. So schaut’s nämlich aus. Wäre doch gelacht, wenn die belgischen Queens Of The Stone Age nicht ihren Weg in große Venues finden würden.

Lothar Gerber

Live: Kellermensch

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Kellermensch @ Simone Bösch (3)Hamburg, Beatlemania

Aufwärm-Programm für die Topliga: Die Dänen zerreißen sich fast.

Wer Kellermensch schon vor diesen Gigs via YouTube-Konzertmitschnitt gesehen hat, der weiß, dass bei den dänischen Shootingstars live einiges geht. Kellermensch legen denn auch gleich mit einem Neil Young-Cover (›Don’t Let It Bring You Down‹) los, bevor mit ›Rattle The Bo-nes‹ und dem grandiosen ›The Day You Wal­ked‹ zwei Eigenkompositionen folgen, in denen erstmals härtere Töne angeschlagen werden. Der Song startet bedrohlich, bevor Sänger Sebastian Wolff mit einem brachialen Gesangseinsatz die Spannung entlädt. Nun scheint er dem Wahnsinn freien Lauf zu lassen, lässt sein Mikro zu Boden fallen, kniet nieder, um wieder aufzuspringen – ganz der brutalen Stimmung dieser Songs verpflichtet.

Doch die Musik von Kellermensch ist keineswegs nur finster, laut und hart. Oft schlagen sie auch ruhigere, wenngleich stets schmerzerfüllte Töne an. Das Leid, das den Songs innewohnt, wirkt wie der Kleber, der alles zusammenhält. Doch als Kellermensch schließlich mit ›Moribund Town‹ das Finale einläuten, scheint es, als hätten sie sich endgültig von allen Ketten befreit. Am Ende baumelt nur das Mikro leise vor sich hin. Und wir sagen: bis bald – in großen Hallen.

Nina Kossak

Lebenslinien: Nikki Sixx

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Nikki Sixx 2011e @ Sixx A.M.
Mit Anfang 20 begann er seine Karriere bei Mötley Crüe, rund 30 Jahre später zählt er zu den Superstars der Rock-Szene. Und feiern kann er auch. Kein Wunder, dass Nikki Sixx etliche schillernde Rock-Persönlichkeiten kennengelernt hat – zumal Slash einer seiner besten Freunde ist und die Familie Osbourne direkt nebenan wohnt.

Wenn man den Terminkalender und die vielen Aktivitäten von Nikki Sixx ansieht, stellt man sich sofort zwei Fragen: Wie bewältigt der Mann all dies? Und woher nimmt er so viel Kreativität? Momentan reist er um die Welt, um sein Buch THIS IS GONNA HURT – MUSIC, PHOTOGRAPHY AND LIFE THROUGH THE DISTORTED LENS OF NIKKI SIXX vorzustellen. Nach dem 2008er-Bestseller THE HEROIN DIARIES: A YEAR IN THE LIFE OF A SHATTERED ROCK STAR sein zweites Werk, in dem Herr Sixx neben vielen Anekdoten auch seine Qualitäten als Fotograf unter Beweis stellt. Zusätzlich erschien mit dem Album THIS IS GONNA HURT Ende Mai der Soundtrack zum Buch, das er wiederum mit Sänger James Michael und Gitarrist DJ Asha als Sixx: A.M. aufgenommen hat. Seit Anfang Juni ist er mit Mötley Crüe, zusammen mit den New York Dolls und Poison, auf großer Nordamerika-Tournee. Und wenn er nicht gerade unterwegs ist, moderiert er jeden Abend seine Radiosendung „Sixx Sense“, in der er Gäste aus der Musik- und Show-Welt vorstellt und kleine Einblicke in das Leben als Rockstar gibt.

Bei so einem ereignisreichen Leben verwundert es nicht, dass Nikki Sixx im Laufe seiner Karrierejahre etliche Freundschaften geschlossen hat. Auch seine musikalischen Talente – vor allem seine Songwriting-Qualitäten – sind seit Jahrzehnten bei den Kollegen geschätzt. Er schrieb nicht nur die meisten Songs von Mötley Crüe, sondern komponierte unter anderem Lieder für Lita Ford oder Meat Loaf. Im CLASSIC ROCK-Interview plaudert er offen über seine Kumpels, seine Idole und ganz normale Nachbarn.

AEROSMITH

Ich bin mit den Mitgliedern von Aerosmith schon seit Jahrzehnten befreundet – ich weiß gar nicht mehr, wann wir uns genau kennen gelernt haben. Ich habe sie schon immer bewundert. 2006 waren wir endlich zusammen auf Tour – eine tolle Erfahrung! Wir haben viel Zeit gemeinsam im Tourbus verbracht. Die Jungs sind einfach fantastisch. Mit vielen Musikern kann man immer nur über Musik reden. Die wollen oder können sich gar nicht über andere Themen unterhalten. Aber bei Aerosmith ist das anders. Sie sind sehr offene und aufgeschlossene Menschen.

TRACII GUNS

Tracii und ich haben uns in den Achtzigern in Hollywood kennengelernt. Damals hingen alle Bands immer in denselben Clubs ab, Guns N’Roses, die L.A. Guns und eben auch wir. An dem Abend, an dem ich Tracii das erste Mal sah, erinnere ich mich gar nicht mehr so genau. Ich weiß nur, dass wir später zu mir nach Hause gefahren sind. Irgendwie endeten all diese Partys irgendwann bei mir daheim! (lacht)Tracii ist ein unglaublicher Gitarrist. Sein Stil hat mir schon immer gefallen, daher war klar: Mit ihm muss ich einfach irgendwann in einer Band spielen. Bei Brides Of Destruction hatten wir jedenfalls eine Wahnsinnszeit, und die Mischung aus rauem Punkrock und Heavy Metal-Härte war auch toll. Diese Zusammenarbeit war eine hervorragende Gelegenheit für mich, musikalisch etwas anderes zu machen und auch mal mit anderen Stilistiken zu experimentieren. Das hat mich sehr inspiriert.

OZZY OSBOURNE

Ich kenne Ozzy jetzt bereits seit 30 Jahren, und wir waren schon oft gemeinsam auf Tour. Vergangenes Jahr haben wir z.B. auf seinem Ozzfest gespielt. Außerdem ist er einer meiner direkten Nachbarn. Deswegen sehen wir uns zwangsläufig ziemlich häufig (lacht). Sharon und ich sind gute Freunde. Neulich kam sie zu mir herüber und meinte, dass sie gerne mal als Co-Moderatorin in meiner Radioshow auftreten möchte. Sie war ganz aufgeregt! Sharon hat mir verraten, dass sie in Zukunft weniger Zeit zu Hause verbringen möchte und aktiver sein will. Wir haben ein ganz normales Nachbarschaftsverhältnis – auch wenn man das vielleicht nicht glauben mag. Ich mag es, wenn mich Sharon oder meine anderen Nachbarn besuchen.

NEW YORK DOLLS

Wir sind gerade mit ihnen und Poison auf US-Tour. Man mag es kaum glauben, aber ich habe David Johanson erst vor kurzem das erste Mal getroffen, und von den anderen in der Band kannte ich bis zum Tourstart niemanden. Doch bisher waren alle sehr zuvorkommend und nett, daher freue mich schon sehr auf die vielen Aftershow-Gelage – wir werden sicher eine Menge Spaß haben.

ALICE COOPER

Alice ist einer der höflichsten, nettesten, toll-sten Menschen der Welt. Wir saßen einmal zu-sammen im Auto und fuhren zu Mick Mars nach Hause. Alice sprach über Jim Morrison. Auf einmal drehte er sich zu mir um und sagte: „Ich weiß, ich habe dir das noch nie gesagt, aber du erinnerst mich ein bisschen an Jim Morrison.“ Ich war erst einmal total baff und brachte dann nur die Worte heraus: „Ich hoffe, nur in Bezug auf seine guten Eigenschaften.“ Da mussten wir beide lachen. Man kann einfach immer mit Alice lachen, ohne dass es peinlich ist. Er ist wirklich ein verdammt guter Kerl.

PAUL RODGERS

Er war zu Gast in meiner Radiosendung „Sixx Sense“. Noch nie zuvor hat mich ein Mensch dermaßen überrascht. Ich hatte ihn vorher ja noch nie getroffen, bin aber natürlich mit seiner Musik groß geworden. Ich mochte Bad Company, Free, The Firm und auch seine Soloalben – und nicht zu vergessen: Queen! Er war an herausragenden Alben beteiligt, und so war ich schon etwas an-gespannt, bevor er ins Studio kam. Schließlich ist er ein echter Star. Doch es stellte sich heraus, dass er einer der umgänglichsten und offensten Menschen ist, die man sich vorstellen kann. Puh, da war ich wirklich froh drüber!

SLASH

Ich kenne Slash schon eine halbe Ewigkeit. Er ist einer meiner besten Freunde. Ich liebe den Kerl! Wir haben zusammen schon eine Menge durchgemacht. Slash ist jemand, auf den man immer zählen kann. Er ist immer für mich da. Immer wenn ich persönliche Probleme habe, rufe ich ihn an, um mich auszuheulen oder ihn um Rat zu fragen. Und wenn er Probleme hat, wendet er sich an mich. Dass man mit ihm verdammt coole Partys feiern kann, muss ich nicht extra erwähnen (lacht). Ich kann jedem nur wünschen, dass er so einen Freund findet. Wenn du ein junger Künstler bis, gibst du dich immer so lässig wie möglich – wie ein Rockstar eben. Aber du brauchst auch jemanden, der dir immer zur Seite steht. Und dieser Jemand ist für mich Slash.

MEAT LOAF

Ich habe ein paar Songs für ihn geschrieben, zum Beispiel ›Couldn’t Have Said It Better‹ von dem gleichnamigen Album oder ›The Monster Is Loose‹ von BAT OUT OF HELL III: THE MON-STER IS LOOSE. Meat ist immer unglaublich freundlich, wenn man ihm zufällig begegnet. Wir haben meist über Musik beziehungsweise unsere Zusammenarbeit gesprochen oder gemeinsam komponiert. Er ist in dieser Hinsicht schon extrem professionell. Aber unsere Beziehung beschränkt sich eben auch nur darauf. Ich bin ihm sonst auch nicht allzu oft begegnet. Viele Dinge erledigt zudem seine Frau für ihn, also habe ich meistens mit ihr gesprochen. Ich glaube, ich kenne seine Frau inzwischen besser als Meat Loaf selbst (lacht).

LITA FORD

Ende der Achtziger komponierte ich den Song ›Falling In And Out Of Love‹ für ihr Album LITA. Ich nahm nämlich gerade mit Mötley Crüe im selben Studio auf wie sie, sodass wir uns dort öfter über den Weg gelaufen sind. Eines Tages kam sie schließlich auf mich zu und fragte, ob ich nicht eine Songidee für sie hätte. Daraufhin entstand dann das gemeinsame Stück. Es macht mir immer Freude, mit anderen Künstlern zu arbeiten.

ROB HALFORD

Ich habe Rob kennengelernt, als wir zusammen auf Tour waren. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden und sind daher oft zusammen rumgehangen. Jeder Mensch braucht andere Menschen, die er bewundert und zu denen er aufblicken kann. Rob ist so eine Person für mich. Bevor man solchen Ikonen das erste Mal begegnet, stellt man sie sich immer auf eine bestimmte Art und Weise vor, stilisiert sie zum Helden. Und wenn man sie schließlich trifft, ist man total nervös und hat Angst, dass dieser Mensch, der für einen so wichtig ist, vielleicht einen schlechten Charakter hat oder einfach völlig anders ist, als man denkt. Bei Rob war zum Glück das Gegenteil der Fall. Er ist ein wundervoller Mensch: freundlich und locker. Und auch einer der lustigsten Menschen, die ich kenne. Zudem besitzt er eine der grandiosesten Stimmen, die es in der Rock- und Metal-Welt gibt.

AIRBOURNE

Ich vergöttere diese Jungs einfach: ihre Musik, aber vor allem ihre unerschöpfliche Power. Sie sind authentisch, und so klingen auch ihre Lieder. Bisher hatte ich nur ganz kurz die Gelegenheit, mit ihnen zu quatschen, aber ich hoffe, dass ich die Jungs noch öfter treffen werde. Es macht einfach Spaß mit ihnen!

BLACKIE LAWLESS

Als ich mit etwa 17 Jahren nach L.A. kam, um professionell Musik zu machen, musste ich mich erst einmal mit diversen Jobs durchgeschlagen. Ich habe unter anderem in einem Schnapsladen gearbeitet und Staubsauger via Telefon verkauft. Eines Tages entdeckte ich eine Anzeige in einer Zeitung. Die Band Sister suchte einen Bassisten. Ich bekam den Job. Der Chef der Gruppe hieß Blackie Lawless. Wir haben damals viel zusammen gemacht, und ich finde, dass er ein herausragender Songwriter ist. Seine Stücken strahlen stets eine Menge Energie und Kraft aus.

Simone Bösch

Michael Schenker

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Michael Schenker - 4 By Ami Barwell - highDer deutsche Top-Gitarrist spricht im CLASSIC ROCK-Interview über Kollaborationen mit seinen ganz persönlichen Helden, die Abstinenz vom Alkohol sowie sein Leben im „Tempel des Rock“.

Manchmal rutscht selbst gestandenen Journalisten das Herz in die Hose. So geschehen bei der Verleihung der CLASSIC ROCK-Awards in London. Michael Schenker soll in der Weltraumlobby des Londoner Metropolitan Hotels abgeholt werden – denn er wird von Alice Cooper einen Preis überreicht bekommen, und zwar nicht irgendeinen, sondern den „Marshall 11 Award“, der an Künstler geht, die den Rock’n‘Roll ohne Rücksicht auf Verluste (aus-)gelebt haben. Doch der Saitenvirtuose, der durch seine Arbeit für die Scorpions, UFO und die Michael Schenker Group zur Legende geworden ist, ist unauffindbar. Wo steckt er nur? Handy raus, Schenker anklingeln. Auf die Frage, wo er sich denn gerade befindet, kommt die schockierende Antwort. „An der Bar!“ Der Herzschlag setzt für einen Moment aus. Schließlich ist gemeinhin bekannt, dass Schenker lange Zeit mit dem Dämon Alkohol gekämpft hat. Schnell hin. Doch dann die Erleichterung: Ein schlank und gesund aussehender Michael Schenker lehnt an der Theke und schlürft einen schaumigen Cappuccino. Puh.

Michael, du hast im Laufe deiner Karriere zahlreiche Preise bekommen, nicht nur von CLASSIC ROCK, auch von zahllosen anderen Magazinen. Welche Bedeutung hat das für dich?
Ehrlich gesagt ist mir nie bewusst gewesen, dass meine Musik eine so große Wirkung auf die Menschen hat. Für mich stellt sich das so dar: Ich erschaffe gerne etwas, anstatt nur herumzusitzen und mir Sorgen über die schlimmen Dinge zu machen, die in der Welt passieren. Im Grunde habe ich in meiner eigenen kleinen Welt gelebt, seitdem ich mich vor 30 Jahren entschieden habe, nicht wieder bei den Scorpions einzusteigen und stattdessen die Michael Schenker Group zu gründen. Jetzt eine Auszeichnung für mein Lebenswerk und auch meinen Lebensstil zu bekommen, fühlt sich so an, als ob ich endlich mein Examen abgelegt hätte.

Du hast in deiner Karriere mehrfach Bands verlassen, die kommerziell sehr erfolgreich waren. Woher nimmst du diesen Mut?
Seit ich Ende der Siebziger zum ersten Mal bei UFO ausgestiegen bin, habe ich nie versucht, groß rauszukommen, sondern einfach mein Ding gemacht. Aber seit kurzem verspüre ich den Drang, meine Kreativität stärker auszuleben. Wenn man heutzutage auf Festivals geht, sieht man, dass sich etliche Musiker-Generationen auf ein und derselben Bühne tummeln. Manchmal kommen Musikern zusammen, die jeweils aus fünf unterschiedlichen Rock-Jahrzehnten stammen. Meiner Meinung nach haben Led Zeppelin die Grundmauern für den „Rock-Tempel“ gebaut, auf die dann etliche andere Bands immer mehr und mehr Ziegel geschichtet haben. Jetzt bauen wir gerade am Dach. Mal sehen, was weiter mit dem „Tempel“ passiert.

Glaubst du, dass das Dach ausgebaut wird?
Ich weiß auch nicht, wo das hinführt. Technische Entwicklungen und Trends spielen dabei eine große Rolle. Die Musiker stimmen mal hoch, dann wieder runter, spielen auf zwei Saiten, spielen auf verstimmten Gitarren – und das alles nur, um etwas anders zu machen.

Das hast du nicht nötig – und hast so den 30. Geburtstag der Michael Schenker Group im vergangenen Jahr ziemlich klassisch gefeiert: mit einer ausgiebigen Tournee…
Ja, und es hätte nicht besser laufen können. Simon Phillips, unser erster Schlagzeuger, spielte mit uns in Japan, Chris Slade war in Europa dabei, und Carmine Appice trommelte in den Staaten. Es war unglaublich und eine große Ehre für mich, denn ich kann mich daran erinnern, als 16-Jähriger ein Konzert von Beck, Bogert & Appice gesehen zu haben.

Wie war es, all die MSG-Klassiker wie ›Armed And Ready‹, ›Cry For The Nations‹ noch einmal aufzugreifen?
Das sind Singalongs. Hin und wieder darf ich dabei auch ein Solo beisteuern, was immer ein kleines Abenteuer ist. Es macht Spaß, die Stücke zu spielen, und unsere Fans scheinen sie gerne zu hören.

Welche Pläne hast du für deine weitere Zukunft?
Ich habe ein Soloalbum mit einigen Stargästen in der Mache und bei Bob Rock angefragt, ob er es produzieren will. Außerdem habe ich einen neuen Manager: Bob Ringe, der auch Zakk Wylde und Leslie West betreut. Er konzentriert sich jetzt mit seiner Firma Survival Management auf uns drei. Genau so etwas brauchst du, wenn du auf dich allein gestellt bist. Dann musst du dich mit allen Ereignissen selbst herumschlagen.

Gibt’s sonst noch was?
Es besteht die Möglichkeit, dass die Michael Schenker Group die Scorpions nächsten Sommer auf einer Tour durch die Vereinigten Staaten supportet. Außerdem klappt dort vielleicht auch eine Konzertserie mit UFO durch die Houses Of Blues.

Wie steht’s mit deiner Alkoholabstinenz? Immer noch nüchtern?
Ja, allerdings.

Und du hast keine Probleme, auch nicht mit Pete Way in deinem Umfeld?
Das spielt keine Rolle. Man muss sich einfach für sich selbst entscheiden, was wichtig ist und was nicht. Ohne Alkohol spiele ich viel besser. Und mir geht es auch besser. Warum also sollte ich den Stoff wieder anrühren?

Du hast vor einigen Monaten zusammen mit deinen neuen Band-Kollegen Hermann Rarebell und Pete Way mit Brighton geprobt, wo auch Phil Mogg von UFO wohnt. Hast du ihn getroffen?
Das ist das Tollste: Pete ist einmal aus dem Proberaum gestiefelt – und wem begegnet? Richtig, Phil Mogg, der gerade mit seinem Hund Gassi ging. Daraufhin besuchte uns Phil im Studio und schaute bei den Rehearsals zu. Sein Kommentar: „Ihr spielt ›Rock Bottom‹ zu schnell!“ Der hat doch keine Ahnung! (lacht)

Geoff Barton