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Start Blog Seite 1268

PATTI SMITH: Dachau, Rathausplatz

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Patti Smith 2012a @ Steven SebringMama Punk ist angeschlagen, ihre Aura nicht

Seien wir ehrlich: Was Patti Smith in der ersten Stunde im schmucken Zentrum von Dachau abliefert, ist natürlich solide-sympathisch, erinnert aber streckenweise eher an eine Gartenlauben-Band beim Dorffest. Das ergraute Batikträger-Publikum liebt sie natürlich trotzdem heiß und innig, denn Patti ist nicht nur eine lebende Legende, sondern auch so richtig knuddelig. Nach der höflich beklatschten Aufwärmphase schließlich entschuldigt sie sich allerliebst, weil sie eine Erkältung habe. Um dann endlich bei einsetzender Dämmerung zu zeigen, warum sie live als ein Erlebnis gilt. Mit den ersten Akkorden von ›Because The Night‹ erwacht die Magie auf der Bühne und Publikum wie Band kommen in Fahrt. ›Gloria‹ schürt das Feuer weiter, doch es ist natürlich der Zugabenblock, der mit einem furiosen ›Rock N Roll Nigger‹ für Weihnachtsstimmung sorgt. „Be good, be green, be free”, gibt sie uns mit auf den Weg und erinnert uns angesichts der tragischen Geschichte Dachaus daran, dass wir die Vergangenheit nie vergessen, uns aber nicht von ihr definieren lassen dürfen. Und wenn sie im vorletzten Lied ›People Have The Power‹ mit größter Inbrunst ins Rund schleudert, will man ihr einen Moment lang glauben, dass wir sie tatsächlich haben. Und wenn nicht die Macht, ist wenigstens Mama Punk auf jeden Fall mit uns.

 

ROCK OF AGES: Red Rock Amphitheatre, Las Vegas

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DEF LEPPARD JOINTZurück in die 80s mit Def Leppard, Poison und Lita Ford.

An diesem Juniabend ist Sin City fest in der Hand des Hard Rock: auf der einen Seite der Stadt rocken die Scorpions und Tesla das Thomas & Mack Center auf der anderen macht die Rock Of Ages Tour halt. Bei der Wahl der Location geht der Punkt eindeutig an Def Leppard & Co. Hinter der Open Air Bühne des Amphitheaters schimmern die Vegas umgebenden Berge in der Abendsonne während Lita Ford das Rund betritt. In den gut 30 Minuten Spielzeit packt Frau Ford eine ordentliche Portion Energie und Hits. Als die Lichter des nahegelegenen Highways in der Dämmerung aufblitzen ist es Zeit für Poison. Die Band um Bret Michaels hat ihre liebe Not in ihrem einstündigen Auftritt möglichst viele Fan Favorites unterzubringen. Angestachelt vom Publikum dreht die achtziger Jahre Legende ordentlich auf. Auf diesen perfekten Gig folgen Def Leppard, die mit Bühnentechnik nicht geizen sondern ordentlich klotzen. Egal ob Sound, visuelle Umsetzung der Songs auf den fünf Videoleinwänden oder Spielfreude, die Band aus Sheffield räumt in allen Belangen gnadenlos ab. Trotz des Technikoverkills finden auch ruhige Momente ihren Platz im Set als Joe Elliott erst alleine und dann mit Band diverse Def Lep Klassiker im akustischen Gewand auf einem Roadcase sitzend präsentiert.

Mötley Crüe & Slash: Stechert-Arena, Bamberg

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MC_Tommy-Lee_Las-Vegas1_pic-credit_Chelsea-Lauren PhotographyHollywood zu Gast in Franken

Etwas seltsam ist es schon. Da kommen die wohl größten Stars des Glam und Sleaze Rock aus Los Angeles … nach Franken. So müssen diesmal nicht nur die Musiker sondern auch ein Großteil der Fans auf Reisen gehen, um im beschaulichen Bamberg Mötley Crüe und Slash zu sehen.

Alle erdenklichen Sorten von Rockern kommen in die fränkische Provinz. Der gestandene Rocker, der Slash sicherlich schon mit Guns N‘ Roses live gesehen hat, steht in der Bierschlange zwischen der 15-jährigen Rock-Chick und dem Jungspund, der sich stolz die blondierten Haare auftoupiert hat. Die Stechert-Arena, in der normalerweise Bälle in Körbe geworfen wird, ist eine feine mittelgroße Halle mit Sitzplatztribünen und bietet eine fantastische Kulisse für einstige Megastars, denen heutzutage leider die ganz großen Stadien verwehrt bleiben.

Bevor der berühmteste Zylinderträger der Rockgeschichte zusammen mit Sänger Myles Kennedy und seinen Conspirators seine Mischung aus neuem Solo-Material, Gunners- und Velvet Revolver-Hits aus dem Hut zaubert, haben die jungen Hair-Metaler von Kissin‘ Dynamite die Gelegenheit sich ihren kalifornischen Vorbildern zu präsentieren. Das tun sie und diese Leistung wird auch vom Publikum honoriert.

Slash, der sich in ausgezeichneter Form zeigt, hat sich die für ihn perfekten Musiker – allen voran Glas-Stimme Kennedy – ausgesucht. Das macht seine Band an diesem Abend ganz besonders deutlich. Ihr Opener, das arschtretende ›One Last Thrill‹ vom neuen Album APOCALYPTIC LOVE wie auch die elf weiteren Lieder zeichnen sich durch enorme Spielgenaugkeit und einem klaren, aufgeräumten und drückenden Sound aus. Myles Kennedy, der vor einiger Zeit noch etwas unbeholfen den Frontmann mimte, ist mittlerweile lockerer und schafft es, souverän zu wirken und offener auf das Publikum einzugehen. Bemerkenswert ist, dass Slash – im Gegensatz zu Axl Rose und seiner Söldner-Truppe – nicht vollends von den alten Gunners-Klassikern abhängig ist. Der größte Teil des Sets besteht aus Liedern des neuen Slash-Langspielers. Natürlich dürfen ›Nightrain‹, ›Sweet Child O‘ Mine‹, ›Mr. Brownstone‹ und der traditionelle Schlusspunkt ›Paradise City‹ dennoch nicht fehlen. Die Stimmung bricht aber bei den jüngeren Nummern aus Slashs Feder nicht ab. Schade ist, dass die Bühnenzeit für Slash zu kurz ist. So ist das leider als „Vorband“.

Mötley Crüe beginnen mit ihrem 80s-Hit ›Wild Side‹. Merkwürdigerweise ist hier der Sound nicht annähernd so gut wie zuvor bei Slash. Da das weder an der Akustik in der Stechert-Arena noch an der Anlage liegen kann, bleibt nur ein Schluss: Es muss an der Band liegen. Einige Classics wie ›Live Wire‹ und ›Too Fast Love‹ später wird klar, dass es nicht an Tommy Lee, dessen Spielfreude und dessen 360 Grad-Achterbahn-Drum-Solo die eigentlichen Höhepunkte der Show sind, oder Mick Mars, der immer noch seinen rotzigen Gitarren-Sound zaubert, liegt. Nikki Sixxs plumpes Bassspiel und Vince Neil, der sich soviele Gesangspausen leistet, dass er besser pro gesungenem Wort bezahlt werden sollte, bringen dieses musikalische Ungleichgewicht. Einem Becher werfenden Fan, dem diese Tatsache auch aufgefallen zu sein scheint, hat das restliche Publikum dann zu verdanken, dass sich Mötley Crüe nach nur 14 Liedern – ohne dem Pflicht-Hit ›Dr. Feelgood‹ – mit einem zu ›Kickstart My Heart‹ Kunstblut spuckendem Nikki Sixx verabschieden.

TEKKEN TAG TOURNAMENT 2

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TekkenTagTournament2Tag-Team-Keilerei für bis zu vier Spieler.

In TEKKEN TAG TOURNAMENT 2 lassen über 50 Kämpfer des TEKKEN-Universums ihre Fäuste und Füße fliegen. Und wie es sich für ein ordentliches Martial-Arts-Spiel gehört, verfügt jeder Charakter über eigene Fähigkeiten und Techniken. Sind die Grundkenntnisse erst einmal erlernt, schlagen und treten sich individuell zusammenstellbare Teams durch abwechslungsreiche Arenen.

Konträr zum ersten Teil erlaubt TEKKEN TAG TOURNAMENT 2 mehr Konstellationsmöglichkeiten: Ob zwei gegen zwei Spieler antreten, ein Recke sich einem anderen stellt oder ein Einzelkämpfer es mit zwei Kontrahenten aufnimmt – zu voller Pracht reift das Beat ’em up mit mehreren Freunden vor der Konsole oder online. Der Tag-Team-Fokus erweist sich dabei als wichtiger Taktik- und Motivationsspender. Zum einen, weil die konkurrierenden Gruppierungen von bis zu vier Spielern gesteuert werden dürfen. Zum anderen, weil jede Mannschaft nicht nur nach Belieben zwischen ihren beiden Ringrüpeln hin- und herwechseln, sondern sie auch parallel für einstudierbare Kombinationsmanöver einsetzen kann.

 

Project X

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Project XEine Vorlage für verantwortungsloses Verhalten oder realistischer Spiegel jugendlicher Feierkultur? Diese Frage wurde in den USA im Zusammenhang mit der von Todd Phills („Hangover“) produzierten Komödie heiß diskutiert. Bei uns lag der Kinostart im März offensichtlich zu weit vom Sommerloch entfernt, denn ansonsten hätten sich mit Sicherheit auch hierzulande Politiker lustvoll ereifert. „Projekt X“ glänzt nämlich nicht gerade mit übermäßig viel Handlung, bietet dafür aber eine wunderbare Gebrauchsanleitung für ju-gendliche Dummheiten. Ein paar männliche Teen-ager schmeißen im Haus ihrer Eltern eine kleine Party, doch durch SMS-Lauffeuer und soziale Netz-werke als Aggregatoren wird daraus in kürzester Zeit ein episches Gelage aus Alkohol, Alkohol-indu-zierten Stunts, Sex und Freude an der Zerstörung. Wackelkameras im found footage-Look unterstützen den Eindruck, dem zu langen und ungeschnittenen YouTube-Video eines 16-jährigen Amateurs zuzuschauen, der Tage später im Regionalteil der „Bild“ unter der Überschrift „Facebook-Partyexzess außer Rand und Band“ zu sehen sein wird: nett, aber ohne Alkohol unerträglich.

Chico & Rita

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chico-rita-posterAnimationsfilme für Erwachsene verwechseln oft genug Reife mit Gewalt. Hebt sich ein erwachsener Zeichentrickfilm von seiner auf Familientauglichkeit getrimmten Konkurrenz wirklich nur dadurch ab, dass hier Gegner mit Schwerthieben enthauptet oder per detailliert dargestelltem Slo-Mo-Kugelhagel zerfetzt werden? Zum Glück nicht. Zumindest nicht ausschließlich, wie die spanisch-britische Produktion „Chico & Rita” demonstriert. Die folgt dem Jazzpianisten Chico und der Sängerin Rita durch eine Jahre währende und emotional holprige Beziehung. Sinnlich und beschwingt zeigt sich die Kollaboration von Zeichner Javier Mariscal, der kubanischen Jazzikone Bebo Valdes und dem Regissuer Fernando Trueba, wenn hier Latinorhythmen, ausdrucksstarke Animationskunst, Musikgeschichte und tragische Herzschmerz-Liebe aufeinanderprallen. Von Havanna, wo sich Chico und Rita kennenlernen und das erste Mal zusammen musizieren, über New York und Las Vegas geht die Reise der beiden Protagonisten und folgt dabei den unsterblichen Regeln des Bolero: Romantisches Begehren bringt immer auch Kummer und Qualen mit sich.

 

Steven Tyler – DOES THE NOISE IN MY HEAD BOTHER YOU?

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tyler, stevenPurer Rock’n’Roll in Reinschrift.

Einer der größten lebenden Rocksänger hat sein Leben auf knapp 400 Seiten gepackt. Was dem Paradiesvogel hier gelungen ist, ist eine der ganz besonderen Autobiografien. Nicht Schritt für Schritt wie jeder in die Jahre gekommene Musiker handelt Tyler sein Leben hier ab. So signifikant wie seine Stimme, ist sein Erzählstrang. Zwar folgt der grundlegende Aufbau von DOES THE NOISE IN MY HEAD BOTHER YOU? der Chronologie der Ereignisse, jedoch schweift der „bad boy from Boston“ immer wieder ab. Das wirkt nicht konfus, sonder unvorhersehbar und zugleich natürlich. Der Leser begleitet ihn bei seinem gedanklichen Spaziergang durch abgefahrene, dreckige, esotherische und emotionale Erlebnisse, Philosphierereien und Erinnerungsfetzen.

Das größte Geheimnis, das dieses Buch enthüllt, ist wie Tyler es zu einer der schillerndsten Persön-lichkeiten der Rockgeschichte gebracht hat – es ist sein Kopf und der ganzjährig abgehaltene Karneval darin.

 

Stratovarius – UNDER FLAMING WINTER SKIES – LIVE IN TAMPERE

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stratovariusEin lautes und schönes Goodbye.

Viele Veröffentlichungen feiern große Jubiläen, doch UNDER FLAMING WINTER SKIES von Stratovarius feiert einen Abschied – und zwar in der schönsten Form, die man sich vorstellen kann. Es geht um den Abschied von Schlagzeuger Jörg Michael, der seit 1995 ein unverzichtbarer Bestandteil der finnischen Band war. 2011 gab Michael seinen Ausstieg bekannt. Doch er verschwand nicht einfach sang- und klanglos, sondern ging mit seinen Mitmusikern noch einmal auf ausgedehnte Herbsttournee, um sich von den Fans und seinen Kollegen würdig zu verabschieden. UNDER FLAMING WINTER SKIES wurde am Schnapszahlt Tag (11.11.11) im finnischen Tampere aufgenommen. Knapp zwei Stunden stehen die fünf Musiker auf der Bühne und hauen einen Hit nach dem anderen heraus. Los geht es mit dem titelgebenden ›Under Flaming Skies‹ aus ihrem aktuellen Album ELYSIUM (2011). Es folgen ›I Walk My Own Song‹, ›Darkest Hours‹ oder ›Hunting High And Low‹. Bild- und Tonqualität sind top. Zum Schmunzeln gibt es auch so einiges, so beispielsweise der Borussia Dortmund Schal, der während des Konzerts am Schlagzeug von Jörg Michael (der übrigens gebürtiger Dortmunder ist) hängt. Das Konzert gibt es zudem als Blu-ray und als Doppel-Live-CD. Ein schöner Abschluss für Michael und ein toller Abschied für die Fans.