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Gypsyhawk – Vier Dudes kämpfen gegen die Langeweile

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Gypsyhawk 2012a @ Jennie Ross„Wir sind einfach vier Metal-Dudes, die harten Rock‘n‘Roll spielen und jeden Abend eine neue Party schmeißen möchten. Zu unserer Musik können die Typen headbangen und die Ladies mit den Är-schen wackeln. Das ist unsere Mission“, offenbart Eric Harris, Sänger und Bassist von Gypsyhawk, gleich zu Beginn mit ernstem Blick – und einem kurzen Zucken der Mundwinkel. Diese vier Musiker haben Freude an ihrer Band, ihrer Musik. Hier wird nicht bierernst über Songstrukturen philosophiert, hier steht der Spaß an der Musik und der Sache im Allgemeinen im Vordergrund. „Langweilige Musik langweilt uns einfach, und dagegen wollen wir etwas unternehmen“, grinst Eric.
Angefangen hat alles vor etwa vier Jahren, als Eric und Gitarrist Andrew Packer zusammen in der Metal-Band Holy Grail spielten. „Unseren Schlagzeuger Ian Brown haben wir dann übers Internet kennengelernt“, blickt An-drew zurück. „Zu dieser Zeit war unser zweiter Gitarrist ausgestiegen – und wir brauchten Ersatz. Zum Glück trafen wir einen Albino-Zauberer, der uns drei Wünsche freigab. Also bestellten wir drei Wild Turkey-Whiskey, 14 Gramm gutes Gras und einen neuen Gitarristen – und puff: Plötzlich stand da Erik Kluiber, schlug mit uns ein und begann zu jammen.“ .

Auch zu ihrer Musik hat Andrew eine ähnlich lustige Geschichte parat. „Ich denke, unser Sound ist eine Kombination aus den Klängen unserer Geburtsstaaten. Ich komme aus Südkalifornian, also wollte ich so klingen wie die Beach Boys. Ian stammt aus Nebraska, deswegen wollte er nach Farm-Equipment klingen. Eric ist in Louisiana geboren, daher dieser Hauch von Voodoo in unserer Musik. Tja, und Erik kommt aus Detroit und hat diesen Sound eines 1970er Chevy Nova, den man über eine Autobahn jagt, mit in die Band gebracht.“

Mit ihrem Zweitwerk REVELRY & RESILIENCE wollen Gypsyhawk nun die Welt erobern. „Im Gegensatz zum Debüt ist es direkter“, erklärt Eric. „Das Debüt war eher eine progressive, spirituelle Reise unter dem Einfluss von Drogen. Dieses haut richtig in die Fresse.“ Auch ihre Zukunftspläne sind passend pragmatisch: „Wir wollen uns besaufen, kiffen und flachgelegt werden, Dude. Und hoffentlich bringt uns das bald auch nach Europa.“

The DB’s – Nostalgische Wiedervereinigung

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dbs-falling-sky-3271Nach 30 Jahren kehren The dB’s in Originalbesetzung zurück!

Drei Dekaden ist es her, dass The dB‘s ein Album in Originalbesetzung herausbrachten. Auf FALLING OFF THE SKY sind die beiden Sänger und Gitarristen Peter Holsapple und Chris Stamey, Bassist Gene Holder und Schlagzeuger Will Rigby endlich wieder vereint. Richtig geplant war die Reunion jedoch nicht. „2005 saßen Peter und ich zusammen und sprachen darüber, ein Album zu machen, als Duo“, blickt Chris Stamey zurück. „Als wir mit dem Schreiben anfingen, fiel uns jedoch schnell auf, dass die Songs eher nach Mate-rial für The dB‘s klingen. Also trafen wir uns mit Will und Gene und fingen an, zusammen zu jammen.“ „Außerdem stellten wir fest, dass wir jetzt alle Mitte 50 sind – und das die letzte Möglichkeit sein könnte, zusammen ein Album zu machen“, fügt Holsapple grinsend hinzu.

Die Arbeiten an FALLING OFF THE SKY dauerten sieben Jahre. „Wir hatten alle auch andere Verpflichtungen, deswegen hat das ein bisschen länger gedauert“, erklärt Stamey. „Will spielt beispielsweise bei Steve Earle. Wir mussten also unsere Aufnahmen um diese Termine herumbauen. Außerdem wohnte Peter damals in New Orleans. Erst als er zurück nach North Carolina zog, konnten wir uns öfter treffen. An-fangs nahmen wir meistens nach Feiertagen wie Weihnachten oder Neujahr zusammen auf, weil dort alle vor Ort waren.“ „Doch das machte uns eigentlich nichts aus“, sagt Holsapple. „Schließlich nahmen wir die Sachen in erster Linie für uns auf. Wir mussten keinen Zeitplan einhalten und standen somit auch nicht unter Druck.“

Das Wichtigste für sie war, die Zeit miteinander zu genießen. „Wir kennen uns alle schon aus der Schule“, blickt Holsapple zurück. „Wir verstehen uns ohne Worte. Und auch wenn wir uns in den Jahren vor den Arbeiten an unserem Album nur selten gesehen hatten, war es, als wären wir nie getrennt gewesen.“

Das letzte Wort: Randy Hansen

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Randy lachend_sepia_ Foto Cristina ArrigoniEs gibt wohl keinen zeitgenössischen Musiker, der Jimi Hendrix besser interpretiert als Randy Hansen. Der 67- Jährige wirkt nicht nur optisch wie sein großes Idol, sondern widmet sich seit über 30 Jahren der künstlerischen Nachlassverwaltung des amerikanischen Superstars, der im September 1970 starb. Dabei konnte Hansen zwischenzeitlich sogar mit den Originalmusikern von Hendrix’ Band Of Gypsys spielen. Im Oktober ist Hansen wieder auf großer Deutschlandtournee (Termine auf Seite 123)!

Kannst du dich noch daran erinnern, wo du dich genau befunden hast, als du die Nachricht von Hendrix’ Tod bekamst?
Oh ja, sehr gut sogar. Ich war gerade auf dem Weg zur Schule, unser Busfahrer erzählte es mir.

Wie waren damals deine ersten Gefühle zu dieser Nachricht?
Ich war traurig, wütend und ängstlich zugleich. Ich konnte es kaum glauben und legte mich sofort mit dem Busfahrer an: „Du lügst! Das kann überhaupt nicht sein. Du willst mich nur verarschen!“

Weshalb warst du wütend und ängstlich?
Wütend über diese schreckliche Nachricht war ich vor allem deshalb, weil ich intuitiv spürte, dass sie mein Leben verändern würde. Und ängstlich war ich, da ich nicht wusste, was Hendrix’ Tod für mich in Zukunft bedeutet. Er war schon damals mein großes Idol, und seine Musik hatte mir über einige bittere Jahre in meiner Kindheit hinweggeholfen.

Du sprichst vom frühen Tod deines Vaters, richtig?
Genau. Mein Dad starb bei einem Autounfall, als ich zehn Jahre alt war. Eine schreckliche Phase in meinem Leben, in der mir Hendrix’ Musik in vielen bitteren Stunden zur Seite stand.

Wann stand für dich fest, dass du dein musikalisches Leben ihm widmen würdest?
Bereits relativ schnell nach seinem Tod. Ich hatte bis dahin ja auch eigene Songs geschrieben, stellte aber fest, dass sie mir nicht so viel Freude machten wie die Hendrix-Stücke. Für mich war es die natürlichste Sache der Welt, seine Songs zu spielen. Eines Tages kam in mir das Gefühl auf, dass ich eigentlich berufen sei, das Erbe Hendrix’ aufrechtzuerhalten. Es gab damals niemanden, der sich dieser Aufgabe annahm, jedenfalls niemanden, der mir bekannt war. Hendrix-Musik läuft quasi durch meine Venen, sie steckt in jedem Körperteil von mir. Seine Songs sind meine Religion, dabei weiß ich, dass er kein Außerirdischer war, sondern ein Mensch wie du und ich, allerdings ein genialer.

Du hast dein Verhältnis zu Hendrix einmal mit der Beziehung zu deinem Vater verglichen. Wie passt das?
Nun, beide, also sowohl Hendrix als auch meinen Vater, habe ich verloren, bevor ich sie überhaupt so richtig kennenlernen konnte. Man neigt dazu, solche Personen zu idealisieren, dabei bin ich mir sicher, dass sowohl Hendrix als auch mein Vater irgendwelche negativen Seiten hatten, die mir nicht gefallen hätten. Aber es ist heute so, wie es eigentlich auch sein sollte: Ich liebe meinen Vater und auch Jimi Hendrix für das, was ich von ihnen weiß.

Hendrix ist sehr jung gestorben, du dagegen spielst seine Musik noch in einem gesetzten Alter.
Ein Widerspruch?

Nein, warum? Ich versuche sowieso nur das zu machen, was mir Spaß macht. Ich spiele die Stücke ja nicht wie ein alter Mann, sondern genauso rau und un-poliert, wie Hendrix sie in seiner Zeit gespielt hat. Auch er änderte seine Spielweise bei jedem Konzert: War er depressiv, klang seine Musik dunkel und düster, war er gut gelaunt, klang sie unheimlich erfrischend. Hendrix war sogar an Tagen, an denen er sich müde und ausgelaugt fühlte, unglaublich gut. An Tagen, an denen es ihm gut ging, war er sogar exzellent.

Wie lange hat es gedauert, bis du die Hendrix-Songs so spielen konntest, dass du selbst damit zufrieden warst.
Nun, ich fing ja schon in der Schule an, seine Stücke zu lernen. Ich hatte damals kein gutes Equipment, meine Gitarre war lausig und der Verstärker eigentlich total unbrauchbar. Aber ich spielte das, was ich hörte, fand immer mehr richtige Noten und konnte zunehmend besser die kleinen Ungereimtheiten ablegen. Ich muss sagen, dass ich mich mit dieser Methode relativ schnell zu einem guten Hendrix-Interpreten entwickeln konnte.

Spielst du die Hendrix-Songs heute anders als vor 20 Jahren?
Oh ja, und ich spiele sie morgen anders als heute, und nächste Woche anders als vor einem Monat. Was ich damit sagen will: Jedes Konzert ist anders, wir ändern die Setliste, wir sind nicht jeden Abend gleich gut drauf und wir variieren Arrangements, so wie es uns in den Sinn kommt. Aber genau das war bei Hendrix nicht anders, auch er hat keine zwei Konzerte gleich geklungen.

Wie war es, als du mit den Original-Hendrix-Musikern Buddy Miles, Noel Redding und Mitch Mitchell spielen konntest?
Ungeheuer aufregend. Und völlig anders als mit meiner eigenen Band. Noel spielte unheimlich laut, man musste seinen eigenen Verstärker deutlich weiter aufreißen, um mithalten zu können. Buddy dagegen spielte eher leise, eher swingend. Mit Noel und Mitch zusammen war es ein wenig wie mit meiner eigenen Band, nur mit dem Unterschied, dass ich fürchterlich nervös war.

Hat das Publikum es gemerkt?
Ich weiß es nicht, aber es wäre für mich okay gewesen. Es war in Amerika, im Greek Theater in Los Angeles, vor 4500 Zuschauern. Buddy stand am Bühnenrand, ich blickte zu ihm herüber und konnte es kaum glauben: Wow, Buddy Miles schaut mir zu! Dann ging ich zum Mikro und fragte das Publikum: „Was meint ihr? Sollen wir Buddy darum bitten, mit uns zu jammen?“ Die Leute rasteten völlig aus, also kam Buddy auf die Bühne und spielte mit uns. Die Shows mit Mitch waren für mich ebenfalls ungemein magische und geradezu romantische Nächte. Ich werde sie nie vergessen.

Gibt es nach so vielen Jahren für dich immer noch den ultimativen Hendrix-Song, den besten unter all den Klassikern?
Ja, den gibt es, und es sind sogar zwei Stücke, die immer schon meine lieb-sten Hendrix-Nummern waren: ›Nineteen Hundred And Eighty-Three (A Merman I Should Turn To Be)‹ und ›Machine Gun‹ – für mich sind beides die perfekten Rocksongs!

Eleni Mandell – Melancholischer Blick in die Vergangenheit und Zukunft

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ELENI.color4smallVor mehr als zehn Jahren ließ sich Eleni Mandell von einer Wahrsagerin ihre Zukunft voraussagen. Damals wurde ihr prophezeit, dass sie in nicht all zu ferner Zukunft verheiratet sein und Kinder haben würde. Leider erwiesen sich die Vorhersagen als falsch: Mit 41 Jahren ging eine langjährige Beziehung der Sängerin in die Brüche, so dass der Plan mit der Heirat platzte. Da Mandell jedoch nicht auf Kinder verzichten wollte, beschloss sie, durch eine anonyme Samenspende schwanger zu werden. „Ich weiß, dass er ein Astrophysiker ist und klassischen Rock liebt“, grinst die Sängerin mit der goldenen Stimme.

Doch Mandell musste in den letzten Jahren nicht nur private Trennungen verkraften, auch beruflich gab es einige Veränderungen. Durch die Weltwirtschaftskrise schrumpfte das Budget der Sängerin, weswegen sie sich von ihrer Band trennen musste. Seitdem steht sie meist alleine auf der Bühne.

In dieser psychisch schweren Zeit entstand ihr achtes Soloalbum I CAN SEE THE FUTURE. Der Titel ist inspiriert von ihrem Erlebnis mit besagter Wahrsagerin. „Ich erinnerte mich an diese Begegnung zurück und erkannte, dass das Märchen, in dem ich ihrer Aussage nach leben sollte, nicht wahr geworden ist. Also beschloss ich, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.“ Daraus entstand ein Kind – und ein Album. „Diese ganze Zeit war voller Frustration, Enttäuschungen und Trauer, aber eben auch Hoffnung“, blickt Eleni zurück. „Deswegen ist die Stimmung der neuen Songs bittersüß geworden.“

Mandell schreibt persönliche Songs, lässt sich vom Leben inspirieren. „Ich denke, die beste Musik ist Musik, die ehrlich und aufrichtig ist, auch wenn das mitunter ein bisschen kitschig ist. Das sind alles meine wirklichen Erfahrungen. Vielleicht bin ich ein bisschen melodramatisch und habe eine sehr rege Fantasie, aber mir ist es sehr wichtig, ehrlich zu sein.“ Vor allem ›Bun In The Oven‹ ist so ein persönlicher Song, in dem sie ihren Gemütszustand der letzten Jahre reflektiert.

Produziert wurde das Album von Joe Chiccarelli, der schon mit Künstlern wie The Shins, The Strokes oder den White Stripes gearbeitet hat. Mit ihm zusammen konnte Eleni Mandell ihre Visionen perfekt umsetzen. So kann sie – zumindest musikalisch – mit einem Lächeln in die Zukunft blicken.

PEARL JAM: O2 Arena, Berlin

Pearl JamPJ-Mania in der Hauptstadt

Auch das zweite Konzert ist mit 14.000 Fans ausverkauft. Kenner unter den PJ-Anhängern stehen im Innenraum und verteilen sich wie folgt: Wer heftige Rockattacken mit Ausflügen in den Classic Rock schätzt, steht auf der Bühnenseite von Gitarrist Mike McCready. Auf der Stone-Gossard-Seite finden sich Intellektuelle und Öko-Freaks, die es eher dezent mögen. In der Mitte schließlich sammeln sich Freundinnen und Freunde der „pretty Boys“ in Gestalt von Charismatiker Eddie Vedder und Basser Jeff Ament. Vor der Show der Giganten aus Seattle hatten X ihren knappen, aber heftigen Auftritt. Sie zeigten einmal mehr, dass ihr Westcoast Punk stets offen war für Einflüsse aus Rockabilly, Country und Folk. Kugelblitz Exene Cervenka ist immer noch eine Ausnahmegestalt im Bereich des Rock´n´Roll, kein Püppchen, sondern taffe Frau mit individuellen Ansichten. Als Gast begrüßte John Doe dann „the man who needs no introduction“, Mr. Eddie Vedder höchstselbst. Mit einem hochkarätig besetzten Duett verabschiedeten sich die legendären LA Punks, die von den Berlinern freundlichen Beifall ernteten. Die erwähnten PJ-Kenner horchen auf, als das Quintett (erweitert um Keyboarder Boom Gasper) mit „Oceans“ einsteigt, einer echten Rarität. Von Anfang an zeigt sich das Publikum höchst interaktionsfreudig, es klatscht und singt bei jeder Gelegenheit. Es folgen Titel wie „Animal“ und „Corduroy“ bevor Vedder das Konzert stoppt und das übermotiviert drängelnde Publikum erstmal drei Schritte zurücktreten lässt. Danach verkündet er, es handele sich heute Nacht um die 999. Show der gesamten PJ-Karriere. Bei „Even Flow“ zelebriert McCready seine Künste, zitiert Hendrix und Stevie Ray Vaughan und bringt den Saal zum Kochen. Im Anschluss berichtet Eddie Vedder von seinem siebenstündigen (!) Besuch im Berliner Ramones Museum, bevor die Band das getragene „Come Back“ intoniert, das Johnny Ramone gewidmet ist. Ihr Evergreen „Alive“, das ekstatische Who-Cover „Baba O´Riley“ sowie ein entspanntes „Yellow Leadbetter“ beenden den Triumph des Grunge-Dinos, der über eine höchst begeisterungsfähige Fanschar verfügt und sich in der früheren Mauerstadt echt wohlzufühlen scheint.

Iron Maiden: Jiffy Lube Live, Washington

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IRON MAIDEN MALMÖ

Begeisternde Machtdemonstration der NWOBHM-Pioniere..

Die Hitzewelle hat Washington im Griff. Obwohl am Vorabend ein derart heftiges Unwetter tobte, dass ganze Stadtteile von der Stromversorgung abgeschnitten wurden, brät es heute wieder mit 40 Grad vom Himmel. So ungewohnt es aus europäischer Sicht auch anmuten mag, dass Metal-Konzerte in den USA meist bestuhlt sind – bei den Temperaturen scheint es dem Großteil der circa 13.000 Anwesenden ganz recht zu sein, sich im überdachten Amphitheater entspannt hinsetzen zu können. So locker kann es Alice Cooper, der als Anheizer fungiert, natürlich nicht angehen lassen – ein Bein reißt er sich aber auch nicht aus, wie man konstatieren muss. Macht aber nichts, denn die routiniert durchgezogene Show bietet alles, was der Alice-Fan will: Schlange, Guillotine, Reitgerte und natürlich Klassiker wie ›School’s Out‹ oder ›Feed My Frankenstein‹.

Die Anheizerrolle ist damit bestens erfüllt, doch auf wen das Publikum wirklich wartet, macht der ohrenbetäubende Jubel klar, der losbricht, als Iron Maiden die Bühne entern. Hier wird wirklich nichts dem Zufall überlassen: Angefangen mit dem fetten Sound und der hervorragend geschnittenen Übertragung auf die gigantische Videoleinwand bis hin zur Lichtshow und dem Bühnendesign, das mehrmals im Laufe des Gigs wechselt und mit riesigen Statuen sowie natürlich Band-Maskottchen Eddie in mehreren Ausführungen beeindruckt.

Während einige andere Bands sich auf dieser Technik- und Show-Offensive ausruhen und nur noch das Pflichtprogramm absolvieren würden, geben Bruce, Steve und Co. alles. Und genau das macht das Besondere einer Maiden-Show aus: die Kombination aus enormem Produktionsaufwand und Musikern, die mit Herzblut bei der Sache sind. Ungeachtet der brütenden Hitze liefern Iron Maiden eine mitreißende, energiegeladene Show ab. Bruce Dickinson sollte mal nachdenken, ob er sich lieber in Kilometergeld bezahlen lässt, und auch die anderen Musiker gönnen sich keine Verschnaufpause, selbst wenn der Schweiß in Strömen fließt. Unfassbar, mit welch breitem Grinsen Nicko McBrain, schließlich mit 60 Jahren der Senior der Band, hinter seinen Drums tobt.

Das Publikum dankt es seinen Helden, indem es sie bedingungslos abfeiert. Frontmann Bruce hat die Menge fest im Griff: Als er bei ›Can I Play With Madness‹ fordert „Scream for me, Washington“, schreit jeder mit, bei ›Number Of The Beast‹ sind die Fäuste bis in die letzten Reihen in die Luft gereckt. Die sonst so patriotischen Amis können es dem Engländer nicht mal übelnehmen, als er Union Jack hervorholt oder ›Afraid To Shoot Strangers‹ mit einer deutlichen Anti-Kriegs-Rede einleitet. Bejubelt wird jeder Song, aber am textsichersten zeigt sich das Publikum bei den größten Bandhits wie ›Fear Of The Dark‹ oder ›2 Minutes To Midnight‹. Lange lassen sich Maiden nach Ende des regulären Sets nicht bitten, schon legen sie mit ›Aces High, ›The Evil That Men Do‹ und ›Running Free‹ nach – inklusive unterhaltsamer Musikervorstellung, falls jemand die Herren nicht kennen sollte… An diesem Thron wird so bald niemand wackeln. Großartig.

Ian Gillan & Tony Iommi

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ian-gillan-amp-tony-iommi-whocares-3245In Armenien ist eine Musikschule eingestürzt. Wen kratzt’s? Zwei der größten Rocklegenden aller Zeiten!

Mit Benefizaktionen hat Ian Gillan bislang nicht die besten Erfahrungen gemacht. „Man legt sich ins Zeug für einen guten Zweck und es fühlt sich toll an, weil es einfach so gut für die Seele ist, Menschen zu helfen. Zwei Jahre später erfährt man dann, dass nur fünf Prozent der Spenden diejenigen erreicht haben, für die sie bestimmt waren.“

Ähnliches passierte, als Gillan sich für die Musikschule im armenischen Gjumri stark machte, die vom großen Erdbeben 1988 zerstört wurde. Selbst der Eiserne Vorhang hielt ihn nicht davon ab, bei Rock Aid Armenia teilzunehmen. „Weiß Gott, wo das Geld hingeflossen ist. Gerüchteweise nach Antigua…“

Wie man es besser macht, will der Deep Purple-Frontmann mit Black Sabbath-Kollege Tony Iommi nun zeigen. Gerade erschien WHOCARES, ein Doppelalbum voller Raritäten, Live-Aufnahmen und Leckerbissen aus dem Fundus der beiden Legenden sowie zwei neuen Stücken. „Das war nicht leicht, denn es gibt einfach nichts Unveröffentlichtes mehr! Also mussten wir uns durch kistenweise Kassetten wühlen, um Material zu finden, das vielleicht nicht so leicht zu bekommen ist.“

Gut für die Schule in Armenien, der diesmal alle Erlöse zukommen sollen. „Der President und Premierminister sind diesmal an Bord und haben uns tatkräftig unterstützt. Wir wissen jetzt, wo jeder einzelne Penny hinfließt, und wenn da was faul ist, schicken sie die Armee!“

Auch an der Deep Purple-Front geht es voran: Im Juni und Juli nahm man in Nashville neue Musik auf, und 2013 „sind wir offenbar so beschäftigt wie nie zuvor!“

B.B. KING: Festhalle, Frankfurt

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b-b-king2Ein Thrill, der noch immer zündet.

Seit 2005 begibt sich das letzte Blues-Original jedes Jahr auf endgültige Abschiedstournee, um 12 Monate später sich dann doch zu revidieren. Schließlich gibt es für einen seit den späten vierziger Jahren auf Achse befindlichen Pionier nichts schlimmeres als Stillstand.

Bevor der 86 Jahre alte B.B. King mit seinem Oktett Klassiker wie ›Rock Me Baby‹ oder ›Key To The Highway‹ auspackt, wird das Publikum in der Frankfurter Festhalle auf eine große Geduldsprobe gestellt: Robert Randolph & The Family Band und Kenny Wayne Shepherd Band bestreiten etwas langatmig das Vorprogramm.

Als B.B. King schließlich von seiner Entourage auf die Bühne geführt wird, im Sessel Platz nimmt und sich seine Gitarrensonderanfertigung der Marke Gibson namens „Lucille“ umschnallt, zündet Magie unmittelbar: ›I Need You So‹ quengelt King unnachahmlich. Seinen Initialen B.B („Blues Boy“) erweist King in den rund 70 Minuten Spielzeit alle Ehre. Wirklich jeder Akkord, jedes Solo sitzt. Jahrzehntelange Routine paart sich charmant mit der Spontaneität des Augenblicks, wenn das Vorbild der British Blues Invasion in ›See That My Grave Is Kept Clean‹ sich um die Zeit nach dem Ableben Sorgen macht. ›The Thrill Is Gone‹ beklagt eine erloschene Liebe – doch in B.B. King brodelt es wie im Innern eines Vulkans kurz vor dem feurigen Ausbruch. Für die letzten 15 Minuten verstummt „Lucille“ – B.B. King kritzelt Autogramme, verteilt Gitarrenplektren und genießt die Verehrung, die er entgegenbracht bekommt. Hoffentlich steht der greise Blues-Veteran noch lange auf der Bühne.