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    Iron Maiden: Jiffy Lube Live, Washington

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    Iron Maiden: Jiffy Lube Live, Washington

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    IRON MAIDEN MALMÖ

    Begeisternde Machtdemonstration der NWOBHM-Pioniere..

    Die Hitzewelle hat Washington im Griff. Obwohl am Vorabend ein derart heftiges Unwetter tobte, dass ganze Stadtteile von der Stromversorgung abgeschnitten wurden, brät es heute wieder mit 40 Grad vom Himmel. So ungewohnt es aus europäischer Sicht auch anmuten mag, dass Metal-Konzerte in den USA meist bestuhlt sind – bei den Temperaturen scheint es dem Großteil der circa 13.000 Anwesenden ganz recht zu sein, sich im überdachten Amphitheater entspannt hinsetzen zu können. So locker kann es Alice Cooper, der als Anheizer fungiert, natürlich nicht angehen lassen – ein Bein reißt er sich aber auch nicht aus, wie man konstatieren muss. Macht aber nichts, denn die routiniert durchgezogene Show bietet alles, was der Alice-Fan will: Schlange, Guillotine, Reitgerte und natürlich Klassiker wie ›School’s Out‹ oder ›Feed My Frankenstein‹.

    Die Anheizerrolle ist damit bestens erfüllt, doch auf wen das Publikum wirklich wartet, macht der ohrenbetäubende Jubel klar, der losbricht, als Iron Maiden die Bühne entern. Hier wird wirklich nichts dem Zufall überlassen: Angefangen mit dem fetten Sound und der hervorragend geschnittenen Übertragung auf die gigantische Videoleinwand bis hin zur Lichtshow und dem Bühnendesign, das mehrmals im Laufe des Gigs wechselt und mit riesigen Statuen sowie natürlich Band-Maskottchen Eddie in mehreren Ausführungen beeindruckt.

    Während einige andere Bands sich auf dieser Technik- und Show-Offensive ausruhen und nur noch das Pflichtprogramm absolvieren würden, geben Bruce, Steve und Co. alles. Und genau das macht das Besondere einer Maiden-Show aus: die Kombination aus enormem Produktionsaufwand und Musikern, die mit Herzblut bei der Sache sind. Ungeachtet der brütenden Hitze liefern Iron Maiden eine mitreißende, energiegeladene Show ab. Bruce Dickinson sollte mal nachdenken, ob er sich lieber in Kilometergeld bezahlen lässt, und auch die anderen Musiker gönnen sich keine Verschnaufpause, selbst wenn der Schweiß in Strömen fließt. Unfassbar, mit welch breitem Grinsen Nicko McBrain, schließlich mit 60 Jahren der Senior der Band, hinter seinen Drums tobt.

    Das Publikum dankt es seinen Helden, indem es sie bedingungslos abfeiert. Frontmann Bruce hat die Menge fest im Griff: Als er bei ›Can I Play With Madness‹ fordert „Scream for me, Washington“, schreit jeder mit, bei ›Number Of The Beast‹ sind die Fäuste bis in die letzten Reihen in die Luft gereckt. Die sonst so patriotischen Amis können es dem Engländer nicht mal übelnehmen, als er Union Jack hervorholt oder ›Afraid To Shoot Strangers‹ mit einer deutlichen Anti-Kriegs-Rede einleitet. Bejubelt wird jeder Song, aber am textsichersten zeigt sich das Publikum bei den größten Bandhits wie ›Fear Of The Dark‹ oder ›2 Minutes To Midnight‹. Lange lassen sich Maiden nach Ende des regulären Sets nicht bitten, schon legen sie mit ›Aces High, ›The Evil That Men Do‹ und ›Running Free‹ nach – inklusive unterhaltsamer Musikervorstellung, falls jemand die Herren nicht kennen sollte… An diesem Thron wird so bald niemand wackeln. Großartig.

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