THE ANALOGUES wizpro.com The Analogues, die wohl beste Beatles-Tribute-Band überhaupt, gehen 2023 wieder auf große Tournee durch Deutschland und präsentieren ihr Live-Programm “Hello Goodbye: The Very Best Of The Studio Years.”
07.10. Frankfurt, Jahrhunderthalle 09.10. München, Circus Krone 10.10. Stuttgart, Liederhalle 12.10. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Hall 13.10. Hamburg, Barclays Arena 14.10. Berlin, Verti Music Hall
CHARLEY CROCKETT charleycrockett.com „The Man From Waco“ kommt mit seiner American Roots Music im Herbst auf Tour. Die Gelegenheit sollte man dringend nutzen, allzu oft nimmt der Künstler den weiten Weg von Texas nach Europa nämlich nicht auf sich!
15.09.2023 Hamburg, Mojo Club 17.09.2023 Frankfurt, Batschkapp 18.09.2023 Berlin, Metropol
DIRE STRAITS LEGACY wizpro.com Original-Dire-Straits-Mitglied Alan Clark zelebriert zusammen mit weiteren Dire-Straits-Wegbegleitern wie Phil Palmer, Mel Collins, Danny Cummings und Jack Sonni das Erbe seiner großartigen Band. Die Shows in Deutschland sind das Debüt der Truppe hierzulande!
DAVE HAUSE fkpscorpio.com Im Januar kommt Dave Hause auf große Deutschlandtour mit sechs akustischen Konzerten in Kulturkirchen und intimer Atmosphäre.
25.01.2024 Leipzig, UT Connewitz 26.01.2024 Berlin, Passionskirche 27.01.2024 Hamburg, Christianskirche 30.01.2024 Köln, Kulturkirche 09.02.2024 Oberhausen, Ebertbad 10.02.2024 München, St. Matthäuskirche
THE HEAVY fkpscorpio.com Langeweile? Gibt’s bei The Heavy garantiert nicht! Die Briten sind die perfekten Energielieferanten – mit ihrem fiebrigen Sound zwischen Funk, Rock, Soul, HipHop und Punk.
Am 28. Juni spielten Larkin Poe am Ulmer Zeltfestival. Unser Fotograf Frank Witzelmaier hat die zauberhafte Show der Künstlerinnen für euch festgehalten. Übrigens: Die begnadeten Roots-Rock-Schwestern Rebecca und Megan Lovell kommen im Herbst nochmal auf Clubtournee durch Deutschland an folgenden Terminen:
Am 14. Juli erscheint MAREK ARNOLD’S ARTROCK PROJECT, das neue Album von Marek Arnold und zahlreichen Kollegen, mit denen der Künstler kollaboriert. Schon zuvor gab es die am 26. Juni erschienene EP mit dem Titel STAY zu hören, welche die Reichenbach-Artrock-Festival Hymne ‘Stay’ in zwei Versionen enthält. Marek Arnold dazu: „Ich konnte für die Soli so geschätzte Kollege wie Kalle Wallner (RPWL), Marcella Arganese, Steve Unruh, Gary Chandler (Jadis), Stephan Pankow und Martin Schnella gewinnen. Für die komplette Albumversion haben wir auch einer KI (Künstliche Intelligenz) Vorgaben gemacht und ein Video kreieren lassen. Es ist aufregend, aber auch beängstigend zu sehen, wie spannend und kurzweilig die KI das schon gestalten kann.“
Das Album dann wird sich zwischen Artrock, Prog Metal und Canterbury bewegen und unter anderem mit einer 26-minütigen Progrock-Suite sowie zwei neu arrangierten Klassikern aus Arnolds bisheriger Karriere, eingespielt mit einer Vielzahl namhafter Gastmusiker, glänzen.
Unter Kollaborationspartnern befinden sich nicht nur weltberühmte Schlagzeuger wie Marco Minnemann (The Aristocrats, Steven Wilson), Craig Blundell (Pendragon, Steve Hackett), John Macaluso (Symphony X, Yngwie Malmsteen), Niklas Kahl (Lord Of The Lost) und Sebastian Lanser (Panzerballett), sondern unter anderem auch der amerikanische Ausnahme-Keyboarder Derek Sherinian (Dream Theater, Sons Of Apollo, Planet X, Black Country Communion) und sein Kollege Adam Holzman (Miles Davis, Steven Wilson, Michel Petrucciani), dazu die Gitarristen Kalle Wallner (RPWL), Gary Chandler (Jadis) und Luke Machin (The Tangent) sowie erstklassige Vokalisten á la Peter Jones (Camel), Arno Menses (Sieges Even, Subsignal), Manuel Schmid (Stern Combo Meissen) oder Larry B. (Toxic Smile).
Nach Ansicht der Autorin dieses Textes, sollten die Rival Sons die größte Rockband der 2000er Jahre sein. Die Band aus Long Beach hat alles, was eine Gruppe in den 70er Jahren noch unverzüglich auf den Olymp des Rock’n’Roll katapultiert hat: die Songs, das Talent, den Sound, die Persönlichkeiten, das Aussehen und mit Jay Buchanan einen Frontmann vom Format eines Plant oder Morrison, dessen unvergleichliche Stimme alles, aber wirklich alles und jeden, in Grund und Boden singt. Hinzu kommen die Studioalben, auf denen sich die Rival Sons ständig weiterentwickeln und inzwischen einen Sound gefunden haben, der jegliche „erinnert an“-Vergleiche obsolet werden lässt. Die Truppe klingt von Platte zu Platte anders und doch klar nach den Rival Sons. So auch auf ihrem neuen Album DARKFIGHTER, einem theatralischen Werk mit tiefschürfenden Texten und großartigen Strukturen, dessen Intensität einem wiederholt Gänsehaut über den Körper jagt. Im Interview plaudert ein gut aufgelegter Scott Holiday (alias Mr. Fuzzlord) über die Entstehung von DARKFIGHTER, das noch in diesem Jahr erscheinende, zugehörige zweite Album LIGHTBRINGER und die Position der Rival Sons in der zeitgenössischen Rockmusiklandschaft.
Was hat die Pandemie mit einer Live-Band wie den Rival Sons gemacht?
Wir waren am Ende des Albumzyklus von FERAL ROOTS und wollten noch eine Kampagne für die Single ›Shooting Stars‹ starten, doch die Pandemie hatte alles lahmgelegt. Wir mussten den Rest der Tour canceln, zuhause bleiben. Dann mussten wir eine weitere Tour absagen und das, wo wir nur durch das Touren überleben können. Also wurde uns schnell klar, dass wir uns sofort an die nächste Platte machen mussten. Auch das war schwierig, man durfte sich ja lange Zeit nicht mal im Studio treffen und das uns, einer Band, die eigentlich innerhalb von dreißig Tagen ein Album schreibt, einspielt, mischt und mastert. Der Prozess zu DARKFIGHTER zog sich diesmal über die ganze Pandemie. Wir schrieben, schickten Dateien herum, trafen uns eine Woche im Studio, gingen nachhause, schrieben weiter.
Wie hoch war dein Frustrations-Level zu dieser Zeit?
Als wir anfingen, Songs zu schreiben, hatte sich meine musikalische Frustration wieder gelegt. Doch menschlich gesehen sind in den letzten Jahren viele schlimme Dinge in meinem Land passiert, ein Tiefpunkt für Amerika, für die Welt. Ihr in Europa habt den Brexit überstanden, wir Donald Trump. Da denkt man sich schon: ‚Jesus Christus, wie soll das nur weitergehen?‘ George Floyd, die Pandemie, der Sturm aufs Capitol. Fuck! Wie in einem schlechten Film! (lacht) Die ganze verdammte Welt hatte den verdammten Verstand verloren! Aber am Ende muss man sagen: so etwas ist immerhin großartiges Futter für die Kunst. Sie reflektiert das Zeitgeschehen. Und irgendwo ist es unsere Aufgabe, die Menschen zum Nachdenken zu bringen und/oder sie in einen anderen Geisteszustand zu versetzen.
Denkst du, die zusätzliche Zeit war der Qualität von DARKFIGHTER zuträglich?
Ich denke schon, weil es sehr gesund sein kann, auch mal etwas auszuprobieren. Wir haben viele unserer Platten sehr schnell gemacht. Bei FERAL ROOTS haben wir uns etwas mehr Zeit genommen, mit DARKFIGHTER konnten wir viel nachdenken, vor allem über die Aussagen, die wir treffen wollten. Jay hatte einiges auf dem Herzen, das er loswerden wollte. Und ich konnte viele verschiedene Texturen beim Songwriting ausprobieren.
Meine Eindrücke beim Hören: DARKFIGHTER ist – auch textlich – ziemlich intensiv. Im Grundtenor düsterer, streckenweise recht schwer, im Gesamteindruck recht theatralisch.
Jays und meine Themen haben sich durch die schweren Zeiten sicherlich in etwas dunklere Gefilde bewegt. Trotzdem können wir es nicht ausstehen, wenn Kunst allzu vorhersehbar wird. Nach dem Motto: ‚Bitte Leute, sagt nicht das Wort „Pandemie“ in einem Song‘, weißt du! (lacht) Das wäre uns etwas zu klischeehaft, wobei die damit zusammenhängende Gefühle trotzdem durch das ganze Album schwingen. Wir wollten die Hörenden durch die Dunkelheit führen und das Licht am Ende des Tunnels aufzeigen. Die Uneinigkeit, die Streits und Kriege, die ganze Dunkelheit muss bekämpft werden. Deswegen der Titel. Wir als Menschheit müssen da gestärkt raus gehen!
Ist DARKFIGHTER eine Konzeptplatte?
Auch wenn wir nicht mit dieser Idee an die Platte herangegangen sind, ist DARKFIGHTER im Grunde recht konzeptuell angelegt, wie jedoch meiner Meinung nach viele unserer bisherigen Alben. Zumindest gibt es bei den meisten einen roten Faden und das hat sich in den letzten Jahren immer weiter verstärkt bis zu dem Punkt, wo DARKFIGHTER jetzt thematisch sehr stringent ist und dann ja auch noch mit dem zweiten Teil, LIGHTBRINGER, zusammengehört.
Wann hat sich herauskristallisiert, dass es zwei Alben werden?
Beim Songwriting vermischen Jay und ich meine Erdnussbutter und seine Schokolade zu schmackhaften Süßigkeiten. (lacht) Wir hatten dann eine Sammlung an guten Liedern, die wir so stark wie möglich zusammengekürzt hatten, immer im Hinblick darauf, wie viel Raum und Platz die Songs brauchen, um sich hörerfreundlich, aber mit der ganzen Botschaft entfalten zu können. Wenn eine Platte zu aufgebläht ist, können Konzept und Interesse schnell verloren gehen. Wir leben in einer Welt, in der die Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer wird. Schau dir doch an, was sich viele Leute heutzutage am liebsten geben: 30-Sekunden-Clips, kleine Snacks. Ich saß schon mit Menschen zusammen, die mir Musik zeigen wollten und mir nur kleine Schnipsel vorspielten. So etwas treibt mich in den Wahnsinn, ich konnte überhaupt nicht hören, wohin der Song überhaupt geht! Das im Hinterkopf behaltend: Wir hatten etwa eine Stunde und 15 Minuten an Musik und das ist sogar mir zu viel für ein Album. Doch unserer Ansicht nach waren darin alle Songs enthalten, die es braucht, um die Geschichte zu erzählen. Also machten wir zwei Stück daraus, die pro LP etwa 32 Minuten dauern. Genauso lange, wie die meisten meiner Lieblingsplatten aus den 70ern, ganz einfach, weil diese Zeitspanne genau auf Vinyl passt.
Was sind deine persönlichen Ansprüche an jede neue Platte?
Wir wollen uns musikalisch nicht wiederholen, also suche ich als Gitarrist nach neuen Sounds, die wir zuvor noch nie verwendet haben. Ich baue neue Gitarren, ich sammle neue Effekte, neue Gadgets. Das ist einer meiner Standards – es soll nach den Rival Sons klingen, aber doch ganz anders. Eigentlich muss ich mein Live-Set-Up nach fast jedem Album komplett erneuern.
Ich finde ja, du hast einen sehr hohen Wiedererkennungswert beim Spielen!
Vielen Dank, es ist sehr schön, so etwas zu hören! Wie gesagt, ich beschäftige mich sehr viel mit verschiedenen Sounds und so ist es für mich manchmal sogar echt schwierig, einige der alten Nummern live zu spielen, auch wenn wir die Lieder spielen müssen, weil sie die Leute hören wollen. Wir treten ja nicht für uns selbst auf, sondern für unsere Fans. Im Grunde möchte ich ein unterstützender Gitarrist sein, ich sehe Musik als Spiel von Texturen. Dazu gehören auch Solos, aber die Klanglandschaften – oder auch einfach mal Stille – stehen für mich im Vordergrund. Manchmal braucht es nur einen Ton, um etwas auszusagen. Weniger ist für mich meist mehr.
Textlich geht es oft um das Thema Identiät – hat das etwas mit eurer Lebensmitte zu tun?
Ich möchte jetzt definitiv nicht sagen, dass Jay eine Midlife-Crisis hat. (lacht)
Ich habe das Wort „Krise“ extra nicht verwendet, weil ich darauf gar nicht hinaus wollte!
Ich bin sehr stolz auf meinen Partner, wie er sich und seine Kunst weiterentwickelt. Schon als ich ihn zum ersten Mal getroffen habe, war er ein unfassbar guter Song- und Texteschreiber, auf DARKFIGHTER hat er nochmal ein neues Level erklommen. Mit seinen Lyrics zu ›Rapture‹ oder ›Darkside‹ hat er mich sofort berührt. Er trägt sein Herz auf der Zunge und darum geht es doch, wenn man ehrliche Kunst macht. Ich kann es gar nicht erwarten, diese Nummern endlich live zu spielen, ihm bei der Performance zuzusehen und die Reaktionen des Publikums zu erleben. Wir beide wissen, dass Jay auf der Bühne aufblüht, dass die Rival Sons die Songs live in andere Sphären heben. Das liegt nicht in unserer Hand, das hat mit den Fans zu tun. Erst da verstehen wir meistens, was wir erschaffen haben.
Was ist der größte Unterschied zwischen euch heute und den Sons zu PRESSURE AND TIME-Zeiten?
Wir sind erfahrener. Diese Erfahrung kann man nicht faken oder auf Abkürzungen erlangen, man muss sie machen. Wir lernen uns besser kennen, unseren Produzenten, unsere Fähigkeiten. Wir entwickeln uns, werden gefühlt alle paar Jahre zu anderen Menschen, da muss unsere Kunst mitgehen. Wir haben heute andere Distinktionsmerkmale als damals, sind selbstbewusster geworden. Unsere frühen Alben haben eine sehr komplexe Maschinerie eröffnet, von der wir damals noch gar nicht genau wussten, was sie alles mit sich bringt. Wir verstehen die Maschine namens Rival Sons heute viel besser als früher.
Ist in der Rockmusiklandschaft noch Raum für Wachstum für eine Band wie die Rival Sons?
Ich spiele Gitarre, um zu überleben – da ist von Grund auf eine gewisse Enttäuschung in meiner Persönlichkeitsstruktur angelegt! (lacht) Ich denke, wir können weiterwachsen, auch wenn die Ökonomie heute komisch funktioniert. Menschen werden nicht mehr berühmt, weil sie etwas gut können, sondern weil sie in einem Tik-Tok-Video lipsyncen. Manche Künstler wurden nur wegen eines TikToks bekannt, nicht wegen ihrer grandiosen Musik. Das wird uns wahrscheinlich nicht passieren. (lacht) Wir arbeiten uns eher von Tour zu Tour eine Autogröße nach oben. Von einem Van schrittweise zum Nightliner. So sind wir nun mal und so sind wir hierher gekommen. Wäre es schön, wenn wir mehr Erfolg hätten? Ja klar! Aber trotzdem glauben wir fest an das, was wir tun.
Happy Birthday Debbie Harry! Die Frontfrau von Blondie feiert heute ihr 78. Wiegenfest.
Mit der von ihr mitbegründeten New-Wave-Formation Blondie feierte Debbie Harry in den späten 70ern und frühen 80er viele Erfolge.
›Union City Blue‹ stammt aus EAT TO THE BEAT, dem vierten Album der Band. Textlich bezieht sich der Song auf Harrys Erfahrungen während des Drehs zum Film „Union City“ (1980), in dem sie die weibliche Hauptrolle spielt. Das Video wurde am Union Dry Dock in Weehawken, New Jersey gedreht.
Am 30. Juni 1977 erschien LOVE GUN von Kiss, mit dem ikonenhaften Coverartwork von Ken Kelly, bei Casablanca Records. Auf ihrem sechsten Studioalbum sangen erstmals alle vier Mitglieder. Es war die letzte Platte, auf der das Original-Line-up auf jedem Stück zu hören war. Auf ALIVE II war Frehley bei den meisten Studiotracks abwesend, Criss spielte bei DYNASTY nur auf einem Lied.
Auf LOVE GUN klangen sie immer noch tight. Das Titelstück ist der ultimative Ausdruck von Stanleys übersexualisierter Persönlichkeit und ein Klassiker der Band. Auf ›Shock Me‹ sang Frehley erstmals Lead und klang mühelos cool – oder vielleicht einfach nur besoffen. Criss kredenzt uns auf ›Hooligan‹ den Zweizeiler: „I‘m a hooligan/won’t go to school again…“
Sweet waren die glänzenden Posterboys, die Anfang der 70er jeder Teenie als Bravo-Starschnitt bei sich im Kinderzimmer hängen hatte. Sie waren extravagant, charmant und spielten Songs, die sofort ins Ohr gingen und sich binnen kürzester Zeit zu Hits mauserten. Doch dieses omnipräsente Bild skizziert nur einen kleinen Teil des Charakters der Briten. Denn im Grunde waren Sweet drei Bands in einer: eine Pop-Gruppe, eine Glam-Band und eine Hardrock-Kombo. In einem Tiefengespräch befragten wir Andy Scott, letztes lebendes Mitglied des klassischen Line-Ups, nach der ambivalenten Historie einer Band, die sich verzerrt in das kollektive Gedächtnis der Musikgeschichte eingebrannt hat.
Der Debütnachfolger kratzt musikalisch gesehen schon fast am Heavy Rock, die schneidenden Triple-Gesangsharmonien von Connolly, Scott und Priest entwickelten hier jene einzigartige Qualität, für die die Band auch heute noch bekannt ist. Während der Albumproduktion erlitt Brian Connolly bei einer Prügelattacke eine schwere Verletzung am Kehlkopf, weswegen auf Songs wie ›No You Don’t‹ Steve Priest und Andy Scott am Leadgesang aushelfen mussten. Seine Stimme wurde bei diesem Vorfall nachhaltig geschädigt und konnte nie wieder richtig an die vorhergehenden Leistungen anknüpfen. Sechs Monate später veröffentlichten Sweet ihren dritten Longplayer DESOLATION BOULEVARD, auf dem sie sich ebenfalls für den Großteil des Songwritings selbst verantwortlich zeigten. Der Hit ›Fox On The Run‹ war auf DESOLATION BOULEVARD zu finden und wurde 1975 mit einem Hauch mehr Pop-Appeal nochmal neu aufgenommen. In der aktualisierten Version konnte der Track schließlich die Charts stürmen und mauserte sich so zu ersten selbstgeschriebenen Single der Band. Und dann auch noch als eine, die in Deutschland, Südafrika, Dänemark und Australien auf Platz eins schoss, in zahlreichen Ländern die Nummer zwei belegte und es in den USA immerhin auf die fünf schaffte. (Kleiner fun fact nebenbei: Noch im Erscheinungsjahr nahmen sich die Scorpions unter dem Deckmantel The Hunters den Song vor und machten die deutsche Version ›Fuchs, geh‘ voran‹ daraus.) Beflügelt von diesem Erfolg trennten sich Sweet schließlich endgültig von ihren Songwriting-Partnern Nicky Chinn und Mike Chapman. Nach der Veröffentlichung von ›Action‹ (1975) flogen sie nach Deutschland, um zusammen mit Toningenieur Reinhold Mack in den Musicland Studios in München am nächsten Album zu arbeiten.1976, nach einer weiteren Single mit dem Titel ›Lies In Your Eyes‹, wurde GIVE US A WINK schließlich veröffentlicht und präsentierte sich als waschechtes Hard-Rock-Werk einer ernstzunehmenden Band, ganz ohne Chinnichap-Pop und Firlefanz. Ab 1976 ließ der Hype um die britischen Exportschlager dann vorerst nach. Mit dem folgenden OFF THE RECORD konnten Sweet 1977 noch bei ihren treuen Fans in Deutschland und Österreich landen, davon abgesehen jedoch nicht an die vorhergehenden Erfolge anknüpfen. Jegliche Tourvorhaben für dieses Jahr wurden abgesagt. Als letztes Aufbäumen des klassischen Line-Ups kann LEVEL HEADED beschrieben werden, ihre eher experimentelle Platte aus dem Jahr 1978, die Hardrock und AOR mit Klassik, Disco, Folk und Soul zu verweben versuchte. Vor allem mit der Single ›Love Is Like Oxygen‹ gelang es der Truppe, nochmal einiges an Staub aufwirbeln und in den Staaten, im UK, in Neuseeland, der Schweiz, in Belgien, Kanada, Australien und Deutschland in den Top 10 zu landen. Zu dieser Zeit erhielt das Bandgefüge mehr und mehr tiefe Risse. Vor allem Brian Connolly, kurz zuvor noch lachender Parade-Popstar mit Blondschopf, wurde zum Problem. Sein exzessiver Alkoholkonsum wirkte sich zunehmend negativ auf seine Live-Performance aus. An manchen Abenden war er so zugedröhnt, dass er auf der Bühne zusammenbrach und Andy Scott und Steve Priest sich den Leadgesang untereinander aufteilen mussten, um die Show vollenden zu können.
Einfach erstmal den Namen ausblenden und anhören: Americana, Southern Rock, countryeske Balladen, eine klare Frauenstimme mit leichten Schlenkern im Geradeauslaufen. Vertraute Stimmen im Background. Authentisch, frisch, mit Aufbruchsstimmung und Country-Pedal-Steel-Gitarre. Oberflächlich gesehen eine typische US Südstaatenproduktion, die aber irgendwas Besonderes, Tiefergehendes hat. Hoppla! Countrylegende Lucinda Williams ist nach drei für sie schweren Jahren ein saustarkes, pures, handwerklich gutes Rockalbum gelungen. Bewegend, wenn man auf das Geschehene zurückblickt. Anfang 2020 beschädigte ein Tornado ihr Haus in Nashville, gleich danach brachte der Covid-Lockdown die Welt zum Stillstand. Im November desselben Jahres erlitt sie einen Schlaganfall, der zu einer halbseitigen Lähmung führte. Sie musste mühevoll wieder laufen lernen, eine Gitarre würde sie nie wieder spielen können. Doch die 70 Jahre alte Grande Dame, die im April ihre Memoiren veröffentlicht hat, klingt auf dieser Platte wie neugeboren. Die leicht sleazy Stimme ist ein stilbildendes Merkmal. Und ein paar „little friends“ haben mitgeholfen, darunter Bruce Springsteen und seine Frau Patti Scialfa als Backgroundchor. Grandios! Anspieltipps: ›New York Comeback‹ und der Stones-lastige Opener ›Let’s Get The Band Back Together‹.
8 von 10 Punkten
Lucinda Williams STORIES FROM A ROCK N ROLL HEART HIGHWAY 20/THIRTY TIGERS/MEMBRAN