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Flashback: LOVE GUN von Kiss erscheint

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Am 30. Juni 1977 erschien LOVE GUN von Kiss, mit dem ikonenhaften Coverartwork von Ken Kelly, bei Casablanca Records. Auf ihrem sechsten Studioalbum sangen erstmals alle vier Mitglieder. Es war die letzte Platte, auf der das Original-Line-up auf jedem Stück zu hören war. Auf ALIVE II war Frehley bei den meisten Studiotracks abwesend, Criss spielte bei DYNASTY nur auf einem Lied.

Auf LOVE GUN klangen sie immer noch tight. Das Titelstück ist der ultimative Ausdruck von Stanleys übersexualisierter Persönlichkeit und ein Klassiker der Band. Auf ›Shock Me‹ sang Frehley erstmals Lead und klang mühelos cool – oder vielleicht einfach nur besoffen. Criss kredenzt uns auf ›Hooligan‹ den Zweizeiler: „I‘m a hooligan/won’t go to school again…“

Sweet: Die Band mit den drei Gesichtern

Sweet waren die glänzenden Posterboys, die Anfang der 70er jeder Teenie als Bravo-Starschnitt bei sich im Kinderzimmer hängen hatte. Sie waren extravagant, charmant und spielten Songs, die sofort ins Ohr gingen und sich binnen kürzester Zeit zu Hits mauserten. Doch dieses omnipräsente Bild skizziert nur einen kleinen Teil des Charakters der Briten. Denn im Grunde waren Sweet drei Bands in einer: eine Pop-Gruppe, eine Glam-Band und eine Hardrock-Kombo. In einem Tiefengespräch befragten wir Andy Scott, letztes lebendes Mitglied des klassischen Line-Ups, nach der ambivalenten Historie einer Band, die sich verzerrt in das kollektive Gedächtnis der Musikgeschichte eingebrannt hat.

Der Debütnachfolger kratzt musikalisch gesehen schon fast am Heavy Rock, die schneidenden Triple-Gesangsharmonien von Connolly, Scott und Priest entwickelten hier jene einzigartige Qualität, für die die Band auch heute noch bekannt ist. Während der Albumproduktion erlitt Brian Connolly bei einer Prügelattacke eine schwere Verletzung am Kehlkopf, weswegen auf Songs wie ›No You Don’t‹ Steve Priest und Andy Scott am Leadgesang aushelfen mussten. Seine Stimme wurde bei diesem Vorfall nachhaltig geschädigt und konnte nie wieder richtig an die vorhergehenden Leistungen anknüpfen. Sechs Monate später veröffentlichten Sweet ihren dritten Longplayer DESOLATION BOULEVARD, auf dem sie sich ebenfalls für den Großteil des Songwritings selbst verantwortlich zeigten. Der Hit ›Fox On The Run‹ war auf DESOLATION BOULEVARD zu finden und wurde 1975 mit einem Hauch mehr Pop-Appeal nochmal neu aufgenommen. In der aktualisierten Version konnte der Track schließlich die Charts stürmen und mauserte sich so zu ersten selbstgeschriebenen Single der Band. Und dann auch noch als eine, die in Deutschland, Südafrika, Dänemark und Australien auf Platz eins schoss, in zahlreichen Ländern die Nummer zwei belegte und es in den USA immerhin auf die fünf schaffte. (Kleiner fun fact nebenbei: Noch im Erscheinungsjahr nahmen sich die Scorpions unter dem Deckmantel The Hunters den Song vor und machten die deutsche Version ›Fuchs, geh‘ voran‹ daraus.) Beflügelt von diesem Erfolg trennten sich Sweet schließlich endgültig von ihren Songwriting-Partnern Nicky Chinn und Mike Chapman. Nach der Veröffentlichung von ›Action‹ (1975) flogen sie nach Deutschland, um zusammen mit Toningenieur Reinhold Mack in den Musicland Studios in München am nächsten Album zu arbeiten.1976, nach einer weiteren Single mit dem Titel ›Lies In Your Eyes‹, wurde GIVE US A WINK schließlich veröffentlicht und präsentierte sich als waschechtes Hard-Rock-Werk einer ernstzunehmenden Band, ganz ohne Chinnichap-Pop und Firlefanz. Ab 1976 ließ der Hype um die britischen Exportschlager dann vorerst nach. Mit dem folgenden OFF THE RECORD konnten Sweet 1977 noch bei ihren treuen Fans in Deutschland und Österreich landen, davon abgesehen jedoch nicht an die vorhergehenden Erfolge anknüpfen. Jegliche Tourvorhaben für dieses Jahr wurden abgesagt. Als letztes Aufbäumen des klassischen Line-Ups kann LEVEL HEADED beschrieben werden, ihre eher experimentelle Platte aus dem Jahr 1978, die Hardrock und AOR mit Klassik, Disco, Folk und Soul zu verweben versuchte. Vor allem mit der Single ›Love Is Like Oxygen‹ gelang es der Truppe, nochmal einiges an Staub aufwirbeln und in den Staaten, im UK, in Neuseeland, der Schweiz, in Belgien, Kanada, Australien und Deutschland in den Top 10 zu landen. Zu dieser Zeit erhielt das Bandgefüge mehr und mehr tiefe Risse. Vor allem Brian Connolly, kurz zuvor noch lachender Parade-Popstar mit Blondschopf, wurde zum Problem. Sein exzessiver Alkoholkonsum wirkte sich zunehmend negativ auf seine Live-Performance aus. An manchen Abenden war er so zugedröhnt, dass er auf der Bühne zusammenbrach und Andy Scott und Steve Priest sich den Leadgesang untereinander aufteilen mussten, um die Show vollenden zu können.

Lucinda Williams: STORIES FROM A ROCK N ROLL HEART

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Rocken im Studio statt Trübsinn in der Reha

Einfach erstmal den Namen ausblenden und anhören: Americana, Southern Rock, countryeske Balladen, eine klare Frauenstimme mit leichten Schlenkern im Geradeauslaufen. Vertraute Stimmen im Background. Authentisch, frisch, mit Aufbruchsstimmung und Country-Pedal-Steel-Gitarre. Oberflächlich gesehen eine typische US Südstaatenproduktion, die aber irgendwas Besonderes, Tiefergehendes hat. Hoppla! Countrylegende Lucinda Williams ist nach drei für sie schweren Jahren ein saustarkes, pures, handwerklich gutes Rockalbum gelungen. Bewegend, wenn man auf das Geschehene zurückblickt. Anfang 2020 beschädigte ein Tornado ihr Haus in Nashville, gleich danach brachte der Covid-Lockdown die Welt zum Stillstand. Im November desselben Jahres erlitt sie einen Schlaganfall, der zu einer halbseitigen Lähmung führte. Sie musste mühevoll wieder laufen lernen, eine Gitarre würde sie nie wieder spielen können. Doch die 70 Jahre alte Grande Dame, die im April ihre Memoiren veröffentlicht hat, klingt auf dieser Platte wie neugeboren. Die leicht sleazy Stimme ist ein stilbildendes Merkmal. Und ein paar „little friends“ haben mitgeholfen, darunter Bruce Springsteen und seine Frau Patti Scialfa als Backgroundchor. Grandios! Anspieltipps: ›New York Comeback‹ und der Stones-lastige Opener ›Let’s Get The Band Back Together‹.

8 von 10 Punkten

Lucinda Williams
STORIES FROM A ROCK N ROLL HEART
HIGHWAY 20/THIRTY TIGERS/MEMBRAN

38 Special: LIVE AT ROCKPALAST 1981

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Rarer Auftritt der Südstaaten-Rocker in Deutschland

Blues, Rock, Country und Folk sind die stilistischen Zutaten von Southern Rock, der in den 70ern und 80ern besonders in den USA eine große Rolle spielte. The Allman Brothers und Lynyrd Skynyrd machten, schon in den 60ern, den Anfang. Bands wie Molly Hatchet, ZZ Top, The Outlaws, Blackfoot, Black Oak Arkansas und 38 Special gründeten sich in den Folgejahren, beherrschten die Charts und ihre Alben erreichten Gold- und Platin-Status. Donnie Van Zant, der Bruder von Ronnie und Johnny (Lynyrd Skynyrd) gründete 38 Special 1975 zusammen mit den Gitarristen Jeff Carlisi und Don Barnes, dem Bassisten Ken Lyons sowie den Schlagzeugern Jack Grondin und Steve Brookins in Jacksonville, Florida. Am 29. August 1981 spielten die Südstaatenrocker auf der Loreley zusammen mit den Outlaws, Nine Below Zero und Thin Lizzy im Rahmen von „Rockpalast“. Der Konzertmitschnitt LIVE AT ROCKPALAST 1981 auf CD und DVD ist ein recht einzigartiges Zeitdokument, denn 38 Special spielten laut Setlist.fm insgesamt nur vier Mal in Deutschland. Selig, wer dabei war und sich noch erinnern kann. Ein kompaktes Rock-Set aus elf Tracks ist auf den beiden Tonträgern zu hören und zu sehen – in bester Ton- und Bildqualität. Damals wahrscheinlich ohne böse Hintergedanken von einigen Südstaaten-Flaggen im Publikum begrüßt, legten Zant & Co. ordentlich los: ›Turn It On‹ und ›First Time Around‹ brachten die Menge sichtlich auf Temperatur. Weitere Highlights: die Instrumental-nummer ›Robin Hood‹ mit dem anschließenden ›Wild Eyed Southern Boys‹ sowie das furiose Ende mit ›I Been A Mover‹ und ›Fortunate Son‹. (Holger Spille)

7 von 10 Punkten

38 Special
LIVE AT ROCKPALAST 1981
M.I.G./INDIGO

Hollywood Vampires: So sah es bei ihrer Show in Hamburg aus

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Am 27. Juni spielten die Hollywood Vampires im Stadtpark in Hamburg. Unser Fotograf Frank C. Dünnhaupt war vor Ort und hat die Show von Joe Perry, Alice Cooper, Johnny Depp und Co. für euch festgehalten.

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Greta Van Fleet: Neue Single ›The Falling Sky‹

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Am 21. Juli erscheint das neue Album von Greta Van Fleet mit dem Titel STARCATCHER. Als inzwischen vierte Single haben die Durchstarter aus Frankenmuth, Michigan gestern Nacht ihren neuen Song ›The Falling Sky‹ inklusive Video veröffenlicht.

Nach einem neuen Gesetzesentwurf in seiner Wahlheimat Tennessee, der die Rechte der LGBTQIA+-Gemeinschaft einschränken soll, solidarisierte sich Sänger Josh Kiszka jüngst in einem langen Post auf Social Media mit der Community und bekundete offen, bereits seit acht Jahren in einer liebevollen, gleichgeschlechtlichen Beziehung zu leben.

Paul Rodgers: Neues Album MIDNIGHT ROSE

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Paul Rodgers hat ein neues Album mit dem Titel MIDNIGHT ROSE angekündigt. Das Solowerk des Sängers (Free, Bad Company) ist die erste Platte mit neuem Material seit ELECTRIC aus dem Jahr 1999. Als erste Single hat der Künstler vor kurzem den Song ›Living It Up‹ veröffentlicht.

MIDNIGHT ROSE erscheint am 22. September. Produziert wurde es von Bob Rock und Cynthia Rodgers, Pauls Lebenspartnerin. Rodgers dazu selbst: „Mein neues Album erwuchs aus zahlreichen Ideen-Funken, die ich hatte. Aus diesen Funken erwuchs ein loderndes Feuer, als die Band und alle Involvierten absolute Bestleistung einbrachten. Ich denke, das ist mein bisher bestes Album. Ich mag es wirklich. Ich hoffe, ihr auch!“

Billy F. Gibbons: So sah es bei seiner Show in Winterbach aus

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Billy F. Gibbons kündigte das „Revival“ von The BFGs, seiner Livewire-Soloband, an, die im Sommer 2023 auch hierzulande in Hamburg, Frankfurt, Nürnberg, Leipzig, Köln und Winterbach auftrat. Das Trio, angeführt von Billy F. Gibbons an Gitarre und Gesang, machte am 25.06. in Winterbach Halt, um eine neunzigminütige Show zu spielen. Unser Fotograf Frank Witzelmaier war vor Ort und hat das Konzert für euch festgehalten.

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