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Video der Woche: AC/DC ›Highway To Hell‹

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Heute wollen wir einer Legende Tribut zollen: Bon Scott von AC/DC hätte heute seinen 77. Geburtstag gefeiert. Dazu erheben wir unser Glas und widmen ihm das Video der Woche.

›Highway To Hell‹ ist wohl eines der bekanntesten Stücke der australischen Rock-Größen AC/DC. Der Text, der aus Bon Scotts Feder stammt, wurde vom Leben auf Tour inspiriert, einer Abfolge von unendlich langen Busfahrten zwischen den Venues, bei denen man nichts tun konnte als warten, Karten spielen und trinken.

Veröffentlicht wurde der Song auf dem gleichnamigen Album vom Juli 1979. Nicht einmal ein Jahr später sollte Bons Text traurige Wahrheit werden, als er nach einer durchzechten Nacht im Februar 1980 in London auf der Rückbank eines Autos starb und somit seinem Highway To Hell zum Opfer fiel…

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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PJ Harvey: I INSIDE THE OLD YEAR DYING

„Ihre Zehnte ist das Gegenteil zu diesen Vorgängern. Nach langer Pause ist Polly Jeans Rückkehr eine introspektive, intime, minimalistisch-sphärische Platte der Stille und der Nuancen. Eine in sich geschlossene Klangwelt der Andeutung und der Poesie…“

Hier geht’s zur Review…

The Dust Coda: LOCO PARADISE

„Gleich das zweite Stück ›Fairweather Love‹ hat einen The-Who-›Pinball Wizzard‹-Touch mit Akustikgitarren-Part. Im weiteren Verlauf wird es gern mal etwas ruhiger, aber intensiv gegroovt wird trotzdem. Auch ein countryeskes Intro ist erlaubt. ›Rock’n’Roll Paradise‹ tönt dann wieder richtig schön hardrockig.“

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A Life Divided: DOWN THE SPIRAL OF A SOUL

„Gleich das breitwandig, dabei erstaunlich vielseitig eröffnende ›Last Man Standing‹ zeigt, wo man hinwill: auf die großen Bühnen. Dort stand man bereits als Support von Acts wie Oomph!, Apocalyptica oder Mono Inc., dürfte mittlerweile aber durchaus willens sein, die in diesem Rahmen besuchten Venues bald auch auf eigene Rechnung zu bespielen.“

Titelstory: The Beatles – „Die beste Band aller Zeiten“

Mit Superlativen ist es ja so eine Sache, doch dieses Zitat stammt von Lemmy Kilmister. Und wer sind wir, an seinem Urteil zu zweifeln? Über 60 Jahre nach dem Urknall der Beatlemania ergibt es jedenfalls Sinn, auf das Phänomen The Beatles ein wenig genauer zurückzublicken. Denn in einem Punkt gibt es keine zwei Meinungen: Sie waren die wichtigste Band der Rockgeschichte. Der Ausgangspunkt für alles, was wir lieben.

Lemmy Kilmister war ein weiser Mann. In der nach ihm benannten Filmbiografie von Wes Orshoski und Greg Olliver, lässt die Rock’n’Roll-Ikone mit dem Doppelfibrom einen denkwürdigen Satz fallen: „Die Beatles waren die beste Band aller Zeiten.“ Eine Erkenntnis, zu der er gelang, nachdem er extra nach Liverpool getrampt war, um die damals brandheiße Band im „Cavern Club“ zu hören. Die Mädels aus seinem Heimatkaff hatten ihm den Tipp dazu gegeben, denn die standen plötzlich nicht mehr auf Billy Fury, einen der zahlreichen britischen Elvis-Klone, sondern eben auf The Beatles. Jung-Lemmy war schwer beeindruckt.

Nun mögen Motörhead und die Fab Four auf den ersten Blick nicht allzu viele Gemeinsamkeiten besitzen, doch dieser erste Blick täuscht gewaltig. Denn die Pioniertat der Beatles bestand ja nun mal nicht darin, Rock’n’Roll zu spielen, das hatten bereits andere vor ihnen getan. Neu war allerdings, dass sie eben nicht Johnny Moondog & The Liverpool Three hießen, wie das um 1960 noch üblich war: Ein Star in der Band, in der Regel der Sänger, ergänzt um relativ austauschbare Begleitmusiker, die sich brav im Hintergrund zu halten hatten. Wobei der Frontmann natürlich auch optisch herausstach, er trug die schicksten Klamotten, während sich der Glamourfaktor der restlichen Band bestenfalls in synchronen Tanzschritten erschöpfte. Meist plärrte dazu ein Saxophon.

Die Beatles im „Cavern Club“ waren anders. Vier Typen in Lederjacken, zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug. Kein Saxophon, kein Frontmann im Glitzerfummel – und keine albernen Tanzschrittchen. Das war nicht Elvis, der King, mit seinem Hofstaat, sondern offensichtlich eine recht demokratische Versammlung vier gleichberechtigter Musiker. Zumindest in der Außenansicht. Was gut in eine Zeit passte, in der Englands Jugend nach Emanzipation von überkommenen Traditionen trachtete und die seit Jahrhunderten festgefügte Klassengesellschaft ins Wanken brachte. Noch schwerer wog allerdings ein anderer Aspekt: Popmusiker waren bislang fast ausnahmslos vor allem eines – Interpreten. Die Musik schrieben und betexteten professionelle Songwriterteams, bisweilen wie am Fließband. Und der Produzent wählte das Lied aus, das sein Schützling zu singen hatte, weil es seiner Ansicht nach am besten zu dessen Image passte, die größten kommerziellen Chancen versprach oder weil er dem Komponisten noch einen Gefallen schuldete.

Ebenfalls ein beliebter Deal: Produzenten, womöglich bar aller kompositorischen Fähigkeiten, ließen sich im Gegenzug als Co-Autoren eintragen, um später Tantiemen zu kassieren. Mitspracherecht für Musiker? Aber nicht doch! Das Pop-Business des Jahres 1960 war nicht allzu weit von dem entfernt, was uns heute dank Casting-Shows und inszenierter Superstars geboten wird: singende und tanzende Marionetten, die schön aussehen sollten, ansonsten aber bitte die Klappe halten mögen – denn für Songauswahl und Stil, für Produktion, Imageberatung und Bühnenoutf it sind andere zuständig. Profis.

Chuck Berry, Little Richard und Buddy Holly, allesamt profunde Songwriter und frühe Idole der Beatles, waren im damaligen System die Ausnahme, nicht die Regel, und noch dazu: Amerikaner. Typen, die Lieder schreiben, Gitarre spielen und dazu singen, folgten jenseits des Atlantiks einer alten Blues/ Country-Tradition, die es in England so nicht gab. Britische Folklore war vom Rock’n’Roll deutlich weiter entfernt.

Auch in kreativer Hinsicht pflegten The Beatles einen völlig anderen Ansatz. Sie entschieden selbst, welche Stücke sie coverten. Und, noch wesentlich wichtiger: Sie schrieben eigene Songs, anfangs zaghaft, später dann sowohl qualitativ als auch quantitativ auf höchstem Niveau. Die Geschichte der Rockband, so wie man sie heute kennt, beginnt also genau hier. Die Beatles haben es vorgelebt, alle anderen folgten. Irgendwann auch Lemmy und Motörhead.

In der Rockgeschichtsschreibung wird gerne der Do-It-Yourself-Aspekt der Punk-Bewegung Mitte der 70er glorifiziert, als junge Musiker merkten, dass man eben nicht zwangsläufig auf die spielerischen Fähigkeiten Pink Floyds zurückgreifen muss, sondern drei Akkorde völlig ausreichen, um die Welt aus den Angeln zu heben. Alles korrekt. Nur eben eine fast identische Kopie jener Vorkommnisse, die bereits 15 Jahre zuvor die Popkultur revolutioniert hatten. Gerade die frühen Songs der Beatles, landläufig ihrer „naiven Phase“ zugerechnet, ließen eine ganze Generation von Wanderklampfenbesitzern erkennen, dass Pop- Songwriting offenbar doch keine Geheimwissenschaft ist. Und dass man mit Selbstgestricktem sogar Erfolg haben, die Welt bereisen, viel Geld verdienen kann. Nicht zu vergessen: Wer in einer coolen Band spielt, hat glänzende Aussichten auf amouröse Abenteuer.

Für junge Männer Ende zehn, Anfang zwanzig gemeinhin Motivation genug. Fakt ist: Der Verkauf von Schlagzeugen, elektrischen Gitarren und Bässen erlebte um 1964, den Beatles sei Dank, einen ganz unglaublichen Boom, egal ob in großen Städten oder kleinen Dörfern: Überall lärmten Beatbands, die nach oben wollten. Und zwar weltweit, wobei die jeweiligen Medien nie müde wurden, vollmundig die „deutschen“, die „dänischen“ oder auch „amerikanischen Beatles“ auszurufen. Denn die Fab Four waren das Maß aller Dinge. Selbst im fernen Uruguay, einem popkulturell gemeinhin unauffälligen Land, formierte sich mit den „Los Shakers“ Montevideos Antwort auf das Liverpooler Quartett. Rio de la Plata? Mersey River? Ganz egal!

Besonders erfreulich: Auch jenseits des eisernen Vorhangs, in Zeiten des Kalten Krieges bekanntlich ein Bollwerk der Trennung, und zwar in jeder Hinsicht, hörten junge Völker die Signale. Auch in Berlin-Ost, Leipzig, Prag und Warschau formierten sich „Gitarrengruppen“, von der Staatsmacht abwechselnd geduldet, beargwöhnt, behindert und verboten. Doch der Traum, mit dem verqualmten Bandbus durch die Gegend zu fahren, das Publikum ordentlich zu rocken und danach Freundschaft mit der örtlichen Damenwelt zu schließen, war eben universell und ist es noch heute.

Dass dieser Traum Realität werden konnte, hatte nicht Elvis vorgelebt. Der gehörte schon recht schnell zum Showbiz-Establishment, war sogar dem Ruf Hollywoods gefolgt. Ein Unnahbarer, der seine Musik von professionellen Songwritern bezog. Nein, dass Zehntausende junge Männer (um die handelte es sich vornehmlich) lieber den Wechsel von C auf F7 und wieder zurück auf C übten, um ›A Hard Day’s Night‹ nachspielen zu können, anstatt „was Ordentliches“ zu lernen, dass sie sich die Haare unerhörterweise über den Hemdkragen wachsen ließen und spitze Chelsea-Boots mit „Cuban High Heel“ trugen (acht Zentimeter Absatz galten als angemessen), dass sie ihr Geld lieber in eine sündteure Gretsch „Country Gentleman“ mit Koffer und einen Vox AC 30, statt in den Bausparvertrag investierten, all diese Flausen hatten ihnen die Beatles in den Kopf gesetzt.

The Dust Coda: LOCO PARADISE

Chris Cornell lässt grüßen

„The road to hell is wide open …“: The Dust Coda legen gleich mit dem Opener richtig zackig los. Das geht beinahe in Richtung australischer Schweinerock. Ist aber doch nicht ganz repräsentativ für das komplette Album, denn danach wird es wesentlich variantenreicher. Gleich das zweite Stück ›Fairweather Love‹ hat einen The-Who-›Pinball Wizzard‹-Touch mit Akustikgitarren-Part. Im weiteren Verlauf wird es gern mal etwas ruhiger, aber intensiv gegroovt wird trotzdem. Auch ein countryeskes Intro ist erlaubt. ›Rock’n’Roll Paradise‹ tönt dann wieder richtig schön hardrockig. Neben den abwechslungsreichen Arrangements sticht Sänger und Gitarrist John Drake hervor. Sein kraftvolles Timbre lässt sich durchaus mit dem des seligen Chris Cornell vergleichen (›On Fire‹ geht richtig groß auf, im Stil von Soundgardens ›Rusty Cage‹). Drakes Stimme hat allerdings auch einen gewissen Maroon-5-Vibe, wenngleich weniger affektiert als bei Adam Levine. Den Londonern gelingt mit LOCO PARADISE jedenfalls eine kraftvolle Scheibe zwischen Alternative- und Hardrock, auf der durchaus die Post beziehungsweise der Post-Grunge abgeht.

7 von 10 Punkten

The Dust Coda
LOCO PARADISE
EARACHE/EDEL

A Life Divided: DOWN THE SPIRAL OF A SOUL

Cleverer Mix aus Metal und Emotionen

Mit ihrer effektiven Melange aus epischem Düsterrock, knackigen Neue-Deutsche-Härte-Anklängen, 1980er-Synthpop-Einflüssen und alternativem Metal haben sich die Münchner in den 20 Jahren seit ihrer Gründung eine stattliche Anzahl von Fans erspielt. Die dürften mit Album Nummer sieben rundum zufrieden sein und bestimmt auch noch einiges an Zuwachs erleben. Gleich das breitwandig, dabei erstaunlich vielseitig eröffnende ›Last Man Standing‹ zeigt, wo man hinwill: auf die großen Bühnen. Dort stand man bereits als Support von Acts wie Oomph!, Apocalyptica oder Mono Inc., dürfte mittlerweile aber durchaus willens sein, die in diesem Rahmen besuchten Venues bald auch auf eigene Rechnung zu bespielen. Ob und wann es dazu kommt, wird sich zeigen. Den passenden Sound und das Song-Material für einen solchen Schritt hätten A Life Divided aber allemal. Das hymnische ›Best Time‹ und der melancholische Titeltrack etwa zeugen von kompositorischer Reife, ohne dass dabei die nötige Aggression und Spontaneität abhandenkämen. Und mit ihrer clever-druckvollen Neuinterpretation des Eighties-Charttoppers ›Send Me An Angel‹ von Real Life haben die vier zudem einen Hit-Kandidaten mit Airplay-Potenzial im Programm.

7 von 10 Punkten

A Life Divided
DOWN THE SPIRAL OF A SOUL
AFM/SOULFOOD

PJ Harvey: I INSIDE THE OLD YEAR DYING

Comeback einer großen Dame in körniger Zeitlupe

Das zuerst: PJ Harvey ist ‘ne Göttin. Als furioser Independent-Blues-Banshee, als feminine Natur-gewalt, als spröde, ätherische Norne hat die Südengländerin seit ihrem Debüt DRY (1992) ein Werk geschaffen, das strahlend für sich steht wie ein Leuchtturm in der Brandung. Bestenfalls Kate Bush kann da als wandelbare Künstlerin und Charakterkopf mithalten. Die 2010er Jahre standen für die Streitbare im Zeichen schwerwiegender, konkreter Themen: LET ENGLAND SHAKE (2011) und THE HOPE SIX DEMOLITION PROJECT (2016) behandelten das damalige Kriegsgeschehen der Welt, die britische Beteiligung daran sowie Washingtons Innen- und Außenpolitik. Ihre Zehnte ist das Gegenteil zu diesen Vorgängern. Nach langer Pause ist Polly Jeans Rückkehr eine introspektive, intime, minimalistisch-sphärische Platte der Stille und der Nuancen. Eine in sich geschlossene Klangwelt der Andeutung und der Poesie, geprägt von trocken-kargen, aber auch wollig-wärmenden Arrangements – und als Gesamtpaket, wie könnte es anders sein, so faszinierend wie alles, was die Dame anfasst.

8 von 10 Punkten

PJ Harvey
I INSIDE THE OLD YEAR DYING
PIAS/PARTISAN/ROUGH TRADE

Buckcherry – Bis zur Zehnten und immer weiter!

Nicht viele Bands, die sich in den 90er Jahren gegründet haben, um die Fahne des Rock’n’Roll nach der übermächtigen Grunge-Explosion weiter hochzuhalten, schaffen es bis zu ihrem zehnten Album. Auch bei Buckcherry sah es zwischenzeitlich so aus, als würden sie an den Drogen, den Umständen, den Querelen zerbrechen, doch Frontmann und tätowiertes Aushängeschild Josh Todd hat irgendwie immer einen Weg gefunden, seine Formation am Leben zu halten. In den letzten Jahren surft die Truppe aus L.A., aktuell komplettiert von Stevie D (Gitarre), Billy Rowe (Gitarre), Kelly LeMieux (Bass) and Francis Ruiz (Drums), auf einer grandiosen Welle: ihr letztes Album HELLBOUND (2021) erwies sich als ein großartiges Stück Rock’n’Roll und auch auf ihrem brandneuen VOL. 10 läuft die Band zur Höchstform auf. Im Zoom-Interview erklärt Josh Todd alles Wichtige zur neuen Platte.

Fühlten sich die Arbeiten an deiner zehnten Buckcherry-Platte anders an als sonst?

Das war schon sehr besonders, nicht alle Bands schaffen es, zehn Platten zu veröffentlichen. Wir haben hart gearbeitet und viel Spaß gehabt. Ich finde, das merkt man auch. Natürlich muss man auch sagen, dass die Voraussetzungen ganz anders waren als bei HELLBOUND. An letzterem arbeiteten wir zu Beginn der Pandemie, als die Hölle losbrach. Deswegen ist VOL. 10 wohl auch etwas erbaulicher geraten als sein Vorgänger.

Wie kam VOL. 10 also genau zustande?

Wir hatten viele Ideen von den HELLBOUND-Sessions übrig, außerdem sammelten Stevie und ich zwischen den Touren viele Songs an. Dann flogen wir zu unserem Produzenten Marti [Frederiksen] nach Nashville – dort sind in neun Tagen neun Songs entstanden. Ein echter Marathon! Acht der zehn neuen Tracks aus diesen Sessions sind auf der Platte gelandet, zwei stammen aus HELLBOUND-Zeiten: ›This Or That‹ und ›Turn It On‹.

Das ist ja ein irrer Output, wie können wir uns den Workflow vorstellen?

Ich hatte Marti von Anfang an gesagt, dass ich die neue Platte in zwei Wochen fertigstellen will. Er meinte nur: ‚Das können wir nicht machen‘. Und ich nur: ‚Doch, klar können wir.‘ (lacht) Also haben wir’s durchgezogen. Ich sang vormittags, danach arbeiteten Stevie und Marti an den Arrangements, die sie mir am frühen Abend schickten. Über Nacht schrieb ich die Texte und sang am nächsten Vormittag wieder ein. So lief das neun Tage lang.

Klingt intensiv, man ist ziemlich „in the zone“, oder?

Wenn ich an einer Platte arbeite, will ich nicht mehr aufhören, bevor sie fertig ist. Wenn die Türe einmal offen ist, kann ich in einem irren Modus arbeiten. Wir sind Songwriter, Marti kann das auch. Er tut nichts anderes als Schreiben und Produzieren. Wenn wir zusammenkommen, sind wir auf einem ganz hohen Level, ständig auf Abruf und in Alarmbereitschaft. Ich sauge alles auf, lerne immer noch sehr viel und gebe mein Bestes.

Löst so ein zehntes Album eine gewisse Nostalgie aus?

Nein, nicht wirklich. Klar haben wir gewisse Muster, zu denen wir immer mal wieder zurückkehren, so funktionieren wir einfach. Ich bin beispielsweise ein riesiger Fan von Def Leppards HYSTERIA…

Ich wollte gerade fragen, ob ihr mit ›Feels Like Love‹ euer eigenes ›Hysteria‹ geschaffen habt!

(lacht) Volltreffer, ja haben wir! Genau das wollte ich, genau das haben Marti und Stevie geliefert. Ich hatte bereits eine Melodie und einen Text, doch Marti brachte einen anderen Vorschlag, der eindeutig besser war, also orientierte ich mich daran. Dieser Song ist vor allem live richtig großartig.

Ich dachte schon, du killst mich, wenn ich sage „das klingt total nach ›Hysteria‹.

Nein, so arbeiten wir nun mal. Wir lassen uns von anderen Bands inspirieren, um einen Funken loszutreten, um eine Idee zu zünden. Damals bei HELLBOUND schickten sie mir all diese verschiedenen Tracks und ich meinte nur: ‚Wo zur Hölle ist mein AC/DC-Song?‘ (lacht) Und dann kamen sie mit ›Hellbound‹ um die Ecke!

Obwohl ihr Party-Rock’n’Roll zelebriert, streut ihr auch immer Tiefgründigkeit mit ein. Wie den neuen Song ›Pain‹. Ist Schmerz ein konstanter Begleiter in deinem Leben?

Ja, ist er, auch wenn ich hier sitzen und nett mit dir plaudern kann. Unterm Strich gehen viele Dinge in mir vor und dieser Song ist sehr persönlich. ›Pain‹ entstand, weil ich Martis Piano sah und sagte: ‚Schreib mir den traurigsten Klavier-Song, den man sich vorstellen kann.‘ Und er schickte am vorletzten Tag ganz nebenbei zwei kurze Piano-Parts, etwas ganz anderes, als jetzt auf der Platte ist. Dann entstand der Text recht spontan. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade an einem dunklen Ort, ohne ins Detail gehen zu wollen. In meinem Leben sind Dinge passiert, über die ich nicht spreche. Wir hatten einen kleinen Streit im Studio, der vieles wieder hochbrachte und ich war schlecht gelaunt. Die Lyrics für ›Pain‹ entstanden eben am vorletzten Tag, und weil ich gerade echten Schmerz empfand, schrieb sich der Text wie von selbst. Ich trug ihn den anderen am nächsten Tag im Studio vor, sang den Chorus jedoch im Falsett und Marti und mir war schnell klar, dass es so nicht passte. Also versuchte ich es nochmal in meiner normalen Tonlage und wir waren von den Socken! Über Nacht hatte er den Song dann komplett fertiggestellt. Er meinte nur: ‚das ist jetzt wie Buckcherrys ›November Rain‹.‘ Ursprünglich wollte ich nur einen kleinen Piano-Gesangs-Hidden-Track machen, daraus ist so viel mehr geworden.

Du hast ja schon gesagt: Nicht viele Bands machen es so lange wie Buckcherry. Tipps und Ratschläge?

Es ist super schwer, das Original-Line-Up zusammenzuhalten. Der Schlüssel zum Erfolg ist, die Banddynamik angenehm zu gestalten, damit man den Rest – das Touren, die Beziehungen zum Management, zum Label etc. – besser aushält. Es klingt fies, aber man muss sich von Leuten trennen, die toxisch fürs Team werden. Egal, wie man es dreht und wendet: Sobald du Erfolg hast, wird eine Band zum Business. Und so muss man es mit jedem Business machen, weil ein giftiger Samen das ganze Gebilde verpesten kann. Immer, wenn wir uns aus Gründen von Mitgliedern verabschiedet haben, erreichte Buckcherry ein neues Niveau. Für mich war das eine gute Lektion. Natürlich ist das nicht so, wie man sich das Bandleben am Anfang vorstellt. Aber 24 Jahre nach unserem Debüt weiß ich einfach, wie hart der Weg sein kann – Scheiße wie Pandemien, das sterbende Rock-Genre, die sinkenden Plattenverkäufe halten dich auf Trab. Da muss man es sich nicht auch noch schwer machen mit Bandmitgliedern, mit denen man nicht mehr gut auskommt.

CLASSIC ROCK präsentiert: Wolfmother live!

Mit seinem jüngsten Album ROCK OUT im Gepäck geht Andrew Stockdale mit seinem Projekt Wolfmother nun endlich wieder auf Tour. Der Charme dieser jüngsten Platte, die Wucht dieser so leichthin produzierten Rock-Gitarren-Tracks lassen sich vor allem live wunderbar fühlen. Im Sommer kommen Wolfmother deshalb nach der Pandemie nach Deutschland, mit den größten Stücken der alten Alben, neuem Material und natürlich mit dem lauten Ausruf „Rock Out!

Am 17. April gibt es Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen für die Tournee.

Wolfmother live erleben:

13.07.23 Berlin – Huxleys

14.07.23 Frankfurt – Batschkapp

15.07.23 Dresden – Alter Schlachthof

16.07.23 Hannover – Musikzentrum