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Armageddon – ARMAGEDDON

armageddonMajestätischer klang der Weltuntergang nie.

Als 1975 das Debüt ARMA­GEDDON er­schien, galt Sänger Keith Relf bereits als Legende: Als Mitglied der Yardbirds hatte er Geschichte geschrieben, in der Prog-Formation Renaissance fusionierte er später Klassik, Folk und Rock. Seinem kurzen Engagement bei Medicine Head folgte dann 1974 das Projekt Armageddon mit Gitarrist Martin Pugh (Steamham-mer), Schlagzeuger Bobby Caldwell (Johnny Winter) und dem ehemaligen Renaissance-Bassisten Louis Cennamo.

Ein paar Jahre zuvor wäre dem Unternehmen noch das Etikett „Supergroup“ angeheftet worden. Doch Armageddons epische Songs mit esoterischen Weltuntergangs-Botschaften fanden kurz vor der großen Punk-Explosion kaum medialen Widerhall. Atemberaubend der Auftakt mit ›Buzzard‹, bei dem Martin Pugh seine technische Brillanz unter Beweis stellt, eher melodramatisch hingegen geriet ›Silver Tightrope‹. Hart die Saiten malträtiert werden auch auf ›Paths And Planes And Future Gains‹, ›Last Stand Before‹ und ›Basking In The White Of The Midnight Sun‹.

Das Ergebnis: Ein längst vergessenes Hard Rock-Epos, das die Neuentdeckung lohnt. Und sich auch als Remi­niszenz an Keith Relf versteht, der ein Jahr später an einem Stromschlag verstarb, als er seine E-Gitarre in den Verstärker stöpselte.

Michael Köhler

April Wine – ANIMAL GRACE / WALKING THROUGH FIRE

april winePompöser Holzfäller-Rock.

Kanadas Mainstream-Rock startete nicht erst mit Bryan Adams. Sänger, Gitarrist und Komponist Myles Goodwyn rang mit seiner Formation April Wine bereits seit 1971 zäh um internationale Anerkennung. Perfekter mehrstimmiger Gesang und zeitweilig drei sich duellierende Gitarren in Kombination mit melodischem Hard Rock nahmen das stromlinienförmige Konzept von Boston vorweg, was vor allem in Kanada und den USA gut funktionierte. In Europa blieben April Wine auch nach dem innovativen Vorstoß FIRST GLANCE (1978) der ewige Geheimtipp. Als Doppel-CD legte das britische Label BGO kürzlich die beiden Alben ANIMAL GRACE und WALKING THROUGH FIRE wieder auf, produziert 1984/85, als Pomp, Bombast und Pathos im Mainstream-Rock als absolute Tugenden galten. Mit haargenau dem gleichen Konzept sorgten damals übrigens auch die IKEA-Rocker Europe für Hysterie. Auf ANIMAL GRACE reiht sich jedenfalls ein Klischee ans nächste, bis offenbar selbst Chef Goodwyn der Spaß verging. Für WALKING THROUGH FIRE wurde die gesamte Mannschaft ausgetauscht und die Drum-Machine kam vermehrt zum Einsatz. Aber auch das half nicht wirklich, denn die Songs blieben allenfalls Mittelmaß.

Animal Grace: 3

Walking Through Fire: 3

Michael Köhler

Jimi Hendrix – VALLEYS OF NEPTUNE

jimi ValleysOfNeptune_grAusgegrabenes Archivmaterial, zu Tage gefördert aus den Tälern des Neptun.

Praktisch kein Jahr vergeht, in dem nicht in Archiven schlummernde Aufnahmen des 1970 verstorbenen Über-Gitarristen auf den Markt kommen. Skepsis ist stets angebracht bei Ausgrabungen, die bisweilen nur dazu dienen, das Bankkonto der Hendrix-Erben zu füllen. Jüngst zutage gefördert wurde ein Dutzend zwischen Februar und Mai 1969 in den Londoner Olympic Studios und im New Yorker Record Plant eingespielte Songs: Angeblich sind es die „Missing Links“ zwischen dem Meilenstein ELECTRIC LADYLAND der Jimi Hendrix Experience, den ohne Studioproduktionen gebliebenen Zwischen-stationen Gypsy Sun & Rainbows und Band Of Gypsies sowie der abermals Experience benannten Nachfolgeformation mit dem unvollendet gebliebenen FIRST RAYS OF THE NEW RISING SUN.

Neu abgemischt von Hendrix’ lang-jährigem Toningenieur Eddie Kramer und mit kenntnisreichen Liner Notes von John McDermott versehen, entpuppen sich die zwölf „neuen“ Songs der Jimi Hendrix Experience  – mal mit Noel Redding, mal mit Billy Cox am Bass –nicht unbedingt als die versprochenen Sensationsfunde, sind aber zumindest in hervorragendem Artwork verpackt. In diversen Versionen hinlänglich bekannt sind ›Stone Free‹, ›Red House‹, ›Fire‹, ›Hear My Train A-Comin’‹ und das Cream-Cover ›Sunshine Of Your Love‹. Elmore James’ ›Bleeding Heart‹ tauchte in anderem Arrangement bereits auf WOODSTOCK 2 und BLUES auf. ›Lover Man‹ ist eine Adaption von ›Rock Me Baby‹, ›Mr. Bad Luck‹ der Prototyp von ›Look Over Yonder‹ und ›Ships Passing Through The Night‹ basiert auf einem Robert-Ward-Riff. Von ›All Along The Watchtower‹, ›51st Anniversary‹ und ›Drifting‹ gleichermaßen inspiriert scheint der Titelsong. Mehr Jam-Session als fertiges Konzept sind ›Crying Blue Rain‹ und das Instrumental ›Lullaby For The Summer‹, das später von Hendrix zu ›Ezy Ryder‹ umgearbeitet wurde.

Es bleibt also mehr als zweifelhaft, ob Jimi Hendrix tatsächlich ein Album namens VALLEYS OF NEPTUNE in genau dieser Konstellation befürwortet und freigegeben hätte. Aber immerhin sorgt der Wechsel der Erbengemeinschaft von Universal zu Sony Music auch noch für exquisite Neuauflagen der legendären Original­alben ARE YOU EXPERIENCED?, AXIS: BOLD AS LOVE, ELECTRIC LADY­LAND sowie des posthum veröffent­lichten, ebenfalls nicht ganz unumstrittenen FIRST RAYS OF THE NEW RISING SUN.

Michael Köhler

Hawkwind – At The BBC 1972

Hawkwind-At-The-BBC-1972-L5099960992925Paradies für Spacerocker: „I just took a ride in a silver machine and I’m still feeling mean.“

Nur einen einzigen Hit verbuchte das Londoner Hippie-Kollektiv: ›Silver Machine‹ nannte sich 1972 das manische Gewummere, das selbst heute noch jede Rock-Party mühelos in Schwung bringen kann. Unschlagbar als Live-Band, litten Hawkwinds nicht minder enthusiastische Studio-werke stets an chronischem Absatzmangel.

Für den staatlichen britischen Rundfunk spielte das mit häufigem Mitgliederwechsel hadernde Ensemble um den bis heute verbliebenen Gitarristen Dave Brock diverse Sessions ein. AT THE BBC kombiniert auf Doppel-CD schon erschienenes Material mit einigen neuen Archivfunden in gleich zwei Versionen: CD 1 präsentiert die originale Windsong-Fassung von 1991, Nummer zwei die digital optimierte Version, die von der BBC für regelmäßige Ausstrahlungen in der Reihe „Live At Midnight“ Dekaden später destilliert wurde. Auf letzterer gehen zwei für die „Johnny Walker Show“ im Studio aufgezeichnete Titel (›Silver Machine‹, ›Brain-storm‹) einem kompletten Live-mitschnitt vom 28. September aus dem Londoner Paris Theater voran – ein wahres Freak Out zwischen überlangem Space-Rock und harschem Biker-Metal, an dem seinerzeit auch der spätere Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister als Speed King am Bass beteiligt war.

Für Materienkenner ohnehin empfehlenswert, eignet sich das Happening durchaus auch für Späteinsteiger: Dienten Hawkwind doch Dave Wyndorfs Monster Magnet als ordentliche Blaupause.

Iggy & The Stooges – RAW POWER LEGACY & DELUXE EDITION

Iggy & The Stooges Raw Power CoverDer Stooges’ dritter Streich: Suchen und zerstören – Iggy auf unheiliger Mission.

Widriger konnte die Situation nun wirklich nicht sein: Als im Februar 1973 das dritte Album der Stooges erschien, erging es dem von Iggy Pop produzierten und von David Bowie gemixten RAW POWER wie den beiden Vorgängerwerken des Quartetts aus Detroit – als pure Lärmbelästigung bezeichneten verärgerte Kritiker die gnadenlosen Attacken, die seinerzeit als komplett überflüssiger Simpel-Rock eingestuft wurden, aber eigentlich den Urknall zu etwas vollkommen Neuem darstellten.

Beinahe wären die archaischen acht Tracks, die zwischen dem 10. September und 6. Oktober 1972 im Londoner CBS Whitfield Street Studio No. 3 recht zügig entstanden, gar nicht erschienen. Rundweg ablehnend stand 1971 das US-Label Elektra, das die beiden ersten Alben der Stooges veröffentlicht hatte, einer Rohfassung von RAW POWER mit zum Teil noch anderem Tracklisting gegenüber. Als Retter in der Not erwies sich Englands Glam-Rock-Darling David Bowie, der Gefallen fand am zerstörerischen Nihilismus der Stooges und einen Vertrag mit CBS arrangierte.

Geplant war der Neubeginn allerdings nicht etwa als Fortsetzung der Stooges, sondern als ein frischer Solostart des damals schwer heroinabhängigen Iggy Pop. Doch mangels adäquater englischer Rhythmussektionen griffen Pop und seine aktuelle rechte Hand, Gitarrist Ja- mes Williamson, dann doch auf das in Detroit verbliebene Brüderpaar Ron und Scott Asheton zurück. Gitarrist Ron übernahm anfänglich nur widerwillig die ungeliebte Rolle des Bassisten, entwickelte aber dann im Gespann mit Schlagzeuger Scott eine unschlagbare, in der Rock-Historie jedoch viel zu wenig gewürdigte Allianz.

Als purer Sprengstoff erwiesen sich radikal anarchische Songs wie ›Search And Destroy‹, ›Penetration‹, ›Shake Appeal‹ und ›Death Trip‹. Selbst die in letzter Minute geforderten Konsens-Balladen ›Gimme Danger‹ und ›I Need Somebody‹ tönten noch aufrührerisch und unterschwellig aggressiv. Wie ein Rollkommando fiel das mit Mick Rocks fabelhaftem Cover ausgestattete RAW POWER über den unvorbereiteten Zuhörer her: Es sollte die Initialzündung sein für die erste englische Punk-Generation mit den Sex Pistols, Clash und The Damned.

Klanglich optimiert von Mark Wilders, liegt der Meilenstein in Bowies ursprünglicher Remix-Version nun gleich in zwei Formaten vor: Als Doppel-CD kommt die LEGACY EDITION mit zusätzlichen zwei Outtakes und einem Konzertmitschnitt vom Oktober 1973 aus Los Angeles. Ergänzt um eine dritte CD mit acht weiteren Raritäten, einer Doku-DVD, der Reproduktion einer japanischen Single sowie diverser Druckerzeugnisse, dürfte die DELUXE EDITION allerdings wohl wirklich nur für fortgeschrittene Sammler von Interesse sein.

Bon Jovi – BON JOVI / 7800° FAHRENHEIT / SLIPPERY WHEN WET / NEW JERSEY / KEEP THE FAITH / THESE DAYS / CRUSH / BOUNCE / HAVE A NICE DAY / LOST HIGHWAY

BonJovi-LostHighway-1_grossBon Jovi im Überblick: Klanglich optimierte Werkschau mit Bonustracks.

Mögen Bon Jovi als Inbegriff des ame-rikanischen Mainstream-Rock gelten – entdeckt wurde die massenkompatible Mixtur aus pfundigem Kumpelrock mit dem Kreischfaktor für die Damenwelt von einem Schotten: Derek Shulman, ehemaliges Mitglied der Prog-Rock-Kuriosität Gentle Giant, signte als Polygram-Chef Bon Jovi 1983 für das Label Mercury. Die Band aus New Jersey dankt seitdem mit eiserner Firmentreue.

Anlässlich des 25. Bandjubi-läums 2009 liegen zehn Studioalben klanglich optimiert als Special Edition mit unveröffentlichten Bonustracks vor: Noch nicht als einheitliche Formation präsentierten sich Sänger Jon Bongiovi, Gitarrist Richie Sambora, Keyboarder David Bryan, Bassist Alec John Such und Schlagzeuger Tico Torres zur Premiere von BON JOVI. Co-produziert von Jons Cousin Tony Bongiovi und Lance Quinn, schwankte das Debüt halbgar zwischen Bruce Springsteen und Southside Johnny & The Ashbury Dukes, zumindest die Single ›Runaway‹ erwies sich aber als griffig. Vier Auskopplungen (›Only Lonely‹, ›In And Out Of Love‹, ›The Hardest Part Is The Night‹, ›Silent Night‹) lieferte der Nachfolger 7800° FAHRENHEIT ein Jahr später mit erklecklichen Verkäufen in den USA und Europa. Doch dauerte die Suche nach dem eigenem Stil noch an.

Eventuelle Zweifel an der Kompetenz wischte schließlich 1986 SLIPPERY WHEN WET hinweg: 28 Millionen Kopien verkaufte das von Bruce Fairbairn produzierte Werk weltweit. Bis auf den heutigen Tag dudeln die erstmals unter Mithilfe des Komponisten Desmond Child entstandenen Ohrwürmer ›You Give Love A Bad Name‹, ›Livin’ On A Prayer‹, ›Wanted Dead Or Alive‹ und ›Never Say Goodbye‹ im Radio.

Noch im Aufwärtstrend befand sich zwei Jahre später NEW JERSEY, obwohl der Verkaufsrekord des Vorgängers nicht getoppt werden konnte. Radiofreundlich bis zum Abwinken wurde das extrem gefällige Erfolgsrezept mit ›Bad Medicine‹, ›Born To Be My Baby‹, ›I’ll Be There For You‹, ›Lay Your Hands On Me‹ und ›Living In Sin‹ von Fairbairn ausgewalzt.

Produzent Bob Rock verhalf Bon Jovi 1992 zu einem erwachseneren Konzept auf KEEP THE FAITH. Trotz sechs Auskopplungen mit u.a. ›Bed Of Roses‹, ›I’ll Sleep When I’m Dead‹ und ›In These Arms‹ sanken die Absatzzahlen.

Da waren’s nur noch vier: Bassist Alec John Suchs bis heute nie plausibel erklärte Verbannung riss auf THESE DAYS allerdings kein Loch ins Gruppengefüge. Erstmals zeichneten Teile der Band als Produzenten verantwortlich für gewohnt schnörkellose Kost wie ›This Ain’t A Love Song‹, ›Something For The Pain‹ und ›Lie To Me‹. Lange fünf Jahre verstrichen, bis CRUSH vorlag. Abermals auf Nummer sicher fuhren ›It’s My Life‹, ›Say It Isn’t So‹ und ›Thank You For Loving Me‹. Erstmals kein Platin erwirtschaftete 2002 BOUNCE mit mäßigen Hits wie ›Everyday‹, ›Misunderstood‹ und ›All About Lovin’ You‹.

Für Konfusionen sorgte dann HAVE A NICE DAY drei Jahre später: Unterschied sich die von eingeschworenen Fans bevorzugte inoffizielle Urversion doch vom endgültigen Produkt mit anderem Tracklisting, alternativen Versionen, angeänderten Texten und rauerem Mix. Ein-gängiges wie ›Welcome Wherever You Are‹ setzte sich aber ohnehin durch. Wirklich zu überraschen verstanden Bon Jovi 2007 mit dem in Nashville entstandenen Americana-Versuch LOST HIGHWAY im ungewohnt sperrigen Zuschnitt zwischen Country, Blues, Folk und Rock. Holland, Deutschland, Japan, Amerika, die Niederlande und die Schweiz dankten so viel Wagemut mit ersten Plätzen in den Charts.

 

Bon Jovi  5

7800° Fahrenheit 6

Slippery When Wet 8

New Jersey 8

Keep The Faith 9

These Days 7

Crush 7

Bounce 6

Have A Nice Day 7

Lost Highway 10

The Doors – ORIGINAL SOUNDTRACK: WHEN YOU’RE STRANGE

TheDoorsWhenYoureStrangSoundtrack

Keine klassische Neuauflage, aber bestehend aus klassischem Material: der Soundtrack zur neuen Doors-Doku.

Ganze Arbeit geleistet hat Regisseur Tom DiCillo mit der Bandbiografie WHEN YOU’RE STRANGE, die im Juli in die bundesdeutschen Kinos kommt: Wie keine Dokumentation über The Doors zuvor nähert sich DiCillo dem Phänomen, das fast 40 Jahre nach Frontmann Jim Morrisons ominösem Ableben immer wieder neue Generationen fasziniert. Bewusst verzichtet der Filmemacher auf aktuelle Interviews mit nebulösen Erinnerungen ehemaliger Weggefährten oder solche, die sich dafür halten. Stattdessen reiht er rare Clips an Konzertmitschnitte.

Aber er integriert auch, und hier wären wir beim interessantesten Aspekt der Soundtrack-CD, Schauspieler Johnny Depp als subtilen Erzähler, der sich zahllose Gedichte des zum Ende seiner Tage hohen Dosen Alkohol, Narkotika und Nikotin verfallenen Sängers sowie William Blakes ›Doors Of Perception‹ vornimmt. Ein wenig zu sparsam zum Einsatz kommen Mitschnitte von Konzerten oder TV-Auftritten des Quartetts: ›Break On Through‹ vom Isle Of Wight Festival 1970, ›Light My Fire‹ aus der Ed Sullivan Show oder ›When The Music’s Over‹ aus dem dänischen Fernsehen sind die wenigen Ausnahmen. Enttäuschung macht sich bei Langzeitanhängern vor allem wegen der Häufung regulärer Studioversionen breit, auch wenn ›Moonlight Drive‹, ›Five To One‹, ›L.A. Woman‹, ›Road-house Blues‹ und ›People Are Strange‹ natürlich großartig sind.

Deep Purple – Live On The BBC

954030Live im Radio: Deep Purple Mark II anno 1972.

Ein steinaltes, von der britischen Musikergewerkschaft initiiertes Rundfunkgesetz ist dafür verantwortlich, dass der Sender BBC seit den fünfziger Jahren nicht nur Platten abspielen durfte, sondern regelmäßig auch hauseigene Live-Aufzeichnungen tätigen musste. Ein Großteil davon blieb, ganz im Gegensatz zum TV-Dauerbrenner „Top Of The Pops“, glücklicherweise in den Archiven erhalten.

Etwa diese Produktion: Wenige Monate vor den Aufnahmen des Live-Albums MADE IN JAPAN entstand im Frühjahr 1972 ein Konzertmitschnitt im Londoner „Paris Cinema” in der populären Mark-II-Besetzung mit Frontmann Ian Gillan und Bassist Roger Glover. Nahezu identisch im Tracklisting, verströmt das vor Publikum eingespielte Set zwar nicht ganz so viel Enthusiasmus wie das Fernost-Gelage, präsentiert die Hard-Rock-Olympioniken aber dennoch in Bestform. Allein sechs der acht Tracks stammen aus dem seinerzeit aktuellen LP-Bestseller MACHINE HEAD mit seinen ewigen Genre-Krachern ›Highway Star‹, ›Space Truckin’‹ und dem natürlich unverzichtbaren ›Smoke On The Water‹.

Nur auf der SACD-Version zu hören ist allerdings das mörderische Little-Richard-Cover ›Lucille‹. Ergänzt wird die High-Fidelity-Version um die raren Studiotracks ›Hush‹ und ›River Deep, Mountain High‹ von 1968, als noch ein gewisser Rod Evans sang und Nick Simper den Bass zupfen durfte.