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Start Blog Seite 1138

KXM – KXM

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KXMHypnotisierende Kreationen.

Unter diesem skurrilen Kürzel machen drei Größen der Rock- und Metal-Szene nun gemeinsame Sache, nämlich George Lynch (Lynch Mob, ex-Dokken), Doug Pinnich (Sänger und Bassist von King’s X) und Ray Luzier (Schlagzeuger bei Korn). Aus ihren Hauptarbeitgebern setzt sich auch der Bandname zusammen: K wie Korn, X wie in King’s X und das M von Lynch Mob. Entstanden ist dieses Projekt durch Zufall, denn bei einer Feier im Hause Luzier fragte dieser die beiden anderen, ob sie nicht Lust auf einen Jam hätten und schnell war klar, dass man mehr zusammen machen musste. Das Ergebnis ist nun auf ihrem selbstbetitelten Debüt zu hören. Pinnicks einzigartige Stimme harmoniert perfekt mit Lynchs unverkennbaren Gitarrenparts, unterstützt von Luziers kraft- aber immer gefühlvollem Schlagzeugspiel. Egal ob groovige Midtempo-Nummern wie die erste Single ›Rescue Me‹, Powerballaden (›Never Stop Loving You‹) oder Kracher wie ›I’ll Be Ok‹: Die drei Herren verstehen es, Songs zu kreieren, die einen schon beim ersten Hören in den Bann ziehen, ja gar hypnotisieren. Hoffentlich bereitet diese Kooperation ihnen noch lange Freude, denn man wird sofort hungrig auf mehr.

John Mayall – A SPECIAL LIFE

886444543583.1200x1200-75Der Pate des britischen Blues im dritten Frühling.

Zusammen mit Alexis Korner zählt John Mayall zu den Wegbereitern des britischen Blues, zahlreiche spätere Rockstars lernten ihr Handwerk bei seinen Bluesbreakers. Hier eine kleine Auswahl seiner Schüler: Eric Clapton, Jack Bruce, Mick Taylor, Andy Fraser, John McVie, Mick Fleetwood und Peter Green spielten mit ihm in den Swinging Sixties. 1969 zog der Brite nach Kalifornien und scharte wiederum Talente um sich, darunter Harvey Mandel, Larry Taylor, Coco Montoya und Walter Trout. Zudem freuten sich die Größen des US-Blues darüber, mit Mayall & seinen Bluesbreakers aufzutreten, Albert Collins, Buddy Guy, Etta James und Mavis Staples sind nur eine kleine Auswahl. 2008 ging Mayall die Puste aus, er löste seine Band auf. Im Folgejahr änderte er seine Meinung, er nahm weitere Alben auf und stieg wieder in der Tourbus. 2013 feierte er seinen 80. Geburtstag mit dem passend betitelten Album A SPECIAL LIFE. Auf dem Coverfoto sieht John Mayall erstaunlich vital aus – und erstaunlich vital ist auch seine Musik. Drei Nummern hat er selbst komponiert, darunter das politisch-kritische ›World Gone Crazy‹. Die anderen Songs sind Cover-Versionen, freundlicherweise steht dahinter in welcher Tonart sie gespielt werden. Der Chef selbst greift zu Piano, Orgel, Mundharmonika, Clavinet und gelegentlich auch zur Gitarre, bei zwei Titeln begleitet ihn Akkordeonist Clifton Chenier. Man ist verblüfft über die Zeitlosigkeit des Blues und die Frische dieses außergewöhnlichen Musikers.

Mother Road – DRIVE

Mother RoadGanz in der Tradition der 70er.

Amerikaner nennen die legendäre Route 66 „Mother Road“ und schon hat man vor seinem inneren Auge die Weite des Südwestens der USA. Staubige Highways, neongeprägte Dinners und humorlose Cops…. das typische Ami-Klischee eben. Die Band Mother Road orientieren sich mit ihrem Debüt DRIVE deutlich an den späten 70ern. Gegründet von Gitarrist Chris Lyne (Soul Doctor) und Sänger Keith Slack (MSG, Steelhouse Lane), liefern sie grundehrlichen und soliden Hard Rock mit Blues-Einflüssen. Die Songs sind sauber ausgearbeitet und technisch souverän umgesetzt. Klingt ›Feather In Your Hat‹ sehr nach bluesigen Deep Purple, dominieren Free und Bad Company bei ›Poor Boy (Long Way Out)‹, während ›These Shoes‹ Parallelen zu Whitesnake aufweist. Die elf Tracks auf DRIVE liefern also keine neuen musikalischen Erkenntnisse, außer, dass auch heutzutage noch Bands in der Lage sind, die Leidenschaft der 70er auf Platte zu bannen. Ein hörenswerter Einstand.

Mr. Sideburn And The Barons – HIGHBALLING THE JACK

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Mr. Sideburn And The BaronsPunkrock mit Entertainment-Qualität.

Das Quartett kommt aus Erfurt und hat sich dem Punk’n’Roll verschrieben: Sänger Ralf Sideburn klingt wie ein überdrehter Derwisch, der mit speediger Kopfstimme etwas an Rick Sims von den Didjits erinnert. Musikalisch gibt es hier eine Vollbedienung zwischen Dead Boys, Carl Perkins und Social Distortion. Der Song ›Whiskey‹ ist das Gegenprogramm zu allen 0,0-Promille-Plänen, Mr. Sideburn And The Barons verlangen nach geistigem Getränk für ihre Crowd. Denn wenn die Kehle erst mal gut geölt ist, rutscht der tägliche Ärger besser runter. Mit den berühmten drei Akkorden wird zum ›Roll With The Bad Boys‹ geladen und ›Fuckin’ Lies‹ ist eine wütende Abrechnung. Bei ›Bad Trip‹ und ›Soulstrippin’‹ wird das Gaspedal dann bis zum Anschlag durchgetreten. Diese beiden Songs atmen den Cowpunk-Geist von Nine Pound Hammer. HIGHBALLING THE JACK orientiert sich an vielen musikalischen Vorbildern, ohne diese blind zu kopieren. Die Thüringer überzeugen also mit einer frischen und vielseitigen Punkrock-Platte.

Night Ranger – HIGH ROAD

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Night RangerHard Rock mit Tradition.

Ihre goldenen Zeiten hatten Night Ranger aus San Francisco in den 80ern, als sie mit ›Sister Christian‹, ›(You Can Still) Rock In America‹ oder ›Don’t Tell Me You Love Me‹ die Charts aufrollten. Die großen Arenen füllen die Musiker um Sänger/Bassist Jack Blades heute zwar nicht mehr, doch auch über 30 Jahre nach ihrer Gründung liefert die Band noch traditionellen Hard Rock von ordentlicher Qualität ab. Auf seinem elften Longplayer, HIGH ROAD, legt das Quintett mit dem Titelsong sowie ›Knock Knock Never Stop‹ und ›Rollin’ On‹ kraftvoll und eingängig los. Leider schleichen sich im weiteren Verlauf aber auch einige Durchhänger ein. Vor allem die obligatorischen Balladen wissen nicht immer zu überzeugen. Während ›Don’t Live Here Anymore‹ noch mit einer gewissen Melancholie und einem coolen Orgelsolo punktet, ist der kitschige Schmalzsong ›Only For You Only‹ schlichtweg unnötig. Auch in der harmlosen Popnummer ›Brothers‹ kriegen Night Ranger erst im letzten Drittel die Kurve. Dafür punkten die Hard-Rocker am Ende noch mal mit ›LA No Name‹, einem virtuosen Instrumental, das komplett auf Akustik-gitarren dargeboten wird. Insgesamt solide!

Picastro – YOU

tumblr_n0vjsr1igG1qf7jb4o1_1280›Hurt‹-ing since 1998.

Das Englische kennt den wunderbaren Begriff des „one-trick pony”, der eine Person oder Sache bezeichnet, die nur auf einem Gebiet nützlich oder kompetent ist. Hört man sich diese Kanadier an, könnte man durchaus auf den Gedanken kommen, ihre einzige Daseinsberechtigung bestünde darin, die wunderschön dissonanten Gitarrenklänge von Nine Inch Nails’ ›Hurt‹ als Basis für ihr gesamtes Schaffen zu verwenden. Jedes, wirklich jedes Lied lebt von dieser schrägen Morbidität, dem gewollten Unwohlklang. Das Erstaunliche dabei ist jedoch: Es funktioniert. Hat man sich mal auf dieses alles dominierende Prinzip eingelassen, öffnet sich die Tür zu einer Welt, in der psilocybingetränkter Mystizismus, zähnefletschende Sirenen und die finstersten Gestalten aus William S. Burroughs’ Fantasie verschmelzen. Wer die leichtverdaulichere Variante will: Freiburgs Krákow Loves Adana bevölkern die helleren Gefilde dieses Kosmos.

Rage – THE SOUNDCHASER ARCHIVES

RageResteverwertung als Service für die harten Fans.

30 Jahre attackieren Rage mittlerweile die Trommelfelle der Metalverrückten und ein Ende ist nicht abzusehen. Höhen und Tiefen hat man durchschritten, Musiker kommen und gehen sehen, Mastermind Peavy Wagner steht aber unverwüstlich für den Namen Rage. Nun hat er in seinen Kellergewölben gewühlt und zum 30-jährigen Jubiläum unveröffentlichtes, skurriles, obskures und rares Bonusmaterial sowie unvollendete Songideen ausgebuddelt. Ein Sammelsurium an Hör- und unhörbarem Material- nicht selten wird die Schmerzgrenze überschritten. 30 Songs unterschiedlicher Phasen und musikalischer Qualität werden geliefert, und genau das ist der Schwachpunkt der Zusammenstellung. Warum nicht für solch ein Jubiläum einfach das Beste auspacken? Herr Wagner wird sich dabei schon was gedacht haben, das Ganze ist gut gemeint, aber nicht immer gut gemacht. In letzter Konsequenz erreicht man damit keine neuen Fans, sondern nur die Freaks, die alles brauchen. Da die 30 Songs ein Spektrum von einem bis zehn Punkte abdecken, gibt’s hier 5/10.

Riot Horse – THIS IS WHO WE ARE

1016756_456014757831899_666573240_nABC des Classic Rock.

Es braucht entweder ein gerüttelt Maß an Selbstüberschätzung oder ziemlich dicke Eier, seinem Album den Titel THIS IS WHO WE ARE zu verpassen. In welche Kategorie Riot Horse fallen, wird auch ohne einen Blick in die Hosen der Beteiligten sehr schnell klar. Classic Rock, stolz den Rädelsführern Led Zeppelin oder Black Sabbath verpflichtet, dröhnt dreckig, markig und selbstbewusst aus den Boxen. Natürlich weder eine Offenbarung noch revolutionär, dafür aber vollgepackt mit all dem, was diese Musik so gut macht: Ein Sänger mit Mission, lässiger Drum-Groove, dröhnende Gitarren, verspielte Solos und akzentuierende Bass-Tupfer. Ja, so spielt man in Schweden und Dänemark Classic Rock! Hinter den länderübergreifenden Retro-Enthusiasten stecken allerdings auch keine Unbekannten, wie erwähnt werden sollte. Dass aber ausgerechnet Darkane-Sänger Andreas Sydow nach seinen Jahren im Dienste des Thrash Metals derart soulige, leidenschaftliche Rock-Töne anschlägt, darf durchaus als größte Überraschung auf THIS IS WHO WE ARE gewertet werden. Kein un-verzichtbarer Newcomer, aber eine schlicht schweinecoole Classic-Rock-Sause, die mit ›Didn’t See It Coming‹ einen der Psychedelic-Rock-Songs des Som-mers in petto hat. Reicht ja auch!