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Start Blog Seite 1138

Lee Fields & The Expressions – EMMA JEAN

Lee Fields & The ExpressionsIm Zuge des Soul-Revivals werden auch einige längst vergessene Könner wieder entdeckt, man denke etwa an den wunderbaren Charles Barkley. Auch Lee Fields gehört in diese Reihe, bereits Ende der 60er Jahre hatte er seine Karriere als professioneller Soulsänger gestartet. Später widmete er sich Funk und Disco, nur die 80er stellten den Vokalisten vor Probleme, er gönnte sich eine Auszeit und wechselte in die Immobilienbranche. Für EMMA JEAN (seine Mutter) hat er ein weiteres Mal The Expressions an seiner Seite, zusammen feiern sie ein Fest des Southern Soul. Mal spartanisch instrumentiert, mal mit voller Bläsergruppe, entfaltet der 63-Jährige seine leidenschaftliche und warme Stimme. Eine Tulsa-Sound-Nummer wie J.J. Cales ›Magnolia‹ beherrscht sie genau wie die Crooner-Ballade ›Don’t Leave Me This Way‹. Der Soul-Allrounder meistert also auch heute noch sämtliche Disziplinen.

Dave Alvin & Phil Alvin – COMMON GROUND

81WDO3oSjCL._SL1228_1979 gründeten die Gebrüder Alvin die Roots Rockband The Blasters in LA Wäh-rend Phil Alvin bis heute Frontmann der langlebigen Kapelle ist, schied Dave aus, um eigene Projekte zu verfolgen. Schon als Teenager hörten beide fasziniert Big Bill Broonzy zu, bewunderten sein vertracktes Gitarrespiel und seinen expressiven Gesang. 2012 wäre Phil nach einer Krankheit beinahe gestorben, anschließend beschlossen die Brüder, ihrem Idol gemeinsam Tribut zu zollen. Allgemein war Broonzys Einfluss auf Country Blueser, Folkmusiker und weiße Rocker wie Clapton, Page, Wood etc. groß. Natürlich darf ›Key To The Highway‹, sein größter Hit, nicht fehlen, wenn die Alvins Big Bills Lieder singen. Verblüffenderweise wirken die beiden angesichts des großen Erbes des Blues-Riesen etwas gehemmt und schülerhaft. Man hätte sich auf COMMON GROUND etwas mehr Schwung und Mut zu eigenem Ausdruck gewünscht.

Leon Russell – LIFE JOURNEY

russellEr ist das erklärte Vorbild von Elton John. Zusammen mit Texter Bernie Taupin verhalf „Captain Fantastic“ 2010 Leon Russell zu einem Comeback mit dem Gemeinschaftswerk THE UNION. Der völlig verarmte Pianist hatte eine imposante Karriere hinter sich, so zählte er zur Studioband von Phil Spector, spielte mit B.B. King, Eric Clapton und Bob Dylan, tourte mit Joe Cocker und war Teil von George Harrisons CONCERT FOR BANGLADESH. Das aktuelle LIFE JOURNEY ist ein Spätwerk, der 72-Jährige entnimmt dem American Songbook etliche Standards wie etwa ›Georgia On My Mind‹, ›Fever‹ und ›Come On In My Kitchen‹, zudem präsentiert er zwei eigene Songs. Begleitet von der Creme de la Creme der US-Sessionmusiker mischt er Blues, Jazz & Soul, fette Orchester und Bläser-Arrangements mit intimen klaviergetragenen Liedern. Musikalischer Rückblick auf ein prall gefülltes Pianistenleben.

Spidergawd – SPIDERGAWD

A1tdGJCkoBL._SL1500_Psycho? Logisch.

Als ob die Diskografie der norwegischen Ausnahmerocker Motorpsycho nicht schon unübersichtlich genug wäre, gibt es in der ausgedehnten Karriere der Trondheimer auch noch diverse Nebenprojekte, die es aus der Schatztruhe zu fischen gilt. Das jüngste dieser Art ist Spidergawd, bei dem Bassist Bent Saether und Drummer Kenneth Kapstad ihre Finger im Spiel haben. Und da diese Herrschaften nun mal rein gar nichts so tun, wie es alle andere tun, erscheint dieses selbstbetitelte Werk ausschließlich in rotem Vinyl – mit beigelegter CD, wohlgemerkt. Perfekt, um sich an dem detailverliebt-trippigen Artwork zu erfreuen, und auch die Musik könnte man mit diesem Begriff passend umschreiben. SPIDERGAWD ist psychedelisch, ausgeklügelt, angenehm komplex, aber trotzdem noch schön rotzig und nicht zu abgehoben und elitär, was den gemeinen Rockfreund ohne LSD-Erfahrungen freuen dürfte. Die Nordlichter finden jedenfalls einen guten Kompromiss aus schrullig, schräg, spaßig und singulär. Wetten, dass die roten Dinger in 20 Jahren für stolze Summen den Besitzer wechseln?

Screaming Eagles – FROM THE FLAMES

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Screaming EaglesHard Rock mit Eiern.

Lange werden die vier nordirischen Musiker nicht an ihrem Bandnamen gebastelt haben, und auch wenn das Cover ebenfalls nicht gerade vor Originalität strotzt, sind das keineswegs gravierende Dinge, die man den Screaming Eagles vorwerfen kann. Denn ihr Zehn-Song-Debüt ist mehr als gelungen. Hart, rockig, mitreißend. Im Prinzip setzen Sänger Chris Fry und seine Kollegen auf den bekannten Riffrock aus Australien, packen dazu aber eine Menge Blues und Melodie. Das ist natürlich alles nichts Neues, aber für den Freund guten, alten Hardrocks mit Eiern eine wahre Wohltat. Es soll durchaus Menschen geben, denen Airbourne zu klinisch und ein bisschen zu eindimensional sind. Denen sei mit FROM THE FLAMES eine weitere Auswahlmöglichkeit ans Herz gelegt. Songs wie ›Hungry For More‹ oder das großartige ›Rock’n’Roll Soul‹ erfinden das Rad beileibe nicht neu, klingen aber frisch und angenehm unverbraucht. Diese Schnittmenge aus AC/DC-Rhythmus, Buckcherry-Dreck, Bad Com-pany-Blues und Little-Caesar-Riffs macht besonders beim nächtlichen Autofahren Spaß. Warum diese absolut hörenswerte Scheibe, die schon im Dezember 2012 in die britischen Läden kam, hierzulande erst jetzt veröffentlicht wird, bleibt allerdings ein Rätsel.

Neal Schon – SO U

Schon, NealSelbstverwirklichung, bedingt gelungen.

Statt ein neues Journey-Album anzugehen, vertrödelt Häuptling Neal Schon seine Zeit mit Projekten, die eher der Selbstverwirklichung als der Befriedigung der Rockfans dienen. Zum einen arbeitet er an SANTANA 4, einem Album, bei dem das originale Santana-Line-up wieder zusammengefunden hat. Zum zweiten werkelt Schon erneut mit Jan Hammer zusammen, mit dem er ein paar Alben in den 80ern gezimmert hat, letztendlich hat er mit SO U auch noch ein weiteres Soloalbum eingespielt. Das hätte gut werden können, zumal es als Powertrio mit Marco Mendoza (Bass) und Deen Castronovo (Drums) großartiges Personal versammelt. Alle drei teilen sich den Gesang, wobei Castronovo als Gewinner hervorgeht, was wenig überrascht. Teile der neun Songs sind erstklassiger Hard Rock, allen voran ›What You Want‹ und das deutlich von Journey beeinflusste ›Serenity‹. Das an Chickenfoot erinnernde ›Shelter‹ ist auch nicht schlecht. Andere Tracks sind von Jazz und Blues beeinflusst, etwa ›Take A Ride‹, und genau das sind die deutlichen Schwachpunkte des Werkes. Ebenso das Instrumental ›Big Ocean‹, das ein zwiespältiges Album beendet, von dem man deutlich mehr erwartet hatte. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Jack Blades (Nightranger, Damn Yankees) die meisten Songs mitgeschrieben hat, was die ganze Sache sogar noch schwächer aussehen lässt.

Santana – CORAZÓN

SantanaDer Gitarrenhexer mit Gästen wie Gloria Estefan, Ziggy Marley, Lila Downs und Romeo Santos.

Für Fans des ursprünglichen Carlos Santana ist auch CORAZÓN ein Album, bei dem man gelegentlich tief durchatmen muss. Denn selbst die treuesten der Treuen haben Santanas Hinwendung zu Pop und Mainstream immer schon in einem Wechselbad der Gefühle beobachtet und von ihm stattdessen möglichst reinrassige Latin-Rock-Elemente gewünscht. Diesem Anliegen wird der mexikanische Gitarrist auf seiner aktuellen Scheibe überwiegend gerecht: Die Songs sind in Spanisch, Portugiesisch und Englisch verfasst, wie schon auf SUPERNATURAL (1999) kollaboriert Santana mit verschiedenen Gastsängern/-sängerinnen, darunter Juanes, Lila Downs, Romeo Santos und Ziggy Marley. Besonders Spaß machen das chillige ›Besos de Lejos‹ mit der großartigen Gloria Estefan und die Kooperation mit Ziggy Marley & ChocQuibTown im Reggae-Klassiker ›Iron Lion Zion‹. Grenzwertig dagegen ist ›Oye 2014‹, eine Neuauflage seines Klassikers ›Oye Como Va‹ als Rap-Version mit Vokalist Pitbull. Für Nostalgiker ist das magisch-jazzige ›Yo Soy La Luz‹ mit Cindy Blackman und Saxophonist Wayne Shorter der Höhepunkt der Scheibe, da Santana hier künstlerisch ähnlich anspruchsvoll wie zuletzt auf CARAVANSERAI (1972) musiziert. Summa summarum ist CORAZÓN ein Album, auf dem sich viel Spannendes entdecken lässt und nur wenige Momente Stirnrunzeln erzeugen.

Rog & Pip – OUR REVOLUTION

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1000x1000Alte Schachtel ohne Staub.

An dieser Stelle ist zunächst eine kurze Geschichtsstunde nötig: In den 60er Jahren machte eine britische Freakbeat-Gruppe namens The Sorrows von sich hören. Genauer gesagt, gelang ihnen ein mittelfristiger Erfolg nur auf dem europäischen Festland und ganz besonders in Italien, wohin die Band auch übersiedelte. In erster Linie ihrem Heimweh geschuldet, kehrten Sänger und Gitarrist Philip Whitcher sowie Gitarrist Roger Lomas zurück auf die Insel. Dort produzierten das Songwriter-Gespann als Rog & Pip eine spannende Mischung aus ihren musikalischen Wurzeln, Boogie-, Glam- und frühem Hard Rock. Allerdings war das Publikum scheinbar nicht bereit für einen „beflangerten“ und riffstarken Sound zwischen Led Zeppelin, Black Sabbath und T. Rex. Rog & Pip schafften es nicht – bis heute. Nun rettet die Anthologie OUR REVOLUTION rotzige zwölf Retro-Sammler-Juwelen vor dem Vergessen.