Titelstory: Guns N‘ Roses – The Most Dangerous Reunion In The World

8. April 2016, Las Vegas, Nevada. Fakt ist: Die brandneue T-Mobile Arena wird restlos ausverkauft sein, genauso wie alle weiteren vier Shows, die die Gunners bis jetzt bestätigt haben. Damit ist ein gewisser Erfolg der Reunion bereits sicher, doch was werden die etwa 15.000 Augen- und Ohrenpaare an diesem Abend zu sehen und hören bekommen? Wird es das sein, was alle Fans so sehr herbeigesehnt haben? Oder ist es der Anfang eines großen Fehlers, den drei von fünf unserer Protagonisten begehen?

Besonders Slash und Duff haben so­­wohl einen musikalisch als auch menschlich verlässlichen Ruf zu verlieren, den sie sich über Jahre erneut aufgebaut haben. Der wäre schnell dahin, würden sich Axls Konzert-Allüren aus früheren Tagen wiederholen oder sollte dieser stimmlich und körperlich nicht auf angemessenem Niveau sein.

Schlimmer noch als diese von Kritikern ohnehin erwarteten Enttäuschungen wäre jedoch, wenn es sich bei dieser Live-Reunion, bei der wohl weder Izzy noch Steven beteiligt sein werden, lediglich um vier lukrative One-Off-Shows und damit eine gigantische Fi­­nanzspritze für Axl, Slash und Duff handeln würde. Ex-Manager Alan Ni­­ven äußerte dazu in einem Radiointerview mit Howard Stern im vergangenen Januar seine klare Meinung: „Ich werde mir das nicht ansehen. Ohne Izzy sind sie nur ‚Velvet Roses‘!“ Der Vor­­­wurf des „Ausverkaufs“ einer einst re­­levanten Legende brodelt mittlerweile immer lauter, zumal der unverschämte Preis von 2.500 Dollar für ein „V.I.P.-Ticket“ in Las Vegas, das nicht einmal ein Treffen mit der Band einschließt, für öffentlichen Ärger sorgt.

Was aber, wenn diese Nacht den Be­­ginn einer neuen kreativen und lange anhaltenden Phase von Guns N‘ Roses darstellt? Was, wenn die Guns auf um­­fassende Tournee gehen, zusammenbleiben und neue Songs mit einem ganz besonderen Co-Autoren schreiben? Möglich wäre es, schließlich be­­hauptete der geschasste Manager Niven in jenem Interview ebenfalls: „Izzy sieht sich das vom Rand aus an, bis er das Ge­­­fühl hat, dass er daran beteiligt sein will. Er mag dieses ganze Drama nicht. […] Ich glaube, er hat mit ihnen an Sachen geschrieben. […] Erst vor kurzem.“ Sollte das stimmen, bekäme die Rockwelt eine ihrer wichtigsten Bands zurück und würde vielleicht bald um ein wertvolles Album (das nicht wie CHINESE DEMOCRACY aus dem Jahr 2008 klingt) reicher.

Spätestens im April wird Klarheit herrschen, ob derartige Spekulationen berechtigt sind. Bis dahin aber sollte sich jeder Gunners-Anhänger auf das, was auch immer da kommen mag, freuen. Der Fan ist es auch, der dann urteilen kann, ob es nicht doch besser gewesen wäre, wenn die drei ihr musikalisches Erbe unangetastet gelassen und an Duffs weise Worte gedacht hätten: „Wenn wir ganz ehrlich sind, sollten wir sehr damit zufrieden sein, dass es uns überhaupt so lange gab. Und wir sind verdammt weit gekommen. Ich meine, wir haben die beschissene Welt erobert!“

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