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Flashback: TOM PETTY AND THE HEARTBREAKERS erscheint

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Am 9. November 1976 erschien das selbstbetitelte Debütalbum von Tom Petty And The Heartbreakers. Die Band war wenig zuvor, im selben Jahr, von Tom Petty, Mike Campbell, Benmont Tench, Ron Blair und Stan Lynch in Gainesville, Florida gegründet worden, ihre erste Platte wurde über das Lable „Shelter Records“ veröffentlicht.

Mit ihrem Erstlingswerk konnte die junge Band vorerst nicht besonders viel Aufmerksamkeit in den Staaten auf sich ziehen. Im UK hingegen konnten Petty und die Heartbreakers nach einer Fernseh-Performance beim beliebten Format „Top Of The Pops“ einiges an Staub aufwirbeln.

Erst als ›Breakdown‹ 1978 in den USA als Single neuveröffentlicht wurde, schaffte es der Song dann in die Top 40 der US-Charts. Mit dem Folgealbum YOU’RE GONNA GET IT konnte die Truppe dann Goldstatus erreichen, das dritte Werk DAMN THE TORPEDOES brachte Tom Petty und seinen Heartbreakers dann Platin ein.

Led Zeppelin: Geheimnis um Artwork von IV gelüftet

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Am 08. November 1971 veröffentlichten Led Zeppelin ihr viertes, eigentlich unbetiteltes, Studioalbum, auch bekannt als IV oder ZOSO. Das Artwork außen ziert das Bild eines Herren mit Gehstock und einem Bündel Äste auf dem Rücken, innen findet man eine weitere männliche Figur vor, auch „The Hermit“, also „der Eremit“, genannt. Bisher rankten sich viele Geschichten und Legenden um das Artwork, Robert Plant soll die Vorlage damals in einem Gebrauchtwarenladen aufgefallen sein. Nun wurde die Originalvorlage des Covers im Zuge einer Ausstellungsvorbereitung im Wiltshire Museum in Devizes gefunden.

Led Zeppelin IV

Brian Edwards, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der „University of the West of England“ und Led-Zeppelin-Fan, erkannte das Motiv während seiner Mitarbeit im Museum sofort. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um ein Werk von Fotografie-Lehrer Ernest Howard Farmer, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sein soll. Das Bild trägt den Titel „A Wiltshire Thatcher“. Der Mann mit dem Holzbündel auf dem Rücken hieß vermutlich Lot Longyear, ein Stroh- bzw. Reetdachdecker aus Mere, einer kleinen Stadt südwestlich von Wiltshire. Das Originalbild wird in einer Frühjahrsausstellung des Museums zu sehen sein.

Das Original könnt ihr auf der Homepage des Museums sehen: hier

50 Jahre AC/DC: Danko Jones über FLY ON THE WALL

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2023 feiern wir 50 Jahre AC/DC. Und die Stars feiern mit! Musiker und Kollegen der australischen Legenden erzählen von ihren Lieblings Accadacca-Platten.

„Ich begreife nicht, warum die Leute es so scheiße finden!“ Danko Jones nimmt FLY ON THE WALL in Schutz, das wohl unbeliebteste Werk von AC/DC.

FLY ON THE WALL hinterließ bleibenden Eindruck bei mir, weil sie dieses Album vermarkteten, als der Videosender MuchMusic – Kanadas MTV – im Kabelfernsehen für alle frei empfangbar wurde. Über Nacht hatten plötzlich ALLE MuchMusic, also sahen alle an der Schule diese Videos, nicht mehr nur der eine Junge, der von seinen Eltern alles bekam, was er wollte. Davor konnten wir den Kanal empfangen und die Musik hören, aber das Bild dazu nicht sehen. Plötzlich sah man alles, und das war, als hätten wir die Schlüssel zu Valhalla bekommen. Und wenn ich mich recht erinnere, brachten AC/DC eben damals gerade FLY ON THE WALL raus, also sah ich die Clips zu ›Shake Your Foundations‹ und ›Sink The Pink‹. Meiner Meinung nach sind das zwei der besten Lieder, die sie je geschrieben haben. Auf jeden Fall sind es die besten Songs auf dem Album. Und ehrlich gesagt habe ich zwar nicht bei dieser jüngsten Platte [von Danko Jones], aber bei vielleicht sechs oder sieben unserer Studiowerke jedes einzelne Mal ›Shake Your Foundations‹ und ›Sink The Pink‹ angehört, bevor ich anfing, Riffs zu schreiben. Ich jage diesen beiden Tracks nach. Ich möchte ein Stück wie ›Shake Your Foundations‹ schreiben – das „I, aye, aye“, dieser Part ist … oh mein Gott! Das ist so simpel, aber aus irgendeinem Grund trifft es mich richtig heftig. Ich begreife nicht, warum Leute diese Platte so scheiße finden. Das verstehe ich einfach nicht.

Sie ist ziemlich stark. Ich las immer wieder: „Oh, das ist eine wie jede andere Platte von ihnen.“ Und ich dachte nur, sie sind nun mal so eine Band. Jede Gruppe sollte danach streben, so zu sein. Man will doch einen unverkennbaren eigenen Sound haben. Man will doch, dass die Leute einen in fünf Sekunden oder weniger erkennen. Motörhead, Slayer, AC/DC, die Ramones … in Sachen Hardrock und harter
Musik sind diese vier genau das, was wir zu sein versuchen. Angus erwähnte Danko Jones mal in einem Interview und ich war nicht überrascht, denn ich kannte die Geschichte dahinter. 2002 kam mal dieser Junge zu uns an den Merchandise-Stand und meinte: „Angus Young ist mein Onkel.“ Wir sahen ihn bei zwei Shows und er verriet uns: „Ich habe meinen Onkel gebeten, mir beizubringen, wie man ›Sound Of Love‹ von [dem Danko-Jones-Album] BORN A LION spielt.“ Das war einfach so spezifisch, dass man ihm glauben musste. Und als dann dieses Interview erschien, nannte Angus uns beim Namen. Ich war so froh darüber, denn ich hatte diese Geschichte schon seit über zehn Jahren erzählt: „Wir trafen den Neffen von Angus Young, und laut ihm brachte Angus ihm bei, wie man ›Sound Of Love‹ spielt!“ ›Sound Of Love‹ basierte auf zwei Stücken von BACK IN BLACK, also dachte ich, wenn irgendjemand das spielen kann, dann Angus Young. Wir sind ihnen mal bei einer Afterparty nach den Junos – den kanadischen Grammys – begegnet. Phil Rudd, Malcolm Young und Angus Young waren alle da und hingen ab. Sie hatten keinen Preis verliehen bekommen, ich glaube, sie waren einfach zufällig in der Stadt. Und dann wur- den sie hereingebracht und wir machten Fotos mit ihnen … und ich kann dieses fucking Foto nicht mehr finden! Daran will ich nicht mal denken, denn ich hatte es!

CLASSIC ROCK präsentiert: Toto live!

2024 gehen Toto um Gitarrenvirtuoso Steve Lukather und Sänger Joseph Williams auf „Dogz Of Oz“-Tour und schauen dabei auch für sieben Sommer-Shows in Deutschland vorbei. Der exklusive Presale für die Konzerte startet am 08. November, der reguläre Ticketvorverkauf geht am 10. November los.


Steve Lukather über die Zukunft von Toto und den jüngsten Popularitätsschub, den die ikonische Band erlebt: „Es gibt eine erfrischende, optimistische Begeisterung für die Zukunft. Als langjährige Mitglieder der Band wollen Joe und ich weiterhin unterwegs sein, um das ursprüngliche Erbe der Band am Leben zu erhalten und die Musik unserer generationenübergreifenden Fangemeinde näher zu bringen. Im Jahr 2023 traten wir demütig vor fast einer Million Fans auf. Und 2024 werden wir vor noch mehr Fans auf der ganzen Welt spielen. Ich habe mehr als viereinhalb Jahrzehnte meines Lebens damit verbracht, dieses Erbe zu pflegen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Musik durch Live-Konzerte weiterlebt.“

Hier Toto live erleben:

24.06.2024 München, Tollwood

25.06.2024 Hamburg, Stadtpark

27.06.2024 Haltern am See, Seebad

28.06.2024 Büren, Almeauen

29.06.2024 Zwickau, Freilichtbühne

30.06.2024 Bruchsa, Schlossgarten

02.07.2024 Berlin, Zitadelle

The Beatles: ›Now And Then‹ klettert die Charts hoch

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Am zweiten November veröffentlichten die Beatles ihren „letzten“ Song ›Now And Then‹. Zusammen mit Peter Jackson, dem Regisseur der gefeierten Beatles-Doku “Get Back”, und dessen Know-How im Bereich KI haben Paul McCartney und Ringo Starr den “letzten Beatles-Song” fertig gestellt, der heute erscheint. Mithilfe von künstlicher Intelligenz wurde John Lennons Stimme von einer alten Demo-Kassette extrahiert, so dass McCartney die Einzelspur nutzen konnte, um ein “bereits fertig geschriebens Musikstück zu komplettieren.”

Jetzt klettert der wohl letzte aller Bealtes-Tracks zielstrebig auf die Spitzenposition der britischen Charts zu. ›Now And Then‹ war auf Platz 42 eingestiegen, laut „Official Charts Company“ erwarte man, dass McCartney und Co. bis Freitag auf die Nummer 1 vorrücken werden. Es wäre die 18. Spitzenposition der Beatles in den britischen Charts und der erste Platz 1 seit 1969.

In einem Interview mit The Times sprach Paul McCartney jüngst über die Fertigstellung des neuen Songs: „Es ist schon seltsam, wenn man darüber nachdenkt. Da sitzt John in seiner Wohnung, haut in die Tasten und nimmt ein Demo auf. Und wir haben das Demo restauriert, nun hört man seine wunderbare Stimme kristall klar. Man fragt sich natürlich, ob man so etwas tun darf. Aber immer, wenn ich darüber nachdenke, stellte ich mir vor, ich hätte die Möglichkeit, John zu fragen. Und John hätte es geliebt. Klar, wissen kann ich das nicht, aber ich denke meine Vermutung ist die beste, die wir haben. Jetzt ist daraus eine Beatles-Platte geworden. Als wir es Leuten vorgespielt haben, haben manche geweint, manche meinten: ‚Jesus Christus, es ist ein Beatles-Song‘.

Er führt weiter aus: „Viele Menschen wurden von den Beatles berührt und dieses Gefühl hält bis heute an. Wenn ich an die Beatles denke, erinnere ich mich an Freude, Talent, Humor und Liebe. Und wenn die Leute sich wegen dieser Eigenschaften an uns erinnern, wäre ich sehr glücklich.“

CLASSIC ROCK präsentiert: Laura Cox live

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2024 kommt Laura Cox nach Deutschland. Nachdem die französische Künstlerin mit ihren Coverversionen von Blues- und Rockklassikern auf YouTube für Furore gesorgt hatte, tourt die Gitarristin und Sängerin nun regelmäßig über die Bühnen Europas und begeistert mit ihrer energiegeladenen Vocal-Perfromance und ihrem außerordentlichen Gitarrenspiel.

Weitere Infos und Tickets findet ihr hier: Laura Cox

Laura Cox live erleben:

08.05    Isernhagen, Bluesgarage

10.05    Bielefeld, Lokwerk

11.05    Dortmund, Piano

12.05    Bonn, Harmonie

14.05    Ulm, Roxy

15.05    Augsburg, Spektrum

16.05    Kaiserslautern, Kammgarn

17.05    Aschaffenburg, Colo Saal

Werkschau: Standardzeit

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Über die vergangenen 50 Jahre hinweg haben sich zahlreiche Rockstars an den großen amerikanischen Standards versucht. Aber welche lohnen ein genaueres Hinhören?

„Rock’n’Roll riecht verlogen und falsch“, sagte Superstar Frank Sinatra Ende der 50er. „Er wird
größtenteils von idiotischen Rowdys gesungen, gespielt und geschrieben.“ 30 Jahre später fühlte er sich womöglich bestätigt, als einige dieser idiotischen Rowdys anfingen, seine Art von Musik zu covern. Es gab in den 60ern zwar schon ein paar frühe Beispiele, etwa The Supremes und Aretha Franklin, doch das Phänomen, dass Rock- und Popsänger Alben mit Standards aufnahmen, begann – wie so vieles – mit den Beatles. Und ausgerechnet der Beatle, den man am wenigsten qualifiziert gehalten hätte, große amerikanische Songwriter wie Cole Porter und Johnny Mercer zu interpretieren, brachte diesen Trend ins Rollen. Ringo Starrs Solodebüt SENTIMENTAL JOURNEY (1970) löste zwar nicht unbedingt eine Flutwelle aus, doch es wurde zur Blaupause für sämtliche „Great American Songbook“-Projekte, die folgen sollten.

Ein Jahrzehnt später wurde das Konzept „Zeit für Standards“ dank Linda Ronstadts Grammys abräumender Albumtrilogie aus WHAT’S NEW, LUSH LIFE und FOR SENTIMENTAL REASONS zu einem beliebten Karriereschritt. Warum aber alte Klassiker covern, die eine vorangegangene Generation von Sängern berühmt gemacht hatte? Erstens: Sie sind zeitlos. Ausgeklügelt, melodisch, voller Herz, aber auch wandelbar genug, um auf viele verschiedene Weisen interpretiert zu werden. Zweitens können Sänger*Innen so in Würde altern und ihre stimmlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen, während sie zudem noch ein ganz neues Publikum ansprechen. Man halte sich zum Beispiel vor Augen, dass Rod Stewarts IT HAD TO BE YOU von 2002 das erste Nr.-1-Album des Sängers seit 1979 war. Und drittens ist es die Bestätigung, dass gute Musik ein Kontinuum ist, keine Sammlung gegensätzlicher Stilrichtungen. Über die Jahre hinweg waren die erfolgreichsten Ausflüge Richtung Songbook stets jene, bei denen die Interpreten eine Geschichte und emotionale Verbindung zu dem Material hatten. Man kann hören, dass
Harry Nilsson, Paul McCartney und Brian Wilson die Standards nicht nur kannten, sondern deren Einflüsse auch in ihre eigene Arbeit eingebaut hatten.

Ein sensibler Arrangeur wie Nelson Riddle oder Quincy Jones ist ebenfalls unerlässlich, um den passenden Swing und Esprit einzufangen. Sängerinnen wie Carly Simon und Cyndi Lauper schlugen sich auf solchen Alben achtbar, doch die Arrangements litten bisweilen an der Farblosigkeit von Fahrstuhlmusik. In jüngerer Vergangenheit gab es kaum noch solche Werke, doch es werden sicher
wieder mehr davon kommen. Oder, wie es in einem dieser geliebten Standards so schön heißt: „Moonlight and love songs, never out of date“.

Unverzichtbar

Harry Nilsson, A LITTLE TOUCH OF SCHMILSSON IN THE NIGHT (RCA 1973)

Harry Nilsson A little touch

Als Nilsson ankündigte, dieses Album machen zu wollen, flehte sein Label ihn an, es bleiben zu lassen, und sein Produzent weigerte sich, daran mit ihm zu arbeiten. Es galt als Karriere-Selbstmord. Doch Nilsson bestand darauf. Und sein engelsgleicher Tenor hauchte Standards wie ›What‘ll I Do‹ und ›Makin‘ Whoopee‹ neues Leben ein. Er engagierte Sinatras Arrangeur Gordon Jenkins, um den verwobenen Songzyklus zu konstruieren. Nach Nilssons atemberaubender Fassung von ›Somewhere Over The Rainbow‹ bei einem Live-Konzert-Special der BBC sah Jenkins ihn an und sagte: „Jetzt glaube ich“. Eine wohlverdiente Segnung von dem Mann, der mit „The Voice“ zusammengearbeitet hatte.

Paul McCartney, KISSES ON THE BOTTOM (HEAR MUSIC 2012)

In Würde zu altern ist nicht leicht, erst recht nicht für Rocklegenden. Paul McCartney feierte seinen 70. Geburtstag mit einer Platte, die in seinen Worten von „Erinnerungen und dem Singen mit der Familie“ inspiriert war. Macca arbeitete hier mit Produzent Tommy Lipurna sowie Diana Krall zusammen, die die üppigen, zartfühlenden Arrangements schrieb, und trat aus dem Beatle-Modus heraus, um eine verletzliche, zerbrechliche Version von sich zu präsentieren. McCartney lieferte dabei Songs mit einer Intimität und Tiefe ab, wie er es seit 30 Jahren nicht mehr getan hatte. Zu den Highlights gehören ›The Glory Of Love‹ und ›The Inch Worm‹, während seine Eigenkomposition ›My Valentine‹ sich als neuer Standard nahtlos einfügt.

Wunderbar

Ringo Starr, SENTIMENTAL JOURNEY (APPLE 1970)

Drei Jahre vor Nilsson wurde Ringo zum ersten Rockstar, der in der Nostalgie der Swing-Ära schwelgte. Ein All-Star-Ensemble von Arrangeuren, darunter George Martin, Quincy Jones und Elmer Bernstein, sorgten für die Bläserstöße und den Streicherzucker, doch es war Ringos typischer Charme, der die Sache rund machte. Sein bodenständiges Croonen riss den modrigen Frack von Gassenhauern wie ›Bye Bye Blackbird‹ oder ›Stardust‹ und steckte sie stattdessen in Jeans und Cord.

Linda Ronstadt, LUSH LIFE (ASYLUM 1984)

Linda Ronstadt sagte, sie wollte „diese Songs davor retten, für den Rest ihres Lebens in Fahrstühlen auf und ab zu fahren“. Über drei aufeinanderfolgende Alben tat sie das und erhob das Konzept von Rockstars, die Standards interpretieren, zu einem lukrativen und respektierten Geschäft. Teil 2 ihrer Trilogie ist der stärkste mit so euphorischen wie einfühlsamen Fassungen von ›Skylark‹, ›Mean To Me‹ und ›I’ve Got A Crush On You‹. Ihr Retro-Trip ist so überzeugend, weil sie nicht nachzuahmen versucht, sondern einfach nur sie selbst bleibt.

Brian Wilson, REIMAGINES GERSHWIN (DISNEY, 2010)

Was, wenn Brian Wilson im New York der 20er statt im Kalifornien der 60er groß geworden wäre? Sein Cover-Album mit Songs eines gleichgesinnten Komponisten beantwortet diese Frage. Höchst ambitioniert denkt diese Platte Gershwin tatsächlich neu und verschmilzt ihn mit Wilsons eigener, unverwechselbarer DNA, um eine Art generationsübergreifenden Mash-up zu erschaffen. ›They Can‘t Take That Away From Me‹ ist bereit fürs Surfbrett. Ein sträflich übergangenes Juwel in Wilsons Spätwerk.

Joni Mitchell, BOTH SIDES NOW (REPRISE, 2000)

Auf ihrer opulent orchestrierten 12-Song-Suite zeichnet Joni Mitchell eine Beziehung nach, vom Flirten über den Vollzug bis zur Desillusionierung und der anschließenden Akzeptanz. Ihre Stimme, auf ihrem eigenen Material so idiosynkratisch in Ton und Phrasierung, erweist sich als überraschend anpassungsfähig. Und etwas an der Direktheit einiger dieser Nummern entlockt ihr tiefere emotionale Nuancen. Eine Platte, die eine nachdenkliche Stimmung aufrecht erhält, wie das sonst nur Sinatras besten Konzeptalben gelang.

Anhörbar

Jeff Lynne, LONG WAVE (FRONTIERS, 2012)

Jeff Lynnes Signature Sound ist so unverwechselbar, dass diese Standards wie Fanlieblinge aus dem ELO-Backkatalog klingen. Bei wiederholtem Hören wird aber deutlich, wie die großen Songschmiede von gestern, etwa Rodgers & Hammerstein (›If I Loved You‹), Charles Aznavour (›She‹) oder Warren & Gordon (›At Last‹), Lynne mit den dissonanten Kontrapunkten und inspirierten Wendungen versorgten, die zu den Säulen seines eigenen Stils wurden. Spektakulär: Lynnes rührende Version von Charlie Chaplins ›Smile‹.

Glenn Frey, AFTER HOURS (UNIVERSAL, 2012)

Glenn Frey war eindeutig ein Fan des Nat King Cole Trios, denn er stellte gleich drei von dessen bekanntesten Hits an den Anfang seines Albums. Er mag nicht Coles Talent besessen haben, eine Band zum Swingen zu bringen, doch er verfügte über eine ähnliche Entspanntheit, die ihn diese Songs ohne jegliche Prätention interpretieren ließ. Die Tatsache, dass dies Freys letzte Aufnahmen vor seinem viel zu frühen Tod 2016 sind, verleiht ihnen eine zusätzliche Eindringlichkeit, vor allem dem Titelstück mit seinem Thema der Sterblichkeit.

Jimmy Page: Erster Live-Auftritt in 12 Jahren

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Am 04. November stand Jimmy Page bei der jährlichen Einführungsfeier in der Rock And Roll Hall Of Fame live auf der Bühne. Dieser Auftritt markierte die erste Live-Darbietung des Led-Zeppelin-Gitarristen in 12 Jahren. Zu Ehren von Link Wray spielte er dessen Song „Rumble“ auf seiner legendären Gibson-Doubleneck.