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D’Virgilio, Morse & Jennings: SOPHOMORE

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Prog-Titanen!

Natürlich läuft Progrock-Fans bei den Namen Nick D’Virgilio, Neal Morse und Ross Jennings das Wasser im Mund zusammen. Vor allem auch, weil hier unterschiedlichste künstlerische Ansätze zusammengekommen und man sich dennoch auf einen einheitlichen Sound geeinigt hat. Da klingt manches wie Steely Dan oder 10CC, anderes wie Yes oder gar Eagles in deren Blütezeit. Ganz klar, auch SOPHOMORE – der Nachfolger des 2021er-Debüts TROIKA – ist gesanglich ganz großes Kino, mit polyphonen Stimmsätzen und Phrasierungen zum Niederknien. Das Bemerkenswerte jedoch ist, dass sich die wunderbaren Kompositionen wohltuend ruhig und unaufgeregt ins Ohr einschmeicheln und dem Begriff „Wohlklang“ alle Ehre machen. Es muss halt nicht immer volle Breitseite sein!

D’Virgilio, Morse & Jennings
SOPHOMORE
INSIDEOUT/SONY

Foghat: SONIC MOJO

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Unkaputtbare Blues- und Boogie-Rocker

Über 50 Jahre auf dem Buckel, aber einfach nicht kleinzukriegen: Die 1971 gegründeten Foghat sind nach sieben Jahren mit einem neuen Studioalbum zurück: SONIC MOJO. Natürlich hat sich die Besetzung im Lauf der Jahrzehnte verändert, und auch diesmal gibt es mit Sänger und Gitarrist Scott Holt (Buddy Guy) einen Neuzugang zu vermelden. Am Schlagzeug sitzt nach wie vor Gründungsmitglied Roger Earl, eingerahmt von seinen langjährigen Wegbegleitern Bryan Bassett (Gitarre) und Rodney O’Quinn (Bass). Zwölf neue Songs haben die nicht mehr ganz so jungen Herren eingespielt, wobei es sich um sechs Eigenkompositionen und sechs Coverversionen handelt, beispielsweise von Willie Dixon (›Let Me Love You Baby‹), B. B. King (›She’s Dynamite‹) und Chuck Berry (›Promised Land‹). Alte Helden der Musiker, die vor ihnen da waren und sie inspiriert haben. Bei den ersten beiden Singles (Drivin’ On‹ sowie ›She’s A Little Bit Of Everything‹) handelt es sich hingegen um eigene Stücke, wobei besonders der straighte Bluesrocker ›Drivin’ On‹ in Hintern, Hüften und Füße fegt und zum Mitwippen animiert. Der Sound der Briten erweist sich einmal mehr als zeitlos, diese Platte hätte so auch vor 20 oder 30 Jahren erscheinen können, was man – je nach Musikgeschmack und vermutlich auch Alter – positiv oder negativ deuten kann. Für Classic- Rock-, Blues- und Boogie-Fans ist es aber definitiv eine gute Nachricht, da die Qualität stimmt.

7 von 10 Punkten

Foghat
SONIC MOJO
METALVILLE/ROUGH TRADE

Psychedelic Porn Crumpets: FRONZOLI

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Bunt und kompromisslos: fantastischer Psych-Rock von Down Under

Der Albumtitel steht im für Schnickschnack, und in der Tat sind die Australier Großmeister darin, ihren Rock- Entwurf mit allerhand Gedöns zu verzieren. Was bei den Psychedelic Porn Crumpets unbedingt als Kompliment zu verstehen ist: Wäre ihr sechstes Werk FRONZOLI ein Weihnachtsbaum, es hinge sehr viel Lametta dran – und doch würde die ganze Familie fordern: mehr, mehr, mehr! Schon mit ihren ersten beiden Platten, dem ersten und zweiten Teil von HIGH VISCERAL, erspielte sich die Band aus Perth eine globale Fangemeinde. Wer auf King Gizzard & the Lizard Wizard schwört, steht auch auf diese Kollegen von Down Under. Mit FRONZOLI gehen die Psychedelic Porn Crumpets noch einen Schritt weiter. ›Nootmare (K.I.L.L.I.n.G) Meow!‹, das erste Stück der neuen Platte, baut auf einem Speed- Stoner-Riff auf, zwischendrin erholt sich der Song auf diversen psychedelischen Inseln, bevor die Gruppe den wilden Ritt hymnisch beendet. Toll auch, wie die Australier im Verlauf der Platte in den Psych-Pop driften, wie sie auf ›Dilemma Us From Evil‹ die Beatles weiterdenken oder beim fantastischen ›Cpt. Gravity Mouse Welcome‹ so tun, als wären die Flaming Lips eine Britpop-Band.

9 von 10 Punkten

Psychedelic Porn Crumpets
FRONZOLI
WHAT REALLY?/CARGO

Chris Stapleton: HIGHER

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Da steppt der Country-Bär: das beste Nashville-Album des Jahres

Für alle, die nicht ganz so mit Country und Americana bewandert sind: Chris Stapleton ist seit ein paar Jahren Nashvilles absoluter Liebling. Er mischt die Charts auf, seine Tourneen sind stets ausverkauft und die Kritiker haben einen Narren an dem bärtigen, bulligen Singer/Songwriter aus Kentucky gefressen – wie acht Grammys eindrucksvoll belegen. Mit dem neuen, wieder von Hit-Nase Dave Cobb produzierten HIGHER dürfte er seine Trophäen-Sammlung weiter ausbauen. Denn die Platte bietet in 14 Tracks all das, was Stapleton so unverwechselbar macht und zum König des Country werden ließ: großartige Lieder mit zum Teil schonungslos aufrichtigen Texten, stilistische Flexibilität, schnörkellose, ganz den Traditionen geschuldete Arrangements und – natürlich – seine Naturereignisstimme. Wer ihn hört, denkt unweigerlich an einen schwarzen Souler vom Kaliber Otis Redding. Vor allem natürlich in Tracks wie dem feurig bluesigen, mit einem coolen Keith-Riff ausgestatten ›South Dakota‹. Puh, da wackeln im Refrain die Wände. Und das nicht nur einmal im Verlauf von HIGHER. Doch Stapleton kann auch leise. In Love-Songs wie ›It Takes A Woman‹ oder dem minimalistischen ›Mountains Of My Mind‹ zum Beispiel. Zwischen diesen Polen serviert er Tom-Petty-typischen Heartland-Rock (›The Bottom‹), solide Country-Kost (›Crosswind‹) und – man höre und staune – soulige Vintage-Disco-Mucke (›Think I’m In Love With You‹). Top!

9 von 10 Punkten

Chris Stapleton
HIGHER
MERCURY NASHVILLE/UNIVERSAL

Alligator Wine: Gitarrenlose Klangarchitekten

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Ein Jahr lang hatte man in den Weiten des Netzes nichts mehr von The Alligator Wine gehört, jenem Duo aus dem Schwarzwald, das sich 2016 nach einem Song von Screamin‘ Jay Hawkins benannte und beschloss, fortan experimentelle, aber doch in den 70er Jahren verwurzelte, Rockmusik zu gestalten – ganz ohne Stromgitarren.

Und dann tauchen die beiden Musiker Thomas Teufel und Roberto Vitacca im Jahr 2023 plötzlich wieder mit einem neuen Album im Gepäck aus der Social-Media-Versenkung auf. „Bei mir war familiär bedingt sau viel los in letzter Zeit. Ich habe zwei kleine Kinder, wir haben ein altes Häuschen saniert – da war es nicht möglich, mit der Band in die Vollen zu gehen. Wir hatten ja damals unser erstes Album kaum draußen und wollten lauter tolle Sachen durchziehen, als dann Corona leider alles lahm gelegt hat. Das war schlecht für die Band, aber privat haben sich dafür viele schöne Dinge ergeben.“, erklärt Vitacca diesen kleinen Break gut gelaunt im Telefoninterview. Trotz diverser zeitaufwändiger Lebensabzweigungen und einer globalen Pandemie traf sich die Band immer wieder im naheliegenden Proberaum, um an jenen Songs weiterzutüfteln, die nun schließlich in Form von BONES AND TEETH veröffentlicht werden. Die Arbeitsteilung des Duos ist dabei relativ klar: Drummer Thomas kümmert sich um Schlagzeug und Soundgestaltung mit zahlreichen Effektspielereien, während Roberto Vitacca an Synths und Orgel arbeitet und obendrauf mit seiner wundervoll tiefen Stimme eine weitere Ecke zum Klangcharakter von The Alligator Wine hinzufügt. „Wir setzen uns keine Grenzen, wir machen uns nicht groß Gedanken. Im Prinzip jammen wir halt.“, so Vitacca über den Entstehungsprozess der Songs.

„Du solltest mal unseren Proberaum sehen. Thomas ist der Klangarchitekt der Band. Der liebt es, zu experimentieren. Alles ist voll mit Effektgeräten, analogen Synthesizern und Vintage Amps, ein Spielplatz für Musiker. Spätestens wenn es einen von uns vom Hocker haut, wird es Zeit, ernsthaft über Songtracking nachzudenken. Meistens geschieht das alles sehr intuitiv und diese Freiheit finde ich großartig.“ Das chaotische Soundgenie, der Strukturierte mit der großartigen Stimme und dann ist da noch ein Dritter im Bunde, der (erneut) zum Gelingen der Platte maßgeblich beitrug: „Thomas ist der Sound-Nerd, ich bin der mit den Melodien und Songstrukturen. Unser Produzent Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner ist der Kleber zwischen diesen beiden Welten. Er schafft es, unsere Vision aus dem Proberaum auf Platte zu bannen.“ Was durch zahlreiche Experimente entstanden ist und schließlich als BONES AND TEETH das Licht der Welt erblickt, ist trotz der nicht existenten Gitarre im Grunde pochender Vintage Rock mit dunkler Swamp-Note, Orgelpassagen á la The Doors, Synth-Wogen, die an Pink Floyd erinnern, und so manchen Dancefloor-Beben. Live, so ist Vitacca überzeugt, müsse diese liebevoll aufgebaute Klangarchitektur nicht 1:1 wie auf Platte klingen: „Davon halte ich nicht viel. Es ist eh schon sehr speziell, wenn man uns auf der Bühne sieht. Wir wir uns da gegenübersitzend battlen und sich unser großer Leslie-Turm in der Mitte dreht. (lacht) Unsere Liveshow unterscheidet sich sehr von der anderer Rockbands und schon auch von dem, was man auf der Platte hört. Das ist gut so und bisher hat es den Leuten gefallen.“ Wann und wo man diese außergewöhnliche Konstellation demnächst einmal auf einer Bühne begutachten kann, steht aktuell noch in den Sternen. Auch hier machen sich Alligator Wine keinen Druck, sondern lassen ihre Fans erst einmal ihr wirklich gelungenes neues Werk genießen.

Flashback: TOM PETTY AND THE HEARTBREAKERS erscheint

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Am 9. November 1976 erschien das selbstbetitelte Debütalbum von Tom Petty And The Heartbreakers. Die Band war wenig zuvor, im selben Jahr, von Tom Petty, Mike Campbell, Benmont Tench, Ron Blair und Stan Lynch in Gainesville, Florida gegründet worden, ihre erste Platte wurde über das Lable „Shelter Records“ veröffentlicht.

Mit ihrem Erstlingswerk konnte die junge Band vorerst nicht besonders viel Aufmerksamkeit in den Staaten auf sich ziehen. Im UK hingegen konnten Petty und die Heartbreakers nach einer Fernseh-Performance beim beliebten Format „Top Of The Pops“ einiges an Staub aufwirbeln.

Erst als ›Breakdown‹ 1978 in den USA als Single neuveröffentlicht wurde, schaffte es der Song dann in die Top 40 der US-Charts. Mit dem Folgealbum YOU’RE GONNA GET IT konnte die Truppe dann Goldstatus erreichen, das dritte Werk DAMN THE TORPEDOES brachte Tom Petty und seinen Heartbreakers dann Platin ein.

Led Zeppelin: Geheimnis um Artwork von IV gelüftet

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Am 08. November 1971 veröffentlichten Led Zeppelin ihr viertes, eigentlich unbetiteltes, Studioalbum, auch bekannt als IV oder ZOSO. Das Artwork außen ziert das Bild eines Herren mit Gehstock und einem Bündel Äste auf dem Rücken, innen findet man eine weitere männliche Figur vor, auch „The Hermit“, also „der Eremit“, genannt. Bisher rankten sich viele Geschichten und Legenden um das Artwork, Robert Plant soll die Vorlage damals in einem Gebrauchtwarenladen aufgefallen sein. Nun wurde die Originalvorlage des Covers im Zuge einer Ausstellungsvorbereitung im Wiltshire Museum in Devizes gefunden.

Led Zeppelin IV

Brian Edwards, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der „University of the West of England“ und Led-Zeppelin-Fan, erkannte das Motiv während seiner Mitarbeit im Museum sofort. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um ein Werk von Fotografie-Lehrer Ernest Howard Farmer, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sein soll. Das Bild trägt den Titel „A Wiltshire Thatcher“. Der Mann mit dem Holzbündel auf dem Rücken hieß vermutlich Lot Longyear, ein Stroh- bzw. Reetdachdecker aus Mere, einer kleinen Stadt südwestlich von Wiltshire. Das Originalbild wird in einer Frühjahrsausstellung des Museums zu sehen sein.

Das Original könnt ihr auf der Homepage des Museums sehen: hier

50 Jahre AC/DC: Danko Jones über FLY ON THE WALL

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2023 feiern wir 50 Jahre AC/DC. Und die Stars feiern mit! Musiker und Kollegen der australischen Legenden erzählen von ihren Lieblings Accadacca-Platten.

„Ich begreife nicht, warum die Leute es so scheiße finden!“ Danko Jones nimmt FLY ON THE WALL in Schutz, das wohl unbeliebteste Werk von AC/DC.

FLY ON THE WALL hinterließ bleibenden Eindruck bei mir, weil sie dieses Album vermarkteten, als der Videosender MuchMusic – Kanadas MTV – im Kabelfernsehen für alle frei empfangbar wurde. Über Nacht hatten plötzlich ALLE MuchMusic, also sahen alle an der Schule diese Videos, nicht mehr nur der eine Junge, der von seinen Eltern alles bekam, was er wollte. Davor konnten wir den Kanal empfangen und die Musik hören, aber das Bild dazu nicht sehen. Plötzlich sah man alles, und das war, als hätten wir die Schlüssel zu Valhalla bekommen. Und wenn ich mich recht erinnere, brachten AC/DC eben damals gerade FLY ON THE WALL raus, also sah ich die Clips zu ›Shake Your Foundations‹ und ›Sink The Pink‹. Meiner Meinung nach sind das zwei der besten Lieder, die sie je geschrieben haben. Auf jeden Fall sind es die besten Songs auf dem Album. Und ehrlich gesagt habe ich zwar nicht bei dieser jüngsten Platte [von Danko Jones], aber bei vielleicht sechs oder sieben unserer Studiowerke jedes einzelne Mal ›Shake Your Foundations‹ und ›Sink The Pink‹ angehört, bevor ich anfing, Riffs zu schreiben. Ich jage diesen beiden Tracks nach. Ich möchte ein Stück wie ›Shake Your Foundations‹ schreiben – das „I, aye, aye“, dieser Part ist … oh mein Gott! Das ist so simpel, aber aus irgendeinem Grund trifft es mich richtig heftig. Ich begreife nicht, warum Leute diese Platte so scheiße finden. Das verstehe ich einfach nicht.

Sie ist ziemlich stark. Ich las immer wieder: „Oh, das ist eine wie jede andere Platte von ihnen.“ Und ich dachte nur, sie sind nun mal so eine Band. Jede Gruppe sollte danach streben, so zu sein. Man will doch einen unverkennbaren eigenen Sound haben. Man will doch, dass die Leute einen in fünf Sekunden oder weniger erkennen. Motörhead, Slayer, AC/DC, die Ramones … in Sachen Hardrock und harter
Musik sind diese vier genau das, was wir zu sein versuchen. Angus erwähnte Danko Jones mal in einem Interview und ich war nicht überrascht, denn ich kannte die Geschichte dahinter. 2002 kam mal dieser Junge zu uns an den Merchandise-Stand und meinte: „Angus Young ist mein Onkel.“ Wir sahen ihn bei zwei Shows und er verriet uns: „Ich habe meinen Onkel gebeten, mir beizubringen, wie man ›Sound Of Love‹ von [dem Danko-Jones-Album] BORN A LION spielt.“ Das war einfach so spezifisch, dass man ihm glauben musste. Und als dann dieses Interview erschien, nannte Angus uns beim Namen. Ich war so froh darüber, denn ich hatte diese Geschichte schon seit über zehn Jahren erzählt: „Wir trafen den Neffen von Angus Young, und laut ihm brachte Angus ihm bei, wie man ›Sound Of Love‹ spielt!“ ›Sound Of Love‹ basierte auf zwei Stücken von BACK IN BLACK, also dachte ich, wenn irgendjemand das spielen kann, dann Angus Young. Wir sind ihnen mal bei einer Afterparty nach den Junos – den kanadischen Grammys – begegnet. Phil Rudd, Malcolm Young und Angus Young waren alle da und hingen ab. Sie hatten keinen Preis verliehen bekommen, ich glaube, sie waren einfach zufällig in der Stadt. Und dann wur- den sie hereingebracht und wir machten Fotos mit ihnen … und ich kann dieses fucking Foto nicht mehr finden! Daran will ich nicht mal denken, denn ich hatte es!