Nach zwei Jahrzehnten Wartezeit hat Sharon Osbourne nun endlich grünes Licht für die Dokumentation „We Sold Our Soul For Rock’n’Roll“ gegeben. Der Film wurde im Jahr 1999 während des „Ozzfests“ gedreht und zeigt Auftritte von Black Sabbath, Slipknot, Rob Zombie, System Of A Down und mehr.
Gedreht wurde das Zeitdokument von Regisseurin Penelope Spheeris, die u.a. für die Regie des Kultstreifen „Wayne’s World“ verantwortlich zeichnete. Jetzt soll Ozzys Ehefrau Sharon Osbourne endlich der Veröffentlichung zugestimmt haben. Ozzy Osbourne selbst teilte in einem jüngsten Interview mit dem britischen Metal Hammer mit, dass er an einem neuen Album arbeite und 2024 auch wieder live auf der Bühne stehen möchte.
Am 2. Dezember spielen Kiss ihre allerletzte Show im Madison Square Garden in New York. Wer keine Tickets für das Spektakel ergattert hat, kann das Konzert nun entspannt im heimischen Wohnzimmer verfolgen. Gegen eine Gebühr von 14,99$ kann man die Show auf ppv.com anschauen.
Als Duff McKagan 2019 sein Album TENDERNESS veröffentlichte, wurde der Singer/Songwriter und Bassist von Guns N‘ Roses von niemand Geringerem als Bob Dylan höchstpersönlich für seinen Song ›Chip Away‹ gelobt. Im Interview zu seinem aktuellen Album LIGHTHOUSE verriet uns McKagan: „Ich weiß noch, dass es an einem Dienstagabend war. Plötzlich bekam ich ständig Nachrichten von Freunden auf der ganzen Welt. Sogar Axl meldete sich bei mir und meinte: ‚Dude, hast du das gesehen?‘ Für die Musik, die ich schreibe, ist das wohl die größte Ehre, die einem zuteil werden kann. Ich kenne ihn nicht persönlich, der Mann ist schließlich Bob Dylan. Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.“
Im Interview mit unseren britischen Kollegen von CLASSIC ROCK verriet er außerdem, wie er damals auf Dylans Lob reagierte: „Ich schickte ihm eine Deluxe-Version von TENDERNESS mit einer handgeschriebenen Karte, auf der zu lesen war: ‚Vielen Dank für deine lieben Worte, hier ist mein Album. Und falls du jemals gemeinsam einen Song schreiben möchtest…“
Heute gedenken wir einem der tierischsten Drummer der Rockwelt: Phil Taylor, alias Filthy Animal. Der ehemalige Schlagzeuger von Motöthead verstarb heute vor acht Jahren.
„We are Motörhead, and we play Rock’n’Roll“ – das war die Devise der Band um Lemmy Kilmister, ein Satz, der stellvertretend für alles steht, was diese Gruppe ausmachte. Der wohl berühmteste Song des Trios ist ›Ace Of Spades‹ aus ihrem gleichnamigen Album von 1980.
Der Text des Songs kann als eine Allegorie auf das Leben gesehen werden – wenn auch auf eher banale Weise. Kilmister sagte einmal dazu: „Ich benutzte Glücksspiel-Metaphern, größtenteils Karten und Würfel. Wenn es um Glücksspiel geht, stehe ich eigentlich mehr auf Spielautomaten, aber man kann nicht wirklich über rotierende Früchte und herunter kommende Rädchen singen. Das meiste in dem Song dreht sich um Poker.“
Und während ›Ace Of Spades‹ immer noch einer der Favoriten der Fans ist, war Lemmy dem Song nach einer gewissen Zeit meist überdrüssig: „Um ehrlich zu sein, obwohl ›Ace Of Spades‹ ein guter Song ist, hängt er mir inzwischen zum Hals raus. Zwei Jahrzehnte später denken die Leute, wenn sie an Motörhead denken, an ›Ace Of Spades‹. Wissen Sie, wir sind nach dem Album nicht zu Salzsäulen erstarrt. Wir hatten seither noch ein paar gute Veröffentlichungen. Aber die Fans wollen es hören, also spielen wir es immer noch jeden Abend. Was mich betrifft, ich habe genug von dem Song.“
Nein, Robert „ Mutt“ Lange legt keinen gesteigerten Wert auf ein extrovertiertes Promileben im Fokus der Öffentlichkeit. Er lässt offenbar lieber seine Arbeit sprechen. Darunter BACK IN BLACK ,das drittmeistverkaufte Album dieses Planeten.
Robert „Mutt“ Lange ist der lebende Beweis dafür, dass die Begeisterung für Rock’n’Roll auch in der Diaspora prächtig gedeihen und sogar spätere Superstars hervorbringen kann. Geboren 1948 in Nord-Rhodesien (dem heutigen Sambia) und aufgewachsen im südafrikanischen Durban, gründete der Sohn eines Bergbauingenieurs mit 21 Jahren seine erste Band namens Sound Reason.
Die agierte zwar nicht übermäßig erfolgreich, was leider auch auf seine Nachfolge-Combo Hocus zutraf, doch der Grundstein war zumindest gelegt. Robert Lange traf daraufhin drei richtige Entscheidungen: Er siedelte Anfang der 70er-Jahre nach Großbritannien über, hängte seine Karriere als Bühnenkünstler an den Nagel und verlegte sich stattdessen auf die Musikproduktion. Mit Künstlern wie Kevin Coyne, Graham Parker und der Band City Boy, deren Alben er ab 1976 betreute, generierte er erste Aufmerksamkeit, das von ihm produzierte Debütalbum der Boomtown Rats enthielt dann mit ›Lookin’ After No. 1‹ einen wahrhaft prophetischen Titel: Die Single ›Rat Trap‹ vom Nachfolgewerk A TONIC FOR THE TROOPS landete tatsächlich auf Platz 1 der britischen Charts und markierte damit Langes Durchbruch.
Der Lockenkopf aus dem fernen Afrika war nun also endgültig in Londons Musikszene angekommen, was natürlich weitere lukrative Aufträge nach sich zog – und nicht irgendwelche. Seit 1979 und HIGHWAY TO HELL für AC/DC tätig, verantwortete er auch deren absoluten Megaseller BACK IN BLACK, darüber hinaus Foreigners 4 mit den Welthits ›Juke Box Hero‹ und ›Urgent‹, PYROMANIA und HYSTERIA von Def Leppard sowie Bryan Adams’ WAKING UP THE NEIGHBOURS. Unter anderem, wohlgemerkt, denn Lange, seit den 80er-Jahren gewiss einer der Großmeister des radiotauglichen Mainstream-Rock, offenbarte stets auch eine Affinität zum hochkommerziellen Pop, was altgediente AC/DC-Fans durchaus ein wenig irritierend finden durften.
Er produzierte etwa Alben oder einzelne Stücke von und für Celine Dion, Lady Gaga, die Backstreet Boys und Britney Spears. Die offensichtliche Absenz von musikalischen Berührungsängsten steht dabei in krassem Gegensatz zu Langes öffentlichem Auftreten, oder besser gesagt: seiner mittlerweile konsequenten Nicht-Existenz. Der Mann, der 17 Jahre lang mit der Country-Pop-Sängerin Shania Twain verheiratet war, fünf Grammy-Awards einsacken durfte und als überzeugter Vegetarier sowie Abstinenzler gilt, macht sich nämlich seit vielen Jahren ziemlich rar. Robert „Mutt“ Lange meidet Inter- views, lässt sich ungern fotografieren und verbringt heute die meiste Zeit zurückgezogen in seinem Domizil am Genfer See. Es sei ihm vergönnt. Und wer zum Schluss noch unbedingt wissen will, was das „Mutt“ in seinem Namen bedeutet: „Köter“, ein Spitzname, der ihm seit Kindheitstagen anhaftet. Also doch kein Reh.
In ihrer Heimat Kanada sind die Glorious Sons echte Durchstarter, hierzulande haben die Band noch nicht alle auf dem Radar. Schade für diejenigen, die ein Herz für großartiges Songwriting und tiefschürfende Lyrics haben – beides Attribute, vor denen das neue Album GLORY nur so strotzt. Um die holprige Entstehungsphase der neuen Platte nachvollziehen zu können, lohnt es sich beim letzten Album A WAR ON EVERYTHING anzusetzen, mit dem sich Frontmann und Songwriter Brett Emmons heute nicht mehr ganz zufrieden zeigt: „Ich wünschte, wir hätten vier Songs weniger draufgepackt und uns mehr Zeit gelassen, So hätte ich mir mehr Gedanken darüber machen können, worüber ich wirklich schreiben will. Retrospektiv finde ich die Platte etwas zu eklektisch.“, so der Sänger im Zoom-Interview. Immerhin der Faktor Zeit spielte bei GLORY pandemiebedingt keine Rolle. Dafür zog sich diesmal der Schreib-, Aufnahme- und Produktionsprozess durch verschiedene schicksalhafte Umstände fast bis zum Nervenzerreißen. Insgesamt war die junge Band etwa viermal im Studio, bis GLORY in seiner heutigen Form im Kasten war.
„Die Zwangspause durch Covid kam uns erst einmal gelegen, weil wir zuvor nonstop unterwegs gewesen waren. Die ersten sechs Monate genossen alle die freie Zeit. Nach einem Jahr allerdings wurden wir unruhig, man braucht einen Sinn im Leben – für eine Band setzt sich der nun mal aus Touren und Aufnehmen zusammen. Also machten wir uns an die Arbeit. Bei der ersten Aufnahmesession nahmen wir etwa 13 Songs auf, das meiste davon erschien uns danach jedoch zu negativ, zu politisch und wir verwarfen die Lieder. Über ein Jahr verteilt nahmen wir 35 Songs auf, doch nichts davon fühlte sich nach dem nächsten Glorious-Sons-Ding an. Irgendwann wurde mir klar, dass ich sehr tief in mir selbst graben musste, um diese Platte zu schreiben. Sie musste sehr persönlich werden. Und langsam wuchs in mir eine Vision. Es sollte um Wachstum, um Einsamkeit, um Durchhaltevermögen und menschliche Traurigkeit gehen. Nach weiteren krankheitsbedingten Ausfällen und ziemlich viel Pech. konnten wir die Songs schließlich irgendwann mit unserem früheren Produzenten Frederik Thaae eintüten.“ Schlussendlich haben sich die vielen Hürden der letzten Jahre für die Glorious Sons gelohnt, über das neue GLORY spricht der reflektierte Sänger voller Zuneigung: „Ich bin zufrieden und stolz, dass ich meine Wunden öffnen konnte. Fast bin ich deshalb sogar ein wenig peinlich berührt, weil es echt Mut braucht, öffentlich so sentimental zu sein. Außerdem denke ich, das Album klingt reifer als alles, was wir bisher gemacht haben. Mir ist wichtig, dass unsere Musik wächst. Ich möchte mit 30 nicht mehr über denselben Scheiß reden wie mit 18. Alle meine Helden haben sich mit der Zeit gewandelt. Ich möchte unseren Wachstum zeigen, zeigen, wer wir heute sind.“
Für die Glorious Sons gehe es immer um „echte Songs“ mit „echten Gefühlen“ über „echte Menschen“, so Emmons. „Die Welt funktioniert für unsere Art von Musik nicht mehr so, dass du eines Tages aufwachst und plötzlich ein Star bist. Wir als Band müssen für die Leute spielen, sie einzeln für uns gewinnen. Das ist eine Reise, auf der wir uns ständig wandeln werden und hoffentlich bauen wir über die kommenden 50 Jahre unsere Community weiter aus.“
Freitag markiert nicht nur den Start ins lang ersehnte Wochenende, sondern auch jenen Tag in der Woche, an dem viele Neuheiten in den Regalen der Plattenläden stehen. Heute gehen die neuen Alben von Foghat, Chris Stapleton und mehr an den Start!
Chris Stapleton: HIGHER
„Wer ihn hört, denkt unweigerlich an einen schwarzen Souler vom Kaliber Otis Redding. Vor allem natürlich in Tracks wie dem feurig bluesigen, mit einem coolen Keith-Riff ausgestatten ›South Dakota‹. Puh, da wackeln im Refrain die Wände. Und das nicht nur einmal im Verlauf von HIGHER.“
„Der Albumtitel steht im für Schnickschnack, und in der Tat sind die Australier Großmeister darin, ihren Rock- Entwurf mit allerhand Gedöns zu verzieren. Was bei den Psychedelic Porn Crumpets unbedingt als Kompliment zu verstehen ist: Wäre ihr sechstes Werk FRONZOLI ein Weihnachtsbaum, es hinge sehr viel Lametta dran.“
„Über 50 Jahre auf dem Buckel, aber einfach nicht kleinzukriegen: Die 1971 gegründeten Foghat sind nach sieben Jahren mit einem neuen Studioalbum zurück: SONIC MOJO. Natürlich hat sich die Besetzung im Lauf der Jahrzehnte verändert, und auch diesmal gibt es mit Sänger und Gitarrist Scott Holt (Buddy Guy) einen Neuzugang zu vermelden“
„Natürlich läuft Progrock-Fans bei den Namen Nick D’Virgilio, Neal Morse und Ross Jennings das Wasser im Mund zusammen. Vor allem auch, weil hier unterschiedlichste künstlerische Ansätze zusammengekommen und man sich dennoch auf einen einheitlichen Sound geeinigt hat.“
„ig Shot‹ oder ›NYC Tough Guy‹ schlagen ein wie Granaten, ›Make-Up‹ und ›Tell Me Again‹ zeigen Hamiltons enormes Können auch im Midtempo-Bereich, und mit ›Powder Puff‹ liefert er am Ende ein Amalgam aus all seinen besten Zutaten ab, in einem Song, der zu seinen größten überhaupt gezählt werden darf. Dass der Mann Anfang 60 ist, würde man sicher nicht vermuten – Hut ab vor dieser von A bis Z gelungenen Platte!“
Im hyperfragmentierten Musikkosmos von heute versucht zum Glück kaum noch jemand ernsthaft, neue „coole“ Genrebegriffe mit Anspruch auf Allgemeingültigkeit zu etablieren. Anfang der 90er hingegen fielen Helmet zwischen alle Stühle, weil sie so gar nicht ins Grunge-Schema passen wollten, weshalb sie bisweilen in Schubladen wie „Mathcore“ oder „Smart Rock“ gesteckt wurden und ihnen sogar angelastet wurde, den Nu-Metal auf den Weg gebracht zu haben. Heutzutage muss sich Mastermind Page Hamilton nicht mehr mit solcherlei Bedenken herumplagen und kann einfach seine ganz eigene, wunderbar individuelle Interpretation von Rock raushauen. Und auf Helmets Neunter tut er das unverblümt und kraftvoll wie lange nicht mehr. Mit dem grandiosen Opener ›Holiday‹ stürmt LEFT unaufhaltsam aus den Boxen, bevor dann alle Stärken der Band genussvoll vorexerziert werden. Die einzigartig kantig-komplexe Riffarbeit, die gelegentlich ungewöhnlichen Tempi, der furztrockene und doch bombastische Sound, die fesselnden Melodieläufe … ›Bombastic‹, ›Big Shot‹ oder ›NYC Tough Guy‹ schlagen ein wie Granaten, ›Make-Up‹ und ›Tell Me Again‹ zeigen Hamiltons enormes Können auch im Midtempo-Bereich, und mit ›Powder Puff‹ liefert er am Ende ein Amalgam aus all seinen besten Zutaten ab, in einem Song, der zu seinen größten überhaupt gezählt werden darf. Dass der Mann Anfang 60 ist, würde man sicher nicht vermuten – Hut ab vor dieser von A bis Z gelungenen Platte!