Die Aufnahme stammt aus Kansas City und ist Teil der Deluxe-Edition TURBO 30, die Judas Priest im Februar veröffentlichen werden.
Judas Priest legen ihren Albumklassiker TURBO aus dem Jahr 1986 neu auf. Das TURBO 30 betitelte Werk erscheint am 3. Februar als 3CD-Set. Neben dem remasterten Album findet sich darin der Live-Auftritt der britischen Metal-Ikonen 1986 in der Kemper Arena in Kansas City.
Als Vorgeschmack haben Judas Priest jetzt ihre Version von ›Out In The Cold‹ aus selbigem Konzert veröffentlicht.
Hier sind Judas Priest mit ›Out In The Cold‹ aus dem Jahr 1986:
TURBO 30:
CD1 – Turbo: Remastered
1. Turbo Lover
2. Locked In
3. Private Property
4. Parental Guidance
5. Rock You All Around The World
6. Out In The Cold
7. Wild Nights, Hot & Crazy Days
8. Hot For Love
09. Reckless
CD2 – Live At The Kemper Arena, Kansas City
1. Out In The Cold
2. Locked In
3. Heading Out To The Highway
4. Metal Gods
5. Breaking The Law
6. Love Bites
7. Some Heads Are Gonna Roll
8. The Sentinel
9. Private Property
10. Desert Plains
11. Rock You All Around The World
CD3 – Live At The Kemper Arena, Kansas City
1. The Hellion
2. Electric Eye
3. Turbo Lover
4. Freewheel Burning
5. Victim Of Changes
6. The Green Manalishi (With The Two-Pronged Crown)
7. Living After Midnight
8. You’ve Got Another Thing Coming
9. Hell Bent For Leather
Rick Wakeman musste sich zwischen Yes und den Spiders From Mars entscheiden. Es wurde zum Beginn einer Freundschaft, die 40 Jahre halten sollte.
Text: Rick Wakeman
Ich spielte 1969 auf der Single ›Space Oddity‹ das Mellotron, damals trafen wir uns das erste Mal. Das war so eine Ehre. An dem Abend kam ich nach Hause und erzählte Freunden, dass ich gerade an einem der besten Stücke mitgearbeitet hatte, an denen ich je beteiligt war. Dazu spielte ich noch Klavier auf ›Wild Eyed Boy From Freecloud‹ und ›Memories Of A Free Festival‹ von seinem zweiten Album, das im selben Jahr erschien.
Dann lud David mich in sein Haus in Beckenham ein, um die Tracks zu hören, aus denen dann HUNKY DORY wurde, und diese Songs waren so großartig, dass wir das ganze Album zusammen aufnahmen. Wir wurden Freunde und er gab mir sehr viel Freiheit bei den Parts, die ich spielen sollte.
Wir hatten in dieser Zeit unglaublich viel Spaß. So viel, dass ich mich, als er die Spiders From Mars gründete, mit ihm und Mick Ronson traf und David mir anbot, einzusteigen. Das war eine große Ehre. Doch wie es der Zufall so wollte, hatten mich Yes an genau jenem Tag ebenfalls gefragt.
Was für eine Entscheidung. Das war, als würde man gefragt, ob man bei Chelsea oder Manchester City unterschreiben will. Letztlich fiel meine Wahl auf Yes. Ich hatte schon eine Weile mit David zusammengearbeitet, was sehr angenehm war, und bewunderte ihn, liebte ihn. Er ist wohl die einflussreichste Person, mit der ich je beruflich zu tun hatte. Aber natürlich hätten wir nur sein Material aufgenommen. So toll das auch war, gab es doch eine Grenze für meinen Erfolg mit ihm. Bei Yes konnte ich meine eigene Musik spielen und Teil einer richtigen Band sein. Also fuhr ich zu David und sagte ihm genau das. Seine Antwort war, dass es in jeder Hinsicht die richtige Entscheidung war.
Ein paar Jahre später, 1976, wurden wir dann Nachbarn in Montreux in der Schweiz und trafen uns oft auf ein paar Drinks. Dabei kam meine Absage an ihn, um bei Yes anzufangen, hin und wieder zur Sprache. David sagte wiederum, dass meine Wahl die richtige gewesen war – und zwei oder drei Jahre später hatte er das Line-up der Spiders ohnehin wieder umgebaut.
Mitte der 80er kollaborierten wir wieder miteinander. Er rief an und fragte, ob ich auf ABSOLUTE BEGINNERS spielen würde, für den gleichnamigen Film. Er sagte: „Hast du da Lust drauf, um der alten Zeiten willen? Ich brauche so ein Rachmaninow-Klavier.“ Wir saßen im Pub und schwelgten ein paar Stunden in Erinnerungen, dann machte ich den Track und das war’s.
Auf der Bühne war er eine Person, jenseits der Bühne eine andere – und auf der Bühne manchmal mehr als eine. Aber ich durfte wohl den echten David Bowie kennenlernen, denn ganz am Anfang unserer Freundschaft nahm er noch all die Einflüsse auf, die ihn zu David machten. Ich hatte großes Glück, ihn in jener Zeit zu kennen. Später, in den Montreux-Zeiten, trafen wir uns in einem Laden namens Museum Club und verbrachten dort Stunden im Gespräch über verschiedenste Themen.
Natürlich verfolgte ich seine Karriere Schritt für Schritt. Er kannte keinen Stillstand und machte in jeder Hinsicht immer nur das, was er wollte. David war einfach einzigartig. Er könnte sich als einflussreichster Musiker, Künstler oder Performer – wie immer man ihn auch nennen mag – meiner Generation erweisen. Und wahrscheinlich sogar jeder nachfolgenden.
Mir fallen so viele Anekdoten über David ein. Eine meiner liebsten ist aus einer Zeit, als ich 1969 diesen kleinen Folk-Club namens Booze Drop in Acton, West-London führte. Wir schuldeten dem Vermieter Geld … Mann, das waren ungefähr 40 Pfund, was damals ein kleines Vermögen war. Bei den Strawbs verdienten wir gerade mal 18 Pfund die Woche pro Kopf.
Ich wusste, dass David unter dem Namen Davy Jones ein Folk-Sänger gewesen war, und nachdem wir ›Space Oddity‹ gemacht hatten, erzählte ich ihm von dem Alptraum, den wir gerade durchmachten. Er sagte: „Ich werde vorbeikommen und einen Abend für euch spielen. Es wäre lustig, mal wieder die alte Akustische rauszukramen, das habe ich schon seit Jahren nicht mehr gemacht.“ Auf die Frage nach seiner Gage, antwortete er: „Oh, gib mir einfach einen Fünfer“.
Also schaltete ich eine große Anzeige im „Melody Maker“ – die ich mir nicht leisten konnte – und wir hingen überall in Acton Plakate auf. Womit wir nicht gerechnet hatten, war dieser besondere Trick, den die Folk-Clubs damals anwendeten: Sie warben mit einem riesigen Namen, den sie gar nicht gebucht hatten. Die Zuschauer kamen und dann wurde durchgesagt: „Es tut uns leid, aber Fairport Convention haben es heute leider nicht geschafft. Aber dafür haben wir Peter & die Rotzsäcke“. Da war es dann schon zu spät, denn der Club hatte ja schon dein Geld.
Der große Abend stand also bevor. David Bowie im Booze Drop … und es kamen ganze zwölf Leute, weil alle dachten, es sei auch so ein Schwindel. Doch die Kunde breitete sich aus wie ein Lauffeuer, und als er seinen letzten Song spielte, drängten sie alle zur Tür rein. Sie waren aber leider zu spät dran. David fand das natürlich urkomisch.
Von Sinatra über die Beatles bis Katy Perry: prachtvoller Bildband über die Geschichte des Westküsten-Labels.
Als Capitol Records 1942 in Hollywood gegründet wurde, spielte die Musik eigentlich ganz woanders – im wörtlichen Sinn. Alle großen Plattenfirmen – ob Columbia, Decca Records oder RCA – saßen an der Ostküste. Capitol sollte Los Angeles in den folgenden Jahrzehnten, quasi im Alleingang, zu einem der musikalischen Zentren der USA machen.
Anfangs setzte man dabei vorrangig auf elegante Jazz- und Unterhaltungsmusik. So war Nat King Cole der erste große Star aus dem Hause Capitol, Anfang der 50er stieg dann Frank Sinatra ein. Der galt eigentlich als erledigt. Seine Hollywood-Karriere schien vorzeitig gescheitert, sein Einsatz für die demokratische Partie kam in konservativen Kreisen alles andere als gut an, außerdem wurden ihm Verbindungen zur Mafia nachgesagt. Doch nicht nur gelang ihm mit Platten wie IN THE WEE SMALL HOURS oder SONGS FOR SWINGIN‘ LOVERS! ein überragendes Comeback – wohl kein Name steht heute mehr für Capitol als der Frank Sinatras.
Was den Rock’n’Roll betrifft, so fand der, von Ausnahmen wie Gene Vincent und Wanda Jackson abgesehen, lange Zeit woanders statt. Das sollte sich in den 60er Jahren ändern, genauer 1962. Da sicherte sich das Label die Dienste der Beach Boys – deren Komponist Brian Wilson der erste Capitol-Künstler war, der selbst entscheiden durfte, was seine Band aufnahm und veröffentlichte, wie sich Produzent Ken Mansfield erinnert. Als kurze Zeit später die Beatles die US-Ausgaben ihrer Alben bei Capitol herausbrachten, war klar: Rockmusik war als etablierte Kunstform endgültig angekommen.
Apple Corps Ltd
Bis 2000 schlossen sich Musiker wie Pink Floyd, Steve Miller, Bob Seger, Tina Turner oder auch Kraftwerk und die Beastie Boys der Plattenfirma an. Seit der Jahrtausendwende gehören Katy Perry, Coldplay, Arcade Fire und Beck (der das Vorwort zum Buch verfasst hat) zu deren größten Stars.
„75 Years Of Capitol Recordings“ zeichnet diese Geschichte liebevoll nach, in Form von Publicity-Aufnahmen auf der Straße oder im Park, Fotos aus dem Studio oder Konzertbildern, mal in schwarzweiß, mal in Farbe. Jedem der fünf chronologisch geordneten großen Abschnitte des Bildbands sind einleitende Texte zur Label-Historie vorangestellt, am Ende stehen eigene Kapitel zur Architektur des in den 50ern erbauten Capitol-Turms und der akustisch-ausgeklügelten Konstruktion der darin befindlichen Studios – die bis heute beliebt sind. Bob Dylan nahm seine beiden jüngsten, von Sinatra inspirierten Alben dort auf.
8/10
75 Years Of Capitol Records
VON REUEL GOLDEN (HRSG.)
Taschen
Future Publishing kauft CLASSIC ROCK UK, PROG und METAL HAMMER „zurück“ und bewahrt die beliebten Musikmagazine vor dem Aus.
In der Woche vor Weihnachten verkündete der britische Verlag Team Rock seine sofortige Insolvenz. Dabei wurden 73 der 80 Angestellten fristlos entlassen, alle Zahlungen eingestellt und alle Medien auf Eis gelegt. Laut dem Guardian wurden die Magazine, Homepages, Internetradios und Lizenzen nun von Future Publishing für 800.000 Pfund gekauft.
Erst 2013 hatte Future Publishing die Marken für 10,2 Millionen Pfund an Team Rock verkauft. Scott Rowley, zuletzt Redaktionschef bei CLASSIC ROCK UK, sagte in einem Interview mit der britischen PressGazette, er wäre Mitte letzten Jahres von der Geschäftsführung unterrichtet worden, dass der Verlag 250.000 Pfund Verlust im Monat mache und man einen Käufer für die Marken suche. Es wurde jedoch weiterhin in die Produkte investiert, weswegen kein Grund zur Besorgnis bestand. In der Woche vor Weihnachten verlief die letzte Kaufverhandlung ins Leere, als Reaktion folgte die Anmeldung zur Insolvenz und sofortige Schließung des Verlags mit der fristlosen Entlassung aller Mitarbeiter ohne weitere Zahlungen.
Als Orange-Goblin-Sänger Ben Ward von der Schließung erfuhr, rief er sofort eine Pledge-Kampagne ins Leben, um die Mitarbeiter für ihre finanziellen Verluste entschädigen zu können. Bis heute wurden über 85.000 Pfund gespendet.
Die Zukunft der Magazine ist durch den Verkauf erst einmal gesichert. Wie viele Mitarbeiter Future Publishing übernehmen wird, ist noch nicht bekannt.
U2 kommen im Sommer nach Berlin – samt prominentem Special Guest. Schon im Februar gibt sich Pete Doherty die Ehre.
U2
Die Iren feiern auf ihrer „The Joshua Tree Tour 2017“ das 30-jährige Jubiläum ihres Albums JOSHUA TREE, das es bei ihren Konzerten in voller Länge zu hören geben wird. Mit Hits wie ›With Or Without You‹, ›I Still Haven’t Found What I’m Looking For‹ oder ›Where The Streets Have No Name‹ ist die Platte ein Klassiker im U2-Werk. Unterstützung erhalten Bono und Kollegen übrigens von keinem Geringeren als Noel Gallagher’s High Flying Birds.
U2 live in Deutschland:
12.7. Berlin, Olympiastadion
Pete Doherty
Die Skandalnudel der Libertines und der Babyshambles sorgte zuletzt mit ihrem Soloalbum HAMBURG DEMONSTRATIONS für Aufsehen. Im Februar kommt der gute Pete für drei Shows zu uns.
Pete Doherty live in Deutschland:
20.02. Frankfurt am Main, Batschkapp
21.02. München, Muffathalle
22.02. Köln, Live Music Hall
24.02. Hamburg, Große Freiheit 36
25.02. Berlin, Huxley’s
Jede Band hat mindestens eine Kuschelnummer im Repertoire. Wir haben für euch die zehn kitschigsten Rockballaden zusammengetragen. Mit dabei sind The Rolling Stones, Bryan Adams, Bon Jovi, Scorpions, Kiss, Europe u.v.m.
Heute wäre sein 70. Geburtstag gewesen, doch vor knapp einem Jahr haben wir ihn verloren: David Bowie. In unserem „Video der Woche“ lassen wir ihn noch einmal mit ›Rebel Rebel‹ auftreten.
Auf der Setlist von Bowies „A Reality Tour“ in den Jahren 2003 und 2004 befand sich neben vielen weiteren Hits natürlich auch ›Rebel Rebel‹ von seinem 1974er Album DIAMOND DOGS. In unserem „Video der Woche“ seht ihr David Bowie, der am heutigen 08.01.17 seinen 70. Geburtstag gefeiert hätte, mit der damaligen Version des Songs live im Point Theatre in Dublin.
Seht hier David Bowie 2004 live mit ›Rebel Rebel‹:
„Für Dylan sind Wahrheit und Fantasie offenbar nicht strikt voneinander getrennt. Sie verschmelzen vielmehr zu einem obskuren und undurchschaubaren aber durchaus unterhaltsamen Allerlei“, schreibt Christoph Spöcker. Das lässt natürlich sofort an zahlreiche – nicht zuletzt von Bob Dylan selbst gestreute – Mythen und Legenden denken. Etwa die, er sei vor seiner Musikkarriere ein Landstreicher gewesen und als blinder Güterzugpassagier durch Amerika gereist. Oder seine doch leicht absurde Behauptung, die Seele eines in den 60ern mit seinem Motorrad verunglückten „Hells Angel“, der zufällig auch Robert Zimmerman hieß, sei auf ihn selbst übergegangen. Oder so ähnlich.
Was stimmt, was ist erfunden? Das ist selten ganz klar. Dylan ist deshalb zur optimalen Projektionsfläche für Gerüchte und Spekulationen geworden. Und zum perfekten Helden einer Anekdoten-Sammlung wie der von Spöcker – die einen Mix aus amüsantem Klatsch, Räuberpistole und Insidergeschichtensammlung darstellt. Relativ bekannt ist die Story, in der Dylan den Beatles das Kiffen beigebracht hat. Oder die über seinen mutmaßlichen Motorradcrash Mitte der 60er, nach dem er jahrelang von der Bildfläche verschwand – und dessen Existenz bis heute nicht restlos bewiesen ist.
Zum Schmunzeln: Dylan wurde einmal verhaftet, als er mit Gummistiefeln, gleich zwei Regenmänteln und Jogginghose bekleidet durch New Jersey spazierte – und besorgte Anwohner des sonderbaren alten Mannes wegen die Polizei riefen. Lustig auch seine angebliche Reaktion auf Peter Grant, der sich ihm einst mit den Worten vorstellte: „Hallo Bob, ich bin der Manager von Led Zeppelin.“ Darauf Dylan: „Ich komme mit meinen Problemen doch auch nicht zu dir.“ So weit so witzig. Punktabzug gibt’s, weil längst nicht alle Anekdoten so unterhaltsam sind und vieles sprachlich wie inhaltlich ein wenig hingeschludert wirkt.
5/10
Bob Dylan – Kleine Anekdoten aus dem Leben eines großen Musikers
VON CHRISTOPH SPÖCKER
Riva