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Roger Waters – IS THIS THE LIFE WE REALLY WANT?

Waters Is This The LifeIs‘ das der eigentliche Nachfolger von ANIMALS?

Roger Waters muss unbedingt mit uns reden und uns eine klare Frage stellen: IS THIS THE LIFE WE REAL­LY WANT? Der ehemalige Kreativ-Pfeiler von Pink Floyd, zum desillusionierten und stinksaueren Querulanten gereift, ging deshalb vor zweieinhalb Jahren erstmals seit seinem letzten Soloalbum, dem 92er-Werk AMUSED TO DEATH, ins Studio, um uns seine in zwölf Songs ge­­fasste Sicht auf die heutige Welt mitzuteilen. Und es ist ihm bitterernst mit seinen immerwährenden An­­liegen im Kampf gegen die Herrschaft von Kapital, Idiotie, Korruption, Menschenfeindlichkeit, Umwelt­zer­­störung und Nationalismus. Damit wir (die Floyd-Fans der „wahren Glanzjahre der Band“) auch alle zu­­hören wollen, bekämpft Waters allen voran seinen neuen Lieblingsgegner Präsident Trump – den kapitalistischen, idiotischen, korrupten, menschenfeindlichen, umweltzerstörenden Nationalisten – mit altbewährten Mitteln. Stilistisch folgt der lange Roger mit IS THIS THE LIFE WE REALLY WANT? nämlich beinhart der Tradition von DARK SIDE OF THE MOON, WISH YOU WERE HERE und ANIMALS – inklusive ihrer prägnantesten Alleinstellungsmerkmale: Sein emotionales Lamentieren, das sich immer wieder in wütende Ausbrüche steigert („Fuck you, we will not listen to your bullshit“), untermalt Waters mit Orgel- und Synth-Flächen, einer sentimentalen Akustikgitarre und trockenen Drum-Sounds, die summa summarum beinahe identisch wie ihre Vorgänger aus den 70er-Jahren klingen. Herrlich! Nur singen kann Waters leider bis heute nicht wirklich.

Roger Waters
IS THIS THE LIFE WE REALLY WANT?
Sony
9/10

Video-Premiere: Die Electric Guitars mit ›False Flag Operation‹

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electric guitarsDie Electric Guitars haben einen Clip zum Song ›False Flag Operation‹ veröffentlicht. Der Track stammt vom Album ROCK’N’ROLL RADIO.

Der Langspieler ist im Februar dieses Jahres erschienen und ist die dritte Platte der Electric Guitars um Soren Andersen (der schon mit Glenn Hughes und Mike Tramp musizierte) und Mika Vandborg.

Im neuen Video zu zweiten Single ›False Flag Operation‹ sind die dänischen Gitarrenrocker, dank Einsatz von GoPro, hautnah in Aktion zu erleben.

Hier sind die Electric Guitars mit ihrem Clip zu ›False Flag Operation‹:

Benjamin Booker – WITNESS

benjamin booker witnessElektrischer Blues, Garagenrock und Soul mit nachdenklichen Texten.

WITNESS erinnert nicht nur in seiner Länge – es dauert rund 30 Minuten – an die Ramones, auch die Einfachheit und Direktheit der Songs lässt Parallelen zu. Die Wiederholungen prägnanter Textzeilen lassen wiederum an die Beach Boys denken, auch wenn soundtechnisch eher Eels ins Spiel kommen. Sprich: Es dominiert elektrisch-verzerrter Blues. Mit der Strokes-artig rumpelnden Single ›Right On You‹ geht‘s nach kurzem Intro direkt ins Geschehen. Single und Titeltrack sind durch ›Motivation‹ ge­­trennt. Das wirkt entschleunigend und erzeugt eine relaxte Stimmung – aus der man sich wiederum nur mit ein wenig Motivation wieder befreien kann (wenn man denn will). Im folgenden ›Witness‹ spricht der Sänger aktuelle Missstände an und fordert dazu auf, gegen den immer noch präsenten Rassismus aufzustehen. Zeilen wie „we thought that we saw that he had a gun“ spielen eindeutig auf die tödlichen Schüsse von Polizisten auf schwarze Jugendliche in den USA an. Außerdem stellt der Song eine nach Bookers Meinung zentrale Frage im heutigen Amerika: „Am I going to be a witness? And in today‘s world, is that enough?“ Dass der Track nicht nur textlich, sondern ebenso musikalisch überzeugt, liegt auch an der markanten Stimme von Soulsängerin Mavis Staples, die den während der Strophen sprech-singenden Booker im Refrain ergänzt. Neben ›Rigth On you‹ und ›Witness‹ ist auf jeden Fall noch ›Truth Is Heavy‹ zu nennen als Höhepunkt eines kurzweiligen Albums, auf dem allerhöchstens (bei aller Liebe zur Einfachheit) die etwas zu häufigen Textwiederholungen ein klein bisschen nerven.

8/10

Text: Vincent Numberger

Benjamin Booker
WITNESS
BEGGARS GROUP/INDIGO

Jorn – LIFE ON DEATH ROAD

jorn life on death roadJorn schwingt den Hammer.

Mit seinem neunten Studioalbum stellt Norwegens Jorn Lande auch seine neue Band vor. Die halbe Primal-Fear-Mann­schaft, Mat Sinner (Bass), Alex Beyrodt (Gitarre) sowie Drummer Francesco Iovino, bildet das musikalische Rückgrat dieses Albums, das sich als eines der druckvollsten Werke Jorns outet. Keyboarder Alessandro Del Vecchio war zugleich auch Produzent dieses Zwölf-Trackers, auf dem sich Jorn ge­­sanglich austoben darf. Ob Powerhymnen, druckvolle, epische Hardrock-Songs oder (Halb-)Balladen: Jorn liefert das Rundum-sorglos-Paket und klingt überzeugender, vielseitiger denn je. Nicht auszuschließen ist, dass die Primal-Fear-Herren gerade bei den härteren Titeln ihre Finger mit im Songwriting hatten. Man höre nur ›Fire To The Sun‹ oder ›The Slippery Slope‹! Mit ›Man Of The 80‘s‹ liefert Jorn die Hymne des Albums, textlich werden sich nicht wenige Altrocker angesprochen fühlen. Ebenfalls hervorzuheben ist ›Blackbirds‹, ein imposanter, knackiger Mix aus Dio und Thin Lizzy. Durch die musikalisch breitere Aufstellung des Albums wirkt Jorns Ge­­sang wesentlich variabler als auf den Vorgängern. LIFE ON DEATH ROAD agiert souverän an der Schnittstelle von Hardrock zu Heavy-Metal, untermauert zudem, dass Jorn zu den stimmgewaltigsten und eigenwilligsten Sängern der europäischen Szene gehört. Seit langem das Beste aus dem Hause Jorn Lande.

8/10

Jorn
LIFE ON DEATH ROAD
FRONTIERS/SOULFOOD

Dispatch – AMERICA, LOCATION 12

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dispatchEasy going roots rock, fuck yeah!

2011 war es soweit, Dispatch veröffentlichten nach einer fast kompletten Runderneuerung der Besetzung endlich mal wieder eine neue EP. Die klang damals sehr nach Bob Dylan, doch verwurzelt ist die Band eher im Roots Rock. Dann folgte 2012 CIRCLES AROUND THE SUN als Longplayer, und in jeder Rezi über die in Deutschland weitgehend unbekannte Band wurde natürlich erwähnt, dass sie als Internetphänomen ohne Label- oder Vertriebsstrukturen ein Konzert in ihrer Heimatstadt Boston überfüllten. 30.000 Zuschauer wurden erwartet, 110.000 kamen zu dem Folk-Rock-Reggae-Trio. Genauso lukrativ lief eine Benefizshow im New Yorker Madison Square Garden, bei der aus einem gleich drei Abende wurden und geschätzte zwei Millionen US-Dollar für Zimbabwe zusammenkamen. Hippies helfen eben gerne und stellen was auf die Beine. Ihr neues Album wirkt unscheinbar und kann beim ersten Hören etwas schüchtern an einem vorbei rauschen. Das gibt sich aber mit der Zeit, denn bald stellt sich eine gewisse sommerliche Lockerheit ein und man kann es kaum noch erwarten, an einem heißen Som­mer­tag am Baggersee dieses Teil entspannt mit Freunden zu genießen. Mit im Gepäck hätte ich für diesen Abend aber unbedingt Sublime als Höhepunkt. Kunden die dieses Produkt kauften, kauften auch: Nada Surf. Wegen der ähnlich fluffigen Melodien. Dis­patch sind allerdings experimenteller und politisch engagierter.

7/10

Dispatch
AMERICA, LOCATION 12
BOMBER RECORDS/KOBALT

Flogging Molly – LIFE IS GOOD

Vertonte Lebensfreude.

Wenn sich Flogging Molly LIFE IS GOOD als Motto auf das Cover ihres neuen Albums schreiben, gibt es keinen Zweifel, dass sie es ernst meinen. Die Band aus Los Angeles um den irischen Sänger Dave King ist von jeher bekannt für explosive, euphorische Live-Shows. Auch auf Platte gelingt es dem Septett, dieses optimistische Feeling einzufangen und geballte Lebensfreude zu verbreiten. Man höre nur das schmissige, aufputschende ›The Hand Of John L. Sullivan‹ oder das von Ska-Einflüssen untersetzte ›Welcome To Adams­town‹. Den meisten der zwölf Tracks des Longplayers haftet etwas sehr Fröhliches und Mitreißendes an, unterbrochen von nachdenklichen Nuancen in ›Reptiles (We Woke Up)‹ oder ›The Last Serenade (Sailors And Fishermen)‹, zu denen sich trotzdem gut schunkeln lässt. Stilistisch ist alles beim Alten, denn Flogging Molly vereinen auch auf LIFE IS GOOD homogen Irish Folk, Punk und Rock, lassen satte E-Gitarren sich mit Fiddle, Tin Whistle, Mandoline, Banjo und Akkordeon duellieren und sorgen dafür, dass man automatisch den Großteil aller Chorusse mitgrölt. Wer auf Fiddler‘s Green, The Pogues und die Dropkick Murphys abfährt und das Leben liebt, ist auch hier goldrichtig!

7/10

Flogging Molly
LIFE IS GOOD
SPINEFARM/FANTASY/CONCORDE

Adrenaline Mob – WE THE PEOPLE

US-Metal mit Wucht und Groove.

Adrenaline Mob haben ihr drittes Studioalbum WE THE PEOPLE mit schon wieder geänderten Line-up eingespielt. Im aktuellen Fall muss man sagen: Sie mussten. A.J. Pero, der auf MEN OF HONOUR noch Star-Trommler Mike Portnoy ersetzt hatte, starb 2015 an den Folgen eines Herz­infarktes. Für ihn sitzt nun Jordan Cannata hinter dem Schlagzeug des Quintetts um die Gründungs-Mit­glieder Mike Orlando und Russell Allen. Musikalisch hat sich beim Mob indes nicht viel geändert: Es dominiert moderner US-Metal mit wuchtigen Riffs und einer starken Groove-Akzentuierung. Allerdings ist die Scheibe einen Tick abwechslungsreicher ausgefallen als die doch recht eindimensionalen Vorgänger. Symphony-X-Sänger Allen drückt den 13 Songs zudem seinen Stempel auf. Los geht‘s mit dem Midtempo-Stampfer ›King Of The Ring‹. Es folgt der Titeltrack ›We The People‹, der streckenweise an Alice In Chains erinnert. ›Chasing Dragons‹ ist dramaturgisch überzeugend aufgebaut, und ›What You‘re Made Of‹ gefällt als schneller, druckvoller Headbanger mit einem flirrenden Gitarrensolo. Zum Abschluss covert die Band noch Billy Idols REBEL YELL – nicht gerade die originellste Wahl. Das Werk bietet einige gute Ansätze, aber ein durchschnittliches Qualitätsniveau übersteigt WE THE PEOPLE leider zu selten. Durchweg gefällt hingegen das Cover-Artwork, das vom zurückliegenden US-Wahlkampf inspiriert ist.

6/10

Text: Matthias Bossaller

Adrenaline Mob
WE THE PEOPLE
CENTURY MEDIA/SONY

Guns N‘ Roses: Exklusive und einmalige Pop-up-Stores zur Tour!

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Nur in diesen GN‘R-Pop-up-Stores zur „Not In This Lifetime“-Tour können Guns N Roses-Fans ganz spezielle und exklusive Merchandise-Artikel ergattern!

Der erneute Siegeszug der reunierten Gunners grenzt an ein Wunder. Kaum hätte man damit gerechnet, dass Axl Rose, Slash und Duff McKagan 23 Jahre nach ihrem letzten Konzert wieder gemeinsame Sache machen würden. Doch so kam es und Guns N‘ Roses beweisen derzeit auf ihrer „Not In This Lifetime“-Welttournee, dass sie noch immer eine der größten Bands des Planeten sind. Dieses Status werden GN‘R zementieren, wenn sie für zwei Konzerte in München und Hannover nach Deutschland kommen und bereits im Vorfeld die beiden Städte einnehmen werden.

CLASSIC ROCK präsentiert euch gemeinsam mit Bravado und Wormland die beiden in ihrer Art weltexklusiven offiziellen GN‘R-Pop-Up-Stores, die ausschließlich an den Tagen der Konzerte im Herzen der jeweiligen „(Paradise) City“ geöffnet sein werden. Nur dort wird es limitierten Merchandise mit Guns N‘ Roses-Styles und -Modellen von T-Shirts, Longsleeves, Lederjacken und Leder-Canvas-Jacken, Jeans- und Freizeithemden sowie Accessoires (Caps, Tücher) geben! Als absolutes Special für München wird in der bayerischen Landeshauptstadt außerdem eine Gunners-Trachtenlederhose zu ergattern sein!

13.06. München (Wormland, Marienplatz 28, Öffnungszeiten: 10:00 Uhr-20:00 Uhr)
22.06. Hannover (Wormland, Große Packhofstraße 14, Öffnungszeiten: 10:30 Uhr-20:00 Uhr)