Review: Benjamin Booker – WITNESS

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Review: Benjamin Booker – WITNESS

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benjamin booker witnessElektrischer Blues, Garagenrock und Soul mit nachdenklichen Texten.

WITNESS erinnert nicht nur in seiner Länge – es dauert rund 30 Minuten – an die Ramones, auch die Einfachheit und Direktheit der Songs lässt Parallelen zu. Die Wiederholungen prägnanter Textzeilen lassen wiederum an die Beach Boys denken, auch wenn soundtechnisch eher Eels ins Spiel kommen. Sprich: Es dominiert elektrisch-verzerrter Blues. Mit der Strokes-artig rumpelnden Single ›Right On You‹ geht‘s nach kurzem Intro direkt ins Geschehen. Single und Titeltrack sind durch ›Motivation‹ ge­­trennt. Das wirkt entschleunigend und erzeugt eine relaxte Stimmung – aus der man sich wiederum nur mit ein wenig Motivation wieder befreien kann (wenn man denn will). Im folgenden ›Witness‹ spricht der Sänger aktuelle Missstände an und fordert dazu auf, gegen den immer noch präsenten Rassismus aufzustehen. Zeilen wie „we thought that we saw that he had a gun“ spielen eindeutig auf die tödlichen Schüsse von Polizisten auf schwarze Jugendliche in den USA an. Außerdem stellt der Song eine nach Bookers Meinung zentrale Frage im heutigen Amerika: „Am I going to be a witness? And in today‘s world, is that enough?“ Dass der Track nicht nur textlich, sondern ebenso musikalisch überzeugt, liegt auch an der markanten Stimme von Soulsängerin Mavis Staples, die den während der Strophen sprech-singenden Booker im Refrain ergänzt. Neben ›Rigth On you‹ und ›Witness‹ ist auf jeden Fall noch ›Truth Is Heavy‹ zu nennen als Höhepunkt eines kurzweiligen Albums, auf dem allerhöchstens (bei aller Liebe zur Einfachheit) die etwas zu häufigen Textwiederholungen ein klein bisschen nerven.

8/10

Text: Vincent Numberger

Benjamin Booker
WITNESS
BEGGARS GROUP/INDIGO

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