0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 712

Grave Pleasures – MOTHERBLOOD

0

grave pleasuresDer Tod steht ihnen besser denn je.

Und sie flirten weiter mit dem Ab­­leben: Was auf DREAMCRASH vielversprechend als apokalyptischer Post-Punk-Tanz am Rande des Ab­­grunds begann, entfaltet jetzt tatsächlich noch mehr morbides Potenzial. Denn mit MOTHERBLOOD setzen sich die finnischen Unter­gangs-Boys Grave Pleasures ein frühes Denkmal in einer Karriere, die Frontmann Mat McNerney seinerzeit mit dem Phänomen Beastmilk begann. Nun also Phase zwei seit der Umbenennung, nun also MOT­HERBLOOD. Mehr noch als auf dem Erstling loten die Finnen die Grenzen zwischen Euphorie und Schmerz, zwischen Party und Tod aus, kreuzen munter Killing Joke mit Depeche Mode und schaffen es, die Ver­tonung eines neuerlichen Kalten Krieges mit einem paradoxen Gefühl der Hochstimmung und Vorfreude zu kreuzen. Wie sie das tun, bleibt ihr Geheimnis. McNerneys Gesang mausert sich mehr und mehr zu einer der ikonischen Stimmen der Rock-Welt, seine mehr oder weniger aus Black-Metal-Allstars bestehenden Musiker tun ihr Übriges, um im Widerschein atomarer Detonationen verrucht eingängige Songs zu schreiben, die entgegen jeder Vernunft gut tun, befreiend wirken, sogar Spaß machen. Songs wie ›Be My Hiroshima‹, ›Haunted Afterlife‹ oder ›Atomic Christ‹ (mit Folk-Legende David Tibet als Gastsänger) dürften sicherlich nicht jedem schmecken; sie gehören aber zu den größten Hymnen, die der Post-Punk des 21. Jahrhunderts hervorgebracht hat.

9/10

Grave Pleasures
MOTHERBLOOD
LABEL/VERTRIEB

Airbourne – DIAMOND CUTS

0

airbourne diamond cutsRundum-glücklich-Paket mit den drei ersten Alben, Raritätensammlung und Doku.

Wenn sich jemand als legitimer AC/DC-Nachfolger einstufen lässt, dann die ebenfalls in Australien vom Brüderpaar Joel (Gesang, Sologitarre) und Ryan O’Keeffe (Schlagzeug) auf knappe Rock’n’Roll-Formel konditionierten Airbourne. Zum 10. Jubiläum des Debüts RUNNIN‘ WILD lässt sich das Quartett nicht lumpen: Im 4-CD-Boxset DIAMOND CUTS fassen sich die drei ersten Studioalben, eine Ra­­ritäten-Anthology und DVD zusammen: ›Stand Up For Rock’n’Roll‹ forderten Airbourne im knackig rudimentären Dreiakkorde-Modus im Gespann mit Rhythmusgitarrist David Roads und Bassist Justin Street zum Auftakt von RUNNIN‘ WILD und legten ohne Ruhepause mit zehn gleichwertigen, von Bob Marlette auf den Punkt produzierten Reißern (u.a. ›Hellfire‹, ›Blackjack‹, ›What’s Eatin‘ You‹, ›Cheap Wine & Cheaper Women‹, ›Too Much, Too Young, Too Fast‹) nach. NO GUTS. NO GLORY. folgt 2010 mit noch mehr Sturm und Drang, frei nach der De­­vise ›No Way But The Hard Way‹. Mit den Dezibel-Hymnen ›Born To Kill‹, ›Blonde, Bad And Beautiful‹, ›Armed And Dangerous‹ und ›It Ain’t Over Till It’s Over‹ gelang hierzulande in den Media Control Charts gar eine höhere Platzierung (#4) als Down Under (#19). Gleiches Unterfangen glückte Air­bourne drei Jahre später mit BLACK DOG BAR­KING – hierzulande Top 5, im Heimatland lediglich Rang 17: Auf Vollgaslevel bereits bei der Ein­stiegsbekundung ›Ready To Rock‹ stürzt sich die Rustikaltruppe kopfüber in zehn hochenergetische Muntermacher. Abermals nach der Devise: Aus­ruhen kannst Du dich, wenn Du tot bist. Auf DIAMOND CUTS – THE B-SIDES versammeln sich 15 Rückseiten, darunter auch die bis dato unveröffentlichten Stücke ›Money‹ und ›Heavy Weight Lover‹. Für zusätzliches Bonusmaterial sorgt die ebenfalls zuvor noch nicht erschienene DVD-Doku IT’S ALL ROCK’N’ROLL.

7/10

Airbourne
DIAMOND CUTS
NETTWERK/WARNER

Video-Premiere: Heat mit neuem Live-Clip zu ›Hide And Seek‹

0

heat promoMitte Oktober kommt die dritte Platte von Heat. Jetzt stellt die Berliner Band mit einer Vorliebe für 70s-Rock ihr Video zum Song ›Hide And Seek‹ vor.

Nachdem Heat bereits mit ›Where Love Grows‹ auf CLASSIC ROCK Premiere feierten, gibt’s nun mit ›Hide And Seek‹ den nächsten neuen Track des Rock-Quintetts – samt Clip, der beim jüngsten Berlin-Gig der Gruppe aufgezeichnet wurde.

Der Song habe lange den Arbeitstitel „Klaus Meine“ getragen, erklärt Gitarrist Marco Rischer. Es handle sich um einen „derben aber doch emotionalen Rocker mit eingängigem Sing-along-Chorus und schmetternden Gitarren-Soli“.

Wer gerne mehr hören möchte vom an Vorbildern wie Black Sabbath, Thin Lizzy oder auch den Scorpions geschulten Sound: NIGHT TROUBLE, das dritte Heat-Album, erscheint am 13. Oktober.

Hier sind Heat mit ›Hide And Seek‹:

Heat live 2017:
06.10. Berlin, Badehaus (Record Release Show)
13.10. Leipzig, Bermuda Dreieck Plagwitz
14.10. Dresden, Chemiefabrik
28.10. Oldenburg, MTC Records (Witch Sabbath Festival)
31.10. Berlin, Festsaal Kreuzberg (w/ Radio Moscow)
22.11. Köln, Sonic Ballroom
23.11. Wiesbaden, Sabot
24.11. Amsterdam, Pacific Parc
25.11. Münster, Rare Guitars

Gewinnspiel: CLASSIC ROCK verlost Tickets für Kadavar

0

Am 12. Oktober starten Kadavar in die Tour zu ihrem neuen Album ROUGH TIMES. Bei uns habt ihr die Chance, bei einem Konzert in der Stadt eurer Wahl dabei zu sein: Sichert euch hier im Gewinnspiel 2×2 Tickets für die Rocker aus Berlin.

Kadavar live 2017:
12.10. Essen, Zeche Carl
13.10. Hamburg, Markthalle
14.10. Leipzig, Conne Island
25.10. Monthey (CH), Pont Rouge
26.10. Aarau (CH), Kiff
27.10. München, Backstage
28.10. Wien (AT), Flex
29.10. Graz (AT), PPC
05.11. Nürnberg, Hirsch
08.11. Hannover, Capitol
15.11. Köln, Bürgerhaus Stollwerck
16.11. Wiesbaden, Schlachthof
17.11. Stuttgart, LKA Longhorn
18.11. Berlin, Columbiahalle
20.12. Bremen, Tower
21.12. Mannheim, Alte Feuerwache
22.12. Münster, Sputnikhalle
28.12. Chemnitz, AJZ Talschock
29.12. Siegen, Vortex

Hier teilnehmen:
[contact-form-7 id=“64659″ title=“Kadavar_Tickets_2017″](Teilnahmeschluss: 8.10.2017)

 

Hier sind Kadavar mit ›Die Baby Die‹ vom neuen Album ROUGH TIMES:

Exklusive Song-Premiere: Supersonic Blues Machine mit ›Elevate‹

0

Die Bluesrocker von Supersonic Blues Machine stellen mit ›Elevate‹ einen der neuen Songs ihres mit Stars gespickten Albums CALIFORNISOUL vor.

„Der Soundtrack eines Roadtrips von Los Angeles nach San Francisco im Jahr 1971“: So beschreibt Bassist Fabrizio Grossi das zweite Album seiner Band Supersonic Blues Machine, der neben ihm Lance Lopez (Gesang, Gitarre) und Kenny Aronoff (Schlagzeug) angehören.

Um ihrem klanglichen Ziel so nahe wie möglich zu kommen, haben sich Supersonic Blues Machine prominente Kollegen wie Billy Gibbons, Steve Lukather und Walter Trout ins Studio geladen.

Auf ›Elevate‹, einem der neuen Tracks, ist Gitarrist Eric Gales zu hören. Der Song nehme einen ganz speziellen Platz im Albumkontext ein, so Grossi. „Er ist eine Mischung aus Bluesrock und Funk, sehr von Hendrix und Sly Stone beeinflusst.“ Er enthalte „das Yin und Yang der musikalischen Reise von Supersonic Blues Machine“.

Hier sind Supersonic Blues Machine mit ›Elevate‹ vom Album CALIFORNISOUL:

Aerosmith: Erkrankung von Steven Tyler sorgt für Konzertabsagen

0

aerosmith promoWegen „unerwarteter gesundheitlicher Probleme“ von Steven Tyler mussten Aerosmith die letzten Shows ihrer „Aero Vederci Tour“ absagen. Tylers Zustand sei aber „nicht lebensbedrohlich“.

Aerosmith haben die vier finalen Termine ihrer Südamerika-Tour gestrichen. Betroffen sind Auftritte in Brasilien, Chile, Argentinien und Mexiko. Der Grund dafür dürfte nicht nur Fans Sorgen machen.

In einem Statement auf Facebook spricht die Band von „unerwarteten gesundheitlichen Problemen“, mit denen Steven Tyler zu kämpfen habe. Der Aerosmith-Frontmann sei von São Paulo zurück in die USA geflogen und habe sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

Tyler entschuldigte sich persönlich für die Konzertausfälle und versicherte, er sei „nicht in einem lebensbedrohlichen Zustand“. Allerdings müsse er sich sofort mit seiner Erkrankung auseinandersetzen, er brauche Ruhe und medizinische Behandlung.

Zugleich verspricht der 69-Jährige ein Wiedersehen: „Ich verspreche euch, dass ich zurückkomme… Ich liebe euch alle und ich werde bald zurück sein.“

Gewinnspiel: CLASSIC ROCK verlost Tickets für Cryptex

0

cryptex tourAb 8. Oktober sind Cryptex auf „Anthems of Glory Tour 2017“ in Deutschland unterwegs. CLASSIC ROCK verlost je 1×2 Tickets für jeden Auftritt der Progressive Rocker.

Cryptex live 2017:
8.10. Hannover, Subkultur
10.10. Bremen, Meisenfrei
20.10. Mannheim, 7er Club
21.10. Mainz, Alexander The Great
24.11. Hamburg, Marias Ballroom
25.11. Braunschweig, Barnaby’s
02.12. Kassel, Fiasko
08.12. Fürth, Kofferfabrik
09.12. Bamberg, Live Club
10.12. Augsburg, Spectrum
(präsentiert von CLASSIC ROCK)

Hier teilnehmen:
[contact-form-7 id=“64610″ title=“cryptex_tickets“](Teinahmeschluss: 3.10.2017)

 

The Americans: Jäger des verlorenen Schatzes

0

The AmericansIm Stil von Indiana Jones haben sich The Americans durch die musikalische Vergangenheit ihres Heimatlandes gegraben. Herausgekommen ist ein Debütalbum, das im Rock’n’Roll ebenso verwurzelt ist wie im Blues und Folk der 20er und 30er – und das trotzdem nicht angestaubt klingt.

Es ist Nacht in Los Angeles. Sänger Patrick Ferris springt auf einen anfahrenden Pick-up, lehnt sich an die Hinterwand der Ladefläche, seine Gitarre auf dem Schoß, und singt los. Ihm gegenüber seine beiden Mitfahrer und Bandkollegen, Jake Faulkner und Zac Sokolow. „I had a dream in this town, but I’m leaving now.“ Wohin die Reise geht, bleibt im Dunkeln. Nur wenige Fenster sind erleuchtet, einzelne Autos kreuzen die Straßen. Ferris legt all die Verzweiflung und enttäuschte Hoffnung in seinen Blick, seine Stimme, die jemand fühlen muss, der allein von zu Hause ausreißt, der kein Geld hat, keine Freundin mehr, und der nicht weiß, wohin er soll. Nur weg.

Diese Szene spielt sich ab im Video zu ›The Right Stuff‹, der ersten Single aus I’LL BE YOURS, dem Debütalbum der Americans. Und sie drückt in aller Kürze aus, was diese Band und ihre erste Platte ausmacht. Die Songs handeln von gebrochenem Herzen, von Einsamkeit, von unerfüllten Träumen und vom Gefühl des Gestrandetseins. Untergründig rauschen Aufbruchswut und eine unbändige, oft romantische Sehnsucht durch die Tracks, die aber fast durchweg unerfüllt bleiben. „I won you over with a first impression“, schmettert Ferris im eröffnenden ›Nevada‹. Doch dabei bleibt es nicht: „You didn’t read the writing on the wall/You cast a glance in my direction/Where now you see nothing at all.“ Alles verloren.

Im folkig-rastlosen Titelsong trauert der Sänger einem uneingelösten Liebesversprechen nach: „There’s no part of me not aching for a thrill/I could spend a lifetime of empty hours gazing at the wall.“ In ›Last Chance‹ bleibt nur die Erinnerung: „Your love made me someone I always wanted to be/But now that it’s gone, I’ve had to go on making do with a memory.“ Happy Ends sind rar gesät, so viel steht fest. In den besten Momenten erinnern die Texte in ihrer Verzweiflung und ihrer Unbedingtheit ein wenig an den Americana Noir von Bruce Springsteens NEBRASKA.

Dass die ganze Zeit nie von Dingen wie iPhones, Instagram oder Tinder die Rede ist, und dass auch musikalisch nichts explizit in der Gegenwart zu verorten ist, sondern vielmehr in so einer Art Resonanzraum der amerikanischen Musikgeschichte, das ist kein Zufall. Denn die Bandmitglieder haben sich auf quasi-archäologische Weise durch die musikalische Historie ihres Heimatlandes gegraben. Wenn man Ferris nach seinen Helden fragt, dann sind da natürlich einige übliche Verdächtige: Bob Dylan, Tom Waits, Leonard Cohen, die White Stripes. Als Teenager entwickelte er dann aber eine, nun ja, ungewöhnliche Vorliebe: Er entdeckte Country-, Folk- und vor allem Bluesaufnahmen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für sich, gemacht von Leuten wie Blind Willie Johnson, Bukka White, Skip James oder Charley Patton. Wie kommt man als Heranwachsender im 21. Jahrhundert darauf, sich so was anzuhören?

„Es gibt viele großartige neuere Bands und Songwriter, die diese Musik bewundern“, erklärt Ferris. „Jack White ist zu White-Stripes-Zeiten mit T-Shirts von alten Bluesern wie Blind Willie McTell auf die Bühne gegangen.“ Derart angefixt, machte sich der künftige Americans-Sänger auf in die Vergangenheit – und entwickelte Gefallen daran, dort „herumzutasten“. Denn klar, so etwas wie einen ultimativen Guide zu dieser alten Musik gibt es nicht. Und genau darin liegt vielleicht ein Teil ihres Reizes. „Bei Bands wie Nirvana weiß man, wie viele Platten sie veröffentlicht haben, ihre Geschichte ist bekannt“, sagt Ferris „Mit den älteren Sachen hat es etwas Archivarisches auf sich, Leute mussten zurückgehen und diese Aufnahmen finden. So Vieles ist noch unentdeckt.“ Und weil einem diese Art von Musik keiner vor die Nase setzt, muss man selbständig nach ihr forschen. „Es ist, wie auf Schatzsuche zu gehen.“

Nicht dass Ferris neuen Pop nicht mag, es ist ihm wichtig, dass dieser Eindruck nicht entsteht. Seine Band soll schließlich nicht wie eine Oldies-Truppe wirken. Worauf es ihm ankommt, und was er in seine eigenen Songs hinüberretten möchte, ist diese ganz besondere Qualität, die er in Liedern aus den 20ern und 30ern hört. „Diese frühe Musik strahlt eine Unschuld aus, die sie besonders macht“, sagt Ferris. „Sie hat einen Mangel an Selbstreflexion an sich.“ Eine Feststellung, die er unbedingt positiv verstanden wissen will: „Manche werden das Puristische daran vielleicht nicht auf Anhieb schätzen, aber wenn man mal rein findet, scheint alles andere dagegen emotional wie durch eine Wand von dir getrennt zu sein.“

„Mit den älteren Sachen hat es etwas Archivarisches auf sich, Leute mussten zurückgehen und diese Aufnahmen finden. So Vieles ist noch unentdeckt. Es ist, wie auf Schatzsuche zu gehen.“ (Patrick Ferris)

Schon in ihrer Jugendzeit in Los Angeles brachten sich Ferris, Bassist Jake Faulkner und Gitarrist Zac Sokolow den Blues und Folk ihrer Vorbilder bei. Auf ihren bisherigen EPs seit der Bandgründung 2010, aufgenommen zusammen mit Drummer Tim Carr – der allerdings nicht zur Kernbesetzung gehört –, sind diese Einflüsse deutlich zu hören. Die Stücke auf dem ersten vollwertigen Album klingen allerdings deutlich ausgereifter und künstlerisch eigenständiger. Das Trio scheint seinen Mitte gefunden zu haben. Die Lyrics sind direkt, aufs Nötigste reduziert und, ja, sie strahlen in ihrer düsteren Einfachheit etwas aus, das man am besten vielleicht mit dem altmodischen Wort Wahrhaftigkeit beschreibt. Ferris: „Wenn man sich alte Recordings aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg anhört, dann findet man dort viele dunkle Sachen. Es war eine weniger glückliche Zeit, und es wurde von den Songs erwartet, das auszusprechen.“ Glitzernde Liebeslieder und Sunshine-Pop jedenfalls sucht man auf I’LL BE YOURS vergeblich.

Dafür gibt’s den harten, dreckigen, an die Rolling Stones gemahnenden Blues von ›Stowaway‹, den zarten, melodischen Folk von ›Harbor Lane‹ oder den aufgedrehten Rock’n’Roll von ›Long Way From Home‹. Letzteres ist ein witziges Stück darüber, was es bedeutet, seine Wurzeln zu verleugnen, dem schnellen Erfolg nachzurennen und seine Zeit in schicken Hotels zu verbringen: „When you sit to write your hit in a room alone/Even you must admit you’re a long way from home.“ Mit der Form von ungebrochener Authentizität und Wahrhaftigkeit, nach der Ferris und Kollegen aus sind, ist es dann eben vorbei.

Ihren Namen haben The Americans übrigens von Robert Franks berühmtem Bildband aus dem Jahr 1958. In wie nebenbei hingeworfenen Schwarzweißaufnahmen von turtelnden Pärchen, Großstadtcowboys, Kaffeehaus-Bedienungen oder Fabrikarbeitern schuf Frank damals ein beeindruckendes, ungeschöntes und Genrationen von Fotografen inspirierendes Bild von Amerika. Man weiß nicht, woher diese Menschen kommen, wohin sie gehen, die lakonischen Bilder lassen viel Raum, sie tragen ihre Geschichten in sich selbst. Es ist ebendiese Lakonie, die auch die Songs auf I’LL BE YOURS an sich haben. Vieles bleibt ungesagt, unkommentiert, die Figuren tauchen auf und verschwinden wieder. Wohin ist unklar. Wie im Video zu ›The Right Stuff‹.

„Franks Buch will einfach eine Geschichte erzählen“, sagt Ferris. „Es geht nicht darum, was diese Geschichte politisch aussagt, was ihre Message ist, es ist einfach eine Geschichte. Das gefällt uns daran.“