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Grave Pleasures – MOTHERBLOOD

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grave pleasuresDer Tod steht ihnen besser denn je.

Und sie flirten weiter mit dem Ab­­leben: Was auf DREAMCRASH vielversprechend als apokalyptischer Post-Punk-Tanz am Rande des Ab­­grunds begann, entfaltet jetzt tatsächlich noch mehr morbides Potenzial. Denn mit MOTHERBLOOD setzen sich die finnischen Unter­gangs-Boys Grave Pleasures ein frühes Denkmal in einer Karriere, die Frontmann Mat McNerney seinerzeit mit dem Phänomen Beastmilk begann. Nun also Phase zwei seit der Umbenennung, nun also MOT­HERBLOOD. Mehr noch als auf dem Erstling loten die Finnen die Grenzen zwischen Euphorie und Schmerz, zwischen Party und Tod aus, kreuzen munter Killing Joke mit Depeche Mode und schaffen es, die Ver­tonung eines neuerlichen Kalten Krieges mit einem paradoxen Gefühl der Hochstimmung und Vorfreude zu kreuzen. Wie sie das tun, bleibt ihr Geheimnis. McNerneys Gesang mausert sich mehr und mehr zu einer der ikonischen Stimmen der Rock-Welt, seine mehr oder weniger aus Black-Metal-Allstars bestehenden Musiker tun ihr Übriges, um im Widerschein atomarer Detonationen verrucht eingängige Songs zu schreiben, die entgegen jeder Vernunft gut tun, befreiend wirken, sogar Spaß machen. Songs wie ›Be My Hiroshima‹, ›Haunted Afterlife‹ oder ›Atomic Christ‹ (mit Folk-Legende David Tibet als Gastsänger) dürften sicherlich nicht jedem schmecken; sie gehören aber zu den größten Hymnen, die der Post-Punk des 21. Jahrhunderts hervorgebracht hat.

9/10

Grave Pleasures
MOTHERBLOOD
LABEL/VERTRIEB

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