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Roxy Music – ROXY MUSIC SUPER DELUXE

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Roxy Music Deluxe Edition

Das 1972er Debüt von Roxy Music fasst kongenial Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen.

Im Zeichen des Glam Rock Movements wiesen 1972 gleich mehrere Al­­ben den Weg, etwa David Bowies ZIGGY STARDUST und Lou Reeds TRANS­FORMER. Ein ganze Spur eigenwilliger, origineller, glamouröser und brillanter geriet indes im Juni das selbstbetitelte Debüt einer Londoner Nachwuchsband: ROXY MUSIC sah aus wie ein Herrenmagazin, im Fokus stand das von Fotograf Karl Stoecker halbseiden in Szene gesetzte Fotomodell Kari-Ann Muller, Gat­tin von Mick Jaggers Bruder Chris. Im Aufklapp­cover prangten die bonbonfarbenen Porträts des Sextetts im Future-Designer-Look von Anthony Price.

Vor allem aber bescherten Bryan Ferrys manierierter Gesangsstil, Gitarrist Phil Manza­neras prägnante Rock’n’Roll-Riffs, Schlagzeuger Paul Thompsons derbes Rhythmusfundament, Andy Mackays Saxofon- und Oboe-Einsätze im Jazz-Lounge-Modus sowie Brian Enos Expe­ri­mente am VCS3 Synthesizer den Aha-Effekt – wie einst auch die Debüts der Mothers Of Invention oder von The Velvet Underground. Vergangenheit verband sich mit Gegenwart, um Futurismus zu generieren. Der Opener ›Re-Make/Re-Model‹ zi­­tierte charmant die Beatles, Duane Eddy und Richard Wagner, wiederholt im Refrain CPL 593H, ein Autokennzeichen, das Ferry zufällig sah. ›Ladytron‹ enthielt den kontrastreichen Einsatz von Kastagnetten und Oboe, ›2HB‹ erinnerte an Hollywood-Ikone Humphrey Bogart. Art-Rock und Klassik kollidierten mit Maschinengewehr­salven und Rock’n’Roll in der Collage ›The Bob (Medley)‹. In ›If There Is Something‹, Dekaden später von David Bowies Tin Machine gecovert, schwingt schon die Post-Punk-Tristesse der frühen 80er-Jahre mit. Fifties-Doo-Wop kennzeichnete das finale ›Bitters End‹. Surrealistische Exzentrik auf die Spitze trieb ›Virginia Plain‹, eine britische Non-LP-Single, die in den USA dem Erstling beigefügt war.

Opulent im 30 x 30cm-Format präsentiert sich die SUPER DELUXE LIMI­TED EDITION: CD Nummer 1 enthält das optimierte Original. Vier Demos vom Mai 1971 sowie elf Studio-Outtakes bereichern CD 2. Ein dritte Disc widmet sich diversen Tracks der BBC, darunter neun Studioaufnahmen und fünf Mitschnitte für die Reihe „In Concert“. Für die DVD bereitete Steven Wilson das Original in 5.1 DTS 96/24 und Dolby AC3 Sound auf. Im Videoclipteil werden schließlich TV-Auftritte aus den Sendungen „Full House“, „Top Of The Pops“ und „Old Grey Whistle Test“ geboten und mit Live-Impres­sionen vom Londoner Royal College Of Art und aus dem Pa­­riser „Bataclan“ kombiniert. Für das sage und schreibe 136 Seiten umfassende Hardcover-Buch fassen sich Essays von Richard Williams mit raren Fotos sowohl von Roxy Music als auch von Kari-Ann Muller zusammen.

9/10

Roxy Music
ROXY MUSIC SUPER DELUXE
LIMITED EDITION
VIRGIN/UNIVERSAL

Mr. Big: Drummer Pat Torpey ist tot

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Pat Torpey, Schlagzeuger und Originalmitglied der Band Mr. Big, ist gestorben.

Drummer und Mr. Big-Gründer Pat Torpey ist am 07. Februar im Alter von 64 Jahren gestorben. Das bestätigte die Band vor wenigen Stunden auf ihrer Facebookseite.

„Mit gebrochendem Herzen müssen wir euch mitteilen, dass unser Bruder, Freund, Schlagzeuger und Gründer Pat am Mittwoch, den 07. Februar, an den Folgen seiner Parkinsonerkrankung verstorben ist. Seine Familie, die Band und das Management bitten um Privatsphäre in diesen schwierigen Zeiten.“, dieses Statement posteten Mr. Big heute.

Mr. Big auf Facebook über Drummer Pat Torpey.

Torpey hatte 1988, nachdem er zuvor ein Jahr bei The Knack mitmischte, zusammen mit Billy Sheehan und Paul Gilbert Mr. Big gegründet.

Bis 2002 arbeite die Band zusammen, löste sich dann auf, um sich 2009 wieder zusammenzufinden und mit dem Reunion-Album WHAT IF…? ihr erfolgreiches Comeback zu feiern. Bereits zu dieser Zeit wurde bei Torpey Parkinson diagnostiziert.

Bis heute ist die Gruppe im Mainstream vor allem für ihren Charthit ›To Be With You‹ bekannt

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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Freitag ist wieder mal Plattentag. Seit heute stehen die Neuheiten von Toto, Brian Fallon, Legend Of The Seagullmen und Dashboard Confessionals in den Läden.

Auf seiner neuen Soloplatte SLEEPWALKERS klingt Brian Fallon an so mancher Stelle nach seiner ursprünglichen Truppe The Gaslight Anthem:

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Zum 40-jährigen Bandbestehen bringen Toto die Best-Of 40 TRIPS AROUND THE SUN heraus. Neben ihren größten Hits sind darauf auch drei bisher unveröffentlichte Tracks zu hören:

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Nach langjähriger Pause ist der frühere Emo-Rocker Christopher Carrabba mit seinem lebendig klingenden Projekt Dashboard Confessional zurück:

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Mitglieder von Mastodon und Tool schaffen mit LEGEND OF THE SEAGULLMEN eine schwergewichtige Rock-Oper mit Seeräuber-Flair:

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Dashboard Confessional – CROOKED SHADOWS

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Dashboard Confessional Crooked Shadows

Zweiter Anlauf des ehemaligen Emo-Rockers.

Manchmal muss man einfach den Stecker ziehen. Wie Christopher Carrabba nach der Veröffentlichung seines sechsten Albums AFTER THE ENDING von 2009. Das lief eher schleppend und wurde auf einer Support-Tour für Bon Jovi vorgestellt, die seine One-Man-Band nicht wirklich weiterbrachte. Also hat er sich eine fast achtjährige Auszeit gegönnt, die er bitter nötig hatte: Über eine Dekade hinweg stand der Son­nyboy aus Boca Raton, Florida, nonstop im Studio oder auf der Bühne, zählte zu den produktivsten Vertretern der Emo-Rock-Szene und erlebte dann einen empfindlichen Karriereknick. Nun wagt der Multi-Instrumentalist einen zweiten Anlauf – mit neuer Plattenfirma, neuer Band und neun Songs, denen man die Frische, die Reife, aber auch den geballten Willen, es unbedingt noch einmal zu schaffen, in jeder einzelnen Note anhört. Denn egal, ob es sich um kraftvolle Rocker, eingängige Pop­songs oder gefühlvolle Akustik-Balladen handelt – Carrabba klingt leidenschaftlich, geläutert und vital. Wobei seine hymnischen Mini-Dramen etwas Kathartisches und Befreiendes haben und mitunter – im positiven Sinne – an die Kollegen von 30 Se­­conds To Mars erinnern. Fazit: Emo ist tot, Carrabba dagegen quicklebendig.

7/10

Dashboard Confessional
CROOKED SHADOWS
FUELED BY RAMEN/WARNER

Legend Of The Seagullmen – LEGEND OF THE SEAGULLMEN

Legend Of The Seagullmen

Überlebensgroße Rockoper aus den Tiefen der See.

Eine der großen Debüt-Über­raschungen des ersten Quartals 2018 kommt von Legend Of The Seagullmen. Deren Einstand gleichen Namens ist eine nautische Rock-Oper zwischen Herman Melville, Jacques Cousteau und Jules Verne, so spektakulär wie irrwitzig, so unterhaltsam wie raffiniert. Sicher ist es kein Geheimnis, dass hinter diesem maritimen Verbund mit Mastodon-Knurrhahn Brent Hinds und Tool-Drummer Danny Carey genügend Berühmtheit sitzt, um die nächste Supergroup auszurufen; abgesehen von ihrem reichlich vorhandenen Talent und ihrer ureigenen Handschrift geht es hier aber eben nicht um das anstrengende Ver­lustieren einiger gestandener Mucker – sondern um beste Rock-Unterhaltung im Breit­wandformat. Mit reichlich Humor, ozeanischem Feeling und Seeräuberchören erzählen die Seagullmen Geschichten von den Welt­meeren, von mythischen Biestern mit Ten­takeln, von einsamen Seemännern und ge­­heimnisvollen Schiffswracks. Dafür bedienen sie sich des progressiven Rocks ebenso sehr wie in der psychedelischen Ecke, im Heavy Metal, Alternative-Rock und 70er-Glam. Aus dieser Ära stammt auch das überlebensgroße Gefühl, das dieses Konzeptalbum umweht – jene ganz besondere Mischung aus Pathos, Übertreibung und Theatralik, die man heute nur noch sehr selten findet. Filmreif und absolut brillant!

9/10

Legend Of The Seagullmen
LEGEND OF THE SEAGULLMEN
CAROLINE/UNIVERSAL

Brian Fallon – SLEEPWALKERS

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Brian Fallon Sleepwalkers

Mit angezogener Handbremse.

THE ’59 SOUND (das in diesem Jahr auch schon zehn Jahre alt wird und mit einer Show der jüngst reformierten The Gaslight Anthem gefeiert wird) ist SLEEPWALKER nicht geworden. Auch wenn ebenjener Produzent (Ted Hutt) die Aufnahmen betreut hat. Muss es ja auch nicht zwangsläufig. Das Album beginnt stark mit ›If Your Prayers Don’t Get To Heaven‹ (gerät durch den Schlagzeug-Beat einen Tick zu poppig) sowie der ersten Single ›Forget Me Not‹, der mit Abstand besten Nummer. Vielleicht weil sie am ehesten zum ersten Solo-Album oder zu The Gaslight Anthem passt. Überhaupt gelingen die Tracks am besten, die nach Fallons Stammband klingen, etwa ›My Name Is The Night (Color Me Black)‹ und ›Neptune‹ (mit schicker Springsteen-Orgel). ›Etta James‹ ist eine fein-groovige Midtempo-R&B-Nummer, ›Proof Of Life‹ ein schöner Akustik-Track mit leider recht nervig programmierten Drums, ›Come Wander With Me‹ ist durchzogen mit Clash-Referenzen, ›See You On The Other Side‹ ein feiner, abgespeckter Rausschmeißer. Insgesamt wirkt SLEEPWALKERS (mit knapp über 50 Minuten) ein wenig zu lang, zwei bis drei Tracks weniger wären auch ok gewesen. Die richtigen hätten es halt sein müssen. Zeitweise mutet der Longplayer auch zu elektronisch an, was irgendwie nicht zum zeitlosen Rock’n’Roll, geprägt durch die British Invasion, die erste UK-Punk-Generation sowie amerikanischen Pop und Soul passt, was Fallon wiederum als „Heavy R&B“ be­­zeichnet.

7/10

Brian Fallon
SLEEPWALKER
ISLAND/UNIVERSAL

Toto – 40 TRIPS AROUND THE SUN

Toto 40 Trips Around The Sun

Greatest Hits und drei Zuckerl.

Mit 40 TRIPS AROUND THE SUN feiern Toto vier Jahrzehnte im Musikbiz, ausgehend von ihrem Debütalbum aus dem Jahr 1978. Die mit 17 Songs randvoll gepackte Scheibe bietet ne­­ben 14 Klassikern aus dem reichhaltigen Backkatalog der 1976 gegründeten Band als Bonus drei unveröffentlichte Tracks inklusive des 1984 nicht fertiggestellten, aus den ISOLATION-Sessions stammenden ›Spa­nish Sea‹. Die Neulinge reihen sich nahtlos in den Reigen der Hits auf 40 TRIPS AROUND THE SUN ein und dürften jeden Fan von Lukather, Paich & Co. ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Falls jemand tatsächlich noch kein Toto-Album besitzt, ist 40 TRIPS AROUND THE SUN ein super Einstieg. Es sind fast alle wichtigen Single-Meilensteine vertreten, die Anordnung der Stücke ist abwechslungsreich und alle Eckpfeiler des Toto’schen Spektrums zwischen Soul, Pop, Rock, Hardrock und Fusion gleichmäßig verteilt.

7/10

Toto
40 TRIPS AROUND THE SUN
LEGACY/SONY

AC/DC – THE BON SCOTT ARCHIVES

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AC/DC The Bon Scott Archives

Bon Scott forever: drei ausgezeichnete US-Radiomitschnitte der Jahre 1977 bis 1979.

Bis zu seinem gesundheitlich bedingten Zwangsausscheiden 2016 nach im­­mer­hin 36 Jahren galt Bon Scott-Nach­folger Brian Johnson bei nicht wenigen AC/DC-Anhängern stets noch als der „Neue“. Für wie lange der nunmehr Neue, Axl Rose, in einer Band verbleiben wird, der zuletzt weitere wichtige Langzeitwegbegleiter abhanden kamen, bleibt fraglich. Wie nahtlos sich indes der am 19. Februar 1980 unter nie ganz ge­­klärten Umständen im Alter von 33 Jahren ums Leben gekommene Johnson-Vorgänger ins Konzept des Aussie-Quintetts einordnete, de­­monstriert das 3-CD-Set THE BON SCOTT ARCHIVES BROADCAST mit Konzert-mit­schnitten lokaler US-Radiostationen der Jahre 1977 bis 1979.

Es ist also jene legendäre Be­­setzung mit Scott, den Young-Brüdern, Bas­sist Cliff Williams sowie Schlagzeuger Phil Rudd, die damals schweißtriefend pointiert an der Schnittstelle zwischen Rock, R&B und Punk operierte. In mehr als akzeptabler Klangqualität rocken sich AC/DC auf „Live At The Agora Ballroom, Cleveland, Ohio, August 22nd, 1977“ trotzig in runden 50 Mi­­nuten durch sieben Songs der ersten drei australischen Alben. Zwischen dem Auftakt ›Live Wire‹ und dem finalen ›Rocker‹ tummeln sich hochenergetisch ›She’s Got Balls‹, ›High Voltage‹ sowie das mit ›Maria‹ aus „West Side Story“ eröffnete, knapp zehnminütige ›The Jack‹ in anrüchiger Venereal-Di­sease-Version. Als ebenso energisch erweist sich der ebenfalls akustisch einwandfreie Mitschnitt „Live At The Paradise Theatre, Boston, Massachusetts, August 21st, 1978“: Zwischen älterem Material tummeln sich hier ›Bad Boy Boogie‹ und ›Dog Eat Dog‹ von LET THERE BE ROCK sowie ›Gone Shootin’‹ und ›Sin City‹ von POWERAGE.

In deutlich größerem Rahmen fand mehr als ein Jahr später die Aufzeichnung von „Live At The State Col­le­ge, Towson, Maryland, October 16th, 1979“ statt. Hier lassen ›Shot Down In Flames‹, ›Highway To Hell‹, ›Hell Ain’t A Bad Place To Be‹ sowie die unterhaltsamen Medleys ›Whole Lotta Rosie/Rocker‹ und ›If You Want Blood (You’ve Got It)/Let There Be Rock‹ aufhorchen.

8/10

AC/DC
THE BON SCOTT ARCHIVES:
CLASSIC BROADCAST RECORDINGS FROM THE 1970s
BROADCAST ARCHIVE