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Meilensteine: Glam-Rock-Finale

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Winter/Frühjahr 1974: T. Rex, Alice Cooper, David Bowie und Co. leiten das Glam-Rock-Finale ein.

Es gab jenen einen Moment, der das Subgenre Glam-Rock maßgeblich definierte und ins Rollen brachte: Im März 1971 traten die nach dem ersten UK-Top-2-Hit ›Ride A White Swan‹ 1970/71 von Duo- auf Quartettbesetzung erweiterten T. Rex mit dem Nummer-eins-Hit ›Hot Love‹ in der wöchentlichen UK-TV-Show Top Of The Pops auf: Bandchef Marc Bolan trug Satinklamotten aus der angesagten Londoner Boutique Mr. Freedom und auf den Wangen Glitzerstaub. Was zuerst die Modewelt in Aufruhr brachte, setzte sich mit weiteren Glam-Protagonisten fort: David Bowie, Slade, Sweet, Roxy Music, Gary Glitter sowie wenig später Mud, Suzi Quatro, Glitter Band und Cockney Rebel reihten sich mehr oder minder in die Glam-Rock-Bewegung ein. Aus den USA gesellten sich Jobriath, Sparks, Alice Cooper, Rick Derringer, New York Dolls und Wayne County‘s Queen Elizabeth hinzu.

Doch der Glam-Fokus lag im Rock-Mekka London. Stilistisch mehr oder minder ein knackiges Rock‘n‘Roll-Revival im Neugewand der technischen Studiomöglichkeiten der frühen 70er, vor allem aber eine Opposition gegen den allzu abgehobenen Progrock, steigerte sich Glam-Rock binnen Monaten zur treibenden Kraft. Nicht nur die immer exaltierteren Kostümierungen und travestiehaftes Make-up auf Jungmänner-Antlitzen provozierten. Mehr und mehr tendierte der Stil von T. Rex (›20th Century Boy‹), David Bowie (›The Jean Genie‹), Sweet (›Ballroom Blitz‹), Slade (›Gudbuy T‘Jane‹), Suzi Quatro (›Daytona Demon‹), Roxy Music (›Street Life‹), Gary Glitter (›I Love You Love Me Love‹), Sparks (›This Town Ain‘t Big Enough For The Both Of Us‹), Cockney Rebel (›Psychomodo‹) oder Mud (›Tiger Feet‹) in Richtung härtere Gangart. Doch schon Mitte 1973 zeichnete sich das Genre-Finale ab! Marc Bolan, apostrophiert als King of Glam, verkündete im Juni im Melody Maker: „Glam Rock is dead!“ Gleich vier Singles beschäftigten sich Ende 1973, Anfang 1974 mit dem Phänomen Teenager: T.Rex (›Teenage Dream‹), Sweet (›Teenage Rampage‹), Alice Cooper (›Teenage Lament ’74‹) und Rick Derringer (›Teenage Love Affair‹). Sweet legten mit ›The Six Teens‹, David Bowie mit ›Rebel, Rebel‹ und Slade mit ›The Bangin‘ Man‹ nach. Urplötzlich schien nicht nur der Glitter-Look out, auch die Pop-Stilistik änderte sich zur Mitte der 70er drastisch.

Blackberry Smoke: Drummer Brit Turner gestorben

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Brit Turner, der Schlagzeuger der Southern Rock Band Blackberry Smoke, ist im Alter von 57 Jahren gestorben. Diese traurige Nachricht teilte die Band vor wenigen Stunden auf ihren Social-Media-Kanälen mit. Der Schlagzeuger erlag einem Glioplastom, einem Gehirntumor, der 2022 bei ihm gefunden wurde.

Shakin‘ Stevens: Geschüttelt & gerührt

Michael Barratt alias Shakin‘ Stevens erlebte seinen Durchbruch relativ spät, doch in den 80er-Jahren gehörte er zu den allergrößten Stars in Europa. ›Marie Marie‹, ›This Ole House‹, ›Green Door‹, ›Oh Julie‹ und natürlich ›Merry Christmas Everyone‹ sind unsterbliche Hits, die bis heute Millionen mitsingen können. So groß seine Erfolge, so hartnäckig hielt sich aber auch sein Image als Richtung Schlager tendierender Elvis für Arme. In diesem Jahrtausend jedoch hat der Waliser in eine neue, aufregende Spur gefunden. Nach thematischen Compilations, die sein seit jeher breites Spektrum jenseits des leichtverdaulichen Rock‘n‘Roll untermauerten, lieferte er 2016 mit ECHOES OF OUR TIMES ein beeindruckendes Spätwerk ab, das sich mit seiner eigenen Familienhistorie befasste. Mit RE-SET legt der 75-Jährige nun nach und blickt nicht nur erneut in seine persönliche Vergangenheit, sondern auch auf die – erschreckende – Gegenwart.

Shaky, nicht wenige waren überrascht, als du mit ECHOES OF OUR TIMES so spät in deiner Karriere ein so interessantes Album präsentiert hast.

Das ist wohl wahr, auch wir waren sehr zufrieden mit der Platte und die Reaktionen waren durchweg sehr positiv. Leider wurde sie nicht richtig vermarktet, die Leute, die dafür verantwortlich sind, verstanden das nicht wirklich und sie fiel deshalb ein bisschen durchs Raster. Die Bluespresse stand aber sehr dahinter und die Fans liebten es.

Es war nicht nur eine bemerkenswerte Platte, sie hat dich wahrscheinlich auch davor bewahrt, zu einem reinen Nostalgie-Act zu verkommen, der nur noch alte Hits runternudelt …

Vielen Dank! Das stimmt wohl, und interessanterweise haben wir über die letzten Jahre festgestellt, dass der Großteil des Publikums bei den Konzerten zwischen 25 und 50 ist. Es ist schön, dass wir nach wie vor auch jüngere Menschen ansprechen.

Dein neues Album RE-SET scheint nun an ECHOES anzuknüpfen. Gab dir die positive Reaktion auf Letzteres den Ansporn, noch persönlicher zu werden?

Es ist in gewisser Hinsicht auf jeden Fall eine logische Fortsetzung. Die Arbeit an ECHOES war sehr emotional, aber vor allem ein sehr erfüllendes Erlebnis. Und es gab noch Geschichten über meine Familie zu erzählen.

Mit ›George‹ und ›May‹ würdigst du einen Onkel, den du nie kennengelernt hast, und deine Mutter. Intimer hat man dich wohl nie gehört.

Diese Stücke bedeuten mir unglaublich viel. George hatte ein tragisches Leben, er kämpfte im Ersten Weltkrieg und litt den Rest seines Lebens darunter. Psychische Leiden waren damals kein Thema, also musste er ohne Hilfe damit klarkommen. Wobei da heute immer noch sehr viel falsch läuft. Und meine Mutter war eine beeindruckende Person. Sie zog 13 Kinder groß, und das fast alleine. Sie gab alles für uns, und sie war eine fantastische Mutter. Bei beiden Songs kamen mir im Studio mehrmals die Tränen, als ich sie einsang, und das hört man auch auf der Platte. Das Schöne ist, dass ich danach sah, wie auch anderen, die dabei waren, Tränen über die Wangen gelaufen sind.

Interessant ist auch, dass du ›George‹ als ersten Track platziert hast. Eine ungewöhnliche Entscheidung für eine so getragene, unter die Haut gehende Ballade.

Du bist nicht der Erste, der das sagt, und du wirst sicher nicht der Letzte sein. Als wir den Song aufnahmen, war einfach klar, dass er etwas sehr Besonderes ist, und ich wollte nicht, dass er irgendwo am Ende oder in der Mitte steht und möglicherweise nicht die verdiente Beachtung findet. Also beschloss ich, die Platte damit zu eröffnen, damit gleich klar ist, dass es mir ernst damit ist.

Noch mehr als auf ECHOES erstaunt auf RE-SET die stilistische Vielfalt. Du hast ein paar ziemlich erdig-knackige Rocknummern, die besagten Balladen, aber gehst auch in Country-Gefilde, spielst mit Blues und Jazz und näherst dich mit ›Beyond The Illusion‹ sogar Seemannsliedern an.

Ich mag eben verschiedene Musik, und wenn ich heute an Liedern arbeite, weiß ich, in welche Richtung sie gehen müssen. Wir sind auf jeden Fall sehr glücklich mit dem Ergebnis, und alle, die das Album bislang gehört haben, scheinen es sehr gut zu finden.

Mit dem Weltgeschehen scheinst du hingegen alles andere als glücklich zu sein. So deutlich hast du noch nie gesellschaftliche Missstände angesprochen: Das Titelstück unterstreicht, wie dringend wir als Mensch- heit einen Neustart brauchen, ›Tick Tock‹ warnt vor der Zerstörung unserer Umwelt,

und mit ›All You Need Is Greed‹ gehst du ziemlich direkt auf die Eliten los …

Man kann einfach nicht mehr die Augen davor verschließen, was in unserer Welt passiert, aber auch konkret hier im Vereinigten Königreich. Die Zustände sind teilweise wirklich haarsträubend, vor allem im Gesundheitswesen. Wir haben einen Bekannten, der seit über zwei Jahren auf eine psychiatrische Behandlung wartet, und die Krankenhäuser sind weit jenseits des Vertretbaren überlastet. Es sterben jede Woche mehrere hundert Menschen einfach nur, weil sie zu lange in der Notaufnahme, auf den Fluren oder sogar draußen im Krankenwagen warten mussten, da kein Bett frei war. Wie kann das sein in einem der reichsten Länder der Erde? Doch die Superreichen werden

immer reicher, und man fragt sich nur noch: Wann reicht es den Leuten? Wann ist Schluss damit? Wie lange geht das noch so weiter? Es heißt eben nicht umsonst, Geld sei die Wurzel allen Übels. Und mit dem Umweltschutz ist es ähnlich. Meine Familie und ich sind sehr engagiert, wenn es um Recycling geht. Doch die Menschheit verhält sich, als hätten wir noch einen Ersatzplaneten in der Hinterhand, den wir benutzen können, wenn wir diesen kaputtgemacht haben. Aber den haben wir nicht.

Dennoch singst du auch: „Change is in the air, there’s no time for despair.“ Wie bewahrst du dir diese Hoffnung und Zuversicht?

Da bin ich mir manchmal selbst nicht sicher. Wir können nur hoffen, dass die nachfolgenden Generationen es besser machen als wir. Auf jeden Fall muss sich etwas ändern. Bei unserem letzten Gespräch Ende 2020, mitten im zweiten Lockdown, schienst du ziemlich deprimiert, dass du keine Konzerte geben konntest.

Immerhin hat sich das nun wieder eingerenkt …

Ja, zum Glück, und wir sind gerade dabei, Termine zu buchen. Deutschland war immer sehr gut zu mir, also freue ich mich schon sehr darauf, wieder bei euch vorbeizuschauen!

Und was hält die Zukunft für dich parat?

Wer weiß, aber es wird definitiv noch weitere Platten von mir geben!

Snowy White: Frieden geschlossen | uncut

Auch wenn Snowy White seit Jahren zu Protokoll gibt, wahrscheinlich die letzte Platte seines Lebens aufgenommen zu haben, erfreut der unverwechselbare Blues-Gitarrist seine Fans nun mit DRIVING ON THE 44, einer neuen Songsammlung, die wieder mit einer Mischung aus fein abgestimmten Arrangements, Understatement und einem Hauch Melancholie direkt ins Herz trifft. „Eines Tages wird es aber wirklich das letzte Album sein“, scherzt der Brite während des einstündigen Telefonats. Bisher treiben sie ihn aber immer noch um, diese betörend einfachen Akkordfolgen, die den Blues ausmachen

Ich freue mich sehr, dass wir heute miteinander sprechen, weil das bedeutet, dass ich letztes Mal recht hatte, als ich dir sagte, dass SOMETHING ON ME nicht dein letztes Album sein wird.

Naja, das ist jetzt aber definitiv meine letzte Platte. (lacht)

Und da bist du dir ganz sicher?

Nein. (lacht)

Das ist jetzt unser drittes Interview und das hast du mir bisher jedes Mal gesagt.

Eines Tages wird es dann aber wirklich so sein.

Das stimmt. Aber ich hoffe, der Tag liegt in der fernen Zukunft.

Wir werden das sehen. Ich habe da gar keine Kontrolle darüber. Manchmal fange ich einfach damit an, Ideen niederzuschreiben und dann entwickelt das eine gewisse Eigendynamik und plötzlich fällt mir auf, dass ich gerade ein neues Album mache. Da steckt kein Plan dahinter.

Also keine klare Vision, keine aktive Entscheidung.

Nein, ich bin inzwischen an einem Punkt in meinem Leben angekommen, wo ich die Dinge einfach laufen lassen und sehe, was passiert.

Das klingt ganz schön, eigentlich.

Es ist nicht schlecht, das stimmt. (lacht) Die letzten Jahre waren ja insgesamt eher schwierig. Ich saß zuhause, spielte mit Ideen und begann dann, sie aufzunehmen.

Konntest du deine Bandkollegen persönlich treffen?

Nein, das ging nicht. Ich probierte an den Ideen mit meinem Sohn Thomas herum, er spielte Schlagzeug. Ich dachte mir: Naja, irgendwann werde ich schon mit der Band ins Studio damit gehen. Doch wir arbeiteten weiter und alles kam so zusammen.

Hat dir das gefallen?

Manche Aspekte davon. Ich mochte, dass es keinen Zeitdruck gab. Ich konnte alles nach meinem eigenen Rhythmus machen, das geht natürlich nicht, wenn du für teuer Geld ein Studio anmietest. Was ich jedoch vermisste: Der Spaß, den man hat, wenn man mit der Band zusammen ist. Mit Thomas aufzunehmen war auch schön, aber eben nicht dasselbe. Naja, es ist wie es ist.

Viele Musiker, mit denen ich in letzter Zeit gesprochen habe, mochten es sehr, ihre Bandkollegen nicht treffen zu müssen.

Ja ich weiß. Es gibt natürlich auch positive Seiten an diesem Prozess. Falls, also falls, ich noch ein weiteres Album mache, würde ich gerne wieder mit den Jungs ins Studio. Was ich oft mache: Ich spiele mit meiner Band in England ein paar Tracks ein und fliege dann nach Holland, um mit meinen anderen Jungs zusammenzuspielen und am Ende fügt man alles zusammen. Vielleicht wird das auch nicht mehr geschehen, wir werden sehen.

Wenn es dir so besser gefällt, ist das jedenfalls ein Argument für ein weiteres Album.

Da magst du vielleicht Recht haben. (lacht)

Auf SOMETHING ON ME gab es das lange Instrumental namens Commercial Suicide, die neue Platte eröffnest du mit einem instrumentalen Stück namens ›Fresh Water‹. Ist das nicht doppelter kommerzieller Suizid?

Ja, das stimmt absolut. Aber ich bin an einem Punkt in meinem Leben, wo ich nicht mehr über kommerzielle Aspekte nachdenke. Für mich war das ganz einfach: Ich mag das Intro, also ist das für mich eine schöne Art und Weise, das Album zu eröffnen. Die meisten Leute streamen heute doch eh einzelne Tracks, das hat sich ja alles verändert, also fällt es vielleicht gar nicht mehr so ins Gewicht. Auch wenn man das vielleicht durchaus als Statement betrachten kann.

Gibt es irgendjemanden, der dir bei deinem Arbeiten hineinredet?

Oh nein, es gibt niemanden, von dem ich mir etwas sagen lasse. Ich nehme das Album auf und schicke es zu meinem Distributor nach Hamburg, das ist alles. Es gibt kein Label oder irgendjemanden anders, der sich da einmischt. Klar ist es manchmal gut, wenn jemand seine Meinung äußert. Aber aktuell liegt die alleinige Entscheidungsgewalt bei mir. Was denkst du denn darüber?

Ach, ich liebe das. Ich fand es schon sehr witzig, dass du das letzte Instrumental eben Commercial Suicide getauft hast. Genau mein Humor.

Ja ich fand das auch lustig. Das war ein Zitat von Thomas, er meinte das im Spaß, als wir an dem Track arbeiteten und ich dachte mir: ‚Oh, das ist ein guter Titel.‘ (lacht) Fast hätte ich das Album so genannt. Aber damit hätte ich mein Glück vielleicht einen Hauch zu viel herausgefordert. Inzwischen wünschte ich mir, ich hätte mich damals einfach getraut. (lacht)

Solche Aktionen fügen sich einfach gut in das Bild, das ich von dir zu haben. Das hast du gerade nochmal bestätigt, als du erzählt hast, dass du dir von niemandem etwas sagen lässt. Gibt es irgendwen, der dir Feedback gibt? Freunde, Familie?

Nein, niemand. Das war vielleicht auch der Covid-Situation geschuldet, aber so etwas gab es nicht.

Letztes Mal als wir sprachen meintest du, dass dir langsam nichts mehr einfällt, worüber du singen könntest…

Ja, da geht es mir heute noch genauso. Ich meine, ich bin nicht unglücklich mit den Texten auf der neuen Platte. Aber nach jedem neuen Album hat man erst einmal das Gefühl, man hat alles gesagt. Weil alles aus einem draußen ist. Aber wenn etwas Zeit vergeht, kommen dann doch wieder neue Ideen.

Es passiert ja doch auch genügend auf der Welt…

Du hast Recht, es geschieht doch immer etwas, das sich beschäftigt oder dich in deinem Denken beeinflusst.

Was war der Katalysator für den Text von Down In The Dark?
Ach ja. Im Grunde fast alle Menschen. Naja, sieh dich doch um, es gibt so viele seltsame Leute auf der Welt mit ihren komischen Meinungen. Ich mag diese engstirnigen Betrachtungsweisen nicht. Warum ist man unhöflich zu Mitmenschen, nur weil sie anders aussehen oder an andere Dinge glauben? Das will mir einfach nicht eingehen.

Das verstehe ich. Und es scheint, als würde es jeden Tag schlimmer werden.

Du hast absolut recht! Und das finde ich ehrlich schrecklich. Mit dem Internet hat sich das auch nochmal geändert. Jeder Idiot kann seine Meinung heute öffentlich kundtun und damit einen Haufen Menschen erreichen. Früher hätte man dafür einen Brief schreiben müssen, den irgendwohin schicken müssen und dann wäre nichts passiert. Da wäre gar niemand auf die Idee gekommen, so etwas zu tun. Ich möchte nicht gegen die Digitalisierung wettern, vieles davon bietet natürlich große Vorteile, aber vieles ist auch ehrlich furchteinflößend. Das Schlimmste daran: Viele Menschen glauben einfach alles, was sie im Internet lesen. Das ist ein Teufelskreislauf. In dem Song geht es einfach nur um mich, wie ich darüber nachdenke, dass manche von diesen Leuten einfach Ruhe geben sollten.

Am schlimmsten finde ich, dass man es überhaupt nicht kontrollieren kann…

Das stimmt, das ist sehr beängstigend. Wo also werden wir nur alle enden, Jacqueline? Kannst du mir das beantworten?

Keine Ahnung, aber diesbezüglich habe ich meinen Optimismus schon lange verloren.

Das kann ich absolut verstehen.

Ich meine, es geht eh schon alles den Bach runter, dann kann man zumindest kurz bezüglich der Corona-Sache durchatmen, dann wird ein europäisches Land angegriffen und alles ins Chaos gestürzt…

Ach diese verdammte Idiot! Ein Stück Scheiße. Es ist doch seltsam, dass ein Typ all das verursachen kann. Abertausend Tote, Hungersnöte, explodierende Preise. Ein Kerl! Was für eine schreckliche Person. Meine ehrliche Meinung zu dem Thema: Wir hätten von Anfang an schwere Geschütze auffahren sollen. Natürlich kann man als Politiker nicht einfach so die Gefahr einer nuklearen Eskalation verantworten, aber ich denke, man hätte ihm sofort zeigen müssen, dass sein Verhalten nicht akzeptiert wird. Meinen letzten Gig habe ich ja in Russland gespielt und ein wunderbares Mädchen namens Anna kümmerte sich um uns. Wir sind seitdem in Kontakt geblieben, weil sie auch malt. Sie war einfach nur schockiert bis auf die Knochen. Sie hat Russland verlassen und ist nun auf den Zypern. Sie ist Mitte 20 und konnte einfach nicht mehr in diesem Land bleiben, das muss man sich mal vorstellen.

Absolut verständlich, wer möchte schon in einer Diktatur leben?

Genau. Sie meinte, sie hatte einen VPN-Client, um Nachrichten von außen empfangen zu können, was sehr gefährlich war. Anna war noch nie auf den Zypern, sie flog einfach mit ihrer Katze dort hin, weil ihr Chef sie irgendwie aus dem Land schleusen konnte. Das ist nur das Schicksal von einem Mensch und die Sache ging halbwegs gut aus. Aber all diese Leute, die durch so schwere Zeiten müssen. Naja, darüber könnte man sich jetzt stundenlang auslassen.

Video der Woche: Taste ›What’s Going On‹ (Live At The Isle Of Wight Festival 1970)

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Heute wäre Rory Gallagher 76 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass gehen wir zurück ins Jahr 1970, seinem letzten Jahr beim Blues-Rock-Power-Trio Taste.

Rory Gallagher gründete seine Band Taste im Jahr 1966 im irischen Cork. Mit an Bord waren Bassist Eric Kitteringham und Schlagzeuger Norman Damery. Während der nächsten Jahre erspielten sie sich einen beachtlichen Bekanntheitsgrad in ihrer Heimat Irland, Großbritannien und dem europäischen Festland.

Einen ihrer legendärsten Auftritte hatte die Blues-Rock-Combo auf dem Isle Of White Festival 1970. Der Filmemacher Murray Lerner hatte den Auftrag, das Festival zu filmen. Für alle Vorgruppen waren lediglich zwei Songs für die Aufnahme eingeplant, um genug Material für die Headliner wie Jimi Hendrix, The Who und Leonard Cohen zu haben. Als Murray jedoch Taste auf der Bühne sah, war er von deren Dynamik und Ausstrahlung so überwältigt, dass er seine Kameramänner anwies, weiter zu filmen. Am Ende wurde über eine Stunde des Auftritts aufgenommen.

Doch hinter den Kulissen bröckelte es schon lange zwischen den drei Musikern. Gallagher wies einmal darauf hin, dass sie während des Isle Of White Festivals kein Wort miteinander gewechselt hatten. Kurze Zeit später löste sich das Trio auf und Gallagher begann eine erfolgreiche Solo-Karriere.

›What’s Going On‹ war der erfolgsreichste Song von Taste. Er wurde 1970 von ihrer Plattenfirma Polydor und ihrem Management veröffentlicht – ohne Rory Gallaghers Wissen. Als Gallagher davon erfuhr und dagegen vorgehen wollte, war der Song bereits ein Nummer-Eins-Hit in Deutschland und in den Top-Ten in UK. Hier die Live-Version vom legendären Auftritt beim Isle Of White Festival 1970.

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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Bruce Dickinson: THE MANDRAKE PROJECT

„THE MANDRAKE PROJECT ist das siebte Soloalbum von Bruce Dickinson und erscheint 19 Jahre und vier Maiden-Platten nach seinem letzten Alleingang TYRANNY OF SOULS. Mit an Bord ist wieder sein treuer musikalischer Gefolgsmann Roy-Z.“

Hier geht’s zum Review…

Walter Trout: BROKEN

„Rockig und trotzig gibt sich der 72-jährige Walter Trout, wenn er in Metaphern seine Sicht auf eine Welt besingt, die seine Generation in den 60s zu einem besseren Ort machen wollte. Zwischen Wut und Besänftigung lässt er seine Gitarre unverblümt zu uns sprechen…“

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Albert Hammond: BODY OF WORK

„Denn was hier so scheinbar mühelos daherkommt, verrät eine harmonische Raffinesse wie auch eine poetische Kraft, mit schnörkellosen Worten Herz und Hirn der Zuhörer zu erreichen…“

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Jesper Lindell: BEFORE THE SUN

„Mit welchem Kaliber man es bei Jesper Lindell zu tun hat, zeigt sich ganz besonders im letzten Stück: ›Do Me In‹ ist schon jetzt eine der tollsten und ergreifendsten Soul-Balladen des Jahres. Respekt!“

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The Bevis Frond: FOCUS ON NATURE

„Musikalisch hat die 75 Minuten lange Platte so ziemlich alles, was The Bevis Frond ausmacht. Die elegant angeraute Stimme, die Haken schlagende und virtuos verzerrte Sologitarre, 60s-Psychedelia, süße Melodien, zwischenzeitliche Punk-Energieschübe und Underground-Gerumpel mit Außenseiter-Attitude.“

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Atomic: IF THIS WALL COULD SING

Oberpfälzer Brit Rock auf höchstem Niveau

Nachdem Atomic in den 2000ern viel Staub in der deutschen Indie-Szene aufgewirbelt hatten, legten die Oberpfälzer Brit-Rock-Aficionados ihre Band vor einigen Jahren auf Eis. Irgendwann juckte es die Marschel-Brüder dann doch wieder in den Fingern und sie reaktivierten ihre Band. Nun wird dieses Unterfangen mit der neuen Platte IF THIS WALL COULD SING besiegelt, einer wunderbaren Songsammlung, die mit dem mitreißenden Opener ›Back In The Race‹ auch gleich klarmacht, worum es Atomic geht: eine klare Ansage, keine halben Sachen, Authentizität und die unendliche Liebe zum Brit Pop und Rock der 90er.

Die ersten fünf Songs sind beschwingt, teils euphorisch, tanzbar und beinhalten trotz ihres betörenden Pop-Appeals die nötige Prise an kratzigem Rock’n’Roll. Ab ›Pretty Jane‹ wird es dann etwas ruhiger, verträumter, teils folkig, noch melodischer und hymnisch. Songs wie ›The Rain Man‹ könnten mühelos zehntausende Menschen zu einer selig singenden, klatschenden Einheit verschmelzen. Gemein sind den Songs die kundigen, pointierten Arrangements, die Liebe zur Melodie, eine Eingängigkeit, gegen die man völlig wehrlos ist, sowie die flammende Passion für die Brit-Szene allgemein und Oasis im Speziellen, welche der Band in Fleisch und Blut übergegangen ist. Vor allem letzteres wirkt in der aktuellen Musiklandschaft fast schon wieder ein wenig aus der Zeit gefallen, was IF THIS WALL COULD SING umso schöner macht.

7 von 10 Punkten

Atomic
IF THIS WALL COULD SING
MARSHALL’S HOUSE/BROKEN SILENCE

CLASSIC ROCK präsentiert: Sweet live!

Nach dem großen Andrang auf ihre Abschiedsshows im Jahr 2023 und dem großen Erfolg ihres
letzten Albums ISOLATION BOULEVARD beschlossen Sweet, ihre letzte Ehrenrunde zu verlängern. Ab März wird die Gruppe um Gründungsmitglied Andy Scott noch einmal ihre größten Hits auf zahlreichen Bühnen in Deutschland spielen.

06.03.24 Remchingen, Kulturhalle
07.03.24 Remchingen, Kulturhalle
09.03.24 AT – Schwaz, Stadthalle
26.04.24 Schwedt, Uckermärkische Bühnen
19.07.24 Wertheim, Burg Wertheim
20.09.24 Chemnitz, Kraftverkehr
21.09.24 Bebra, Lokschuppen
22.09.24 Aschaffenburg, Colos-Saal
30.09.24 Berlin, Huxleys Neue Welt
02.10.24 Hamburg, Fabrik
04.10.24 Rostock, Moya
05.10.24 Osnabrück, Rosenhof
07.10.24 Oberhausen, Turbinenhalle
08.10.24 Köln, Carlswerk Victoria
15.10.24 Mannheim, Capitol
16.10.24 Augsburg, Spectrum
17.10.24 Regensburg, Airport
18.10.24 Stuttgart, LKA Longhorn
19.10.24 Nürnberg, Hirsch
22.10.24 München, Circus Krone