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Dead Star Talk: Neue Single ›The Hurricane‹

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Am 31. Mai erscheint SOLID STATE CHEMICALS, das neue Album von Dead Star Talk. Als Vorgeschmack auf den Debütnachfolger der Band, deren Mitglieder ihre Wurzeln in Dänemark, Deutschland und der Türkei haben, erscheint heute die neue Single ›The Hurricane‹.

Die zehn Song starke Platte wurde, wie der Vorgänger, von Flemming Rasmussen produziert. Die Band selbst über ›The Hurricane‹: „Bei diesem Song haben viele Dinge geklickt – und wir genossen den Moment mit unserem Produzenten (Flemming Rasmussen), als uns klar wurde, was wir gerade aufgenommen hatten. In dem Lied geht es darum, Krisen zu bewältigen und sich während dieses Prozesses weiterzuentwickeln. Eine Stimmung, die wir im Studio wirklich getroffen haben.“

Judas Priest: INVINCIBLE SHIELD

Die Seele für den Priest

Mit FIREPOWER hat die britische Stahlschmiede um Rob Halford vor sechs Jahren ordentlich vorgelegt. Fast vier Jahre in der Mache, hauen die Priester jetzt mit elf Tracks (und einer Gesamtlänge von über 52 Minuten, plus drei Bonus-Stücken auf der Deluxe-Ausgabe) unter der Regie von Andy Sneap, der zusammen mit Tom Allom schon FIREPOWER betreute und auf Tour die Gitarre von Glenn Tipton übernahm, ihr neunzehntes Studio-Langeisen raus. Der „Turbokiller“, der ›Panic Attack‹ ist (ein Wortspiel aus den Synthie-Klängen von ›Turbo Lover‹ und der Hartwurst
›Painkiller‹), glänzt mit mitreißenden Vocals im Mittelteil – schnell und angriffslustig. Noch aggressiver, rapider und auch fieser keift Halford in ›The Serpent And The King‹. ›Trial By Fire‹, die wohl beste Nummer hier, ist ein eher verschachteltes Werk, das auch gut und gern in den Spätsiebzigern hätte entstehen können und in etwa mit ›Sinner‹ oder ›Exciter‹ vergleichbar ist. Der flotte Titeltrack überzeugt mit hervorragender doppelstimmiger Gitarre, der Chorus kann da leider nicht ganz mithalten. Für ›Devil In Disguise‹ nimmt das Quintett ein wenig den Fuß vom Gas und bringt einen eingängigen Refrain – die Nummer zündet sofort, das melodische Solo von Richie Faulkner ist sehr gelungen. ›As God Is My Witness‹ ist ein schneller Track zwischen ›Ram It Down‹ und ›Screaming For Vengeance‹, Halford singt hier mal, anstatt zu schreien und zu keifen. Classic Priest dann in ›Gates Of Hell‹ („let the priest have your soul“) – simpler stampfender Rhythmus. Das hymnische ›Crown Of Horns‹ hält als kommerziellster Track her und hat Ohrwurm-Charakter. ›Escape From Reality‹ ist ein schleppender Brocken mit psychedelischen
Zwischentönen und seicht arabischem Flair, ›Giants In The Sky‹ eine pomp-böse Priest-Hymne mit streckenweise balladesken Tönen. Lediglich das schlichte ›Sons Of Thunder‹ hätte sich die Truppe zum Ende hin verkneifen können.

8 von 10 Punkten

Judas Priest
INVINCIBLE SHIELD
EPIC/SONY

Wolfgang Van Halen: Reagiert auf David Lee Roths Geschimpfe

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Im Januar hat David Lee Roth in einem Audiobeitrag mit dem Titel „This crazy kid“ ziemlich über seinen ehemaligen Bandkollegen Wolfgang Van Halen hergezogen. Es ging darin um Van Halens Nordamerika-Tour im Jahr 2015, bei dem sich Eddie Van Halens Sohn laut Lee Roth recht verwöhnt und egozentrisch verhalten haben soll.

In einem Interview bei „The Morning X With Barnes & Leslie“ hat sich Wolfgang Van Halen jetzt zu diesen Vorwürfen geäußert. „Ich schätze, ich bin geehrt, weil er so viel an mich denkt“, so Van Halen. „Ich schätze, man muss seine Aussagen mit Vorsicht genießen, schließlich hat er auch mal erzählt, dass er „Eruption“ [Eddie Van Halens ikonisches Gitarrensolo] geschrieben hat und die Idee für Frankenstein [Eddie Van Halens ikonische Gitarre] hatte. Er behauptete, alle Soli meines Vaters geschrieben zu haben. Ich schätze, das ist alles, was ich sagen kann. Ich scheine in dieses Van-Halen-Drama hineingeboren worden zu sein, das lange vor mir stattgefunden hat. Und ich schätze, jetzt, wo mein Vater nicht mehr hier ist, um ein Ziel zu sein, ist er wohl zum nächstbesten übergegangen.“

Nick Cave & The Bad Seeds: Neue Single ›Wild God‹

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Am 30. August erscheint WILD GOD, das neue Album von Nick Cave & The Bad Seeds. Als ersten vorgeschmack veröffentlicht der Künstler schon jetzt die erste Single, den Titeltrack der Platte. Das letzte Album hatten Nick Cave & The Bad Seeds mit GHOSTEEN im Jahr 2019 herausgebracht.

Cave über WILD GOD: „Ich hoffe, das Album hat den selben Effekt auf die Hörenden, den es auf mich hatte. Es tönt aus den Lautsprechern und fegt mich weg. Es ist eine komplizierte Platte, doch gleichzeitig auch tief und auf fröhliche Art und Weise ansteckend. Es gibt keinen Masterplan, wenn wir ein Album machen. Die Alben reflektieren viel mehr den emotionalen Zustand der Schreiber und Musiker, die sie spielten. Wenn ich mir WILD GOD anhören, dann … ich weiß nicht … scheint es, als ob wir glücklich wären.“

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David Gilmour: Floyd-Fachkraft

Zum Geburtstag von David Gilmour gibt es hier nochmal zu lesen, warum der Musiker unbedingt in unsere Liste der 100 besten Gitarristen aller Zeiten gehört.

David Gilmour wird heute 78 Jahre alt. Zu diesem Anlass hat CLASSIC ROCK die Liste der 100 besten Gitarristen hervorgekramt und lässt Steve Rothery erklären, warum der Pink Floyd-Mann zu den ganz Großen zählt:

„Von allen Gitarristen, die mich beeinflusst haben, sind Steve Hackett und David Gilmour die herausragendsten. Einen Zusatz-Ehrenplatz würde ich noch für Jeff Beck freihalten, der als einziger seiner Generation noch immer das alte Feuer hat. Doch Gilmour besitzt eine besondere emotionale Qualität, die sich in diesen langen, geschwungenen Melodiebögen manifestiert. Letztlich geht es darum, nur so viel einzubringen, wie es ein Song verlangt. Wenn es einen Grund gibt, schnell zu spielen, prima. Aber sinnloses Gehacke hat mich noch nie beeindruckt. Bei Gilmour geht es um Gefühl und Atmosphäre. Dadurch hebt er seine Lieder auf ein höheres Niveau und fügt ihnen etwas hinzu, ohne dabei die ursprüngliche Emotion verloren gehen zu lassen. Und das liegt nicht nur an seinen Soli, sondern daran, wie und was er im Verlauf eines Songs spielt oder auch nicht spielt. Darin ist Gilmour ein unbestrittener Meister.“ (Steve Rothery)

Hier geht es zur gesamten Liste der 100 besten Gitarristen aller Zeiten…

Walter Trout: Das letzte Wort

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Nach einer Lebertransplantation 2014 musste Walter Trout erst wieder sprechen, laufen und Gitarre spielen lernen und dachte, er würde vielleicht nie wieder auf der Bühne stehen. Zum Glück konnte er ab 2015 doch wieder touren…

Dein erster Gig nach dem Lockdown war eine Social-Distancing-Show in Amsterdam …
Wir spielten zwei Abende in meiner Lieblingshalle auf der ganzen Welt, dem Paradiso. Statt 1.600 durften nur 250 Zuschauer kommen. Nach 20 Monaten ohne Auftritte war ich besorgt, dass ich vielleicht vergessen hätte, wie das geht, aber mein Hirn funktionierte wunderbar und es war eine tolle Erfahrung.

Was hast du in der Quarantäne über dich selbst gelernt?
Ich musste daran arbeiten, nicht in tiefe Depressionen zu stürzen. Ich ging online und recherchierte die Technik des Sweep-Picking von Yngwie Malmsteen, bevor mir klar wurde, dass ich gar nicht so spielen will. (lacht) Es geht nicht darum, technisch zu beeindrucken, sondern darum, mit Gefühl und Seele zu spielen.

Nach deiner Lebertransplantation bist du vermutlich extrem anfällig für jede Art von Virus. Macht dich das vorsichtiger als die meisten Musiker?
Das muss ich sein, denn nach einer Organtransplantation musst du für den Rest deines Lebens Immunsuppressiva nehmen. Die meisten Menschen bekommen zwei oder drei Impfungen und sind zu 98 % sicher. Ich hatte drei und bin zu 20 % sicher. Aber ich war seitdem trotzdem Tour, wobei die Band immer in einer Blase blieb. Angesichts meiner Situation war das ein kalkuliertes Risiko, doch es bewies, dass das Touren noch möglich ist, auch wenn ich es vermisst habe, die Fans zu treffen.

Hat die US-Regierung Musiker und die darstellenden Künste hängen lassen?
Ja, so ziemlich. Es gab nur sehr wenig Hilfe.

Dein ehemaliger Chef, John Mayall, gab unlängst bekannt, dass er nicht mehr außerhalb seines Heimatstaates Kalifornien touren werde. Wie hast du diese Nachricht aufgenommen?
Es ist das Ende einer Ära. John ist wie ein Ersatzvater für mich.

Kannst du dir vorstellen, die Gitarre an den Nagel zu hängen?
Ich will es nicht. Ich würde das gerne machen, bis ich abkratze, und wenn das nicht geht, ziehe ich mich vielleicht in eine Ecke zurück und sterbe einfach.

Seasick Steve: Neue Doppelsingle ›Funky Music‹ und ›Let The Music Talk‹

Heute veröffentlicht Seasick Steve gleich zwei Singles auf einmal. ›Funky Music‹ und ›Let The Music Talk‹ heißen die beiden neuen Song, die auf sein am 7. Juni erscheinendes Album A TRIP A STUMBLE A FALL DOWN ON YOUR KNEES vorbereiten.

Über die Platte meint Seasick Steve: „Dieses Album ist aus Versehen entstanden, wie der Titel schon sagt, sind wir einfach hineingestolpert, und es ist mein Lieblingsalbum geworden und das Werk, auf das ich bis heute am stolzesten bin. Es vergeht keine Woche, in der ich nicht meinen Glückssternen für diese Nacht „Hootenanny“ danke, die uns zu diesem Album gebracht hat.“

Vor drei Wochen bereits hatte der Künstler seine erste offizielle Singleauskopplung ›Backbone Slip‹ veröffentlicht.

Blues-Boom: Ten Years After

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Als Teil der britischen Invasion der Hardrock-Bluesbands waren sie mit die Größten.

Als die britischen Bluesrocker Ten Years After am 16. August 1969 per Privathubschrauber beim Woodstock-Festival ankamen, waren sie nicht übermäßig beeindruckt von der halben Million Menschen, die da unter ihnen am Fuß der Catskill Mountains mariniert wurden. „Es war einfach ein weiterer Tag von vielen“, sagte der damalige Frontmann Alvin Lee 2012 in CLASSIC ROCK. „Wir hatten schon bei riesigen Festivals gespielt, und wenn die Menge eine gewisse Größe erreicht, macht es keinen Unterschied mehr – der Horizont streckt sich einfach weiter in die Ferne.“ Dennoch machte sich backstage Nervosität breit, als Lee und seinen Bandkollegen Leo Lyons, Ric Lee (nicht verwandt) und Chick Churchill klar wurde, dass sie während eines Sturms auf die Bühne gehen müssten. Andere Acts wie Janis Joplin, Joe Cocker und Country Joe McDonald spürten dieses Unbehagen und zogen sie damit auf. „Alle sagten: ‚Pech gehabt – sieht aus, als würdet ihr per Stromschlag draufgehen’“, erinnerte sich Lee.

Mit dem für Briten typischen makabren Humor schoss er zurück: „Yeah. Und stellt euch nur vor, wie viele Platten wir verkaufen werden, wenn wir sterben“. Als Teil der britischen Invasion von Hardrock-Bluesbands spielten Ten Years After in der Oberliga. Die Geschichte besagt zwar, dass sie nie so cool wie Cream, Jeff Beck Group oder Led Zeppelin waren, doch Alvins Spitznamen (Captain Speed Fingers, The Fastest Guitar In The West) belegen, dass er angesehen war.


Neben Joe Cockers besessener Darbietung von ›With A Little Help From My Friends‹ und Country Joe & The Fishs Anti-Kriegs-Mitsinghymne ›I-Feel-Like-I’m-Fixin’-To-Die Rag‹ war Ten Years Afters Vollgas Boogie ›I’m Goin’ Home‹ einer der legendärsten musikalischen Momente in Woodstock. Als ein Jahr später der Film über das Festival erschien, katapultierte diese furiose Performance die britische Bluesband in den USA umgehend in die Megastar-Liga, obwohl die Studiofassung ursprünglich gefloppt war, als sie aus dem hervorragenden Livealbum UNDEAD ausgekoppelt worden war. Ein Jahr zuvor hatten sie die Nummer noch in kleinen Clubs wie dem Klooks Kleek in West-London gespielt. Jetzt brachte Michael Wadleighs Film (geschnitten von Martin Scorsese) ihre Gesichter auf Kinoleinwände in aller Welt, wie sie einen flotten Blues spielen, der sämtliche Klischees aufzuwärmen schien. Es war eine tolle Zeit, um Brite in Amerika zu sein.

„Es herrschte ein Wettbewerb mit Jeff Beck und Jimmy Page, aber da war Platz für alle. Es fühlte sich an, als würden wir dort das Ruder übernehmen“, erinnerte sich Lee. Ten Years After waren die Vorhut der zweiten (härteren) Invasion der USA durch britische Bands gewesen, hatten unablässig dort gespielt und schnell Headliner-Status erreicht. „Wir hatten diesen Tick – rückblickend schäme ich mich etwas dafür –, dass wir jeder Band, die nach uns auf die Bühne ging, wehtun mussten. Wir setzten einfach alles daran, sie wegzublasen und schlecht aussehen zu lassen.“ Ihr Ruhm mag über die Jahre verblasst sein, doch Ten Years After haben sich ihren Platz unter den ganz Großen der britischen Blues-Explosion absolut verdient.


Killer-Track: ›I’m Goin’ Home‹