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Werkschau: Unser großer Albumguide zu Bon Jovi

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Bon Jovi 2014Die Band aus New Jersey hielt ihrem Markenzeichen-Sound (fast) immer die Treue und bescherte uns damit Jahrzehnte voller Rockhymnen.

Unverzichtbar

SLIPPERY WHEN WET (1986)

bon jovi slippery
Mit 28 Millionen Exemplaren rangiert SLIPPERY WHEN WET an 21. Stelle der meistverkauften Studioalben aller Zeiten – ein Klassiker des 80s-Arena-Rock. Es rettete außerdem Bon Jovis Karriere, nachdem ihr zweites Album 7800° FAHRENHEIT gefloppt war. Die Rettung kam in Person von Songwriter Desmond Child, der mit Jon und Richie die Durchbruch-Hits ›You Give Love A Bad Name‹ und ›Livin‘ On A Prayer‹ schrieb. Auch ohne ihn gelang dem Duo aber großartiges Material: die „Rockstar als Outlaw“-Hymne ›Wanted Dead Or Alive‹ und der Crowdpleaser ›Raise Your Hands‹. Bon Jovis bestes Album, mit einigem Abstand.

NEW JERSEY (1988)

Bon Jovi New Jersey
Nach dem Erfolg von SLIPPERY WHEN WET blieben Bon Jovi der Erfolgsformel mit dem Nachfolger treu, inklusive Produzent Bruce Fairbairn und Child, Co-Autor der Monster-Single ›Bad Medicine‹. Nachdem sie ursprünglich wieder eine Doppeldeutigkeit als Titel gewählt hatten – 68 AND I OWE YOU ONE (68 und ich schulde dir noch einen) –, entschieden sie sich dafür, ihren Wurzeln Tribut zu zollen: NEW JERSEY. Der Einfluss des Lieblingssohns dieses Staats, Bruce Springsteen, war auf ›Blood On Blood‹ hörbar. NEW JERSEY belegte in zehn Ländern die Spitzenposition der Charts und brachte fünf US-Top 10-Hits hervor, mehr als jedes Hardrock-Album zuvor.

Wunderbar

BON JOVI (1984)

Bon Jovi Bon Jovi
In der ersten Rezension der britischen Presse schrieb Kritikerveteran Paul Suter: „Jon Bon Jovi hat eine Band von klassischer Finesse zusammengestellt…gesegnet mit einer Kommerzialität, die reichlich Verkäufe und Erfolg garantieren sollte.“ Er sollte Recht behalten. Das Debüt ging zwar nicht gleich durch die Decke, erreichte in den USA aber Platz 43. Das herausragendste Stück ist ›Runaway‹, eine hochoktanige Hardrock-Hymne, die Jon 1982 mit Sessionmusikern aufgenommen hatte. Doch andere brillante Stücke wie ›Roulette‹ zeigten, dass Jons neue Truppe ebenfalls eine besondere Chemie hatte.

KEEP THE FAITH (1992)

bon jovi
In dem Jahr, als NEVERMIND von Nirvana an der Spitze der US-Charts stand, überlebten Bon Jovi das große Hair-Metal-Blutbad, indem sie äußerst smart ihr Blatt spielten. Jon landete mit seinem neuen Kurzhaarschnitt in den Schlagzeilen und die Band veröffentlichte ihr symbolisch betiteltes KEEP THE FAITH. Das Album definierte Bon Jovi als Stadionrockband, das Titelstück, gleichzeitig die Single, lieferte die typisch radiofreundlichen Hooks in einem moderneren Stil, das neunminütige ›Dry County‹ demonstrierte wachsende Reife und das kitschige ›Bed Of Roses‹ hielt die Damen bei der Stange.

7800° FAHRENHEIT (1985)

Bon Jovi Fahrenheit
Der Titel des zweiten Albums mag zwar die Temperatur glühender Lava andeuten, die Reaktion seitens Presse und Publikum fiel jedoch lauwarm aus. Mit eher bescheidenem Erfolg (USA: 37, UK: 28, D: 40) fielen Bon Jovi weit hinter ihre Konkurrenten zurück. Doch verdient das Album eine Neubewertung, denn es beinhaltet durchaus große Lieder: ›In And Out Of Love‹ ist Mitte-80er-Cock-Rock vom Feinsten, doch am besten ist ›Toyko Road‹, ein treibender Hardrocker mit Jons bis dato gewagtester Textzeile („Snortin‘ whiskey, drinkin‘ coke…“ – „wir schnupfen Whiskey und trinken Koks“).

THESE DAYS (1995)

Bon Jovi These Days
Vier der fünf Bandmitglieder, die einst das Debütalbum aufnahmen, sind noch heute an Bord. Das fünfte jedoch, Alec John Such, wurde vor diesem, dem sechsten, „gehen gelassen“. Der Grund war jener schöne Rock‘n‘Roll-Euphemismus: „Substanzmissbrauch“. Hugh McDonald, ein alter Freund, trat an seine Stelle (wenn auch nicht als offizielles Mitglied) und Bon Jovi machten weiter. In Großbritannien und Deutschland erreichte THESE DAYS Platz 1. ›Hey God‹ war eine kraftvolle Rockhymne und auf dem Titelstück kam Jon seinem Held Bruce Springsteen nahe wie nie zuvor oder seitdem. Für viele war dies Bon Jovis letztes gutes Album.

Anhörbar

BLAZE OF GLORY (1990)


Als Jon Bon Jovis Solo-Debütsingle ›Blaze Of Glory‹ Platz 1 der US-Charts erreichte, schien die Band dem Untergang geweiht. Doch wie sich herausstellte, hatte Jon einfach nur eine Pause von dem zermürbenden Album-Tour-Zyklus gebraucht. ›Blaze Of Glory‹ – ein mystisches Cowboylied wie ›Wanted Dead Or Alive‹ – war der Soundtrack des Westerns „Blaze Of Glory – Flammender Ruhm“. Mit hochkarätigen Gästen wie Jeff Beck, Elton John und Little Richard und mehreren guten Stücken (insbesondere ›Justice In The Barrel‹) war das Album sicherlich erfolgreicher als Jons Cameo im Film, wo er innerhalb von Sekunden erschossen wurde.

CRUSH (2000)

Bon Jovi Crush
Acht Jahre, nachdem KEEP THE FAITH den Sound der Band für die 90er aufgefrischt hatte, tat ›It‘s My Life‹, ein weiterer Monsterhit, dasselbe fürs folgenden Jahrzehnt. Jon und Richie schrieben das Stück mit dem schwedischen Hitmacher Max Martin, der zuvor für Britney Spears gearbeitet hatte. Doch das Lied ist nicht nur eines der härtesten in Bon Jovis Repertoire, sondern auch eine Rückbesinnung auf ihren Pomp der 80er, mit einem klassischen „Fäuste in die Luft“-Refrain, Samboras Talk-Box-Effekt als Reminiszenz an ›Livin‘ On A Prayer‹ und einem Text, der sich auf die Hauptcharaktere Tommy und Gina aus jenem Lied bezieht. Der Rest von CRUSH ist bestenfalls solide.

THE CIRCLE (2009)

Bon Jovi The Circle
Richie Sambora war wohl etwas geistesabwesend, als er über THE CIRCLE sagte: „Es rockt hart!“ Tatsächlich war Bon Jovis elftes Studioalbum und vierte US-Nr. 1 weit weniger heavy als die 80s-Klassiker der Band. Aber es war immerhin besser als sein Vorgänger, das kitschige LOST HIGHWAY. Die erste Single ›We Weren‘t Born To Follow‹ ist eine klassische Bon-Jovi-Hymne, ›Broken-promiseland‹ ist U2 auf Steroiden. Und auch wenn ›Work For The Working Man‹ aus der Feder eines Mannes, dessen Vermögen 100 Millionen Dollar betrug, nicht mehr ganz so glaubwürdig klang, wurde das Stück doch zur Inspirationsquelle für Barack Obama.

Sonderbar

BOUNCE ISLAND (2002)

Bon Jovi Bounce
Nach den Anschlägen vom 11. September machten Bon Jovi ihr ernstestes Album. Eine Entscheidung, die sich als falsch erwies: BOUNCE ist das einzige Bon-Jovi-Studioalbum, das sich in den USA weniger als eine Million mal verkauft hat. Im Gegensatz zu seinem Titel klingt das Album flach, lässt das typische Melodiegespür der Band vermissen und lehnt sich in der Dichte des Gitarrensounds eher an Metallica an. Jon schrieb zwar auf ›Everyday‹ und ›Undivided‹, beide von 9/11 inspiriert, mit mehr Tiefgang als sonst, doch verspielte diesen Bonus umgehend wieder mit ›You Had Me From Hello‹, dem schmalzigsten Liebeslied, das er je verfasste.

Coogans Bluff: „Das Schweizer Taschenmesser der Rockmusik“

Gut 20 Jahre sowie diverse Studioalben, EPs und eine Liveplatte hat die in Rostock gegründete Retro-Kombo nun schon auf dem Buckel und erbringt mit dem jüngsten BALADA erneut den Beweis dafür, Zugang zu einem scheinbar niemals versiegenden Quell an Inspiration und spannenden Soundkulissen zu haben. Das auf das portugiesische Wort für „Party“ getaufte neue Album fächert in alter Coogans Bluff-Manier einen breiten Klangbogen auf, verwebt Krautrock mit Funk, Soul, Avantgarde, Psychedelic, Prog, einer Allman-Brothers-Hommage und was dem Quintett nicht sonst noch alles einfällt. „Das Schweizer Taschenmesser der Rockmusik – so hat uns mal ein Kumpel in seiner Radiosendung umschrieben.“, erklärt Gitarrist Willi Paschen lachend im Zoom-Interview, als man auf die Soundvielfalt zu sprechen kommt und ergänzt ehrlich: „Zwischendurch hatten wir Panik, dass das alles ein bisschen wie Kraut und Rüben wirkt. Aber als wir die Songreihenfolge festgelegt hatten, merkten wir schnell, dass BALADA trotz der Heterogenität nach einem geschlossenen Album klingt.“

Entstanden ist der siebte Streich der Band eher unbeabsichtigt, mitten in der Corona-Zeit: „Eigentlich ging es während der Pandemie los mit dem Joe-Jackson-Cover ›One More Time‹. Alle machten Coveralben und auch wir nahmen uns einige Lieder vor, doch so richtig gefallen hat uns eben nur ›One More Time‹. Daraus haben sich dann weitere Songideen entwickelt, hinzu kamen ältere Ideen von der letzten Platte und formten sich zu einem Grundgerüst. Unsere nächste Tour Anfang 2022 mussten wir wieder absagen, wollten dafür jedoch an den hierfür geblockten Tagen unser Album fertig machen. Wir fuhren zu unserem Drummer, meinem Bruder, Charlie ins Studio nach Leipzig und nahmen dort die Basictracks auf. Im Sommer 2022 kamen dann die ganzen Live-Nachholtermine und deswegen konnten wir BALADA erst 2023 fertigstellen. Wurde alles bisschen knapp, aber wir haben’s trotzdem geschafft.“, so Paschen über den sich stückweise zusammensetzenden Entstehungsprozess des Albums, der vor allem eines in den Mitgliedern ausgelöst hat: Dankbarkeit. „Der Prozess hat wirklich Spaß gemacht, das war gar nicht krampfig. Während der Pandemie und dem daraus resultierenden Abstand habe ich für mich nochmal realisiert, was ich an dieser Band habe und gemerkt, dass es am Ende nicht um die ganzen Business-Aspekte geht, sondern um die Grundessenz. Wir sind schon so lange zusammen, haben immer noch Bock und es kommt immer noch neue Musik raus. Das ist schon cool. Wir können auf Tour gehen, wir verkaufen Platten – ist doch alles ziemlich stabil!“ 2024 werden Coogans Bluff vor allem damit beschäftigt sein, Konzerte zu spielen. Danach geht es dem Lauf der Dinge entsprechend an das nächste Album. Das Coverartwork hierfür hat die Band immerhin schon ausgesucht – „nur die Musik muss noch gemacht werden.“

Ozzy Osbourne: Möchte sein Biopic noch sehen

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Derzeit ist ein Biopic über das Leben von Ozzy und Sharon Osbourne in der Mache. Schon 2021 wurde über den Streifen in der „Variety“ berichtet. Lee Hall, der bereits für Filme wie „Rocketman“ gearbeitet hat, ist für das Drehbuch verantwortlich.

In ihrem Podcast „The Osbournes“ sprachen Ozzy und Sharon mit ihren Kindern Jack und Kelly über das große Vorhaben, wobei Sharon beklagte, dass es eine „Ewigkeit dauere, einen Film zu machen“. Ozzy ergänzte, dass er hofft, dass er noch lange genug leben wird, um den Film zu sehen. Sharon Osbourne verriet außerdem, von wem sie gerne gespielt werden würde. Ihre Vorschläge wären Schauspielerin Florence Pugh oder „das kleine Mädchen von „Game Of Thrones““, womit sie wohl Maisie Williams meinte, die in der bekannten Fernsehsendung die Rolle der Arya Stark übernahm.

Gewinnspiel: 10,000 VOLTS von Ace Frehley im Lostopf

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Erst kürzlich hat Ace Frehley sein neues Album 10,000 VOLTS veröffentlicht, schon befindet sich das gute Stück bei uns im CLASSIC-ROCK-Lostopf und zwar in zweifacher Ausführung: wir verlosen das Album im Bundle, einmal als LP und einmal auf CD.

Jetzt mitmachen und gewinnen:

[contact-form-7 id=“309ef8b“ title=“Ace Frehley Bundle“]

(Teilnahmeschluss ist der 29. März 2024)

Iron Maiden: Happy Birthday, Steve Harris!

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Heute wird Iron-Maiden-Chef Steve Harris 68 Jahre alt, außerdem jährt sich der Todestag des ehemaligen Drummers Clive Burr an diesem 12. März zum zehnten Mal. Ein doppelter Anlass also, um an diesem heutigen Tag auf Iron Maiden zu blicken.

Steve Harris wurde 1956 im Osten Londons geboren. Obwohl Steve Harris ein großes Fußball-Talent war und ihm eventuell sogar eine Karriere bei Westham United offenstand, beschloss er als junger Mann, Musiker zu werden. Am 25. Dezember 1975 gründete er seine eigene Band, die sich nur wenig später Iron Maiden nannte. Trotz der Beliebtheit von Disco, New Wave und Punk konnten sich Maiden durchsetzen und landeten schließlich im Jahr 1979 einen Plattenvertrag mit EMI Music.

by Markus Werner

Die ersten beiden Alben, IRON MAIDEN und KILLERS, entstanden noch mit Paul Di’Anno am Gesang. Dann holte man Samson-Mann Bruce Dickinson ans Mikrofon und landete mit THE NUMBER OF THE BEAST einen riesen Hit. Seitdem zählen Maiden, trotz vieler Höhen und Tiefen über ihre jahrzehntelange Karriere hinweg, zur Speerspitze der New Wave Of British Heavy Metal. Bis heute sind sie eine der größten Metal-Bands aller Zeiten, immer angeleitet von Chef, Gründer und Bassist Steve Harris.

In unserer aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK erzählen wir die ganze Geschichte hinter Iron Maidens Album POWERSLAVE. Jetzt hier versandkostenfrei bestellen: CLASSIC ROCK 127

George Harrison: The Reluctant Beatle

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It’s been so long, my Lord!

Der ehrwürdige Philip Norman hat bereits drei Bücher über die Fab Four geschrieben: „Shout! The Beatles In Their Generation (von dem Paul McCartney sagte, es wäre „scheiße“), „John Lennon: A Life“ und „Paul McCartney The Biography“. Norman hat also durchaus die Berechtigung dazu, für die ersten paar hundert Seiten seines neuen Harrison-Schinkens sein eigenes Material als Quelle zu verwenden, auch wenn dieses Recycling oft dazu führt, dass man sich beim Lesen denkt: „Das weiß ich schon“ oder „Das habe ich doch schon gelesen“. Es fällt nicht schwer, die Entscheidung zur Titelfindung nachzuvollziehen (immerhin mal etwas anderes als „der Ruhige“), auch wenn dieses Attribut spätestens beim Auseinanderfall der Beatles auf alle vier zutraf (na gut, außer vielleicht auf Ringo Starr). Da Norman natürlicherweise langsam die Leute ausgehen, die Erinnerungen teilen können, ist es gewissermaßen ein Glücksgriff, dass Harrisons erste Frau, Pattie Boyd, sich zu Wort meldete und von den Flirtereien ihres Ehemannes erzählt, inklusive einer pikanten Affäre mit Ringos Frau Maureen, was Lennon damals als inzest bezeichnete. Ihre unvoreingenommenen Beiträge dämpfen auch jene vielen Anfälle ab, in denen Georges Spiritualität ein wenig entgleist. Normans anfängliche Darstellung von Harrisons Kindheit ist pflichtbewusst, gleicht jedoch auch (wie es oft bei Beatles-Büchern der Fall ist) einem Spießrutenlauf durch Liverpool. Das Material um und aus dem Cavern Club ist gut eingebettet und beinhaltet natürlich auch den oft zitierten, deswegen nicht weniger drolligen Harrison-Moment, als dieser ihren künftigen Manager im Publikum erblickt und daraufhin sagte „Und was bringt Mr. Epstein heute hier her?“ Der ironische witzelnde Harrison ist liebenswürdiger als der schlecht gelaunte Brummbär, der er auch sein konnte, aber auch das kann man verzeihen angesichts des Preises, den die Beatles für ihre absurde Berühmtheit zahlen musste. Selbige hätte wahrscheinlich jeden in die Arme von Kokain und Courvoisier getrieben. Was man nicht übersehen kann, sind die zahlreichen Wiederholungen, die teilweise innerhalb weniger Seiten auftreten, was darauf schließen lässt, dass das Buch mit äußerstem Widerwillen lektoriert wurde, wenn überhaupt. Don McLean als „den kanadischen Songwriter“ (Hallo, Wikipedia!) zu beschreiben, ist absolut peinlich. Außerdem gibt es eine äußerst verwirrte Referenz auf das damals noch nicht erworbene Friar-Park-Anwesen, das fälschlicherweise als Apple HQ angegeben wurde. Lobend muss man erwähnen, dass Harrisons Songs, inner- und außerhalb des Beatles-Universums, adäquat besprochen werden. Auch Friar Park wird vom Autor beleuchtet und Harrisons fast schon unaushaltbar trauriger Tod sensibel behandelt. Trotzdem wäre eine etwas gestraffte Inspektion dieses Dark Horse und Workin Class-Hero wohl die bessere Idee gewesen.

6 von 10 Punkten

George Harrison: The Reluctant Beatle
Von Philip Norman
SIMON & SCHUSTER

Geddy Lee: My Effin‘ Life

Aufrichtige, augenöffnende Memoiren des Rush-Frontmanns

Drogen, bandinterner Aufruhr, Beziehungsprobleme, Tod. Es sei euch verziehen, wenn ihr jetzt dachtet, hier liegt eine Beschreibung des zweiten Teils von Mötley Crües „The Dirt“ vor. Doch wenn man durch die Seiten von Geddy Lees Autobiografie blättert, fällt einem nicht nur einmal die Kinnlade runter – jede neue Seite ist überraschender als die davor. Lee traut sich, vom üblichen Pfad einer Rockstar-Biografie abzuweichen (typisch Rush eben), und widmet das zweite Kapitel dem Aufstieg des Faschismus und der Inhaftierung seiner beiden Eltern im Nazi-Konzentrationslager von Auschwitz. Ein mutiger und wichtiger Schritt, der die Richtung des Buchs mitbe- stimmt. Es geht um sein Leben, das von schwindelerregenden Höhen (Platin-Platten, ausverkaufte Stadionkonzerte) bis zu äußerst menschlichen Tiefpunkten reicht: Kokain, eine zerrüttete Ehe, die Entfremdung von Gitarrist Alex Lifeson bis zu dem Punkt, dass er fast aus der Band ausstieg, der Verlust von Rush-Drummer und Texter Neil Peart. Durch all diese Erlebnisse dringt Lees Stimme hindurch, sein Erzählstil ist scharf und akkurat. Es gibt unerwartete Zwischentöne (Gott sei Dank nichts im 13/8-Takt) und einen bemerkenswerten Einblick in das Denken dieses eigentlich doch sehr auf seine Privatsphäre bedachten Mannes. Das Buch endet auf einem überraschenden, vielversprechenden Höhepunkt, doch dieses Juwel sollt ihr lieber selbst entdecken.

9 von 10 Punkten

My Effin’ Life
VON GEDDY LEE
HARPERCOLLINS

Brother Dege: Künstler mit 56 verstorben

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Brother Dege ist am 8. März im Alter von 56 Jahren überraschend verstorben. Das teilte seine Band namens The Brethren am 11. März der Öffentlichkeit mit. Das Veröffentlichkeitsdatum vom neuen Album AURORA, das für den 15. März angesetzt ist, bleibt. Die geplante Europatournee im Anschluss an die Veröffentlichung von AURORA entfällt natürlich.

The Brethren in einem Statement:

„Unsere Herzen sind schwer, während wir den Verlust unseres Bruders Dege Legg betrauern. Vielen Dank an die Fans auf der ganzen Welt, und unserer liebevollen Gemeinschaft für eure Unterstützung in dieser schweren Zeit. Bitte behaltet die Familie, die Band und die Freunde in euren Gedanken und Gebeten. Vielen Dank für alles, was du uns gegeben hast, Dege. Du wirst schmerzlich vermisst.

Martin Koller, Labelgründer von Prophecy Productions, bei denen Brother Dege unter Vertrag war, schreibt: „Schweren Herzens übermittle ich Dege Leggs Familie, seinen Freunden und seinen Bandkollegen unser aufrichtiges Beileid. Ich bin sehr betroffen und traurig, als ich von Deges Tod hörte und ich weiß, dass ich für alle bei Prophecy Productions spreche. In der kurzen Zeit unserer kürzlich erfolgten Zusammenarbeit haben wir alle diesen Ausnahmemusiker als besonders sanften, freundlichen und großzügigen Künstler kennengelernt. Ruhe in Frieden, Bruder Dege!“ Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschlossen, mit der Veröffentlichung von AURORA, dem sechsten Album von Brother Dege, fortzufahren, das für den 15. März 2024 geplant ist. Soweit wir wissen, ist das der Wunsch von Dege. Wir werden sein künstlerisches Vermächtnis ehren, indem wir es der Welt zur Verfügung stelle.“

Ruhe in Frieden, Brother Dege.