Die Band um Sängerin Sonja Maier gibt es seit 2014, ihr Debüt NEVER ENOUGH erschien vor drei Jahren. Fragt man sie nach ihrem Stil, fallen gerne die Begriffe Beach-Grunge und Fuzzpop. Das trifft den Kern ganz gut. ›Fucking Fake‹ ist gleich mal ein Brecher. Sonja ätzt gegen den falschen Kerl. Musikalisch spürt man, wie die vier im Rock der 90er verwurzelt sind, es sehr mit Nirvana und Weezer haben. Klasse ist die Platte besonders, wenn Sonja ihre Liebe zum Stil der Frauen dieser Ära nach vorne stellt. In ›Hey Girl‹ ist es Kim Deal, im sanfteren ›Hello My Love‹ darf es mal Sheryl Crow sein und in ›Caught In A Bubble‹ ist es Juliana Hatfield. Die ganze Band bringt das im Vergleich zur ersten Platte entschlossener und klarer rüber und wirkt gewachsen. All Knüller No Füller.
›Aurora‹ ist der genau richtig sehnsüchtige und slidige Auftakt des gleichnamigen Albums von Brother Dege. Bis auf ein paar atmosphärische Chöre ohne Gesang bildet das Stück mit seiner Anmut den perfekten Einstieg in das neue Werk. Im Anschluss kommen die Vocals des Grammy- nominierten Songwriters dazu, und ab geht die Reise in den Süden der Vereinigten Staaten. Kein Wunder, dass sich seinerzeit Quentin Tarantino Deges Stück ›Too Old To Die Young‹ für seinen Film „Django Unchained“ ausgesucht hat. Diese Musik ist stark und „sumpfig“. Und auch die neuen Songs kommen wieder düster und dramatisch daher – die Bezeichnung „Graveyard-Americana“ aus der Presseinfo trifft den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. Man kann sich einen alten Friedhof im Wilden Westen tatsächlich bildlich vorstellen. In einem Stück wie ›A Man Needs A Mommy‹ passiert vordergründig eigentlich gar nicht viel, aber gerade die großartigen Slides im Hintergrund verleihen dem Ganzen Textur und Tiefe. Alles wirkt irgendwie „hinterwäldlerisch“, aber auch auf ganz eigene Art und Weise hymnisch. Stellenweise fühlt man sich an Künstler wie The White Buffalo erinnert, aber diese Reminiszenz ist dann auch schnell wieder vorbei. Denn Brother Dege hat auf AURORA seinen ganz eigenen und faszinierenden Sound gefunden.
An jedem Jahresende gibt es die große Leserumfrage von CLASSIC ROCK, damit wir euch besser kennenlernen. Wir fragen nach euren Lieblingskünstlern, Wünschen und Vorschlägen. Die Ergebnisse unserer Umfrage aus dem Jahr 2023 lest ihr hier:
Eine der besten Rockbands kehrt zurück – und macht nichts falsch
Als die frühen Platten der Black Crowes in Neuauflagen erschienen, hätte man es sich schon denken können: Chris und Rich Robinson haben sich zusammengerauft. 14 Jahre sind seit dem letzten Werk CROWEOLOGY vergangen, einer tollen Rockplatte. Solche haben die beiden mit ihren jeweiligen Projekten Chris Robinson Brotherhood und Tha Magpie Salute zwar auch aufgenommen. Aber wie das mit Bands unter Brüdern nun einmal so ist: Blut ist nicht nur dicker als Wasser, sondern erschafft auch eine besondere Atmosphäre. HAPPINESS BASTARDS haben die Black Crowes das neue Album betitelt – als glückliche Bastarde bezeichnen sich die Robinson-Brüder, ausgehend von der Prämisse, dass es an der Zeit sei, den ganzen Scheiß hinter sich gelassen. Und so geht’s gut gelaunt los: ›Beside Manners‹ ist ein Kick für alle, die die jüngste Platte der Stones doch ein wenig lahm fanden, ›Rats And Clowns‹ schaut in einer Südstaatengosse vorbei – ein großer Spaß. ›Cross Your Fingers‹ bietet den ersten intim-intensiven Moment, seit jeher eine Stärke dieser Gruppe. ›Wilted Rose‹, ein Duett mit Country-Star Laney Wilson, wirkt zunächst kalkuliert – aber wenn die Band nach gut drei Minuten den Westernblues auf die große Leinwand bringt, wird’s fabelhaft. Was HAPPINESS BASTARDS noch zu bieten hat: Saloon-Punk und Verzweiflungsblues, Radiorock und die finale Ballade ›Kindred Friend‹, die beklagt, es vergehe zu viel Zeit fürs Wiedersehen. Nun, das haben The Black Crowes selbst in der Hand.
8 von 10 Punkten
The Black Crowes HAPPINESS BASTARDS SILVER ARROW/H’ART
Titelstory: Mark Knopfler im Interview über sein neues Album ONE DEEP RIVER und den Fluss des Lebens
Der bedächtige Brite – in einem früheren Leben Rocksuperstar bei den Dire Straits – packt aus! Im großen Titelinterview verrät Knopfler, wo er politisch steht, was er in seiner Freizeit treibt, wieso er sich für keinen überragenden Gitarristen hält und wie er damit fertigwird, dass er bald 75 ist. Um die teils autobiografische neue Platte ONE DEEP RIVER geht’s freilich auch. Dazu kommen demnächst eine EP über die kriminelle Unterwelt und eine weltrekordverdächtige Charity-Single mit mehr als 60 Rockikonen auf einem einzigen Song.
Als Jimi Hendrix 1966 nach London kam, war die gesamte britische Rockelite inklusive Eric Clapton, Jimmy Page und Jeff Beck überwältigt. Doch schon bald folgten sie seinem Beispiel und entwickelten eine explosive neue Form des elektrischen Blues …
Wayne Kramer: April 1948 – 2. Februar 2024
Wir blicken auf das Leben eines Gitarristen zurück, der in seinen Jahren mit den legendären MC5 und darüber hinaus die Jams raushaute – mehr als die meisten anderen.
Queen: Basic Instinct
Von MTV verbannt. Trunkene Ausfälle. Videos, die Amerika provozierten. Bandmitglieder, die das Weite suchten … Nach einem stilistischen Ausfallschritt mit dem vorigen Album HOT SPACE kehrten Queen mit THE WORKS wieder zum Wesentlichen, ihren Rockwurzeln und dem „echten“ Queen-Sound, zurück.
Deep Purple: „Die ganze Sache hätte auch mächtig schief gehen können“
Wenn sich eine Erzählung aus dem Rock‘n‘Roll-Universum ins kollektive Gedächtnis eingeschliffen hat, dann dürfte es wohl die berühmt-berüchtigte Entstehungsgeschichte von Deep Purples Meilenstein MACHINE HEAD sein. Ein Frank-Zappa-Konzert und ein Trottel mit einer Signalpistole, ein brennendes Casino in Montreux, Chaos und Rauchschwaden, die vom aufkommenden Wind über den Genfer See getragen werden …
Außerdem im Heft: Steve Hackett, The Black Crowes, Billy Joel, The Black Keys, Don Henley und viele mehr!
Wie immer mit Heft-CD mit Songs von Atomic, Reach, Cold Years, Those Damn Crows und mehr!
Eine Stimme wie Van Morrison und musikalisch ganz auf bluesige Americana gepolt – dabei stammt Jesper Lindell aus einer schwedischen Kleinstadt. Wir waren neugierig…
Pünktlich auf die Minute erscheint Jesper Lindell im Zoom-Fenster. Zu sehen: ein netter Kerl. Sehr unaufgeregt und fast schon bescheiden sitzt er da an seinem Arbeitsplatz in dem schwedischen Kaff namens Brunnsvik – hinter den Mischpultreglern in seinem eigenen Tonstudio. „Ich nehme gerade das neue Album von Magnus Carlsson auf“, sagt er und – wie aufs Stichwort – erscheint das ehemalige Mitglied der Hitband Alcazar auch schon im Bild. „Er ist so unglaublich talentiert“, lacht Carlsson aufgedreht in die Kamera und deutet auf den etwas verdutzten Jesper Lindell, dem diese spontane Huldigung etwas peinlich ist. Warum nur? Der aufgedrehte Popper hat recht. Mehr noch: Lindell wird in Insider-Kreisen schließlich schon seit einer ganzen Weile als scheues Musik-Genie gehandelt. Mit seinem neuen Werk BEFORE THE SUN befeuert er diese Expertise bestimmt noch mehr. Denn der junge Musik-Nerd aus der schwedischen Provinz präsentiert auf der Platte ein ausgeschlafenes Potpourri von bluesigen und souligen Retro-Stücken. Musik, die erstens nicht nach 2024 und zweitens schon gar nicht nach Schweden klingt. Wie kommt’s?
„Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen“, verrät er, „bei uns lief den ganzen Tag über Musik von Neil Young, Bob Dylan oder Van Morrison. Meine Mutter mochte dazu noch David Bowie und mein Vater liebte Wishbone Ash. Das Retro-Ding steckt also irgendwie in mir – und das zeigt sich auch in meiner eigenen Musik.“ Obwohl Jesper noch weitere Bands wie Thin Lizzy, Mando Diao und The Hives als Inspirationsquellen nennt, hat es ihm der knorrige Van Morrison ganz besonders angetan. Die Stimmlage, die Art zu singen und zu phrasieren, das Gefühl für die Blue Notes, die Schönheit der Melancholie … „Es ist dieses Gefühl von Freiheit in seiner Musik“, sagt Jesper über seinen irischen Hero, „er hat sich nie auf nur eine Richtung festgelegt, er ließ vieles zu und auf sich zukommen.“ Vor allem aber liebt er seine Stimme. „Ganz besonders in seinen frühen Arbeiten in den 60er-Jahren. Das liegt wohl auch daran, dass ich auch ein großer Louis-Prima-Fan bin. Ich liebe den rhythmischen Jazz-Scat-Gesang.“ Wer die zehn Lieder seines aktuellen, von ihm gemeinsam mit Björn Pettersson produzierten Albums hört, wird sich Augen und Ohren reiben. Denn in den Credits ist als Aufnahmeort nicht ein Studio wie Fame Recordings in Muscle Shoals oder das Bluebird in Nashville angegeben, sondern: Jesper Lindells eigener Recording-Tempel in Brunnsvik. „Klar“, sagt er, „es wäre schon ein Traum, einmal in Muscle Shoals aufzunehmen. Diese Vibes würde ich gerne mal auskosten.“ Noch heißer wäre er aber auf eine Session in den legendären Stax-Studios in Memphis. Dass er das dafür geeignete Song-Futter mitbringen würde, beweist er im Track ›Howlin’‹. „Der Titel ist wirklich Stax-inspiriert“, gibt er zu, „der hat was von Elvis, und die Horns geben richtig Zunder.“ Mit Sessions in einer der legendären amerikanischen Tonschmieden wird es vielleicht noch dauern. Ein Besuch dieser Kultstätten ist aber für dieses Jahr fest eingeplant: „Es wird mein erster Trip nach Amerika sein“, sagt ausgerechnet der ausgewiesene Americana-Experte.
THE ANSWER theanswerrock.com Mit dem jahrelang erwarteten Studioalbum SUNDOWNERS starten The Answer aus Nordirland in ihr neues Bandleben. Mit neuer Motivation spielt die Truppe im April 2024 einige Gigs bei uns.
BLACKBERRY SMOKE wizpro.com Die Southern Rocker aus Georgia haben 2024 nicht nur ein neues Album mit dem Titel BE RIGHT HERE herausgebracht, sondern treten im September auch auf vier deutschen Bühnen live auf.
ERIK COHEN starkult.de 2024 geht Daniel Geiger alias Erik Cohen unter dem Motto „Zurück aus der Zukunft“ auf Tournee und feiert dabei das 10-jährige Jubiläum seines Debütalbums.
04.05. Kiel, Die Pumpe 06.09. Wiesbaden, Schlachthof 07.09. Düsseldorf, Zakk (Open Air Show) 28.09. Oldenburg, Cadillac 06.12. Hamburg, Knust
LAURA COX lauracoxmusic.com Vom Youtube-Hit zum Bühnenstar. Im Mai kommt Laura Cox auf „Head Above Water“-Tour. 08.05. Isernhagen, Bluesgarage 10.05. Bielefeld, Lokwerk 11.05. Dortmund, Piano 12.05. Bonn, Harmonie 14.05. Ulm, Roxy 15.05. Augsburg, Spektrum 16.05. Bensheim, Musiktheater Rex 17.05. Aschaffenburg, Colos Saal
ELLIOT BROOD elliottbrood.com Das kanadische Alternative-Country-Trio steht im kommenden April an vier Terminen auf deutschen Bühnenbrettern.
DEAP VALLY deapvally.com Nach über zehn gemeinsamen Jahren gehen Deap Vally nun auf Abschiedstournee. In zwei deutschen Großstädten kann man gemeinsam mit Lindsey Troy und Julie Edwards gebührend das Ende einer tollen Ära feiern.
26.05. Köln, Blue Shell 30.05. Berlin, Cassiopeia
CHARLES ESTEN wizpro.com Bekannt durch seine Rollen als Ward Cameron in der Netflix-Hitserie „Outer Banks“ und Deacon Claybourne in ABC/CMT’s „Nashville“, veröffentlichte der Künstler im Januar sein Debütalbum LOVE AIN’T PRETTY und stellt dieses dann im Mai live vor.
FERRIS & SYLVESTER wizpro.com Ferris & Sylvester gelten derzeit als der wohl größte Folk-Geheimtipp aus dem UK und kommen im März für drei Termine nach Köln, Hamburg und Berlin.
18.03. Köln, Blue Shell 19.03. Hamburg, Nochtwache 21.03. Berlin, Prachtwerk
THE GASLIGHT ANTHEM fkpscorpio.com Nach neun Jahren Plattenpause haben The Gaslight Anthem im Oktober 2023 ihr brandneues Album HISTORY BOOKS veröffentlicht. Und natürlich folgt auf dieses freudige Event auch eine Tournee. Support: Spanish Love Songs.
KNUCKLE HEAD knuckle-head.com Die beiden Fuzz-Cowboys Jack und Jock beehren ihr geneigtes Publikum mit dunkel gefärbtem Country und seelenvollem Blues und werden nicht umsonst als „The Dark Country Kings“ gefeiert.
12.07. CH-Basel, Biker Days Basel 28.08. Mannheim, 7er Club 29.08. Aschaffenburg, Colos-Saal 31.08. München, Backstage 01.09. Dortmund, Piano
KARNIVOOL fkpscorpio.com Die Band aus Down Under geht im Juni auf „Tri-Continental Drift Tour“.
20.06. Hannover, Capitol 22.06. Köln, Kantine
KULA SHAKER fkpscorpio.com Im Mai spielen Kula Shaker mit ihrem jüngsten Album NATURAL MAGICK im Gepäck eine einzige Deutschland-Show in München.
11.05. München, Technikum
CHRIS NORMAN chris-norman.de Zusammen mit seiner Band und mit seinem jüngsten Album JUNCTION 55 im Gepäck, geht Ex-Smokie-Mann Chris Norman 2024 auf große „Junction 55“ Tournee.
“The Rock’n’Roll Wrestling Bash” präsentiert eine einzigartige Mischung aus Mexican Wrestling und Rock’n’Roll und geht auch 2024 wieder auf Tournee unter dem Motto „A well deserved Braincation“.
„The Rock n Roll Wrestling Bash steht für eine einzigartige Mischung aus Musik, Sport und Entertainment“, sagt Frontmann und Produzent Carlos „Howling Mad“ Martinez. „Mit der ‚A well deserved Braincation‘ Tour wollen wir unserem Publikum eine unvergessliche Erfahrung bieten und sie dazu bringen, für einen Moment alles um sich herum zu vergessen. Wie immer!“.