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Start Blog Seite 481

Hier sehen: Ozzy Osbourne und Post Malone live bei den AMA

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Ozzy Osbourne live mit Post MaloneOzzy Osbourne hat ein Video seines Auftritts bei den American Music Awards veröffentlicht. Zusammen mit Rapper Post Malone sang er dessen Song ›Take What You Want‹.

Ozzy Osbourne scheint nach seinen Rückenproblemen in diesem Jahr wieder relativ fit zu sein. Zwar absolvierte er einen Teil seines Auftritts bei den American Music Awards am 24. November sitzend, aber ansonsten hatte er sichtlich Spaß.

Gemeinsam mit Post Malone und Gitarrist Andrew Watt spielte er – umgeben von Flammenwerfern – den Song ›Take What You Want‹ von Malones jüngstem Album HOLLYWOOD’S BLEEDING.

Osbournes nächstes Album ORDINARY MAN soll im Januar erscheinen. Anfang November hat er die Single ›Under The Graveyard‹ veröffentlicht. Ende 2020 wird der „Prince Of Darkness“ in Deutschland auftreten.

Ozzy Osbourne bei den AMA mit Post Malone:

Konzertkritik: Hawkwind in London, Royal Albert Hall (26.11.2019)

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Hawkwind live 2019

Reise durch Raum und Zeit

Draußen im Weltall gelten die Regeln von Raum und Zeit nicht. Das haben die Spacerock-Pioniere von Hawkwind, die vor 50 Erdenjahren ihren Trip in die Tiefen des Universums begonnen haben, schon immer gewusst, wovon man sich nun bei einer spektakulären Jubiläumsshow in der altehrwürdigen Royal Albert Hall überzeugen konnte.

Denn das Konzert mit seiner überwältigenden Inszenierung aus Lasern und Projektionen sowie wabernden Soundkaskaden, die sich wie Lava über die Zuhörer ergossen, war für die Halle, die Musiker und die Zuschauer wie ein gemeinsamer Erkundungsflug durchs Schwarze Loch und zurück.

Sicher, man hätte beobachten können, dass neben Songs vom brillanten aktuellen Album ALL ABOARD THE SKYLARK nahezu alle Klassiker von ›Hurry On Sundown‹ über ›Master Of The Universe‹ bis ›Silver Machine‹ im Orbit waren, dass Motörhead-Gitarrist Phil Campbell bei drei Titeln bei genau der Band gastierte, wo einst Lemmy seinen Durchbruch hatte, oder dass Hawkwind-Gründer Dave Brock auf Gefahren wie Galaxien verspeisende Aliens, Brexit und Klimawandel hinwies.

Genauso gut hätte man feststellen können, dass die treibenden Drum-Beats von Hawkwind wohl auch Krautrocker wie Neu beeinflussten, dass das live gespielte Theremin Avantgarde-Postrocker inspirierte oder dass man Bands wie Monster Magnet vorweggenommen hat. Aber im Weltall zählt all das nicht – genauso wenig wie die Frage, ob die zwei Stunden Ekstase nun so schnell vorüber waren wie zwei Sekunden oder vielleicht doch 200 Jahre dauerten.

Setlist:

Motorway City
Flesh Fondue
Last Man On Earth
The Song Of The Gremlin
Born To Go/You Shoudn’t Do That
65 Million Years Ago
In The Beginning
Spirit Of The Age
The Fantasy Of Faldum
The Watcher
Silver Machine
Assault And Battery
The Golden Void
Right To Decide
Hurry On Sundown
Master Of The Universe

Plattensammler: Michael Monroe

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Michael MonroeMichael Monroe hat eine Vielzahl seiner Nachfolger so sehr beeinflusst, dass sie ihr Vorbild an kommerziellem Erfolg zum Teil sogar überflügelten. Welche Idole das Idol hat, verrät uns der Hanoi-Rocks-Frontmann und Glam-Urvater aber nur zum Teil – denn er nahm sich fest vor, uns „auch einmal unbekanntere Künstler“ ans Herz zu legen.

Alice Cooper
LOVE IT TO DEATH (1971)

Alice Cooper Love It To Death
Mein Vater schenkte das Album einem meiner großen Brüder. Aber die beiden interessierten sich nicht so für Rock wie ich. Ich hatte Black Sabbath im TV gesehen und mich in den Rock‘n‘Roll verliebt. Dann hörte ich LOVE IT TO DEATH und dachte nur: „Scheiße, ja!“ Die gesamte Band, die wie eine Gang auftrat, beeindruckte mich sehr. Und Neil Smith hatte die großartigste Frisur!

Ian Hunter
Ian Hunter (1975)

Ian Hunter Album
Auf seinem ersten Soloalbum, das er ja mit Mick Ronson aufgenommen hat, ist ›Once Bitten, Twice Shy‹ drauf. Ich benutze es immer als Sound-Referenz im Studio. Was sie damals 1975 gemacht haben, dieser Analog-Klang, die perfekte Schlagzeug-Mikrofonierung, das alles macht es zu einem der besten Alben aller Zeiten. Und mit ›Boy‹ konnte ich mich damals, als ich eine schwere Zeit hatte, sehr gut identifizieren.

Little Feat
Sailin‘ Shoes (1972)

Little Feat Sailin Shoes
Das ist sowieso ganz locker eines der besten Alben aller Zeiten. Locker, locker! Diese Platte ist sicherlich das stärkste Ding, das Little Feat als Band je vollbracht ha­­ben. Der Drumfill am Anfang von ›Cold, Cold, Cold‹, dem zweiten Song: ‚Chicky boom boom crash!‘ Dieser unglaubliche Klang! Besser kann ein Schlagzeug-Sound einfach nicht sein.

Dead Boys
Young, Loud And Snotty (1977)

Dead Boys Yound Loud And Snotty
Hier habe ich noch ein wenig Punk für euch! Stiv (Bators, Frontmann der Dead Boys, Anm. d. Red.) war ein Besessener. Ich meine, sie haben YOUNG, LOUD AND SNOTTY in ungefähr 24 Stunden aufgenommen und am nächsten Tag haben sie es dann bereits gemischt. Die unvergleichliche Attitüde, mit der Stiv Bators seine Texte singt, ist absolut unglaublich.

The Ruts
The Crack (1979)

The Ruts The Crack
Jetzt würde ich eigentlich AC/DC mit HIGH VOLTAGE oder POWERAGE nennen – halt nein, jeder kennt AC/DC! Lieber sollten alle mal THE CRACK auschecken! Malcolm Owen war ein Held, ein wahnsinniger Sänger und Frontmann. Aber auch die anderen waren richtig gute Musiker, weshalb viele andere Punkbands neidisch auf sie waren. Es ist eine Schande, dass Malcolm schon nach diesem ersten Album starb.

Titelstory: Jimi Hendrix – „Es war verrückt“

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Jimi Hendrix Both Sides Of The SkyKaum jemand stand Jimi Hendrix so nahe wie Eddie Kramer. Der Soundtüftler war an allen Alben des Übergitarristen beteiligt – und arbeitete als Tontechniker und Ratgeber bis zu dessen frühem Tod mit ihm zusammen. Im Interview erinnert sich Kramer an seinen so genialischen wie schüchtern-sanften Schützling, an die Woodstock-Generation und die „verrückten“ 60er-Jahre.

Fast fünf Jahrzehnte ist Jimi Hendrix jetzt tot, und dabei bis heute recht lebendig. Dass er der größte Gitarrist aller Zeiten ist, steht quasi außer Frage – und noch immer wird unbekanntes Archivmaterial zutage gefördert. So wie jetzt auf BOTH SIDES OF THE SKY, einer Songsammlung mit 13 großteils unveröffentlichten Aufnahmen aus den Jahren 1968 bis 1970, fast alle entstanden mit Hendrix‘ Band Of Gypsys. Es war nach dem Ende der Experience eine Phase des Experimentierens und der Neuausrichtung für ihn. Das sagt zumindest Eddie Kramer. Der war nicht nur als Co-Produzent an der neuen Platte beteiligt, sondern stand Hendrix als Tontechniker seine Karriere hindurch zur Seite, er bannte etliche legendäre Live-Perfomances, darunter den Woodstock-Auftritt, auf Band und arbeitete mit Gruppen wie den Rolling Stones, den Beatles und Led Zeppelin.

Am Morgen nach einer abendlichen Listening-Session zu BOTH SIDES OF THE SKY in einer Bar in London, bei der er als Luftgitarrist überzeugte, empfängt der für seine 75 Jahre erstaunlich agile Kramer zum Interview in der Zentrale von Sony Music. Man wird durch verschiedene Gänge geführt, erklimmt einige Treppen, bis man vor einer Wand mit moderner Holzverkleidung steht. Kaum sichtbar darin eingelassen ist eine Art Geheimtür, hinter der sich ein abgedunkelter Raum öffnet. Kramer sitzt darin auf einem Sofa beim Frühstück, vor sich einen Tisch voll Obst, Wurst, Brot, diversen Getränken, und ist gerade dabei, sich ein Brötchen mit Marmelade zu schmieren, das er während des gesamten Gesprächs – nicht ganz geräuschlos – verspeisen wird.
Doch bei dem, was er zu erzählen hat, nimmt man ihm das nicht übel. Und so geht’s zurück in die 60er, das Jahrzehnt, das Jimi Hendrix unsterblich machte, und zu legendären Kollegen wie Bob Dylan und Stephen Stills. Doch zuallererst: Wie fing für Sie selbst eigentlich alles an damals, Herr Kramer,…

…die 60er katapultierten Sie mitten rein ins Zentrum der Musikwelt, wie kam’s dazu?
Ich hatte das Glück, zur richtigen Zeit nach London zu kommen. Meine Mutter war Engländerin, sie ist vergangenes Jahr mit 101 Jahren gestorben, aber aufgewachsen bin ich in Südafrika. In London fand ich heraus, was ich mit meinem Leben anstellen wollte. Ein so aufregender Ort, die Beatles hatten noch nicht einmal angefangen, die ganze Ära der 60er stand unmittelbar bevor. Ich hatte eigentlich eine Ausbildung in klassischer Musik, doch fand ich mehr und mehr zum Jazz und Rock’n’Roll. 1962 war mir klar, wo ich hinwollte: ins Aufnahmestudio. Das Musikbusiness wuchs damals gewaltig, die Beatles, die Stones, Petula Clark, Kenny Ball, daneben die Searchers, die Undertakers, all diese verrückten britischen Bands. Etwas später, als ich wirklich mittendrin steckte, 1967 in den Olympic Studios, wo ich Jimi Hendrix kennenlernte, hob alles ab wie eine Rakete. Es war so überwältigend, dabei zu sein. Mich verbindet eine große Liebe mit England und London, auch wenn ich Jimi 1968 nach Amerika gefolgt bin, wo ich mehr als 40 Jahre lang blieb. Heute lebe ich in Kanada. Eine kleine Geschichtsstunde zur Einführung. (lacht)

Die jetzt erscheinende Songsammlung BOTH SIDES OF THE SKY ist nach VALLEYS OF NEPTUNE und PEOPLE, HELL & ANGELS die dritte in einer Reihe mit teils unveröffentlichtem Archivmaterial. Nach welchen Kriterien wurden die Tracks ausgewählt?
Es war grundsätzlich ein Eliminationsprozess. Das Material, das wir im Archiv hatten, war sehr spezifisch, deshalb mussten wir bei der Auswahl vorsichtig sein. Wir wussten: Wir haben einen Werkkomplex vor uns, der ausgewertet werden will. Bestimmte Lieder, be­­stimmte Performances gehören zusammen, deshalb sind schon VALLEYS OF NEPTUNE und PEOPLE, HELL & ANGELS voneinander getrennte Werke. Bei den Aufnahmen auf BOTH SIDES OF THE SKY befand sich Hendrix‘ Songwriting in einem Transformationsprozess, das Experimentelle, das Suchen nach dem fertigen Song steht im Mittelpunkt. Es sind keine finalen Takes, dennoch klingen sie fantastisch, man erkennt, mit welcher Kreativität Jimi an seinem Material feilte. Man sieht auch, wie gern er mit anderen zusammenarbeitete und wie flexibel er dabei war, etwa auf den beiden Liedern mit Stephen Stills.

„Das Studio rief mich an und sagte: ‚Hey, gerade ist dieser Typ reingekommen, Jimi Hendrix, willst du mit ihm arbeiten?‘ Darauf ich: Yeah!“ (Eddie Kramer)

In welchem Zustand befanden sich die Aufnahmen?
In einem sehr guten, aber es brauchte dennoch eine Menge Zeit und Energie, sie abzumischen. Ich verbinde in meinem Arbeitsprozess die digitale und die analoge Welt, bringe die beiden Systeme zusammen, denn ich finde niemals alles, was ich brauche, in einer der beiden Welten allein. Am Ende steht allerdings immer das Tape. Es fängt an mit dem Ausgangstape, dann geht es in die digitale Bearbeitung, dann zurück aufs finale Tape.

Sie haben Jimi Hendrix 1967 getroffen. Wie kam’s?
Nun, das Studio rief mich an und sagte: ‚Hey, gerade ist dieser Typ reingekommen, Jimi Hendrix, willst du mit ihm arbeiten?‘ Darauf ich: Yeah! Jimi war erst im Herbst 1966 in England gelandet, bereits im Oktober hatte er seinen ersten Auftritt im Olympia in Paris. Mit ›Hey Joe‹ hatte er seinen ersten Single-Hit, dann kam ›The Wind Cries Mary‹. Im Januar 1967, als ich ihn kennenlernte, war er also schon kein Unbekannter mehr, die Leute wussten: Dieser Kerl ist fantastisch! Und ich sollte die Chance bekommen, ihn zu treffen und mit ihm zu arbeiten. Das war verrückt, ich liebte es.

Greta Van Fleet in München: Die besten Fotos!

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Am 21. November waren die Rock-Jungstars von Greta Van Fleet im Zenith in München zu Gast. Unser Fotograf Frank Witzelmaier war dabei!

Hier lest ihr unsere ausführliche Live-Review zum Konzert!

Video der Woche: Queen mit ›Killer Queen‹

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Queen Killer Queen Music Video 1974In Gedenken an den großartigen Freddie Mercury…

Heute jährt sich der Todestag von Freddie Mercury zum 28. Mal. Nur einen Tag, nachdem Mercury 1991 die Presse über seine HIV-Erkrankung informiert hatte, starb er in London.

Zu Ehren dieser Ikone blicken wir zurück auf das Jahr 1974, als Queen mit ihrer Single ›Killer Queen‹ der ganze große Durchbruch gelang.

Wenige Wochen später erschien das zugehörige, dritte Album SHEER HEART ATTACK. Im ‚Video der Woche‘ gibt es den offiziellen Clip zur Single zu sehen.

Das Video wurde bei „Top Of The Pops“ aufgenommen und zeigt Freddie Mercury mit lackierten Fingernägeln, Pelzjacke und passender Diva-Attitüde.

Greta Van Fleet: München, Zenith (21.11.2019)

Greta Van Fleet 2018
Denn sie wissen, was sie tun

Vor gut einem Jahr plauderten eine Hälfte von Greta Van Fleet und ich ganz nett in Los Angeles, während Sänger Josh leider damals schon krank im Bett lag. Wenige Monate später hatte er wieder etwas am Kehlkopf und die angekündigten Deutschland-Shows mussten um ein halbes Jahr verschoben werden. Die Frage, die sich zu dem Zeitpunkt stellte: Würden Greta Van Fleet ihren unfassbaren Hype so fortsetzen können oder würde der Rummel um die Jungspunde schnell wieder abflauen? Das immer noch ausverkaufte Zenith am Donnerstag ließ schon mal eher auf zweitere Möglichkeit schließen. Auch, dass das bunt gemischte Publikum in der Umbaupause zwischen dem souligen Support-Act Yola und den Stars des Abends Stimmung machte, als würde gleich das unheilige Triumvirat aus Lemmy, Fast Eddie und Philthy aus der Hölle aufsteigen, verstärkte diesen Eindruck. Die halbe Stunde Verspätung machte zudem deutlich, dass sie zwar noch grün hinter den Ohren sind, aber bereits die Kunst beherrschen, einen auf dicke Hose zu machen.

Apropos dicke Hose: Man möchte nicht sexistisch sein, doch als die Buben sich unter tosendem Applaus zu ihrem Hit ›Highway Tune‹ endlich vor ihre Fans bequemten, blieb der Blick erst mal an ihrem kleinen Sänger mit der frechen Frisur hängen. Der sah in seinem roten Catsuit mit Glitzerapplikationen – und ja, hier wird bewusst das Wort Catsuit verwendet und nicht der bequemere Bruder namens Einteiler – aus, als würde er gleich vor einer internationalen Jury ein paar Pirouetten auf dem Eis drehen. Außerdem gab das eigenwillige Kleidungsstück aufgrund des engen Schnitts interessante Einblicke frei. So wissen wir nun, dass Josh Rechtsträger ist und wenigstens hier ein eklatanter Unterschied zu seinem (natürlich nicht beabsichtigten) Vorbild Robert Plant besteht. Der ist nämlich Linksträger, was in „The Song Remains The Same“ eindeutig bewiesen wurde.

Mit Körperlichkeit kokettieren sie ja alle vier gern: Der nur halb bedeckte knabenhafte Oberkörper von Gitarrist Jake war spätestens nach seinem 10 Minütigen Gitarrensolo gleich am Anfang mit Schweiß überzogen, auch Bassist Sam hatte sein Glitzerhemd bis ganz unten aufgeknöpft. Drummer Danny trommelte nach kurzer Zeit sowieso oben ohne. Das ist im Rock’n’Roll-Zirkus bei Gott keine Neuheit, aber in Verbindung mit seinem jugendlichen Aussehen war es fast schon irritierend, wie zielstrebig Josh die Blicke auf seine Körpermitte zog. Ganz zu schweigend von der seltsam zuckenden Handhabung seines Tambourines…

Greta Van Fleet live in München 2019
by Daniel Dommer

Aber abgesehen von den schnöden Oberflächlichkeiten: Wie war es denn jetzt? Die Beantwortung dieser Frage ist nicht einfach: Rein musikalisch betrachtet war dieser Abend im Zenith wirklich grandios. Auch wenn man das Alter dieser Band einmal außer Acht lässt, wurde hier allein vom Sound, dem Zusammenspiel untereinander und den Arrangements her eine Show geboten, die ganz knapp an Perfektion grenzte. Wobei wir aber vielleicht auch schon beim Problem angelangt sind: Trotz dieser außergewöhnlichen Darbietung stellte sich kein euphorisches Konzertgefühl ein und das lag nicht an dem eher ruhigen Hippie-Jippie-Flower-Power-Set. Viel mehr mag es an der Biografie dieser Truppe liegen. Daran, dass Greta Van Fleet fast schon wie aus einem Urknall entstanden plötzlich einfach da waren. Daran, dass es hier (noch) keine richtige Entwicklungsgeschichte gibt. Fast sofort spielten die vier große Hallen, lieferten ab. Das war und ist beeindruckend, daran gibt es nichts zu rütteln.

Trotzdem wirken Greta Van Fleet wie perfektionierte Abzüge eines Rock-Star-Bildes, das wir alle nur zu gut von bestimmten Bands aus den 70ern kennen und zu schätzen wissen. Auch andere Newcomer orientieren sich daran, doch bei den Gretas steckt hinter Sound, Outfit und Co. so viel Sorgfalt und Vision, dass man es schon fast mit Kalkül verwechseln könnte. Was dagegen ein wenig fehlt: Die Attitüde. Das macht die Jungs schlecht greifbar, die einzelnen Charaktere und Persönlichkeiten innerhalb der Band kristallisieren sich nicht heraus, sie wirken fast schon brav – und das trotz der tiefen Einblicke. Greta Van Fleet sind kein bunter sympathischer Haufen, sondern absolute Vollprofis mit einer gewissen Abgeklärtheit. Klar kann man das feiern – so wie der Großteil des Münchener Publikums am Donnerstag, oder aber man kann sie weiterhin als interessante Exoten in einem großen und von Spannungen malträtierten Rock-Milieu betrachten. Ein Kollege meinte am Ende des Konzerts: „Entweder sie spielen nächstes Mal in der Olympiahalle oder gar nicht mehr“. Ich glaube, er hat Recht.

U2: Hier den neuen Song ›Ahimsa‹ hören

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U2 Pressefoto 2017Im Dezember spielen U2 ihr erstes Konzert in Indien. Für ihren neuen Song haben sie sich mit dem indischen Komponisten A.R. Rahman zusammengetan.

Es ist kaum zu glauben, aber tatsächlich haben es U2 in ihrer Karriere noch nie nach Indien geschafft. Das ändert sich am 15. Dezember. Dann spielen Bono und Kollegen in Mumbai.

Sozusagen zu Einstimmung haben die Iren jetzt einen Track zusammen mit dem 52-jährigen indischen Musiker und Grammy-Preisträger A.R. Rahman eingespielt, der heute erschienen ist.Der Titel des poppigen und eher ruhigen Stücks, „Ahimsa“, bedeutet übersetzt „Gewaltlosigkeit“.

Bono: „Der Kampf gegen die Ungerechtigkeit war uns schon immer so wichtig. Wir wurden von Martin Luther King geprägt, einem Schüler von Mahatma Gandhi. Martin Luther King sagte: ‚Der moralische Bogen des Universums ist lang, aber er neigt zur Gerechtigkeit …‘ Ich glaube das nicht mehr. Er neigt sich nicht mehr zur Gerechtigkeit, er muss zur Gerechtigkeit gebogen werden. Wir müssen aktiv in unsere Demokratie einbezogen werden, um sie zu bewahren und den Menschen zu zeigen, wie wir uns fühlen und was uns interessiert.“

Und weiter: „Wir kommen als Studenten zur Quelle der Inspiration. Das ist Ahimsa. Gewaltlosigkeit. Indien hat uns das gegeben. Das größte Geschenk der Welt… Es ist mächtiger als die Atomenergie, die Armeen, die Marine, das britische Empire. Es ist die Kraft selbst. Und es war noch nie so wichtig.“

U2 und ihr neuer Song ›Ahimsa‹: