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Verborgene Schätze: Ladies W.C. mit LADIES W.C.

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Ladies W.C.Ladies W.C. mit LADIES W.C., SOUVENIR RECORDS Venezuela, 1968. Vielfarbiges oder schwarzes Vinyl, ca. 1.500 €.

Der Name dieser Band war als Spott gegen die strikten Zensurgesetze in ihrer Heimat Venezuela gedacht. Bassist und Sänger Stephen Scott kam in Caracas als Sohn amerikanischer Eltern auf die Welt, die dort lebten, studierte aber in South Carolina, wo er die wilden musikalischen Auswüchse jener Ära in vollen Zügen genoss. Nach seiner Rückkehr nach Caracas tat er sich mit örtlichen Musikern zusammen, darunter Leadgitarrist Adib Casta, dessen furiose Fuzz-Attacken zum Alleinstellungsmerkmal für diese psychedelischen Punks wurden. Wer Freakouts und Fuzz-Wah-Jams sucht, wird mit dem selbstbetitelten Debüt von Ladies W.C. fündig.

Es gibt Samples von Toilettenspülungen, schreienden Babys, brechenden Wellen und abhebenden Flugzeugen, die das halluzinogene Erlebnis dieser Platte verstärken. ›Searching For A Meeting Place‹ klingt wie Cream zu DISRAELI-GEARS-Zeiten auf Ketamin und LSD. Wah-wah-triefende Lead-Riffs werden hier permanent von Fuzz-Soli begleitet. Stücke wie ›I Can’t See Straight‹, ›And Everywhere I See The Shadow Of That Life‹ und ›People‹ sind weitere fuzzgetränkte Juwelen, während die Band sich auf ›Heaven’s Coming Up‹ und dem an ›Green Onions‹ erinnernden ›W.C. Blues‹ dem Blues zuwendet. Was die Pressung von LADIES W.C. so einzigartig macht, ist der „Ölrad“-Effekt des Vinyls, der 1968 noch keineswegs üblich war. Scott spielte nebenher in den USA in der Band Speed Limit 35. Als er sich entschied, nur noch mit ihnen zu arbeiten, besiegelte dies das Ende von Ladies W.C.

(Text: Lee Dorian)

AC/DC: Chris Slade ist allzeit bereit

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Ein Anruf genügt und Chris Slade steigt wieder ein in den Rock’n’Roll Train.

In einem jüngsten Interview mit Sonic Perspectives sprach Chris Slade über AC/DC. Ursprünglich war der Schlagzeuger erstmals 1989 bei den Australiern mit an Bord, wurde aber im Jahr 1994 wieder von Phil Rudd ersetzt.

Als Rudd Ende 2014 wegen eines Drogen- bzw. Morddrohungsskandals aus der Band gekickt wurde, saß ebenfalls wieder Chris Slade hinter den Drums. Auf die Frage, ob er irgendetwas zu den aktuellen Gerüchten über AC/DC sagen könne, meinte Slade: „Über AC/DC wird es immer Gerüchte geben. Die einzige Person, die weiß, was passieren wird, ist Angus. Aber es wird nicht in diesem Jahr geschehen. Das kann ich tatsächlich so behaupten. Es wird nicht 2020 passieren.“

Auch wenn es zuletzt so aussah, als wären Brian Johnson, Phil Rudd und auch Cliff Williams wieder an Bord: Sobald AC/DC ihn anriefen, sei Slade bereit loszulegen: „Ich bin immer bereit. Ich liebe es, zu reisen, Schlagzeug zu spielen, zu touren. Ich hoffe, ich kann das noch für viele weitere Jahre tun.“

Rückblende: Prince & The Revolution – ›Purple Rain‹

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Prince mit Purple RainEs war die epische Ballade, die den Rock wieder für schwarze Musiker zurückeroberte, und lief überall von Country- bis zu Rockstationen rauf und runter. Lisa Coleman und Bobby Z blicken zurück auf Princes Meisterwerk.

Text: Nick Hasted

„Prince war sehr aufgeregt“, erinnert sich Bobby Z, Schlagzeuger von The Revolution, an den Abend, an dem ›­Purple Rain‹ der Welt vorgestellt wur­de. „Er sagte: ‚Wir werden Ge­­schichte schreiben‘. Dazu trieb er uns an.“

Prince und seine gerade neu getaufte Band waren in der Garderobe des First Avenue, der schwarz gestrichenen Lobby ­­­­­­eines einstigen Busdepots in Min­neapolis, an die sich Bobby als „verehrte“ Bühne für die Musiker der Stadt erinnert. Prince probierte hier regelmäßig neue Songs aus, doch im kleineren Nebenraum konnte man allabendlich auch Acts wie The Replacements, Hüsker Dü oder Soul Asylum sehen.

Am 3. August 1983 unterbrachen Prince und seine Revolution die Dreharbeiten am Film „Purple Rain“ und die Aufnahmen zum gleichnamigen Album, um ein 45-minütiges Benefizkonzert für ihren Choreografen Loyce Holton zu spielen. Sie schlossen ab mit ›Purple Rain‹, einer sich langsam aufbauenden Zehn-Minuten-Ballade, die mit einer akustischen Gitarre begann und in elektrischen Wahnsinn ausbrach. Mit nur minimalen Overdubs bildete diese Performance das Ende der Platte und des Films, die Prince in den Olymp der 80er katapultierten. Außerdem erfüllte PURPLE RAIN endgültig Princes Mission, den Rock für schwarze Musiker zurückzuerobern – und ihn mit allem Möglichen sonst zu verbinden, was ihm in den Sinn kam.

„Einer der großen Erfolge, die wir erzielten, war dass man uns nicht nur als schwarze R&B-Band betrachtete“, glaubt Lisa Coleman, Keyboarderin von The Revolution. „Wir hatten ein paar Jahre kämpfen müssen und versucht, einen Song für schwarze Ra­­diosender zu schreiben, einen anderen für Rocksender. Doch der Song ›Purple Rain‹ lief überall im Radio, ob in Country-, Americana- oder Rockballaden-Formaten. Und es ist einfach so perfekt, dass der Song von Prince kam, den sowieso niemand einordnen konnte. Echt jetzt? Wer ist dieser Typ?“

„›Purple Rain› ist wie ein ›Stairway To Heaven‹… Selbst wenn man in ein Casino kommt und ir­­gendeine miese Hausband es dort spielt, hat es immer noch etwas ganz Besonderes an sich.“ (Bobby Z)

Diese Frage ging Prince zu Herzen, wie Coleman glaubt: „Er wollte nie sein schwarzes Publikum verlieren, das war sehr wichtig für seine Identität. Denn selbst innerhalb der schwarzen Community gab es Spannungen darüber, wie hell seine Haut war, ob er schwul war oder nicht. Können wir ihn wirklich als einen von uns bezeichnen? Diese Mentalität war ihm wichtig, aber er versuchte auch, über sie hinaus zu wachsen. Ich denke, das war ein Kampf für ihn, sein ganzes Leben lang.“

Die Reaktionen bigotter Stones-Fans, als er 1981 in an­­drogynen Outfits für die Briten eröffnete, hatten ihn zum Weinen gebracht. Auf dem Artwork von PURPLE RAIN war er nun mit Little-Richard-Pompadour auf einem Motorrad zu sehen und gab sich auf der Platte als Hendrix-mäßiger Virtuose in einer trotzigen Antwort auf eine Musik, die ihre afro-amerikanischen Wurzeln begraben hatte.
The Revolution hörten den Song zum ersten Mal in der Lagerhalle in Minnesota, wo sie einen Großteil des Al­­bums aufnahmen. „Das war am Highway 7, am Arsch der Welt“, so Coleman. „Er machte an der Gitarre herum, rief uns die Akkorde zu. Und dann fing Wendy [Melvoin, die Rhythmusgitarristin und Background-Sängerin der Band, damals noch im Teenager-Alter] an, diese Akkorde auf ihre Wendy-Art zu spielen, und er liebte es! Das Intro ist Wendy, und ihre Interpretationen dieser Klänge sind so wunderschön und erinnern an Joni Mitchell. Ich hatte die Idee mit den Streicherparts. An diesem Tag – oder waren es zwei? – kam das einfach alles aus uns heraus.“

Als sie in jenem August im First Avenue aufkreuzten, stand ein mobiler Aufnahme­truck von Record Plant bereit. Drinnen war es unglaublich heiß. „Es war über 30 Grad warm und stickig vor Zigarettenrauch“, er­­klärt Bobby Z. „Das war ein giftiges Um­­feld.“ Coleman erinnert sich, dass der Club „rammelvoll“ war. Die Band war erschöpft von den Album- und Filmaufnahmen, was die nervöse Atmosphäre noch verstärkte. Und sie würden Musik spielen, die das Publikum noch nie gehört hatte.

Nach Melvoins eröffnenden Akustik-Akkorden war es Bobby Zs Schlagzeug – größtenteils ebenfalls akustisch, was dann Linn-Drums triggerte, die später dazugemixt wurden –, das Princes Gesang die ersten zwei Minuten begleitete. „Es ist nur ein Backbeat und er ist einfach aus dem Bauch heraus“, so Bobby. „Es ist einfach so roh für ihn. Ich erinnere mich an diese zwei Minuten. Denn der ganze Raum war still, außer diesem Muster, das wir spielten. Er war in den Moment versunken, und wir mit ihm, und das war etwas sehr Besonderes. Es war ein ganz anderer Planet.“

„An jenem Abend standen wir richtig in Flammen“, so Coleman, „und niemand sang mit. Es war so klassisch, so beruhigend, während Princes Stimme und Gitarre in immer größere Höhen kletterten. Es war diese gegensätzliche Bewegung, die es so cool machte“, wägt Coleman ab. „Die Strophen sind so intim und persönlich, als würde er mit dir sprechen wollen. Er mochte, wie die Streicher langsam einsetzten, und ihre Wärme. Und dann, beim Finale, als sie wieder abklingen und er so richtig aufdreht, vielleicht hält ihn das davon ab, komplett davonzufliegen. Es ist repetitiv und sagt immer wieder: ‚Ich bin hier bei euch‘. Und dann fleht sein Gitarrensolo: ‚Seid bitte hier‘.“

„Da ist dieser Beat einer Ballade oder eines Klagelieds“, denkt Bobby Z nach. „Dann dieser flehende Gesang. Da ist diese Agilität, die Dreher und die Pirouetten im Gitarrensolo. Und dann gehen diese Streicher direkt ins Herz. ›Purple Rain› ist wie ein ›Stairway To Heaven‹. Es ist nicht religiös, aber die Leute verehren es genauso. Selbst wenn man in ein Casino kommt und ir­­gendeine miese Hausband es dort spielt, hat es immer noch etwas ganz Besonderes an sich.“

Fleetwood Mac: Mick Fleetwood im großen RUMOURS-Interview

fleetwood mac promoVor dem Gespräch mit Mick Fleetwood im Londoner Berkeley Hotel ist erst mal Sesselwechsel angesagt. Das Sitzmöbel, in dem der Zweimetermann seine letzten Interviews führte, ist ihm zu gemütlich. „Das ist gefährlich“, sagt er, „womöglich nicke ich weg.“

Die Gefahr besteht dann allerdings in unserer folgenden Unterhaltung keine Sekunde, im Gegenteil. Der Fleetwood Mac-Gründer erzählt sehr lebendig, unterstreicht seine Ausführungen mit prägnanten Gesten, lacht oft und bricht zwischendurch sogar kurz in Tränen aus. Es ist ja auch eine sehr wechselhafte, bewegende Geschichte, die die Musiker der britisch-amerikanischen Band verbindet. Eine Geschichte, die Mick Fleetwood, Stevie Nicks, Lindsey Buckingham und John McVie anlässlich der bevorstehenden Tournee und der Wiederveröffentlichung ihres 1977er Erfolgsalbums Rumours als Dreier-CD mit Live- und unveröffentlichten Studioversionen noch einmal durchlebten.

Die Ehe zwischen Christine und John McVie war auseinandergegangen. Stevie Nicks und Lindsey Buckingham trennten sich gerade. Alle stritten sich, und danach sprach man nicht mehr miteinander. Nur mit der Musik klappte es noch. RUMOURS verkaufte sich mehr als 40 Millionen mal.

Na, das ist ja ein Coup – Tournee und RUMOURS-Neuveröffentlichung zur selben Zeit!
Das sieht nur so aus. Vor ungefähr drei Jahren entschieden wir, welches Material in die Box kommen sollte. Damals dachten wir, dass sie viel schneller erscheinen würde. Ich habe keine Ahnung, warum es so lange gedauert hat. Die Plattenfirma ließ das Ganze in ihrem Archiv liegen. Dass das Album jetzt genau zu unserer Tournee erscheint, ist ein glücklicher Zufall. Bei der Plattenfirma wusste man nichts von unserer Live-Planung, als man die Veröffentlichung plante. Aber wir sind natürlich alle sehr froh, dass es so gut zusammenpasst. Nach Europa kommen wir allerdings erst im September, Oktober.

Wie fühlt es sich an, auf eine Zeitreise in die Phase Mitte der 70er zurückzukehren, als Sie im Record Plant-Studio in Sausalito an RUMOURS gearbeitet haben?
Sehr gut. Ich kann es ja kaum glauben, dass das Interesse an diesem Album immer noch so groß ist. Es wird ja immerhin in fünf Jahren 40. Und die Leute sprechen über dieses Album, als wäre es brandneu. Das macht mir klar, wie viel Glück wir gehabt haben. Dieses Album hat uns eine riesige kreative Tür geöffnet.

Und auf der persönlichen Ebene?
Oh, das war alles sehr schmerzhaft. Aber auch das ist ja eine Errungenschaft – wir haben all das irgendwie überstanden und waren weiter kreativ. Diese Liebe, die zum Teil in Hass umgeschlagen war! Vor allem Stevie und Lindsey hatten ihre Probleme. Die beiden hatten wirklich eine sehr merkwürdige Liebesbeziehung, die auf eine Art immer noch anhält. Er ist zwar inzwischen wieder verheiratet und hat Kinder, aber die Verbindung zwischen den beiden ist immer noch intensiv. Wir sind alle miteinander verbunden. Ich hatte ja eine Zeitlang auch eine Liebesaffäre mit Stevie. Und jetzt ist sie die Patentante meiner Zwillinge. Wir sind schon ein komischer Haufen.

Stimmt das, was ein Toningenieur von den Aufnahmen zu Rumours berichtete: dass Sie regelmäßig erst um sieben Uhr abends im Studio eingelaufen sind, dann erst mal bis um ein oder zwei Uhr morgens gefeiert und dann völlig betrunken mit den Aufnahmen angefangen haben?
Nein. Man kann nicht Musik in dieser Qualität machen, wenn man total betrunken ist. Wir hatten zwar den Ruf, alle anderen Rockmusiker mit denselben Schwächen zu übertreffen. Wir waren schlimmer als Elton John, Crosby, Stills Nash & Young, Led Zeppelin und die Rolling Stones. Wir waren jung, wir genossen das Leben in vollen Zügen. Wir feierten Partys und koksten und soffen und koksten und soffen. Aber wir konnten nur das schaffen, was wir erstaunlicherweise schufen, weil wir auch hart arbeiteten. Von Ernest Hemingway wird ja immer berichtet, er habe getrunken wie ein Fisch. Aber du kannst nicht die Bücher schreiben, die er geschrieben hat, wenn du die ganze Zeit bewusstlos auf dem Boden liegst. Dieser Lebensstil, von dem du gesprochen hast, der war Teil des Prozesses.

Sie meinen, das gehörte dazu?
Wir waren kreativ und arbeiteten hart. Und dann gab es Zeiten, in denen wir nicht arbeiteten. Da drifteten wir dann wieder in diese andere Welt ab. Meistens aber waren wir unglaublich fokussiert. Wir waren sehr jung, wir machten in emotionaler Hinsicht eine qualvolle Zeit durch und mussten uns gleichzeitig überlegen: Wie können wir das alles durchstehen und trotzdem in der Band bleiben? Wir waren total durcheinander. Es war knochenhart. Auf eine Art hatten wir damals also auch einen Drink verdient. (lacht)

Ihnen war nicht klar, dass Sie sich zugrunde richten?
Erst viel, viel später wurde uns klar, dass das nicht gerade gut war, was wir da machten. Wir sagten: „Wow! Wir sind damals vier Tage am Stück wach geblieben, und dann haben wir zwei Tage am Stück geschlafen.“ Kein Wunder, dass sich alles vor unseren Augen drehte. Im Rückblick war das natürlich verrückt. Aber wir waren zu sehr mit unserer Arbeit beschäftigt. Und wir hatten ja auch die Energie. Ich möchte das Ganze nicht romantisieren. Vor allem ich und Stevie wurden immer abhängiger von bestimmten Substanzen. Irgendwann hatten wir uns daran gewöhnt. Wissen Sie, was ich jetzt erst erfahren habe?

Was denn?
Mir war nie so ganz klar gewesen, warum Lindsey die Band verlassen hatte. Einen der Gründe habe ich erst kürzlich erfahren, als wir wieder über diese Zeit sprachen. Und das war wirklich ein großer Moment. (Seine Augen werden feucht) Stevie drehte sich zu Lindsey um und sagte: „Ich hatte es nie so gesehen, Lindsey, weil du es mir nie gesagt hast, aber ich habe von gemeinsamen Freunden von uns gehört, dass du damals dachtest, ich würde sterben.“ Und er drehte sich zu ihr um und sah sie an und sagte: „Ja, das stimmt, ich konnte es nicht mehr ertragen, dich so abgleiten zu sehen.“ (Wischt sich ein paar Tränen aus den Augen) Wir hatten das nicht gewusst. Diese Geschichte breitet sich jetzt erst vor uns aus. Das alles nimmt mich ziemlich mit. Jetzt erst klären Stevie und Lindsey, was damals gelaufen ist. Es wird ihnen gut tun.

(Fortsetzung auf Seite 2)

High South: Neue Single in den Startlöchern

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Peace, Love, Harmony_SingleArtworkEin wenig Linderung in diesen schweren Zeiten verschaffen High South mit ihrer neuen Single.

In dem Zustand, in dem die Welt sich gerade befindet, kann es nicht schlecht sein, ein wenig Zuversicht (auch wenn sie etwas utopisch wirken mag) zu säen. Deswegen bringen High South am 26. Juni ihre Radiosingle ›Peace, Love & Harmony‹ an den Start.

Das derzeit in Nashville beheimatete Trio, das stark an die Harmonie-getränkten Klänge von Crosby, Stills & Nash erinnert, hat eben erst sein neues Studioalbum veröffentlicht und legt nun mit dem Titeltrack als Singleauskopplung nach.

High South selbst zum Track: „Frieden ist keine Utopie, sondern einzig und allein gelebte Toleranz und Liebe allen Menschen, Lebewesen und unserer Natur gegenüber!”

Hier ist der Presafe-Link zur Single: https://backl.ink/142538652

ZZ Top: Neues Album in Planung

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In einem Interview sprach Billy Gibbons vor kurzem über Pläne für ein neues Album von ZZ Top.

Vor kurzem gab Billy Gibbons in einem Interview bekannt, dass ZZ Top bald an ihrem 16. Studioalbum arbeiten würden. Er habe sogar schon Rick Rubin kontaktiert, um mit ihm über den Hergang der Produktion zu sprechen.

Wahrscheinlich würden ZZ Top in den nächsten Monaten ins Studio gehen. „Es ist ein bisschen früh für eine offizielle Ankündigung, aber es wird kommen“, so Gibbons wörtlich.

Ein Song, den ZZ Top vor 50 Jahren geschrieben, aber nie fertiggestellt haben, soll ebenso auf der neuen Platte zu finden sein wie ein Gastauftritt von Jeff Beck.

Ray Davies im Interview: Rebell und Träumer

Kinks Ray Davies InterviewEiner der großen Albumklassiker der Kinks wurde 50. Dazu gehen Gerüchte um von einer Wiedervereinigung der notorisch zerstrittenen Band – nach 25 Jahren Pause. Es wäre eine Sensation. Wir sprachen mit Sänger Ray Davies (auf dem Bild oben 2. v.l.) über falsche Revolutionen, den Brexit, das Internet, Ironie, die 60er und das Leben auf dem Land.

Interview: David Numberger

Ihr Album THE KINKS ARE THE VILLAGE GREEN PRESERVATION SOCIETY kam 1968 heraus, im selben Jahr wie THE BEAT­LES oder ELECTRIC LADYLAND. Die Rolling Stones riefen zum Straßenkampf auf. Revolutionäre Zeiten, kulturell wie gesellschaftlich. Warum haben Sie eine so ruhige, nachdenkliche Platte gemacht?
Das war damals eine privilegierte Revolution von sehr reichen Mittelklasse-Leuten. Ich wollte lieber über echte Leute singen. Mit der ganzen Rockkultur von 1968 konnte ich nichts anfangen, ich hätte keinen Song vom WEIßEN ALBUM nennen können.

Also wollten Sie dem revolutionären Zeitgeist bewusst etwas entgegensetzen?
Es war eine Revolution, die nie wirklich irgendwohin führte. Eine echte Revolution passiert nicht mit ein paar trendigen Leuten, die Flaggen schwingen. Ich mochte das nicht, sah es nur als Modeerscheinung.

Sie waren also nicht wirklich ein Fan der Musik der Stones oder der Beatles?
Das ist zu allgemein. Als Song war ›Street Fighting Man‹ großartig. Jimi Hendrix und seine Band waren Freunde von mir.

Mussten Sie um THE VILLAGE GREEN PRESERVATION SOCIETY mit der Plattenfirma kämpfen? Sicher hätten sie dort lieber ein paar Hit-Singles gesehen.
Ja, sie verstanden nicht, warum ich über „phenomenal cats“ sang. Ihrer Meinung nach hätte ich viel mehr darüber schreiben sollen, wie man die Regierung stürzt.

Hatten Sie Angst, dass sich das Album nicht verkaufen könnte?
Die Tatsache, dass ich jetzt hier sitze und über die Platte spreche, ist der Beweis ihrer Stärke. Mir war klar, dass sie langlebig sein würde.

Wenn Sie an die späten 60er zurückdenken: Eine gute Zeit?
Ein großes Problem war, dass wir damals (nach einem Auftrittsverbot durch das US-Arbeitsministerium, Anm. d. Redaktion) nicht in Amerika auftreten durften und so nicht in großen Stadien spielen konnten. Dazu kamen Streitigkeiten mit unserem Label, alles schien schlecht zu laufen für uns und auf der Welt, keine großartige Zeit. Ich habe mich quasi in das „Village Green“ davongemacht und dabei entdeckt, dass es vielen anderen ähnlich ging.

Aber in kreativer Hinsicht lief es nicht schlecht, oder?
Wenn ich zurückblicke auf die Tracks von damals, dann, ja, war es künstlerisch eine gute Zeit. Letztens habe ich mir den Backing-Track zu ›Big Sky‹ angehört, wirklich ein kraftvoller Song, der noch immer diese Rock’n’Roll-Energie hat. Und das sind die Kinks ja letzten Endes auch: eine Rockband. Es stecken viele der Erfahrungen, die ich, meine Familie, meine Freunde gemacht haben, in den Liedern von damals. Jeder hat doch einen Freund wie Walther (aus dem Song ›Do You Remember Walther?‹), der im Alter zu einem ganz gewöhnlichen, normalen Typen geworden ist. Es ging auf der Platte nicht nur um ein englisches „Village Green“, ein Dorf irgendwo im Grünen, sondern um eine Generation, egal wo auf der Welt.

„Sinn für Humor ist essenziell, um als Person zu wachsen.“

Worum dreht sich denn TVGPS genau, was war die Idee, als Sie die Stücke damals ge­­schrieben haben?
Das kann ich nicht erklären. Wenn ich’s tun würde, würde mich keiner verstehen.

Würden Sie es versuchen?
Man geht im Leben durch große Veränderungen, in Europa passiert das gerade. Aber am Ende müssen Menschen Menschen sein. Es geht da­­rum, was sie antreibt, ihren Geist. Es geht um Kontinuität mit der Welt. Kontinuität ist so wichtig: in aufregende neue Zeiten zu gehen, aber deine Werte, deine Überzeugungen, deine Gedanken und Freundschaften aus der Vergangenheit mitzunehmen. Das ist entscheidend.

Ist das Album heute noch modern?
Es ist ganz gut gealtert, ja.

Zwischen dem Alten und dem Neuen zu stehen: Das trifft momentan besonders auf Großbritannien zu, oder?
Das betrifft alle von uns, wir alle machen Veränderungen durch, jedes Land. Die Leute klammern sich an die Vergangenheit, aber neue Zeiten kommen. Es geht darum, die Vergangenheit zu verstehen, man kann nicht im Jahr Null neu anfangen.

Was denken Sie über den Brexit?
Es ist besorgniserregend. Das erste Mal sehen wir Politiker komplett orientierungslos und verwirrt. Nicht eine Stimme sagt irgendetwas Sinnvolles. Gewählte Politiker auf so kindische Art und Weise handeln zu sehen, ist verstörend.

Die Vereinigten Staaten von Europa. Klingt das gut?
Wer schlägt das vor?

Ich habe davon gelesen, als Gegenreaktion auf das zumindest gefühlte Auseinanderfallen Europas.
Worauf auch immer es hinausläuft, es muss ge­­meinsam funktionieren und für alle Länder in Ordnung sein. Viele Jahre gab es einen verbindenden Geist zwischen den Ländern, die Musik war dafür sehr wichtig. Aber in der modernen Internet-Welt von Facebook und Twitter geht die Poesie verloren. Alles dreht sich um Kontakte, nichts um Kommunikation.

Auf Songs wie ›Animal Farm‹ oder ›Village Green‹ beschreiben Sie ein ländliches Setting. Haben Sie je auf dem Land gelebt?
Ja, habe ich, vor etwa 20 Jahren, in einem schönen, gemütlichen Dorf in Surrey, ein wundervoller Ort mit netten Leuten. Ich langweilte mich zu Tode. Die ländliche Idylle in meinen Liedern ist eine Metapher, es geht nicht darum, in einem Stuhl am Ententeich zu sitzen. Das „Village Green“ kann mitten auf einer überfüllten Straße in der Großstadt sein, denn es ist ein Geisteszustand.

Also kein realer Ort?
Ich war in meiner Kindheit an Orten, die so aussahen, aber grundsätzlich ist es eine Metapher.

Etwas Positives?
Lebensbejahend, lebensrettend, sehr positiv, ja. Selbst wenn es auch dort Dunkelheit gibt.

Hätten Sie in den 60ern gern ein ruhiges, friedliches Leben gehabt?
Überall, wo ich hinkam, gab es Aufruhr und Chaos um mich und die armen Leute, die mit mir lebten. Mein Traum vom „Village Green“ war es, Ruhe zu finden, einen Zustand, der es mir ermöglichte, als funktionierendes menschliches Wesen zu leben in einer Gesellschaft, die durchdrungen ist von Chaos und Veränderung nur um der Veränderung willen. Wenn ich mir die alten Songs jetzt wieder anhöre, merke ich: Das hat mich damals aufrecht erhalten, mein Traum hat mich durch all die turbulenten Jahre mit der Band getragen und mich auch den Vorfall in New Orleans im Jahr 2004 überstehen lassen, als ich auf der Straße angeschossen wurde.

Abgesehen von dem Vorfall 2004: Sind Sie ein nostalgischer Mensch?
Ich glaube nicht an Nostalgie, sondern an Zeitreise.

Können Sie das erklären?
Ja. Zeit ist eine Konstante. Unser ›Time Song‹ handelt davon. Sie ist um uns, über uns, hinter uns, sie gehört zu unserem Dasein. Nostalgie existiert dagegen nicht wirklich. Während ich Ihre Frage beantworte, bin ich durch den Raum gegangen, habe eine Schublade aufgemacht und mich wieder in meinen Stuhl gesetzt. Das ist alles ein Moment in der Zeit, „One Moment In Time“, wie mal jemand in einem Song geschrieben hat.

Aber schauen Sie nicht gern zurück, sehen sich alte Fotos an oder denken an Konzerte vor 50 Jahren?
Wenn ich ein altes Foto sehe, sehe ich einen Moment in der Zeit, einen ewigen Moment. Ich schaue also nicht zurück, ich schaue auf die Ewigkeit.

Ist Ironie wichtig?
Sie ist eine nützliche Waffe gegen die Welt. Nimm an, du gehst eine Straße runter, hast neue Kleider an, eine schöne Person an deiner Seite und du trittst in Hundescheiße. Dann sagst du einfach: Das war Schicksal, Baby. Ganz allgemein gilt: Wenn man alles zu ernst nimmt und zu steif ist, dann wird man traurig und langweilig. Sinn für Humor ist essenziell, um als Person zu wachsen. Als wir THE VILLAGE GREEN gemacht haben: Stellen Sie sich vor, wir hätten eine Version von ›Street Fighting Man‹ aufgenommen. Das wäre lächerlich gewesen. Wir haben stattdessen von Bilderbüchern gesungen, denn man muss dem Publikum eine Alternative geben.

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Video der Woche: BBC Music mit ›God Only Knows‹

BBC Music God Only KnowsZum Geburtstag von Brian Wilson eine satte All-Star-Version von ›God Only Knows‹.

Vor einigen Jahren brachte BBC Music zum Einstand eine All-Star-Version des Meisterwerks ›God Only Knows‹ vom Album PET SOUNDS heraus. An der Adaption der Beach-Boys-Nummer wirken unter anderem Pharell Williams, Kylie Minogue, Elton John und Dave Grohl mit, um nur einige zu nennen.

Zum heutigen Geburtstag von Mastermind Brian Wilson schauen wir deshalb mit dem ‚Video der Woche‘ zurück auf diese wunderbare Huldigung seines wunderbaren Songs. Alles Gute zum 78. Geburtstag, Brian!