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Start Blog Seite 349

Mason Hill: Stecker raus, Stecker rein

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Manchmal dauert es einfach etwas länger, bis alles passt. Und das muss gar nicht unbedingt ein Nachteil sein. Ein gutes Beispiel dafür sind die aus Glasgow stammenden Mason Hill und ihr erst im mittlerweile achten Jahr ihres Bestehens zur Veröffentlichung kommendes Debütalbum AGAINST THE WALL.


„Eigentlich gibt es uns ja sogar noch viel länger“, lacht Gitarrist James Bird, der einzige Engländer unter lauter Schotten. „Ich bin damals mit 13 mit meiner Mutter aus der Nähe von Birmingham nach Glasgow umgezogen. Unser Sänger Scott war mein erster Freund in meiner neuen Schule und wir beschlossen, eine Band zu gründen.“ Scott Taylor lacht über die Erinnerung: „Ja, wenn man ganz streng ist, war das der Beginn von Mason Hill. Auch wenn wir damals versuchten, recht deftigen Metal mit Seventies-Prog-Kram zu mixen.“

Bei dem aktuellen Sound des Fünfers schimmern tatsächlich nur noch unterschwellig die Einflüsse ihrer frühen Helden Machine Head und Lamb Of God beziehungsweise Pink Floyd und Genesis durch. Vielmehr bewegt man sich mit seinen grandios eingängigen, aber niemals plump daherkommenden Rock-Nummern irgendwo zwischen US-Mega-Acts wie Alter Bridge und Foo Fighters sowie den aus ihrer Heimatstadt stammenden Biffy Clyro. „Ich würde uns als einen Classic-Rock-Act in einer modernen Welt beschreiben“, erklärt der Frontmann und trifft damit den Nagel auf den Kopf.

Aber warum hat es bei so viel Talent denn nun so lange gedauert, bis sie ihren ersten Longplayer an den Start bringen konnten? An Angeboten von Labels hatte es in den letzten Jahren jedenfalls nicht gemangelt. Zudem sind die in den mittleren Zwanzigern befindlichen Jungs ein großartiger Live-Act, der weit über 500 Shows in ganz Großbritannien gespielt hat. Darunter einige der großen Festivals auf der Insel, aber auch Support-Touren für Dan Reed Network oder Airbourne. „Vor zweieinhalb Jahren standen wir kurz davor, unseren Erstling einzuspielen. Wir hatten einen Deal und ich glaube sogar, dass das Studio bereits gebucht war“, erinnert sich James. „Defintiv. So war es“, weiß sein Kollege. „Aber irgendwie passte es damals nicht. Nicht mit dem Label, nicht mit dem Produzenten, mit dem wir arbeiten sollten. Und auch was unsere Songs betraf, waren wir irgendwie noch nicht so weit …“

„Eine Zeit lang waren wir am Boden zerstört und dachten sogar kurz ans Aufhören“, führt Scott den Gedanken schließlich fort. „Aber es war die absolut richtige Entscheidung, in der Situation den Stecker zu ziehen. Wenn ich mir unsere Demos von damals anhöre, bei denen ein paar der Songs vom AGAINST THE WALL bereits dabei waren, und diese mit unserem heutigen Material vergleiche, ist es fast als wäre das eine ganz andere Gruppe. Wir haben die Zeit genutzt und sind nicht nur als Musiker, sondern auch als Menschen gereift. Ich würde es genau so wieder machen.“

Transatlantic: Drei auf einen Streich

Mit dem randvollen Dreierpack THE ABSOLUTE UNIVERSE versucht die international besetzte Allstar-Truppe TRANSATLANTIC, der Flut ihrer überbordenden Kreativität Herr zu werden. Luxusproblem galore, sozusagen, wie Gitarrist Roine Stolt und Bassist Pete Trewavas erklären.

Wer denkt, dass es in Bands, die ausschließlich aus souveränen Stars bestehen, kein egobedingtes Gerangel um Kompetenzen, Zuständigkeiten und Ideen geht, hat sich getäuscht. Sogar in Supergroups, in denen die einzelnen Mitglieder überwiegend als sanft und nachgiebig gelten, herrscht hinter den Kulissen oft ein Hauen und Stechen um die musikalische Richtung. Dies führt nicht selten zu Destruktion und Scheitern, gelegentlich aber auch zu fabelhaften Ergebnissen. Womit wir beim Stichwort sind: THE ABSOLUTE UNIVERSE, das neue Album der Allstar-Formation Transatlantic.

Die Band besteht aus Keyboarder/Sänger Neal Morse (ehemals Spock’s Beard), Gitarrist Roine Stolt (The Flower Kings), Bassist Pete Trewavas (Marillion) und Schlagzeuger Mike Portnoy (Ex-Dream-Theater, The Winery Dogs). In ihrer bis dato 21-jährigen Existenz haben Transatlantic eine Reihe sagenhafter Alben veröffentlicht und Massen von Prog-Rock-Fans für ihre Konzerte mobilisiert. Dabei können sich die Musiker stets aus einem riesigen Pool lohnenswerter Ideen bedienen, denn alle Gruppenmitglieder sind nicht nur hervorragende Instrumentalisten, sondern ebenso kreative Songschreiber. Dies aber wirft auch Probleme auf. Roine Stolt: „Bei Transatlantic gibt es vier verschiedene Egos, die miteinander kämpfen. Mitunter hat man das Gefühl, man läuft permanent bergauf, nie bergab. Aber natürlich sind die Resultate jedes Mal fantastisch, eben weil hier vier starke Charaktere um die aus ihrer Sicht beste Lösung kämpfen“.

Diese Streitlust kulminiert nun in einer Albumveröffentlichung, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Nicht einmal zu Zeiten von Monty Pythons 70er Kultscheibe MATCHING TIE & HANDKERCHIEF, bei der man nie wusste, welche Version man gerade in den Händen hält, da die zweite Seite der LP durch ein besonderes Mastering-Verfahren unterschiedlich zusammengestellt war. Transatlantic wählen einen anderen Weg: THE ABSOLUTE UNIVERSE erscheint in drei unterschiedlichen Versionen der gleichen musikalischen Grundidee, untertitelt mit THE BREATH OF LIFE, FOREVERMORE und THE ULTIMATE EDITION. Pete Trewavas: „Wir konnten uns vor Ideen kaum retten, und mit jedem neuen Arrangement wurde die Entscheidung schwieriger, was davon auf dem Album landen soll. Roine votierte für die längeren Versionen der Songs, Neal für vergleichsweise kürzere. Wir konnten uns einfach nicht entscheiden. Dann hatte Mike die Idee, die Stücke unabhängig voneinander mischen zu lassen und sie als jeweils eigenständige Produkte zu veröffentlichen. Technisch möglich war dies, da wir zu jedem Song unendlich viele Instrumente aufgenommen hatten. Und als sich sogar unsere Plattenfirma mit dieser Idee einverstanden erklärte, war die Sache geritzt“.

Jetzt liegt es bei den Fans, sich für eine der drei Scheiben (oder für alle drei?) zu entscheiden. Eine Aufgabe, die sogar bei den Bandmitgliedern zu Gewissenskonflikten führen würde. Denn, so Trewavas: „Songs sind für Musiker wie Kinder, die man geboren und aufgezogen hat und irgendwann in die freie Welt entlassen muss. Man liebt sie alle. Das Verrückte ist: Zu jedem der neuen Songs gibt es mindestens eine unveröffentlichte Demoversion, die wieder ganz anders klingt und die mir bisweilen sogar noch besser gefällt als das, was schließlich auf den Alben gelandet ist“.

Phil Campbell & The Bastard Sons: Mit neuem Selbstvertrauen

Hätten Phil Campbell And The Bastard Sons 2017 schon gewusst, was sie drei Jahre später erwarten würde, hätten sie es vielleicht andersrum gehandhabt und ihr Debüt WE’RE THE BASTARDS und das neue Album THE AGE OF ABSURDITY genannt.

„Wer hätte auch nur ansatzweise geahnt, dass all das, was uns für das erste Album inspiriert hat, heute doppelt und dreifach so schlimm ist. Wir waren uns quasi selbst voraus, herzlichen Glückwunsch dafür“, meint Neil Starr ironisch über jene neue Platte, deren Grundstein der Sänger zusammen mit dem ehemaligen Gitarristen von Motörhead und dessen drei Söhnen Anfang 2020 gelegt hat.

„Natürlich hat die Pandemie auch uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, wir konnten nicht alle zusammen ins Studio, so wie wir es gewohnt sind, sondern mussten einzeln aufnehmen. Das war nicht so spaßig wie sonst, aber am Ende hatten wir Glück, dass wir überhaupt etwas zu tun hatten während des Lockdowns. Etwas, das einem irgendwie Sinn gab in dieser Zeit. Außerdem konnte ich mich so ohne Ablenkung auf das Schreiben der Lyrics konzentrieren.“ Trotz der Allgegenwärtigkeit des Corona-Virus wurde Starr von seinen Bandkollegen gebeten, bitte bloß keine Lockdown-Platte aus WE’RE THE BAS-TARDS zu machen. Und doch meint man aus Songs wie dem kritischen ›Bite My Tongue‹, das sich mit selbsternannten Experten und einem gewissen Diskussionsklima, das vor allem das Internet bestimmt, ein wenig die Gegenwart heraushören zu können.

„Ein paar Referenzen sind sicherlich vorhanden, da kommt man ja gar nicht aus, auch wenn die Ideen vielleicht nicht in direktem Zusammenhang mit Corona entstanden sind. Du kennst das ja, eine Sache geschieht und überall kommen plötzlich die Experten zum Vorschein, von denen du gar nicht wusstest, dass sie eine mehrjährige Ausbildung oder ein Studium zu genau diesem Themengebiet haben. Vor allem im Netz. Ein wundervoller Ort, den ich vermeide, so gut es nur geht. Ich lege Wert auf meine Privatsphäre.“ Neben den teils angepissten Texten und dem hoch energetischen Rock’n’Roll, den man von der Band kennt, sticht diesmal vor allem der letzte Track hervor.

Mit ›Waves‹ wagen sich Mr. Campbell, seine Söhne und Bastarde in ungewohnt verträumte Gefilde vor und schließen ihr rohes Werk mit einer fast schon psychedelischen Böe ab. „Wir haben die Nummer an den Schluss gesetzt, weil es keine andere gute Platzierung dafür gegeben hätte. Nach diesem Lied ändert sich die Stimmung sehr stark. Von dieser Melancholie gibt es kein Zurückmehr. Mir gefällt das sehr gut, weil ich eh ein großer Fan von Bands wie Pearl Jam bin. Außerdem kann man daran auch sehen, wie wir uns entwickelt haben. Ganz am Anfang waren wir noch recht stark in der Motörhead-Schiene, weil Phil eben mit an Bord ist und wir dachten, dass die Leute genau das hören wollen. Wir haben jedoch schnell gemerkt, dass unsere Fans echt offen sind, dass ihnen beispielsweise auch die bluesigeren Nummern sehr gefallen. Daraus haben wir viel Selbstvertrauen geschöpft und wagen jetzt deutlichmehr.“

Über Bandpapa Phil hat Neil abschließend nur Gutes zu berichten: „Phil ist ein super entspannter Typ, der zufällig eben auch noch einer der besten Gitarristen ist, die der Rock’n’Roll je gesehen hat. Er genießt es in vollen Zügen, diese einzigartige Erfahrung machen zu dürfen, mit seinen Söhnen in einer Band zu sein. Wir alle genießen das und ich kann sagen, dass wir alle auch noch aus den selben Gründen in dieser Band sind wie ganz am Anfang vor vier Jahren: Wir haben unfassbar viel Spaß zusammen.“

Bernhard Weiß – ROCK CHANSONS

Axxis-Stimme im Chanson-Rausch

Mit seinen ROCK CHANSONS erkundet Axxis-Frontmann Bernhard Weiß Neuland. Nur mit Piano und Keyboards sowie seiner Stimme bewaffnet, wagt er sich in die Welt der Chansons und Rock-Balladen vor. Eingespielt hat er den 10-Tracker alleine während des Lockdowns. Wer sich mit ihm auf diese Reise begeben möchte, sollte keine Angst vor einer großen Portion Gefühl (um nicht zu sagen Pathos …) haben und auch vor synthetisch klingenden Tastenklängen nicht zurückschrecken. Dafür gibt es eine exzellente Vocal-Performance des Sängers, der hier stimmlich sehr viel Platz genießt und sich auch in mehrstimmigen One-Man-Chören austobt.

Stücke wie ›Always A Light‹, ›Try To Find Your Way‹ oder ›All For Love‹ machen auf jeden Fall Hoffnung in dunklen Zeiten, auch wenn sie besser in die vorweihnachtliche Zeit gepasst hätten als ins Frühjahr.

6 von 10 Punkten

Bernhard Weiß, ROCK CHANSONS, PHONOTRAXX PUBLISHING/SOULFOOD

Weezer – VAN WEEZER

Die ewig jungen Punk-Popper liefern eine Hommage an den Glam-Metal der 80er

Auf Weezers 15. Album zollt Frontmann Rivers Cuomo seiner Jugendliebe, dem 80er Hair Metal, liebevoll Tribut. Die Hinweise hierfür sind mannigfach, von schwülstigen Gitarrensoli und knusprigen Powerchords bis hin zu dem an Van Halen angelehnten Titel, zudem wird auf Aerosmith, Ozzy, Mötley Crüe und viele mehr verwiesen. Die Veröffentlichung von VAN WEEZER hatte sich aufgrund der Pandemie um ein Jahr verzögert und ist somit eigentlich der zweite Longplayer, den das produktive Quartett aus L.A. in diesem Jahr rausgibt. VAN WEEZER ist der Nachfolger zur barocken Pop-Sammlung namens OK HUMAN – die musikalische Distanz zwischen den beiden Platten klingt in der Theorie größer, als sie in Wirklichkeit ist. Beide Alben sind fest in Cuomos typischer Neigung zu grungigem Power Pop verwurzelt. Sie laufen über vor melodischen Hooks, sind zuckersüß, fast schon aalglatt und trotzdem kann man ihnen nur schwer widerstehen. Vor allem aber sind diese Tracks penibel geschmiedetes Retro-Pastiche, ähnlich wie bei Steel Panther, nur ohne die Flachwitze.

Es ist absolut passend, dass ›The End Of The Game‹, eine Arena-Hymne mit knisternden Glam-Metal-Soli, bereits auf dem Soundtrack des dritten „Bill And Ted“-Films zu hören war. ›All The Good Ones‹ vereint das Stampfen von ›We Will Rock You‹ mit Bombast à la Bon Jovi, während ›Blue Dream‹ eine melodische Hommage an Ozzys ›Crazy Train‹ darstellt. Die High-School-Metalhead-Romanze ›I Need Some Of That‹ rezitiert sogar Passagen aus Blue Öyster Cults ›Reaper‹. Ein kesser Taschenspielertrick, auch wenn diese Anspielungen hier und da ein wenig berechnend wirken und eher an blutleere Imitation denn an einen innigen Tribut erinnern. Wenn sich VAN WEEZER jedoch ein wenig vom forensischen Rückschau-Modus wegbewegt, wird die Platte plötzlich weniger vorhersehbar und vielversprechender.

›1 More Hit‹ ist ein herrlich süßes Liedchen, das in stürmischen Thrash Metal umschlägt, ›Beginning Of The End‹ eine Zeitlupen-Powerballade, die zu einem mächtigen Grunge-Monster anschwillt. Unterdessen zeigt sich ›Sheila Can Do It‹ als Weezer-Power-Pop mit Vintage-Anstrich, bei dem Harmonien à la Beach Boys mit einem eigentümlichen Pixies-Gewitter vereint werden – einfach, aber wirkungsvoll.

Man hört also durchaus im Ansatz heraus, wie ein abenteuerliches Album hätte klingen können, wenn Cuomo etwas tiefer eingetaucht und nicht an der Oberfläche des Sunset Strips hängengeblieben wäre: progressiver, reißerischer, ungezähmter. Aber Weezer werden eben nie diese Band sein, weil sie zu stark in ihre Komfortzone aus sonnigem, romantischen und melodischen Indierock gebettet sind. Im Endeffekt hört man hier zahlreiche Variationen von Wheatus’ ›Teenage Dirtbag‹. VAN WEEZER ist ein leichtfüßiges „guilty pleasure“, vor allem aber ein sehr angenehmes.

7 von 10 Punkten

Weezer, VAN WEEZER, CRUSH/ATLANTIC

Tom Petty: Neues Video zu ›Drivin‘ To Georgia‹

Für Tom-Petty-Fans ist die heute auf schwarzem Vinyl erschienene Platte FINDING WILDFLOWERS (ALTERNATE VERSIONS) wohl ein absolutes Muss. Das Album selbst war zuvor nur Teil einer limitierten Box. Am 16. April erschien das Album auch einzeln, auf goldenem Vinyl und CD. Heute nun also auch die klassische schwarze Scheibe. Und damit nicht nur die Ohren etwas davon haben, gibt es auch ein Video zum Song ›Drivin‘ To Georgia‹.

Entstanden sind diese alternativen Versionen während den Aufnahmen für das WILDFLOWERS-Album von 1994. Tontechniker und Co-Produzent Ryan Ulyate hatte daraufhin das Archivmaterial durchforstet und diese Demos zu Tage gefördert, überarbeitet und schließlich so den Prozess des Albums beleuchtet.

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

Zwischen Solowerken, Sehnsüchten nach anderen Orten und ein bisschen Partystimmung ist alles vertreten, um ein bestmögliches, weiteres Pandemie-Wochenende entweder durch die Küche tanzend oder auf der Couch liegend zu verbringen.

Nancy Wilson: YOU AND ME

„Aufgenommen in ihrem eigenen Studio in Kalifornien, wird Wilson gleich von mehreren wohlbekannten Gästen unterstützt, darunter Taylor Hawkins, Sammy Hagar und Duff McKagan.“

Hier geht’s zur Review…

Tony Joe White: SMOKE FROM THE CHIMNEY

„Fazit: Auerbach und Jody haben vieles richtig gemacht, das Album klingt, als hätte es White in diesen Tagen erst aufgenommen – entspannter Cajun-Sound, den man vor allem abends in aller Ruhe genießen sollte.“

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The Mighty Mighty Bosstones: WHEN GOD WAS GREAT

„Doch was die zehnköpfige Kapelle auf ihrem elften Studioalbum WHEN GOD WAS GREAT in tristen Corona-Zeiten aus dem Hut zaubert, hat immer noch Charme, macht Spaß und geht in die Tanzbeine.“

https://youtube.com/watch?v=mTZ3MMBCAgE

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Mighty Oaks: MEXICO

„Auf MEXICO servieren die drei erneut einen bekömmlichen Cocktail aus verträumten Melodien, ätherischen Klängen, aus Folk, Folk-Rock und so mancher 60ies-Beat-Reminiszenz.“

Hier geht’s zur Review…

The Mighty Mighty Bosstones – WHEN GOD WAS GREAT

Gitarren und Bläser für die Tanzbeine

Es gibt wohl keine Band, die harte Gitarren und Blasinstrumente besser zusammenbringt als The Mighty Mighty Bosstones. Sicher, die Bostoner Ska-Core-Institution ballert nicht mehr so ungestüm nach vorne wie zu ihren Anfangszeiten von vor 30 Jahren. Doch was die zehnköpfige Kapelle auf ihrem elften Studioalbum WHEN GOD WAS GREAT in tristen Corona-Zeiten aus dem Hut zaubert, hat immer noch Charme, macht Spaß und geht in die Tanzbeine. Schon der Start mit drei mitreißenden Songs lässt das etwas lahmarschige Vorgängeralbum WHILE WE’RE AT IT vergessen. ›Decide‹, ›Move‹ und ›I Don’t Believe In Anything‹, der vielleicht beste der 15 von Tim Armstrong (Rancid) produzierten Songs, stehen stellvertretend für die Quintessenz des Bosstones-Sounds: Knackige Bläsereinsätze duellieren sich mit messerscharfen Gitarrenriffs, und Frontmann Dicky Barrett gibt mit seiner rauen Stimme den passenden Ton an. Punk- und Skafans werden gleichermaßen bedient.

Erst bei Song Nummer sechs agiert die Combo von der Ostküste zurückhaltender. Mit ›Lonely Boy‹ präsentieren sich die Bosstones von ihrer nachdenklichen Seite, die ihnen gut zu Gesicht steht. Der Spaß, den die Band mit zahlreichen Gastmusikern aus der Ska- und Punkszene (Toasters, Stiff Little Fingers, Murphy’s Law und andere) laut eigener Aussage hatte, ist den Aufnahmen deutlich anzuhören. Das hohe Lust- und Qualitätslevel halten die Amis im zweiten Teil des Albums leider nicht mehr ganz. Unter dem Strich steht aber ein starkes Ska-Punk-Album, wie es nur The Mighty Mighty Bosstones hinbekommen.

8 von 10 Punkten

The Mighty Mighty Bosstones, WHEN GOD WAS GREAT, HELLCAT/INDIGO

Text: Matthias Bossaller