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Lee Aaron – RADIO ON!

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Die Metal-Queen mit einem radiofreundlichen Groove

Ist das eine Art Konzeptalbum? Könnte sein, denn Lee kehrt hier mit einem fröhlichen Spaziergang durch die Art von melodischem Hardrock in die Glanzzeiten der 80er zurück, die damals die Radiowellen in Amerika beherrschte. Alles hier klingt auf die bestmögliche Art retro. Der Opener, ›Vampin‹, trifft einen soliden Groove und die Kanadierin macht sich bereit, das komplette Spektrum dessen abzudecken, was dieses Genre vor fast 40 Jahren kommerziell so mächtig machte. ›Soul Breaker‹ liefert bluesige Dynamik, ›Mama Don’t Remember‹ erinnert an Pat Benatar, das Titelstück und ›C’Mon‹ sind so hymnisch wie luftig, während ›Soho Crawl‹ mit gutgelauntem Funkrock glänzt.

Natürlich wäre ein solches Album nicht vollständig ohne mindestens eine Powerballade – und ›Twenty One‹ passt perfekt. Aaron wird dabei fähig unterstützt von Spitzenmusikern, insbesondere Gitarrist Sean Kelly. Ob im vollen Bombastmodus oder in den zarteren Momenten: sein Spiel ist überragend. RADIO ON! wälzt sich nie in Nostalgie, sondern beweist, dass AOR heute noch lebendig klingen kann.

7 von 10 Punkten

Lee Aaron, RADIO ON!, METALVILLE/ROUGH TRADE

Wer verdient am meisten?

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Obwohl Tourpläne 2020 durchkreuzt wurden, haben einige Bands Rekordsummen eingefahren.

Billboard veröffentlicht die Liste der bestverdienenden Bands des letzten Jahres: Ganz an der Spitze befinden sich Queen, die letztes Jahr Europa wieder mit einer Tournee beehrt hätten, welche erst auf 2021 und schließlich auf 2022 verschoben wurde.

https://youtube.com/watch?v=odtNNiIzv1k

Sechs Plätze hinter den Briten punkten AC/DC mit einem geschätzten Einkommen von gut 10 Millionen Dollar. Dazu dürfte neben den Streams vor allem auch das neue Album POWER UP beigetragen haben, das im Herbst das Licht der Welt erblickte.

Metallica, Pink Floyd, Tool befinden sich auf den Plätzen 18, 20 und 32 noch vor Kiss, die auf einer derartigen Liste natürlich nicht fehlen. Knapp dahinter tummeln sich dann die Rolling Stones und Aerosmith auf Platz 34 und 40 – beide noch über der Marke von 5 Millionen Dollar.

Prince: Bisher ungehörter Song ›Hot Summer‹

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Am 30. Juli erscheint posthum ein neues Prince-Album mit dem Titel WELCOME 2 AMERICA. Zuständig für diese Veröffentlichung sind The Prince Estate and Legacy Recordings. Als zweiten Vorgeschmack gibt es jetzt einen unveröffentlichten Song namens ›Hot Summer‹ zu hören.

The Rolling Stones: Neun neue Songs

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Zum 40-jährigen Geburtstag von TATTOO YOU soll es eine Neuauflage des Albums geben. Neben Bonusmaterial auch mit neuen Songs.

Dafür haben sich Ronnie Wood und Mick Jagger zusammen gesetzt und gleich neun neue Tracks geschrieben, so Ronnie Wood in einem jüngsten Interview mit der Times. Das letzte Mal, als dieses Duo an Musik arbeitete, gab es noch die DDR: 1986.

Mit dem Alter kommt der Blick auf die Gesundheit – Mick Jagger hatte sich 2019 einer Herz-Operation unterzogen, während von Wood zuletzt die Nachricht kam, er habe seine Krebserkrankung gut überstanden, werde aber auch nicht jünger.

TATTOO YOU erschien am 24. August 1981. Falls man es also mit dem 40-jährigen Jubiläum genau nimmt, dürfte man auf die Neuauflage nicht allzu lange warten müssen. Mit dem Opening Track ›Start Me Up‹ gelang den Briten damals einer ihrer größten Hits.

Flashback: Roger Waters mit THE WALL – LIVE IN BERLIN

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Vor 31 Jahren zelebrierte Roger Waters in Berlin mit 350.000 Menschen den Mauerfall.

Als Waters gefragt wurde, ob er THE WALL je noch einmal live spielen würde, war seine Antwort ein „Nein“ – mit dem nachgeschobenen Halbsatz „naja, vielleicht, falls die Berliner Mauer fallen würde“. Als das dann tatsächlich im November 1989 geschah, rückte ein derartiger Auftritt in greifbare Nähe.

Denn für kleinere Hallen war die legendäre Show mit einer riesigen Mauer finanziell einfach nicht tragbar. Die größeren Stadien kamen nicht in Frage, schließlich war das genau der Punkt, den Pink Floyd kritisierten. Unter freiem Himmel mit symbolischer Wirkung war das jedoch eine andere Geschichte. Das ehemaligen Niemandsland, auf dem die Show stattfand, wurde tatsächlich kurz vorher noch auf Minen überprüft, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Nachdem lange überlegt wurde, wer denn neben Roger Waters spielen würde, waren schließlich die Scorpions, Bryan Adams, Van Morrison, Cyndi Lauper, Marianne Faithfull und Tim Curry mit von der Partie als das Konzert am 21. Juli1990 stattfand. Neben einem Keytar-Solo gab es natürlich bei ›Another Brick In The Wall (Part 2)‹ auch ein Gitarrensolo von Snowy White.

Als die Mauer am Ende der Show eingerissen wurde, waren Stücke der Berliner Mauer auf diese projiziert. Doch zuvor hatte es einige Probleme gegeben: Die Technik hatte sich als mehr als unkooperativ erwiesen und so mussten einige Stücke für eine Veröffentlichung neu aufgenommen werden.

Album des Lebens: Guns N‘ Roses – APPETITE FOR DESTRUCTION

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guns_n_roses_-_appetite_for_destructionIn der Rubrik „Album des Lebens“ stellen unsere CLASSIC ROCK-Autoren die Platte vor, die ihr Leben für immer verändert hat…

Ein beschissener Musikgeschmack ist traurig, das gebe ich zu. Wirklich tragisch dagegen ist es aber, einen Musikgeschmack mit den Helden Guns N‘ Roses an oberster Spitze im so prägenden Alter von 14 Jahren zu entwickeln, und dann erkennen zu müssen, dass man es einfach verpasst hat. Was? Einfach alles, was jemals wirklich gut war! Warum? Weil es verdammt nochmal 1999 ist!

Jetzt sitze ich also da in meinem Jugendzimmer im oberbayerischen Dorf – das Schlagzeugüben in Mutters Keller wäre vor Kurzem beinahe dem deutlich interessanteren Abhängen mit den „anderen“ am Dorfweiher zum Opfer gefallen – mit dieser CD in der einen Hand und dem Discman meiner großen Schwester in der anderen und ich weiß wieder, was ich wirklich werden will: Rockstar! Ich will Axl, Slash, Izzy, Duff und Steven werden!!! (Ja, damals konnte die Vorstellung, ein durchgeboxter Drogensack in der Gosse West Hollywoods zu sein, tatsächlich das Nonplusultra eines jugendlichen Lebenstraumes bedeuten.)

Diese 54 manischen Minuten vom wohl gefährlichsten Anfangs-Riff der Rockgeschichte von ›Welcome To The Jungle‹ bis zum letzten süßen Ton von ›Rocket Queen‹ sind der Auftakt eines bittersüßen Segens für mein Leben. Die Comicfigur-artigen und doch so weltlichen Charakteren in Guns N‘ Roses und ihr APPETITE FOR DESTRUCTION hatten eine dermaßene Anziehungskraft auf mich, dass ich nie mehr auf die Idee gekommen wäre, die Drumsticks niederzulegen. Ganz im Gegenteil: Ein Leben ohne Musik wäre gar nicht mehr denkbar gewesen.

Bruce Springsteen: Film „The Legendary 1979 No Nukes Concerts“

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Demnächst soll ein Film über Bruce Springsteen & The E Street-Band mit dem Titel „The Legendary 1979 No Nukes Concerts“ erscheinen. Der Streifen wurde 1979 bei den „MUSE Benefizkonzerten“ (auch „No Nukes“-Shows genannt, weil die Künstler sich für eine nicht-nukleare Zukunft einsetzten) im Madison Square Garden gedreht und zeigt den Boss in einer frühen Phase seiner Karriere.

Der Film wurde technisch überarbeitet, um den Sound ordentlich auf Vordermann zu bringen. Ein genaues Veröffentlichungs-Datum gibt es noch nicht, der Mitschnitt soll jedoch noch in diesem Jahr rauskommen.

Werkschau: Carlos Santana

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carlos santana promoWer es schafft, als Instrumentalist so gut und stilprägend zu sein, dass er ein internationaler Superstar wird, muss einiges draufhaben.

In einer Liste der bedeutendsten Rockgitarristen aller Zeiten darf Carlos Santana nicht fehlen. Der gebürtige Mexikaner gehört zum elitären Kreis derer, die in die Rock’n’Roll Hall Of Fame aufgenommen wurden. Er ist der Erfinder des Latin-Rock, einer Musikgattung, in der sich Blues, Rock, Salsa und afro-kubanische Ein­­flüsse vermischen. Weit mehr als 30 Millionen Tonträger hat der 64-Jährige bis heute verkauft, speziell mit seinen frühen Hits ›Sam­­ba Pa Ti‹, ›Oye Como Va‹ oder ›Black Magic Woman‹ Klassiker der Rockgeschichte veröffentlicht und dafür unzählige Gold- und Platin-Auszeichnungen bekommen.

Carlos Augusto Alves Santana wird am 20. Juli 1947 in Autlán de Navarro geboren. Bereits mit fünf Jahren führt ihn sein Vater José, ein hervorragender Violinist, an die Musik heran. Mit acht bekommt Carlos seine erste Gitarre, 1955 zieht er mit seiner Familie in die mexikanische Grenzstadt Tijuana, wo er die Musik von B.B. King, T-Bone Walker und John Lee Hooker kennenlernt. Santana schließt sich unterschied­­lichen Gruppierungen an und spielt mit ihnen auf dem Tijuana Strip, um seine Familie zu ernähren. 1961 geht er nach San Francisco und entwickelt dort den Musikstil, der ihn berühmt macht. 1967 stellt Santana im spanischen Viertel der Stadt seine eigene Band zusammen, ein Septett mit lateinamerikanischen Percussionisten, die dem Mix aus amerikanischem Rock und mexikanisch-kubanischer Polyrhythmik das besondere Etwas geben. Keine zwei Jahre später steht Santana auf der Bühne des legendären Woodstock-Festivals. 1999 landet er schließlich mit SUPERNATURAL und der Hitsingle ›Smooth‹ (feat. Sänger Rob Thomas/Matchbox20) den zweiten ganz großen Erfolg seiner Karriere.

Carlos Santana ist streng gläubig. Anfang der Siebziger schließt er sich dem indischen Guru Sri Chinmoy an und nennt sich fortan „Devadip“. Anfang der Neunziger wird er Christ und engagiert sich seither bei der Erweckungsbewegung „Born Again Christians“. Seine Ankündigung, 2014 die Gitarre an den Nagel zu hängen, hat er zum Glück nicht wahr gemacht

Unverzichtbar

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Columbia, 1970

Der Santana-Klassiker mit den Hits ›Black Magic Woman/Gyp­­sy Queen‹, ›Samba Pa Ti‹ oder ›Oye Como Va‹ plus weiteren Höhepunkten wie dem Instru­­mentalsong ›Incident At Nesha­­bur‹ oder der dritte Single-Aus­­kopp­lung ›Hope You‘re Feeling Better‹. Auf ihrem zweiten Werk demonstrieren Carlos San­­ta­na und seine Crew ihr neuartiges, eng verzahntes Zusammen­­spiel aus wunderbar flüssig ge­­spiel­­ten Gitarren, feurigen Latin-Per­­cussions wie Congas, Bongos und Timbales sowie Elementen tra­­ditioneller Rockmusik. Die Schei­­be wird im April/Mai 1970 eingespielt und erscheint im Sep­­tem­­ber, knapp ein Jahr nach dem spektakulären Woodstock-Gig.

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Columbia, 1972

Nach den überragenden Erfol­­gen der drei ersten Veröffent­­lichungen wagt Carlos Santana 1972 eine Kursänderung. Er wendet sich auf CARA­­VAN­­SE­­RAI stärker jazzigen Direktiven und komplexen Arrangements zu. Auf nur drei der zehn Songs befindet sich Gesang, in den sieben zum Teil ausladenden Ins­­tru­­mentalstücken erweist sich der Gitarrist als einfühlsamer Wanderer zwischen den Wel­­ten. Der Grund für Santanas riskanten Schritt: seine Spiri­­tuali­­tät, die sich in Titeln wie ›Et­­ernal Caravan Of Reincar­­nation‹, der quasi die Stimmung des fabelhaften Covers aufgreift, ›All The Love Of The Universe‹ oder ›Wa­­ves Within‹ widerspiegeln.

Wunderbar

leon-santana1Santana
Columbia, 1969

Das Debüt schlägt 1969 in der Fachwelt wie eine Bombe ein: Dass die Mischung dieser Band auf der Bühne ein wahres Feuer­­werk abfackeln wird, ist sofort klar. Nur folgerichtig also die Ver­­pflichtung fürs Woodstock-Festival, wo Santana tatsächlich Rockgeschichte schreibt. Vor allem das im Film festgehaltene ›Soul Sacrifice‹, das kompositorische Epizentrum des Premie­­ren-Albums, beinhaltet genau die Mischung aus Virtuosität, Spontaneität und Kulturmix, für die Santana fortan gefeiert wird. In der BRD kommt Santana durch ›Wai­­ting‹ zu Ruhm, da der Song als Erkennungsmelodie der Sen­­dung „Kennzeichen D“ fungiert.

AllCDCovers_santana_santana_iii_199[1][1]Santana III
Columbia, 1971

Das dritte Album bildet den Ab­­schluss einer Art Trilogie, in der Meister Carlos die Welt mit seinem feurigen Latinrock in Stau­­nen versetzt. Im Gegensatz zu den ersten beiden Werken findet sich auf SANTANA III kein reiner Singlehit wieder (als Klas­­siker gilt allerdings ›Toussaint L’Overture‹), dennoch schafft es die Scheibe auf Rang eins der US-Billboard-Charts. Dieses Al­­bum glänzt vor allem als Ge­­samt­­kunstwerk, als Einheit. Und es begeistert durch seine kompositorische Komplexität bei einer gleichzeitig imposanten atmosphärischen Dichte. Kurz darauf öffnet sich Carlos San­­tana verstärkt für den Jazz.

MoonflowerMoonflower
Columbia, 1977

Obwohl Santana nach dem Wood­stock-Gig ein fabelhafter Live-Ruf vorauseilt, ist MOON­­FLOWER (außer dem seinerzeit nur als Japan-Import erhältlichen Dreierwerk LOTUS) das erste Album mit Live-Material. Aufgenommen u.a. in der Mün­­chner Olympiahalle und dem Londoner Hammersmith Odeon gibt es hier Latin Rock vom Fein­­sten, der durch bis dato unveröffentlichte Studiotracks wie z.B. ›She’s Not There‹ und ›I’ll Be Wai­­­­ting‹ erweitert wird. Inso­­fern ist MOONFLOWER zwar ein Zwitter, jedoch einer, der er­­staunlich homogen klingt und von der ersten bis zur letzten Mi­­nu­­te fasziniert.

Santana - SupernaturalSupernatural
Arista/BMG, 1999

Im 30. Jahr seiner Karriere veröffentlicht Carlos Santana 1999 ein sehr ungewöhnliches und zugleich unerwartet erfolgreiches Al­­bum. Auf SUPERNA­­TU­­RAL ko­­operiert er mit Stars wie Lauryn Hill, Everlast, Dave Mat­­thews, Eric Clapton oder Eagle-Eye Cherry und landet zwei Super-Hits: ›Smooth‹ (mit Rob Thomas von Matchbox 20) und ›Maria Maria‹, produziert von Wyclef Jean. Das Besondere an dieser Scheibe: Carlos Santana zeigt abermals keinerlei Berüh­­rungsängste und mischt auf SU­­PER­NATURAL sein unverwechselbares Gitarrenspiel mit Beats und HipHop-Ein­­flüssen. Das Erge­­bnis: satte acht Grammys.

Anhörbar

InnerSecrets2Inner Secrets
Columbia, 1978

Bereits ein Jahr nach dem fabelhaften MOONFLOWER legen Santana in nur leicht veränderter Besetzung ein tadelloses Studioalbum vor, das die Latin-Percussions etwas zurückfährt und mehr auf traditionellen Rock setzt. Auch hier beweist Carlos Santana, dass er nicht nur ein großartiger Komponist, sondern ein ebenso guter Interpret fremder Songs ist. Wunderbar: Jim Capaldis Traffic-Nummer ›Dea­­ler‹. Elektrisierend: San­­tanas ei­­genes ›Life Is A Lady‹. Weitere Highlights sind ›Well All Right‹ (von Blind Faith) und das selbst verfasste ›Open Invitation‹. So­­gar das mit einem Disco-Groove versetzte ›One Chain (Don’t Make No Prison)‹ überzeugt.

Santana-Zebop_-FrontalZebop!
Columbia, 1981

Anfang der Achtziger beginnt Carlos Santana langsam, das Rad der eigenen Geschichte zurückzudrehen: ZEBOP! zeigt dem Meister wieder eine Spur stärker an Latin und Salsa orientiert. Vor allem das opulente, mit portugiesischen Textbrocken angereicherte ›É Papa Ré‹, die beiden Instrumentalnummern ›Primera Invasion‹ und ›Tales Of Kili­­man­­ja­­ro‹ und die Mainstream-Num­­mer ›Searchin’‹ können einiges. Allerdings misslingt die Wahl der Cover­versionen: ›Changes‹ von Cat Stevens ist charmefreies Stückwerk, ›Winning‹ von Russ Ballard wirkt wie ein allzu poppiger Ausrutscher ohne wirk­­lichen Tiefgang. Dennoch ein Album, das vielen Fans gefällt.

BrothersBrothers
Polygram, 1994

Als „Brüder“ bezeichnet Carlos zwar viele seiner Wegbegleiter (vor allem diejenigen, die seine Spiritualität teilen), doch auf BROT­­HERS gibt es tatsächlich ein echtes Familientreffen: Jorge ist sein vier Jahre jüngerer Bru­­der, Carlos Hernandez sein Nef­­fe. Das Trio widmet die Scheibe (plus der Mithilfe von u.a. Key­­boardemann Chester Thompson, Bassist Myron Dove und Schlag­­zeuger Billy Johnson) ihren großen Idolen Albert Collins, Eric Gale und Joe Pass. Musikalisch geht es hier stellenweise rau und schroff zu, an anderer Stelle wiederum experimentell und transzendental. Elf Tracks, die vor allem eines dokumentieren: So kann nur Santana klingen.

Sonderbar

santanaguitarheaven2010Guitar Heaven
Arista/Sony, 2010

Carlos Santana interpretiert hier einige der größten Rock-Klas­­siker der Geschichte neu. Dabei schreckt der Mann nicht einmal vor geradezu offensichtlichen Fett­­­­näpfchen, an denen selbst er nicht vorbeitreten kann. Manche Songs, zum Beispiel Led Zep­­s ›Whole Lotta Love‹ (gesungen von Soundgarden-Fronter Chris Cornell), ›Little Wing‹ von Jimi Hendrix (mit Joe Cocker) oder ›Riders On The Storm‹ von den Doors (mit Ches­­­ter Bennington/Linkin Park und Ray Manzarek) bekommen dank Santana ein eigenes, überraschend frisches Flair. Doch bei AC/DCs ›Back In Black‹ und Deep Purples ›Smoke On The Water‹ scheitert San­­tanas Ansatz auf breiter Front.