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Spiral Drive: Neue Single ›Screwed‹

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Spiral Drive haben ihre neue Single ›Screwed‹ veröffentlicht. Das Projekt von Songwriter und Produzent Raphaël Neikes transportiert den Space Rock in die Gegenwart.

Nach ›Hyperflow‹ und ›Space Train‹ liefert jetzt eben ›Screwed‹ einen weiteren Vorgeschmack auf das kommende Album VISIONS IN BLOOM. Bei dem Song hat auch Yves Krismer, Frontmann von Mother’s Cake, mitgewirkt hat.

Jethro Tull: Ian Anderson im Interview

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Er hätte auch ein durchschnittlicher Blues-Gitarrist werden können. Stattdessen wurde er zum besten einbeinigen Flötenspieler der Welt und bescherte seiner Band Jethro Tull über 50 Jahre lang gute Kritiken und enormen kommerziellen Erfolg. Dieser Tage ist sein Lieblingshobby jedoch schlichtweg „das Aufwachen am Morgen“.

Es kommt zu einem seltsamen Moment, als Ian Anderson für sein Interview mit CLASSIC ROCK in Bath eintrifft. An einem regnerischen Wintermorgen steigt er in Anorak und Wollmütze gekleidet aus dem Zug und zieht seine Hand brüsk zurück, als ich sie schütteln möchte. „Ich will nicht unhöflich sein“, meint er. „Aber mein Gelenk schmerzt.“ Mit einem dünnen Lächeln fügt er hinzu: „Ich bin inzwischen fast so empfindlich wie Papst Franziskus, wenn jemand seine Hand schütteln möchte, ohne vorher zu fragen.“ Sein Bein macht dem an einem frühen Stadium von COPD – einem bei ihm schubweise auftretenden, unheilbaren Lungenleiden – erkrankten Künstler ebenfalls Probleme und wie es das Schicksal will, bockt natürlich genau das rechte. Eben jenes Bein, auf dem er seit 1967 immer stand, wenn er als Frontmann und Bandchef bei Jethro Tull Flöte spielte. Als „durchaus schmerzhaft“ beschreibt er seinen verdrehten Meniskus im Kniegelenk. Beide Verletzungen sind das Ergebnis der beruflichen Risiken, von denen viele Bühnenperformer ein Lied singen können.

2019 verstauchte sich Anderson sein Handgelenk bei einem Fall während einer Show. „Das Problem mit meinem Bein geht lange zurück. In den 70ern habe ich mir beide Knie ruiniert, weil ich ständig auf der Bühne herumstampfte. Aber immerhin ist das in den letzten Jahren wieder besser geworden, ich sollte mich also eigentlich freuen“, erzählt er schulterzuckend. Zu Beginn unseres Gesprächs in der Bar des Francis Hotels fällt einem auf, dass Small Talk nicht unbedingt zu Andersons Stärken zählt. Stattdessen taucht er ab in eine detaillierte Analyse all jener Fehler, die die Labour Party bei der letzten Wahl Stimmen gekostet haben, bevor er seine Unterstützung der Liberalen Demokraten kundtut. Wie er es selbst ausdrückt: Er ist nicht unbedingt der Archetyp eines Rockmusikers.

Ian Scott Anderson wurde am 10. August 1947 in Dunfermline in Schottland geboren. Er war noch ein Teenager und lebte in Blackpool, als er 1963 bei seiner ersten Band namens The Blades einstieg. Als Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler verdiente er sich seine Sporen in verschiedenen Bluesbands, bevor er 1967 nicht nur zum ersten Mal eine Flöte in die Hand nahm, sondern auch Jethro Tull gründete – benannt nach einem Landwirt aus dem 18. Jahrhundert. Durch eine Reihe an Meilensteinen wie AQUALUNG, THICK AS A BRICK, MINSTREL IN THE GALLERY und SONGS FROM THE WOOD und ihre eigentümliche Mixtur aus Prog-Rock, Hardrock und Folk wurden Tull in den 70ern zu einer der größten Bands überhaupt. Und während viele Musiker die Formation in ihrer langen Historie wieder verließen, bleibt Anderson auch heute mit 73 Jahren der Kapitän des Schiffs. Ausschweifender Rhetoriker und geistreicher Erzähler und Denker, der er nun mal ist, breitet er die Geschichte seiner Band in über zwei Stunden vor uns aus. Erst noch bei einer Tasse Kaffee, dann etwas später bei einem großen Scotch. Er beginnt bei den frühen Erinnerungen eines Kleinstadtjungen aus Schottland, der in der Musik etwas gefunden hatte, das den Rest seines Lebens formen sollte …

Du bist in den frühen 50ern in Dunfermline aufgewachsen. Welche Musik hat einen nachhaltigen Eindruck bei dir hinterlassen?
Ich ging auf die Sonntagsschule. Die erste Musik, die ich jemals hörte, war also Kirchenmusik sowie kleine Schnipsel schottischer Volksmusik. Als ich acht Jahre alt war hörte ich Big-Band-Jazz und kurz danach den frühen Elvis, als er noch gefährlich und nicht paillettenbesetzt war. (lacht)

Bist du freiwillig in die Sonntagsschule gegangen?
Nein, ich hatte panische Angst vor Kirchen, weil ich nicht verstand, was darin vor sich ging. Ich hinterfragte Religion, war wütend darüber. Ich hatte eine ehrliche Abneigung gegenüber den Dogmen der christlichen Religion, mit der ich aufgewachsen war. Diese Art, Menschen in Jesus’ Arme hinein zu ängstigen oder in den Dreizack des Teufels …

Als du 12 warst, seid ihr nach Blackpool in England gezogen. Dort hast du deine Teenager-Jahre verbracht. Welche Erinnerungen aus dieser Zeit sind am stärksten verankert?
Als ich 16 war, bekam ich dieses Ding namens „Folk Revival“ mit. Da hörte ich zum ersten Mal Bob Dylan, fand ihn aber ziemlich unsympathisch. Gleichzeitig kam ich aber auch auf Muddy Waters, der mir den Blues nahebrachte. Vor allem akustischer Country-Blues ebnete meinen Weg in die professionelle
Musikwelt. Als ich in Blackpool aufwuchs, waren Alkohol, Schlägereien und Drogen allgegenwärtig und trotzdem begann ich erst mit dem Trinken, als ich 25 und mit Tull auf Tour war. Mit 17 hatte mir mal jemand ein Lager spendiert und ich habe es sofort wieder auf die Straße erbrochen …

Und was war mit den Drogen?
Klar wusste ich Bescheid. Ich sah Leute, die im „Twisted Wheel“ in Manchester Pillen einwarfen. Außerdem ging ich auf die Kunstschule und viele Typen dort rauchten Marijuana. Ein Schulkamerad hatte Flecken auf den Armen. Ich dachte, er hätte einen Ausschlag, aber er meinte, das wäre von den Heroin-Nadeln. Immerhin hat er nie versucht, mich anzustiften. Drogen nahm ich immer als Bedrohung war. Ich mag es nicht, wenn meine Wahrnehmung oder meine Auffassungsgabe getrübt werden.

Foo Fighters: Fan-Einsatz bei Konzert

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Immer mal wieder lässt Dave Grohl Träume wahr werden und holt den ein oder anderen Fan aus dem Publikum auf die Bühne, um dort zusammen mit den Foo Fighters zu musizieren.

Vor einigen wenigen Tagen war es wieder so weit und eine junge Dame namens Lauren durfte in Kansas neben ihren Idolen Gitarre spielen. Die 16-jährige hatte den Song ›Monkey Wrench‹ ziemlich gut drauf und genoss den ihr gebührenden Applaus sichtlich:

Rush: Geddy Lee gibt Les Claypool von Primus Bassunterricht

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Bereits vor der Pandemie haben Primus eine Tour angekündigt, bei der sie sich unter anderem vor ihren Vorbildern Rush verneigen werden. Bei ihren „A Tribute To Kings“-Konzerten gibt es sowohl eigenes Material als auch Songs von Rushs A FAREWELL TO KINGS zu hören.

Vor einigen Tagen postete Primus-Bassist Les Claypool ein Foto, das ihn mit Geddy Lee zeigt. Darunter schrieb er als Bildunterschrift: „Vom Meister lernen.“ Für die anstehende Tournee gönnt sich Claypool, selbst nicht unbedingt unbegabt am Viersaiter, also Bassunterricht bei einem ganz besonderen Lehrer.

0101 – 972 BREAKDOWNS OST

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Independent-Motorrad-Roadtrip abseits gewohnter Pfade

„972 Breakdowns“ begeistert derzeit bei Open-Air-Kinoveranstaltungen in der Bundesrepublik, der Schweiz und in Österreich. Die Story: Eine Gruppe junger Künstler aus Deutschland fährt auf uralten russischen Motorrädern auf dem Landweg nach New York – über Sibirien und die Beringstraße.

Der Soundtrack kreiert mittels krautrockender Gitarren sowie den gesampelten Motorrad- und Werkzeug-Geräuschen eine abenteuerlich-coole Atmosphäre – der Black Rebel Motorcycle Club lässt grüßen. Klanglich und kompositorisch befindet sich die Independent-Produktion von Stefan Carl und Daniel von Rüdiger, die hier unter dem Namen 0101 firmieren, auf internationalem Arthaus-Niveau. Ein mystischer „Anti-Western“, wie ihn die Band selbst nennt, der nicht umsonst auf rostfarbenem Vinyl erscheint und für den Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis nominiert ist.

9 von 10 Punkten

0101, 972 BREAKDOWNS OST, LEAVINGHOMEFUNKTION

Text: Philipp Opitz

Flashback: Queens letzte Show im Knebworth Park

Queen Knebworth ParkIm Knebworth Park spielten Queen ihre letzte Show. Vor 120.000 Fans.

Heute vor 35 Jahren spielten Queen ihr letztes Konzert in Originalbesetzung. Nach dem legendären Auftritt bei Live Aid im Jahr 1985 stand als letzte Station der gigantischen Magic Tour 1986 die Stadt Stevenage (UK) auf dem Plan. Im Knebworth Park feierten die Ikonen ihren Tourabschluss vor über 120.000 Menschen. Als Support spielten Status Quo und Big Country.

Es sollte die letzte gemeinsame Show vor Freddie Mercurys Tod im Jahr 1991 sein. Ordentliches Filmmaterial des Konzert selbst gibt es leider nicht, aber Schnipsel aus dem Backstage-Bereich, Luftaufnahmen und ein Intro, in dem Promoter Harvey Goldsmith über die unglaublichen Verkaufszahlen der Magic Tour spricht, transportieren die euphorische Stimmung von damals. Die Band selbst ließ sich standesgemäß in ihrem „A Kind Of Magic“ Helikopter einfliegen.

Überschattet wurde das Ereignis von dem Tod eines 21-jährigen Fans, der in der Menge erstochen wurde.

Buckcherry: Keine Altersfragen

Als Josh Todd in die Zoom-Kamera grinst, ist er gerade bei seiner Tochter und seiner neugeborenen – Achtung! – Enkelin zu Gast. Großväterlich wirkt der Sänger von Buckcherry wahrlich nicht in seinem Sweater mit „Pornstar“-Schriftzug und den an Händen und Hals herauslugenden Ganzkörpertätowierungen.

Für jemanden, der eigentlich dachte, seinen 30. Geburtstag nicht zu erleben, hat der Frontmann nun doch schon 51 attraktive Jahre auf dem Buckel. „Ich hasse es, zu altern. Ich habe vorher ein Foto von
uns gemacht und dachte mir sofort: ‚Um Himmels Willen!‘ Ich vermeide es, mich selbst anzuschauen, mir zuzuhören. Das ist eine Sache, die ich an dem Entertainment-Biz nicht mag: In der Öffentlichkeit alt zu werden.“ Rütteln lässt sich an den verstrichenen Dekaden trotzdem nicht und Josh Todd trägt eine Historie mit sich her um, die bei Durchschnittsmenschen für zehn Leben reichen würde. Nach
überwundenen Drogen- und Alkoholproblemen konzentriert sich der Künstler seit längerem auf seine Familie und natürlich auf Buckcherry: „Alleine 2019 hatten wir über 150 Shows zu WARPAINT eingetütet und waren bereit für mehr. Dann wurde alles gestrichen. Ich rief unseren Manager an und meinte nur: ‚Wir müssen eine neue Platte machen, das ist unser Job‘. Immer wenn wir als Band in die Ecke gedrängt werden, arbeiten wir seltsamer weise am besten“.

Unter diesen Umständen entstand das neunte Studioalbum HELLBOUND, das von Marti Frederiksen produziert wurde . Selbiger hatte schon an BLACK BUTTERFLY von 2008 mitgewirkt. „Die Sessions mit Marti waren sehr produktiv. Wenn wir gemeinsam schreiben, wird er zum sechsten Bandmitglied. Mit ihm entstanden fünf Songs in fünf Tagen und jeder davon hat es auf das Album geschafft. Wir waren in the zone!“ Der namensgebende Track der Platte handelt von dem Moment, als Buckcherry bei ihrem ersten Gig auf einer Hausparty vor über 25 Jahren ihre Seele an den Rock’n’Roll verkauften: „Mein Traum war es damals, eine Band zu haben, einen Katalog zu erschaffen, meine Spuren in der Musik zu hinterlassen und genau das zu tun, was ich getan habe. Vielleicht ohne die wechselnden Bandmitglieder. Es ist sehr viel Arbeit, eine Band über lange Zeit zusammenzuhalten, das war mir damals nicht bewusst. Auch, dass ich mein ganzes Leben auf Tour verbringen würde, hatte ich nicht auf dem Schirm. Genauso wenig, wie die Geschäftsseite der Musikbranche funktioniert. Heute habe ich meinen Frieden damit geschlossen, aber da durch zu müssen war nicht immer schön“.

Neben Beobachtungen des aktuellen Zeitgeschehens und emotionalen Stücken sind auch die klassischen Sleaze-Party-Nummern auf HELLBOUND vertreten. Im Video zur ersten Single, ›So Hott‹, sieht man eine dralle Blondine Selfies knipsen und den Männern um sich herum den Schw… äh Kopf verdrehen. Ob solche plakativen Geschichten 2021 noch zeitgemäß sind? „In dem Video passiert doch gar nichts. Es geht nur um dieses Mädchen vom Land, das durch die ganze Aufmerksamkeit in der Stadt erst bemerkt, wie attraktiv sie eigentlich ist. Ich benutze nicht mal Schimpfwörter in dem Text. Was soll daran sexistisch sein?“, fragt der Frontmann, auf dessen Kappe Textzeilen wie „you’re a crazy bitch but you fuck so good I’m on top of it“ gehen, leicht aufgebracht. Statt anzumerken, dass das Mädchen ja auch durch ihren klugen Kopf Aufmerksamkeit hätte generieren können, wechselt man lieber zu einem Thema, bei dem sich beide Parteien einig sind: „Die neue AC/DC-Platte? Ich liebe sie! Diese Typen haben ihre einzigartige Formel perfektioniert. Es ist echt schwer, zu tun, was sie tun. Das kapieren die Leute nicht.
AC/DC sind die großartigste Rockband dieser Welt. Als wir sie auf Tour begleiten durften, trafen wir alle von ihnen und sie waren wundervoll. Die Erfüllung eines Traums.“

Video der Woche: Iron Maiden mit ›Powerslave‹

Bruce Dickinson von Iron Maiden wird heute 63 Jahre alt. Zum Ehrentag der „Air Raid Siren“ blicken wir zurück auf Mitte der 80er, auf eine Performance des Songs ›Powerslave‹. Der Clip wurde während Iron Maidens „World Slavery Tour“ aufgenommen, die auf die Veröffentlichung des Meilensteinalbums POWERSLAVE im Jahr 1984 folgte.

Iron Maiden – Das Sonderheft:

Doch richten wir den Blick heute auch nach vorne, nämlich auf den 1. September 2021. Dann nämlich erscheint unser neues Sonderheft über Iron Maiden. Auf 148 Seiten beleuchten wir die ganze Geschichte der eisernen Jungfrauen und haben es uns natürlich auch nicht nehmen lassen, mit Bruce Dickinson höchstpersönlich über das neue Album SENJUTSU zu sprechen: