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Michael Schenker: Neue Version von ›Rock Bottom‹ feat. Kai Hansen

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Hört hier Michael Schenkers Neuinterpretation des UFO-Klassikers ›Rock Bottom‹:

Am 20. September erscheint das neue Album MY YEARS WITH UFO von Michael Schenker. Auf der Platte wird der Ausnahmegitarrist seine Zeit bei UFO nochmal aufgreifen und diese zusammen mit zahlreichen anderen Rockstars zelebrieren. Zu hören sind unter anderem Axl Rose, Slash, Kai Hansen, Roger Glover, Joey Tempest, Saxons Biff Byford, Jeff Scott Soto, Dee Snider, Joel Hoekstra, Joe Lynn Turner, Carmine Appice, Brian Tichy, Erik Grönwall und viele mehr.

Als erste Single wurde ›Mother Mary‹ mit Erik Grönwall am Gesang ausgekoppelt, jetzt folgt der UFO-Kracher ›Rock Bottom‹ vom 1974er Album PHENOMENON mit Kai Hansen am Mikrofon. Außerdem mit dabei: Derek Sherinian, Brian Tichy und Barry Sparks.

John Mayall: Die Blues-Legende ist gestorben

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Ruhe in Frieden, John Mayall. Der legendäre Blues-Musiker ist im Alter von 90 Jahren in Kalifornien verstorben. Das teilte seine Familie in einem Post auf Social Media mit. Mayall war einer der Urväter des British Blues. Seine Kombo John Mayall & The Bluesbreakers beherbergte spätere Stars wie Peter Green, Eric Clapton, Mick Taylor, Mick Fleetwood und viele mehr. Sein letztes Album, THE SUN IS SHINING DOWN, hatte Mayall im Jahr 2022 veröffentlicht.

John Mayalls Bluesbreakers mit Eric Clapton

Torus: Neue Single ›When It Comes‹

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Das aufstrebende Trio Torus aus Milton Keynes kündigt sein selbstbetiteltes Debütalbum mit der neuen Single ›When It Comes‹ an – ein energiegeladener Alternative-Rock-Song mit mitreißendem Refrain und einem heavy Zwischenteil. Am 13. September erscheint dann die dazu passende Platte TORUS.

Alfie Glass (Gesang/Gitarre) erklärt: „›When It Comes‹ ist ein Song über das aufregende Gefühl, wenn du aus einer langen, frustrierenden und schwierigen Zeit ausbrichst, in der es viele Spannungen in der Band gab und auch mein Chaos nach der Trennung. Das ist das Gefühl, wenn du das Licht am Ende des Tunnels sehen kannst und weißt, dass sich alles zum Guten wenden wird.“

Das Video zu „When It Comes“ (wieder einmal von Bassist Harry Quinn selbst produziert) ist eine Hommage an die Kyuss-Klassiker ›Green Machine‹ und ›One Inch Man‹, gedreht am Strand von Camber Sands.

Slash: Teufelswerk

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Er mag „im Herzen ein Hardrocker” sein, doch mit seinem neuesten Album – einer Auswahl an Klassikern der „Musik des Teufels“, gesungen von verschiedenen Gaststimmen – ist Slash ein weiterer Rock-Superstar, der den Pfad des Blues beschreitet.

Slash ist in Birmingham und bereitet sich auf den zweiten Abend seiner UK-Tour mit Myles Kennedy & The Conspirators vor. Aber, um Billy F. Gibbons zu paraphrasieren, sein Kopf ist in Mississippi, während er mit großer Leidenschaft über sein neues Album aus hauptsächlich Blues-Songs spricht, das eine Vielzahl von Star-Sänger*innen und -Spieler*innen wie Gibbons, Brian Johnson, Iggy Pop, Chris Robinson, Beth Hart, Chris Stapleton, Steven Tyler und Gary Clark Jr. präsentiert.

Es heißt ORGY OF THE DAMNED, was nach einer ziemlich wilden Party klingt. „Es ist im Wesentlichen eine Blues-Coverplatte“, sagt Slash. „Und ich dachte angesichts der Zusammenarbeit mit all diesen verschiedenen Leuten und der Tatsache, dass der Blues historisch als Teufelsmusik und Tabu betrachtet wird – du weißt schon, versteck deine Kinder vor dem fucking Blues-Kram –, dass ORGY OF THE DAMNED ein passender Titel wäre. Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht. Er fiel mir einfach so ein.“

Der Titel stand also schnell fest, ein entsprechend grelles, Slash-typisches Cover-Artwork wurde in Auftrag gegeben, und: boom! – eine Sammlung von Liedern, die von Blueslegenden wie Robert Johnson, Howlin’ Wolf und Muddy Waters geschrieben und zum ersten Mal aufgeführt wurden, findet sich wieder in der obersten Etage des Rockadels. Also, was haben diese Jungs vor 60, 70 oder sogar 80 Jahren gemacht, was so besonders war? „Das kommt darauf an, wen du fragst, denn jeder hat eine andere Vorstellung davon, was es für sie oder ihn bedeutet“, sagt Slash. „Für mich geht es ganz einfach um das Gefühl, die Kadenz, die Haltung, den Geist und natürlich den Rhythmus.“ Blues bleibt das Genre, das am magnetischen Nordpol des Classic-Rock-Kompasses sitzt.

Aber indem er solch bekannte Stücke wie ›Hoochie Coochie Man‹, ›Crossroads‹, ›Killing Floor‹, ›Born Under A Bad Sign‹ und ›Stormy Monday‹ zusammen mit Rock- und R&B-Standards wie ›Oh Well‹, ›The Pusher‹ und ›Papa Was A Rolling Stone‹ wiederbelebt, setzt Slash sich einem doppelten Risiko aus: nicht nur, dass er sich kühn das Werk der originalen Bluesmeister aneignet, sondern er lädt auch zu Vergleichen mit den größten Rockbands der 1960er-Jahre ein, darunter Cream, Fleetwood Mac, John Mayall’s Bluesbreakers und all die anderen.

„Weißt du, wenn ich unter diesen Aspekten darüber nachdenken würde, könnte ich einpacken und nach Hause gehen“, sagt Slash ernst. „Viele Leute haben mir wirklich tiefe Fragen gestellt, aber, Mann, das hatte einfach nichts damit zu tun. Es ging wirklich nur darum, dass ich diesen oder jenen Song mag und ihn gern so oder so spielen würde. Wir haben darauf gejammt, ein Arrangement erstellt, soundso hat gesungen, und fertig. Es gibt viele wirklich ernsthafte Bluespuristen da draußen. Wirklich studierte und gut informierte Blues-Guys, das sind großartige Musiker und sie halten sich an eine bestimmte Blues-Richtlinie, sie kennen alle Noten und alles ist perfekt. Das hier bin aber einfach nur ich, der Spaß hat. Es ist nicht einmal alles traditioneller Blues, sondern eine Mischung aus verschiedenen Dingen. Es hat mir Freude gemacht und ich möchte nicht, dass jemand das überanalysiert oder versucht, es auseinanderzunehmen, weil es einfach nicht aus allzu vielen Teilen zusammengesetzt wurde.“ (Text: David Sinclair)

Unsere gesamte Slash-Titelstory lest ihr in Ausgabe 130 von CLASSIC ROCK! Jetzt hier versandkostenfrei online bestellen: CLASSIC ROCK #130

Die 80er: Als der Rock die Welt regierte

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Die 80er werden gleichermaßen geliebt wie gehasst und oft unterschätzt – doch in vielerlei Hinsicht waren sie eine Dekade, die alles veränderte. Auch in der Musik stellten sie viele Weichen neu.

Nach den 80ern war nichts mehr so wie früher. Sie waren eine funkelnde, aufregend verrückte Landschaft aus Haarspray, Innovation und absurden Geldmengen, und man kann kaum überbewerten, wie hoch die Wellen reichten, die sie in der Musik, der Kultur, der Wirtschaft und der Gesellschaft schlugen. Es war ein Jahrzehnt aus politischen Umwälzungen und technologischen Revolutionen. Der Kalte Krieg. Live Aid. Beidhändiges Tapping. VHS. CD-ROM. Mächtige Großkonzerne.

Synthesizer. Befreiung. Ausbeutung. Mobiltelefone. Underground-Szenen. Legenden … So viel in nur zehn Jahren. Betrachtet man diese Zeit im Kontext ihrer bekanntesten, visuell markantesten Zutaten, haben die 80er seither einen wichtigen Platz im Herzen derer eingenommen, die sie erlebten – ebenso wie in den Herzen vieler Menschen, die nicht dabei waren. Vertraute Kernelemente, die die Fans diese Ära so lieben (und die all die Skeptiker so lächerlich finden, die nach wie vor behaupten, „echte Musik“ sei in den 70ern gestorben). Mötley Crüe. Poison. Synthies und Simmons-Trommeln. ›The Final Countdown‹. Zügelloser Exzess.

Kenny Loggins. Wadenwärmer. „Top Gun“. Doch vor allem erwies es sich als die Zeit, in der die Rockmusik WIRKLICH den Mainstream erreichte. Mit der technologischen Evolution des Musikmachens wichen die Blueswurzeln der 70er dem Popgespür. Was zu Legionen neuer Bands führte, die ein Publikum weit über die existierenden Rockfans hinaus erreichten. Für einen relativ kurzen Zeitraum war Rock die Musik der jungen Leute, so wie es heute HipHop und Urban sind. AC/DC hatten ihre größte Platte überhaupt, Metallica legten ein Fundament, das sie in den 90ern in die Stratosphäre katapultierte. Acts wie Bruce Springsteen, Bon Jovi und Dire Straits zogen ein gigantisches Publikum an, mit einem Katalog wie geschaffen für Stadien und Mega-Events. Es war eben eine andere Zeit. Die ganze Welt durchlebte eine seltsame Phase. Große Erfolge brachten Konflikte und Tragödien mit sich.

Die Dekadenz der Yuppies´auf der einen Seite, Despoten und Hungersnöte auf der anderen – Letztere führten 1985 zu den Live-Aid-Konzerten, ein bahnbrechender Zusammenfluss von Medien, Politik und Spendenaktion. Unterdessen wurde Großbritannien unter Margaret Thatcher von zahlreichen Streiks lahmgelegt. Die Sowjetunion stürzte mit der Atomkatastrophe von Tschernobyl noch weiter ab. Die Mauer fiel. Die AIDS-Krise wütete. Das Internet wurde offiziell „geboren“. Es passierte verdammt viel, und all das trug dazu bei, dass ein phänomenaler Mix aus Pomp und Dreck in den Plattensammlungen der Menschen Einzug hielt. Die Ankunft von MTV führte zu einem Fest aus wunderschönen, augenfälligen und schlichtweg bizarren stilistischen Entscheidungen. Musiker*innen sahen anders aus, liefen anders. Die Kluft zwischen Bands und Fans begann zu schrumpfen, und die Öffentlichkeit konnte ihre Helden zunehmend vom bequemen Sofa aus ansehen. Die CD – und vor allem der Walkman – machten Musik erstmals richtig mobil. Plötzlich konnte man den Rock’n’Roll sehen und mitnehmen. Die Entwicklung bei Keyboards, Synthesizern und Samplern erweiterte die Grenzen des musikalisch Machbaren erheblich und erschuf Texturen und Klänge, die zuvor schlicht unmöglich gewesen waren. Aufnahmegeräte wurden erschwinglicher und blieben nicht mehr nur den Reichen und Privilegierten vorbehalten. Gruppen wie Def Leppard und Guns N’ Roses mögen obszöne Budgets gehabt haben, doch es gab auch reihenweise aufregende Acts, die mit sehr begrenzten Mitteln groß wurden. Von beiden Enden dieses Spektrums kamen knackige Pophits, aber auch ausladende, ambitionierte Epen.

Ende der Dekade gab es etwa so ehrgeizige, vielschichtige Projekte wie Nine Inch Nails (Trent Reznor) und No-Man (Steven Wilson) – frühe Vertreter der Welle von „Schlafzimmer-Künstlern“, die seither nie mehr abebbte. Im Gegensatz zu den Behauptungen der 80er-Hasser starb das progressiv-konzeptuelle Denken nach den 70ern keineswegs aus, es entdeckte lediglich ein neues Vokabular. Dieses massiv erweiterte Spielfeld ließ auch unzählige neue Szenen entstehen. Ganze Subgenres und Stilrichtungen wie Goth, Thrash, Post-Punk und Industrial kamen in den 80ern auf. Der HipHop nahm Fahrt auf. Die NWOBHM zog immer größere Massen an. Das Monsters Of Rock (heute Download) Festival in Donington wurde geboren und lieferte einen wichtigen Brennpunkt für Hardrock und Metal. Der Funk entwickelte sich dank aufstrebender Acts wie den Red Hot Chili Peppers und Faith No More in ganz neue, exzentrische Richtungen. Und während all das geschah, tobten die Hair-Metaller am Sunset Strip, New Wave verwandelte Europa, und Alt. Rock-Pioniere wie Hüsker Dü und The Replacements krempelten den Mittleren Westen der USA um.

Die existierenden Rockstars hielten sich aber trotz allem im Rennen. Viele, die sich in den 70ern ihren Namen gemacht hatten, erfanden sich in den 80ern neu. Kiss verzichteten auf die Schminke. Alice Cooper tat sich mit Desmond Child zusammen und schrieb ›Poison‹. Heart brachen mit dem Hochglanz-Megahit ›Alone‹ aus ihrer früheren Nische aus. Auteurs wie Kate Bush und David Bowie verpassten sich eine klangliche wie optische Frischzellenkur. Selbst klassische Prog-Veteranen wie Yes, Genesis, Robert Fripp und Bill Nelson durchlebten dramatische Verwandlungen. Natürlich gab es neben den Erfolgsgeschichten in all diesen Szenen auch Dutzende andere Gesichter, die nur am Rand auf sich aufmerksam machen konnten. Die waren kein bisschen weniger leidenschaftlich in ihrem Schaffen, doch der Durchbruch blieb ihnen verwehrt – kleinere Acts wie Thor, Girlschool, Tigertailz, This Heat, Hellion, Art Of Noise und viele andere. Auch sie werden wir hier würdigen, neben den großen Namen des Jahrzehnts.

https://www.youtube.com/watch?v=NpI777Ja07M

Heute leben wir in einer sehr anderen Welt als damals, und vieles, was früher als glamourös galt, ist es heute zurecht nicht mehr, doch die 80er werden nach wie vor innig geliebt. Der Einfluss dieses Jahrzehnts schlägt sich vielerorten nieder, von Themenabenden in Clubs über Guns-N’-Roses-T-Shirts bei H&M oder die regelmäßige Rückkehr von Neonfarben in der Alltagsmode bis hin zur jüngsten Staffel von „Stranger Things“, die Millionen heutiger Teenager mit Metallica und Kate Bush vertraut machte. Der Rock’n’Roll sollte nie wieder so viele Menschen erreichen wie in den 80ern. Doch musikalisch, gesellschaftlich und kulturell erwiesen sich jene magischen zehn Jahren zum Startpunkt von so viel mehr. (Aus: CLASSIC ROCK #123)

Video der Woche: AC/DC mit ›Can I Sit Next To You Girl‹

Dave Evans wird heute 71 Jahre alt. Der australische Sänger verbrachte 1974 eine kurze Zeit bei AC/DC. Sein Intermezzo am Mikrofon der australischen Hardrocker dauerte jedoch nur neun Monate an, bevor diese dann zu ihrem Frontmann Bon Scott fanden. In der Dave-Evans-Phase der Band erschien genau eine Single, ›Can I Sit Next To You Girl‹, auf der B-Seite wurde der Song ›Rockin‘ In The Parlour‹ veröffentlicht. Nach seiner Zeit bei AC/DC schloss sich Evans den Glamrockern von Rabbit an und blieb dort bis zur Bandauflösung im Jahr 1978.

Danach gründete er 1984 Dave Evans & The Thunder From Down Under und veröffentlichte in dieser Konstellation ein gleichnamiges Album im Jahr 1986. Danach arbeitete er als Schauspieler in kleineren Rollen und veröffentlichte einige Soloalben.

Zum heutigen Geburtstag von Dave Evans blicken wir auf diese leicht kuriose Phase von AC/DC, als Malcolm Young noch in Kostüm und mit Plateaustiefeln auf der Bühne stand. Der Song wurde 1975 nochmal auf dem Album T.N.T. mit Bon Scott am Gesang veröffentlicht.

AC/DC mit ›Can I Sit Next To You Girl‹ (1974):

Brian May: Eine neue Welt, ein neues Ich

Nur wenige Menschen kann man mit Fug und Recht als lebende Legende bezeichnen, doch auf Brian May trifft das ohne jeden Zweifel zu. Als Gitarrist von Queen lieferte er gleich dutzendweise Klassiker für die Ewigkeit ab und brachte Freude in das Leben so vieler Menschen, wie es sonst wohl nur noch Künstler vom Kaliber der Beatles, Led Zeppelins, AC/DCs oder ABBAs von sich behaupten können. Sein Soloschaffen bekam unterdessen nie auch nur annähernd die Aufmerksamkeit, die es verdient hätte, doch mit der Reissue seines zweiten Alleingangs ANOTHER WORLD bekommen wir nun die Gelegenheit, andere, faszinierende und teils auch überraschende Facetten an dem Briten kennenzulernen. Wir sprachen mit ihm aber auch über andere Facetten seines Lebens, nicht nur seine Musik, und seine Erlebnisse der jüngeren Vergangenheit. Und durften dabei feststellen, dass er nicht nur einer der größten Musiker aller Zeiten ist, sondern ein durch und durch liebenswürdiger, warmherziger, bodenständiger und charmanter Mensch, mit dem man gerne ganze Wochenenden verplaudern würde. Never (Zoom-)meet your heroes? Schwachsinn. Eine Audienz mit diesem
Helden ist eine Ehre und eines der größten Vergnügen, die man in diesem Beruf erleben kann.

Zwei Jahre Pandemie … und du hast dir nicht nur Ende 2021 Covid eingefangen, sondern hattest auch noch andere gesundheitliche Schreckmomente.
Ja, diese Pandemie hat so viele Löcher in unser aller Leben geschossen. Ich muss sagen, ich habe mich ziemlich schwer damit getan und tue es auch jetzt noch. Aber wir sollten natürlich dankbar sein, dass unsere Häuser gerade nicht von Putin bombardiert werden, das ist so schrecklich.

Bei dir ging die Covid-Zeit ja gleich schon mal heftig los …
Ja, der Herzinfarkt. Ich glaube, das hatte schon mit Covid zu tun, ich hatte es vielleicht schon sehr früh, denn diese ganze Tournee in Fernost über hatte ich diesen Husten. Der Arzt sagte, ich hätte Asthma, aber ich hatte in meinem Leben noch nie Asthma, also schien mir das ziemlich unwahrscheinlich. Und das Virus verdickt ja angeblich das Blut, denn eigentlich bin ich alles andere als ein Kandidat für einen Herzinfarkt. Ich rauche nicht, trinke nicht, bin nicht übergewichtig. Aber dann hatte ich eben den Infarkt, und das war alles andere als angenehm. Jetzt geht es mir aber sehr gut, wahrscheinlich besser als vorher.

Das freut uns sehr! Doch zu weniger schmerzhaften Themen: Nach langer Zeit ist dein Soloalbum ANOTHER WORLD endlich wieder erhältlich.
Bis vor einem Jahr oder so war mir gar nicht bewusst, dass es überhaupt nicht mehr zu haben war. Es war nie auf Spotify oder Apple Music etc., also wärmt es mir das Herz, zu wissen, dass es jetzt einem breiteren internationalen Publikum verfügbar gemacht wird, das vorher vielleicht nie davon Notiz genommen hatte. Ich habe jede Menge Arbeit investiert, um es zu optimieren, und die Videos dazu zu drehen hat auch großen Spaß gemacht!

Wie lange hattest du dir diese Platte selbst nicht mehr angehört? Und wie war es, sich dann wieder so intensiv mit dem Material auseinanderzusetzen?
Ich hatte sie mir wahrscheinlich über 15 Jahre lang nicht mehr angehört. Doch es war wunderbar, wieder da einzutauchen, überraschend, und natürlich auch schwierig und schmerzhaft, denn das transportiert einen wieder zurück zu all den Dingen, mit denen man damals zu kämpfen hatte. Unterm Strich war es aber sehr erleuchtend, diese Erlebnisse aus der Distanz mit so viel mehr Lebenserfahrung zu betrachten.

Und wie war deine Gemütslage, als du das Album damals gemacht hast? Ende der 80er und Anfang der 90er hast du ja eine sehr düstere Zeit durchlebt, mit deinem ersten Soloalbum konntest du dich dann etwas freischwimmen, bevor du schließlich noch MADE IN HEAVEN fertiggestellt hast, was ja offenbar ziemlich anstrengend war …
… oh ja, enorm anstrengend. Doch mit MADE IN HEAVEN hast du den Schlussstrich unter Queen gezogen, zumindest als Band, die neue Musik veröffentlicht.

War ANOTHER WORLD für dich dann der Befreiungsschlag, ein echter Neubeginn?
Ja, in gewisser Weise schon. Auf dem Song ›On My Way Up‹ geht es darum. Der Weg wird freigeräumt, ich bin auf dem Weg nach oben an einen anderen Ort, an dem alles neu ist und glänzt. Die andere Seite war aber auch, dass es gar nicht so anders war und immer noch schwer. Man findet heraus, dass man sich nach wie vor denselben Problemen stellt, nur dass man nun neue Wege finden muss, um alte Probleme zu lösen. Das war wohl eine wichtige Lehre daraus, zu erkennen, dass das Leben nie nachlässt. Man erreicht nie einen Gipfel oder eine Hochebene, auf der alles großartig ist, die Vögel singen und die Sonne scheint.

Das ist sicher wahr. Wenn man sich die Platte jetzt anhört, fällt auf, wie drangvoll sie ist. Es gibt ein paar leisere Stücke, aber die rockenden Nummern rocken dafür umso heftiger.
Ja, das stimmt. Ich fühlte mich damals einfach frei, ich konnte es mir rausnehmen, so hart zu rocken, wie ich wollte. Und das liebe ich daran. Ein Stück wie ›Business‹ etwa hätte im Kontext von Queen nie funktioniert. In dem Sinne war es also auf jeden Fall befreiend, meine eigenen Sachen zu machen, und ich habe es auch vermisst, also sollte ich wohl irgendwann wieder damit anfangen!

Noch bemerkenswerter finde ich ›Cyborg‹, das sich schon in Richtung Prog-Metal bewegt.
Ich bin froh, dass du das erwähnst, und es fand tatsächlich wenig Beachtung. Ich mag das Stück sehr, und Taylor Hawkins am Schlagzeug zu haben, war auf jeden Fall eine Extradosis jugendlicher Power. Er war damals ja noch sehr jung und kein globaler Superstar. Aber was für ein unglaublicher Schlagzeuger und was für ein wundervoller Mensch er doch ist. Er hat eine schier unfassbare Energie, und die hat er grandios in diesen Song gesteckt. Für mich war das auch ei sehr interessantes Experiment mit der technischeren Seite des Gitarrenspiels. Ich würde mich ja nicht als besonders technischen Gitarristen bezeichnen, aber ich fand es damals faszinierend, mit diesem Basisriff in alle möglichen Richtungen zu gehen.

Deep Purple: „=1“

Grandioses Spätwerk

Deep Purple Mark IX mit Simon McBride (Sweet Savage, Don Airey & Friends) an den sechs Saiten haben in den letzten beiden Jahren auf Bühnen rund um den Globus für Furore gesorgt. Umso spannender war dann die Ankündigung der ersten LP der aktuellen DP-Inkarnation. Der im ersten Moment kryptisch anmutende Titel „=1“ erweist sich bereits nach dem eröffnenden ›Show Me‹ als schlüssig: Das in den Noble Street Studios von Toronto produzierte 23. Studioalbum der Hardrock-Legende klingt nach einer unzertrennlichen und wieder immens hungrigen Einheit. Der Einstieg von McBride hat offenbar wahre Wunder bewirkt.

Das soll nicht heißen, dass die Scheiben mit Steve Morse schlecht waren, allerdings versprüht Mark IX auf „=1“ fast einen mit dem Sternenstaub der unantastbaren Mark-II-Besetzung gesegneten Vibe. Klar sind unsere Hauptprotagonisten Ian Gillan, Roger Glover und Ian Paice nicht mehr so ungestüm und wild wie etwa auf DEEP PURPLE IN ROCK (1970) oder MACHINE HEAD (1972). Allerdings kommt die Performance, die von Bob Ezrin (KISS, Alice Cooper, Pink Floyd) perfekt eingefangen wurde, nah an die Großtaten von vor über 50 Jahren heran. Das schließt auch das auf den Punkt umgesetzte Songwriting und die erhabenen Arrangements ein. Deep Purple schaffen es, große Hymnen, verspielte Stücke mit coolen Jams und Rock-Radio-Heavy-Rotation-Garanten in einem sofort zündenden Kontext zu vereinen. Besonders herauszuheben ist die Gesangsleistung von Gillan. Mit seinen fast 79 (!) Lenzen zaubert er eine Darbietung zum Niederknien ins Mikro.

9 von 10 Punkten

Deep Purple
=1
EARMUSIC/EDEL

In unserer aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK lest ihr unser großes Titelstory-Interview mit Ian Gillan, Ian Paice und Simon McBride von Deep Purple. Jetzt hier versandkostenfrei bestellen: CLASSIC ROCK 131