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Black Sabbath: „Eine seltsame Existenz“

Im Sabbath-Kosmos liefern sie eine Steilvorlage zur Diskussion, die Jahre 1987 bis 1995. Für einige hatte diese Phase mit ihrer Lieblingsband nichts mehr zu tun, wiederum andere bewerten sie als maßlos unterschätzt. Egal, welcher Fraktion man sich anschließt, eines steht fest: Die Tony-Martin-Ära von Black Sabbath ist im kollektiven Gedächtnis nicht wirklich fest verankert. Sie versinkt zwischen übergroßen Namen wie Ozzy oder Dio, viele der damals entstandenen Alben verschwanden schnell aus den Verkaufsregalen. Umso besser, dass sie jetzt mit dem Boxset ANNO DOMINI 1989-95 – mit den remasterten Alben HEADLESS CROSS, TYR, CROSS PURPOSES und dem neu gemischten FORBIDDEN – endlich eine Würdigung erhält, die sie trotz aller Streitpunkte definitiv verdient.

„Es war der Tag, an dem die Band implodierte“, erinnerte sich Drummer Bill Ward an jenes Datum im Jahr 1979 zurück, als er Ozzy Osbourne seinen Rauswurf aus Black Sabbath erklären musste. Wer konnte da wissen, dass Wards Worte nicht nur den damaligen Ist-Zustand, sondern auch einen Teil der Zukunft beschrieben? Nachdem sich das Original-Line-Up nach erfolgs- und substanzgeschwängerten Jahren endgültig aufgelöst hatte, sah es zwar mit Ronnie James Dio und den erfolgreichen Platten HEAVEN AND HELL und MOB RULES vorerst so aus, als hätte die Band diesen Umsturz überlebt, doch nach Dios Ausstieg 1982 liest sich die Sabbath-Historie wie ein schwindelerregendes Line-Up-Karrussell. Hat man für die 15 verschiedenen Mitglieder von Deep Purple die MK-Zählweise eingeführt, so hätte man für die wechselnden Musiker bei Sabbath (u.a. Eric Singer, Bob Daisley, Vinny Appice, Bobby Rondinelli) wohl fünf Rechenschieber gebraucht, um den Überblick nicht zu verlieren.

Alleine am Mikrofon stieg Deep Purples Ian Gillan für ein Album, BORN AGAIN, ein. Glenn Hughes sang das folgende SEVENTH STAR, eigentlich als Iommi-Soloalbum gedacht, danach versuchte man es mit Ray Gillen, der jedoch während der Studiozeit für THE ETERNAL IDOL abzog, um John Sykes‘ Blue Murder zu folgen. Schließlich entschied sich Tony Iommi für Tony Martin, einen starken, doch unbekannten Sänger, welcher Gillens Spuren nochmal einsang und den Gesamtsound von Sabbath mit seiner ausgeprägten Melodic-Note beeinflusste. Fun Fact: Auch Tony Martin war kurzzeitig bei Blue Murder und hat sogar einen Song-Credit auf deren Debüt aus dem Jahr 1989. Nach dem durchwachsenen Erfolg von THE ETERNAL IDOL unterschrieb Iommi einen Deal mit I.R.S. Records, von dem er sich bessere Promotion und mehr künstlerische Freiheit erhoffte und machte sich an die Arbeiten zu jenem Album, das 1989 als HEADLESS CROSS erschien und eine kurze Phase mit etwas mehr Beständigkeit einläutete.

Mit Ausnahme einer Unterbrechung im Jahr 1992, in der Tony Martin hinausgeworfen wurde, um Platz zu machen für die in einer Enttäuschung endende, kurzzeitige Rückkehr von Dio auf DEHUMANIZER, war Martin von 1987 bis zur Reunion mit Ozzy 1997 in der Band. Schlagzeug-Legende Cozy Powell war auf HEADLESS CROSS, TYR (1990) und FORBIDDEN (1995) – bei dem man mit Body-Count-Gitarrist Ernie C als Produzent experimentierte – zu hören, während auf DEHUMANIZER Vinny Appice und auf CROSS PURPOSES (1994) Bobby Rondinelli trommelte. Neben Iommi, dem Fels in der Brandung, war Multiinstrumentalist Geoff Nicholls am Keyboard zu dieser Zeit fast konstant im Line-Up.

Soweit die kurze Übersicht über eine Bandphase, die von wenigen Höhen, vielen Tiefen und dem enormen Schatten, den der Erfolg von Ozzy Obsournes Soloprojekt warf, geprägt war. Trotz alldem wollte sich Sabbath-Konstante Tony Iommi nicht unterkriegen lassen. Im Interview erzählt der legendäre Gitarrist von dieser Phase seiner Karriere und erklärt, warum er auch in schweren Zeiten immer nach vorne blickte.

Warum hat es so lange gedauert, bis die Tony-Martin-Ära mit einem Boxset bedacht wird?

Erst haben wir das Ozzy-Line-Up gemacht, danach die Dio-Jahre und jetzt eben die Tony-Martin-Ära. Man kann sie nicht alle auf einmal veröffentlichen. Außerdem brauchte ich Zeit, um FORBIDDEN zu remixen.

Cozy Powell mochte den Drumsound von FORBIDDEN überhaupt nicht, du warst auch unzufrieden. Was war dein Hauptziel beim Remixen?

Dass es hoffentlich besser wird als vorher. (lacht) Das Problem war, dass wir nicht nur Ice-T als Vocal-Part nahmen wie abgemacht, sondern auf Vorschlag der Plattenfirma hin auch Ernie C, also Ice-Ts Gitarristen, als Produzenten. Wir probierten es aus und ließen das Ganze auf uns zukommen, doch da prallten zwei Welten aufeinander. Ernie C war ein echt netter Typ, genauso wie Ice-T, doch er kannte unseren Sound nicht wirklich. Eines der großen Probleme war, dass er Cozy erklärte, wie er seine Bassdrum spielen soll. (lacht) Das konnte nicht gut gehen. Cozy war ein echter Classic-Rock-Drummer, einer der ganz Großen. Da ist es schwierig, wenn dir jemand aus einer anderen Generation sagt, wie du spielen sollst. Cozy war gar nicht glücklich über die Situation. Am Ende des Tages mochte niemand von uns den Sound. Deswegen habe ich die Sache nochmal aufgerollt. Auf den Tapes waren viele Takes über, die damals nicht benutzt wurden. Ich habe mich dort bedient und so versucht, den Sound zu verbessern. Man muss mit dem arbeiten, was man hat und ist dabei natürlich begrenzt. Hoffentlich klingt es jetzt besser! (lacht)

Im Grunde hast du Mitte der 90er das getan, was in den letzten Jahren viele klassische Rock-Acts, wie Ozzy mit Post Malone oder Mötley Crüe mit Machine Gun Kelly, getan haben: Mit Rappern kollaboriert. Vielleicht warst du deiner Zeit 25 Jahre voraus.

Die Geschichte meines Lebens! (lacht herzlich) Es gibt ja viele Leute, die nicht einmal wissen, dass wir diese Alben veröffentlicht haben. Diese Phase wurde fast schon begraben, weil wir dann mit Ronnie und Ozzy zurückkamen, worüber mehr gesprochen wurde. Deswegen ist es jetzt an der Zeit, diese Alben in die Öffentlichkeit zu tragen. Dann dürfen die Leute selbst entscheiden, ob sie sie mögen oder nicht.

Warum war es damals so schwer für Sabbath, ein konsistentes Line-Up zu finden? Wie hat das die öffentliche Wahrnehmung der Band beeinflusst?

Es war wirklich sehr schwierig. Doch ich war immer ein Mensch, der nach vorne schaut und Dinge durchzieht. Dieser Antrieb und ein gewisser Glaube pushte mich weiter, auch, als Ronnie ging und Tony kam. Als Cozy dabei war, war es ehrlich großartig, weil ich einen Verbündeten hatte. Wir stammen beide aus derselben Generation, wir verstanden uns. Ich empfand diese Zeit als sehr aufregend. Ich finde es wichtig, Herausforderungen im Leben zu haben – und diese Zeit wurde definitiv zu einer. Wir fingen im Grunde ganz von vorne an. Wir unterschrieben bei I.R.S. Records und Miles Copeland. Er war mit Feuereifer bei der Sache. Miles meinte: ‚Du machst, was du willst. Du weißt, wie du klingen willst, welche Songs du machen willst. Meine Aufgabe ist die Business-Seite, die Vermarktung und der ganze Rest.‘ Das war toll zu hören, denn man will kein Label, das einem vorschreibt, was man zu spielen hat. Doch I.R.S. war ein kleines Label und die Promotions-Abteilung nicht sehr gut, vor allem in Amerika. In Europa lief es, aber in den Staaten wussten die Leute nicht mal, dass es uns noch gibt. Hinzu kam, dass viele Musiker kamen und gingen. Ich versuchte, ein festes Line-Up zusammenzubekommen. Mit Cozy und [Bassist] Neil Murray wurde es besser, wir tourten dann auch in dieser Besetzung.

Bevor Tony einstieg, hattet ihr Schwergewichte wie Ian Gillan oder Dio am Mikrofon. Warum hast du dich danach für einen unbekannten Sänger entschieden?

Einer meiner besten Freunde managte Tony Martin und schlug vor, es doch mal mit ihm zu probieren. Und ich dachte mir: ‚Warum nicht?‘ Er war ein großartiger Sänger, besuchte uns, sang das Album [THE ETERNAL IDOL] ein und stellte sich wirklich gut an. Mir ging es nicht darum, einen namhaften Frontmann zu holen. Ich wollte jemanden, der den Job gebacken bekommt und den wir mochten. Das Problem war: Ich warf Tony ins kalte Wasser. Der Rest der Band hatte sehr viel Erfahrung, wir alle waren um die Welt getourt, er hatte das nicht erlebt. Außerdem trat er in die Fußstapfen von sehr erfahrenen Leuten, Ozzy und Dio. Damals war mir das gar nicht so bewusst, doch heute weiß ich das sehr zu schätzen. Sich auf eine Bühne vor das Sabbath-Publikum zu stellen und es gut zu machen, muss verdammt hart gewesen sein. Ich glaube, manchmal war er richtig entmutigt. Er hat ehrlich viel durchgemacht. Wir wollten die Band damals voranbringen. Irgendwie vergaßen wir Tony dabei. Er musste sich sehr schnell einfinden, weil wir das auf eine gewisse Art von ihm erwarteten. Er hat das großartig hinbekommen und vor allem fantastisch gesungen, was für mich am wichtigsten war.

Es kann sehr schwer sein, ein Publikum zu knacken, das die Band als Art Religion sieht…

Absolut! Es war ja dasselbe, als Dio nach Ozzy einstieg. Wir mussten die Band wieder aufbauen. Doch Ronnie hatte das im Kreuz, weil er das alles schon erlebt hatte. Und wir bauten auf und bauten weiter und spielten wieder in großen Stadien. Ähnliches gilt für Gillan. Doch Tony war eben unerfahrener als die anderen.

Tony hat diese AOR-lastige, sehr melodische Art zu singen und damit den Gesamtsound der Band stark verändert …

Definitiv! Er hatte auch tolle Ideen. Tony wollte weder wie Ozzy oder Dio klingen, sondern nur wie er selbst. Und das hat funktioniert.

Wie schwer war es für euch, euren Platz in einer stark veränderten Musikwelt zu finden?

Wir standen in Konkurrenz zu einer neuen Generation an Musikern, die wir nicht kannten. Die wahrscheinlich von Sabbath gelernt hatten und dann ihr eigenes Ding daraus machten. Grunge und Thrash und all das. Es war eine harte Zeit für uns, wir hatten Schwierigkeiten, unsere Touren zusammenzubekommen. Anfangs finanzierte ich noch vieles davon selbst, doch irgendwo muss man eine Grenze ziehen. Als wir nach Amerika kamen, war das ein richtiger Schlag. Niemand kannte uns, niemand wusste, dass wir noch spielen. Das war sehr seltsam. Der Heavy Metal war an den Rand gedrängt worden. Umso erstaunlicher, dass er wieder zurückgekommen ist. (lacht)

Und dass ihr bis heute wohl Millionen von Nachwuchsbands beeinflusst!

Das ist fantastisch. Anders kann ich es nicht sagen. Ich bin sehr froh, dass wir in der Lage waren, all das zu tun und dass wir so viel Respekt dafür erhalten.

Wie schwer war es, Tony wieder in die Band zu holen, nachdem ihr ihn bei DEHUMANIZER mit Dio ersetzt habt?

Naja, man redet eben miteinander. Ich fragte ihn einfach.

Hast du dir gar nicht überlegt, einen anderen Sänger zu fragen?

Nicht wirklich. Sabbath in seiner Gesamtheit ist schon eine seltsame Existenz. Wir hatten Ozzy, dann war er raus und kam wieder zurück. Wir hatten Dio, er stieg aus und kam zurück. Tony Martin war raus und kam wieder zurück. So lief das eben.

Warum ist CROSS PURPOSES (LIVE) nicht im Boxset enthalten?

Das Problem ist, dass wir da bei einer anderen Plattenfirma waren.

War das nicht bei THE ETERNAL IDOL der Fall?

CROSS PURPOSES ist doch enthalten, oder? Ach, du meinst live. Bei solchen Angelegenheiten gibt es so viele Verträge und Abmachungen und juristische Hürden, die man überwinden muss. Man muss alles mit den verschiedenen Mitgliedern und Musikern abklären, sehr viel Arbeit, bei der auch mir manchmal der Durchblick fehlt. Deswegen habe ich ja einen Manager (lacht)

Deine beste und schlechteste Entscheidung zu dieser Zeit?

Gut war, dass wir weitergemacht haben. Der Prozess rund um FORBIDDEN war wie gesagt schwierig. Auch einige Entscheidungen bezüglich des Tourens waren schwierig. Es gab viele Höhen und Tiefen in der Historie von Sabbath, doch das gehört dazu, das macht dich stärker. Aufhören ist einfach, doch das hätte ich nie gekonnt. Es geht doch um einen tiefen Wunsch, weiterzumachen, Musik zu machen.

Selbst in den dunkelsten Zeiten hast du nie ans Aufhören gedacht?

Nein. Ich wusste immer, dass ich das tun muss. Ich ging bis an den Punkt, wo ich die Band selbst finanzierte.

Besteht auch nur im Ansatz die Möglichkeit für eine kleine Reunion von Tony und Tony?

Sag niemals nie. Das mache ich grundsätzlich nicht. Was auch immer passiert, ist toll. Ich schreibe immer noch viel, nehme auf, bin in verschiedene Projekte wie mit dem Royal Ballet oder meinem Parfüm involviert. Und ich bin sehr glücklich darüber. So funktioniert das Leben eben, du folgst ihm. Brian May und ich sprechen seit Jahren darüber, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Wir haben es bisher nicht getan, aber wir sprechen immer noch darüber. (lacht) Ich gehe bestimmt nicht mehr auf Tour, aber vielleicht werde ich mal einzelne Shows spielen. Alles ist möglich. Es gibt keine Grenzen.

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Kreuz und quer: 1989-1995

HEADLESS CROSS (1989): Tony Martins „echter“ Einstand

Personal: Tony Martin, Gesang. Tony Iommi, Gitarre. Brian May, Solo-Gitarre in ›When Death Calls‹. Cozy Powell, Schlagzeug. Geoff Nicholls, Keyboard. Laurence Cottle, Bass.

TYR (1990): Selbstproduzierte nordische Sagenwelt

Personal: Tony Martin, Gesang. Tony Iommi, Gitarre. Cozy Powell, Schlagzeug. Geoff Nicholls, Keyboard. Neil Murray, Bass.

DEHUMANIZER (1992): Ein kurzes Dio-Intermezzo

Personal: Ronnie James Dio, Gesang. Tony Iommi, Gitarre. Vinny Appice, Schlagzeug. Geoff Nicholls, Keyboard. Geezer Butler, Bass.

CROSS PURPOSES (1994): Zurück zu Tony Martin

Personal: Tony Martin, Gesang. Tony Iommi, Gitarre. Bobby Rondinelli, Schlagzeug. Geoff Nicholls, Keyboard. Geezer Butler, Bass.

FORBIDDEN (1995): Das Ernie-C-Fiasko.

Personal: Tony Martin, Gesang. Ice-T, Gast-Gesang in ›The Illusion Of Power‹. Tony Iommi, Gitarre. Cozy Powell, Schlagzeug. Geoff Nicholls, Keyboard. Neil Murray, Bass.

The New Roses: Neues Album ATTRACTED TO DANGER

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Am 4. Oktober veröffentlichen The New Roses ihr neues Studioalbum ATTRACTED TO DANGER. Als ersten Vorgeschmack auf den Nachfolger zur letzten LP SWEET POISON aus dem Jahr 2022 gibt es bereits heute die erste Single namens ›When You Fall In Love‹ inklusive Musikvideo.

Frontmann Timmy Rough über die Nummer: „Als ich ›When You Fall In Love‹ geschrieben habe, habe ich mit dem Riff herumgespielt und mir die Band während einer unserer Shows vorgestellt. Und dann kam mir der Gedanke: ‚Was muss ich tun, damit die Fans lächeln und mit uns zusammen rocken?’ Danach hat sich der Song fast wie von Zauberhand selbst geschrieben.“

CLASSIC ROCK präsentiert: Wolfmother live!

Wolfmother kehren im Sommer nach Deutschland zurück. Seit Bandgründung im Jahr 2000 spürt Mastermind Andrew Stockdale dem perfekten 70s-Rock-Riff nach und hat dabei schon zahlreiche Hits wie ›Woman‹ oder ›Joker & The Thief‹ zutage gefördert. Das letzte Album des Australiers erschien 2021 unter dem passenden Titel ROCK OUT. Und auf ihrer kommenden Sommertour werden die erfolgreichen Vintage-Rocker genau das tun!

Hier Wolfmother live erleben:

29.07.24 Dortmund, Junkyard
30.07.24 Bielefeld, Forum
31.07.24 Nürnberg, Hirsch
02.08.24 München, Backstage Werk

Tenacious D: Band auf Eis nach Kyle Gass‘ Trump-Kommentar

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Nach einem Kommentar über Donald Trump von Kyle Gass während einer Tenacious-D-Show, will Jack Black die Band nun auf Eis legen.

Nach einem Kommentar von Kyle Gass während einer Show in Australien, hat Jack Black Tenacious D nun auf Eis gelegt und alle weiteren Shows abgesagt. Bei einem Konzert in Sydney wurde Gass zum Geburtstag mit einer großen Torte auf der Bühne überrascht. Als er sich etwas wünschen sollte, sagte er: „Verfehle Trump beim nächsten Mal nicht“.

Diese Aussage war eine Anspielung auf das Attentat auf Ex-Präsident und Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Selbiger war bei bei einem Anschlag während eines Wahlkampfauftritts am 13. Juli von einem Schuss am Ohr getroffen worden, bevor ihn der Secret Service in Sicherheit bringen konnte. Nach dem Kommentar von Kyle Gass wurde das Konzert fortgesetzt. Wenig später forderte der australische Senator Ralph Babet, Tenacious D des Landes zu verweisen.

„Ich fordere Premierminister Anthony Albanese auf, sich mir bei der Verurteilung von Tenacious D, Jack Black und dem Bandmitglied Kyle Gass anzuschließen, und ich fordere den Einwanderungsminister Andrew Giles auf, ihre Visa zu widerrufen und sie sofort auszuweisen“., forderte Babet, nachzulesen z.B. in einem Post auf der Plattform X.

Jetzt hat sich Jack Black via Social Media zu dem Vorfall geäußert und verkündet, dass er die Band auf Eis legen wolle: „Was am Sonntag in der Sendung gesagt wurde, hat mich sehr getroffen. Ich würde niemals Hassreden dulden oder politische Gewalt in irgendeiner Form unterstützen. Nach reiflicher Überlegung halte ich es nicht mehr für angemessen, die Tenacious D-Tour fortzusetzen, und alle zukünftigen kreativen Pläne liegen auf Eis. Ich bin den Fans für ihre Unterstützung und ihr Verständnis dankbar.“

Auch die offizielle Entschuldigung von Kyle Gass konnte wohl nichts an Jack Blacks Entscheidung ändern: „Der Satz, den ich am Sonntagabend in Sydney improvisiert habe, war höchst unangebracht, gefährlich und ein schrecklicher Fehler. Ich dulde keine Gewalt, in welcher Form auch immer, gegen irgendjemanden. Was passiert ist [die Schießerei], war eine Tragödie, und es tut mir unglaublich leid, dass ich mein Urteilsvermögen so schwer beeinträchtigt habe.“

Led Zeppelin: Neuer Mitschnitt aus der Wiener Stadthalle

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Bei Youtube gibt es einen neuen Konzertmitschnitt von Led Zeppelin aus der Stadthalle in Wien zu sehen.

In diesem Jahr sind bereits eine bisher unveröffentlichte Konzertmitschnitte von Led Zeppelin aufgetaucht. Jetzt gibt es bei Youtube auf dem Kanal ledzepfilm neues Material aus dem Jahr 1973 zu sehen, als die Band am 16. März live in der Wiener Stadthalle auftrat. Gefilmt wurde die Show damals von Mead Eblan, Nicky Coyle von The Negative Space ist für den Scan verantwortlich, die Farbbearbeitung übernahm Nuff von The Pink Floyd Research Group.

Der Konzertschnipsel ist 3:14 lang und eher ein unübersichtlicher Zusammenschnitt verschiedener Szenen. So sieht man beispielsweise Frontmann Robert Plant bei manchen seiner Ansagen. „Dankeschön“, so der „Golden God“ auf Deutsch und dann auf Englisch weiter: „Es ist sehr schön, hier in Wien zu sein. Ihr habt sogar ein paar gute Groupies.“

Black Country Communion: Im Inneren der Kommune

Mit ihrem frischen, schlicht „V“ betitelten Opus schlagen Glenn Hughes (Gesang und Bass), Joe Bonamassa (Gitarre und Gesang), Derek Sherinian (Keyboards) und Jason Bonham (Schlagzeug) trotz der bekannt klassisch rockenden Route einmal mehr neue Wege ein. Wie es zur längst überfälligen Reunion des Allstar-Quartetts kam und warum eine Mischung aus Tradition und spontanen, progressiven Ansätzen pures Gold für Black Country Communion ist, verrät „The Voice of Rock“ Glenn Hughes in einem ausführlichen Gespräch mit CLASSIC ROCK.

Glenn, die Wiedervereinigung von Black Country Communion war eine enorme Überraschung, da euere Terminkalender mehr als nur gut gefüllt sind.
Die Reise, die schlussendlich zu „V“ führte, begann bereits 2019. Joe kam damals zu mir mit der Vision eines Nachfolgers von BCCIV (2017). Da ich gerade bei den Dead Daisies eingestiegen war und kein Projekt halbherzig angehe, lagen Black Country Communion bis zu meinem Ausstieg bei den Daisies Ende 2022 auf Eis. Danach ließen wir keine weitere Zeit verstreichen und machten uns sofort während der Weihnachtsfeiertage ans Werk. Bonamassa besuchte mich in meinem Homestudio – wie bei allen BCC-Scheiben – und eine erste Blaupause für „V“ wurde gezeichnet. Die Songwriting-Sessions dauerten bis Mai 2023. Danach hielten wir das Material für dieses echt coole Album in Händen.

Während du „V“ promotest, befindest du dich auf einer ausgedehnten Solo-Welttour zum 50. Jubiläum des Deep-Purple-Meilensteins BURN (1974).
Mir geht es aktuell mental, spirituell und physisch fantastisch. Wenn du als Mann mein Alter erreichst (Glenn wird am 21. August 73 Jahre; Anm. d. Verf.), am Morgen in den Spiegel schaust und dich keinerlei Zipperlein quälen, ist das ein verdammt großer Segen. Ich fühle mich insgesamt noch so verdammt jung, dass mich die schnöde Alterszahl eigentlich gar nicht berührt. Meine Kreativität ist nach wie vor omnipräsent. Ich schreibe ständig neue Stücke und liebe es, auf der Bühne zu stehen. Interviews wie jetzt zu „V“ sind zudem eine fantastische Ergänzung zu meinem Touralltag.

Das ganze Interview über das neue Album der Black Country Communion lest ihr in der aktuellen Ausgabe. Jetzt hier versandkostenfrei bestellen: CLASSIC ROCK #131

Monomers: Großstadt-Polymer

Durch Zufall haben Drummer Tino aus Berlin und Gitarrist Denis aus Hamburg zueinander gefunden und während des Stillstands in der Pandemie schnell ihre persönliche und musikalische Beziehung zueinander auf- und ausgebaut. „Ich hab vorher nur Bass gespielt, hatte aber richtig Bock auf Gitarre und deswegen auch entsprechend viel Material angesammelt. Während der Pandemie haben Tino und ich regelmäßig Demos hin- und hergeschickt und so angefangen, zusammen Musik zu machen.“, erklärt Denis im Zoom-Interview die Anfänge der Monomers und ihres Debütalbums ELUSIVE. Schnell entwickeln die beiden eine gemeinsame Richtung und eine Begeisterung für das, was da zwischen ihnen entsteht: „Eine kompromisslose Art zu schreiben“, wie Tino es nennt.

Was pandemiebedingt remote begann, sollte schnell ins echte Leben transferiert werden. Das fehlende Puzzle-Teil für dieses Vorhaben war eine passende Person am Gesang. Mehrere vergebliche Versuche, jemanden zu finden, der/die einen ähnlichen Arbeitsethos und ähnlich viel Leidenschaft vorweisen konnte, stellten jedoch eine erste Zerreißprobe für das junge Projekt dar. „Wir sind echt lange gerudert.“, erinnert sich Tino zurück. „Wir dachten uns bei Eve: ‚Das ist jetzt one last try.‘ Doch sie kam rein und hat übelst abgeliefert. Da wurde aus den Songs plötzlich nochmal etwas ganz anderes“, so Denis über die glückliche Wendung, die eine vollständige Band, sozusagen ein Polymer, aus den Monomers machte. Eve aus Berlin stieg ein, als ELUSIVE eigentlich schon fertig war. „Deswegen haben wir vieles neu geschrieben und umarrangiert und dann alle Vocals recht fix eingehämmert, damit die Songs in den Mix gehen konnten“; erklärt Tino das Prozedere und spart dabei nicht an Lob für die Frontfrau: „Eves Gesang wertet unsere Instrumentals wirklich auf, sie bringt einen richtigen Glanz mit ihrer Stimme rein.“ Das zusammen mit Produzent Olman V. Wiebe erarbeitete Ergebnis hält elf Tracks bereit, die zwischen Garage-Attitüde, Indie-Melodik, Power Pop und Großstadt-Swagger oszillieren und mehrdimensionale Lyrics bereithalten.

Auf die tiefenpsychologische Frage, was den drei Mitgliedern ihre Band bedeutet, weist Tino besonders auf die Texte hin, bei denen auch er sich eingebracht hat: „Man wird schnell merken, dass wir keine 0815-Texte haben. Wir sehen uns als vielschichtige Menschen und so sehen wir auch unsere Musik. Unser Album betrachte ich als Grower, bei einigen Songs checkt man erst nach und nach, was passiert. Das finde ich sehr spannend.“ Für Eve spielt die Verbindung zum Publikum eine tragende Rolle: „Ich finde es schön, die Leute auf den Konzerten mit Emotionen zu erreichen. Man weiß ja nie, in welcher Lebenslage die Person gerade ist. Ich kenne das von mir selbst, entweder catcht mich der Text, weil er meine emotionale Lage spiegelt oder ich höre etwas in der Musik, was eine Erinnerung wachruft.“ Und Denis erklärt: „Durch unsere Arbeitsethik und Dynamik ist diese Band das, was ich mir immer gewünscht habe. Ich identifiziere mich sehr mit der Platte. Da geht jeder Song nach vorne und das spiegelt sich auch auf unseren Konzerten. Bei uns soll man sich frei fühlen können, berührt von Text und Musik. Wenn ich diese Songs höre, gibt mir das enorm viel.“

Video der Woche: Mick Jagger & Tina Turner ›State Of Shock / It’s Only Rock’n’Roll‹ (@ Live Aid 1985)

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Am 13. Juli 1985 fand das legendäre Live Aid in Lodnon statt. Dort teilten sich auch Mick Jagger und Tina Turner mit einem fetzigen Duett die Bühne.

Heute vor 39 Jahren fand eines der berühmtesten Benefizkonzerte der Rockszene statt: das Live Aid. Maßgenblich von Bob Geldorf und Midge Ure organisiert, versammelte es Stars wie Queen, Led Zeppelin (unter dem Namen Plan, Page And Jones), Black Sabbath, Sting, Phil Collins, Eric Clapton, Elton John u.v.m.

Gegen Ende des Abends teilten sich Mick Jagger und Tina Turner die Bühne. Eine Kooperation, die vor allem Jagger viele Vorteile brachte. Tina erlebte gerade ihr zweites Karrierehoch während es bei den Stones mächtig krieselte. Und zwar so sehr, dass Ron Wood und Keith Richards zwar ebenfalls am Live Aid teilnahmen, jedoch mit Bob Dylan spielten. Tina gab Mick somit gewissermaßen eine kleine Starthilfe für seine Solokarriere.