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AC/DC: Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten

Geballtes Acca-Dacca-Wissen

Alex Gernandt ist wandelndes Musiklexikon, Musikjournalist von Format und hat sie schon alle getroffen – und das mehrmals. Dass der Herr auch Bücher schreibt, wie zuletzt den informativen Band über Bon Jovi, ist nur ein logischer Schritt in einer Karriere, die sich komplett dem Rock’n’Roll verschrieben hat. Auch, dass nun eine seiner Lieblingsbands in dem von ihm geschaffenen Format „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ durch-
leuchtet wird, überrascht kaum. Auf 120 Seiten präsentiert Gernandt kompakt zusammengefasst und in angenehm direkter Sprache alles Wissenswerte über die Historie von AC/DC. Im Gegensatz zu anderen Wälzern wird sich hier auf die wichtigsten Eckdaten und außergewöhnlichen, unterhaltsamen und vielleicht für manche gar unbekannten Fakten konzentriert, was dieses Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen macht. Gespickt mit persönlichem Bildmaterial und Erfahrungen, Zitaten aus eigenen Interviews mit Angus, Malcolm,
Brian und Co. und Anekdoten wird die Informationsflut geschickt durch Aufteilungen in Kategorien wie „Aha!“ oder „Populäre Irrtümer“ aufgebrochen. Besonders gut wird der Fan-Ehrgeiz vom Quiz am Ende des Buches gekitzelt, welches genau aufzeigt, wie aufmerksam man beim Lesen wirklich war. Für alle Nerds eine schöne Ergänzung des hauseigenen AC/DC-Schreins und ein toller Einstieg für angehende Acca-Dacca-Liebhaber*innen.

8 von 10 Punkten

POPULÄRE IRRTÜMER UND ANDERE WAHRHEITEN
VON ALEX GERNANDT
KLARTEX

Video der Woche: 38 Special mit ›Caught Up In You‹

Donnie Van Zant wird heute 70 Jahre alt. Zum Geburtstag des Sängers und Gitarristen und Bruders des ehemaligen Lynyrd-Skynyrd-Frontmannes Ronnie Van Zant, blicken wir auf die Glanzzeiten seiner Band 38 Special zurück.

38 Special gründeten sich 1975 in Jacksonville, Florida und spielten eine Mischung aus Southern Rock und zunehmend eingängigem AOR. Mit ihrem Album SPECIAL FORCES von 1982 und dem darauf enthaltenen Song ›Caught Up In You‹ landete die Band einen Top-Ten-Hit in den Staaten. Grandios ist bis heute der zugehörige Videoclip, der ordentlich 80er-Jahre-Flair heraufbeschwört.

Kreator: HATE ÜBER ALLES

Thrash Metal, unangepasst und visionär

Wie groß mag wohl die Schnittmenge von Fans des Close-Harmony-Gesangs im Gospel und Country auf der einen und von jenen des Thrash Metal auf der anderen Seite sein? Nun, zumindest eine Person wäre da zu nennen, und die heißt Mille Petrozza. Der Mann hat genannter Hartmetall-Spielart hierzulande für immer den Stempel „Made in Germany“ aufgedrückt, auf dem 2017er-Album GODS OF VIOLENCE seiner Band Kreator findet sich aber auch der Song ›Satan Is Real‹, zumindest vom Titel her ein Querverweis auf das gleichnamige Lied der Louvin Brothers von 1959. Zufall? Wohl kaum, zeichnet sich Petrozza doch seit je her für seine Offenheit gegenüber allen musikalischen Stilen, die Substanz und Haltung spüren lassen, aus. Sei es mit seiner Kollabo mit dem Schweizer Alt.Songwriter Dagobert auf besagtem Longplayer oder nun, beim fulminanten Nachfolger HATE ÜBER ALLES, mit dem erhabenen ›Midnight Sun‹, zu dem die vielversprechende Sängerin Sofia Portanet ein paar betörende Zeilen beigesteuert hat: Mille bleibt unangepasst und visionär. Der Track steht exemplarisch für so vieles bei Kreator: das Händchen der Thrash-Titanen für griffige Riffs und unprätentiöse Melodien, für Mut und für Milles weitreichende Inspirationsquellen (das dazugehörige Video zeigt sich deutlich von Ari Asters Meisterwerk „Midsommar“ beeinflusst). So, und nur so erschafft man auch im 40.
Karrierejahr noch Großes!

9 von 10 Punkten

Kreator
HATE ÜBER ALLES
NUCLEAR BLAST/ROUGH TRADE

The Sheepdogs: Neues Video zu ›I Wanna Know You‹

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Am 03. Juni veröffentlichten die Sheepdogs ihr brandneues Album OUTTA SIGHT. Jetzt präsentieren die Kanadier noch ein Video zu einer weiteren Single namens ›I Wanna Know You‹.

Bassist Ryan zum Clip: „Das Video ist von Performance-Clips aus den späten 70er Jahren inspiriert, von Tom Petty und anderen Bands, die damals einfach nur den Song in einem Zimmer spielten. Wir wollten kein großes Konzept entwerfen, sondern eher etwas erschaffen, das dieser Ära treu bleibt.“

Jeff Beck: Album und Tour mit Johnny Depp

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Am 15. Juli veröffentlichen Jeff Beck und Johnny Depp gemeinsam das Album 18. Bereits jetzt gibt es eine erste, von Johnny Depp geschriebene, Single mit dem Titel ›This Is A Song For Miss Hedy Lamarr‹. Seit einigen Jahren verbindet Beck und Depp eine Freundschaft, zuletzt tauchte der Schauspieler immer wieder bei den Shows der Gitarrenlegende auf.

Im Juli werden die beiden außerdem zwei gemeinsame, von CLASSIC ROCK präsentierte, Shows in Detuschland spielen und dabei auch Songs vom neuen Album vorstellen.

06.07.2022 Frankfurt, Offenbach – Stadthalle

13.07.2022 München, Tollwood Festival

Jon Lord: Verliebt in die Klassik

Geschichte schrieben Deep Purple am 24. September 1969 in der Londoner Royal Albert Hall: Als erste Band weltweit spielte das Britenquintett zusammen mit einem Klassikorchester. Ein vor allem auf Betreiben des klassisch geschulten Keyboarders Jon Lord in die Tat umgesetztes Event namens CONCERTO FOR GROUP AND ORCHESTRA.

Gitarrist Ritchie Blackmore, bis heute für seinen unverblümten Charakter legendär, konnte der Sache nur wenig abgewinnen: „Ich verspürte keinerlei Lust auf Klassik und Orchester. Es war Jon Lords großes Ding, eine klassische Suite zu komponieren“. Letztendlich bescherte die zweigleisige Ausrichtung von Klassik und Hardrock Deep Purple ebenso viel Respekt wie den weltweiten Durchbruch. Jon Lord blieb konsequent am Ball mit seinen Orchestervisionen: Im September 1970 führte Lord in der Londoner Royal Festival Hall mit The Light Music Society Orchestra seine Komposition GEMINI SUITE auf. Unter der Ägide von Dirigent Malcolm Arnold entstand im Gespann mit The London Symphonic Orchestra sowie Gitarrist Albert Lee, Vokalistin Yvonne Elliman, Schlagzeuger Ian Paice, Bassist Roger Glover sowie Pianist und Sänger Tony Ashton im März 1971 eine famose Studioversion, wenig später als LP veröffentlicht.

Drei Jahre danach folgte in Form von WINDOWS eine Kollaboration mit dem deutschen Dirigenten und Komponisten Eberhard Schoener. Aufgezeichnet am 1. Juni 1974 im Münchner Herkulessaal, zeigte das Werk starke Querverweise zu Johann Sebastian Bach. Frisch in Deep Purples Mark III integriert, nahmen sowohl David Coverdale wie auch Glenn Hughes teil, neben klassischen Musikern zudem noch Gitarrist Ray Fenwick, Schlagzeuger Pete York und abermals Tony Ashton. Einmal mehr als eine Reminiszenz an Bach erwies sich das vom 3. bis zum 6. September 1975 in der Stadthalle Oer-Erkenschwick im Gespann mit Gitarrist Andy Summers, Bassist Paul Karass, Schlagzeuger Pete York, Perkussionist Mark Nauseef sowie The Philharmonia Hungarica unter Leitung von Eberhard Schoener aufgezeichnete SARABAND.

Foo Fighters: Tribut-Konzerte in Gedenken an Taylor Hawkins

In Gedenken an Taylor Hawkins sollen im September zwei Tribute-Konzerte in Los Angeles im Kia Forum und im Londoner Wembley Stadion stattfinden. Organisiert werden die Shows von den Foo Fighters zusammen mit Taylor Hawkins Familie. Der Drummer ist am 25. März im Alter von 50 Jahren auf Tour verstorben.

Laut einer Pressemitteilung werden seine Bandkollegen und Mitstreiter „jene Songs spielen, in die er verliebt war und jene, die er zum Leben erweckte.“

Arthur Brown: Neue Single ›I Like Games‹

Am 24. Juni feiert Arthur Brown seinen 80. Geburtstags. Zur Feier seines Ehrentages veröffentlicht der Künstler an diesem Tag sein neues Album LONG LONG ROAD. Mit der Platte blickt der God Of Hellfire auf die Anfänge seiner Karriere zurück und widmet sich seinen Blues-Wurzeln.

Nachdem der Titeltrack der Platte als erste Single ausgekoppelt wurde, folgt heute der neue Song ›I Like Games‹.

Arthur Brown zum Song: „Mein musikalisches Leben hat seine Wurzeln im ‚Blues‘ – oder im Blues, im Soul und im Jass, um genau zu sein. Mit dem dem Song ‚I Like Games‘ lassen Rik Patten und ich die ungewaschene Blues-Sau raus. Einer meiner großen Einflüsse war Lightning Hopkins. An ihm und ebenso an Howlin‘ Wolf bewundere ich wie roh und unmittelbar sie auf ihre jeweils ganz eigene Art waren. Bessie Smith, Etta James und die frühe Tina Turner gehen vergleichbar leidenschaftlich mit unverstellten Gefühlen um. Ich hoffe, ihr mögt unseren Tribut an die Ursprünge des Rock und die ungezügelte Energie dieses Stücks, die einen erheblichen Teil meiner ‚Long Long Road‘ gepflastert hat. Ich ergreife diese gute Gelegenheit mit Vergnügen, um den Pionieren unserer Musik diese Homage zu widmen und all jenen großartigen Künstlern zu danken, die meine eigene musikalische Fackel entflammt haben.“

Unser ausführliches Interview mit der Ikone lest ihr in der neuen Ausgabe von CLASSIC ROCK!