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Pixies: Neues Album DOGGEREL angekündigt

Die legendären Pixies bringen am 30. September ihre neue Platte mit dem Titel DOGGEREL heraus. Als Vorgeschmack gibt es auch eine erste Single namens ›There’s A Moon On‹.

Gitarrist Joey Santiago zum kommenden Album: „Wir sind auf jeden Fall gewachsen. Die Songs sind auch nicht mehr unter zwei Minuten lang. Es gibt jetzt kleine Breaks, eher klassische Arrangements – aber natürlich geben wir den Songs immer noch unseren ganz eigenen Twist.“

„Wir wollten etwas machen, was richtig groß und mutig klingt – und auch klar orchestriert ist“, ergänzt Sänger und Gitarrist Black Francis. „Ich liebe es zwar, diese ganzen Punksachen zu spielen, aber man kann den Scheiß auch gar nicht künstlich entstehen lassen. Es gibt auch andere Möglichkeiten, sich auszudrücken … es gibt andere Wege, diese besondere Energie einzufangen, die uns ausmacht.“

Aktuelle Ausgabe: Das erwartet euch im neuen CLASSIC ROCK Magazin

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Titelstory: Kiss – die heißeste Band der Welt macht Schluss!

The masquerade is over! Nach 50 Jahren, in denen sie die „Greatest Show On Earth“ zelebriert haben, bereiten sich Kiss darauf vor, die Schminkkiste ein letztes Mal zu öffnen und einen Schlussstrich unter ihre Karriere zu ziehen. Eines ist sicher: Wir werden nie wieder einen Act wie sie erleben. CLASSIC ROCK lässt die Anfänge
der Maskenmänner Revue passieren und traf sie während ihres Tourstopps in São Paulo im Mai dieses Jahres.

Jimi Hendrix: Interstellar Overdrive

Zwischen dem explosiven ARE YOU EXPERIENCED und dem schillernden Doppelalbum ELECTRIC LADYLAND veröffentlichte Jimi Hendrix sein „Science Fiction Rock’n’Roll“-Meisterwerk AXIS: BOLD AS LOVE – das Herzstück seiner Heiligen Dreifaltigkeit.

Porcupine Tree: Richard Barbieri redet Tacheles

13 Jahre nach dem vermeintlichen Abschiedswerk THE INCIDENT erscheint nun das neue Porcupine-Tree-Album CLOSURE/CONTINUATION. Aber was will uns der Titel sagen? Ist es der endgültige Schlussstrich oder gibt es eine weitere Fortsetzung? Keyboarder Richard Barbieri über ein – zumindest – neues Kapitel mit
den verbliebenen Bandmitgliedern Steven Wilson und Gavin Harrison.

Arthur Brown: Im stillen Herzen des Feuers

Arthur Brown Press 2022

Die Ikone, die den Verlauf der Rockmusikhistorie mit ihrer eigentümlichen Mischung aus Poesie, Theater, Blues, Heavy Rock, Elektronik und Psychdelic geprägt und zahlreiche Künstler wie Alice Cooper oder Bruce Dickinson nachhaltig beeinflusst hat, gibt sich nachdenklich, nahbar und sehr freundlich – und gewährt im Gespräch über das neue Album LONG LONG ROAD interessante Einblicke in die Denkweise, das Leben und Privatleben eines künstlerischen Chamäleons.

Journey: Hart erkämpfte Freiheit

Die Ankündigung von FREEDOM war eine der großen Überraschungen des ersten Halbjahres. Warum Neal Schon und seine seit 49 Jahren global erfolgreiche Band über eine Dekade für den Nachfolger von ECLIPSE (2011) gebraucht haben, verrät die Gitarrenlegende CLASSIC ROCK in einem ausführlichen Zoom-Video-Meeting.

Außerdem im Heft: AC/DC, Ozzy Osbourne, The Black Keys, Alan Parsons, Birth Control, Iconic und viele mehr.

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Wie immer mit Heft-CD mit Songs von Arthur Brown, Snowy White, Powerwolf, Simon McBride und vielen mehr!

Foreigner: Live in Hamburg (03.06.)

Am 03. Juni spielten Foreigner zusammen mit den Dead Daises im Hamburger Stadtpark. Unser Fotograf Frank C. Dünnhaupt war vor Ort und hat die Show für euch festgehalten.

Die nächsten Live-Stops von Foreigner:

08.06. Berlin, Zitadelle

10.06. Halle, Peißnitzinsel

11.06. München, Olympiahalle

16.06. Bruchsal, Schlossgarten

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Gewinnspiel: Tickets für Black Honey im Lostopf

Für Kurzentschlossene verlost CLASSIC ROCK je zwei Tickets für die beiden anstehenden Shows von Black Honey. Die Band spielt am 09.06. im Nochtspeicher in Hamburg und am 12.06. in Köln im Artheater.

Jetzt mitmachen und gewinnen:

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Rückblende: Jane’s Addiction mit ›Been Caught Stealing‹

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Wie ein Song, der mit einer zufällig bellenden Hündin begann, die schrägste Band in Los Angeles in die Paten des Alternative Rock verwandelte.

Die Stimme, die den Song einleitet, der die 90er-Jahre erfand, war keine menschliche. Sie gehörte Annie, einer
Hündin, die Jane’s-Addiction-Sänger Perry Farrell aus einem Tierheim adoptiert hatte. Es war Annies rhythmisches Bellen, das den Anfang von ›Been Caught Stealing‹ markierte – des Tracks, der den Alt.Rock-Visionären zu ihrem größten Hit verhelfen sollte. „Sie war ziemlich anhänglich, also nahm ich sie an dem Tag ins Studio mit, statt sie zu Hause zu lassen“, erzählte Farrell 2000. „Ich sang in der Kabine mit Kopfhörern und Annie wurde ganz aufgeregt und legte plötzlich los: ‚Wuff! Wuff! Wuff!’ Dass sie auf der Aufnahme landete, war reiner Zufall.“ Zufall oder nicht, es war die perfekte Einleitung für den Song, der die Alt.Rock-Revolution lostrat. ›Been Caught Stealing‹ und das Album RITUAL DE LO HABITUAL brachten die Außenseiter in den Mainstream und positionierten Jane’s Addiction als die Wegbereiter einer Welle von Bands, die folgen würden.

Jane’s Addiction waren 1985 in Los Angeles von Farrell, Gitarrist Dave Navarro, Bassist Eric Avery und Schlagzeuger Stephen Perkins gegründet worden. Der Glam-Metal erreichte da gerade seinen Höhepunkt und die Musik, die sie machten, war Lichtjahre entfernt von der im Haarspray-Nebel badenden Unbekümmertheit
dieser Szene. Farrell und seine Kollegen blickten nicht nur auf die dunklere Seite des Lebens, sie waren dort auch beheimatet. Erstaunlicherweise lies sich ihr Label Warner dadurch nicht abschrecken und nahm sie nach
ihrem selbstbetitelten Livealbum von 1987, das auf dem Independent- Label Triple X erschienen war, unter Vertrag. Der Nachfolger, das elektrisierende NOTHING’S SHOCKING von 1988, klang dann wie nichts sonst und bediente sich bei allem, von der Psychedelik der 60er über den Hardrock der 70er bis zum frühen britischen Post-Punk der 80er. Mit RITUAL DE LO HABITUAL schalteten die musikalischen Ambitionen von Jane’s Addiction jedoch einen Gang höher. Das Album war grob in zwei Hälften unterteilt. Die erste Seite der ursprünglichen Vinyl-LP war voller kurzer Hochspannungs-Rocksongs, wenngleich durch das einzigartige Prisma der Band gebrochen. Die ausladendere zweite Seite führte ihren Sound dann aber an Orte, die nur wenige andere Bands
erkundeten.

›Been Caught Stealing‹ mit seinem Hundegebell-Intro schloss die erste Seite ab. Geschrieben von Farrell und Avery, fügte es dem Funkrock- Sound, den etwa die Red Hot Chili Peppers und auch Jane’s selbst begründet hatten, einen typisch schrägen Twist hinzu, während die erste Zeile des Songs – „been caught stealing, once, when I was five“ – auf einer wahren Geschichte basierte. „An der Ecke bei unserer Wohnung in Queens war ein Süßigkeitenladen, in den ich ständig ging“, sagte Farrell im Rolling Stone. „Ich dachte, ich sei ziemlich gut im Klauen, doch dann ertappte mich ein Typ auf frischer Tat, als ich eine Pennsy Pinky [einen Kinder-Sportball aus rosa Gummi] mitgehen ließ.“ Im Text der Nummer begeben sich Farrell und seine Freundin auf eine Ladendiebstahl-Exkursion, klauen Röcke und Rasierklingen und lachen, während sie diese ihrem Haufen aus Diebesgut hinzufügen. Der Sänger wies Vorwürfe, dass er solches Verhalten gutheißen würde, zurück – oder dass er in seinen Songs überhaupt irgend- etwas predigte. „Ich habe nicht mit der Musik angefangen, um
Reden zu schwingen oder ein Regelsystem zu entwickeln, nach dem andere leben sollen“, sagte er 1990 im BAM. „Es liegt mir fern, irgendetwas zu lehren. Es geht nur darum, mich auf diesem absolut langweiligen Planeten zu amüsieren.“ Der Song mag locker und lässig klingen, doch die Aufnahmesessions zu dem Album waren alles andere als das. Der Drogenmissbrauch der Band – Farrell, Navarro und Avery waren sämtlich begeisterte Heroinkonsumenten – war ein Teil ihrer Mythologie. Doch zu jener Zeit begannen ihre chemischen Vorlieben, sie auseinander zu treiben.


„Eric, Perry und ich kämpften alle zu verschiedenen Zeiten mit denselben Dämonen und spachen nicht miteinander darüber, was wirklich seltsam war“, sagte Dave Navarro im Rolling Stone. „Es herrschte also eine gewisse Geheimhaltung zwischen uns und das Gefühl, dass wir nicht miteinander im Reinen waren, während andererseits dieses Verständnis füreinander und unser unausgesprochenes Wissen existierten. Und das sorgte für eine wirklich bizarre Dynamik.“ Aber irgendwie funktionierte diese Dynamik. RITUAL DE LO HABITUAL erschien im August 1990 und ›Been Caught Stealing‹ wurde im folgenden November als Single veröffentlicht. Begleitet wurde es von einem Videoclip, in dem eine Reihe wunderbarer Freaks den Text des Songs in einem
kleinen Supermarkt nachspielten. Er landete auf MTV in der Heavy Rotation und brachte die Single immerhin auf Platz 34 der Billboard-Charts. ›Been Caught Stealing‹ war aber nicht nur der größte Hit für Jane’s Addiction, sondern auch ein Wendepunkt für die gesamte Alternative-Rock-Bewegung. R.E.M. waren aus dem College-Underground zu Darlings des Mainstreams aufgestiegen, während Faith No More einige Monate zuvor im selben Jahr mit der Rap-Metal-Hymne ›Epic‹ ihrerseits den Durchbruch geschafft hatten. Doch Jane’s Addiction waren noch mal ganz anders: Sie stellten das endgültige, stolze Hissen der Freak-Flagge im Rock dar. Ihr Status als kulturelle Galionsfiguren wurde im folgenden Jahr zementiert, als Farrell das bahnbrechende Festival-als-Wanderzirkus Lollapalooza aus der Taufe hob. Mit Jane’s Addiction als Headlinern und u. a. Nine Inch Nails, Living Colour und der Rollins Band im Line-up wurde es zum Blitzableiter der „Alternative Nation“.

Es erwies sich allerdings auch als Schwanengesang für Jane’s Addiction selbst. Die Gräben, die sich bei den Albumsessions aufgetan hatten, waren unüberbrückbar geworden. Am 28. August 1991 kam so nicht nur das Lollapalooza-Festival zu seinem Ende, sondern auch Jane’s Addiction. „Es hatte etwas Romantisches an sich, uns zu diesem Zeitpunkt aufzulösen“, sagte Farrell 2018 in Q. „Aber wir hätten so oder so nicht weiterma-
chen können. Wir brachten einander um.“ Für Jane’s Addiction mag die Reise vorbei gewesen sein, zumindest bis zu ihrer späteren Reunion, doch ihr Erfolg hatte den Korken ploppen lassen und der Flaschengeist war entwichen. Im September 1991, nicht mal einen Monat nach dem letzten Jane’s-Konzert, veröffentlichten Nirvana NEVERMIND und der stete Tropfen des Wandels wurde zu einer Sturmflut. Die 90er-Jahre hatten Fahrt
aufgenommen.

Black Star Riders: Neues Album im Januar

Am 22. Januar erscheint WRONG SIDE OF PARADISE, das neue Album der Black Star Riders bei Earache Records. Mit Ricky Warwick (Leadgesang/Gitarre), Robert Crane (Bass), Christian Martucci (Gitarre) und Schlagzeuger Zak St. John hat die Band am 6. Juni außerdem die erste Single inklusive Video mit dem Titel ›Better Than Saturday Night‹ (mit Backing Vocals von Joe Elliott von Def Leppard) veröffentlicht.

Gründungsmitglied und Thin-Lizzy-Gitarrist Scott Gorham ist im September 2021 bei den Riders ausgestiegen. Für die 2023 anstehende UK-Tour zum 10-jährigen Jubiläum wird Gorham der Band jedoch nochmal auf die Bühne folgen.

Bandchef Ricky Warwick über die Single: „›Better Than Saturday Night‹ ist ein feel-good Song, der davon handelt, dass man trotz aller Widrigkeiten stark bleiben muss, dass man sich selbst treu bleiben muss und dass man positiv denken kann. Ich habe es für meine Kinder geschrieben, aber unterschwellig denke ich, dass ich es auch für mich selbst und für jeden anderen geschrieben habe, für die Tage, an denen wir ein bisschen mehr Kraft brauchen.Wir wollten das positive Gefühl, die Kraft, die Einstellung und die Stärke durchzuhalten, in dem Text des Songs reflektieren. Und es gibt keinen besseren Weg, das zu tun, als wenn Black Star Riders mit den Los Angeles Roller Derby Dolls rocken.“



The Rolling Stones: Live im Olympiastadion München (05.06.)

Minga, I mog dei

Sie rollen wieder, die Steine. Und wenn die größte Band der Welt die Stadt beehrt, hört selbst der Himmel auf zu weinen. Pünktlich zur Stagetime der Rolling Stones gegen kurz vor neun ist das Unwetter, das zwei Stunden zuvor über München hereingebrochen war, weitergezogen und die mehrere Generationen umfassenden Fans aller Altersstufen dürfen sich auf hundert Minuten Rock’n’Roll aus den und für die Geschichtsbücher im Trocknen freuen. Pandemiebedingtes Innehalten, der Tod von Schlagzeuglegende Charlie Watts im vergangenen Jahr und die unaufhaltsam fortschreitende Zeit, die auch vor Mick, Keith, Ron und ihren Jungs nicht Halt macht, ließen trotz aller Unkaputtbarkeit der Stones zögerlich daran zweifeln, ob die Band überhaupt noch einmal auf Tour gehen würde. Doch 60 Jahre Bandjubiläum wollen nun mal gefeiert werden – und an diesem Abend geriet die „SIXTY“-Geburtstagssause zu einer Party, an die man sich noch lange erinnern wird. In bester Spiellaune brillieren die Stones im vollgepackten Münchner Olympiastadion nach einer das Konzert eröffnenden, berührenden Video-Hommage an Watts – erwartungsgemäß – mit einem Set aus Klassikern, darunter die beiden High-Energy-Opener ›Street Fighting Man‹ und ›19th Nervous Breakdown‹, der Fan-Web-Vote ›Ruby Tuesday‹, die beiden obligatorischen Nummern mit Richards am Mic (›Connection‹, das das beim Tour-Kick-off in Madrid vier Tage zuvor gespielte ›Happy‹ ersetzt, und ›Slipping Away‹) sowie eine überragende, Gänsehaut triggernde, bassbetonte Extended Version von ›Miss You‹ inklusive Bass- und Sax-Soli. Hier zeigt sich die ganze Klasse von Darryl Jones an den vier Saiten – und das Feuer, das nach all den Dekaden noch immer lichterloh in den Herzen von Mick, Keith, Ron und Co. brennt.

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Nicht zu vergessen natürlich das immer wieder einnehmende ›Gimme Shelter‹ mit dem – heute nicht mehr so exaltiert wie vor 25 Jahren vorgetragenen – Gesangsduell von Jagger und seinem Backgroundsängerin-Counterpart. Auch wenn mit ›Out Of Time‹ ein großartiger Titel zum allerersten Mal überhaupt seinen Weg in die Setlist der Stones gefunden hat, werden Die-hard-Fans natürlich über die Songauswahl wie bei jedem Act mit einem derartig immensen Backkatalog bis zum Sankt-Nimmerleinstag diskutieren. Unbestreitbar an diesem Abend jedoch ist die schiere Lust der Band, eine Granatenshow abliefern zu wollen. „Minga, i mog dei [sic]“ – allein die zahlreichen von Jagger auf Deutsch bzw. Bayrisch abgegebenen Ansagen brachten Fanherzen in Sekundenschnelle zum Schmelzen. Dass diese Grandseigneurs des Rock’n’Roll noch lange nicht daran denken, das Feld zu räumen, diese beruhigende Gewissheit dürfte neben dem Beweis, dass sie einfach einzigartig sind, das Konzert in München unmissverständlich gebracht haben.

Die skurrilsten Cover der Rockwelt: ELO mit THE LIGHT SHINES ON

Ein Artwork, das zur Zeitreise einlädt! Die Haltestellen sind auch schon angelegt: Siebzehnhundertirgendwas, 1966, 1971 und 1977. Aber schön der Reihe nach: Unter modischen Aspekten betrachtet, bewegen sich Roy Wood, Jeff Lynne und Bev Bevan (v. l. n. r.) in jener galanten Epoche, als James Cook Richtung „terra australis incognita“ aufbricht, Rüschenhemden der ganz heiße Scheiß sind und in der guten Stube trübe Tranfunzeln oder olfaktorisch herausfordernde Talgkerzen für gemütlich rußendes Dämmerlicht sorgen – denn teure Wachskerzen sind nur was für reiche Leute. Zugegeben: Woods 70er-Jahre-Brille konterkariert das historische Idyll ein ganz klein wenig. Jenes Objekt, das hier mittig auf dem Tisch platziert wurde, zerstört es dann endgültig. Womit wir im Jahr 1966 angekommen sind, als der Münchner Designer Ingo Maurer die Tischlampe „Bulb“ vorstellt, mit metallenem Fuß und einer Glocke aus Murano-Glas. Das New Yorker Museum Of Modern Art ist vom Entwurf derart angetan, dass es umgehend ein Exemplar in seine Sammlung aufnimmt. Als 1971 ELOs Debütwerk erscheint, greifen die Cover-Designer von Hipgnosis sinnigerweise auf das edle Stück zurück, zumal sich der Bandname damit ja auch trefflich illustrieren lässt. Die dazugehörige Fotosession findet im Londoner Banqueting House in Whitehall statt und auf der Rückseite des Albums kann man die drei Herren bereits damals in ihren antiken Fummeln bewundern. Für THE LIGHT SHINES ON, eine Best-of-Compilation der frühen ELO-Jahre aus dem Jahr 1977, wird dann eines der damals entstandenen Fotos verwendet – zuvor aber ein wenig aufgepeppt: Dort, wo eine handelsübliche E-27-Birne sitzen sollte, montierte man im Fotostudio von Michael Mann den ELO-Schriftzug ins Bild. Einfach, aber effektiv. Und dank des Kontrastes aus Freibeuter-Ästhetik und Pop-Art-Design sogar angemessen skurril.