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Michael Allman: Kein einfaches Leben

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Erst im Alter von sechs Jahren erfuhr der kleine Michael Allman, wer sein biologischer Vater überhaupt war. Bis dahin füllte diese Rolle ein Mann namens Daniel Green aus, der dann aber bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, was seine Mutter Mary Lynn Sutton dazu veranlasste, Michael endlich reinen Wein einzuschenken.

Die Beziehung zwischen Gregg Allman und Michaels Mutter hielt nicht lange, und Michaels Geburtsname, Hendrick, stammte von einem Mann, den seine Mutter heiratete, um versorgt zu sein. „Es war natürlich ein gewaltiger Schock, als meine Ma mir gebeichtet hat, wer mein richtiger Dad ist“, schildert Allman Jr. „Der einzige Vater, den ich kannte, war gerade bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Ein Verhältnis zu Gregg entwickelte sich erst, als ich als Teenager bei ihm in Sarasota, Florida lebte. Dennoch ist es mehr Segen als Fluch, einen berühmten Vater zu haben – das Gute überwiegt das Schlechte.“ Auch nach dem schwierigen Start war es kein einfaches Leben, auf das Michael zurückblicken kann. Erst musste er miterleben, wie seine
geliebte Mutter mehrere schwere Krebserkrankungen besiegte, dann schlug der Krebs auch bei ihm zu. Zwei Ehen gingen in die Brüche und da die Musik selten genug Geld einbrachte, musste er sich meist als Schreiner durchschlagen.

Michael ist das erste der fünf Kinder von Gregg Allman, geboren im Juli 1966. Einige seiner Geschwister haben ihn in Sachen Popularität überflügelt, wie Devon Allman (als Sänger von Honeytribe oder der tollen Allman Betts Band) oder Elijah Blue Allman, der Sohn aus der Ehe mit Cher. Intensiven Kontakt zu ihnen pflegt Michael nicht: „Wir stehen uns nicht wirklich sehr nahe, aber wir haben auch keine schlechte Beziehung.“
2009 kam mit HARD LABOR CREEK das erste Album von Michael Allman raus. Erst 13 Jahre später steht nun mit BLUES TRAVELS FAST der Nachfolger in den Starlöchern. „Ich weiss, eine lange Zeit, die dazwischen liegt, aber es hat tatsächlich solange gedauert, um das Geld zu sparen, damit wir ein zweites Album machen können. HARD LABOR CREEK war eher eine Southern-Rock-artige Platte. BLUES TRAVELS FAST entstand aus dem Wunsch heraus, Songs aufzunehmen, die zwar allesamt Blues sind, aber verschiedene Spielarten abdecken, z. B. Country-Blues, traditioneller Blues, akustischer Blues, Bluesrock oder R’n’B wie bei ›Goin’ Back To Daytona‹ und ›Feeling So Bad‹.“

Michael war annähernd 40 Jahre alt, als sein Debüt veröffentlicht wurde, dabei hatte er schon in seiner Jugend immer wieder in Bands gesungen. „Ich stand auf Journey, bin großer Steve-Perry-Fan, liebe Fleetwood Mac, den Hardrock der 80er und natürlich Southern Rock und die Allman Brothers Band.“ Es hat lange gedauert, bis er seine eigene musikalische Stimme fand: „Man muss den Blues leben, um ein echter Blues-Sänger zu sein. Ich fühlte, wann die Zeit reif dafür war.“ ›Rose Hill‹ auf BLUES TRAVELS FAST ist eine Hommage an die Allman Brothers Band, die sich auf dem berühmten Rose Hill Cemetery in Macon, Georgia, fotograf ieren ließen und die Dickey Betts zu ›In Memory Of Elizabeth Reed‹ inspiriert hat. „Es geht darum, in Frieden zu ruhen, wo auch immer das sein mag.“

Foo Fighters: Hochkarätige Gäste bei Taylor-Hawkins-Tribut

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In Gedenken an Taylor Hawkins sollen im September zwei Tribute-Konzerte in Los Angeles im Kia Forum und im Londoner Wembley Stadion stattfinden. Organisiert werden die Shows von den Foo Fighters zusammen mit Taylor Hawkins Familie. Der Drummer ist am 25. März im Alter von 50 Jahren auf Tour verstorben.

Bei den Shows werden Brian May von Queen, Geddy Lee von Rush und Liam Gallagher von Oasis mitwirken. Außerdem an Bord sind Chris Chaney, Stewart Copeland, Liam Gallagher, Omar Hakim, Josh Homme, Chrissie Hynde, Geddy Lee, Alex Lifeson, Brian May, Mark Ronson, Supergrass, Roger Taylor, Rufus Taylor, Wolfgang Van Halen und Chevy Metal genauso wie Comedian Dave Chappelle..

The Sheepdogs: LEIDENSCHAFT, LIEBE, SEROTONIN, NULL KALORIEN

Die Sheepdogs sind coole Hunde. Diese Vorannahme über die gut gelaunten und höchst sympathischen Kanadier bestätigt sich einmal mehr, als man mit Bassist Ryan (R) und Frontmann Ewan (E) strumpfsockig während der UK-Tour in deren Nightliner in Birmingham abhängt, um über das starke neue Album OUTTA SIGHT im Speziellen und den Rock’n’Roll im Allgemeinen zu philosophieren.

OUTTA SIGHT ist euer dritter Release während der Pandemie. Worin liegt für euch der größte Unterschied, mit oder ohne Pandemie zu arbeiten?
R: Im Touren. Das hier sind unsere ersten Livedates außerhalb Kanadas seit 2019. Das ist ehrlich seltsam für eine Band, die viel reist und deren Liveperformances ein integraler Bestandteil des Marketings sind. Deshalb hatten wir uns einfach auf das Songwriting und Aufnehmen konzentriert.

Für CHANGING COLOURS habt ihr euch enorm viel Zeit gelassen, wie seid ihr bei OUTTA SIGHT vorgegangen?
E: Eigentlich genau gegenteilig. Wir wussten nicht mal, dass wir eine Platte machen würden. Wir trafen uns ab und zu im Studio, das lief gut, also blieben wir dran und bevor wir es uns versahen, hatten wir zwölf Lieder beisammen. Wir saßen im Proberaum, spielten alles im Kreis – ein bisschen wie in der Beatles-Doku – und
arbeiteten ein Lied nach dem anderen aus.

Ihr verfolgt ja eine sehr sorglose Herangehensweise an den Rock’n’Roll. Fühlt sich diese Luftigkeit immer gut an?
E: Ja, denn für mich ist der Rock’n’Roll ein Raum für Eskapismus. Wir versuchen, unsere Werke nicht an eine gewisse Zeit zu knüpfen. Auch der Ukraine-Krieg kann nicht ewig gehen. Ich möchte, dass meine Musik universal ist.
R: Ich denke, manche Teile von OUTTA SIGHT sind bestimmt unterbewusst von der Pandemie beeinflusst. Doch in der Sekunde, in der das Ganze vorüber ist, möchte doch niemand mehr daran erinnert werden. Also war es uns wichtiger, Musik zu schaffen, die zu einem „Danach“ statt zu einem „Mittendrin“ passt.

Welche Bands machen euch gute Laune?
E: Vier Jahre in Folge war J. J. Cale in meiner Spotify-Wrapped-Liste ganz oben. Was ich an ihm mag: Er ist luftig, aber nicht fröhlich. Egal was ich tue, J. J. Cale passt dazu. Wahrscheinlich, weil ich so viel in meinem Garten abhänge.
R: Ich habe während der Pandemie viel Exotica gehört, wahrscheinlich, weil wir so wenig unterwegs waren. Ich habe gemerkt, dass diese Musik meine Stimmungen gut aufgenommen hat, das hat mich echt aufgemuntert.

Wenn ihr Songs schreibt, schottet ihr euch von äußeren Einflüssen ab?
E: Nein, denn Songwriting passiert ständig in meinem Kopf. Mir fliegen immer mal wieder Ideen zu, wenn ich dabei gerade in einer Bar stehe, singe ich schnell in mein Handy. Wir sind von einigen Künstlern beeinflusst, aber der Trick dabei ist eben, dass es viele sind und nicht nur eine Band.
R: Bei unserer letzten Single merkt man das besonders. Zehn verschiedene Leute gaben zehn verschiedene Referenzen an, woran sie sie erinnerte.
E: Für manche ist ›Find The Truth‹ mit dem Twin-Guitars-Part eher ein Thin-Lizzy-Ding, für andere doch eher Steely Dan. Die Grooves sind aber anders, außerdem klingt meine Stimme nicht nach Phil Lynott.
R: Leider! (lacht)

Niemand ist so cool wie Phil Lynott!
E: (lacht) Das stimmt. Du versuchst eben, deine Helden nachzuahmen, und landest irgendwo anders. Das bist dann du. Mit diesem Fakt muss man sich anfreunden, das war ein wichtiger Teil unseres Reifeprozesses.

Was ist denn der Kern des Rock’n’Roll für euch?
R: Wir singen extra sehr vage darüber, damit wir diese Frage nicht beantworten müssen. (lacht)
E: Das ist ja die tiefgreifendste aller Fragen. Wahrscheinlich ist es am Ende nicht mehr als ein Gefühl. Es ist eine sehr befreiende Angelegenheit, Rock’n’Roll zu hören, man kann seine Sorgen vergessen. Er tut niemandem weh, es geht um Leidenschaft und Liebe, null Kalorien. Serotonin ist im Spiel, eine expressive Angelegenheit. Und dann ist der Rock’n’Roll natürlich ein verbindendes Element. Wenn wir unsere Musik live spielen, treffen wir Menschen, die so sind wie wir – langhaarige Typen, Mädels in Schlaghosen. Wenn man an so einem normalen Nachmittag durch die Straßen läuft, sieht man nicht viele Leute, die aussehen wie Ryan.

Was macht grandioses Rock’n’Roll-Songwriting aus?
E: Ich denke, die besten Rock’n’Roll-Songs wirken auf den ersten Blick simpel. Wenn man an einen Song wie ›Louie Louie‹ denkt, ist der fast schon idiotisch einfach und trotzdem grandios. Das beste Lied über Rock’n’Roll ist ›It’s A Long Way To The Top‹ von AC/DC. Drei Akkorde, der Text ist easy und in der Line „it’s harder than it looks“ steckt so viel Wahrheit. Dabei ist es trotzdem unglaublich schwer, so dermaßen hart zu grooven. Für mich sind die besten Rocksongs badass, aber simpel. Du musst nicht auf der Musikschule gewesen sein, um
so etwas zu erschaffen.
R: Ich stimme Ewan zu, wobei es schwierig ist, das herunterzubrechen. Ich denke nicht, dass ein Algorithmus guten Rock’n’Roll produzieren könnte.

Es gibt Algorithmus-Metallica-Songs …
E: Manche der jüngeren Metallica-Alben klingen auch so, als wären sie von einem Algorithmus fabriziert worden. (lacht)
R: Ich meinte ja einen guten Song! Klar kann man Musik als reine Aneinanderreihung von Noten und Rhythmen betrachten. Um aber nochmal auf Thin Lizzy zurückzukommen: Niemand auf Erden kann das Zeug von Phil Lynott singen und dabei auch nur annähernd so cool klingen. Das kann nicht reproduziert werden.
Dazu gehört eine Haltung, eine Attitüde.

Welcher eurer Songs entspricht dem am meisten?
E: Vom neuen Album würde ich ›Find The Truth‹ anführen. Aus unserem ganzen Katalog würde ich mich für ›I Don’t Know‹ entscheiden.
R: Als wir den zum ersten Mal spielten, waren wir in einer Bar in Kanada. Das Publikum reagierte sofort total krass darauf, sodass wir ihn am Schluss nochmal zum Besten geben mussten.

Kann der Rock’n’Roll-Traum mit eurem wirklichen Rock’n’Roll-Leben mithalten?
E: Ich würde sagen, wir sind jetzt eine Mittelklasseband. Als ich ein Teenager war, las ich „Hammer Of The Gods“ über Led Zeppelin. Die machten damals mit einer Show mehr Geld als wir mit einer ganzen Tour. Aber deshalb haben wir ja nicht damit angefangen, sondern weil wir die Musik lieben. Wir arbeiten uns langsam hoch.
R: Klar idealisierst du anfangs dieses Bild, wie es sein muss, in einer Rockband zu sein. Unser Ziel war es immer, das hauptberuflich zu machen. Inzwischen geht das und wir sehen immer noch Wachstum, das ist also mehr, als wir uns erträumt hatten. Wir würden uns nie verstellen, um mehr Erfolg zu haben.

Ozzy Osbourne: Auf dem Weg der Besserung nach großer OP

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In einem Fernsehinterview hatte Sharon Osbourne letzte Woche mitgeteilt, dass sich Ozzy in dieser Woche einer großen Operation unterziehen müsse, die den Rest seines Lebens beeinflussen würde. Was genau dem Prince of Darkness fehlte, wurde nicht mitgeteilt.

Jedoch ist die Operation allem Anschein nach gut verlaufen. Auf Twitter teilte Sharon mit, dass Ozzy seine OP gut überstanden hat und sich nun auf dem Weg der Besserung befindet.

The Rolling Stones: Konzertabsage wegen Corona

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Die Rolling Stones mussten ihre gestrige Show in den Niederlanden absagen. Grund hierfür war ein positiver Corona-Test von Frontmannn Mick Jagger. Die kommende Show im Wankdorf Stadion in Bern wurde ebenfalls verschoben.

Die Band dazu auf Social Media: „Die Rolling Stones wurden dazu gezwungen, das heutige Konzert abzusagen, da Mick Jagger einen positiven Test vorliegen hatte, nachdem er bereits erste Symptome bei seiner Ankunft im Stadion verspürte. Den Rolling Stones tut die Verschiebung aus ganzem Herzen Leid, doch die Sicherheit von Publikum, Musikerkollegen und der Crew geht vor.“

Die besten Live-Gitarrenmomente: Rory Gallagher

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Rory Gallagher riskiert Leib und Leben, Ulster Hall, Belfast, 1972

Als Jimi Hendrix mal gefragt wurde, wie es sich anfühle, der beste Gitarrist der Welt zu sein, soll er angeblich geantwortet haben: „Ich weiß es nicht. Da musst du Rory Gallagher fragen.“ Wir werden nie wissen, was genau gesagt wurde, doch der irische Sänger und Gitarrist hätte solch hohes Lob auf jeden Fall verdient. Als er am Neujahrstag 1972 in der Ulster Hall in Belfast auftrat, hatte dort seit mehr als sechs Monaten kein Rockkonzert mehr stattgefunden. Was verständlich ist angesichts der Tatsache, dass dies der Höhepunkt der „Troubles“ war, jener Zeit, als fast jede Nacht mehrere Autobomben hochgingen. Doch wenn irgendjemand seinen Weg durch dieses Chaos finden würde, dann Gallagher, dessen Vater aus Derry kam, der zweitgrößten Stadt Nordirlands, während seine Mutter aus Cork stammte, der zweitgrößten Stadt der Republik Irland. Was er an jenem Abend ablieferte, war eine dringend benötigte Flucht vor den ständigen Unruhen und der stets präsenten Lebensgefahr. Mit dem Blues heilte und vereinte er eine Insel, auf der Religion und Politik die Menschen so tragisch geteilt und beherrscht hatten.

Dorothy: Erweckungserlebnis

Dass das dritte Dorothy-Album GIFTS FROM THE HOLY GHOST einen himmlischen Aspekt im Titel trägt, ist kein Zufall. Schließlich war der Funke, der diese kraftvolle, moderne Rockplatte mit Blueseinschlag entzündete, ziemlich surrealer Natur, wie die zentrale Figur und Namensgeberin Dorothy Martin erzählt: „Ich machte viele interessante Erfahrungen auf dem Weg zu diesem Album. Eine davon war, dass mein Gitarrentechniker an einer Überdosis Heroin in unserem Tourbus starb, dann jedoch auf wundersame Art und Weise wiederbelebt wurde. Ich wurde Zeugin dieses Geschehens. Es sah wirklich danach aus, als würde er es nicht schaffen. Man würde denken, dass da Panik in einem ausbricht, doch wir beteten um ihn herum und das Ganze war irgendwie friedlich, ich hatte keine Angst. Dieser Tag hat mich verändert, ich wollte Musik machen, die eine Verbindung
zwischen den Menschen und einem höheren Sinn herstellt. Musik, die Hoffnung spendet.“ Nicht nur ihre Herangehensweise an die Band und Musik hat sich durch diesen einschneidenden Tag verändert, auch Dorothys spirituelle Haltung und der Umgang mit ihrer eigenen Suchterkrankung wurde positiv von jenem wortwörtlichen Erweckungserlebnis beeinflusst: „Ich weiß nun, dass da draußen eine höhere Macht existiert. Niemand kann mich von dieser Meinung abbringen, weil ich es selbst miterlebt habe. Zuvor wollte ich gerne an Gott glauben, aber ich habe das Konzept nicht verstanden. Ich bin in einem Reha-Programm, in dem der Glaube an eine höhere Macht eine zentrale Rolle spielt, um von Drogen und Alkohol wegzukommen. An dem
Abend vor diesem Erlebnis betete ich zu Gott und meinte: ‚Wenn es dich gibt, musst du mir ein Zeichen geben.‘ Am nächsten Tag geschah dann dieses Wunder, ich wurde also erhört. Ich weiß jetzt, dass da etwas ist, das auf uns aufpasst und dass es mehr gibt, als man mit dem bloßen Auge sehen kann.“


Auch wenn die Musik sie durch diese schweren Zeiten gebracht hat, ist Dorothy primär der Auffassung, dass die Wirkungsweise andersrum funktioniert und ihre Kämpfe ihrer Musik geholfen haben: „Durch meine Reise erhalten meine Songs erst Substanz, sie erreichen die Menschen. Mit GIFTS FROM THE HOLY GHOST wollte ich ein Album veröffentlichen, das hoffnungsvoll klingt und die Leute aufmuntert. Es geht um starke Gitarrenriffs,
kraftvolle Vocals, interessante Texte und im Grunde eine Ausstrahlung, die die Seele anderer berührt. Ich habe im Laufe meiner Karriere gemerkt, was für mich funktioniert und was nicht. Meine Stimme klingt am besten im Hardrock-Kontext. Außerdem steuere ich das Schiff alleine, lasse aber auf dem Weg gerne tolle kreative Menschen mitsegeln, wie zum Beispiel in diesem Fall Trevor Lukather, Phil X oder Keith Wallen. Das war grandios. Ich liebe dieses Album so sehr, ich bin sehr stolz darauf. Es hat die Messlatte ziemlich hoch gelegt und der nächste Schritt in der Zukunft wird sein, das nochmal zu überbieten.“

T.G. Copperfield: Ein Dank an Clint Eastwood

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Auf seinem neuen Album SNAKES & DUST vertont T.G. Cop-
perfield einen imaginären Western. Ennio Morricone und Clint Eastwood waren dem Bayern dabei behilflich.

Pferdegetrappel. Geraschel. Ein metallisch klingendes Banjo spielt eine eingängige Melodie. Nach rund einer halben Minute verkündet die alarmier te Stimme von T.G. Copperfield, dass es jetzt gerade um nicht weniger als um alles geht: um Leben und Tod. Eine ruppige E-Gitarre und satte Drums machen mit, später sorgt ein Akkordwechsel und ein Slide-Gitarrensolo nochmals für eine atmosphärische Wendung. Americana? Aber sicher! Plus Elemente aus Country, Folk und Southern-Rock. Ein süffiges Gebräu jedenfalls, das sich der in der bayerischen Oberpfalz beheimatete Roots-Rocker T.G. Copperf ield für sein neues Album SNAKES & DUST zurechtgemixt hat. ›The Valley‹ heißt der Opener, in dem – John Wayne würde frohlocken – schwarz gekleidete Reiter hinter einem Pistolero her sind. Düster das Sujet: „I’m gonna die, a gambler knows how high the chances“. Düster – und vor allem sehr, sehr wildwesthaft. „Ich habe während der pandemiebedingten Pause wie so viele andere auch eine ganze Reihe von Songs geschrieben“, sagt er beim Interviewtermin mit Classic Rock. Darunter eben auch ›The Valley‹ – und der brachte ihn auf eine Idee. „Ich beschloß, ein Konzeptalbum im Stile der 70er-Jahre zu machen.“

Das Ergebnis: die zehn Tracks von SNAKES & DUST. Sie erzählen die abenteuerliche Geschichte eines imaginären Revolverhelden im Westen der USA im 19. Jahrhundert. Für diesen cineastisch motivierten Trip in den wilden Westen zählte er neben der von vertrauten Münchner Musikern um Multiinstrumentalist und Studio-Chef Dr. Will auch auf die Hilfe von Ennio Morricone und Clint Eastwood (bei dem er sich sogar im Booklet bedankt) als unverzichtbare Inspirationsquellen. „Die Italowestern mit Eastwood sind einfach klasse“, schwärmt T.G. Copperfield im Gespräch und erinnert dabei, bärtig und schlacksig, optisch sogar an eine junge Ausgabe des Hollywood-Helden. Er behauptet, dass ohne die Musik von Maestro Morricone Filme wie „Für eine Handvoll Dollar mehr“ oder „Zwei glorreiche Halunken“ viel von ihrer Wirkung verlieren würden. „Die Musik von Morricone ist die halbe Miete.“ Natürlich hat sich Copperf ield bei der Vertonung seines eigenen Western-Epos’ einiges von der 2020 verstorbenen Soundtrack-Legende abgeschaut, so zum Beispiel das Banjo mit der immer gleichen Melodie. „In Popsongs wartet man ja immer gleich darauf, dass etwas Neues passiert. Dabei kann Wiederholung einen hypnotischen Sog entwickeln.“

SNAKES & DUST ist bereits sein achtes Album – das 2019 erschienene CRANK IT UP IN NASHVILLE hat er tatsächlich in der amerikanischen Country-Metropole aufgenommen. „War eine coole Erfahrung“, sagt er, „tagsüber im Studio, abends Cocktails.“ Die Aufnahmen seien mit den örtlichen Musikern schnell von der Hand gegangen, meint er, „sie haben’s einfach drauf“. Dass man für exzellenten Americana aber nicht unbedingt nach Tennessee reisen muss, beweist er jetzt mit SNAKES & DUST.