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Start Blog Seite 220

The Rolling Stones: Konzertabsage wegen Corona

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Die Rolling Stones mussten ihre gestrige Show in den Niederlanden absagen. Grund hierfür war ein positiver Corona-Test von Frontmannn Mick Jagger. Die kommende Show im Wankdorf Stadion in Bern wurde ebenfalls verschoben.

Die Band dazu auf Social Media: „Die Rolling Stones wurden dazu gezwungen, das heutige Konzert abzusagen, da Mick Jagger einen positiven Test vorliegen hatte, nachdem er bereits erste Symptome bei seiner Ankunft im Stadion verspürte. Den Rolling Stones tut die Verschiebung aus ganzem Herzen Leid, doch die Sicherheit von Publikum, Musikerkollegen und der Crew geht vor.“

Die besten Live-Gitarrenmomente: Rory Gallagher

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Rory Gallagher riskiert Leib und Leben, Ulster Hall, Belfast, 1972

Als Jimi Hendrix mal gefragt wurde, wie es sich anfühle, der beste Gitarrist der Welt zu sein, soll er angeblich geantwortet haben: „Ich weiß es nicht. Da musst du Rory Gallagher fragen.“ Wir werden nie wissen, was genau gesagt wurde, doch der irische Sänger und Gitarrist hätte solch hohes Lob auf jeden Fall verdient. Als er am Neujahrstag 1972 in der Ulster Hall in Belfast auftrat, hatte dort seit mehr als sechs Monaten kein Rockkonzert mehr stattgefunden. Was verständlich ist angesichts der Tatsache, dass dies der Höhepunkt der „Troubles“ war, jener Zeit, als fast jede Nacht mehrere Autobomben hochgingen. Doch wenn irgendjemand seinen Weg durch dieses Chaos finden würde, dann Gallagher, dessen Vater aus Derry kam, der zweitgrößten Stadt Nordirlands, während seine Mutter aus Cork stammte, der zweitgrößten Stadt der Republik Irland. Was er an jenem Abend ablieferte, war eine dringend benötigte Flucht vor den ständigen Unruhen und der stets präsenten Lebensgefahr. Mit dem Blues heilte und vereinte er eine Insel, auf der Religion und Politik die Menschen so tragisch geteilt und beherrscht hatten.

Dorothy: Erweckungserlebnis

Dass das dritte Dorothy-Album GIFTS FROM THE HOLY GHOST einen himmlischen Aspekt im Titel trägt, ist kein Zufall. Schließlich war der Funke, der diese kraftvolle, moderne Rockplatte mit Blueseinschlag entzündete, ziemlich surrealer Natur, wie die zentrale Figur und Namensgeberin Dorothy Martin erzählt: „Ich machte viele interessante Erfahrungen auf dem Weg zu diesem Album. Eine davon war, dass mein Gitarrentechniker an einer Überdosis Heroin in unserem Tourbus starb, dann jedoch auf wundersame Art und Weise wiederbelebt wurde. Ich wurde Zeugin dieses Geschehens. Es sah wirklich danach aus, als würde er es nicht schaffen. Man würde denken, dass da Panik in einem ausbricht, doch wir beteten um ihn herum und das Ganze war irgendwie friedlich, ich hatte keine Angst. Dieser Tag hat mich verändert, ich wollte Musik machen, die eine Verbindung
zwischen den Menschen und einem höheren Sinn herstellt. Musik, die Hoffnung spendet.“ Nicht nur ihre Herangehensweise an die Band und Musik hat sich durch diesen einschneidenden Tag verändert, auch Dorothys spirituelle Haltung und der Umgang mit ihrer eigenen Suchterkrankung wurde positiv von jenem wortwörtlichen Erweckungserlebnis beeinflusst: „Ich weiß nun, dass da draußen eine höhere Macht existiert. Niemand kann mich von dieser Meinung abbringen, weil ich es selbst miterlebt habe. Zuvor wollte ich gerne an Gott glauben, aber ich habe das Konzept nicht verstanden. Ich bin in einem Reha-Programm, in dem der Glaube an eine höhere Macht eine zentrale Rolle spielt, um von Drogen und Alkohol wegzukommen. An dem
Abend vor diesem Erlebnis betete ich zu Gott und meinte: ‚Wenn es dich gibt, musst du mir ein Zeichen geben.‘ Am nächsten Tag geschah dann dieses Wunder, ich wurde also erhört. Ich weiß jetzt, dass da etwas ist, das auf uns aufpasst und dass es mehr gibt, als man mit dem bloßen Auge sehen kann.“


Auch wenn die Musik sie durch diese schweren Zeiten gebracht hat, ist Dorothy primär der Auffassung, dass die Wirkungsweise andersrum funktioniert und ihre Kämpfe ihrer Musik geholfen haben: „Durch meine Reise erhalten meine Songs erst Substanz, sie erreichen die Menschen. Mit GIFTS FROM THE HOLY GHOST wollte ich ein Album veröffentlichen, das hoffnungsvoll klingt und die Leute aufmuntert. Es geht um starke Gitarrenriffs,
kraftvolle Vocals, interessante Texte und im Grunde eine Ausstrahlung, die die Seele anderer berührt. Ich habe im Laufe meiner Karriere gemerkt, was für mich funktioniert und was nicht. Meine Stimme klingt am besten im Hardrock-Kontext. Außerdem steuere ich das Schiff alleine, lasse aber auf dem Weg gerne tolle kreative Menschen mitsegeln, wie zum Beispiel in diesem Fall Trevor Lukather, Phil X oder Keith Wallen. Das war grandios. Ich liebe dieses Album so sehr, ich bin sehr stolz darauf. Es hat die Messlatte ziemlich hoch gelegt und der nächste Schritt in der Zukunft wird sein, das nochmal zu überbieten.“

T.G. Copperfield: Ein Dank an Clint Eastwood

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Auf seinem neuen Album SNAKES & DUST vertont T.G. Cop-
perfield einen imaginären Western. Ennio Morricone und Clint Eastwood waren dem Bayern dabei behilflich.

Pferdegetrappel. Geraschel. Ein metallisch klingendes Banjo spielt eine eingängige Melodie. Nach rund einer halben Minute verkündet die alarmier te Stimme von T.G. Copperfield, dass es jetzt gerade um nicht weniger als um alles geht: um Leben und Tod. Eine ruppige E-Gitarre und satte Drums machen mit, später sorgt ein Akkordwechsel und ein Slide-Gitarrensolo nochmals für eine atmosphärische Wendung. Americana? Aber sicher! Plus Elemente aus Country, Folk und Southern-Rock. Ein süffiges Gebräu jedenfalls, das sich der in der bayerischen Oberpfalz beheimatete Roots-Rocker T.G. Copperf ield für sein neues Album SNAKES & DUST zurechtgemixt hat. ›The Valley‹ heißt der Opener, in dem – John Wayne würde frohlocken – schwarz gekleidete Reiter hinter einem Pistolero her sind. Düster das Sujet: „I’m gonna die, a gambler knows how high the chances“. Düster – und vor allem sehr, sehr wildwesthaft. „Ich habe während der pandemiebedingten Pause wie so viele andere auch eine ganze Reihe von Songs geschrieben“, sagt er beim Interviewtermin mit Classic Rock. Darunter eben auch ›The Valley‹ – und der brachte ihn auf eine Idee. „Ich beschloß, ein Konzeptalbum im Stile der 70er-Jahre zu machen.“

Das Ergebnis: die zehn Tracks von SNAKES & DUST. Sie erzählen die abenteuerliche Geschichte eines imaginären Revolverhelden im Westen der USA im 19. Jahrhundert. Für diesen cineastisch motivierten Trip in den wilden Westen zählte er neben der von vertrauten Münchner Musikern um Multiinstrumentalist und Studio-Chef Dr. Will auch auf die Hilfe von Ennio Morricone und Clint Eastwood (bei dem er sich sogar im Booklet bedankt) als unverzichtbare Inspirationsquellen. „Die Italowestern mit Eastwood sind einfach klasse“, schwärmt T.G. Copperfield im Gespräch und erinnert dabei, bärtig und schlacksig, optisch sogar an eine junge Ausgabe des Hollywood-Helden. Er behauptet, dass ohne die Musik von Maestro Morricone Filme wie „Für eine Handvoll Dollar mehr“ oder „Zwei glorreiche Halunken“ viel von ihrer Wirkung verlieren würden. „Die Musik von Morricone ist die halbe Miete.“ Natürlich hat sich Copperf ield bei der Vertonung seines eigenen Western-Epos’ einiges von der 2020 verstorbenen Soundtrack-Legende abgeschaut, so zum Beispiel das Banjo mit der immer gleichen Melodie. „In Popsongs wartet man ja immer gleich darauf, dass etwas Neues passiert. Dabei kann Wiederholung einen hypnotischen Sog entwickeln.“

SNAKES & DUST ist bereits sein achtes Album – das 2019 erschienene CRANK IT UP IN NASHVILLE hat er tatsächlich in der amerikanischen Country-Metropole aufgenommen. „War eine coole Erfahrung“, sagt er, „tagsüber im Studio, abends Cocktails.“ Die Aufnahmen seien mit den örtlichen Musikern schnell von der Hand gegangen, meint er, „sie haben’s einfach drauf“. Dass man für exzellenten Americana aber nicht unbedingt nach Tennessee reisen muss, beweist er jetzt mit SNAKES & DUST.

AC/DC: Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten

Geballtes Acca-Dacca-Wissen

Alex Gernandt ist wandelndes Musiklexikon, Musikjournalist von Format und hat sie schon alle getroffen – und das mehrmals. Dass der Herr auch Bücher schreibt, wie zuletzt den informativen Band über Bon Jovi, ist nur ein logischer Schritt in einer Karriere, die sich komplett dem Rock’n’Roll verschrieben hat. Auch, dass nun eine seiner Lieblingsbands in dem von ihm geschaffenen Format „Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“ durch-
leuchtet wird, überrascht kaum. Auf 120 Seiten präsentiert Gernandt kompakt zusammengefasst und in angenehm direkter Sprache alles Wissenswerte über die Historie von AC/DC. Im Gegensatz zu anderen Wälzern wird sich hier auf die wichtigsten Eckdaten und außergewöhnlichen, unterhaltsamen und vielleicht für manche gar unbekannten Fakten konzentriert, was dieses Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen macht. Gespickt mit persönlichem Bildmaterial und Erfahrungen, Zitaten aus eigenen Interviews mit Angus, Malcolm,
Brian und Co. und Anekdoten wird die Informationsflut geschickt durch Aufteilungen in Kategorien wie „Aha!“ oder „Populäre Irrtümer“ aufgebrochen. Besonders gut wird der Fan-Ehrgeiz vom Quiz am Ende des Buches gekitzelt, welches genau aufzeigt, wie aufmerksam man beim Lesen wirklich war. Für alle Nerds eine schöne Ergänzung des hauseigenen AC/DC-Schreins und ein toller Einstieg für angehende Acca-Dacca-Liebhaber*innen.

8 von 10 Punkten

POPULÄRE IRRTÜMER UND ANDERE WAHRHEITEN
VON ALEX GERNANDT
KLARTEX

Video der Woche: 38 Special mit ›Caught Up In You‹

Donnie Van Zant wird heute 70 Jahre alt. Zum Geburtstag des Sängers und Gitarristen und Bruders des ehemaligen Lynyrd-Skynyrd-Frontmannes Ronnie Van Zant, blicken wir auf die Glanzzeiten seiner Band 38 Special zurück.

38 Special gründeten sich 1975 in Jacksonville, Florida und spielten eine Mischung aus Southern Rock und zunehmend eingängigem AOR. Mit ihrem Album SPECIAL FORCES von 1982 und dem darauf enthaltenen Song ›Caught Up In You‹ landete die Band einen Top-Ten-Hit in den Staaten. Grandios ist bis heute der zugehörige Videoclip, der ordentlich 80er-Jahre-Flair heraufbeschwört.

Kreator: HATE ÜBER ALLES

Thrash Metal, unangepasst und visionär

Wie groß mag wohl die Schnittmenge von Fans des Close-Harmony-Gesangs im Gospel und Country auf der einen und von jenen des Thrash Metal auf der anderen Seite sein? Nun, zumindest eine Person wäre da zu nennen, und die heißt Mille Petrozza. Der Mann hat genannter Hartmetall-Spielart hierzulande für immer den Stempel „Made in Germany“ aufgedrückt, auf dem 2017er-Album GODS OF VIOLENCE seiner Band Kreator findet sich aber auch der Song ›Satan Is Real‹, zumindest vom Titel her ein Querverweis auf das gleichnamige Lied der Louvin Brothers von 1959. Zufall? Wohl kaum, zeichnet sich Petrozza doch seit je her für seine Offenheit gegenüber allen musikalischen Stilen, die Substanz und Haltung spüren lassen, aus. Sei es mit seiner Kollabo mit dem Schweizer Alt.Songwriter Dagobert auf besagtem Longplayer oder nun, beim fulminanten Nachfolger HATE ÜBER ALLES, mit dem erhabenen ›Midnight Sun‹, zu dem die vielversprechende Sängerin Sofia Portanet ein paar betörende Zeilen beigesteuert hat: Mille bleibt unangepasst und visionär. Der Track steht exemplarisch für so vieles bei Kreator: das Händchen der Thrash-Titanen für griffige Riffs und unprätentiöse Melodien, für Mut und für Milles weitreichende Inspirationsquellen (das dazugehörige Video zeigt sich deutlich von Ari Asters Meisterwerk „Midsommar“ beeinflusst). So, und nur so erschafft man auch im 40.
Karrierejahr noch Großes!

9 von 10 Punkten

Kreator
HATE ÜBER ALLES
NUCLEAR BLAST/ROUGH TRADE

The Sheepdogs: Neues Video zu ›I Wanna Know You‹

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Am 03. Juni veröffentlichten die Sheepdogs ihr brandneues Album OUTTA SIGHT. Jetzt präsentieren die Kanadier noch ein Video zu einer weiteren Single namens ›I Wanna Know You‹.

Bassist Ryan zum Clip: „Das Video ist von Performance-Clips aus den späten 70er Jahren inspiriert, von Tom Petty und anderen Bands, die damals einfach nur den Song in einem Zimmer spielten. Wir wollten kein großes Konzept entwerfen, sondern eher etwas erschaffen, das dieser Ära treu bleibt.“