0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 190

Meilensteine: Alvin Stardust mit ›My Coo Ca Choo‹

0

5. Oktober 1973: Alvin Stardust startet mit ›My Coo Ca Choo‹ international durch

Anfang der 70er-Jahre war der britische Vokalist Bernard William Jewry mit just 30 Lenzen bereits ein Rock’n’Roll-Relikt. Eine Dekade zuvor galt der bis dato unbekannte Freizeitsänger und Roadie der R’n’R-Kapelle Shane Fenton and The Fentones als wahrer Glückspilz. Denn urplötzlich verstarb deren erst 17 Jahre alter Sänger Johnny Theakston – unter dem Künstlernamen Shane Fenton zu Ruhm gekommen – an rheumatischem Fieber. Überglücklich nahm Jewry das Angebot an, als Shane Fenton zu fungieren, ließ sich fortan von Manager-Koryphäe Larry Parnes betreuen und agierte in einigen Kinofilmen in kleinen Rollen neben Billy Fury. Als der Erfolg aufgrund der Beat Invasion abrupt schwand, ließ Parnes seinen Schützling fallen. Bis auf ein erfolgloses Zwischenspiel als Jo Jo Elis geriet Mr. Jewry für eine Dekade aus dem Blickfeld. Ein gleichfalls in der Versenkung verschwundener Sänger namens Paul Francis Gadd alias Paul Raven gelang im Zuge des Glam-Rock-Booms als Gary Glitter eine phänomenale Reanimation.

Unter diesem Eindruck spielte im Sommer 1973 Sänger, Komponist und Produzent Peter Shelley, im Schulterschluss mit Michael Levy auch Co-Eigner des UK-Labels Magnet Records, den im Boogie-Rhythmus gehaltenen, selbstkomponierten Ohrwurm ›My Coo Ca Choo‹ ein. Als Vokalist für das Alvin Stardust getaufte Projekt schlug Jewrys Manager Hal Carter seinen Klienten vor. Gesagt, getan! Als der Song via Airplay in den britischen Charts unaufhaltsam bis in die Top 30 stieg, standen TV-Auftritte an: Peter Shelley mimte Alvin Stardust in der UK TV-Show „Lift Off With Ayshea“, machte dann aber einen Rückzieher. Für „Top Of The Pops“ musste Jewry ran. In Windeseile erhielt Alvin Stardust eine Rundumerneuerung: blauschwarz gefärbte Tolle, fette Koteletten, hautenge schwarze Lederkluft, ebensolche Handschuhe und dicke Silberringe erinnerten an zwei legendäre 50er-Jahre-Rock’n’Roller: Gene Vincent und Vince Taylor. ›My Coo Ca Choo‹ war international erfolgreich. In der Folge gelangen mit ›Jealous Mind‹, ›Red Dress‹, ›You You You‹, ›Tell Me Why‹, ›Good Love Can Never Die‹ sowie ›Sweet Cheatin’ Rita‹ weitere Charthits. Bis heute wird der 2014 mit 72 Jahren verstorbene Bernard Jewry alias Shane Fenton alias Alvin Stardust nicht nur in Großbritannien als Kultidol verehrt.

CLASSIC ROCK präsentiert: Rock The Circus live!

Bei „Rock The Circus“ werden nach dem Motto „Musik für die Augen“ Songs von AC/DC, Bon Jovi, Guns N’ Roses, Pink Floyd, Queen, den Red Hot Chili Peppers und vielen mehr von einer sechsköpfigen Rockband live gespielt und mit artistischen Höchstleistungen zu einer einzigartigen Show verwebt. Hier wird die Energie einer elektrisierenden Rockshow mit atemberaubender Zirkusartistik zu einem neuen Konzept fusioniert, das beim geneigten Publikum für so manchen Gänsehaut-Moment sorgen dürfte.

Rock The Circus 2022

Hier „Rock The Circus“ live erleben:

20.10. Bitterfeld Städtisches Kulturhaus

22.10. Greiz Vogtlandhalle

23.10. Erfurt Thüringen-halle

25.10. Suhl CCS Congress Centrum

26.10. Karlsruhe Konzerthaus

27.10. Ludwigsburg MHP-Arena

28.10. Landau Jugendstil-Festhalle

29.10. Nürtingen K3N – Stadthalle

30.10. Rosenheim KU ́KO

03.11. Nürnberg Meistersingerhalle

04.11. Erding, Stadthalle

08.11. Ingolstadt, Theater

09.11. Bayreuth, Oberfrankenhalle

10.11. Bad Kissingen, Regentenbau/Max-Littmann-Saal

11.11. Straubing, Joseph-von-Fraunhofer-Halle

12.11. Essenbach, Eskara Sport- und Kulturarena

15.11.Waldkraiburg, Haus der Kultur

17.11. Hof, Freiheitshalle/Großes Haus

18.11. Neustadt, bei Coburg Frankenhalle

28.02.23 Solingen, Theater und Konzerthaus

01.03.23 Köln, E-Werk

02.03.23 Paderborn, Paderhalle

05.03.23 Mannheim, Congress Center Rosengarten/Musensaal

08.03.23 Limburg, Josef-Kohlmeier-Halle

09.03.23 Baden-Baden, Kurhaus

11.03.23 Offenbach, Capitol

14.03.23 Beverungen, Stadthalle

15.03.23 Borken, Stadthalle Vennehof

16.03.23 Kleve, Stadthalle

17.03.23 Moers, ENNI Eventhalle

19.03.23 Siegen, Siegerlandhalle

21.03.23 Rheda-Wiedenbrück Neue Stadthalle

22.03.23 Dortmund, Westfalenhalle

25.03.23 Herford, Stadttheater

26.03.23 Rödermark, Kulturhalle

19.04.23 Biberach, Stadthalle

20.04.23 Ulm, Congress Centrum Maritim

21.04.23 Ravensburg, Oberschwabenhalle

22.04.23 Heilbronn, Festhalle Harmonie

23.04.23 Aschaffenburg, Stadthalle am Schloss

25.04.23 Korbach, Stadthalle

26.04.23 Ibbenbüren, Bürgerhaus

28.04.23 Hannover, Theater am Aegi

29.04.23 Ilsenburg, Harzland-halle

30.04.23 Wolfsburg, Congress Park

01.05.23 Dessau, Anhaltisches Theater

02.05.23 Berlin, Tempodrom

03.05.23 Lübeck, Musik- und Kongresshalle

04.05.23 Norderstedt, TriBühne

06.05.23 Peine, Stadttheater

07.05.23 Bruchhausen-Vilsen, Mensa im Schulzentrum

09.05.23 Halle (Saale), Georg-Friedrich-Händelhalle

10.05.23 Zwickau, Konzert- und Ballhaus Neue Welt

11.05.23 Dresden, Alter Schlachthof

12.05.23 Hoyerswerda, Lausitzhalle

13.05.23 Cottbus, Stadthalle

Meilensteine: Nicks und Buckingham steigen bei Fleetwood Mac ein!

0

fleetwood mac promoIm Dezember 1974 war Wandel angesagt: Lindsey Buckingham und Stevie Nicks steigen bei Fleetwood Mac ein.

Gut Rat war teuer. „Wie soll es bloß weitergehen?“, sinnierte Mick Fleetwood im De­­zember 1974 bei einem Besuch in den Sound City Studios von Los Angeles. Sieben wechselvolle Jahre lagen hinter ihm, seit er inmitten des Second British Blues Boom mit Peter Green und John McVie Fleetwood Mac ge­­gründet hatte.

Dem anfangs zähen Aufstieg mit eigenwilligem Blues-Purismus war eine weltweite Hitphase (›Albatros‹, ›Man Of The World‹, ›Oh, Well‹, ›The Green Manalishi‹) gefolgt. Als im Jahresturnus erst Peter Green, danach Ur-Mitglied Jeremy Spencer und der 1968 dazugestoßene dritte Gitarrist Danny Kirwan ausstiegen, herrschte aber eine ausgeprägte Erfolgsflaute. Zwar wechselte 1970 die talentierte Sängerin und Pianistin Christine McVie von Chicken Shack in die Band ihres Gatten John über, doch Gitarrist Bob Weston und Sänger Dave Walker blieben nicht allzu lange.

Vollen Einsatz seit dem Album FUTURE GAMES (1971) zeigte zumindest der amerikanische Sänger Bob Welch. 1974 entwickelte sich für Fleetwood Mac zum Annus Horribilis: Zuerst erdreistete sich Manager Clifford Davis, eine mit unbekannten Musikern besetzte Fleetwood-Mac-Version auf Tour zu schicken, um danach im Ge­­richtssaal auf die Namensrechte zu pochen. Wenig später stand der Vertrag mit Warner Bros. auf der Kippe. Eine Verlängerung gab es nur, wenn die Briten geschlossen nach Los Angeles umziehen würden. Im September 1974 erneuerte Warner zwar den Kontrakt, aber drei Monate später schied Welch aus.

Gerade als Fleetwood in den Sound City Studios Toningenieur Keith Olsen seine Not schilderte, schlug das Schicksal zu: Olsen ließ beim Gespräch im Hintergrund das 1973er-LP-Debüt des Duos Buckingham Nicks laufen. Fleetwood horchte auf, lernte Minuten später den zufällig anwesenden Gitarristen und Sänger Lindsey Buckingham kennen. Kurz darauf offerierte er dem Nachwuchs den vakanten Posten. Buckingham sagte zu, aber nur unter der Bedingung, dass Partnerin Stevie Nicks ebenfalls engagiert würde. Silvester 1974 stiegen beide ein.

Im folgende Jahr entstand dann FLEETWOOD MAC:

Sting: „Ich habe meinen Optimismus nicht verloren“

0

THE BRIDGE ist im allerbesten Sinn ein klassisches Sting-Album. Die Melodien funkeln, die Worte sind klug gewählt, von stillen, akustischen Nummern wie dem Titelsong oder dem etwas an ›Fields Of Gold‹ erinnernden ›For Her Love‹ bis zu temporeichen Stücken wie ›Loving You‹ reicht die große stilistische Bandbreite der Platte, über die wir uns mit dem jüngst 70 gewordenen Engländer unterhielten.

Sting, die letzten Jahre waren nicht ohne. Was hat das alles mit deinem Optimismus gemacht?
Nichts. (lacht)

Gar nichts?
Nein, selbstverständlich habe ich meinen Optimismus nicht verloren. Die Zeiten sind
nicht leicht und unproblematisch, natürlich sind sie das nicht. Aber waren sie das denn irgendwann in der Geschichte schon mal? Ich kann mich nicht erinnern.

Die Welt steht allerdings unbestreitbar vor Herausforderungen. Klimawandel und Naturkatastrophen, politischer Extremismus und vieles mehr stellt uns vor Probleme.
Ich streite das alles auch gar nicht ab oder will es kleinreden. Wir werden uns am Riemen reißen müssen. Und trotzdem lasse ich mir meine Zuversicht nicht nehmen. Nur wenn wir zuversichtlich sind, haben wir überhaupt eine Chance, zu überleben. Und ja, ich bin nicht naiv, und es fällt mir nicht immer leicht, meinen Optimismus zu bewahren. Ich denke, mein Optimismus ist durchzogen von Realismus. Aber Pessimismus ist eine selbsterfüllende Sache. Wenn du glaubst, alles geht den Bach runter, dann wird es das auch tun. Insofern ist es die bessere Strategie, optimistisch zu sein.

Diese Herangehensweise ans Leben wird auch auf deinem neuen Album THE BRIDGE deutlich. Im fröhlichen ›If It’s Love‹ singst du darüber, morgens mit Schwung aus dem Bett zu hüpfen.
Das tue ich tatsächlich. Ich mag das Gefühl, am Morgen aufzuwachen und den Tag vor mir zu haben. Bei dem Song muss ich immer an meinen Vater denken, der Milchmann war. Er brachte dir also jeden Morgen die Milch – und dabei pfiff er immer ein Liedchen. Pfeifen ist ebenfalls sehr therapeutisch. Ich habe schon Fensterputzer erlebt, die meine Songs pfeifen, während sie bei uns ihrer Arbeit nachgingen.

Auch in dem Song wird also gepfiffen.
Ja. Das bin ich, der da pfeift. Die Liebe zum Pfeifen habe ich von meinem Vater geerbt.

Du warst ja auch oft mit dabei, wenn er die Milch ausgefahren hat.

Das stimmt. Mein Vater war ein eher grüblerischer Mensch, kein besonders gelöster oder unbeschwerter Zeitgenosse. Aber er hat es geliebt zu pfeifen.

Pfeifen ist für dich also nicht zwingend mit einer positiven Stimmung verbunden?
Du kannst auch im Dunkeln pfeifen, weil du Angst hast. Du kannst auch auf dem Friedhof pfeifen, weil du weißt, dass du eines Tages dort liegen wirst.

Wo wir schon auf dem Friedhof sind. Für einen bekennenden Agnostiker hast du die neuen Lieder mit einer beträchtlichen Menge von religiösen Bezügen und Referenzen angereichert. Womit hängt das zusammen?
Ich beschäftige mich mit den Fragen des Glaubens, selbst wenn ich mich persönlich keiner Religion zugehörig fühle. Ich stamme aus einem relativ frommen Elternhaus. Die Bibel hat mich fasziniert, seitdem ich zurückdenken kann. Die Sprache steckt voller Bilder und Metaphern, sie hat seit jeher meine Phantasie angeregt. Das heißt nicht, dass ich an die Dinge glaube, die dort stehen, aber allein die Geschichten faszinieren mich. Also beziehe ich mich ständig auf die Bibel, ohne religiös zu sein.

Der Titelsong überrascht mit politischen Untertönen. Du scheinst in ›The Bridge‹ die Menschen zu kritisieren, die eher an sogenannte „alternative Fakten“ glauben als an Tatsachen. Ist für dich selbst immer klar, was Gut und Böse, was wahr und was gelogen ist?
Nein. Ich bin, wie du schon bemerkt hast, Agnostiker. Als solcher weiß ich, dass ich nichts weiß. Ich denke, sich absolut sicher über was auch immer zu sein, ist eine gefährliche Haltung, sei es politisch oder spirituell. Menschen, die sich unsicher sind, die keine endgültigen Gewissheiten mit sich herumtragen, sind anpassungsfähiger und flexibler. Und damit besser geeignet, zu wachsen. Menschen, die sich ihrer Sache zu sicher sind, bleiben stehen. Und Stehenbleiben ist nicht so mein Ding. (lacht) Ich bin lieber in Bewegung.

Hat dir dein 70. Geburtstag, den du mit einem Konzert an der Athener Akropolis gefeiert hast, eigentlich viel bedeutet?

Ich mag mein Alter. Ich mochte es immer, wie alt ich auch jeweils war. Ich sitze doch jetzt nicht hier und sage: „Ach, Mensch, mit 40, das waren noch Zeiten“. Wir alle werden älter und haben das Privileg, uns dem Leben stellen zu dürfen. Ich sehe das entspannt. Und ich merke auch noch nicht so viel. Ich bin gesund und achte darauf, mich jeden Tag zu bewegen. Am liebsten schwimme ich, das ist die beste Sportart von allen.

Wie stark hat einen rastlosen Menschen wie dich eigentlich Corona ausgebremst?
Wie uns alle, denke ich. Ich war glücklich, dass ich meine Familie hatte und glücklich, dass ich weiter Musik machen konnte. Wir sind ein wenig herumgereist, aber nicht annähernd so viel wie üblich. Körperlich bin ich gesund geblieben, aber für die Psyche war die Zeit eine Herausforderung. Ich bin irgendwann dazu übergegangen, jeden Tag im Studio zu arbeiten, damit ich nicht verrückt werde. So entstand dann THE BRIDGE.

Welcher Song war der erste?
Das war ›Captain Bateman‹. Ich saß im Studio und überlegte, worüber ich schreiben könnte und griff zu einem dicken Buch mit alten, englischen Folksongs. Aus Zufall fand ich darin einen Song namens ›Lord Bateman‹, 21 Strophen lang. Der Song ist bereits sehr alt, aus dem 12. Jahrhundert, und er ist angesiedelt im Norden Englands, meinem Teil der Welt. Er handelt von einem Lord und einem Betrug, mich hat die Geschichte gefesselt, und dann habe ich das Ganze auf sieben oder acht Strophen eingedampft, ›Captain Bateman‹ betitelt und die Musik neu geschrieben. Ich fand es nett, mit etwas Uraltem zu beginnen und es aufzufrischen. Das zeigt uns: Gute Musik kennt kein Alter.

Die neuen Lieder handeln von der Liebe, vom Tod, von schweren wie von leichten Gedanken. Was ist THE BRIDGE für dich persönlich?
Eine Songsammlung über die Menschlichkeit. Wenn wir unseren Willen zur Empathie stärken, dann wird es uns am Ende auch gelingen, heil auf der Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft zu schreiten. Und uns auf dem Weg mit Lust, Neugier und Freude der Gegenwart hinzugeben. (Text: Ken Summit)

Video der Woche: The Traveling Wilburys ›End Of The Line‹

0

Bereits zum fünften Mal jährt sich der Tod von Tom Petty. Zum Gedenken an diesen großen Musiker widmen wir ihm unser Video der Woche.

Tom Petty war nicht nur der namentliche und kreative Anführer von Tom Petty & The Heartbreakers und erfolgreicher Solokünstler, er war auch Mitglied einer der ersten und beeindruckendsten Supergroups, nämlich The Traveling Wilburys.

Gegründet wurde die All-Star-Band eher zufällig. George Harrisons Plattenfirma suchte eine wertige B-Seite für seine Single ›This Is Love‹ im Jahr 1988. Harrison fragte in seinem Bekanntenkreis, wer ihm günstig ein Studio zur Verfügung stellen könnte, worauf Bob Dylan ihm seines anbot. Harrisons Produzent Jeff Lynne brachte Roy Orbison mit ins Boot, Dylan holte schließlich noch Tom Petty dazu. Alle genossen die Arbeit miteinander so sehr, dass aus einem kurzen Projekt eine Band wurde, die zwei hochkarätige Alben – VOL. 1 (1988) und VOL. 3 (1990) – veröffentlichte.

Das Video zu ihrer zweiten Single ›End Of The Line‹ ist Roy Orbison gewidmet, der noch vor deren Veröffentlichung an einem Herzinfarkt starb. So sieht man in der Mitte des Videos einen Schaukelstuhl mit einer Gitarre im Kreis der Musiker stehen. Danach wird ein Foto des verstorbenen Orbison gezeigt.

Mittlerweile sind nur noch zwei der ursprünglich fünf Wilburys am Leben. Geroge Harrison verstarb 12. November 2001 an Lungenkrebs, Tom Petty am 02. Oktober 2017 an einer versehentlichen Überdosis von Schmerzmitteln. RIP…

Rückblende: Wishbone Ash mit ›Blowin’ Free‹

0

Mit einem Riff, das beide Gitarristen für sich beanspruchten, das aber von einem Song von Steve Miller beeinflusst war, und einem von einer Sommerliebe inspirierten Text wurde es nicht nur zum bekanntesten Song der Band, sondern auch zu einem Rockklassiker.

Auch wenn Wishbone Ash immer die Vorarbeit anerkennen, die Blossom Toes und Fleetwood Mac in der Peter-Green-Ära erledigt hatten, erlebten viele Fans den Doppelgitarren-Rock erstmals mit Ash-Alben der 70er wie dem selbstbetitelten Debüt, PILGRIMAGE und ARGUS, dem Meisterwerk schlechthin. Im Jahr seines Erscheinens wählten die Leser des Magazins Sounds den Drittling der Band zum besten Album 1972, vor Großtaten wie MACHINE HEAD von Deep Purple, Bowies THE RISE & FALL OF ZIGGY STARDUST AND THE SPIDERS FROM MARS und ALL THE YOUNG DUDES von Mott The Hoople. Die Keimzelle der Texte, die ARGUS so abräumen halfen, kam aus den Erinnerungen von Bassist/Sänger Martin Turner an eine Teenager-Sommerliebe in seiner Heimatstadt Torquay. Für kurze Zeit war er mit der schwedischen Austauschschülerin Annalena Nordstrom liiert gewesen, und ihr Haar war „golden brown, blowin’ free like a cornfield“. Weder sie noch er sprach die Sprache des/der anderen, und als Turner sie fragte, ob er sie küssen dürfe, sagte sie holprig: „Du kannst es versuchen“. „Diese Worte sind in dem Song“, sagt er mit einem Lächeln. Die Romanze verlief sich zwar im Sand, nachdem Nordstrom nach Hause zurückgekehrt war, doch das Erlebnis führte zu dem, was Turner als „eine glorreiche Hymne auf den Geist der Liebe“ bezeichnet.

Die Gitarristen Ted Turner und Andy Powell beanspruchen das unverkennbare Intro-Riff von ›Blowin’ Free‹ für sich, erkennen aber auch beide den Einfluss von ›Children Of The Future‹ von der Steve Miller Band darauf an. „Unser Song war im Wesentlichen ein Blues-Shuffle, und dazu ließ ich mir dieses Riff am Anfang einfallen“, sagt Ted Turner (der nicht mit Martin verwandt ist). „Musikalisch war es von Steve Miller inspiriert.“ Fröhlicher, als man es erwarten würde, angesichts des bitteren Gerichtsverfahrens, das ihm letztendlich die Namensrechte an Wishbone Ash zuschlug, nennt Powell Teds Behauptung „faszinierend. Ich kann mich erinnern, wie ich mit einem Typen namens Micky Groome daran gearbeitet habe, der bei Duck’s Deluxe war, und ich hatte es immer so im Kopf, dass die Idee von mir stammte“. Und Powell, gut gelaunt, weiter: „Vielleicht fiel es uns gemeinsam ein?“ „Das hat keiner der beiden geschrieben – sondern ich!“, sagt wiederum Martin Turner mit einem Kichern. „Ich erzählte Ted und Andy von dieser alten Hippie-Hymne von Steve Miller mit einer interessanten Hammer-on-Technik. Ich
sang ihnen vor, wie ich es mir vorstellte, und sie verstanden es. Das wurde dann das Intro zu ›Blowin’ Free‹.“

„Wollen wir nicht vergessen, dass es ein toller Song für alle vier von uns war“, bekräftigt Powell. „Das Schlagzeugspiel von Steve Upton – diese sehr englische Version eines Shuffle – ist so charmant. Der Song läuft dahin, voller Hoffnung und Erwartungen. Er brachte eine Generation auf den Punkt, die ihren Weg zu finden versuchte.“ Die Ursprünge von ›Blowin’ Free‹ gehen auf die Sessions zu PILGRIMAGE zurück, dem Vorgänger von ARGUS, doch Martin erinnert sich, dass „es einfach nicht funktionierte“. Laut Powell wiederum „prügelten wir den Song irgendwie in Form bei einem Soundcheck im Whisky A Go Go
in Hollywood“ auf der Tournee zu PILGRIMAGE. Martin sagt, dass er „bei ARGUS fest entschlossen war, es richtig hinzubekommen“.

Bei ihrem dritten Album arbeitete die Band erneut mit dem Team aus Produzent Derek Lawrence und Tontechniker Martin Birch zusammen. Und tatsächlich nahm der Track Gestalt an. Ted Turners Solo, ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs der Nummer, war ein Experiment. „Ich hörte damals viel Ry Cooder und ›Blowin’ Free‹ war der erste Song, den ich mit Slide-Gitarre spielte“, erklärt Ted. „Ich besaß damals nicht mal eine Lap-Steel, also musste ich meine schwarze Les Paul Custom mit einer Verlängerungsschraube umbauen, um das hinzubekommen.“

Das De Lane Lea Studio, wo Wishbone schon die ersten beiden Platten aufgenommen hatten, zog innerhalb von London von Kingsway nach Wembley um und modernisierte seine Ausstattung von acht auf 16 Spuren. „Das machte einen riesigen Unterschied“, sagt Powell. „Es eröffnete einem eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten. Wir konnte die Gitarren auf zwei Spuren und Schattenharmonien unter den Gesang legen. Das wertete den Sound enorm auf.“

In einem unglaublichen Twist wäre ›Blowin’ Free‹ fast nicht auf das Album gekommen. Martin staunt: „Derek [Lawrence] kam im Namen der Band zu mir und sagte, das sei ein so poppiger Song, dass er vielleicht besser auf ein anderes Album passen würde. Meine Reaktion war: ‚No fucking way. Das kommt auf ARGUS, als Gegengewicht zum Rest der Platte‘. Und sie ließen es gut sein“. Martins Verweigerung erwies sich als gerechtfertigt. ›Blowin’ Free‹ wurde nicht nur zum krönenden Highlight eines Werks, das Wishbone-Ash-Fans vom ersten bis zum letzten Ton als absolut makellos erachten, sondern auch ein ewiger Live-Favorit.

„Es war ein wichtiger Teil der Geschichte dieser Band“, so Powell. „Uns war bewusst, dass unsere Shows etwas positiver enden mussten. ›Blowin’ Free‹ war entweder der letzte Song des regulären Sets oder eine der Zugaben, obwohl wir es manchmal auch als Opener einsetzten. Die Leute liebten dieses Riff im Intro einfach. Wenn man zu jener Zeit in einen Musikladen ging, war die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass da gerade jemand versuchte, entweder ›Stairway To Heaven‹ oder ›Blowin’ Free‹ nachzuspielen.“

Steve Harris hat gesagt, dass ARGUS ein großer Einfluss auf sein frühes Songwriting bei Iron Maiden hatte. Genauer gesagt glaubt Powell, dass das bewegende Outro von ›Blowin’ Free‹ zwei große Rockklassiker beeinflusste: „Es war eine der am meisten ausgeborgten Ideen jener Ära. Ich kann das Doppelgitarren-Finale in Steely Dans ›Reelin’ In The Years‹ hören, ebenso wie natürlich in Thin Lizzys ›The Boys Are Back In Town‹ – das war definitiv von ›Blowin’ Free‹ beeinflusst“. Was absolut plausibel ist. ARGUS erschien im April 1972, ›Reelin’‹ (als Single) im März darauf und ›The Boys‹ vier Jahre später. Nicht dass sich Wishbone Ash, die sich für ihren Song ja kräftig bei Steve Miller bedient hatten, beschweren würden. „Nichts ist wirklich ein Original“, sagt Martin mit einem Lächeln. „Alle Musik ist recyclet.“

Pixies: DOGGEREL

0

Die einst bahnbrechenden Wegbereiter bestellen heute ihr Land – fair enough

Die Pixies besitzen ihren Status als bejubelte Pioniere zu Recht. In den späten 80ern klang nichts sonst auf der Welt so spröde, schräg, wild, clever und abstrus wie der Radaupop des freakigen US-Quartetts. Der Einfluss solcher Gamechanger-Alben wie SURFER ROSA (1988) oder DOOLITTLE (1989) auf folgende Grunge- und Indierock-Generationen ist immens. Die Folge dieses Einflusses ist, dass ein wichtiger Effekt ihrer Platten vor der Trennung 1993 unmöglich noch mal auftreten kann: das Überraschungsmoment, das „Was ist DAS denn?!“-Gefühl. Seit 2014, zehn Jahre nach der Reunion, schreiben Frontmann Black Francis & Co. wieder Songs im Pixies-Stil. Fürs vierte Post-Reunion-Album DOGGEREL gilt, was für die drei Vorgänger galt: Einzelne Momente erinnern uns, dass wir’s mit Genies zu tun haben. Aber man kennt das alles schon so von ihnen, und zwar frecher und frischer. Zu Beginn ihrer Karriere haben die Pixies die Messlatte hoch gelegt. Jetzt sind sie wie ein Stabhochspringer, der mal Weltrekord um Weltrekord brach und jetzt immer noch die 5,75 m schafft. Das ist mehr als ordentlich. Besser als die Meisten. Und doch …

7 von 10 Punkten

Pixies
DOGGEREL
BMG RIGHTS MANAGEMENT/WARNER

Sammy Hagar & The Circle: CRAZY TIMES

0

Vollgas in allen Gassen

Drei Jahre nach ihrem Debüt SPACE BETWEEN (2019) starten Sammy Hagar & The Circle (hinter dem Bandnamen „verstecken“ sich Michael Anthony am Bass, Jason Bonham am Schlagzeug und Vic Johnson an der Gitarre) in eine fulminante zweite Runde. Die Bandbreite reicht dabei von Country Rock bis hin zu Led-Zeppelin-eskem Classic Rock. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es eine ordentliche Portion an Van-Halen-Querverweisen. So sind beispielsweise das titelgebende ›Crazy Times‹ oder der digital-only-Track ›2120‹ die logische Fortsetzung der 90er-VH-Ära zwischen FOR UNLAWFUL CARNAL KNOWLEDGE (1991) und BALANCE (1995). Die vielschichtige Ausrichtung und ungezwungene Atmosphäre von CRAZY TIMES ist nicht nur extrem spannend, sondern unterstreicht auch eindrucksvoll die Ausnahmestellung dieses All-Star-Quartetts. In
unterschiedlichen Genres zu fischen ist eine Sache, diese Stilvielfalt wie hier mit einem roten Faden zu einem schlüssigen und sofort zündenden Album zu verbinden jedoch ein Kunstkniff, den nur ganz wenige in dieser Güte beherrschen.

8 von 10 Punkten

Sammy Hagar & The Circle
CRAZY TIMES
UNIVERSAL