Bereits zum fünften Mal jährt sich der Tod von Tom Petty. Zum Gedenken an diesen großen Musiker widmen wir ihm unser Video der Woche.
Tom Petty war nicht nur der namentliche und kreative Anführer von Tom Petty & The Heartbreakers und erfolgreicher Solokünstler, er war auch Mitglied einer der ersten und beeindruckendsten Supergroups, nämlich The Traveling Wilburys.
Gegründet wurde die All-Star-Band eher zufällig. George Harrisons Plattenfirma suchte eine wertige B-Seite für seine Single ›This Is Love‹ im Jahr 1988. Harrison fragte in seinem Bekanntenkreis, wer ihm günstig ein Studio zur Verfügung stellen könnte, worauf Bob Dylan ihm seines anbot. Harrisons Produzent Jeff Lynne brachte Roy Orbison mit ins Boot, Dylan holte schließlich noch Tom Petty dazu. Alle genossen die Arbeit miteinander so sehr, dass aus einem kurzen Projekt eine Band wurde, die zwei hochkarätige Alben – VOL. 1 (1988) und VOL. 3 (1990) – veröffentlichte.
Das Video zu ihrer zweiten Single ›End Of The Line‹ ist Roy Orbison gewidmet, der noch vor deren Veröffentlichung an einem Herzinfarkt starb. So sieht man in der Mitte des Videos einen Schaukelstuhl mit einer Gitarre im Kreis der Musiker stehen. Danach wird ein Foto des verstorbenen Orbison gezeigt.
Mittlerweile sind nur noch zwei der ursprünglich fünf Wilburys am Leben. Geroge Harrison verstarb 12. November 2001 an Lungenkrebs, Tom Petty am 02. Oktober 2017 an einer versehentlichen Überdosis von Schmerzmitteln. RIP…
Mit einem Riff, das beide Gitarristen für sich beanspruchten, das aber von einem Song von Steve Miller beeinflusst war, und einem von einer Sommerliebe inspirierten Text wurde es nicht nur zum bekanntesten Song der Band, sondern auch zu einem Rockklassiker.
Auch wenn Wishbone Ash immer die Vorarbeit anerkennen, die Blossom Toes und Fleetwood Mac in der Peter-Green-Ära erledigt hatten, erlebten viele Fans den Doppelgitarren-Rock erstmals mit Ash-Alben der 70er wie dem selbstbetitelten Debüt, PILGRIMAGE und ARGUS, dem Meisterwerk schlechthin. Im Jahr seines Erscheinens wählten die Leser des Magazins Sounds den Drittling der Band zum besten Album 1972, vor Großtaten wie MACHINE HEAD von Deep Purple, Bowies THE RISE & FALL OF ZIGGY STARDUST AND THE SPIDERS FROM MARS und ALL THE YOUNG DUDES von Mott The Hoople. Die Keimzelle der Texte, die ARGUS so abräumen halfen, kam aus den Erinnerungen von Bassist/Sänger Martin Turner an eine Teenager-Sommerliebe in seiner Heimatstadt Torquay. Für kurze Zeit war er mit der schwedischen Austauschschülerin Annalena Nordstrom liiert gewesen, und ihr Haar war „golden brown, blowin’ free like a cornfield“. Weder sie noch er sprach die Sprache des/der anderen, und als Turner sie fragte, ob er sie küssen dürfe, sagte sie holprig: „Du kannst es versuchen“. „Diese Worte sind in dem Song“, sagt er mit einem Lächeln. Die Romanze verlief sich zwar im Sand, nachdem Nordstrom nach Hause zurückgekehrt war, doch das Erlebnis führte zu dem, was Turner als „eine glorreiche Hymne auf den Geist der Liebe“ bezeichnet.
Die Gitarristen Ted Turner und Andy Powell beanspruchen das unverkennbare Intro-Riff von ›Blowin’ Free‹ für sich, erkennen aber auch beide den Einfluss von ›Children Of The Future‹ von der Steve Miller Band darauf an. „Unser Song war im Wesentlichen ein Blues-Shuffle, und dazu ließ ich mir dieses Riff am Anfang einfallen“, sagt Ted Turner (der nicht mit Martin verwandt ist). „Musikalisch war es von Steve Miller inspiriert.“ Fröhlicher, als man es erwarten würde, angesichts des bitteren Gerichtsverfahrens, das ihm letztendlich die Namensrechte an Wishbone Ash zuschlug, nennt Powell Teds Behauptung „faszinierend. Ich kann mich erinnern, wie ich mit einem Typen namens Micky Groome daran gearbeitet habe, der bei Duck’s Deluxe war, und ich hatte es immer so im Kopf, dass die Idee von mir stammte“. Und Powell, gut gelaunt, weiter: „Vielleicht fiel es uns gemeinsam ein?“ „Das hat keiner der beiden geschrieben – sondern ich!“, sagt wiederum Martin Turner mit einem Kichern. „Ich erzählte Ted und Andy von dieser alten Hippie-Hymne von Steve Miller mit einer interessanten Hammer-on-Technik. Ich sang ihnen vor, wie ich es mir vorstellte, und sie verstanden es. Das wurde dann das Intro zu ›Blowin’ Free‹.“
„Wollen wir nicht vergessen, dass es ein toller Song für alle vier von uns war“, bekräftigt Powell. „Das Schlagzeugspiel von Steve Upton – diese sehr englische Version eines Shuffle – ist so charmant. Der Song läuft dahin, voller Hoffnung und Erwartungen. Er brachte eine Generation auf den Punkt, die ihren Weg zu finden versuchte.“ Die Ursprünge von ›Blowin’ Free‹ gehen auf die Sessions zu PILGRIMAGE zurück, dem Vorgänger von ARGUS, doch Martin erinnert sich, dass „es einfach nicht funktionierte“. Laut Powell wiederum „prügelten wir den Song irgendwie in Form bei einem Soundcheck im Whisky A Go Go in Hollywood“ auf der Tournee zu PILGRIMAGE. Martin sagt, dass er „bei ARGUS fest entschlossen war, es richtig hinzubekommen“.
Bei ihrem dritten Album arbeitete die Band erneut mit dem Team aus Produzent Derek Lawrence und Tontechniker Martin Birch zusammen. Und tatsächlich nahm der Track Gestalt an. Ted Turners Solo, ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs der Nummer, war ein Experiment. „Ich hörte damals viel Ry Cooder und ›Blowin’ Free‹ war der erste Song, den ich mit Slide-Gitarre spielte“, erklärt Ted. „Ich besaß damals nicht mal eine Lap-Steel, also musste ich meine schwarze Les Paul Custom mit einer Verlängerungsschraube umbauen, um das hinzubekommen.“
Das De Lane Lea Studio, wo Wishbone schon die ersten beiden Platten aufgenommen hatten, zog innerhalb von London von Kingsway nach Wembley um und modernisierte seine Ausstattung von acht auf 16 Spuren. „Das machte einen riesigen Unterschied“, sagt Powell. „Es eröffnete einem eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten. Wir konnte die Gitarren auf zwei Spuren und Schattenharmonien unter den Gesang legen. Das wertete den Sound enorm auf.“
In einem unglaublichen Twist wäre ›Blowin’ Free‹ fast nicht auf das Album gekommen. Martin staunt: „Derek [Lawrence] kam im Namen der Band zu mir und sagte, das sei ein so poppiger Song, dass er vielleicht besser auf ein anderes Album passen würde. Meine Reaktion war: ‚No fucking way. Das kommt auf ARGUS, als Gegengewicht zum Rest der Platte‘. Und sie ließen es gut sein“. Martins Verweigerung erwies sich als gerechtfertigt. ›Blowin’ Free‹ wurde nicht nur zum krönenden Highlight eines Werks, das Wishbone-Ash-Fans vom ersten bis zum letzten Ton als absolut makellos erachten, sondern auch ein ewiger Live-Favorit.
„Es war ein wichtiger Teil der Geschichte dieser Band“, so Powell. „Uns war bewusst, dass unsere Shows etwas positiver enden mussten. ›Blowin’ Free‹ war entweder der letzte Song des regulären Sets oder eine der Zugaben, obwohl wir es manchmal auch als Opener einsetzten. Die Leute liebten dieses Riff im Intro einfach. Wenn man zu jener Zeit in einen Musikladen ging, war die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass da gerade jemand versuchte, entweder ›Stairway To Heaven‹ oder ›Blowin’ Free‹ nachzuspielen.“
Steve Harris hat gesagt, dass ARGUS ein großer Einfluss auf sein frühes Songwriting bei Iron Maiden hatte. Genauer gesagt glaubt Powell, dass das bewegende Outro von ›Blowin’ Free‹ zwei große Rockklassiker beeinflusste: „Es war eine der am meisten ausgeborgten Ideen jener Ära. Ich kann das Doppelgitarren-Finale in Steely Dans ›Reelin’ In The Years‹ hören, ebenso wie natürlich in Thin Lizzys ›The Boys Are Back In Town‹ – das war definitiv von ›Blowin’ Free‹ beeinflusst“. Was absolut plausibel ist. ARGUS erschien im April 1972, ›Reelin’‹ (als Single) im März darauf und ›The Boys‹ vier Jahre später. Nicht dass sich Wishbone Ash, die sich für ihren Song ja kräftig bei Steve Miller bedient hatten, beschweren würden. „Nichts ist wirklich ein Original“, sagt Martin mit einem Lächeln. „Alle Musik ist recyclet.“
Die einst bahnbrechenden Wegbereiter bestellen heute ihr Land – fair enough
Die Pixies besitzen ihren Status als bejubelte Pioniere zu Recht. In den späten 80ern klang nichts sonst auf der Welt so spröde, schräg, wild, clever und abstrus wie der Radaupop des freakigen US-Quartetts. Der Einfluss solcher Gamechanger-Alben wie SURFER ROSA (1988) oder DOOLITTLE (1989) auf folgende Grunge- und Indierock-Generationen ist immens. Die Folge dieses Einflusses ist, dass ein wichtiger Effekt ihrer Platten vor der Trennung 1993 unmöglich noch mal auftreten kann: das Überraschungsmoment, das „Was ist DAS denn?!“-Gefühl. Seit 2014, zehn Jahre nach der Reunion, schreiben Frontmann Black Francis & Co. wieder Songs im Pixies-Stil. Fürs vierte Post-Reunion-Album DOGGEREL gilt, was für die drei Vorgänger galt: Einzelne Momente erinnern uns, dass wir’s mit Genies zu tun haben. Aber man kennt das alles schon so von ihnen, und zwar frecher und frischer. Zu Beginn ihrer Karriere haben die Pixies die Messlatte hoch gelegt. Jetzt sind sie wie ein Stabhochspringer, der mal Weltrekord um Weltrekord brach und jetzt immer noch die 5,75 m schafft. Das ist mehr als ordentlich. Besser als die Meisten. Und doch …
Drei Jahre nach ihrem Debüt SPACE BETWEEN (2019) starten Sammy Hagar & The Circle (hinter dem Bandnamen „verstecken“ sich Michael Anthony am Bass, Jason Bonham am Schlagzeug und Vic Johnson an der Gitarre) in eine fulminante zweite Runde. Die Bandbreite reicht dabei von Country Rock bis hin zu Led-Zeppelin-eskem Classic Rock. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es eine ordentliche Portion an Van-Halen-Querverweisen. So sind beispielsweise das titelgebende ›Crazy Times‹ oder der digital-only-Track ›2120‹ die logische Fortsetzung der 90er-VH-Ära zwischen FOR UNLAWFUL CARNAL KNOWLEDGE (1991) und BALANCE (1995). Die vielschichtige Ausrichtung und ungezwungene Atmosphäre von CRAZY TIMES ist nicht nur extrem spannend, sondern unterstreicht auch eindrucksvoll die Ausnahmestellung dieses All-Star-Quartetts. In unterschiedlichen Genres zu fischen ist eine Sache, diese Stilvielfalt wie hier mit einem roten Faden zu einem schlüssigen und sofort zündenden Album zu verbinden jedoch ein Kunstkniff, den nur ganz wenige in dieser Güte beherrschen.
Das bereits sechste Album des australisch-amerikanischen Kollektivs um Gitarrist David Lowy in weniger als einer Dekade. Im Gegensatz zum sonst ständig rotierenden Line-up gehen die Dead Daisies dieses Mal nahezu unverändert ans Werk – nur Drummer Deen Castronovo (und auch sein Nachfolger Tommy Clufetos) ist nicht mehr mit in der Mannschaft und wird abermals durch Brian Tichy ersetzt. Neben Lowy gehören weiterhin Gitarrist Doug Aldrich und Sänger/Bassist Glenn Hughes zur Truppe. Die Hinzunahme von Hughes (Trapeze, Deep Purple, Hughes/Thrall, Black Sabbath, Black Country Communion), der 2019 nicht nur Sänger John Corabi, sondern auch Bassist Marco Mendoza ersetzte, hat das musikalische Bild des Quartetts erheblich verändert. Der Sound der Band ist kraft- voller und klassischer geworden, mehr Hardrock, weniger Experimente. Hughes verfügt mit seinen inzwischen 71 Jahren noch immer über eine der außergewöhnlichsten und frischesten Stimmern im Rock’n’Roll, trotz aller Eskapaden vor einigen Jahrzehnten hat sie nichts von ihrer durchdringenden Energie verloren. Für die zehn neuen Songs nimmt der Vierer kaum einmal den Fuß vom Gas, lediglich der Titeltrack ›Radiance‹ und ›Cascade‹ mit den heruntergestimmten Gitarren sowie das ruhige ›Roll On‹ weichen da ein wenig ab. Wer aber so tolle Tracks wie ›Not Human‹ schreiben kann, der darf auch mal auf Abwechslung verzichten. Eine gute, klassische Rockscheibe.
7 von 10 Punkten
The Dead Daisies RADIANCE THE DEAD DAISIES PTY LTD./SPV
We der das Wort „Flugscham“, noch transatlantische Discount-Reisen im überbuchten Touri-Bomber waren schon erfunden, als Supertramps sechstes Studioalbum erschien. Anders gesagt: Wer in New York ein lecker Frühstück bei irgendeiner Tiffany mitsamt Absacker in Mo’s Taverne anpeilte, musste der Airline vorab noch ein kleines Vermögen überweisen. Aber dafür durfte man in der 747 immerhin rauchen und bekam sogar etwas zu essen. Jedenfalls: Amerika war damals weiter weg als heute und beflügelte demnach die Fantasien. Mit den Worten „drei Engländer, ein Schotte und ein Amerikaner“ könnte man sicher irgend- einen erschütternd flauen Witz auf den Weg bringen, doch diese fünf Herren nannten sich im echten Leben Supertramp und thematisierten im Titelsong ihres Albums genau jene fernwehsatte Sehnsucht.
Was dann im Artwork der Herren Mike Doud und Mick Haggerty ziemlich genial umgesetzt wurde, man kann es nicht anders sagen. Die Tiffany heißt hier allerdings Libby, wie ihrem Namensschildchen zu entnehmen ist, denn sie posiert ja auch als „Liberty Statue“, zweifelsfrei identifiziert beim Blick durchs Flugzeugfenster. In Wahrheit hieß sie allerdings Kate Murtagh, war 58 Jahre alt und von Beruf Schauspielerin, Sängerin und Komödiantin. Aber was da im Hintergrund wie Manhattans Südspitze aussieht, ist ja auch nicht das, was es zu sein scheint, sondern eine kunstvoll inszenierte Skyline aus mattweißen Cornflakes-Schachteln, Sirup-Flaschen, Eierboxen und jede Menge Frühstücksgeschirr. Ziemlich smart um die Ecke gedacht, oder? Zumindest in Anbetracht des Albumtitels, hier verewigt auf der Speisekarte. Das dachten kurz darauf dann auch die Grammy-Juroren, die das Werk 1980 zum besten Plattencover kürten. Was es im Kontext dieser Rubrik durchaus adelt: Es ist skurril, keine Frage. Aber eben auch künstlerisch verdammt gut gemacht. Ein Klassiker.
2011 startete Daniel Geiger, Sänger der Hardcore-Institution Smoke Blow, seine Zweitkarriere als Solokünstler unter der Flagge Erik Cohen. Vier Alben und zehn Jahre später hat sich der Sänger in der alternativen deutschen Musiklandschaft etabliert. Zur Feier seines zehnjährigen Jubiläums spielt Erik Cohen noch Ende dieses Jahres drei Clubkonzerte:
Heute Abend findet das zweite Konzert zu Ehren von Taylor Hawkins in Los Angeles statt. Die erste Show der Reihe wurde bereits vor einigen Wochen im Londoner Wembley Stadion auf die Bühne gebracht.
Zu Ehren des verstorbenen Drummers der Foo Fighters finden heute im KIA Forum in Inglewood zahlreiche Stars aus der Musikbranche zusammen. Neu auf der Line-Up-Liste sind Def Leppards Joe Elliott und Phil Collen, Black Sabbaths Geezer Butler, Nikki Sixx von Mötley Crüe, Heart-Legende Nancy Wilson, Chad Smith von den Red Hot Chili Pepper, Joan Jett, Alanis Morissette, Sebastian Bach, Pink, Leann Rimes and Brad Wilk.
Das Geld, das bei den Konzerten eingenommen wird, soll an „Musik Support UK“ und „Recording Academy’s MusicCares“ gespendet werden. Während die letzte Show in London als Livestream übertragen wurde, gibt esbei dem Konzert heute Abend leider noch keine Information darüber, ob man das Spektakel online verfolgen kann.