Am 09. Oktober feiern gleich zwei Lennons Geburtstag. John Lennon wäre heute 82 Jahre alt geworden, sein Sohn Sean wird heute 47.
In ihren Songs drücken Musiker oft tiefe Gefühle aus. Vor allem John Lennon nutzte seine Kunst immer als Sprachrohr. Da ist es nicht verwunderlich, dass er auch einen Song für seinen Sohn Sean komponierte.
›Beautiful Boy (Darling Boy)‹ wurde auf Lennons Album DOUBLE FANTASY (1980) veröffentlicht, dem letzten Album von Lennon und seiner Frau Yoko Ono vor seinem Tod am 08. Dezember 1980. In diesem Lied beschreibt Lennon die tiefen Gefühle, die er für seinen Sohn empfindet und die Freude, die Sean ihm jeden Tag schenkt.
Lennon selbst sagte einmal: „Ich empfinde immer noch Freude, wenn ich Sean sehe. Er kam nicht aus meinen Bauch, aber – bei Gott – ich habe seine Knochen geschaffen! Denn ich war bei jeder Mahlzeit dabei, wache über seinen Schlaf. Er schwimmt wie ein Fisch, deswegen nahm ich ihn mit zum ‚Y‘ (Swimming Pool an der 92. Straße). Deswegen habe ich ihm den Ozean gezeigt. Ich bin so stolz auf diese Dinge. Er ist mein größter Stolz.“
Im Video geben uns John und Yoko einen kleinen Einblick in ihr Privatleben:
Ende 1977 waren die Ramones bereits bei ihrem dritten Album angelangt. Doch auch wenn ihre Formel dem Punk seine Blaupause verschafft hatte, führten die stetige Verfeinerung ihres Könnens auf Tour und ein größeres Budget zu einem Karriere-Highlight. Auch mit einem klaren Surf-Einfluss auf Stücken wie ›Cretin Hop‹, ›Rockaway Beach‹ und ihrer wunderbar verrückten Version des Trashmen-Klassikers ›Surfin‘ Bird‹ waren die New Yorker immer noch voller Aufregung, durchgeknallter Unschuld und pulverisierender Energie wie keine ihrer Nachahmer, und konnten nun auch noch einen kraftvolleren Sound und mehr Vielfalt vorweisen – mit ›Here Today, Gone Tomorrow‹ hatten sie sogar eine Ballade im Programm. (Text: Kriss Needs)
Zeitzeugen:
„ROCKET TO RUSSIA ist der beste amerikanische Rock‘n‘Roll des Jahres und vielleicht das lustigste Rockalbum aller Zeiten.“ (Rolling Stone)
Dass das Debüt von Starstrike acht Jahre auf sich warten ließ, hatte vor allem persönliche und gesundheitliche Gründe. Turbulente Zeiten liegen hinter den Oberpfälzer Musikern Matthias „Wauxl“ Pfaller, Martin Buchmann und Andi Gmeinwieser, doch mit LEGACY OR DESTINY wurde nun endlich gut, was ewig währte – und ein wenig Schicksalhaftigkeit findet auch ihren Platz. „Über Andi haben Wauxl und ich uns kennengelernt. Der eine im Helloween-Shirt, der andere im King-Diamond-Shirt, da war schon alles klar. Was beim Songwriting zwischen Wauxl und mir passiert, ist pure Magie, wir ergänzen uns perfekt, haben uns gesucht und gefunden. Wenn wir die Songs im Proberaum zusammen mit Andi am Schlagzeug angehen, bekommen sie nochmal einen neuen Twist. Es geht uns um die Lieder, um die Chemie und nicht darum, das eigene Ego durchzuboxen oder einen Nerv zu treffen. Wenn wir etwas geil finden, dann setzen wir es um und freuen uns wie kleine Kinder!“, so Gitarrist und Songwriter Martin Buchmann voller Elan.
Das Ergebnis dieses langen, aber fruchtbaren Prozesses ist LEGACY OR DESTINY, ein wunderbar klassisches Metal-Werk: „Ich würde unseren Sound als classic Heavy Metal betiteln, der Schnittmengen von der NWoBHM und Hard Rock bereithält: Iron Maiden trifft auf White Lion, Accept und Helloween.“; so Buchmann, während Wauxl meint: „Dabei sind unsere Songs trotzdem sehr unterschiedlich. Die gehen von Hard Rock bis Metal, weisen aber auch progressive Elemente auf.“ Die Euphorie aller Beteiligten kann wohl vor allem damit begründet werden, dass Starstrike nun nach langer Zeit wieder ihre eigene musikalische Vision umsetzen können: „Die letzten Jahrzehnte haben viele von uns in Gruppen gespielt, wo man nicht stark ins Songwriting involviert war. Da haben sich Ideen angestaut, die wir vorher nicht umsetzen konnten, weil uns das richtige Team fehlte. Als wir zueinander gefunden hatten, sprudelte es los.“, erklärt Buchmann die Dynamik des Trios, dessen Mitglieder zuvor bei Bands wie Ravenryde, Grand Sermon, The Cascades und zahlreichen Cover-Formationen gewirkt hatten. Dass für LEGACY OR DESTINY die Ideen flossen, spürt man sofort. Nicht nur an das Niveau der Arrangements wurde eine hohe Messlatte angelegt, auch textlich ist hier viel geboten, befassen sich die Songs doch mit den Verfehlungen und Versprechungen des Mensch-Seins und laut Haupttextschreiber Wauxl auch damit „dass man nicht an sein Erbe gekettet ist, sondern sein Schicksal selbst in der Hand hat.“ Und dann wäre da natürlich noch das aufwendige Cover-Artwork des New Yorker Künstlers Mike Hrubovcak, der bereits für Six Feet Under oder Megadeth gearbeitet hat. Im Grunde ist dieses Album eine Liebeserklärung an den Heavy Metal, das Ergebnis einer brennenden, geteilten Leidenschaft. Oder wie Buchmann es formuliert: „Wir dürfen, wir müssen nicht. Und das ist das Schönste daran. Wie Teenager können wir einfach den Metal machen, den wir selbst am liebsten hören wollen.“
Über 40 Jahre Bon Jovi, das sind rund 130 Millionen verkaufte Platten, Dutzende Top-40-Singlehits und endlose Konzert-Tourneen mit insgesamt rund 35 Millionen Besuchern. Über 40 Jahre Bon Jovi, das ist allerdings auch der nie verstummende Vorwurf, die Band setze mehr auf Image denn musikalische Substanz, und die immerwährende Frage: Warum ist diese Band nur so erfolgreich?
Trotz aller Kritiker-Anfeindungen, die Bon Jovi seit den frühesten Tagen begleiten, trotz der nicht wegzudiskutierenden Tatsache, dass ihre größten Hits inzwischen über 20, wenn nicht gar über 25 Jahre alt sind – kommerziell ist die Band aus New Jersey immer noch eine verdammt große Nummer. Musikalisch waren sie oft angreifbar, für ihre Langlebigkeit allerdings verdienen sie Respekt. Dass Bon Jovi in den oberflächlichen 80er-Jahren einschlugen wie eine Bombe, ist nicht verwunderlich. Schließlich genügten damals oft schon eine Dose Haarspray und ein spritziges Video, um die erste Million Singles über die Ladentische gehen zu lassen. Doch warum galt für die Band nicht das Motto „Hair today, gone tomorrow“? Warum sind Bon Jovi nicht wie die meisten Acts dieser Ära längst der Vergessenheit anheimgefallen oder bestenfalls noch auf Dorf-Festivals unterwegs?
Ein Grund dafür ist, dass sie sich seit ihren frühesten Tagen immer wieder typischer Pop-Mechanismen bedient, in der Öffentlichkeit aber anfangs recht erfolgreich das Image einer (Hard-)Rock-Band kultiviert haben. Bon Jovi waren nie die wilde Rock’n’Roll-Gang, die im Teenageralter zusammenfindet, um ob der gemeinsamen Liebe zur Musik die Welt im Sturm zu erobern. Seine ersten Songs nahm John Bongiovi in den frühen 80ern als Solist mit Sessionmusikern im New Yorker Power Plant Studio auf, das praktischerweise seinem Cousin Tony Bongiovi gehörte, der zuvor schon mit den Talking Heads und den Ramones gearbeitet hatte. Erst als die Nummer ›Runaway‹ ihren Weg ins lokale Radio gefunden hatte, wurden David Rashbaum (Keyboards), Dave Sabo (Gitarre), Alec John Such (Bass) und Hector „Tico“ Torres (Schlagzeug) als Mitstreiter rekrutiert, um den Song auch live promoten zu können.
Kurz bevor er das „Cougar“ aus seinem Namen strich, sicherte sich John Mellencamp seinen Platz im Pantheon der amerikanischen Arbeiterklasse-Songwritern mit THE LONESOME JUBILEE – einem Werk über den Tod, die Enttäuschung und den Wandel der Generationen. Melancholie schwebt durch ›Paper In Fire‹, ›Check It Out‹ und ›The Real Life‹, während seine Stimme wehklagend, rein und aufrichtig klingt. (Text: JH)
Zeitzeugen: „THE LONESOME JUBILEE deutet an, dass die Quelle der Traurigkeit wenigsren teilweise in uns selbst zu finden ist, oder – noch verstörender – im Wesen des Lebens selbst.“ („Rolling Stone“)
Courtney tritt in die Fußstapfen von Joni Mitchell
Retro ist ja gerade extrem angesagt. Kids laufen mit Stones-T-Shirts herum, Jethro Tull und Iron Maiden füllen wieder die großen Hallen und auch in Amerika ist der Trend zum Hin nach Früher erkennbar. Auch in der Musik. Ein gutes Beispiel dafür liefert die Singer/ Songwriterin Courtney Marie Andrews. Die noch keine 32 Jahre alte Künstlerin aus Phoenix, Arizona, war bereits als 20-Jährige singende Hilfskraft bei Jimmy Eat World und – fast noch erstaunlicher – legte ihre ersten, unter Eigenregie veröffentlichten Alben bereits mit 18, 19 Jahren vor. Wir haben es hier also mit einem echten Talent, mit einer Vollblutmusikerin zu tun. Was das jetzt mit dem Retro-Ding zu tun hat? Da muss man nur den Klängen ihres neuen, bereits neunten Albums LOOSE FUTURE lauschen. Schon nach wenigen Takten glaubt man, eine junge Joni Mitchell zu hören. Ähnlich wie die Altmeisterin des gepflegten Folksongs verströmen auch die Songs von Courtney Marie Andrews subtile Zerbrechlichkeit, lassen messerscharfen Verstand erkennen und – schlummernd unter der wohlklingenden, romantisch angehauchten Harmoniedecke – eine erstaunliche Willensstärke. Anspieltipps: ›Older Now‹, ›Satellite‹ und das finale, an die Beatles erinnernde ›Me And Jerry‹. Retro kann so geil sein!
8 von 10 Punkten
Courtney Marie Andrews LOOSE FUTURE FAT POSSUM/MEMBRAN
05./06. Oktober 1970: Wegen einer Bombendrohung und Tumulten in der Frankfurter Festhalle rücken zwei Hundertschaften der Polizei an
Unter geänderten Vorzeichen begaben sich die Rollenden Steine im September/Oktober 1970 auf Europatour. Anstatt Gründer und Namensgeber Brian Jones bediente nun der 21-jährige Virtuose Mick Taylor, einst Nachfolger von Eric Clapton und Peter Green in John Mayall’s Bluesbreakers, die Sologitarre. Taylor fügte dem nunmehr wesentlich kompakteren Sound der Stones eine ganz spezielle Note hinzu. Bei den Konzerten am 5. und 6. Oktober 1970 in der Frankfurter Festhalle brillierte Taylor. Jungenhaft unschuldig ergänzte er das exaltiert Frontduo optimal: Mick Jagger, Sexsymbol mit schmollmundiger Androgyn-Aura, nahm im blassrosa Satinanzug samt Zylinder und Halsband den Glam-Rock-Look vorweg. Auch Keith Richards, gehüllt in Klamotten aus dem Fundus seiner Lebensabschnittsgefährtin Anita Pallenberg, strahlte. Bassist Bill Wyman, Schlagzeuger Charlie Watts, Pianist Ian Stewart, Saxofonist Bobby Keys sowie Trompeter und Posaunist Jim Price akzentuierten. Mit Verve spielten sich die Steine an beiden Tagen jeweils etwas mehr als eine Stunde lang durch bis heute im Repertoire gebliebene Klassiker von BEGGARS BANQUET. Von Jagger mit den Worten „Frankfurt, we have two new songs for you“ angekündigt, zierten ›Brown Sugar‹ und ›Dead Flowers‹ von der seinerzeit noch unveröffentlichten LP STICKY FINGERS (1971) die Setlist.
Als am ersten Abend die brachialen Akkorde des finalen ›Street Fighting Man‹ verklangen, atmeten in drangvoller Enge sowohl das Ordnungspersonal als auch die zwei Hundertschaften der Polizei erleichtert auf, gab es doch kurz vor Konzertbeginn eine anonyme Bombendrohung. Es kam zu zig Festnahmen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zudem randalierten diverse Gruppierungen, denen kein Einlass gewährt wurde, an Tor 4 und Tor 5. Steine, Flaschen und andere Gegenstände flogen auf die Polizeibeamten, außerdem zerstörten die Renitenten diverse Zugangssperren. Ein prekärer Ausnahmezustand, der auf der gesamten Europatour, die am 30. August 1970 in Malmö begann und am 9. Oktober 1970 in Amsterdam endete, leider immer wieder zur Tagesordnung gehörte.
Wild, laut und ein bisschen verrückt erklären The Courettes die Krise für beendet. Bereits treffend als weltbestes Zwei-Personen-Rock’n’Roll-Ensemble beschrieben, ist die explosive Garage-Rock-Band des brasilia- nisch-dänischen Ehepaars Flávia und Martin Couri nun BACK IN MONO – und in den kommenden Monaten auf deutschen Bühnen praktisch allgegenwärtig.
Passend dazu erscheint heute ihr neues Video zum Song ›Talking About My Baby‹, eigenen Angaben zufolge eine „Feier [ihrer] transatlantischen Liebe.“ Der Clip versprüht wunderbare 60er-Jahre-Vibes.