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Steely Dan: CAN’T BUY A THRILL

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Walter Becker und Donald Fagen gehören als Steely Dan zu den schlagkräftigsten und originellsten Songwriter-Pärchen der Musikgeschichte. Sie starteten ihre Karriere nicht nur mit den größten Übereinstimmungen in der Musik, sondern auch ihr skurriler Sinn für Humor blitzte immer wieder mal auf. So entliehen sie sich bei William S. Burroughs’ Roman „Naked Lunch“ ihren Bandnamen – dort ist ein Steely Dan ein dampfbetriebener Eisenpimmel-Dildo. Ursprünglich lernten sich Becker und Fagen 1967 am Bard College in Annandale-on-Hudson, New York kennen. Als Fagen an einem Café namens The Red Balloon vorbeikam, hörte er, wie Walter Becker dort Gitarre übte. Fagen erzählte oft von dieser Erfahrung: „Ich hörte diesen Typen bei seinem Spiel zu – und es klang wie ein vertonter Rausch: beflissen und gefühlvoll, dazu sehr professionell und präzise.“ Als beide entdeckten, dass sie ähnliche Musik mochten, begannen sie, gemeinsam Songs zu schreiben, die noch heute eine eigene Handschrift haben. Sie komprimierten aus Yacht- und West-Coast-Rock, Funk, Blues, Jazz, Folk, Country, wunderschönen Pop-Melodien und südamerikanischen Rhythmen ein einzigartiges swingendes Song-Universum mit großartigen Trademark-Hits. Anfangs halfen ihnen noch Coverversionen von Songs der Rolling Stones (›Dandelion‹) oder Willie Dixon (›Spoonful‹) auf die Sprünge, doch mit viel Eigeninitiative ergaben sich nach und nach die ersten eigenen Songs.

https://youtube.com/watch?v=I4PXBdZNe8I

Ihr Universitätskollege Terence Boylan erinnerte sich an die frühen Tage der beiden Freunde: „Sie übten ständig und kamen nie aus ihrem Zimmer, wo sie die ganze Nacht herumklimperten. Meistens sahen sie aus wie kalkweiße Geister, die in schwarzen Rollkragenpullovern rumliefen. Außer Proben gab es absolut keine andere Aktivität in ihrem Alltag – sie rauchten Lucky Strikes in Kette und irgendwelche Drogen knallten sie sich auch schon mal rein.“ Im Jahr 1969 machte Donald Fagen trotzdem irgendwie seinen Uni-Abschluss. Danach zog er zusammen mit Walter Becker nach Brooklyn und dort versuchten sie, ihre Musik an den Mann zu kriegen – doch mehr als der Soundtrack für einen Independent Film war zuerst nicht drin. Aus Mangel an Möglichkeiten schlossen sich die beiden etwa anderthalb Jahre lang der Tour-Band von Jay and the Americans an. Sie erhielten dort zunächst 100 Dollar pro Show, aber im Laufe weiterer Monate kürzte der Tour-Manager der Band die Gehälter um die Hälfte. Doch an anderer Stelle winkte plötzlich der Erfolg: Das Management von Barbra Streisand entdeckte die Schönheit der Fagen-Becker-Melodien und übernahm ihren Song ›I Mean To Shine‹ im Jahr 1971 auf das Album BARBRA JOAN STREISAND. Ihre Fährte änderte sich komplett, als der Musikproduzent Gary Katz die Stärke der Steely-Dan-Kompositionen entdeckte und er sie unbedingt für ABC Records unter Vertrag nehmen wollte. Er stellte Becker und Fagen als angestellte Songwriter ein und so zog das Songwriter-Duo nach Kalifornien. Katz würde in Folgezeit alle ihre Alben bis zum Jahr 1980 produzieren. „Sie waren sehr aufgeweckt“, erinnert er sich, „aber nicht sonderlich daran interessiert, irgendwie groß in der Öffentlichkeit zu stehen. Sie wollten Platten machen und im Studio sein, das war es. Sie hatten ihre eigene Beziehung und die beiden waren unzertrennlich und echt seelenverwandte Brüder.“ Diese Yin- und Yang-Wahlverwandtschaft zeigt sich schon auf dem ersten Steely Dan Album CAN’T BUY A THRILL (1972). Der Titel bezieht sich auf die Eröffnungszeile des Bob-Dylan-Songs ›It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry‹ vom Album HIGHWAY 61 REVISTED (1965).

„Es war immer unglaublich, wie vielseitig und auf welch originelle Art und Weise sie ihre Einflüsse an Land zogen“, erinnert sich Produzent Gary Katz. Doch einen Makel gibt es – das Albumcover des Steely-Dan-Debüts. Es zeigt eine Fotomontage des Pop-Art-Künstlers Robert Lockart, der an anderer Stelle auch für Ravi Shankar, John Lee Hooker oder die Steve Miller Band gearbeitet hatte. Auf dem Bild ist eine Reihe von Prostituierten aus den 60er-Jahren zu sehen, die in einem Rotlichtviertel von Rouen in Frankreich stehen. Darüber schwebt in einer grellbunten Collage ein offener Kussmund. Darunter wurde der Oberkörper eines nackten Mannes arrangiert, der von psychedelischen Verzierungen umschlungen ist. Rückblickend sind Walter Becker und Donald Fagen von der semantischen Aussage dieses Albmcovers mehr als peinlich berührt. Sie selbst kommentierten diese amateurhafte „Pulp Fiction“ später einmal als schrecklich naive Jugendsünde und sagten, dass diese Kollage „das abscheulichste Albumcover der 70er-Jahre“ sei. Das Artwork mit der pornografischen Anmutung wurde im reaktionären Spanien unter Diktator Franco sogar komplett verboten und dort durch ein Livefoto der Band ersetzt.

Neil Young: 50th Anniversary Edition von HARVEST erscheint am 02. Dezember

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In diesem Jahr feiert Neil Youngs erfolgreichstes Album HARVEST seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlass wird der Meilenstein als 50th Anniversary Boxset neu veröffentlicht.

Das am 01. Februar 1972 erschienene Album HARVEST verkaufte sich millionenfach und erreichte in zahlreichen Ländern Platin-Status. Hierzulande landete es auf Platz 4 der Albumcharts und erhielt 3-fachen Gold-Status. Bis heute ist es mit seinen Hits ›Heart Of Gold‹ und ›Old Man‹ das erfolgreichste Werk von Neil Young.

Zur Feier seines 50-jährigen Jubiläums wird HARVEST am 02. Dezember von Reprise Records als edles Boxset wiederveröffentlicht. Neben dem Album enthält die Box zahlreiche Extras: Drei Studio-Outtakes auf CD/7″-Vinyl, eine unveröffentlichte Solo-Performance für die BBC aus dem Jahr 1971 auf CD, LP und DVD sowie eine bisher zweistündige, unveröffentlichte Doku aus dem Jahr 1971, in der die HARVEST-Sessions filmisch dokumentiert werden. Zusätzlich enthält das Paket ein Hardcover-Buch mit nie gezeigten Fotos und ein ausklappbares Poster. Käufer der Vinyl-Boxsets können sich zudem auf einen Lithographie-Druck freuen.

Hier eine kleine Kostprobe – eine bisher unveröffentlichte Live-Aufnahme von ›Heart Of Gold‹:

Skid Row: THE GANG’S ALL HERE

Ein Album, das nur eines sein kann: das Skid-Row-Comeback

Die Skids waren zwar nie wirklich von der Bildfläche verschwunden, aber plattentechnisch ist es um Dave „The Snake“ Sabo, Rachel Bolan & Co. seit der letzten EP UNITED WORLD REBELLION: CHAPTER TWO von 2014, auf die nie der geplante dritte Teil folgte, doch recht ruhig geworden. Was nun im Herbst 2022 aus New Jersey auf die Welt losgelassen wird, ist ohne Umschweife die beste Skid-Row-Scheibe seit SLAVE TO THE GRIND (1991). Das Quintett mit dem fantastischen Mikrofon-Neuzugang Erik Grönwall (Ex-H.E.A.T) hält in Form von THE GANG’S ALL HERE den Schlüssel zu einem Comeback auf die großen Headliner-Bühnen in der Hand. Die zehn auf den Punkt komponierten und performten Kracher sprühen nur so vor Attitüde und Spielfreude. Alle Songs
grooven ohne Ende und ziehen den Hörer unweigerlich mit packenden Melodien in ihren Bann. Jedes Stück hat zudem das Potenzial zu einer möglichen Singleauskopplung. Dabei umschiffen die Skids gekonnt Zitate aus vergangenen Zeiten und verleihen ihren Trademarks eine frische, aber nicht aufgesetzt wirkende, moderne Note. THE GANG’S ALL HERE wurde von keinem Geringeren als Nick Raskulinecz (u. a. Foo Fighters, Alice In Chains, Halestorm) im Produzentenstuhl druckvoll, transparent und gleichzeitig extrem erdig in Szene gesetzt.

9 von 10 Punkten

Skid Row
THE GANG’S ALL HERE
EARMUSIC/EDEL

Skid Row the gangs all here

Meilensteine: Erster Gig der Jimi Hendrix Experience im Novelty in Frankreich

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13. Oktober 1966: Erster Gig der Jimi Hendrix Experience im Novelty in Evreux, Frankreich.

Plötzlich ging alles rasend schnell: Jahrelang muckerte der aus der US-Armee ausgeschiedene Gitarrenvirtuose James Marshall Hendrix als Begleitmusiker in den Bands von u. a. Little Richard, Isley Brothers, Ike & Tina Turner und King Curtis herum. Lehr- und Wanderjahre auf dem Chitlin Circuit, wie die Auftrittsmöglichkeiten für Afroamerikaner sich nannten.

Doch erst die Entscheidung, sich in Jimmy James umzubenennen und sich als Solist in New York niederzulassen, brachte die Wende: Fotomodell Linda Keith, seinerzeit Freundin von Keith Richards, sah Jimmy James & The Blue Flames im Café Wah?, schleppte begeistert diverse unbeeindruckte US-Label-Executives an und empfahl Hendrix an den sich just als Produzent und Manager etablierenden Ex-Animals-Bassisten Chas Chandler.

Binnen weniger Wochen nach Ankunft in London am 24. September 1966 erfüllte Chandler Hendrix jenes Versprechen, das er ihm in New York gab: „Ich mache einen Star aus dir.“ Noch am gleichen Abend stand der 24 Jahre alte Musikus aus Seattle auf der Bühne von In-Spots Scotch Of St. James. Wenige Wochen später führte Hendrix die mit Bassist Noel Redding und Schlagzeuger Mitch Mitchell besetzte Experience an. Nach einem Kurzauftritt von Hendrix bei Cream buchte Chandler das Trio für eine viertägige Frankreich-Tour als Support von Rock’n’Roller Johnny Hallyday.

Der Start erfolgte am 13. Oktober 1966 im Novelty in Evreux. Schon dieser kurze Gig mit den auf Experience-Sound umarrangierten Coverversionen ›Have Mercy‹, ›In The Midnight Hour‹, ›Land Of 1000 Dances‹ und ›Hey Joe‹ sorgte für mediale Turbulenzen, die sich potenzierten, als der Tourtross wenig später im Pariser Olympia Theater aufschlug. Mitch Mitchell erinnerte sich: „Es war im Novelty, als Noel und ich erstmals den zweiten Charakter von Jimis Persona mitbekamen: Scheu und zurückhaltend hinter den Kulissen, verwandelte er sich im Rampenlicht zu einem verführerischen Raubtier!“ Von da an schien nichts und niemand mehr Jimi Hendrix auf halten zu können. Vier Jahre später, wieder im September, fand das Weltwunder mittels neun Kapseln des Schlafmittels Vesparax das vorzeitige Ende.

Gewinnspiel: Tickets für „Rock The Circus“ im Lostopf

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Bei „Rock The Circus“ werden Songs von AC/DC, Bon Jovi, Guns N’ Roses, Pink Floyd, Queen, den Red Hot Chili Peppers und vielen mehr von einer sechsköpfigen Rockband live gespielt und mit artistischen Höchstleistungen zu einer einzigartigen Show verwebt. Hier wird die Energie einer elektrisierenden Rockshow mit atemberaubender
Zirkusartistik zu einem neuen Konzept fusioniert, das beim geneigten Publikum für so manchen Gänsehaut-Moment sorgen dürfte.

CLASSIC ROCK verlost 10×2 Tickets für eine Wunschstadt eurer Wahl! (siehe unten)

Jetzt mitmachen und gewinnen:

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Hier „Rock The Circus“ live erleben:

20.10. Bitterfeld Städtisches Kulturhaus

22.10. Greiz Vogtlandhalle

23.10. Erfurt Thüringen-halle

25.10. Suhl CCS Congress Centrum

26.10. Karlsruhe Konzerthaus

27.10. Ludwigsburg MHP-Arena

28.10. Landau Jugendstil-Festhalle

29.10. Nürtingen K3N – Stadthalle

30.10. Rosenheim KU ́KO

03.11. Nürnberg Meistersingerhalle

04.11. Erding, Stadthalle

08.11. Ingolstadt, Theater

09.11. Bayreuth, Oberfrankenhalle

10.11. Bad Kissingen, Regentenbau/Max-Littmann-Saal

11.11. Straubing, Joseph-von-Fraunhofer-Halle

12.11. Essenbach, Eskara Sport- und Kulturarena

15.11.Waldkraiburg, Haus der Kultur

17.11. Hof, Freiheitshalle/Großes Haus

18.11. Neustadt, bei Coburg Frankenhalle

28.02.23 Solingen, Theater und Konzerthaus

01.03.23 Köln, E-Werk

02.03.23 Paderborn, Paderhalle

05.03.23 Mannheim, Congress Center Rosengarten/Musensaal

08.03.23 Limburg, Josef-Kohlmeier-Halle

09.03.23 Baden-Baden, Kurhaus

11.03.23 Offenbach, Capitol

14.03.23 Beverungen, Stadthalle

15.03.23 Borken, Stadthalle Vennehof

16.03.23 Kleve, Stadthalle

17.03.23 Moers, ENNI Eventhalle

19.03.23 Siegen, Siegerlandhalle

21.03.23 Rheda-Wiedenbrück Neue Stadthalle

22.03.23 Dortmund, Westfalenhalle

25.03.23 Herford, Stadttheater

26.03.23 Rödermark, Kulturhalle

19.04.23 Biberach, Stadthalle

20.04.23 Ulm, Congress Centrum Maritim

21.04.23 Ravensburg, Oberschwabenhalle

22.04.23 Heilbronn, Festhalle Harmonie

23.04.23 Aschaffenburg, Stadthalle am Schloss

25.04.23 Korbach, Stadthalle

26.04.23 Ibbenbüren, Bürgerhaus

28.04.23 Hannover, Theater am Aegi

29.04.23 Ilsenburg, Harzland-halle

30.04.23 Wolfsburg, Congress Park

01.05.23 Dessau, Anhaltisches Theater

02.05.23 Berlin, Tempodrom

03.05.23 Lübeck, Musik- und Kongresshalle

04.05.23 Norderstedt, TriBühne

06.05.23 Peine, Stadttheater

07.05.23 Bruchhausen-Vilsen, Mensa im Schulzentrum

09.05.23 Halle (Saale), Georg-Friedrich-Händelhalle

10.05.23 Zwickau, Konzert- und Ballhaus Neue Welt

11.05.23 Dresden, Alter Schlachthof

12.05.23 Hoyerswerda, Lausitzhalle

13.05.23 Cottbus, Stadthalle

Aktuelle Ausgabe: Das erwartet euch im neuen CLASSIC ROCK Magazine

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Titelstory: Die unglaubliche Karriere des Peter Frampton

In einer Karriere, die sich über sechs Jahrzehnte erstreckt, hat Peter Frampton den Rock gelebt wie nur wenige andere und alle Rollen gespielt: Wunderkind, Teenie-Idol, Gitarrenheld, globaler Superstar, Vergessener, Comeback-Kid, Überlebender. Und ein prägender Gedanke stand dabei immer im Mittelpunkt: „Ich bin vor allem Musiker.“ CLASSIC ROCK begibt sich in einem ausführlichen Interview mit dem 72-Jährigen auf Zeitreise.

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The Who: Das nächste große Ding

Pete Townshend war 1971 so besessen von einer SciFi-Rockoper, dass es ihn auf einen selbstzerstörerischen Weg führte. Das Projekt wurde letztlich begraben, doch stattdessen lieferten The Who ein Meisterwerk ab. Dies ist die Geschichte von WHO’S NEXT.

The Beatles: Unendlicher Enthusiasmus

1966 sind die Beatles die kommerziell erfolgreichste und gleichzeitig experimentellste Band der Welt. Paul McCartney schreibt absolut geniale Pop-Balladen, John Lennon schön-verspulte Rocksongs, George Harrison
versenkt sich in seine Leidenschaft für indische Musik und Ringo Starr steigt ins U-Boot. Jetzt erscheint das Meisterwerk REVOLVER als Deluxe-Ausgabe mit unveröffentlichten Aufnahmen und neuem Sound. Verantwortlich dafür ist wie schon bei vergangenen Reissues Giles Martin, Sohn des legendären Beatles-Produzenten George Martin, der die Lieder neu abgemischt hat.

Die Memoiren des Brian Johnson:

AC/DC sind eine Urgewalt, eine der größten Rockbands, die dieser Planet jemals erleben durfte. Bücher über die legendäre Formation mit australischen, britischen und schottischen Wurzeln gibt es deshalb verständlicherweise wie Sand am Meer, Schriftstücke und Statements von Mitgliedern höchstpersönlich sind jedoch spärlich gesät, was wohl vor allem auf die Verschwiegenheit des Young-Clans zurückzuführen ist. Das ändert sich jetzt erstmals mit der Veröffentlichung von „Das Leben des Brian“, der Autobiografie von Brian Johnson.

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Außerdem im Heft: Bob Seger, The Cult, Steve Jones, Skid Row, Taylor Hawkins, Alter Bridge, Michael Monroe, Queen, Devin Townsend und vielen mehr!

Wie immer mit Heft-CD mit Songs von Steamhammer, Larkin Poe, The Commoners, Sloan, The Electric Family und vielen mehr!

Rick Parfitt: Ein typisch frecher Junge

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Rick Parfitt würde heute seinen 74. Geburtstag feiern. 2016 starb der Gitarrist und Sänger im Alter von 68 Jahren.

1948 wurde Rick Parfitt in England als Sohn eines Versicherungskaufmannes und einer Kuchenverkäuferin geboren. Während er seinen Vater als einen „Trinker und Spieler“ beschreibt, beschreibt er sich selbst während seiner Kindheit und Jugend als „einen typisch frechen Jungen“.

Nachdem er im Alter von elf Jahren das Gitarrespielen angefangen hatte, war Parfitt mit seinen Geschwistern Jean und Gloria Harrison unterwegs als The Highlights. Nach einem Auftritt traf der Engländer auf Francis Rossi, der in einer Band namens The Spectres spielte. Da The Spectres einen weiteren Sänger gut gebrauchen konnten und Parfitt von ihrer Darbietung von Chuck Berrys ›Bye Bye Johnny‹ beeindruckt war, konnte man sich schnell einigen.

The Spectres benannten sich bald in Traffic Jam um. Das barg allerdings die Gefahr, mit der Band Traffic verwechselt zu werden. Also musste schlussendlich noch ein anderer Name her. Im Jahr 1967 wurde daraus The Status Quo, das „The“ fiel bald weg. Unter Fans wird die Band bis heute häufig nur „Quo“ genannt.

Ab den frühen Siebzigern konnte die Band um Rossi und Parfitt zahlreiche Welthits wie ›Down Down‹, ›Caroline‹ oder ›Rockin‘ All Over The World‹ landen.

Neben seiner eigenen Quo-Bandkarriere wirkte Parfitt auch immer wieder an anderen Alben mit. 1984 kam es zu einer Zusammenarbeit mit Bob Geldorf und ein Jahr später eröffneten Status Quo das Live Aid Konzert im Wembley-Stadium in London.

Seine Drogenprobleme wurden schlimmer, nachdem seine kleine Tochter im heimischen Swimmingpool ertrunken war. Die Belastung für beide Elternteile wurde zu groß, Parfitt und seine Frau ließen sich scheiden. Eine weitere achtjährige Ehe, aus der ein gemeinsamer Sohn hervorging, wurde in den 90ern geschieden. 2006 schließlich heiratete Parfitt die Fitnesstrainerin Lyndsay Whitburn, mit der er bis an sein Lebensende 2016 zusammen blieb. Nach zwei Jahren Ehe bekamen die beiden Zwillinge.

Nachdem er in den 2000ern mit Herzproblemen zu kämpfen hatte, einen vierfachen Bypass am Herzen und auch einen Stent gelegt bekam, musste er 2016 eine Tour mit Status Quo unterbrechen. Im Dezember des gleichen Jahres verstarb der Brite an einer Sepsis. Sein Soloalbum, an dem er im August zu arbeiten begonnen hatte, wurde 2018 postum veröffentlicht.

Rückblende: Marshall Tucker Band mit ›Can’t You See‹

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Die Single musste zweimal veröffentlicht werden, um die
schwindelerregende Höhe von Platz 75 der US-Charts zu erreichen. Doch die Langlebigkeit und der Einfluss von ›Can’t You See‹ haben jegliche Enttäuschung über diese kommerzielle Bruchlandung bei Weitem aufgewogen.

Es sind fast genau 50 Jahre vergangen, aber Doug Gray erinnert sich noch an den Tag, als sein Bandkollege, Gitarrist Toy Caldwell, bei einer Probe in ihrer Heimatstadt Spartanburg, South Carolina, eine neue Komposition namens ›Can’t You See‹ vorstellte. „Toy kam rein und sagte: ‚Ich will, dass ihr diesen Song hört, an dem ich gearbeitet habe. Ich habe eine tolle erste Strophe.‘“, erzählt der Sänger nostalgisch. „Ich musste die zweite Strophe auf einem Stück braunem Papier aufschreiben, weil Toy sich nicht daran erinnern konnte. Dieses Stück Papier habe ich tatsächlich immer noch.“ Caldwells erstes Arrangement war ziemlich primitiv. Nachdem die Band beschlossen hatte, dass ein Flötenintro genau das Richtige dafür wäre, war ihr begnadeter Multiinstrumentalist Jerry Eubanks gefordert. Die Flöte findet im Southern Rock eher selten Verwendung, Eubanks’ wunderbar sommerliches Solo erinnerte an eine Lerche und wurde zum Erkennungsmerkmal des Songs. „Wir wussten, dass wir keinen gewöhnlichen Gitarren- oder Klavierpart wollten. Um es einzigartig zu machen, baten wir also unseren Kumpel Jerry und er ließ sich etwas einfallen, das passte“, erklärt Gray. Er hätte sein Recht als Leadsänger geltend machen können, doch als das Quintett in den Capri corn Sound Studios in Macon, Georgia, ankam, um mit Produzent Paul Hornsby zu arbeiten, schlug Gray vor, der Komponist des Songs, Caldwell, solle ihn an seiner Stelle auch singen. „Das Stück eignete sich besser für eine rauere Stimme als meine. Ich wusste sofort, dass es nicht mir [als Sänger] gehörte, sondern Amerika. Es gehörte dem Universum.“

Caldwell war jedoch andererMeinung. Gray machte mehr als deutlich, dass er den Song aussetzen wollte, doch Caldwell bestand darauf, ihn aus der Kehle des Frontmanns zu hören. „Ich machte es ein paar Mal und sang absichtlich schlecht“, lacht Gray. „Also gaben wir es wieder Toy und er sang es in zehn Minuten ein, viel besser, als ich es je gekonnt hätte. Er sang, als würde er Zeugnis ablegen. Und jetzt, wo es ein universeller Song geworden ist, fordere ich immer das Publikum – das aus Menschen im Alter von zehn Jahren bis zu Menschen, die älter als ich sind, besteht, und ich bin jetzt 74 – auf, die erste Strophe zu singen. Und sie legen alle Zeugnis ab. Gerade erst gestern sang ich das Stück in North Carolina, und am Tag davor in Nevada, aber wir hatten keine Ahnung, dass es so beliebt werden würde. ›Can’t You See‹ wurde in Pubs, Clubs und auf Bühnen rund um den Globus gehört.“ Mit textlichen Bezügen auf die Fahrt in einem Güterzug malt ›Can’t You See‹ ein lebendiges Bild der Südstaaten, doch mit Zeilen wie „find me a hole in the wall“ und „crawl inside and die“ hat es auch eine düstere Note. Es ist ein Song voller Kontraste. „Das ist es wirklich“, stimmt Gray zu. „Uns wurde erst vor fünf Jahren klar, dass unsere Albentitel ab dem zweiten sich alle auf einander [und auf Eskapismus im Allgemeinen] beziehen, von A NEW LIFE [1974] und SEARCHING FOR A RAINBOW [1975] bis zu unserer bislang letzten Platte [THE NEXT ADVENTURE, 2007]. Das war nicht beabsichtigt, es passierte einfach so.“ Das selbstbetitelte Debüt der Marshall Tucker Band erreichte die Top 30 der US-Charts, doch als ›Can’t You See‹ als Single veröffentlicht wurde, schaffte es keine höhere Platzierung als 108. Später versuchte es Capricorn noch mal, aber das Ergebnis fiel mit Platz 75 nur unwesentlich besser aus. Ein Bestseller wurde der Song also nie, doch er hat sich als sehr langlebig erwiesen und wird heute sehr geschätzt. „Das ist wahr, und ich weiß nicht, warum“, so Gray. Dass die Band in jenem Jahrzehnt mit ›Fire On The Mountain‹ und ›Heard It In A Love Song‹ zwei größere Hits landete, half sicher und erlaubte es ihnen zu wachsen. „Ich könnte dir eine Fassung von Waylon Jennings vorspielen, der ›Can’t You See‹ singt [1976]“, sagt Gray begeistert. „Die Zak Brown Band nahm es [2010] mit Kid Rock auf. Wir haben dadurch viele Freunde gewonnen, und dann sind da noch die ganzen Teilnehmer, die es in Sendungen wie ‚The Voice‘ singen. Momentan ist es auch in fünf Netflix-Filmen zu hören.“

Auch Black Stone Cherry und, na ja, Poison coverten die Nummer. Kennt Gray auch diese Versionen? „Yeah“, bestätigt er. „Ich habe etwa 40 Covers von ›Can’t You See‹ von anderen Acts.“ Dieses Jahr feiert die Marshall Tucker Band ihr 50. Jubiläum und Gray will so lange auftreten, bis er tot umfällt. „Die Originalformation war nur acht Jahre zusammen und ich bin der Letzte, der davon noch übrig ist, doch was mich am stolzesten macht ist, dass wir immer noch gut dabei sind“, strahlt er. „Die meisten der Jungs im jetzigen Line-up sind seit 25 Jahren bei mir und es ist eine solide Band. Und so wird das sein, bis ich zum Abschied von meiner Trage winke, nachdem ich auf der Bühne gestorben bin. Ich werde mich nicht zur Ruhe setzen. Da ist noch zu viel Spaß in mir.“ Lynyrd Skynyrd drehen gerade ihre Abschiedsrunde, und der Freund und MTB-Kollaborator Charlie Daniels starb 2020. Angesprochen darauf, ob er sich Sorgen um die Zukunft des Southern Rock macht, antwortet Gray ausweichend. „Die neue Art ist die alte Art – und so sollte es sein. Blackberry Smoke machen es richtig. Sie sind keine Hardrocker, ihre Songs bedeuten etwas und sie erschaffen neue Erinnerungen aus dem, was vor ihnen kam.“ Aber warum ist die Marshall Tucker Band im Vergleich zu den Titanen des Genres nicht bekannter? „Wir haben nie Kapital aus einem Tod geschlagen“, sagt er und lässt diese Bemerkung einen Augenblick in der Luft hängen. „Das machten so viele andere Acts. Wir wurden auch dazu gedrängt [Toy Caldwell starb 1993, ein Jahrzehnt nach seinem Ausstieg, und sein Bruder, Bassist Tom, 1980 bei einem Autounfall], aber wir weigerten uns.“ In Europa ließ sich die Marshall Tucker Band kaum blicken, doch Gray bereut nichts. „Ich hätte nichts anders gemacht“, schließt er mit einem Funkeln im Auge ab. „Ich habe so ziemlich jede Droge genommen, die man finden konnte, und jede Erfahrung gemacht, die man sich wünschen könnte. Wenn die Southern-Rock-Bands zusammen auf Tour gingen, trat ich für sie ein. Ich konnte völlig nüchtern erklären, dass ein Fernseher explodierte, nachdem ein Bier reingekippt worden war: ‚Ich weiß nicht, was da passiert ist, Sir … das Ding ging einfach in die Luft!‘ Ich wusste, dass mein Bruder Ronnie [Van Zant, Lynyrd Skynyrd] es getan hatte, aber ich log wie ein Motherfucker. Jemand musste es ja tun!“