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Video der Woche: Creedence Clearwater Revival ›Travelin Band‹

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Heute vor 50 Jahren lösten sich die legendären Creedence Clearwater Revival auf, doch ihre Songs zählen bis heute zum Besten, was die Rockmusik zu bieten hat.

Auch wenn John Fogerty, sein älterer Bruder Tom, Doug Clifford und Stu Cook schon einige Jahre miteinander Musik machten, konnten sie erst als Creedence Clearwater Revival die Spitze des Rockolymp erklimmen. In den gerade mal knapp fünf Jahren, die CCR existierte, nahmen sie sechs Studioalben auf, die alle Platin-Status erreichten.

Doch der Erfolg wurde stets durch persönliche und künstlerische Differenzen innerhalb der Gruppe begleitet. John Fogerty erwähnte oft, dass er sich immer allein in der Verantwortung fühlte, Hits zu schreiben. Schließlich zog er am 16.10.1972 die Reißleine – CCR waren Geschichte und wurden Musikhistorie.

›Travelin‘ Band‹ erschien 1970 als Doppel-Single mit ›Who’ll Stop The Rain‹ und wurde in ihrer Heimat mit Platin ausgezeichnet. In Deutschland erreichte der Song Platz 2 der Charts. Inspiriert ist er von Rock’n’Roll-Songs der 50er Jahre. Vor allem Little Richard diente Fogerty als Vorbild.

Begleitet wurde der Erfolg der Single auch mit Plagiatsvorwürfen. Zum einen ähnelt sie sehr ›No Time‹ von The Monkees aus dem Jahr 1967. Die Rechtsinhaber von Little Richards ›Good Golly, Miss Molly‹ fanden die Ähnlichkeiten so gravierend, dass sie ein Gerichtsverfahren anstrebten. Man einigte sich jedoch außergerichtlich.

Nichts desto trotz zählt ›Travelin‘ Man‹ zu den herausragendsten Songs von CCR. Das Video gewährt uns einen kleinen Einblick in den Touralltag der Band:

Bywater Call: Ein total warmes Feeling

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Bywater Call ist ein inzwischen siebenköpfiges Musikkollektiv, das sich grob umrissen dem Roots Rock verschrieben hat, diesen jedoch mit zahlreichen Nuancierungen aus den Bereichen Soul, Southern Rock, Blues und Funk anreichert. Die Truppe klingt wie eine moderne Mischung aus den Black Crowes, großen Soul-Legenden und bombastischem Gesangstalent – und auf ihrem zweiten Album REMAIN haben die Kanadier diese eh schon genuine Mixtur nun weiter verfeinert, um dem Wunschsound in ihrem Kopf einen Schritt näher zu kommen. „Als wir mit Bywater Call anfingen, testeten wir noch viel aus. Ein Song klang total nach Bluegrass, ein anderer wieder nach Gospel oder nach Stones-artigem Rock’n’Roll. Dann kamen unsere Bläser hinzu, wir machten unsere erste Platte und langsam verstanden wir selbst, wie unsere Band überhaupt klingt. Wie Bildhauer tragen wir immer mehr Unnötiges ab, um zu unserem Kern zu finden, um unsere Vision umzusetzen.“, so Gitarrist Dave im Zoom-Interview. Seine Partnerin und talentierte Sängerin der Truppe, Meghan, ergänzt: „Kontinuierlich nähern wir uns unserer eigenen Nische an und entfernen uns dabei gleichzeitig etwas mehr von den Künstler*innen, die uns ganz deutlich beeinflussen. Je weiter unsere Reise geht, desto mehr klingen wir nach Bywater Call und das ist eine sehr schöne Erfahrung.“

Wie genau die von ihnen anvisierte Klanglandschaft aussehen soll, versucht Dave zu erklären: „Wir versuchen, ein total warmes Feeling zu erzeugen und einzufangen – einen entspannten Southern Sound, versetzt mit Rock’n’Roll und einigen unserer Motown-Helden aus dem Soul-Universum. Wir sind nicht darauf aus, eine astreine, große Hard-Rock-Band wie ZZ Top oder so zu sein. Wo uns das meiner Meinung nach am besten gelungen ist: bei den neuen Songs ›Remain‹ und ›Locked‹.“ Für die Umsetzung ihrer Vorstellungen fingen Bywater Call bereits 2020 mit dem Songwriting für ihren Debütnachfolger an. Erst noch vor ihrer angesetzten Tour, um neues Material live antesten zu können, dann pandemiebedingt auf der heimischen Terrasse. Diese unterschiedlichen Entstehungsphasen schlagen sich auch im Grundtenor der verschiedenen Tracks nieder: „Aus manchen Songs spricht die Pandemie deutlich. ›Locked‹ beispielsweise ist zu 100 Prozent ein Pandemie-Liebeslied, das sich lose darum dreht, was Dave und ich als Paar, Geschäfts- und Musikpartner in dieser Zeit durchgemacht haben. Es geht darum, wie es sich auf unsere Beziehung auswirkte, sich uninspiriert und eingesperrt zu fühlen. Der Opener ›Falls Away‹ dreht sich um die vielen politischen Themen, die damals sehr aktuell waren – es geht um das Gefühl, dass wir im Grunde doch alle nur versuchen, uns irgendwie durchzukämpfen.“, so Meghan nachdenklich. Der Zukunft sehen die beiden optimistisch entgegen: „Wir wollen unser Publikum vergrößern, neue Märkte erobern – demnächst fangen wir beispielsweise an, in den Staaten zu touren, was ein ziemlich großes Ding für uns ist. Bisher war es ja schon so aufregend, wir gehen einen Schritt nach dem nächsten.“

Lera Lynn: „Ich hatte Angst, jemandem davon zu erzählen“

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Zu Beginn der Pandemie ist die US-Songwriterin Mutter geworden. Jetzt berichtet sie von ihrem neuen Selbst – und einer Krankheit, über die viel zu selten gesprochen wird. Das neue Album von Lera Lynn SOMETHING MORE THAN LOVE, wurde gleich von zwei prägenden Ereignissen beeinflusst. Zum einen ist da, natürlich, die Pandemie, mit der alle zu tun haben. Zum anderen ist die Songwriterin aus Nashville vor zwei Jahren Mutter eines Sohns geworden. Logisch, dass sich das eigene Leben da neu ausrichtet. Doch dazu gleich mehr. Zuerst kurz die Fakten. Lynn, im Dezember 1984 in Houston geboren, hat 2011 mit HAVE YOU MET LERA LYNN? ihr erstes, von RootsRock und Country dominiertes Album veröffentlicht, mittlerweile sind es sechs. Am bekanntesten dürfte sie vielen aber für ihre Mitarbeit an der zweiten Staffel der USSerie „True Detective“ sein: Zum Soundtrack steuerte sie mehrere düster dahinschleichende Americana Popsongs bei, dazu spielte sie eine Rolle als Bar-Sängerin. Für die neuen Lieder war sie zusammen mit ihrem Kreativ und Lebenspartner Todd Lombardo und wechselnden Gastmusikern im Studio. In mehreren Songs geht es darum, jemandem zu dienen, ja, sich diesem jemand komplett zu verschreiben. „There is freedom in my servitude“, heißt es im mit Streichern verzierten Folk-Pop des Titelstücks, „I pledge allegiance to you, may I never be cut free“ im mitreißenden Indie-Garage Rock meets Country-Song ›I’m Your Kamikaze‹. Was bedeutet dieser unterwürfige Gestus? „Jemand anderem zu dienen, ist einer der schwierigsten Aspekte, wenn man gerade Mutter geworden ist“, erzählt Lynn. Bei ihr jedenfalls sei das so gewesen. Man lerne, dass man nicht mehr das Zentrum der eigenen Welt ist. „Ich war 36, als der Kleine zur Welt kam, und an ein Leben als Globetrotter gewohnt, da war das schon ein bisschen ein Schlag in den Nacken.“ Schnell habe sie aber gemerkt: „Diese Dienerschaft zu umarmen, ist der einzige Weg zur Freiheit.“

Durch Songs wie das reduzierte Folk Stück ›What Is This Body?‹ oder das traumartig dahinfließende ›Black River‹ zieht sich eine tiefe Verunsicherung. Darauf angesprochen, erwähnt Lynn eine Erkrankung, die ihrer Meinung nach viel zu wenig beachtet wird: postpartale Depression. Eine Form der Depression, die Frauen – aber auch Männer – in den Wochen oder Monaten nach der Geburt treffen kann. „Ich hatte Angst ,jemandem davon zu erzählen, wie ich mich fühlte, weil ich dachte, dann würden mich alle für eine schlechte Mutter halten“, sagt Lynn, und fasst damit das Stigma zusammen, das der postpartalen Depression noch immer anhaftet. Als sie ganz unten war, habe sie im Internet zum Glück Berichte von Frauen gefunden, denen es ähnlich ging wie ihr. Die letzten beiden Jahre seien keine leichten gewesen, sagt Lynn, aber doch glückliche. „Trauer und Freude, Isolation und Gemeinschaft mit meiner Familie, Entfremdung von meinem alten und Akzeptanz meines neuen Selbst“ seien zusammengekommen. Und klar erschöpft sich ihr neues Album nicht in ihrer privaten Geschichte. Es ist eine Platte über tiefgehende Veränderung, Verunsicherung und das Sehnen nach Verbundenheit mit anderen.

Was machen eigentlich: Mass?

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„Urgestein würd’ ich auch gern mal sein, ihr seid einfach ne tolle Truppe.“ Aushilfsschlagzeugerin Vrön Hauger ist nach dem Auftritt zusammen mit Mass auf dem Metalheadz Open Air 2022 voll des Lobes für ihre Auftraggeber. Dazu Bassist und Gründungsmitglied Günther Viktor Radny: „Unser Drummer war wegen schwieriger diplomatischer Verhandlungen im Weißen Rössl am Königssee verhindert und Vrön Hauger hat ihn hervorragend vertreten.“ Näheres wollen er und wir dazu mal nicht sagen. Das mit dem Urgestein macht jedenfalls Sinn, reichen die Anfänge von Mass doch bis 1973 zurück. Unter dem Einfluss von Black Sabbath und dem Namen Black Mass gründete Radny damals die Truppe in Lappersdorf bei Regensburg.

Nach etlichen Besetzungswechseln spielte man 1975 in München einen Longplayer ein. Mit dabei der renommierte Engineer David Siddle, der da schon mit den Beatles, Jimy Hendrix und Deep Purple zusammengearbeitet hatte. Das Ergebnis wurde nie veröffentlicht. Die Platte BACK TO THE MUSIC, jetzt unter dem Signet Mass, im Jahr 1977 allerdings schon. Weitere zwei Jahre später stellte sich mit SLAUGHTER HOUSE dann der erste Erfolg ein und man erreichte in den griechischen Charts Platz vier. Die Verkäufe zu Beginn der 80er waren auch nicht schlecht, aber den Regensburgern gelang es nicht, an heavy rockende Landsleute wie Scorpions oder Accept anzuschließen.


Zumindest war man im Ausland und im Vorprogramm von Größen wie Thin Lizzy, Rose Tattoo oder Golden Earing unterwegs. Und Alben wie WAR LAW, 1984 mit Krokus-Produzent Martin Pearson aufgenommen, dürfen durchaus zu den deutschen Metal-Klassikern gezählt werden. 1985 folgte noch eine größere Tournee, u. a. zusammen mit Celtic Frost, und mit KICK YOUR ASS ein letztes Album, bevor Radny & Co. 1987 die Segel strichen. Erst 2010 kehrten Mass dank einiger Re-Releases von SPV in das kollektive Bewusstsein zurück. 2016 äußerte sich Tom „Warrior“ Fischer von Celtic Frost wohlwollend über die Kollegen bzw. ANGEL POWER von 1980. Radney beschloß ein Jahr später, die Band wieder an den Start zu bringen und scharte für das Comeback mit STILL CHAINED neue Leute um sich. Zusammen ist man bis heute unter anderem auf dem eingangs erwähnten Metalheadz Open Air aktiv. Außerdem hat man laut dem letzten Originalmitglied Radny drei Festivalangebote für 2023. Und eine neue Platte? „Mit einer neuen Platte kann man immer rechnen, sobald sich eine Company meldet, stehen wir bereit. Ideen gibt es bei meinen Mitkollegen immer“, gibt sich der Bassist hoffnungsvoll. Und fügt humorvoll hinzu: „Wir verlieren Zähne und wir verlieren Haare, aber solange das Rock’n’Roll-Herz schlägt und das Publikum uns hören will, wird es Mass geben. Es geht ja jetzt erst richtig los.“

Steely Dan: CAN’T BUY A THRILL

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Walter Becker und Donald Fagen gehören als Steely Dan zu den schlagkräftigsten und originellsten Songwriter-Pärchen der Musikgeschichte. Sie starteten ihre Karriere nicht nur mit den größten Übereinstimmungen in der Musik, sondern auch ihr skurriler Sinn für Humor blitzte immer wieder mal auf. So entliehen sie sich bei William S. Burroughs’ Roman „Naked Lunch“ ihren Bandnamen – dort ist ein Steely Dan ein dampfbetriebener Eisenpimmel-Dildo. Ursprünglich lernten sich Becker und Fagen 1967 am Bard College in Annandale-on-Hudson, New York kennen. Als Fagen an einem Café namens The Red Balloon vorbeikam, hörte er, wie Walter Becker dort Gitarre übte. Fagen erzählte oft von dieser Erfahrung: „Ich hörte diesen Typen bei seinem Spiel zu – und es klang wie ein vertonter Rausch: beflissen und gefühlvoll, dazu sehr professionell und präzise.“ Als beide entdeckten, dass sie ähnliche Musik mochten, begannen sie, gemeinsam Songs zu schreiben, die noch heute eine eigene Handschrift haben. Sie komprimierten aus Yacht- und West-Coast-Rock, Funk, Blues, Jazz, Folk, Country, wunderschönen Pop-Melodien und südamerikanischen Rhythmen ein einzigartiges swingendes Song-Universum mit großartigen Trademark-Hits. Anfangs halfen ihnen noch Coverversionen von Songs der Rolling Stones (›Dandelion‹) oder Willie Dixon (›Spoonful‹) auf die Sprünge, doch mit viel Eigeninitiative ergaben sich nach und nach die ersten eigenen Songs.

https://youtube.com/watch?v=I4PXBdZNe8I

Ihr Universitätskollege Terence Boylan erinnerte sich an die frühen Tage der beiden Freunde: „Sie übten ständig und kamen nie aus ihrem Zimmer, wo sie die ganze Nacht herumklimperten. Meistens sahen sie aus wie kalkweiße Geister, die in schwarzen Rollkragenpullovern rumliefen. Außer Proben gab es absolut keine andere Aktivität in ihrem Alltag – sie rauchten Lucky Strikes in Kette und irgendwelche Drogen knallten sie sich auch schon mal rein.“ Im Jahr 1969 machte Donald Fagen trotzdem irgendwie seinen Uni-Abschluss. Danach zog er zusammen mit Walter Becker nach Brooklyn und dort versuchten sie, ihre Musik an den Mann zu kriegen – doch mehr als der Soundtrack für einen Independent Film war zuerst nicht drin. Aus Mangel an Möglichkeiten schlossen sich die beiden etwa anderthalb Jahre lang der Tour-Band von Jay and the Americans an. Sie erhielten dort zunächst 100 Dollar pro Show, aber im Laufe weiterer Monate kürzte der Tour-Manager der Band die Gehälter um die Hälfte. Doch an anderer Stelle winkte plötzlich der Erfolg: Das Management von Barbra Streisand entdeckte die Schönheit der Fagen-Becker-Melodien und übernahm ihren Song ›I Mean To Shine‹ im Jahr 1971 auf das Album BARBRA JOAN STREISAND. Ihre Fährte änderte sich komplett, als der Musikproduzent Gary Katz die Stärke der Steely-Dan-Kompositionen entdeckte und er sie unbedingt für ABC Records unter Vertrag nehmen wollte. Er stellte Becker und Fagen als angestellte Songwriter ein und so zog das Songwriter-Duo nach Kalifornien. Katz würde in Folgezeit alle ihre Alben bis zum Jahr 1980 produzieren. „Sie waren sehr aufgeweckt“, erinnert er sich, „aber nicht sonderlich daran interessiert, irgendwie groß in der Öffentlichkeit zu stehen. Sie wollten Platten machen und im Studio sein, das war es. Sie hatten ihre eigene Beziehung und die beiden waren unzertrennlich und echt seelenverwandte Brüder.“ Diese Yin- und Yang-Wahlverwandtschaft zeigt sich schon auf dem ersten Steely Dan Album CAN’T BUY A THRILL (1972). Der Titel bezieht sich auf die Eröffnungszeile des Bob-Dylan-Songs ›It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry‹ vom Album HIGHWAY 61 REVISTED (1965).

„Es war immer unglaublich, wie vielseitig und auf welch originelle Art und Weise sie ihre Einflüsse an Land zogen“, erinnert sich Produzent Gary Katz. Doch einen Makel gibt es – das Albumcover des Steely-Dan-Debüts. Es zeigt eine Fotomontage des Pop-Art-Künstlers Robert Lockart, der an anderer Stelle auch für Ravi Shankar, John Lee Hooker oder die Steve Miller Band gearbeitet hatte. Auf dem Bild ist eine Reihe von Prostituierten aus den 60er-Jahren zu sehen, die in einem Rotlichtviertel von Rouen in Frankreich stehen. Darüber schwebt in einer grellbunten Collage ein offener Kussmund. Darunter wurde der Oberkörper eines nackten Mannes arrangiert, der von psychedelischen Verzierungen umschlungen ist. Rückblickend sind Walter Becker und Donald Fagen von der semantischen Aussage dieses Albmcovers mehr als peinlich berührt. Sie selbst kommentierten diese amateurhafte „Pulp Fiction“ später einmal als schrecklich naive Jugendsünde und sagten, dass diese Kollage „das abscheulichste Albumcover der 70er-Jahre“ sei. Das Artwork mit der pornografischen Anmutung wurde im reaktionären Spanien unter Diktator Franco sogar komplett verboten und dort durch ein Livefoto der Band ersetzt.

Neil Young: 50th Anniversary Edition von HARVEST erscheint am 02. Dezember

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In diesem Jahr feiert Neil Youngs erfolgreichstes Album HARVEST seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlass wird der Meilenstein als 50th Anniversary Boxset neu veröffentlicht.

Das am 01. Februar 1972 erschienene Album HARVEST verkaufte sich millionenfach und erreichte in zahlreichen Ländern Platin-Status. Hierzulande landete es auf Platz 4 der Albumcharts und erhielt 3-fachen Gold-Status. Bis heute ist es mit seinen Hits ›Heart Of Gold‹ und ›Old Man‹ das erfolgreichste Werk von Neil Young.

Zur Feier seines 50-jährigen Jubiläums wird HARVEST am 02. Dezember von Reprise Records als edles Boxset wiederveröffentlicht. Neben dem Album enthält die Box zahlreiche Extras: Drei Studio-Outtakes auf CD/7″-Vinyl, eine unveröffentlichte Solo-Performance für die BBC aus dem Jahr 1971 auf CD, LP und DVD sowie eine bisher zweistündige, unveröffentlichte Doku aus dem Jahr 1971, in der die HARVEST-Sessions filmisch dokumentiert werden. Zusätzlich enthält das Paket ein Hardcover-Buch mit nie gezeigten Fotos und ein ausklappbares Poster. Käufer der Vinyl-Boxsets können sich zudem auf einen Lithographie-Druck freuen.

Hier eine kleine Kostprobe – eine bisher unveröffentlichte Live-Aufnahme von ›Heart Of Gold‹:

Skid Row: THE GANG’S ALL HERE

Ein Album, das nur eines sein kann: das Skid-Row-Comeback

Die Skids waren zwar nie wirklich von der Bildfläche verschwunden, aber plattentechnisch ist es um Dave „The Snake“ Sabo, Rachel Bolan & Co. seit der letzten EP UNITED WORLD REBELLION: CHAPTER TWO von 2014, auf die nie der geplante dritte Teil folgte, doch recht ruhig geworden. Was nun im Herbst 2022 aus New Jersey auf die Welt losgelassen wird, ist ohne Umschweife die beste Skid-Row-Scheibe seit SLAVE TO THE GRIND (1991). Das Quintett mit dem fantastischen Mikrofon-Neuzugang Erik Grönwall (Ex-H.E.A.T) hält in Form von THE GANG’S ALL HERE den Schlüssel zu einem Comeback auf die großen Headliner-Bühnen in der Hand. Die zehn auf den Punkt komponierten und performten Kracher sprühen nur so vor Attitüde und Spielfreude. Alle Songs
grooven ohne Ende und ziehen den Hörer unweigerlich mit packenden Melodien in ihren Bann. Jedes Stück hat zudem das Potenzial zu einer möglichen Singleauskopplung. Dabei umschiffen die Skids gekonnt Zitate aus vergangenen Zeiten und verleihen ihren Trademarks eine frische, aber nicht aufgesetzt wirkende, moderne Note. THE GANG’S ALL HERE wurde von keinem Geringeren als Nick Raskulinecz (u. a. Foo Fighters, Alice In Chains, Halestorm) im Produzentenstuhl druckvoll, transparent und gleichzeitig extrem erdig in Szene gesetzt.

9 von 10 Punkten

Skid Row
THE GANG’S ALL HERE
EARMUSIC/EDEL

Skid Row the gangs all here

Meilensteine: Erster Gig der Jimi Hendrix Experience im Novelty in Frankreich

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13. Oktober 1966: Erster Gig der Jimi Hendrix Experience im Novelty in Evreux, Frankreich.

Plötzlich ging alles rasend schnell: Jahrelang muckerte der aus der US-Armee ausgeschiedene Gitarrenvirtuose James Marshall Hendrix als Begleitmusiker in den Bands von u. a. Little Richard, Isley Brothers, Ike & Tina Turner und King Curtis herum. Lehr- und Wanderjahre auf dem Chitlin Circuit, wie die Auftrittsmöglichkeiten für Afroamerikaner sich nannten.

Doch erst die Entscheidung, sich in Jimmy James umzubenennen und sich als Solist in New York niederzulassen, brachte die Wende: Fotomodell Linda Keith, seinerzeit Freundin von Keith Richards, sah Jimmy James & The Blue Flames im Café Wah?, schleppte begeistert diverse unbeeindruckte US-Label-Executives an und empfahl Hendrix an den sich just als Produzent und Manager etablierenden Ex-Animals-Bassisten Chas Chandler.

Binnen weniger Wochen nach Ankunft in London am 24. September 1966 erfüllte Chandler Hendrix jenes Versprechen, das er ihm in New York gab: „Ich mache einen Star aus dir.“ Noch am gleichen Abend stand der 24 Jahre alte Musikus aus Seattle auf der Bühne von In-Spots Scotch Of St. James. Wenige Wochen später führte Hendrix die mit Bassist Noel Redding und Schlagzeuger Mitch Mitchell besetzte Experience an. Nach einem Kurzauftritt von Hendrix bei Cream buchte Chandler das Trio für eine viertägige Frankreich-Tour als Support von Rock’n’Roller Johnny Hallyday.

Der Start erfolgte am 13. Oktober 1966 im Novelty in Evreux. Schon dieser kurze Gig mit den auf Experience-Sound umarrangierten Coverversionen ›Have Mercy‹, ›In The Midnight Hour‹, ›Land Of 1000 Dances‹ und ›Hey Joe‹ sorgte für mediale Turbulenzen, die sich potenzierten, als der Tourtross wenig später im Pariser Olympia Theater aufschlug. Mitch Mitchell erinnerte sich: „Es war im Novelty, als Noel und ich erstmals den zweiten Charakter von Jimis Persona mitbekamen: Scheu und zurückhaltend hinter den Kulissen, verwandelte er sich im Rampenlicht zu einem verführerischen Raubtier!“ Von da an schien nichts und niemand mehr Jimi Hendrix auf halten zu können. Vier Jahre später, wieder im September, fand das Weltwunder mittels neun Kapseln des Schlafmittels Vesparax das vorzeitige Ende.