Nach ihrer großen Stadion-Tournee durch die Staaten kommen Def Leppard und Mötley Crüe 2023 nun auch noch im Rahmen ihrer anstehenden „The World“-Tour Deutschland. Das potente Glam-Line-Up wird im Mai und im Juni in Mönchengladbach, München und Hannover gastieren.
by Anton Corbijn
„Nachdem wir mit unserer gigantischen Sommertournee durch die USA und Kanada in diesem Jahr endlich wieder auf Tour gehen konnten, sind wir mehr als begeistert, im kommenden Jahr mit dieser fantastischen Show in vielen Städten der Welt auftreten zu können, mit dem Europa-Auftakt in Sheffield, wo vor 45 Jahren für uns alles begann. Wir freuen uns wahnsinnig darauf, euch bald wiederzusehen!“, so Joe Elliott von Def Leppard.
Mötley Crüe zur geplanten Welttournee:„Es hat uns unglaublich viel Spaß gemacht, diesen Sommer im Rahmen der Stadiontour in Nordamerika zu spielen, und jetzt brennen wir darauf, die Show mit The WORLD Tour 2023 auch in anderen Teilen der Welt zu präsentieren. Crüeheads in Lateinamerika und Europa: Macht euch bereit! Denn als nächstes seid ihr dran, und wir können es kaum erwarten, euch alle im nächsten Jahr wiederzusehen„.
Poison und Joan Jett & The Blackhearts, die die beiden Bands in den USA begleiteten, sind allem Anschein nach leider nicht von der Partie. Der allgemeine Vorverkauf startet am 28. Oktober 2022.
Heute veröffentlichen 24/7 Diva Heaven ein neues Live-Video zu ihrem Song ›Death To‹. Der punkige Track stammt vom Debütalbum STRESS des energiegeladenen Berliner Trios, das Live-Material wurde im September 2021 im Astra Kulturhaus in der Hauptstadt gefilmt.
24/7 Diva Heaven hier live erleben:
26.10.22 Leipzig, Werk 2 28.10.22 Düsseldorf, R25 – Kulturschlachthof 29.10.22 Dortmund, Piano w/ DAILY THOMPSON 30.10.22 Bielefeld, Forum w/ THE PIGHOUNDS 31.10.22 Mannheim, Altes Volksbad 02.11.22 Darmstadt, 806qm 03.11.22 Stuttgart, Merlin 04.11.22 Nürnberg, Club Stereo w/ ISOSOCPE 02.12.22 Hamburg, Further Festival 17.12.22 Köln, Luxor
Am 10. März 2023 bringen die Rival Sons ihr neues Album raus. DARKFIGHTER wird das siebe Studiowerk der Band, gleichzeitig der Nachfolger zu FERAL ROOTS aus dem Jahr 2019, heißen. Eine erste Single namens ›Nobody Wants To Die‹ gibt es bereits zu hören, der dazugehörige Clip ist ein in cinematischem Western-Stil gehaltener, wilder Ritt.
Wunderstimme und Frontmann Jay Buchanan zum Inhalt der Single: „Du lebst dein Leben in dem stetigen Wissen, dass das Damoklesschwert an einem seidenen Faden über deinem Kopf baumelt. Du bist dir der eigenen Vergänglichkeit zwar bewusst, aber kannst auch nicht ständig daran denken – sonst drehst du durch. Für ein paar Jahre habe ich in einem Bestattungsinstitut gearbeitet und die Leichenwagen gefahren. Es gab Tage, da war ich bei drei Beerdigungen dabei. Manchmal waren sie menschenüberlaufen, manchmal waren da nur ich, ein Priester und ein Loch im Boden. Am Ende spielt es keine Rolle, wer du bist; der Tod holt uns irgendwann alle ein. Daran muss ich bei diesem Song denken, weil er für mich wie das Verfolgen dieses unausweichlichen Weges klingt.“
Am 17. Oktober ist ein Kurzfilm mit dem Titel „Tom Petty & The Heartbreakers – The Fillmore House Band – 1997″ erschienen. Die Mini-Dokumentation begleitet die anstehende Veröffentlichung von TOM PETTY & THE HEARTBREAKERS LIVE AT THE FILLMORE (1997).
Zwischen dem 10. Januar und dem 7. Februar 1997 spielen die Heartbreakers mit ihrem Chef 20 ausverkaufte Shows im Fillmore in San Francisco. Jeden Abend wurden unterschiedliche Setlists gespielt und Gäste wie beispielsweise John Lee Hooker auf die Bühne geholt.
Wer hat noch nie einen Song gehört, der nach Chuck Berry klang, aber gar nicht von ihm war? Es gibt jede Menge davon. Hier sind ein paar Stücke anderer Künstler, die ohne Chuck Berry nie existiert hätten.
1. The Beach Boys ›Surfin‘ USA‹ (1963)
Brian Wilson sagte: „Ich dachte mir, wie es wohl wäre, wenn wir einen Surf-Text über die Melodie von ›Sweet Little Sixteen‹ legen?“ Trotz dieses unverblümten Ideenklaus wurde einzig Wilson als Autor dieser Nummer angegeben, als sie in den USA Platz 3 erreichte. Der spitzfindige Berry ließ das allerdings nicht auf sich sitzen: Drei Jahre später stand auch sein Name in Klammern dahinter.
2. Bob Dylan ›Subterranean Homesick Blues‹ (1965)
Dieses Highlight von BRINGING IT ALL BACK HOME mit seinem Lokomotivenrhythmus und dem aus der Hüfte geschossenen Text hatte seine Wurzeln in Berrys straßenschlauen Nummern aus dem Jahrzehnt zuvor. Dylan leugnete das auch nicht: „Das kam von Chuck Berry – ein bisschen von ›Too Much Monkey Business‹ – und einigen der Scat-Songs der 40er Jahre“.
3. The Beatles ›Back In The U.S.S.R.‹ (1968)
Selbst auf dem Gipfel ihrer Avantgarde-Phase zogen die Beatles ihre Hüte vor dem Mann, der laut Lennon den Rock‘n‘Roll personifizierte. Nicht nur mit der Strophe, sondern auch mit dem Titel, entliehen von Berrys ›Back In The USA‹. In McCartneys Text wurden die Bobbysocks-Königinnen zwar durch Moskauer Bauerntöchter ersetzt, doch die Inspirationsquelle war eindeutig.
4. T. Rex ›Get It On‹ (1971)
Mit dem Shuffle-Beat und den lasziven Akkorden war dies Marc Bolans Tribut an ›Little Queenie‹, und wer bis zum Ende dranbleibt, hört sogar ein 1:1-Zitat des Originals: „And meanwhile, I‘m still thinking…“ Während Berrys Stück es gerade so in die US-Charts schaffte, war diese Ehrerbietung von seinem Jünger ein Nr.-1-Hit in Großbritannien und erreichte Platz 10 in Amerika.
5. The Rolling Stones ›Rip This Joint‹ (1972)
Bei frühen Konzerten füllten sie ihre Setlists gerne mit Berry-Covers wie ›Carol‹ und ›You Can‘t Catch Me‹ auf, und dieser Einfluss wirkte sich auch auf das Songwriting von Jagger/Richards aus. Diese Nummer von EXILE ON MAIN ST. wurde schon mal als „Chuck Berry auf Amphetaminen“ beschrieben. Angesichts der Tatsache, dass es bei den berüchtigt exzessiven Sessions in Nellcôte aufgenommen wurde, waren Amphetamine wahrscheinlich nur der Anfang.
6. David Bowie ›The Jean Genie‹ (1972)
Selbst Bowie war nicht immun gegen Berrys Verlockungen und hatte 1973 ›Around And Around‹ zu ›Round And Round‹ hochbeschleunigt. Auf ›Jean Genie‹ war dieser Einfluss ebenso unüberhörbar, vor allem in Mick Ronsons kreischendem Double-Stop-Intro, das das Klingeln eines Bahnübergangs am Anfang von ›No Particular Place To Go‹ nachahmte.
7. AC/DC ›Rocker‹ (1975)
Angus Young borgte sich nicht nur Berrys Entengang. Auf dem nur in Australien erschienenen T.N.T. von 1975 verpassten AC/DC auch seinem Sound Muskeln und zollten ihm mit ›Rocker‹ (und einem Cover von ›School Days‹) Tribut. Der Song landete später auch auf der internationalen Veröffentlichung DIRTY DEEDS DONE DIRT CHEAP – und sein Einfluss sollte zum Grundstein von allem werden, wofür die Youngs stehen..
8. Deep Purple ›Highway Star‹ (1972)
Dieses Highlight von MACHINE HEAD wird von Berrys Autoliebe angetrieben: Das Gaspedal ist hier permanent durchgetreten, während der große Schöpfer Zeilen wie „Nobody gonna have my girl/She stays close on every bend“ sicher gutgeheißen hätte. „Ich habe schon oft genug gesagt“, kommentierte Roger Glover, „dass dieses gesamte Gebäude namens Rock‘n‘Roll auf zwei Säulen ruht: Little Richard und Chuck Berry.“
9. Ramones ›Rockaway Beach‹ (1977)
In einem Interview von 1980 mit „Jet Lag“ zog Berry die Linie von seinen bahnbrechenden Singles zum Werk der Ramones („Diese Typen erinnern mich an mich selbst“). Dieses Stück aus ROCKET TO RUSSIA kam direkt aus seinem Regelwerk, inklusive des Textes für eine Teenie-Zielgruppe über eine Fahrt per Anhalter zu einem legendären Surfstrand. Berry hätte ihn nicht besser schreiben können.
10. Sex Pistols ›God Save The Queen‹ (1977)
Bassist Glenn Matlock erinnerte sich an Bowie und The Move als die Hauptzutaten, doch Berry erkannte sich berechtigterweise selbst in der klassischen Rock‘n‘Roll-Struktur und dem explosiven Slide-Riff am Anfang dieses Stücks. „Gitarrenarbeit und Sequenz sind wie meine“, bemerkte er pikiert, als er für einen Zeitschriftenartikel einen Haufen Punk-Singles rezensierte. „Guter Backbeat. Kann das meiste vom Gesang nicht verstehen…“
Im Herbst kommen Audrey Horne für mehrere Shows nach Deutschland. Unterstützt werden die Norwegischen Hardrocker dabei von Seven Sisters aus London. Wir verlosen 2×2 Tickets in eurer Wunschstadt.
Das selbstbetitelte Toto-Debüt aus dem Jahr 1978 stand unter keinem guten Stern. Nach der Veröffentlichung der Platte mussten die Musiker in Tageszeitungen und der Musikpresse viele Verrisse lesen. Man warf ihnen vor, seelenlosen und glattgebügelten „Corporate Rock“ zu spielen und dass die Band am Reißbrett von irgendwelchen Marketing-Heinis zusammengestellt worden sei, die mit der Brechstange ein künstliches AOR-Album im Radio etablieren wollten. Viele Vorwürfe waren haltlos, so kannten sich die Bandmitglieder beispielsweise schon seit der High School. „Unser erstes großes Konzert spielten wir mit Peter Frampton in der Blaisdell Arena in Honolulu“, erinnert sich Sänger Bobby Kimball an die frühen Tage von Toto. Um sich auf diesen Gig vorzubereiten flogen sie auf die hawaiianische Insel Kauai und probten dort zwei Wochen lang. „Wir haben diesen Ort zum Üben gewählt“, erklärt Bobby, „weil wir dort unsere Ruhe hatten und uns nicht ständig jemand auf den Wecker gegangen ist.“ Ruhe ist ein hohes Gut – und das ist ein wichtiger Indikator im Leben des Sängers. Anfangs studierte Bobby fünf Jahre lang Medizin und arbeitete zeitgleich als Laborassistent in einem Krankenhaus. „Ich würde nicht sagen, dass dieses Studium mein absoluter Herzenswunsch war, aber ich hatte irgendwann einen festen Job in einem kleinen Hospital und die Leute da waren schon ein sehr cooles und eingeschworenes Team. Doch die vielen Nacht- und Wechselschichten schreckten mich ab und wieviele Krankenpfleger und Ärzte Alkohol- und Drogenprobleme hatten.“
Seine Sichtweise sollte sich radikal ändern, als er einen richtigen Einblick in die Musikbusiness-Strukturen bekam. „Eigentlich“, erinnert sich der Toto-Sänger, „lag mein Schwerpunkt auf der Arbeit im Krankenhaus, denn es war ein sehr kleines Hospital und man verließ sich dort auf mich. Morgens war ich meistens im College, nachmittags im Krankenhaus und zwei-, dreimal pro Woche trat ich in Clubs auf.“ Doch mit dem Erfolg der Single ›Hold The Line‹ änderte sich sein Leben. „Es war ein unglaubliches Gefühl“, so Kimball, „als ich hörte, dass diese Single auf Platz zwei der Charts stand. Wir fühlten uns fantastisch, als wir das erfuhren.“ Heute ist der Song, der sich aus unterschiedlichen Einflüssen speist, ein unkaputtbarer Klassiker. Toto-Drummer Jeff Porcaro erklärt das Erfolgsrezept der Nummer so: „Du brauchst ein paar griffige Heavy-Metal-Akkorde von der Gitarre plus lang durchgespielte Triolen im 4/4-Takt auf dem Klavier, dazu einen sommerlichen Sly-&- the-Family-Stone-Groove. All dies gut durcheinandergemixt – und du hast es! Dieser Song hat wirklich viele Grenzen überschritten – und uns Mut für weitere Experimente gemacht.“ Genauso ungewöhnlich klingt auch die Entstehungsgeschichte des Bandnamens, um ihn ranken sich gleich mehrere Legenden, was seinen Ursprung betrifft. So soll bei einer davon der amerikanische Judy-Garland-Filmklassiker „Der Zauberer von Oz“ Pate gestanden haben, als es während der ersten Studioaufnahmen im Jahr 1976 um die Namensgebung ging. Denn „Toto“ ist der Name des kleinen Hundes, der Dorothy auf ihrer wundersamen Reise durch ein Märchenland begleitet. Eine andere Version besagt, dass Jeff Porcaro die Demobänder der Gruppe mit einer hastig gekrakelten Toto- Strich-Punkt-Kritzelei markiert habe, um sie von den Aufnahmen anderer Bands unterscheiden zu können. Als Bassmann David Hungate dieses Kürzel sah und seinen Mitmusikern erklärte, dass der lateinische Ausdruck „in toto“ so viel wie „im Großen und Ganzen“ bedeute, was das stilistischen Konzept der Band ganz gut umschreibt, soll sich die Gruppe auf den Namen geeinigt haben. Und ihren unsterblichen Mix aus Pop, Classic Rock, Rhythm and Blues, Jazz und Fusion haben sie mit dem Namen Toto tatsächlich sehr treffend beschrieben.
In seinen schillernden Maßanzügen gehört Ruben Block als Frontmann der belgischen Bluesrock-Avantgardisten von Triggerfinger zu den wohl glamourösesten Erscheinungen, die die Musikszene in Benelux je hervorgebracht hat. Und auch auf seinem ersten Soloalbum zieht der Antwerpener nun alle Register in Sachen Exzentrik.
Auf Tracks wie ›Tripping Down‹, ›Lights‹ oder ›That’s Just The Way‹ verbindet er mal noisig schlurrende, mal funky knarzende Gitarren mit verzerrten HipHop-Beats, seltsamen Soundloops und seinem zwischen Falsett und purer Lässigkeit pendelnden Vocals zu einem spröden und doch irgendwie hypnotisierenden Breitwand-Mix, der in seiner verschrobenen Experimentierlust stark an Größen wie Beck, Everlast, Jack White oder The Kills erinnert. LOOKING TO GLIDE ist Ruben Blocks psychedelischer Soundtrack zu seinem ganz persönlichen Roadmovie, in dem der 51-Jährige geschmeidig von Paralleldimension zu Paralleldimension gleitet. Bewusstseinserweiterung auf Belgisch.