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Das letzte Wort: Rick Allen (Def Leppard)

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Rick AllenDer Schlagzeuger von Def Leppard spricht mit CLASSIC ROCK über seinen 1984er Unfall und dessen Folgen für sein weiteres (Rocker-)Leben.

Text: Paul Elliott

Der 24. Juni 2009 war ein besonderer Tag für Rick Allen. An diesem Tag spielte der Drummer von Def Leppard als Headliner beim Download-Festival im britischen Donington. Der Ort Donington ist für Allens Karriere von immenser Bedeutung: Nach seinem Autounfall an Weihnachten 1984, durch den er seinen linken Arm verloren hatte, konnte er anderthalb Jahre später hier seinen ersten großen Auftritt nach dem Crash absolvieren. Daher blickt der Drummer naturgemäß gerne auf seine Donington-Shows zurück, ist sich aber auch nicht zu schade, freimütig über seine Verletzung, deren Folgen für sein Leben und seine neue Rolle als Vorbild für Behinderte zu sprechen.

Rick, welche Erinnerungen hast du an Donington?
Ich denke bis zum heutigen Tag an meinen ersten Auftritt dort zurück, immer und immer wie-der. Es war eine fantastische Show, aber ich weiß noch, dass ich sehr nervös gewesen bin, bevor ich auf die Bühne musste. Und dann hörte ich, dass irgendein anderer Musiker den Leuten etwas darüber erzählt hatte, dass gleich eine „Freakshow“ ablaufen würde…

Das war Ozzy Osbourne, nicht wahr?
Ja. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich komplett in meiner eigenen Welt gelebt. Nun kehrte ich langsam zur Erde zurück und dachte: „Mensch, vielleicht bin ich wirklich ein Freak…“. Doch dann verzogen sich all diese Gedankenwolken, und ich sagte mir: „Hey, du musst jetzt einfach da rausmarschieren und rocken!“ Und genau das habe ich schließlich getan: Ich bin auf die Bühne gegangen und habe mein Bestes gegeben – und es war großartig!

Hast du je Frieden mit Ozzy geschlossen?
Er hat mich später angerufen und gesagt: „Rick, du weißt, was Fairplay bedeutet – ich nicht. Tut mir leid.“ Das ist okay, denn ganz ehrlich: Jeder von uns sagt mal Dinge, die er anschließend bereut.

Dein Unfall ist jetzt Jahrezehnte her. Weißt du noch genau, was sich in jener Nacht zugetragen hat?
Ich würde es so beschreiben: Mein Körper hat sich selbst in eine Art „Überlebensmodus“ versetzt, so dass ich nichts mehr normal wahrgenommen habe. Es ist so, als wäre ein sehr, sehr alter Teil des menschlichen Gehirns plötzlich reaktiviert worden und hätte die Kontrolle übernommen. Ich befand mich an einem Ort ohne Schmerzen, ohne jegliche negativen Empfindungen – einige Menschen bezeichnen diesen Zustand auch als Nahtod-Erfahrung. Jedenfalls ist es tatsächlich so, dass man entscheiden kann, ob man weiterleben oder sterben möchte, aber es ist keine Entscheidung, die man alleine trifft. Klingt merkwürdig, aber das Gefühl ist wirklich schwer zu beschreiben…

Hast du eine höhere Macht wahrgenommen?
In diesem Zustand hatte ich das Gefühl, mit Menschen vereint zu sein, die ich kenne oder vor ihrem Tod kannte. Ich war quasi körperlos, ganz so, als wären mein Geist und mein Fleisch zwei voneinander losgelöste Dinge.

Glaubst du an Gott?

Die meisten Leute sind skeptisch, bevor sie etwas erleben, das unerklärlich ist und ihnen unlogisch erscheint…

Ist das ein Ja?
Weißt du was? Manchmal ist es besser, sich nicht ständig selbst Fragen zu stellen und alles ergründen zu wollen, sondern mit dem Ungewissen zu leben.

Wie würdest du dein Leben nach dem Unfall beschreiben?
Als Wiedergeburt. Wir Menschen tendieren dazu, alles als selbstverständlich anzusehen. Das liegt in unserer Natur. Außerdem schieben wir oft genau die Menschen oder Dinge, die uns am wichtigsten sind und am meisten Spaß machen, von uns weg und wollen stattdessen immer höher und höher hinaus. Und im Nachhinein bereuen wir es dann.

Bist du nach dem Unfall eigentlich auch in Selbstmitleid versunken?
Natürlich. Auch heute gibt es noch Momente, in denen ich schwach bin und leicht verletzbar bin. Doch das ist normal, würde ich sagen. Das Wichtigste ist dann, dass ich nicht allein bin, sondern mich mit meiner Familie und Freunden beschäftige. Man sollte sich nicht in seiner eigenen kleinen Welt abschotten, sondern stattdessen lieber die Bindungen zu anderen Menschen stärken.

Wenn du mit Def Leppard unterwegs bist, nimmst du dir oft Zeit, um mit behinderten Kindern zu sprechen. Hilft dir das auch selbst bei der Bewältigung deines Traumas?
Es bringt mir sehr viel. Denn das Ganze ist nicht einseitig, sondern gut für alle Beteiligten. Die Teenager inspirieren mich sehr und machen mir Mut, meinen Weg weiterzugehen.

Von welcher Person hast du in deinem Leben am meisten gelernt?
Mutt Lange, unser früherer Produzent, hat mir viel beigebracht – in musikalischer Hinsicht, aber auch in menschlicher. Ich weiß jetzt, wie wichtig Hingabe und Leidenschaft ist, und ich weiß auch, dass man sich immer weiter verbessern kann, denn niemand ist perfekt. Das Interessanteste an der Sache: Ich habe von Mutt, der kein Drummer ist, mehr übers Schlagzeugspielen gelernt als von jeder anderen Person. Jedes Mitglied von Def Leppard schätzt Mutt Langes Arbeit und liebt ihn für seine Freundlichkeit und Freundschaft. Wenn wir je wieder die Chance bekommen, mit ihm zu arbeiten, werden wir sofort zusagen.

Wie lautet deine Formel zum Glück?
Das Leben ist ein Geschenk. Ich war kurz davor, alles zu verlieren – daher ist es für mich ein noch größeres Geschenk als für die meisten Menschen, heute noch hier zu sein und Musik zu machen. Die Achtziger waren hart, und ich habe alles mitgenommen, bis zum Exzess. Nun möchte ich einfach nur ein guter Ehemann, ein guter Vater und auch selbst ein guter Sohn sein. Es ist mein Ziel, all die Dinge zu genießen, die ich vernachlässigt habe, als ich noch auf der Suche nach meiner wahren Bestimmung war.

Top 10: Die besten Rocksongs zu Halloween

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Alice Cooper im Video zu seinem Hit ›Feed My Frankenstein‹.Pünktlich zum gruseligsten Termin des Jahres hat CLASSIC ROCK die Top Ten der schaurigschönsten Rockhits zusammengesucht.

Potzblitz, Donnerwetter und vor allem Teufelszeug! Gerade an Halloween haben Rock- und Metalfans ein leichtes Spiel, schließlich haben viele Songs mit Gruselnote einen gitarrenlastigen Hintergrund.

Ikonen wie Black Sabbath zählen nicht umsonst zu den Vorreitern des Doom, Ozzy Osbourne wird nicht einfach so „The Prince of Fucking Darkness“ genannt, und dass viele Rockstars seit jeher im Bunde mit Satan höchstpersönlich stehen, ist spätestens seit Bon Scotts schelmischen Geständnis „I’ve got the devil in my blood, tellin‘ me what to do… and I’m all ears“ bekannt.

10. Focus – ›Hocus Pocus‹
Nicht nur das kreischende Gejodel von Focus-Frontmann Thjis Van der Leer in ›Hocus Pocus‹, auch sein wirrer Gesichtsausdruck sorgt für leichtes Unbehagen:

9. Uriah Heep – ›Gypsy‹
Sowohl das Cover des Debütalbums …VERY’EAVY…VERY’UMBLE als auch die Debütsingle ›Gypsy‹ versetzen einen gleichermaßen in psychedelisch angehauchte Gruselstimmung:

8. Lucifer’s Friend – ›Ride The Sky‹
„Travelling this dark world, leaving light behind“ Die leider in Vergessenheit geratenen Hamburger von Lucifer’s Friend tauchten ihr Debüt von 1970 in teuflisch-apokalyptische Weltuntergangsstimmung:

7. Mötley Crüe – ›Shout At The Devil‹
Bevor Vince Neil und Co. sich in Perlen und rosa Stretch hüllten, waren Mötley Crüe noch ziemlich biestig unterwegs:

6. Deep Purple – ›Demon’s Eye‹
Zwar eher eine Abrechnung mit der Liebsten, die gedämpfte Grundstimmung gepaart mit den typischen Purpleriffs taugt aber trotzdem für die Halloween-Party.

The Black Angels: Im Zeichen des Gürteltiers

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A ustin‘s Finest melden sich mit dem kaleidoskopartigen Meisterwerk WILDERNESS OF MIRRORS zurück. Das sechste Album der Black Angels macht endgültig klar, dass die Texaner die derzeit wichtigste Psych-Rock-Band sind. Manchmal beginnt auch ein Zoom-Interview wie ein Trip: Als sich Sänger, Bassist und Organist Alex Maas in das Gespräch einwählt, setzt er gerade ein wildes Gürteltier aus. „Die sind echt niedlich, aber wenn du nicht aufpasst, verwüsten sie deinen ganzen Garten.“ Probleme, die man als Texaner eben so hat. Seine Kollegin, Schlagzeugerin Stephanie Bailey, sitzt derweil bei sich zu Hause und sieht amüsiert zu. „Wart’s nur ab. Zu Hause wartet es wieder auf dich.“ Beide wohnen in Austin, dieser lebendigen texanischen Musik-Metropole, in der die Barista ebenso in einer Band spielt wie der Typ in der Wäscherei. „Es gibt hier unglaublich viele unfassbare Musiker“, berichtet Maas. „Jeder war, ist oder wird morgen in einer Band sein.“ Bailey nickt, betont aber, dass auch Austin nicht vor Gentrifizierung verschont geblieben ist. „Vor 15 Jahren wohnten wir noch für 300 Dollar zur Miete. Heute kostet dieselbe Wohnung 2.000.“ Dennoch bleiben The Black Angels Austin treu. Diesmal haben sie hier sogar ihr neues Album aufgenommen. Nachdem sie für ihr letztes Meisterwerk DEATH SONG (2017) bis nach Seattle gepilgert waren, gönnten sie sich mit ihrem langjährigen Tontechniker Brett Orrison einfach drei herrlich kreative, libertäre Monate in einem Studio ihrer Heimatstadt. „Wir hatten einen groben Plan, gönnten uns aber viel Zeit für Experimente“, erinnert sich Bailey, und Maas ergänzt: „Durch die Pandemie hatten wir dann plötzlich noch mehr Zeit zur Verfügung. Und kosteten das voll aus. Ich denke mal, das erzählen viele Bands, aber diese Zwangspause hat für WILDERNESS OF MIRRORS wirklich den Unterschied gemacht. Viele der Songs wären gar nicht auf dem Album gelandet oder würden komplett anders klingen.“

Seit DEATH SONG ist viel passiert. Global wie auch privat. Alex Maas ist Vater geworden, hat ein Soloalbum veröffentlicht, die ganze Band hat sich verändert, spirituell wie personell, der Sound mäandert immer noch voller Fuzz und psychedelischer Verschrobenheit, aber deutlich abwechslungsreicher, verspielter. „Fuzz-Songs wird es immer geben, aber wir wollten unsere Formel ein bisschen erweitern“, erklärt der Sänger. Also gibt es eine Menge Mellotron, französische Barock-Pop-Sprinkler, Wah-Wah-Riffs und groovige Shuffles. Bailey dazu: „Es war schön zu sehen, dass die Black Angels immer nach den Black Angels klingen, egal mit welchen Instrumenten. Wir haben unsere DNA mal ein wenig untersucht.“ Geboren in einer unsteten Zeit, reflektiert WILDERNESS OF MIRRORS das Chaos in der Welt, die nagende Ungewissheit einer Pandemie, das aufgeheizte Klima in den USA. Zugleich steht ein Song wie das expressive, betörend schöne, leiernde ›The River‹ für die ungebrochene Liebe der Band zu The Velvet Underground, Syd Barrett, Roky Erickson und allen anderen Poeten der Seltsamkeit. „Diese Geister heraufzubeschwören steht schon sehr lange auf meiner Liste“, bemerkt Maas zufrieden. „Der Song klingt geheimnisvoll und auch ein wenig gespenstisch. Wie eine Anrufung.“ Am Ende hat vielleicht genau diese Nummer das neugierige Gürteltier angelockt …

Video der Woche: Jefferson Airplane ›Somebody To Love‹ Live at Woodstock 1969

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Grace Slick, eine der Pionierinnen in der Rockmusik, feiert heute Geburtstag: Sie wird stolze 83 Jahre alt. Wir gratulieren mit dem Video der Woche.

Grace Slick wurde vor allem als Sängerin von Jefferson Airplane und Jefferson Starship bekannt. Ihre prägnante Stimme und mysteriöse Aura (hervorgerufen vor allem durch ihre eisblauen Augen) machten sie zusammen mit ihren kontroversen Texten und ihr Engagement gegen Krieg und für den Naturschutz in den 60er Jahren zu einer Hippie-Ikone.

Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre litt Slick unter starken Alkoholproblemen. 1988 verließ sie Jefferson Starship und zog sich nach dem selbstbetitelten Reunion-Album von Jefferson Airplane 1989 weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück.

Seitdem widmet sie sich neben kleinen Musikprojekten hauptsächlich der Malerei und engagiert sich im Tierschutz. Zur Feier ihres 83. Geburtstags widmen wir Grace Slick unser Video der Woche. Es zeigt die Interpretation des von ihr komponierten Überhits von Jefferson Airplane ›Somebody To Love‹ beim Woodstock Festival 1969:

Meilensteine: Duane Allman stirbt bei Motorradunfall

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29. Oktober 1971: Duane Allman stirbt mit 24 Jahren bei einem Unfall in Macon, Georgia

Im Ausnahmezustand befand sich der am 20. November 1946 in Nashville, Tennessee, geborene Duane Allman, ältester Sohn von US-Army-Lieutnant Willis Allman, zeit seines gesamten kurzen Lebens: Am 26. Dezember 1949, zwei Wochen nach der Geburt seines zweiten Sohnes Gregg und dem Umzug der Familie nach Norfolk, Virginia, wurde Vater Willis mit 31 Jahren Opfer eines Mordes, als er einen Anhalter im Auto mitnahm. Damit Mutter Geraldine ihren Job als Buchhalterin halten konnte, schickte sie ihre Söhne, beide Linkshänder, Anfang der 50er auf die Castle Heights Military Academy in Lebanon, Tennessee – die Jungs hassten das Internat. Wieder zu Hause, interessierte sich der jüngere Gregg zuerst für Musik: Nachdem er erste Akkorde von einem Nachbarn beigebracht bekommen hatte, erwarb er seine erste Gitarre, parallel übte er auf dem Klavier und sang. Duane erstand eine Harley. Rasch fand auch er zum Gitarrenspiel.

Eine Karriere als Musiker in Betracht zu ziehen wurde von Konzertbesuchen von u. a. B.B. King, Jackie Wilson, Otis Redding und Patti LaBelle inspiriert. Diverse lokale Bandversuche mündeten in dem Projekt Hour Glass und dem Umzug nach Los Angeles, einem Vertrag mit dem Label Liberty sowie in zwei LPs. Parallel verdingte
sich der nunmehr auch als Slidegitarrist ausgezeichnete Duane als Sessionmusiker auf Aufnahmen von u. a. Wilson Pickett, King Curtis, Aretha Franklin, Percy Sledge, Herbie Mann und Delaney & Bonnie. 1968 formierten die Brüder The Allman Brothers Band.

Dem selbstbetitelten Debüt von 1969 folgte ein Jahr später IDLEWIDE SOUTH sowie der Konzertmitschnitt AT FILLMORE EAST (1971). Durch Duanes Freundschaft mit Eric Clapton samt seinem Mitwirken an Derek and the Dominos’ LAYLA AND OTHER ASSORTED LOVE SONGS (1970) potenzierte sich sein Ruf. Am 29. Oktober 1971 befand sich Duane mit seiner Harley Davidson Sportster in Höchstgeschwindigkeit auf der Hillcrest Avenue, Macon, Georgia. Auf der Bartlett Street stoppte urplötzlich ein Truck. Trotz Ausweichmanöver kam es zum Kontakt. Duane wurde von der Harley geschleudert, die auf ihm landete und ihn mitschleifte. Er befand sich noch am Leben, als er im Krankenhaus eintraf, verstarb jedoch wenige Stunden später an multiplen inneren Organverletzungen.

Iggy Pop: Neue Single ›Frenzy‹ von kommendem Album

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Iggy Pop ist jetzt in Partnerschaft mit ATLANTIC RECORDS bei GOLDEN TOOTH RECORDS unter Vertrag, dem Label des preisgekrönten Produzenten Andrew Watt.

„Ich bin der Typ ohne Shirt, der rockt. Andrew und Gold Tooth verstehen das, und wir haben auf altmodische Weise zusammen eine Platte gemacht. Die Musiker sind Typen, die ich kenne, seit sie Kinder waren, und die Musik wird euch umhauen. Ich wünsche euch einen schönen Tag“, sagt Iggy Pop zu seinem Label-Einstand.

Als Vorgeschmack auf die kommende Platte, die Anfang 2023 erscheinen soll, hat der Godfather of Punk nun seine brandneue Single ›Frenzy‹ inklusive Visualizer-Video veröffentlicht.

The Beatles: REVOLVER LIMITED SUPER DELUXE EDITION

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LP-Meilenstein von 1966 als Luxuspaket mit Bonusmaterial sowie in diversen weiteren Formaten

John Lennon, stets etwas nassforsch in seinen Statements zugange, brachte es schon im Vorfeld des siebten Studiowerks der Liverpooler Fab Four zum Ausdruck: „Also eine Sache ist schon mal sicher“, kommentierte er
wenige Wochen vor Start der Studiosessions, „die nächste LP wird komplett anders klingen.“ Er sollte recht behalten. Schon Album Nummer sechs vom Dezember 1965, RUBBER SOUL, erwies sich als Bahnbrecher für einen transformierten Beatles-Sound. Frei verfügbare Zeit aufgrund der Absage zum nicht realisierten dritten Beatles-Film „A Talent For Loving“ waren förderlich für die am 06. April 1966 mit Produzent George Martin, Toningenieur Geoff Emerick sowie Techniker Ken Townsend in den EMI Studios in der Abbey Road gestarteten und am 21. Juni 1966 beendeten Studiosessions. Wenig später brachen die Beatles zur deutschen Bravo-Blitz-Tournee auf. Als REVOLVER am 05. August 1966 in weiten Teilen der Welt mit 14 Tracks (in den USA in gekürzter Version) erschien, klang das Ergebnis tatsächlich fundamental anders als sämtliche Vorgängeralben:
›Eleanor Rigby‹ tönte wie ein Weill’sches Streicher-Couplet. ›Got To Get You Into My Life‹ nahm den angejazzten Blechbläser-Sound von Chicago und Blood, Sweat & Tears vorweg. Mit Sitar, Tabla und Tambura erstrahlte ›Love You To‹ im indischen Folklore-Gewand.

Kantigen Rock lieferten ›Taxman‹ und ›I Want To Tell You‹. Putzigen Novelty-Charakter besaß ›Yellow Submarine‹. ›I’m Only Sleeping‹, ›She Said, She Said‹ und vor allem das komplett exotische ›Tomor row Never Knows‹ läuteten die Psychedelik-Phase ein, zeugten vom Marihuana- und LSD-Konsum der Band. Mit lupenreinem Vorbildcharakter inspirierte das in ein grafisch exzellentes Schwarz-Weiß-Cover von Beatles-Intimus Klaus Voormann verpackte REVOLVER Künstler rund um den Globus. Wie zuvor schon die Neuauflagen der Alben SGT. PEPPER’S LONELY HEARTS CLUB BAND (2017), THE BEATLES (2018), ABBEY ROAD (2019) und LET IT BE (2021), enthält auch der Meilenstein REVOLVER bis dato zahllose unveröffentlichte Session Takes und Home Demos. Produzent Giles Martin, Sohn von George Martin, sowie Tontechniker Sam Okell sorgten für die klangtechnische Auffrischung, abgemischt in Stereo- und Dolby Atmos-Qualität. Der zusätzliche Original-Mono-Mix basiert auf den Original-Mastertapes aus dem Jahr 1966. Je nach Geldbeutel lassen sich die Limited Super Deluxe Edition wahlweise mit 5 CDs oder als 4-LP-Set samt 7-Inch-EP plus 100-seitigem Buch erwerben. Dazu gesellen sich Picture Disc LP, Limited Deluxe (2 CDs), CD Standard, LP Standard und digital.

Matt Sorum: Neue Single und Album mit Kings Of Chaos

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Ende 2023 soll Matt Sorum das erste Studioalbum seines Projekts Kings Of Chaos bei AFM Records veröffentlichen. Der ehemalige Drummer von Guns N‘ Roses und Velvet Revolver kollaboriert darauf mit zahlreichen Größen der Rockgeschichte.

Sorum dazu wörtlich: „Kings Of Chaos ist eine große Party mit all den Lieblingskünstlern, mit denen du schon immer zusammenspielen wolltest.“ Als ersten Vorgeschmack auf die Platte gibt es bereits jetzt die neue Single ›Judgement Day‹ inklusive Video zu hören. Im Clip ist u.a. Billy Gibbons als Radiomoderator zu sehen.

An dem explosiven Song arbeiteten neben Sorum und Dave Kushner auch Slash und Duff McKagan von Guns N‘ Roses mit – quasi das Velvet-Revolver Line-Up, nur ohne den verstorbenen Sänger Scott Weiland. Dass die Neuigkeit zum Album am 27. Oktober, dem Geburtstag von Scott Weiland veröffentlicht wurde, kann ein Zufall sein. Als Fan hofft man aber natürlich auf mehr Velvet-Revolver-Stoff.