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Black Mirrors: TOMORROW WILL BE WITHOUT US

Intensiv

Auf ihrem Debütnachfolger zeigen sich die Black Mirrors nicht wirklich zuversichtlich, zumindest was die Zukunft der menschlichen Spezies betrifft. TOMORROW WILL BE WITHOUT US beschäftigt sich mit den aktuellen gesellschaftlichen und ökologischen Krisen und kommt zu dem Schluss, dass der Mensch sich selbst abschafft. Verpackt werden diese Überlegungen in eine Mixtur, deren Komponenten Grunge, Alternative und Stoner Rock von der starken Stimme von Frontfrau Marcella zusammengehalten werden. ›Snake Oil‹ ist ein energiegeladener Opener mit bedrohlichem Unterton, der in einer irren Klimax aus Geschrei, Lärm und Tempo endet, als hätte man ›Kashmir‹ durch einen Alternative-Fleischwolf und Geschwindigkeit und Wucht auf 11 gedreht. ›Lost In Desert‹ beschwört Pop-affinen Grunge herauf, ›Anthropocene‹ gebärt sich als Track, dessen schiebender Refrain, Melodie-Bögen sowie die an Josh Homme erinnernden „Ah Ahs“ inklusive markantem Break stark an Queens Of The Stone Age zu Zeiten von SONGS FOR THE DEAF erinnern. Auf ›Ode To My Unborn Child‹ besingt Marcella in einer ergreifenden Ballade ihr fiktives, ungeborenes Kind, das sie nicht in diese zerrüttete Welt setzen kann. Ein intensives Album.

7 von 10 Punkten

Black Mirrors/TOMORROW WILL BE WITHOUT US/NAPALM

The Pretty Reckless: OTHER WORLDS

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Mal anders

Seit gut 14 Jahren sind TPR-Frontfrau Taylor Momsen und ihre Jungs nun schon unterwegs auf ihrer Mission,
den Rock’n’Roll wieder ein kleines bisschen gefährlicher und unberechenbarer zu machen. Ein Plan, der in Form von vier hart abgefeierten Studioalben auch ziemlich erfolgreich aufgegangen ist. Nachdem sich das US-Quartett die auftrittsfreie Pandemie-Langeweile mit hunderttausendfach geklickten Coverversionen seiner erklärten Helden vertrieben hat, erscheinen die Remakes nun ganz offiziell auf der Songkollektion OTHER
WORLDS. So verneigen sich The Pretty Reckless gemeinsam mit ausgewählten Gästen vor David Bowie (›Quicksand‹), Soundgarden & Chris Cornell (›Halfway There‹, ›The Keeper‹) und Elvis Costello (›(What’s So Funny ’Bout) Peace, Love And Understanding‹), während sich die Band auf neu arrangierten Akustikfassungen eigener Stücke wie ›25‹, ›Death By Rock And Roll‹ oder ›Got So High‹ von einer bisher noch nicht gehörten, fast intimen Unplugged-Seite präsentiert. Absolut hörenswert.

7 von 10 Punkten

The Pretty Reckless
OTHER WORLDS
CENTURY MEDIA/ SONY

Sammy Hagar: Bedauert fehlende Tribute-Show für Eddie Van Halen

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In einem jüngsten Interview mit Radiomoderator Eddie Trunk bekundete Sammy Hagar seinen Unmut darüber, dass bisher kein Tribute-Konzert zu Ehren des verstorbenen Eddie Van Halen stattgefunden hat.

Eddies Sohn Wolfgang Van Halen hatte im Zuge der Tribute-Konzerte in Gedenken an den verstorbenen Taylor Hawkins mit diesem Vorhaben abgeschlossen. Wolfgang hatte bei den Hawkins-Shows Van-Halen-Nummern in Gedenken an seinen verstorbenen Vater gespielt, für ihn sei die Sache damit erledigt.

Doch Sammy Hagar hatte bis zuletzt immer noch an dem Gedanken festgehalten. Die Probleme lägen nicht nur bei David Lee Roth, der laut Berichten im Juli „schwer zu fassen“ sei, Sammy Hagar zufolge bekommt er auch Alex Van Halen nicht ans Telefon. „Alex Van Halen und ich sprechen nicht miteinander. Ich habe versucht, ihn zu erreichen. Erst vor kurzem habe ich es noch einmal probiert.[…] Doch er antwortet weder auf Anrufe, noch auf Emails.“

Weiter führt Hagar aus: „Käme Alex zu mir und würde etwas starten wollen, wäre ich sofort an Bord. Doch irgendwie hat er mir gegenüber immer noch einen Stock im Arsch und den Grund dafür wird er wohl mit ins Grab nehmen. […] Eigentlich kamen wir immer gut miteinander aus, selbst in den schweren Zeiten. Irgend etwas muss vorgefallen sein. Jemand hat ihn vergiftet, ihm vielleicht irgendetwas erzählt. Vielleicht mag er auch mein Buch nicht, in dem ich so ehrlich war wie nie zuvor im Leben.“

Marco Mendoza – Das Beste kommt noch

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Mit dem kraftvollen und optimistischen NEW DIRECTION veröffentlicht Marco Mendoza sein viertes Soloalbum und zusammen mit VIVA LA ROCK von 2018 das zweite Werk, das er mit seinem Lieblingsproduzenten Soren Andersen geschrieben und aufgenommen hat. Im Interview erzählt der 59 jährige Tausendsassa, was ihn antreibt, wie es ist, als Bassist ständig mit Größen wie Whitesnake, Thin Lizzy, Journey oder den Dead Daisies zusammenzuarbeiten und wie er es schafft, seine Gedanken stets in eine positive Richtung fließen zu lassen.

Wie bist du an NEW DIRECTION herangegangen?

Ich wünschte, dass ich sagen könnte, wir hatten eine Kristallkugel, in die wir hineinblickten und wir ganz genau wussten, was wir tun. Doch das entspräche nicht der Wahrheit. Schau, wir haben mit den Arbeiten zu NEW DIRECTION schon 2019 angefangen. VIVA LA ROCK erschien 2018 und kurz darauf das Album der Dead Daisies, deswegen fiel meine Soloplatte leider etwas unter den Radar und ich konnte es bis 2019 nicht wirklich supporten. Aber immerhin wurde es gut genug aufgenommen, dass das Label auch den Nachfolger herausbringen wollte. Im September 2019 war mein Produzent, Songwriting-Partner und Gitarrist Soren Andersen frei, also trafen wir uns für sechs Tage, um den Prozess zu NEW DIRECTION anzustoßen. Bei diesen Sessions kam beispielsweise der Song ›Take It To The Limit‹ heraus. Es ist schon lustig, dass einige dieser frühen Songs noch vor der Pandemie geschrieben wurden und heute trotzdem wie die Faust aufs Auge passen, sie sind immer noch relevant. Worauf ich hinaus wollte: Wenn Soren und ich uns treffen, arbeiten wir immer völlig frei ohne vorgefertigte Konzepte, unser Verhältnis ist symbiotisch. Wir sind wie zwei Kinder im Süßigkeitenladen. Wir vertrauen einander blind und Soren ist obendrauf noch ein grandioser Produzent. Ich würde auch mein nächstes Solowerk gerne wieder mit ihm zusammen machen, wobei er natürlich sehr beschäftigt ist, weil jeder ihn haben will. Jedenfalls: Wir wussten damals nicht, dass die Welt aufhören würde sich zu drehen. Aber das eine kann ich dir sagen: Beim Songwriting versuche ich immer, positiv zu sein. Ich versuche, auf der sonnigen Seite des Lebens zu wandeln, ich singe mir quasi selbst gut zu. Meine Botschaft: Sei dankbar, konzentriere dich auf das, was du hast und nicht auf das, was dir fehlt. Das hört man auch ganz deutlich auf diesem Album. Zum zweiten Mal wollten Soren und ich uns dann übrigens im Februar 2020 treffen, was aus offensichtlichen Gründen nicht geschah. Also konnten wir erst im Juni 2021 wieder zusammenkommen – und in der Phase dazwischen hatte ich Zeit, um mir die Lyrics und Songstrukturen nochmal genau anzusehen und alles in eine neue Richtung zu lenken. Das war echt ein Trip, eine völlig neue Erfahrung. Puh, was für lange Antwort! (lacht)

Du hast ja schon gesagt, dass du ein positiv gestimmter Mensch bist. Woher kommt das?

Auch ich habe schlechte Tage, ganz klar. Aber meine Geisteshaltung verdanke ich unterm Strich meiner Nüchternheit. Ich habe die dunkle Seite gesehen, ich war dort. Ich habe so viel erlebt, was kein menschliches Wesen erleiden sollte. Dann bekam ich die Chance, endlich trocken zu werden und mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Ich war Heroin-, Kokain- und Alkoholabhängig. Seit bald 35 Jahren bin ich nun nüchtern – wie könnte ich da nicht dankbar und positiv gestimmt sein, wo ich doch diese neue Richtung gefunden und eingeschlagen habe? Weil ich mein Hirn nicht mehr betäube, sind meine Augen weit offen und ich erlebe alles, was mir geschieht, ganz aktiv, weswegen ich es wertschätzen kann. Mein Job ist es, meinen Bass zu spielen, meine Lieder zu singen – so verdiene ich meinen Lebensunterhalt. Wie kann man denn da lange schlecht drauf sein? Man muss sich die guten Dinge vor Augen halten. Es gibt nichts, worüber ich mich beschweren darf. Nichts.

Denkst du, dass Rock’n’Roll genügend Einfluss hat, um etwas zu bewirken, etwas zu verändern?

Der ganze Planet musste in den letzten zwei Jahren erleben, wie es ist, ohne Live-Musik zu leben. Da fiel einem doch auf, dass Musik überall auf dieser Erde das Zentrum unserer Gesellschaft bildet. Ich denke also, dass das jetzt vielleicht noch wichtiger ist als vor der Pandemie. Ich sehe, dass die Menschen sehr leidenschaftlich sind, wieder mit Elan zu Konzerten gehen. Außerdem sehe ich so viel bisher unerkanntes Talent da draußen, das sprengt wirklich alles, was ich je erlebt habe. Diese Bands brauchen einen Plattendeal, eine Tour. Doch das hängt alles von den Fans ab. Und ich bin der Überzeugung: wenn jemand ein Fan ist, dann macht er sich die Mühe, Geld für Musik auszugeben, physische Produkte zu kaufen und auf Konzerte zu gehen. Ich meine, aktuell verkaufe ich mehr Vinyl als jemals zuvor. Ich sage, in ein oder zwei Jahren wird es sich wirklich herauskristallisieren, wie sich der Musikmarkt durch die Pandemie verändert hat.

Was macht einen großartigen Rocksong für dich aus?

Ich bin ja verhältnismäßig spät ins Songwriting eingestiegen, so richtig erst mit meinem Soloprojekt. Für mich braucht ein guter Song eine große Hook, ein eingängiges Riff oder einen tollen Basslauf. Die Melodie ist natürlich auch essenziell und ich finde gute Texte auch sehr wichtig. Natürlich muss das Spiel aller Beteiligten auf den Punkt sein, das heißt aber nicht, dass der Song kompliziert oder komplex sein muss. Bei all den Zeppelin-Songs bist du nach acht Takten drin, bei den Beatles ebenso, Deep Purple, Aerosmith – acht Takte, Boom!

Was treibt dich bis heute an?

Ich habe das große Glück, mit der Crème de la Crème zusammenarbeiten zu können, wenn ich das möchte. Ich tue, was ich liebe und das regelmäßig. Und wenn ich vom Touren nachhause komme, lege ich den Rockstar-Hut ab und bin ein Familienvater, der den Müll rausbringt und kocht. Das hält mich auf dem Boden, diese Balance ist ehrlich schön.

Du warst schon in so viele Projekte involviert, zuletzt in Iconic. Was waren deine besten Begegnungen bisher?

Das ist eine schwierige Frage, weil es so viele gibt. Erst zuletzt hatte ich eine großartige Erfahrungen mit meiner Solo-Arbeit, wo ich vor tausenden von Menschen spielte, die meine Songs mitsangen. Das war einfach nur ein Wow-Erlebnis. Mit David Coverdale bei Whitesnake zu spielen war ebenfalls ein Highlight. Genauso meine Arbeit mit Ted Nugent oder Thin Lizzy. Vor kurzem half ich bei Journey aus – ich meine: komm schon! Das ist doch grandios. Natürlich muss ich auch die Dead Daisies erwähnen und ich könnte ewig so weiter erzählen. Aber weißt du, im Grunde hoffe ich ganz ehrlich, dass das Beste erst noch vor mir liegt.

AC/DC: Brian Johnson über Politiker

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In jüngsten Interviews zu seiner neuen Autobiografie „Die Leben des Brian“ äußerte sich AC/DC-Frontmann Brian Johnson zu seinen eigenen politischen Ansichten. Bei einem Gespräch mit The Telegraph sprach Johnson über seine Liebe zu Autos und dem Verbrennungsmotor und tat gleichzeitig seine Abneigung gegenüber E-Autos kund. In diesem Zuge erklärte er auch, warum er nie wählen geht.

„Die Leute sagen immer: Oh, das ist dein Fehler. Ich sage: Nein, ich habe diese Idioten nicht gewählt. Was würde denn geschehen, wenn niemand der Kandidaten eine Stimme bekäme? Es käme zur Revolution, das würde verdammt nochmal passieren. Und wir könnten die richtigen Leute auf Führungspositionen bringen.“

Am 26. Oktober veröffentlichte Brian Johnson seine Memoiren und spricht darin über seine Kindheit, Jugend und seinen Einstieg bei AC/DC bis zu BACK-IN-BLACK-Zeiten.

Das letzte Wort: Rick Allen (Def Leppard)

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Rick AllenDer Schlagzeuger von Def Leppard spricht mit CLASSIC ROCK über seinen 1984er Unfall und dessen Folgen für sein weiteres (Rocker-)Leben.

Text: Paul Elliott

Der 24. Juni 2009 war ein besonderer Tag für Rick Allen. An diesem Tag spielte der Drummer von Def Leppard als Headliner beim Download-Festival im britischen Donington. Der Ort Donington ist für Allens Karriere von immenser Bedeutung: Nach seinem Autounfall an Weihnachten 1984, durch den er seinen linken Arm verloren hatte, konnte er anderthalb Jahre später hier seinen ersten großen Auftritt nach dem Crash absolvieren. Daher blickt der Drummer naturgemäß gerne auf seine Donington-Shows zurück, ist sich aber auch nicht zu schade, freimütig über seine Verletzung, deren Folgen für sein Leben und seine neue Rolle als Vorbild für Behinderte zu sprechen.

Rick, welche Erinnerungen hast du an Donington?
Ich denke bis zum heutigen Tag an meinen ersten Auftritt dort zurück, immer und immer wie-der. Es war eine fantastische Show, aber ich weiß noch, dass ich sehr nervös gewesen bin, bevor ich auf die Bühne musste. Und dann hörte ich, dass irgendein anderer Musiker den Leuten etwas darüber erzählt hatte, dass gleich eine „Freakshow“ ablaufen würde…

Das war Ozzy Osbourne, nicht wahr?
Ja. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich komplett in meiner eigenen Welt gelebt. Nun kehrte ich langsam zur Erde zurück und dachte: „Mensch, vielleicht bin ich wirklich ein Freak…“. Doch dann verzogen sich all diese Gedankenwolken, und ich sagte mir: „Hey, du musst jetzt einfach da rausmarschieren und rocken!“ Und genau das habe ich schließlich getan: Ich bin auf die Bühne gegangen und habe mein Bestes gegeben – und es war großartig!

Hast du je Frieden mit Ozzy geschlossen?
Er hat mich später angerufen und gesagt: „Rick, du weißt, was Fairplay bedeutet – ich nicht. Tut mir leid.“ Das ist okay, denn ganz ehrlich: Jeder von uns sagt mal Dinge, die er anschließend bereut.

Dein Unfall ist jetzt Jahrezehnte her. Weißt du noch genau, was sich in jener Nacht zugetragen hat?
Ich würde es so beschreiben: Mein Körper hat sich selbst in eine Art „Überlebensmodus“ versetzt, so dass ich nichts mehr normal wahrgenommen habe. Es ist so, als wäre ein sehr, sehr alter Teil des menschlichen Gehirns plötzlich reaktiviert worden und hätte die Kontrolle übernommen. Ich befand mich an einem Ort ohne Schmerzen, ohne jegliche negativen Empfindungen – einige Menschen bezeichnen diesen Zustand auch als Nahtod-Erfahrung. Jedenfalls ist es tatsächlich so, dass man entscheiden kann, ob man weiterleben oder sterben möchte, aber es ist keine Entscheidung, die man alleine trifft. Klingt merkwürdig, aber das Gefühl ist wirklich schwer zu beschreiben…

Hast du eine höhere Macht wahrgenommen?
In diesem Zustand hatte ich das Gefühl, mit Menschen vereint zu sein, die ich kenne oder vor ihrem Tod kannte. Ich war quasi körperlos, ganz so, als wären mein Geist und mein Fleisch zwei voneinander losgelöste Dinge.

Glaubst du an Gott?

Die meisten Leute sind skeptisch, bevor sie etwas erleben, das unerklärlich ist und ihnen unlogisch erscheint…

Ist das ein Ja?
Weißt du was? Manchmal ist es besser, sich nicht ständig selbst Fragen zu stellen und alles ergründen zu wollen, sondern mit dem Ungewissen zu leben.

Wie würdest du dein Leben nach dem Unfall beschreiben?
Als Wiedergeburt. Wir Menschen tendieren dazu, alles als selbstverständlich anzusehen. Das liegt in unserer Natur. Außerdem schieben wir oft genau die Menschen oder Dinge, die uns am wichtigsten sind und am meisten Spaß machen, von uns weg und wollen stattdessen immer höher und höher hinaus. Und im Nachhinein bereuen wir es dann.

Bist du nach dem Unfall eigentlich auch in Selbstmitleid versunken?
Natürlich. Auch heute gibt es noch Momente, in denen ich schwach bin und leicht verletzbar bin. Doch das ist normal, würde ich sagen. Das Wichtigste ist dann, dass ich nicht allein bin, sondern mich mit meiner Familie und Freunden beschäftige. Man sollte sich nicht in seiner eigenen kleinen Welt abschotten, sondern stattdessen lieber die Bindungen zu anderen Menschen stärken.

Wenn du mit Def Leppard unterwegs bist, nimmst du dir oft Zeit, um mit behinderten Kindern zu sprechen. Hilft dir das auch selbst bei der Bewältigung deines Traumas?
Es bringt mir sehr viel. Denn das Ganze ist nicht einseitig, sondern gut für alle Beteiligten. Die Teenager inspirieren mich sehr und machen mir Mut, meinen Weg weiterzugehen.

Von welcher Person hast du in deinem Leben am meisten gelernt?
Mutt Lange, unser früherer Produzent, hat mir viel beigebracht – in musikalischer Hinsicht, aber auch in menschlicher. Ich weiß jetzt, wie wichtig Hingabe und Leidenschaft ist, und ich weiß auch, dass man sich immer weiter verbessern kann, denn niemand ist perfekt. Das Interessanteste an der Sache: Ich habe von Mutt, der kein Drummer ist, mehr übers Schlagzeugspielen gelernt als von jeder anderen Person. Jedes Mitglied von Def Leppard schätzt Mutt Langes Arbeit und liebt ihn für seine Freundlichkeit und Freundschaft. Wenn wir je wieder die Chance bekommen, mit ihm zu arbeiten, werden wir sofort zusagen.

Wie lautet deine Formel zum Glück?
Das Leben ist ein Geschenk. Ich war kurz davor, alles zu verlieren – daher ist es für mich ein noch größeres Geschenk als für die meisten Menschen, heute noch hier zu sein und Musik zu machen. Die Achtziger waren hart, und ich habe alles mitgenommen, bis zum Exzess. Nun möchte ich einfach nur ein guter Ehemann, ein guter Vater und auch selbst ein guter Sohn sein. Es ist mein Ziel, all die Dinge zu genießen, die ich vernachlässigt habe, als ich noch auf der Suche nach meiner wahren Bestimmung war.

Top 10: Die besten Rocksongs zu Halloween

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Alice Cooper im Video zu seinem Hit ›Feed My Frankenstein‹.Pünktlich zum gruseligsten Termin des Jahres hat CLASSIC ROCK die Top Ten der schaurigschönsten Rockhits zusammengesucht.

Potzblitz, Donnerwetter und vor allem Teufelszeug! Gerade an Halloween haben Rock- und Metalfans ein leichtes Spiel, schließlich haben viele Songs mit Gruselnote einen gitarrenlastigen Hintergrund.

Ikonen wie Black Sabbath zählen nicht umsonst zu den Vorreitern des Doom, Ozzy Osbourne wird nicht einfach so „The Prince of Fucking Darkness“ genannt, und dass viele Rockstars seit jeher im Bunde mit Satan höchstpersönlich stehen, ist spätestens seit Bon Scotts schelmischen Geständnis „I’ve got the devil in my blood, tellin‘ me what to do… and I’m all ears“ bekannt.

10. Focus – ›Hocus Pocus‹
Nicht nur das kreischende Gejodel von Focus-Frontmann Thjis Van der Leer in ›Hocus Pocus‹, auch sein wirrer Gesichtsausdruck sorgt für leichtes Unbehagen:

9. Uriah Heep – ›Gypsy‹
Sowohl das Cover des Debütalbums …VERY’EAVY…VERY’UMBLE als auch die Debütsingle ›Gypsy‹ versetzen einen gleichermaßen in psychedelisch angehauchte Gruselstimmung:

8. Lucifer’s Friend – ›Ride The Sky‹
„Travelling this dark world, leaving light behind“ Die leider in Vergessenheit geratenen Hamburger von Lucifer’s Friend tauchten ihr Debüt von 1970 in teuflisch-apokalyptische Weltuntergangsstimmung:

7. Mötley Crüe – ›Shout At The Devil‹
Bevor Vince Neil und Co. sich in Perlen und rosa Stretch hüllten, waren Mötley Crüe noch ziemlich biestig unterwegs:

6. Deep Purple – ›Demon’s Eye‹
Zwar eher eine Abrechnung mit der Liebsten, die gedämpfte Grundstimmung gepaart mit den typischen Purpleriffs taugt aber trotzdem für die Halloween-Party.

The Black Angels: Im Zeichen des Gürteltiers

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A ustin‘s Finest melden sich mit dem kaleidoskopartigen Meisterwerk WILDERNESS OF MIRRORS zurück. Das sechste Album der Black Angels macht endgültig klar, dass die Texaner die derzeit wichtigste Psych-Rock-Band sind. Manchmal beginnt auch ein Zoom-Interview wie ein Trip: Als sich Sänger, Bassist und Organist Alex Maas in das Gespräch einwählt, setzt er gerade ein wildes Gürteltier aus. „Die sind echt niedlich, aber wenn du nicht aufpasst, verwüsten sie deinen ganzen Garten.“ Probleme, die man als Texaner eben so hat. Seine Kollegin, Schlagzeugerin Stephanie Bailey, sitzt derweil bei sich zu Hause und sieht amüsiert zu. „Wart’s nur ab. Zu Hause wartet es wieder auf dich.“ Beide wohnen in Austin, dieser lebendigen texanischen Musik-Metropole, in der die Barista ebenso in einer Band spielt wie der Typ in der Wäscherei. „Es gibt hier unglaublich viele unfassbare Musiker“, berichtet Maas. „Jeder war, ist oder wird morgen in einer Band sein.“ Bailey nickt, betont aber, dass auch Austin nicht vor Gentrifizierung verschont geblieben ist. „Vor 15 Jahren wohnten wir noch für 300 Dollar zur Miete. Heute kostet dieselbe Wohnung 2.000.“ Dennoch bleiben The Black Angels Austin treu. Diesmal haben sie hier sogar ihr neues Album aufgenommen. Nachdem sie für ihr letztes Meisterwerk DEATH SONG (2017) bis nach Seattle gepilgert waren, gönnten sie sich mit ihrem langjährigen Tontechniker Brett Orrison einfach drei herrlich kreative, libertäre Monate in einem Studio ihrer Heimatstadt. „Wir hatten einen groben Plan, gönnten uns aber viel Zeit für Experimente“, erinnert sich Bailey, und Maas ergänzt: „Durch die Pandemie hatten wir dann plötzlich noch mehr Zeit zur Verfügung. Und kosteten das voll aus. Ich denke mal, das erzählen viele Bands, aber diese Zwangspause hat für WILDERNESS OF MIRRORS wirklich den Unterschied gemacht. Viele der Songs wären gar nicht auf dem Album gelandet oder würden komplett anders klingen.“

Seit DEATH SONG ist viel passiert. Global wie auch privat. Alex Maas ist Vater geworden, hat ein Soloalbum veröffentlicht, die ganze Band hat sich verändert, spirituell wie personell, der Sound mäandert immer noch voller Fuzz und psychedelischer Verschrobenheit, aber deutlich abwechslungsreicher, verspielter. „Fuzz-Songs wird es immer geben, aber wir wollten unsere Formel ein bisschen erweitern“, erklärt der Sänger. Also gibt es eine Menge Mellotron, französische Barock-Pop-Sprinkler, Wah-Wah-Riffs und groovige Shuffles. Bailey dazu: „Es war schön zu sehen, dass die Black Angels immer nach den Black Angels klingen, egal mit welchen Instrumenten. Wir haben unsere DNA mal ein wenig untersucht.“ Geboren in einer unsteten Zeit, reflektiert WILDERNESS OF MIRRORS das Chaos in der Welt, die nagende Ungewissheit einer Pandemie, das aufgeheizte Klima in den USA. Zugleich steht ein Song wie das expressive, betörend schöne, leiernde ›The River‹ für die ungebrochene Liebe der Band zu The Velvet Underground, Syd Barrett, Roky Erickson und allen anderen Poeten der Seltsamkeit. „Diese Geister heraufzubeschwören steht schon sehr lange auf meiner Liste“, bemerkt Maas zufrieden. „Der Song klingt geheimnisvoll und auch ein wenig gespenstisch. Wie eine Anrufung.“ Am Ende hat vielleicht genau diese Nummer das neugierige Gürteltier angelockt …