0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 177

Black Mirrors: Hell und dunkel zur selben Zeit

0

Mit TOMORROW WILL BE WITHOUT US präsentieren die Black Mirrors ihren intensiven Debütnachfolger und zeigen sich darauf nicht sonderlich optimistisch, was die künftigen Wege der Menschheit betrifft. Die belgische Band um Sängerin Marcella di Troia kleidet ihre Gedankengänge in ein eng verwobenes Netz aus Alternative- und Stoner Rock, Grunge und einem Hauch Blues und führt die Stimmung auf der neuen Platte zurück auf die vielen Möglichkeiten zum Reflektieren, die sich durch die Pandemie ergeben hatten. „Für uns taten sich tausend Fragezeichen auf, was die Zukunft betrifft. Wir wussten damals nicht, wohin wir als Band, aber auch nicht, wohin wir als Menschen gehen. Manchmal hörte man während der Lockdowns sogar gute Nachrichten, die Umweltverschmutzung ging zurück, doch sobald alles wieder aufmachte, war alles wie vorher oder noch schlimmer. Wir erlebten ein Wechselbad der Gefühle, hell und dunkel zur selben Zeit. Das einzige was uns da half, war die Musik. Wie eine Katharsis.“, erklärt Pierre Lateur, Leadgitarrist und Partner von di Troia. Und so entstanden während der Pandemie zehn neue Songs, die sich ohne Zeitdruck und ohne Agenda einen Weg bahnten und das nachdenkliche Mindset von Marcella und Pierre widerspiegeln.

Ob die Aussage des Albumtitels nicht ein wenig drastisch gewählt wurde, diskutiert das Paar während des Zoom-Interviews: „Ich denke, eine Welt ohne Menschen wäre nichts schlimmes. Dabei meine ich aber nicht, dass der Durchschnittsmensch wegmuss. Viele von uns geben ihr Bestes, ich denke da eher an Leute wie Elon Musk, die mit ihrem vielen Geld Gott spielen, statt sich um Umwelt und Mitmenschen zu kümmern. Das ist ein Problem.“, macht Marcella ihren Standpunkt klar, während Pierre verdeutlicht: „Klar mag es der der Natur ohne uns besser gehen, mit dem Albumtitel deklarieren wir aber nicht, dass die Menschheit aussterben soll.“ Auch ihre eigene Rolle als tourende Musiker*innen in diesem System beziehen die beiden in ihre Überlegungen mit ein, man hört immer wieder eine gewisse innere Zerrissenheit während des Interviews heraus. Am deutlichsten wird jene wohl bei der Ballade ›Ode To My Unborn Child‹, einem höchst emotionalen Song, in dem Marcella einen Brief an das Kind schreibt, das sie wohl niemals bekommen wird. „Ich wollte schon immer Kinder, aber in diese Welt kann ich einfach kein Leben setzen, weil ich keine großen Hoffnungen in eine gute Zukunft habe. Als ich den Song schrieb, war ich wirklich traurig und sauer auf die Umstände, die mir diesen Wunsch verwehren. Ich weinte viel, die Aufnahmen waren total schwierig und auch wenn ich den Song live singe, habe ich einen Klos im Hals. Aber ich hoffe, dass er die Menschen erreicht, weil mir vielleicht einige nachfühlen können.“ Ihr ergriffener Partner Pierre fügt hinzu: „Darum geht es doch am Ende, das ist doch der Sinn von Musik, oder?“

Nikki Lane: Tougher Than The Rest

0

Fünf Jahre nach ihrem famosen Durchbruchswerk HIGHWAY QUEEN und nach vielbeachteten Kollaborationen mit Lana Del Rey und Spiritualized macht Nikki Lane mit Queens-Of-The-Stone-Age-Mastermind Josh Homme an ihrer Seite nun den nächsten großen
Satz nach vorn. Auf DENIM & DIAMONDS glänzt die Amerikanerin beim Spagat zwischen düster anmutendem Outlaw-Country und abgehangenem Rock’n’Roll-Feeling.

Nikki Lane hatte viel Zeit, um ihre Akkus wieder aufzuladen. Schon vor der Pandemie hatte die ursprünglich aus South Carolina stammende und inzwischen in Tennessee heimische Singer/Songwriterin nach der langen, kräftezehrenden Tournee zu ihrem letzten Album die Reißleine gezogen und sich für eine Weile ins Privatleben verabschiedet. „Ich bin stolz darauf, dass ich stark und zäh bin, aber kein Mensch ist eine Maschine. Nach dem letzten Album eine solch lange Pause einzulegen, war nicht geplant, aber letztlich hat es mir doch geholfen.“ Tatsächlich ist das 38-jährige Energiebündel selbst nach der unerwarteten COVID-19-Zwangspause immer noch gerne daheim. „Ich konzentriere mich gerade sehr darauf, in meinem Umfeld präsent zu sein, denn das ist mein Anker“, verrät sie. „Das macht mich sehr glücklich, denn das versorgt mich mit den Themen, über die ich schreibe.“ Auf ihrem feinen neuen Album fallen deshalb viele der Songs textlich betont nachdenklich aus und reflektieren Lanes Selbstverständnis als starke Frau und Persönlichkeit, die keine Angst davor hat, sich tief in die Karten schauen zu lassen. Die Idee, ihr inzwischen viertes Album mit Josh Homme auf dem Produzentenstuhl umzusetzen, kam von Lanes Management. „Ich brauchte neue Impulse, jemanden, der mich in eine andere Richtung lenkt“, gesteht sie, „nicht jemanden, der mir sagt, was ich zu tun habe, aber jemanden, der mir Alternativen aufzeigt, an die ich selbst nicht gedacht hätte.“ Die Chance, mit Homme zu kollaborieren, sorgte für genau die Initialzündung, auf die Lane gehofft hatte.

Schnell fing sie an, echte Rock’n’Roll-Nummern wie ›First High‹ oder das Titelstück zu schreiben, die maßgeschneidert waren für die Kollaboration mit dem kalifornischen Tausendsassa. „Ich habe immer gesagt, dass ich gerne Tom Petty wäre oder die Sheryl Crow der Jetztzeit“, sagt sie. „Ich wollte die Art Songs haben, die dich auf langen Autofahrten wachhalten, aber stimmungsmäßig wollte ich meine toughere Seite betonen.“ Unterstützt wurde Lane bei den Sessions für DENIM & DIAMONDS von einer echten All-Star-Band, zu der neben Hommes QOTSA-Mitstreitern Alain Johannes, Dean Fertita und Michael Shuman auch Matt Helders von den Arctic Monkeys und Jack-White-Intimus Carla Azar gehörten. Probleme, Verantwortung im Studio abzugeben, hatte sie nie, denn gleichzeitig bestärkte Homme sie auch darin, sich auf ihre eigenen Talente zu verlassen, etwa beim leisen Schlusssong ›Chimayo‹, der ganz auf Lane, ihre herzzerreißende Croonerstimme und ihre Nylongitarre zugeschnitten ist. Überhaupt ist DENIM & DIAMONDS spürbar das Werk einer selbstbewussten Künstlerin, die weiß, wo ihre Stärken liegen. „Ich bin sehr gut darin, mich selbst zu editieren“, ist Lane überzeugt. „Genauso wie man Schränke ausmisten muss, wenn man zu viel Zeug hat, muss man das auch beim Songwriting tun. Ich muss ein Lied wochenlang im Kopf haben, bevor es in den iPod kommt, der heute für mich den Notizblock ersetzt. Wenn sich die Melodie nicht in meinem Gedächtnis festsetzt, dann weiß ich, dass sie nicht zwingend genug ist.“

Video der Woche: Bon Jovi ›Bad Medicine‹

0

Heute vor 34 Jahren erklomm ›Bad Medicine‹ von Bon Jovi die Spitze der Charts. Bis heute zählt es zu den erfolgreichsten Stücken der Band aus New Jersey.

Am 13. September 1988 veröffentlichten Bon Jovi ihr viertes Album NEW JERSEY. Als erste Single wurde ›Bad Medicine‹ ausgekoppelt, das am 19. November 1988 auf Platz 1 der US-Album-Charts kletterte und dort zwei Wochen blieb. Geschrieben wurde es von Jon Bon Jovi, Richie Sambora und Desmond Child, mit dem sie auch schon bei SLIPPERY WHEN WET gearbeitet hatten.

Zum Song existieren zwei Videos, eines auf Basis eines Konzertmitschnitts. Das bekanntere zeigt anfangs eine Schlange junger Fans, die darauf warten, im Musikvideo der Band aufzutreten. Als ein Security vor die Menge tritt und fragt, ob noch Fragen bestehen, löst sich Komiker Sam Kinsion aus der Schlange und feuert die Kids an, sich selbst die Kameras zu schnappen und den Videodreh in die eigenen Hände zu nehmen, damit nicht wieder so ein langweiliger Clip entsteht, in dem sich die hübschen Musiker vor der Kamera räkeln. Gesagt – getan: mit mehreren Kameras bewaffnet, stürmen die Fans die Halle und beginnen zu drehen.

Das Resultat ist unser Video der Woche:

Titelstory: Malcolm Young – We salute you!

0
Malcolm Young

Es war eine Nachricht, die nicht nur die Rockwelt erschütterte: Keine vier Wochen nach dem Tod seines älteren Bruders, dem früheren Easybeats-Star und  AC/DC-Produzenten George Young, verstarb am 18. November 2017 auch AC/DC-Gründer Malcolm Mitchell Young im Alter von nur 64 Jahren. Der Rhythmusgitarrist und Songwriter war Ideengeber, Visionär und Boss, kurz: Herz und Seele von AC/DC. 2014 wurde bekannt, dass „Mal“ an Demenz litt und die Band verlassen muss.

Ein Schock für Angus und Millionen Fans. Jetzt wurde Malcolm, der zuletzt in einem Pflegeheim lebte, von seinem schweren Leiden erlöst. Mit ihm geht ein Gigant des Hardrock – und ein absoluter Antistar, der sich – wie seine Bandkollegen – nullkommanull aus Glamour und Ruhm machte und nur für die Musik lebte. Mit seinen Riffs wird er in Erinnerung bleiben, auf ewig. Eine Hommage.

Hier in unserem Sonderheft über AC/DC lest ihr auf 148 Seiten die ganze Geschichte über die größte Rockband aller Zeiten.

Der 28. November 2017. Ein sonniger, wenngleich extrem trauriger Tag in Sydney, Australien. An­­dächtig zieht eine schwarzgewandete Trauergemeinde von der St. Mary’s  Cathedral durch die College Street. Am Straßenrand Hunderte Fans in AC/DC-Shirts, die Scots College Pipes And Drums Band spielt australische Folksongs wie ›Along the Road To Gundagai‹ und den AC/DC-Klassiker ›It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock’n’Roll)‹. Malcolm Young, der am 18. November gestorben ist, wird hier heute zu Grabe getragen. Sein jüngerer Bruder Angus ist schwer von Trauer gezeichnet, auf Fotos kann man erkennen, wie er versucht, seine Tränen zurückzuhalten. Er trägt einen Gitarrenkoffer. Darin: Mals Lieblingsgitarre, eine sandfarbene 1963er-Gretsch, liebevoll „The Beast“ genannt. Angus platziert das Instrument sichtlich bewegt auf dem Sarg. Eine letzte Verbeugung.

Der denkbar traurigste aller Anlässe brachte „Acca Dacca“, wie die Band down under genannt wird, an diesem Tag zusammen: Frontmann Brian Johnson, die ehemaligen Bassisten Cliff Williams und Mark Evans, ex-Drummer Phil Rudd, Produzent Harry Vanda, dazu australische Rockgrößen wie Jimmy Barnes und Gary „Angry“ Anderson von Rose Tattoo. Sie alle waren gekommen, um ihrem Freund Malcolm im Kreis der Familie die letzte Ehre zu erweisen.

In der St. Mary’s Cathedral erinnern Freunde und Familienmitglieder in teils launigen Trauerreden an Mal: „Shopping sah bei Malcolm so aus“, erzählt Neffe Bradley Horsburgh, der Sohn von Mals Schwester Margaret: „Ein paar schwarze T-Shirts, zwei paar Jeans. Fertig!“ Und weiter: „Malcolm war weit entfernt vom Stereotyp des Rockstars. Er verbachte seine Zeit am liebsten mit seiner Familie. Berühmt war er für seine Riffs und berüchtigt für seine Segelkünste. Wer sich in Lebensgefahr begeben wollte, ging mit Mal zum Segeln…“

Statt großer Blumengebinde hatte man bei der Beerdigung um Spenden für die Heilsarmee gebeten. Herz zeigen für die, mit denen es das Leben nicht so gut meint – auch das ist typisch Young!
Auf die Meldung von Malcolms tragischem Tod hin bekundeten unzählige Kollegen ihr Beileid per Twitter. Eddie Van Halen, Tony Iommi, Lars Ulrich von Metallica, Guns N’ Roses, Def Leppard, Scorpions, Ozzy Osbourne und Zakk Wylde, Dave Mustaine, Tom Mo­­rello, Vince Neil, Ron Wood von den Rolling Stones. Einhelliger Tenor: „A sad day for Rock’n’Roll!“ Und die Foo Fighters spielten bei ihrem Konzert in Mexico City Malcolm zu Ehren den Klassiker ›Let There Be Rock‹ und zeigten dabei sein Konterfei auf einem riesigen Backdrop. Mit seiner Musik hatte Malcolm nicht nur Millionen Fans in aller Welt berührt, sondern auch viele Musikerkollegen inspiriert.

MALCOLM, DER ROCK-GIGANT

Malcolm Young mag zwar nur 1,60m gemessen haben, auf der Bühne aber wurde er zum Giganten, zur treibenden Kraft von AC/DC. Zwischen der Gründung im November 1973 und seinem krankheitsbedingten Ausstieg im Jahr 2014 machte er AC/DC zusammen mit Bruder Angus zur größten Hardrock-Band der Welt: mit BACK IN BLACK schufen sie das nach Michael Jacksons THRILLER meistverkaufte Album der Musik-
Geschichte. Jedes ihrer Stadionkonzerte war ausverkauft. Und 2003 wurden sie schließlich verdientermaßen in die „Rock & Roll Hall Of Fame“ aufgenommen. Malcolm war talentiert, zielstrebig und ehrgeizig, ein harter Arbeiter, der alles gab, aber immer bescheiden blieb und unbeirrbar seinen Weg ging: no Stop signs, speed limits…

„ANGUS, DU MACHST DAS THEATER!“

Die Rollenverteilung bei AC/DC wurde relativ früh klar festgelegt – natürlich von Malcolm: „Angus!“, hatte er einst lapidar zu seinem jüngeren Bruder gesagt, „du machst auf der Bühne das Theater, denn mich würde das nur vom Saufen abhalten!“ So erzählte es mir Angus vor Jahren in einem Interview. Ein Statement für die Ewigkeit – und ein klares Anzeichen dafür, dass es von jeher Malcolm war, der bestimmte, wo es bei AC/DC langging, auch wenn Youngster Angus in seiner Schuluniform immer im Rampenlicht stand, sowas wie das Maskottchen der Band wurde und die meisten Fans ihn für den Chef hielten.

In meiner Zeit als Reporter hatte ich oft mit AC/DC zu tun, hatte Angus ab 1990 über 20 Jahre hinweg mehrfach interviewt, in München, Köln, Hamburg oder in London, zu Alben wie THE RAZOR’S EDGE, BALLBREAKER, der LI­­VE-DVD oder dem BONFIRE-Boxset. Manchmal war Brian Johnson mit dabei, Malcolm nie. Ge­­spräche mit den Medien überließ er lieber seinem Bruder – aber innerhalb der Band hatte Mal das Sagen. Ich erinnere mich an einen Termin in Stuttgart 1991 auf der RAZOR’S EDGE-Tour. Interview mit Angus backstage vor der Show in der Schleyerhalle. Er erschien nicht im Bühnenoutfit, statt Schuluniform trug er ausgewaschene Jeans und ein dunkelblaues Sweatshirt, dessen Ärmel er zweimal umkrempeln musste, weil sie viel zu lang waren. Angus erzählte sehr launig, mit trockenem Humor. Wie immer trank er Tee und rauchte Kette. Von Malcolm war weit und breit nichts zu sehen. Nach dem Interview stand für die gesamte Band noch ein Meet & Greet an – neben Brian Johnson, Basser Cliff Williams und Drummer Chris Slade tauchte jetzt auch Malcolm auf und widmete sich sofort den beiden jungen Fans, die das Treffen gewonnen hatten. Er redete nicht viel, war aber stets freundlich, erfüllte bereitwillig Autogrammwünsche und posierte geduldig für Fotos. „Ohne Fans, kein AC/DC“, das war Mal immer klar – für sie gab er alles und erwartete das auch von seiner Band.

Im Hintergrund fühlte er sich am wohlsten. Auch auf der Bühne. Sein Stammplatz war hinten links vor den meterhohen Marshall-Amps. Da stand er während der Show fast wie angewurzelt und drosch, Kippe im Mundwinkel, gnadenlos seine knochentrockenen Riffs in die Saiten seiner Gretsch-Gitarre, mit einer Präzision, die unheimlich war. Dieser Platz hatte den Vorteil, dass der Rhythmusgitarrist seinen Bierbecher stets in Griffnähe hatte. „Ich habe eigentlich nie viel getrunken“, wird Malcolm später sagen, „aber immer konstant!“ Der Alkohol wird ihm Jahre später zum Verhängnis werden, erstmals 1988 auf der BLOW UP YOUR VIDEO-Tour, als er zur Entziehungskur musste und von Neffe Stevie Young, ehemals Gitarrist der Band Starfighters, ersetzt wurde.

Autograph: BEYOND

0

Von wegen alte Party-Truppe!

Die in den 80er-Jahren mit Platin ausgezeichneten Südkalifornier haben der Welt nicht nur den allgegenwärtigen Hit ›Turn Up The Radio‹ beschert, sondern setzten mit ihrem „High-Energy-Pop-Metal“ auch neue Maßstäbe im AOR-Genre. Ihre neue Scheibe BEYOND fügt sich sehr stimmig in die bisherige Diskografie ein und ist zudem das letzte Werk mit Gründungsmitglied und Bassist Randy Rand. Dieser verstarb kurz nach den Studioaufnahmen im Frühjahr dieses Jahres, wünschte sich jedoch, dass der Release wie geplant stattfinden soll. Vom turbulenten Opener ›This Ain’t The Place I Wanna Be“ über ›Run For Your Life‹ bis zum finalen ›To Be Together‹ bietet BEYOND rund 51 Minuten Spielspaß und Spannung. Auch wenn vielleicht kein richtiger Über-Hit dabei ist lässt sich sagen, dass hier gefühlt der Weg das Ziel ist. So kann Rands „autografisches“ Abschiedsalbum durchaus dazu verleiten, nochmal auf Anfang zu schalten, um sich erneut eine gut produzierte, charmant-straffe Dosis Hardrock zu geben.

8 von 10 Punkten

Autograph
BEYOND
FRONTIERS/SOULFOOD

Autograph Beyond

Neil Young: WORLD RECORD

0

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Neil Young präsentiert sich im Herbst seiner Karriere äußerst arbeitswütig. Innerhalb von knapp drei Jahren (und nur eines nach dem letzten Output BARN) erschafft der inzwischen 77-jährige Kanadier mit amerikanischem Wohnsitz mit den abermals formierten Crazy Horse (Billy Talbot, Ralph Molina, Nils Lofgren) und dem von Rick Rubin überwachten WORLD RECORD das insgesamt 15. (Studio)-Album in dieser Konstellation. Verdaut haben wir BARN aufgrund des ständigen Arbeitsflusses von Onkel Neil vermutlich alle noch nicht vollständig, aber im Juli des laufenden Jahres entstand WORLD RECORD in Malibu, genauer in den Shangri-La Studios von Producer-Legende Rick Rubin, mit dem Young hier erstmals zusammenarbeitet. Wie üblich live eingespielt, bietet WORLD RECORD die komplette Bandbreite Young’scher Songwriting-Kunst an, von folkigen Ausflügen wie dem Opener ›Love Earth‹ oder ›This Old Planet (Changing Days)‹ über kernigen Rock ›The World (Is In Trouble Now)‹ und ›Break The Chain‹. Mit dem fünfzehnminütigen ›Chevrolet‹ liefern Young und Crazy Horse erneut einen der verehrten monumenta- len Roadtrips durch das Gitarren-Universum ab, den ausschließlich sie so beherrschen. Klar die beste Nummer von WORLD RECORD, gefolgt von ›I Walk With You (Earth Ringtone)‹. An die alten Klassiker kann WORLD RECORD freilich nicht anknüpfen, dennoch gelingt Young mit seinen Mitstreitern erneut ein Longplayer, der besser ist als (fast) alles, was der Meister in den 80ern verbrochen hat (wenn man FREEDOM mal außen vor lässt).

7 von 10 Punkten

Neil Young with Crazy Horse
WORLD RECORD
REPRISE/WARNER

Neil Young World Record

Candlemass: SWEET EVIL SUN

0

Eine Doom-Metal-Visitenkarte ohne Goldkante

Candlemass gehören zu den wichtigsten Erneuerern und Säulenheiligen des Doom Metal, ihre ersten vier Alben, die zwischen 1986 und 1989 erschienen sind, haben das Genre entscheidend mitgeprägt und definiert. Neben Pentagram, Saint Vitus und Trouble gehören diese Schweden zu den „Big Four“ des langsamen Düster-Metals. Ur-Sänger Johan Längqvist kam 2018 zurück in die Band und so hievte man diese direkt ins Vorprogramm von Ghost. Doch Candlemass können den Geist der frühen Jahre nicht ganz in die Jetztzeit beamen. Nicht alle Kompositionen auf SWEET EVIL SUN wirken über- zeugend, bei Stücken wie ›Sweet Evil Sun‹ oder ›Angle Battle‹ vermisst man Vision, Originalität und das wirklich besondere Etwas. Vieles wirkt bemüht, kann aber nicht die Welt aus den Angeln heben. Ein paar Lichtblicke gibt es dennoch: bei ›When Death Sighs‹ singt Längqvist wirklich mal mit übermäßig viel Hingabe und knödelt sich nicht nur ein paar Laute zurecht. ›Devil Voodoo‹ sorgt mit akustischer Gitarre und vielen Spannungsbögen für einen individuellen Flow und ›Crucified‹ beginnt mit einer Morricone-Melodie, um dann als schwerfälliger Nackenbrecher vom Stapel zu rollen. Etwas mehr Widerspenstigkeit und Einfallsreichtum hätte dem Songwriting wirklich gut getan.

6 von 10 Punkten

Candlemass
SWEET EVIL SUN
NAPALM/UNIVERSAL

Candlemass

Gewinnspiel: Tickets für Neil-Young-Kinoevent

Am 2. Dezember erscheint die Jubiläums-Edition des Neil-Young-Klassikers HARVEST, das in diesem Jahr stolze 50 Jahre alt geworden ist. Die Neuauflage enthält u.a. bisher unveröffentlichte Outtakes und eine BBC-Performance von 1971, dazu eine bisher ungesehene zweistündige Doku über die Entstehung des Albums und ein Gedenkbuch mit nie zuvor gezeigten Fotos.

Anlässlich der Veröffentlichung der Neuauflage wird die darin enthaltene Dokumentation mit dem Titel „Harvest Time“ weltweit exklusiv am 01. und 04. Dezember in diesen Kinos gezeigt. Wir verlosen Tickets für die Vorstellungen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und München gezeigt. CLASSIC ROCK verlost 2×2 Freikarten pro Stadt.

Die Kino-Termine:

BERLIN Zoo Palast Berlin | Donnerstag. 01.12.2022, 19:45 Uhr Saal: Kino 4

DUSSELDORF Metropolis | Donnerstag, 01.12.22 19:30 Uhr

HAMBURG Zeise | Donnerstag, 01.12.22 20:30 , Zeise 1

MUENCHEN Arri im Astor | Sonntag. 04.12.2022, 17:30 Uhr Saal: Club

Jetzt mitmachen und zwei Tickets gewinnen:

[contact-form-7 id=“133936″ title=“Neil Young Harvest Time Kino Tickets“]