Eigentlich hätte Roger Waters im Mai in der Frankfurter Festhalle auftreten sollen, doch aufgrund „wiederholt israelfeindlicher Aussagen“ und Waters Engagement für die politische Boycott, Divestment and Sanctions (BDS)-Kampagne, die den Staat Israel wirtschaftlich, politisch und kulturell isolieren will, hat die Stadt Frankfurt sich dazu entschieden, das Konzert des Pink-Floyd-Mannes zu verbieten. Schließlich sei Waters einer der „reichweitenstärksten Antisemiten der Welt“. Das offizielle Kündigungsschreiben steht noch aus.
Als Protest wurde jetzt auf der Plattform Change.org eine Petition mit dem Titel „Let Pink Floyd’s Roger Waters perform in Frankfurt, Germany.“ gestartet, die von vielen Kollegen wie Eric Clapton, Peter Gabriel, Nick Mason, Tom Morello und vielen mehr unterzeichnet wurde.
Auf Change.org wurde auch schon eine Gegenpetition mit dem Titel „Ban Antisemite Roger Waters from Frankfurt“ gestartet.
Die Gitarrenheldin und Gospelsängerin, die allen zuvor kam und den Weg für Chuck Berry und die erste Welle des Rock’n’Roll ebnete.
Die Annalen des Gitarrenheldentums werden dominiert von bekannten Namen wie Jimi Hendrix, Eric Clapton, Jimmy Page und Chuck Berry, doch Sister Rosetta Tharpe – die Patin des Rock’n’Roll – war lange vor ihnen allen ein echte Macht auf der Bühne. Doch erst Jahre nach ihrem Tod 1978 durch einen Schlaganfall mit 58 wurde sie als Gitarristin wirklich geschätzt.
Der Nachruf in der „New York Times“ bezeichnete sie als „Spitzen-Gospelsängerin“, doch ließ ihr Gitarrenspiel fast komplett unerwähnt. Als Sängerin inspirierte sie Virtuosinnen wie Aretha Franklin, doch an der Sechssaitigen ist ihr Vermächtnis kein bisschen weniger beeindruckend. Sie gehörte zum Beispiel zu den Ersten, die ihre elektrische Gitarre gezielt verzerrten, und die Herren Clapton, Beck und Page haben alle ihren Auftritt von 1963 in der TV-Show „Blues And Gospel Train“ als wichtigen Einfluss genannt.
Geboren 1915 in Cotton Plant, Arkansas, trat Tharpe schon im Alter von vier Jahren als Little Rosetta Nubin auf. Ihre Mutter, eine Predigerin und Musikerin, ermutigte sie von Anfang an, und als Tharpe sechs war, gingen die beiden schon gemeinsam auf Tour. In ihren Zwanzigern zog sie nach New York und unterschrieb bei Decca Records. Ihre Musik – und vor allem ihr Gitarrenspiel – wandten sich immer mehr vom Gospel ab, sodass sie viele Fans aus diesem Bereich verlor.
Ohne Tharpe wäre die Rockmusik, wie wir sie heute kennen, vielleicht nie passiert. Chuck Berry, Elvis, Carl Perkins und Little Richard standen alle in ihrer Schuld. Und diese Künstler waren es schließlich, die von jenen Kids vergöttert wurden, die später die Beatles, Led Zeppelin, Queen, The Who oder die Rolling Stones gründeten – also so ziemlich jede wichtige Band im Rock’n’Roll.
„Ich kaufte in dem Plattenladen Home Of The Blues meine erste Aufnahme von Sister Rosetta Tharpe, die diese großartigen Gospelsongs sang“, sagte Johny Cash bei seiner Einführung in die Rock And Roll Hall Of Fame 1992: „Einige meiner früheren Stücke waren von Leuten wie Sister Rosetta Tharpe inspiriert.“ Tharpe selbst wurde erst 2007, 34 Jahre nach ihrem Tod, in die Hall Of Fame aufgenommen. Killer-Track: ›Up Above My Head
Am 31. März veröffentlichen Last In Line ihr neues Album JERICHO. Nachdem die hochkarätige Gruppe, bestehend aus Gitarrist Vivian Campbell (Def Leppard, ex-Dio), Drummer Vinny Appice (ex-Black Sabbath, ex-Dio), Bassist Phil Soussan(ex-Ozzy Osbourne) und Sänger Andrew Freeman(ex-Lynch Mob) bereits die Songs ›Do The Work‹ und ›Ghost Town‹ veröffentlicht haben, folgt mit ›House Party At The End Of The World‹ heute ein weiterer Vorgeschmack auf die neue Platte.
Der britisch-dänische Sänger Michael Catton hat sich dem nordischen Produzenten-Guru und Gitarristen Soren Andersen zusammengetan, um an Cattons Albumdebüt zu arbeiten.
Selbiges wird zwar erst 2024 erscheinen, einen erste Single namens ›Ready For The Takin‹ gibt es dennoch schon jetzt zu hören.
„›Ready For The Takin‹ ist die finale Version eines Songs, den vor über einem Jahrzehnt in meinem Schlafzimmer angefangen habe, damals, als ich Bands wie Kiss oder Def Leppard entdeckte“, erklärt Catton. „Als ich mich mit Soren trag, schrieben wir gemeinsam den Chorus und hatten den ersten voll ausgearbeiteten Song für das Album. Eine gut gelaunte Rocknummer, die einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen hat. Der Song steht für meinen Kindheitstraum, eigene Songs zu veröffentlichen, und jetzt ist er wahr geworden.“
Am heutigen 17. März stehen zahlreiche neue Platten in den Verkaufsregalen. Unter anderem neu im Angebot: Die Alben von John Diva & The Rockets Of Love, RPWL, U2 und The Answer.
U2 – SONGS OF SURRENDER
„Intimität sollte das den Liedern bringen, nach dem Motto „weniger ist mehr“. Vielleicht ruinieren sie ihre Stücke damit nicht, aber zumindest beschädigen sie sie. Keiner einzigen Nummer jedenfalls tun sie hier einen Gefallen.“
„Die Musik ist durchgehend eindringlich, lässt sich vom morbiden Sujet aber nicht rettungslos vereinnahmen. Sprich: thematisch schwere Kost plus Hörgenuss.“
„›The Limit Is The Sky‹ ist cool und catchy. Erinnert irgendwie an die deutschen Hardrocker Mad Max, was ja nicht die schlechteste Reminiszenz ist. Allerdings rocken John Diva & The Rockets Of Love etwas fresher, und der melodische 80s-Style, siehe die Gitarren in ›Capri‹, wirkt nicht überzogen, sondern wie gesagt sehr relaxt.“
„Ein Highlight: ›Want You To Love Me‹ mit brachialem John-Bonham-Drum-Sound und herrlich knurrigen Gitarrenparts. Beim tiefenentspannten ›No Salvation‹ geht Neeson als Rod Stewarts kleiner Bruder durch, wobei dies nur eine seiner stimmlichen Facetten ist…“
Für SONGS OF SURRENDER haben U2 ihre größten Hits neu eingespielt. War das wirklich notwendig, wird sich der ein oder andere fragen. Die Antwort ist schnell gefunden: nein, definitiv nicht. Es steht außer Frage, dass U2 jede Menge tolle Lieder geschrieben haben. Viele davon sind hier zu finden, aber eben leider in der aktuellen Version. Die Iren haben auch wirklich bedeutende Alben gemacht – das letzte wirklich gute ist aber über zwanzig Jahre her. ALL THAT YOU CAN’T LEAVE BEHIND hieß es. Und das merkt man der vorliegenden Trackliste an. The Edge hat SONGS OF SURRENDER kuratiert und produziert, Producer Bob Ezrin hat ihn dabei im Studio unterstützt. Der Gitarrist beschreibt den Prozess als „Zeitreise“. Unglücklicherweise ist er auf seiner Expedition falsch abgebogen. Alle 40 Tracks wurden komplett neu eingespielt, einschließlich der Arrangements, in einigen Fällen führte das sogar zu neuen Lyrics. U2 zogen den Stücken allerdings im doppelten Sinn den Stecker. Komplett unplugged ist SURRENDER zwar nicht, aber nah dran.
Intimität sollte das den Liedern bringen, nach dem Motto „weniger ist mehr“. Vielleicht ruinieren sie ihre Stücke damit nicht, aber zumindest beschädigen sie sie. Keiner einzigen Nummer jedenfalls tun sie hier einen Gefallen. ›Stuck In A Moment You Can’t Get Out Of‹ ist ganz nett. Der mexikanische Touch in ›Red Hill Mining Town‹ geht auch klar. Ebenso ›All I Want Is You‹, das aber nahezu unverändert klingt. Dann gibt es sehr viel Leerlauf, nicht gut bei 40 Anläufen. Und einiges ist wirklich ärgerlich. ›Pride (In The Name Of Love)‹ zum Beispiel. Eigentlich ein Jahrhundert-Song. Oder ›I Still Haven’t Found What I’m Looking For‹. ›Desire‹, ohnehin schon keine sonderlich spektakuläre Nummer, ist hier schwer erträglich. Oder die Schlachtung des frühen Stücks ›Two Hearts Beat As One‹. Klingt ein wenig nach einer U2-Coverband, die auf Hochzeiten spielt. Schön und ruhig, nach dem Motto: Nur niemanden verärgern.
Die Zeiten, in denen man RPWL auf ihre Pink-Floyd-Affinität reduzieren konnte, sind lange vorbei. Das Freisinger Quartett um die beiden maßgebenden Musiker Kalle Wallner (Gitarre) und Yogi Lang (Gesang, Keyboards) hat längst – auch international – einen glänzenden Ruf als eigenständige Prog-Rock-Band, die geschickt zwischen Tradition und Moderne variiert. Zurecht, wie das neue Werk CRIME SCENE dokumentiert. Die sechs Kompositionen darauf sind atmosphärisch dicht, finden zwischen Anspruch und Eingängigkeit stets die goldene Mitte und klingen weder zu kopflastig noch zu unausgegoren. Dazu kommt ein spannendes Thema: die Abgründe der menschlichen Seele. Es geht um den unergründlichen schwarzen Fleck in unserer Psyche, und um die Frage, inwieweit Verbrechen immer auf traumatische Erfahrungen zurückzuführen sind. Die Musik ist durchgehend eindringlich, lässt sich vom morbiden Sujet aber nicht rettungslos vereinnahmen. Sprich: thematisch schwere Kost plus Hörgenuss.
Zwei Jahre nach VERSATILE holen Pop Evil zum nächsten Rundumschlag aus. Die neue Platte SKELETONS dauert zwar nur etwa 36 Minuten, walzt aber mit schweren Gitarrenriffs, fetter Elektronik und der supermodernen Produktion alles nieder. Die Band wollte die Energie ihrer Live-Shows einfangen und alles aufs Wesentliche reduzieren – daher der Titel SKELETONS. Und das ist gelungen, denn alle Songs kommen direkt auf den Punkt und gehen ins Ohr sowie in Mark und Bein. Man mag einwerfen, dass dieser Sound, der Modern-Metal, hardrockige Hooklines und Electro vereint, nicht sonderlich einfallsreich ist, sondern eher dem klassischen US-Generic-Metal entspricht – nicht ganz zufällig war mit Drew Fulk auch der Produzent von Disturbed, Papa Roach und Motionless In White beteiligt –, aber der Erfolg gibt Pop Evil nun mal recht. Und Tracks wie ›Paranoid (Crash & Burn)‹ und ›Eye Of The Storm‹ haben eben dieses Hit-Gen und dürften in der Alternative-Disco wie in der Konzertarena gleichermaßen für durchgeschwitzte Massen sorgen. Kurzum: Wuchtiges Album, das Spaß macht, sofern man denn den typischen US-Metal mag.