Knallharte Garage-Gitarren, feinsinniger britischer 60s-Pop, US-amerikanischer Stadionrock – wie keine andere Band brillierten die Kinks in verschiedensten Genres. Jetzt wird die berüchtigte Gruppe aus dem Londoner Norden sechzig. Mit THE JOURNEY erscheint eine große Retrospektive, eine Doku steht in den Startlöchern – vielleicht sogar ein Spielfilm. Mastermind und Chef-Dandy Ray Davies reist mit uns zurück in die Kinks-Historie, legt seine Songwriting-Methode offen und erinnert sich an seinen Freund Charlie Watts.
Das fünfte Album von Led Zeppelin erschien 1973 und war nicht ohne Kontroversen. Mit einem weiten Spektrum an Stilrichtungen spaltete es zudem die Fans, die sich wunderten, wo ein neues ›Whole Lotta Love‹ oder ›Stairway‹ blieben. Doch HOUSES OF THE HOLY wies den Weg nach vorne für eine Band, die in ihrem absoluten Zenit stand.
David Crosby: Die Stimme einer Generation
Wir blicken zurück auf das Leben des Mannes, der mit den Byrds, CSN, CSN&Y und solo unvergessliche Musik aufnahm, die zum schillernden Soundtrack einer goldenen Ära gehörte.
David Bowie: LET’S DANCE
Artrock und Clownanzüge gehörten für David Bowie 1983 der Vergangenheit an – er wollte ein richtiger Superstar werden. Um dieses Ziel zu erreichen, engagierte er den Mann, der als „The Hitmaker“ bekannt war.
The Stranglers: Helden auf Reisen
Sie waren zu musikalisch und zu alt, um als „Punk“ durchzugehen, und doch galten The Stranglers als die Bad Boys des Genres. Hugh Cornwell erzählt die Geschichte ihres „Summer of Punk“-Klassikers und zweiten Albums NO MORE HEROES.
Am 13. April wird Metallicas kommendes Album, 72 SEASONS, für einen Abend lang exklusiv weltweit in verschiedenen Kinos abgespielt. Das 12. Studioalbum der Metal-Legenden wird in vollem Umfang und mit Surround-Sound exklusiv für das Kinopublikum auf der ganzen Welt gespielt – jeder der neuen Songs mit einem eigenen Musikvideo und einem exklusiven Kommentar der Band.
CLASSIC ROCK verlost 10×2 Tickets für das Spektakel in einer Stadt eurer Wahl. Hier findet ihr die Städte- und Kinoauswahl: https://www.metallica.film/
Mike Love. Leadsänger und Mitbegründer der Beach Boys. Eine Rock’n’Roll-Legende. Seit 60 Jahren ununter-brochen aktiv. Und noch immer on the road. Doch sein Name ist nicht unbedingt Programm: Love galt lange als streitbar. Bei einigen Beach-Boys-Fans war der Sänger als „Bad Boy“ verschrien, der „nur“ Songtexte schrieb, während sein Cousin Brian Wilson den Soundtrack für Generationen komponierte und dafür alle Lorbeeren (und Tantiemen!) einheimste. „Für diejenigen, die Brian für Jesus halten“, sagt Mike, „werde ich immer der Antichrist bleiben. Viele vergessen, dass ich jahrelang brutal abgezockt wurde.“ Nach diversen Gerichtsstreits mit Brian Wilson konnte sich Leadsänger Love letztlich die Rechte am Bandnamen sichern. Er hält die Band am Leben – aber eben leider ohne Brian. Nach der Corona-Zwangspause ist der topfitte 81-Jährige mit seiner Gute-Laune-Truppe, in der auch sein Sohn Christian spielt, endlich wieder auf Tour.
Mr. Love, direkt gefragt: Wie haben Sie mit mittlerweile 80+ die Pandemie erlebt und gemeistert? Es war wie für die meisten keine gute Zeit. Wir hatten 2020/21 so viele Auftritte geplant, die alle abgesagt werden mussten. Ich ließ mich mit Moderna impfen, wurde dann positiv getestet und nur drei Tage später war der Test negativ. Ich habe mich jedenfalls in Selbstquarantäne begeben, in meinem Haus in den Bergen über dem Lake Tahoe. Dort lebe ich mit meiner Familie schon seit 40 Jahren. Ich habe täglich meditiert und viel Yoga gemacht. Das hilft immer.
Meditation scheint neben der Musik Ihr ganz großes Thema zu sein! Ja! Transzendentale Meditation hat mich früher von harten Drogen abgehalten und mir so wahrscheinlich das Leben gerettet. Der Maharishi Mahesh Yogi wurde mein Lehrmeister, mein Guru. Er hat mich gelehrt, zu relaxen und mich gut zu fühlen, ohne Drogen und Alkohol. Meditation ist der deutlich bessere Lifestyle und hat mein Leben grundlegend verändert, seit ich im Dezember 1967 in Paris den Maharishi kennengelernt hatte und durch ihn zum ersten Mal mit transzendentaler Meditation und Yoga in Berührung kam. Ich ziehe das bis heute durch und es tut mir gut. Ich bin 81 und fühle mich topfit.
Stimmt es, dass Sie die Krisenzeit sogar musikalisch verewigt haben? Ja, Corona hat mich zu einem Song inspiriert. Einem, der Mut machen soll. Er heißt ›This Too Shall Pass‹ (etwa: „Auch das wird vor- übergehen“). Aufgenommen haben wir die Nummer per Computer in unseren jeweiligen Homestudios in Tahoe, Las Vegas, Nashville und Santa Barbara, wo mein Sohn Christian lebt. Schlagzeug spielt mein Freund John Stamos, der Schauspieler, der ja seit Langem auch Gastmusiker bei den Beach Boys ist. Das Ergebnis kann sich hören lassen, und es dient einem guten Zweck: die Einnahmen spenden wir der Organisation Feeding America [vergleichbar mit den „Tafeln“ hierzulande; Anm. d. Verf.].
Ihr Motto ist „Good Vibrations“. Wohl nicht immer einfach in diesen Zeiten … Das stimmt, aber ich erlaube mir einen positiven Blick aufs Leben. Ich hoffe immer, dass am Ende alles gut wird. Und auch, dass der Krieg in der Ukraine ein baldiges Ende findet. Ich habe einen Song über die Situation geschrieben mit dem eindeutigen Titel ›Make Love Not War‹. Die Kriegstreiber sollten es mal mit Meditation versuchen. Ich hoffe jedenfalls auf Frieden.
Es begann mit James Williamson, der „rumalberte und Maschinengewehrgeräusche machte“. Die Kombination aus pumpendem Rhythmus und aggressiver Gitarre sollte den Song dann zur Blaupause für den Punk machen.
Ohne David Bowies scheinbar grenzenloser Chutzpe sähe die allgemeine Musiklandschaft heute ziemlich anders aus. Schon bevor Ziggy Stardust ihn zum Superstar machte, baute er sich sein Imperium auf. Und zum Glück für die Nachwelt hatte er sowohl ein Auge für Talente als auch den ehrenwerten Drang, seinen Tribut zu zollen. Die großen Einflüsse in seiner Metamorphose vom simplen Folkie zum pansexuellen Glam-Star wurden nicht unter den Teppich gekehrt, sondern gefeiert.
Die stagnierenden und niedergeschlagenen Mott The Hoople wurden mit Bowies Song ›All The Young Dudes‹ wiederbelebt, Lou Reeds abschmierende Solokarriere nach Velvet Underground wurde gerettet durch seinen Job als Produzent von TRANSFORMER, das sowohl ›Walk On The Wild Side‹ als auch ›Perfect Day‹ hervorbrachte.
Und dann war da noch Iggy. Als Bowie ihn in der berüchtigten Spelunke Max’s Kansas City in New York aufspürte, lebte Pop von wenig mehr als seinem Witz und Charisma. Er hatte den Punk mit der missmutigen Brutalität der Stooges schon einmal erfunden, doch als ihr zweites Album FUNHOUSE in den internationalen Märkten nicht gut ankam, ließ das Label Elektra sie fallen und die Band löste sich auf.
Doch wo die Erbsenzähler der Musikindustrie nur riskante Investitionen sahen, erkannte Bowie wahres Potenzial. Er brachte Iggy und James Williamson (Gitarrist, Co-Songwriter und -Verschwörer beim finalen Stooges-Line-up) nach London, fädelte einen Vertrag für ein Album mit CBS ein und machte sich daran, gleichgesinnte Einheimische an Bord zu holen, um ein wesentlich bodenständigeres und stabileres Line-up auf die Beine zu stellen. Das war zumindest der Plan.
„Wir landeten mitten im Ground Zero des Glam“, erinnert sich Williamson. „Wir hingen bei [Bowies Manager] Tony DeFries im Büro ab und trafen Musiker, die eventuell zu uns passen würden. Es kamen Leute von den Pink Fairies, lauter verschiedene Musiker, doch es war die Zeit der üppigen Frisuren und Rüschenmanschetten, und das waren einfach nicht wir. Wir sind zwei Typen aus Detroit, wir verstehen sowas nicht. Ich meine, wir konnten ja selbst Bowies Band kaum tolerieren. (lacht) Ich freundete mich dann zwar ziemlich gut mit Mick Ronson an, aber sie kamen aus einer komplett anderen Welt.“
Und so kam es, dass ein Anruf nach Detroit getätigt wurde. Die Original-Stooges Ron und Scott Asheton stiegen wieder in die Band ein, die nun dezent, aber vielsagend in Iggy And The Stooges umbenannt wurde. Die Ashetons waren hocherfreut, wieder dabei zu sein, doch es gab einen Zankapfel, der noch nicht wirklich angesprochen worden war. Auf den ersten beiden Stooges-Alben war Ron Asheton der Gitarrist der Band gewesen, doch nun, da die Leads des später rekrutierten James Williamson im Vordergrund standen, war er zum Bassisten (seiner Ansicht nach) degradiert worden. „Mir wird vorgeworfen, ich hätte Ron verdrängt“, so Williamson, „dabei war ich es, der ihn zurückholte. Ron war außerdem Bassist gewesen, bevor er Gitarrist war.“
Geprägt von den neuesten Kompositionen aus der Feder von Pop und Williamson, vor allem der definierenden Rage des Openers ›Search And Destroy‹, gründete das Album, das letztlich RAW POWER betitelt wurde, auf einem fundamental anderen Stooges-Sound, bei dem es für Ashetons Gitarre schlicht keinen Bedarf gab.
„Zunächst war Ron begeistert, den Job bekommen zu haben. Wir verstanden uns gut, doch später nagte das an ihm. In dem Stil, den ich für RAW POWER entwickelt hatte, war einfach kein Platz für irgendjemand anderen. Die Gitarre füllte alles aus.“
Was einen beträchtlichen Teil der Magie dieses Albums ausmachte. Über die gesamte Platte verfeinert die Kombination von pumpendem Rhythmus und beißend aggressiven Lead-Breaks einen Gitarrenstil, den später Sex Pistol Steve Jones und zahllose andere aufgriffen. Doch nirgends wurde diese langlebige Blaupause für die Zukunft des Rock effektvoller und passender eingesetzt als auf ›Search And Destroy‹.
„›Search And Destroy‹ entstand im RG Jones Studio in Wimbledon“, erklärt Williamson. „Bei einer Pause während der Proben fing ich an, herumzualbern, und machte mit der Gitarre Maschinengewehrgeräusche. Und da ging mir ein Licht auf. In unserer damaligen Wohnung in Chelsea arbeitete ich dann den Rest des Songs darum herum aus.“
Textlich waren der Song und sein Titel von einem Artikel im Time Magazine über den Vietnamkrieg inspiriert worden. „Iggy ist jemand, der in einem Gedankenfluss schreibt. Er hatte in den Zeitungen viel über Vietnam gelesen, und mit der Maschinengewehr-Gitarre lag die Assoziation nahe. Außerdem passt es zu seiner Gepardenjacke.“
Ein Detail, das die inhärente Dualität des Songs definiert. ›Search And Destroy‹ funktioniert als eine Komposition, die im Wesentlichen aus der Malaise der Vietnamkriegsära geboren wurde, denn der Text strotzt vor Bezügen wie „firefights“, „nuclear A-bombs“ und „radiation“. Die Zeile „I’m a street-walking cheetah with a heart full of napalm“ passt aber ebenso gut als Porträt von Iggys berüchtigter Bühnenfigur. Es ist eindeutig, dass der Protagonist des Songs ein anonymer GI ist, der mit totem Blick ins Mekongdelta starrt. Der „world’s forgotten boy“ ist Iggy Pop und wird es immer bleiben. Und wie Williamson festhält, falls jemand noch irgendwelche Zweifel haben sollte, steht Iggy auf der Rückseite der Plattenhülle und posiert demonstrativ in seiner Kunstlederjacke mit Gepardendruck.
Die Grenzen von Bowies ursprünglichem Mix von RAW POWER akzentuieren dabei noch die gitarrengetriebene Aggression von ›Search And Destroy‹. „Zunächst gefiel niemandem in der Band der Mix, doch das Problem war, dass er nicht viel hatte, womit er arbeiten konnte“, gesteht Williamson. „Iggys Konzept, die Live-Energie der Band einzufangen, wurde nicht sehr gut umgesetzt. Es gab nicht genug Isolation, und überall flossen die verschiedenen Elemente ineinander. Bowie versuchte, daraus etwas Schlüssiges zu fabrizieren.“
Und das gelang ihm ganz gut. Es ist gewiss kein THE DARK SIDE OF THE MOON, doch als Grundstein des Punk könnte es nicht besser sein. „Das ist der beste Mix. Der historische Mix“, fasst Williamson zusammen. „Denn den Bass und das Schlagzeug so weit runterzusteuern, dass man sie fast nicht mehr hören kann, lässt die Gitarre umso fantastischer klingen. Jack White hat daraus eine ganze Karriere gemacht.“
Am 21. April veröffentlichen Formosa ihr neues Album BITTERSWEET auf ihrem eigenen Label METALMOSA. Mit ›Horns Up‹ inklusive dekadent-lasterhaftem Videoclip liefern die Essener Melodic Rocker nun einen weiteren Vorgeschmack auf die Platte. Live lässt dieser eingängige Track bestimmt zahlreiche Fäuste in die Luft schnellen.
Weil Metallica so viele Platten auf Vinyl verkaufen, hat sich die Band nun kurzerhand eine Mehrfachbeteiligung bei „Furnace Record Pressing“ in Virginia gekauft. So will die Band sicherstellen, dass „die Fans auch in Zukunft ungebrochenen Zugang zu qualitativ hochwertigen LPs“ haben.
Gerade sorgen Metallica für Aufsehen mit der anstehenden Veröffentlichung ihres kommenden Albums 72 SEASONS, das am 14. April erscheint. Die neue Platte erscheint sieben Jahre nach dem letzten Longplayer HARDWIREd… TO SELF-DESTRUCT aus dem Jahr 2016.
Passend zum neuen Album präsentiert CLASSIC ROCK “Metallica – Das Sonderheft”. Die 148 Seiten starke Special Edition erscheint am 05. April 2023 überall im Zeitschriftenhandel und versandkostenfrei über www.classicrock.net
Eine Woche nach dem Tod von Gründungsmitglied und Gitarrist Gary Rossington sind Lynyrd Skynyrd live aufgetreten. Bei ihrer Show in Florida widmeten die Southern Rocker ihren Song ›Tuesday’s Gone‹ vom ersten Album PRONOUNCED ‚LEH-NERD SKIN-NERD (1973) ihrem verstorbenen Kollegen.
Da Rossington in den letzten Jahren gesundheitliche Probleme hatte, stand er nur mehr sporadisch mit Lynyrd Skynyrd auf der Bühne. Nach einer Herzoperation im Jahr 2021 wurde er live meistens von Damian Johnson vertreten.
Iggy Pop tritt nicht zum ersten Mal als Testimonial auf. In einem neuen Werbespot wirbt er nun erneut für einen nachhaltigen Spülenhersteller aus dem Bayerischen Wald.
Diesmal werden die bunte Amaturen und Spülbecken der Firma Schock mit einer Küchenparty beworben, die Iggy Pop zusammen mit animierten Waldtieren feiert.