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Start Blog Seite 1285

Reviews: Silversun Pickups

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Neck of Woods

1990er Alt.Rock revisited oder Blick zurück in die Clinton-Jahre

Kaum ein Rezensent, der nicht erwähnt, dass der Vierer ziemlich nach den Smashing Pumpkins klingt. Das ist zwar richtig, macht aber nichts. Die Silversun Pickups sind noch eine Spur reduzierter als Billy Corgan & Co, ihr Schlagzeug ist noch etwas simpler, ihre multiplen Gitarrenschichten klingen noch mehr nach Shoegazern, doch die Stimmung ihrer Songs insgesamt ist mindestens ebenso melancholisch. Fugazi, New Order, My Bloody Valentine könnte man als weitere Einflüsse nennen, genau wie die Chemical Brothers, wenn das Retro-Quartett elektronische Kleckse über ihre Klangbilder verteilt. Obwohl man die meisten Elemente bereits so oder so ähnlich mal gehört hat, muss man etlichen Songs starke atmosphärische Stimmungen bescheinigen.

 

Reviews: Sigur Ros

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Valtari

Introvertierte, ruhige, sphärische Spannungsbögen statt Klampfenkraft.

Eigentlich hatten Sigur Rós ihre sechste Scheibe bereits 2010 im Kasten, verwarfen sie aber und machten sich an den Live-Film INNI, der im vergangenen Jahr erschien. Nun, nach vierjähriger Pause, ist die neue Studio-CD aber doch erhältlich. Und hält Überraschungen bereit. Die Isländer entwickelten sich im Lauf ihrer Karriere in eine immer Gitarren-lastigere Richtung, wie MEO SUO I EYRUM VIO SPILUM ENDALAUST (2008) beweist. VALTARI bedeutet einen Schritt zurück. So stammen die beiden Lieder ›Dauoalogn‹ mit seinem sakralen Charakter sowie ›Varoeldur‹ aus den Sessions zu TAKK, wobei letztgenanntes Stück die Chorversion von ›Luppulagio‹ von INNI ist. Anstatt durch Klampfenkraft betört VALTARI mit introvertierten, ruhigen, sphärischen Spannungsbögen, die abwechselnd bedrückend, romantisch, melancholisch und oft einfach nur wunderschön wirken. Natürlich sind Sigur Rós ihrer Mixtur aus Shoegaze, Ambient, Klassik, Rock und cineastischen Klangwelten treu geblieben. Noch immer sind Sigur Rós vertonte Kunst und die unvergleichliche Stimme von Jon Por Birgisson sticht den Hörer direkt ins Herz. Und trotz der enormen Experimentierfreude ist VALTARI vielleicht gerade wegen der gedämpften Grundatmosphäre eingängig und zugänglich. Jeder Ton und jede Note sitzt perfekt und Stücke wie das melodische ›Rembihnutur‹, das meditative und doch verstörende ›Valtari‹ oder ganz besonders das von einer unglaublichen Melodie getragene, durch Streicher aufgepeppte und zum Ende hin aufbrau- sende ›Varúo‹ ragen aus den eh durchweg höchst Qualitäts-starken 55 Minuten heraus. Sigur Rós werden ihre Erfolgsgeschichte mit VALTARI weiter ausbauen, weil sie sich zum wiederholten Male als perfekte Jongleure der Emotionen präsentieren und damit beweisen, dass auch heutzutage noch innovative Musik erschaffen werden kann, die zudem auf riesengroßen Zuspruch von Fans verschiedener Genres trifft. VALTARI eignet sich zum Träumen, Weinen und Liebe machen.

 

Reviews: Shearweather

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Animal Joy

Tierisches Vergnügen.

Shearwaters siebtes Album passt hervor- ragend zu einem grauen Sonntag im Frühling. Nicht etwa, weil die 2001 von den einstigen Okkervil-River-Gefährten Jonathan Meiburg und Will Sheff gegründete Formation traurige Kost servieren würde. Ganz im Gegenteil, Animal Joy sorgt mit feierlicher Athmosphäre und Tönen zwischen Introvertiertheit sowie Rockiger Kantigkeit für wärmende Umarmungen. Meiburgs markantes, vereinzelt wie eine Mischung aus Mark Hollis (Talk Talk) und Gary Lightbody (Snow Patrol) vibrierendes Timbre begleitet die mit Bedacht und viel Gefühl inszenierten Melodien harmonisch, um schließlich alles auf eine Unterlage aus Indie-/Folk Rock und Psychedelic-Stoffen zu betten. Das Anliegen der Texaner, eine Plattform für ruhige, experimentelle Songs zu offerieren, geht einmal mehr auf. Dies belegen das mit tief brummenden Bässen, Orgel-Tinktur und Noise-Pieksern versehene ›Breaking The Yearlings‹, das melancholisch tröpfelnde ›Dread Sovereign‹ und der episch-kraftvolle Zeitlupen-Rocker ›Insolence‹ eindrucksvoll. Auch pulsieren- de Ausbrüche (›Immaculate‹, ›Animal Joy‹) stehen der Platte richtig gut zu Gesicht.

 

Reviews: Sex Slaves

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Call the Wild

Von und für wilde Kerle.

Eine Band, von der man in unseren heimischen Gefilden bislang nicht all zuviel gehört hat, veröffentlicht nun zum ersten Mal ein Album in Europa. Gemeinsam mit Produzent Ulrich Wild (Pantera, White Zombie, Static-X) haben die drei Sex Slaves aus New York eine Mischung aus Heavy Rock, Punk und Rock’n’Roll mit modernen Elementen geschaffen. Aufmerksamkeit generieren Gitarrist Eric13, Bassist Del Cheetah und Schlagzeuger J Bomb schon mit dem Eröffnungs-Song ›W.T.F.R.U.‹. Auch die übrigen zwölf Stücke treffen mit einer beinahe radikal klaren Linie aus kraftstrotzenden Gitarren, pumpenden Drums und eingängigen Mitsingingparts direkt ins Ohr. Die Sex Slaves klingen, als hätte man die Ramones und Kiss mit dem unglaublichen Hulk gekreuzt.

 

Reviews: Santana

Shape Shifter

Mehr als nur Rauchzeichen.

SHAPE SHIFTER ist den Ureinwohnern der USA gewidmet: So hört man im Intro des gleichnamigen Openers auch indiani- schen Gesang, Tierlaute und Trommeln, die jedoch alsbald einem knackigen Rocksong weichen, der trotz seiner 6:17 Min gerne länger hätte sein dürfen. Doch keine Sorge, nicht alle Lieder folgen derartigen Ethno-Spuren. Vielmehr ist SHAPE SHIFTER eine Sammlung von Instru- mentalstücken, die Santana im Laufe der letzten 16 Jahre zusammengestellt hat. Darunter finden sich für ihn typische Lieder wie ›Macumba In Budapest‹, das durch latein- amerikanisches Flair und eine schöne Melodie besticht, ganz zu schweigen von dem atemberaubenden Solo. Ausnahmen bilden nur ›Never The Same Again‹ und ›Eres La Luz‹. Ersteres fällt mit seinem loungeartigen, elektronischen Beat etwas aus der Reihe und klingt überladen. Letzteres ist das einzige Stück auf SHAPE SHIFTER, das Gesang enthält und leider auch allzu poppige Beats. Davon abgesehen glänzt das neue Santana-Werk aber mit durchweg stimmigen Arrangements.

 

Reviews: Saga

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20/20

Michael Sadler ist zurück, kann 20/20 aber auch nicht vor der Durchschnittlichkeit retten.

Das Experiment mit Frontmann Rob Moratti ist schneller wieder vorbei als man erwarten konnte. Moratti soll im Gegensatz zur Studio- produktion THE HUMAN CONDITION (2009) auf der Bühne nicht überzeugt haben, behaupten Saga und haben deshalb flugs ihren Originalsänger Michael Sadler zurück beordert. Sadler besitzt zweifelsohne die Saga-Stimme schlechthin, mit ihm verbindet man Hits wie ›Humble Stance‹, ›Wind Him Up‹, ›On The Loose‹ oder auch ›The Flyer‹. Leider fehlen auf ihrem neuesten Studioalbum 20/20 der Titel verrät es bereits: Es ist ihre 20.

Veröffentlichung! genau diese magischen Momente. Die zehn Songs der Scheibe sind sicherlich handwerklich sauber gemacht und dokumentieren auch das eine oder andere typische Trademark der Band, aber Hymnen für die Ewigkeit klingen anders. Gitarrist Ian Crichton gibt sich alle Mühe, sein signifikantes Stakkato-Spiel zu platzieren, kann sich zumeist aber nur in kurzen Soli gegen die Keyboards durchsetzen. Ansonsten ist alles hübsch komponiert, ohne jedoch wirklich mitreißende Momente zu erzeugen.

 

Reviews: Royal Southern Brotherhood

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Toller Soul’n’Rock in Allstarbesetzung.

Allstar-Bands haben derzeit Konjunktur, wie Black Country Communion, Chickenfoot oder Them Crooked Vultures zeigen. Bei Royal Southern Brotherhood treffen sich ebenfalls wahre Hochkaräter, wie die Namen Cyril Neville, Devon Allman, Mike Zito, Charlie Wooton und Yonrico Scott zeigen, die Fachleute von Formationen wie den Allman Brothers, Neville Brothers oder der Derek Trucks Band kennen. Doch anstatt die heute übliche und überaus erfolgsversprechende Wiederaufnahme des traditionellen Blues voranzutreiben, haben Royal Southern Brotherhood vor allem einen Hang zu Soul, Salsa und Latin Music, wie sie ansonsten von Santana präsentiert wird und beispielsweise auch der vielseitige Warren Haynes wiederbelebt (siehe Review in dieser Ausgabe). Es sind vor allem der wunderbar zurückhaltende und dennoch omnipräsente Cyril Neville mit seiner rauchig-warmen Stimme und die Gitarristen Allman und Zito, die hier mit leisen Noten wahre Größe erzeugen und sich vom lasziv fließenden Groove ihrer Band mitreißen lassen. Ein wahres Könneralbum!

 

Reviews: Ribozyme

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PRESENTING THE PROBLEM

Erstklassiger Prog Metal aus dem hohen Norden.

Wer die Veröffentlichung eines neues Tool-Albums nicht mehr erwarten kann (schließlich scheint diesesin immer weitere Ferne zu rücken), der sollte gefällig schleunigst losziehen zu Rybozymes fünftem Album PRESENTING THE PROBLEM greifen. Das soll jetzt jedoch nicht heißen, dass die Norweger ein reiner Abklatsch der amerikanischen Progressive Metal-Größe sind. Denn das sind sie mitnichten! Ihre Kompositionen erinnern nur sehr stark an die von Maynard James Keenan und Konsorten. Selbst die Stimme von Sänger Kjartan Ericsson kann durchaus mit der des Tool-Sängers mithalten. Doch Rybozyme haben auch ihren eigenen Stil. Sie sind depressiver als ihre amerikanischen Vorbilder, etwas düsterer und härter und ihre Songs haben einen Hauch mehr Ohrwurmcharakter sprich: man braucht eigentlich nur einen Durchlauf, um vom Album mitgerissen zu werden und Melodiefolgen im Kopf zu behalten. Respekt! Denn die Stücke strotzen nur so vor Komplexität und Abwechslung, während ihre dissonanten Klänge leinem wohlige Schauer über den Rücken laufen lassen. Absolute Anspieltipps sind das aggressiv wie eine Dampfwalze über einen her- einbrechende gerade mal zweiminütige ›Leverage‹ und ›Over The Galvanized‹, ein sechsminütiges Epos, das einen in enfernteste Sphären entführt. Danke, so schnell brauchen wir Tool nicht wieder.