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Start Blog Seite 1286

Reviews: Joey Ramone

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Ya Know?

Beeindruckendes letztes Lebenszeichen.

Joey Ramone, der Frontmann der legendären Ramones, veröffentlicht ein neues Solo-Album? Natürlich nicht, denn der Mann ist tragischerweise vor Jahren seinem Krebsleiden erlegen. Andererseits aber schon, denn die 15 Tracks auf …YA KNOW? setzen sich aus Demos und unveröffentlichten Aufnahmen zusammen, an denen Joey kurz vor seinem Tod gearbeitet hatte.

Sein Bruder Mickey Leigh hat es als Produzent geschafft, ein authentisches Stück Joey Ramone auf die Welt zu bringen. Dieses Album ist nämlich weit entfernt von einem unreifen Stückwerk, sondern liefert standesgemäßen Rock’n’Roll mit strecken- weise aufblitzendem Hit-Potenzial (›Rock’n’Roll Is The Answer‹, ›New York City‹, ›Waiting For That Railroad‹ uvm.). Was einen freut, letztlich aber auch traurig macht. Wenn man angesichts dieses Albums bedenkt, zu welchen Meisterstücken Joey noch in der Lage gewe-sen wäre, wird sein früher Tod umso bedauerlicher.

 

Reviews: Chris Robertson Brotherhood

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BIG MOON RITUAL

Die Chefkrähe schaltet ein paar Gänge zurück

Die Black Crowes liegen momentan für unbestimmte Zeit auf Eis, was die federführenden Robinson-Brüder jedoch äußerst fleißig und motiviert für ihre Nebenprojekte nutzen. Frontmann Chris suchte sich dafür jetzt ein paar Ersatzbrüder, um nun seine psychedelischen Vorlieben auszuleben. Während die Crowes selbst schon nicht für unbedingt nüchternen Rock bekannt sind, setzt der Kuschelhippie auf seinem neuen Werk BIG MOON RITUAL auf die total peacige Schiene und entspannt ausgiebigst mit folkig angehauchten Slow-mo-Seventies- Tunes, zu denen man am liebsten unter dem Einfluss sanft halluzinogener Pilze am See mit seinen besten Kumpels abhängen und ausgibig chillen will. Zugegeben, große Hits wird Herr Chris Robinson mit diesem BIG MOON RITUAL sicherlich keine landen und wirklich essenziell ist das Album leider auch nicht unbedingt. Aber es ist von einer so grundsympathischen Liebe zur Sache durchtränkt, dass diese unweigerlich auf einen selbst abfärbt und dass man es genau wie Chris Robinson selbst einfach liebhaben muss.

 

RESIDENT EVIL: OPERATION RACCOON CITY (DT. VERSION)

REORC_PS3_GM_PACKMOCKTeambasierter, herrlich böser Horror-Shooter für bis zu vier Spieler.

Ein fehlgeschlagenes Experiment setzt 1998 einen tödlichen Virus frei und verseucht die Stadt Raccoon City biologisch. Fortan setzen die Bosse des für den Unfall verantwortlichen Pharmakonzern Umbrella alles daran, ihre Fehler zu vertuschen. Da sie sich aber nicht ihre eigenen Hände schmutzig ma-chen möchten, müssen andere die Drecksarbeit verrichten: Der hauseigene Um-brella Security Service soll im Krisengebiet sämtliche Beweise und letzte Überlebende der Katastrophe vernichten.

Keine leichte Aufgabe, denn auf der Gegenseite haben es sich bekannte RESIDENT EVIL-Gesichter wie Claire Redfield und Leon S. Kennedy zur Aufgabe gemacht, Umbrellas finsteren Machenschaften das Handwerk zu legen. Jenen, verseuchter Atmosphäre, abscheulichen Monstern und Zombie-Massenansammlungen stellt sich der Umbrella Security Service mit sechs Söldnern entgegen, die über völlig unterschiedliche Stärken und Schwächen verfügen: Anführerin Lupo, Nahkampf-/Tarnspezialist Vector, Sprengstoff-Fachmann Beltway, Medizinerin Bertha, Aufklärer/Scharfschütze Spectre sowie die Wissenschaftlerin und bioorganische Waffenbauerin Four Eyes.
Das Mutantenvernichten und Treten in Gutmenschenhinterteile von geschniegelten Helden früherer RESIDENT EVIL-Spiele bereitet diebische Lau-ne: Ohne Sorgen über Political Correctness oder Munitionsmangel darf man herrlich böse sein und mit individuellen Fähigkeiten, Nahkampfangriffen, Fatalities und voller Feuerkraft aus Maschinengewehren, Schrotflinten oder Pistolen durch Raccoon City wüten.

Dass das simpel-rasante, an Serien wie LEFT 4 DEAD und GEARS OF WAR angelehnte Gameplay nicht nur in der lokal und online mit bis zu vier Spielern bestreitbaren Kampagne für bleihaltige Kurzweil sorgt, liegt auf der Hand: Wenn sich zwei Vierer-Teams in „Umbrella Security Service gegen US Special Ops“-Matches miteinander messen, läuft RESIDENT EVIL: OPERATION RACCOON CITY in seiner eigentlichen Berufung als Multiplayer-Titel zur Hochform auf.

Shinedown

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Shinedown 2012 @ James Minchin IIINach dem enormen Erfolg von THE SOUND OF MADNESS wollen die US-Radio-Rocker Shinedown mit ihrem vierten Studioalbum AMARYLLIS ihren Erfolgsweg weitergehen, dabei aber neue Richtungen einschlagen. Im Interview sinnieren Sänger Brent Smith und Schlagzeuger Barry Kerch über künstlerische Ziele, kreatives Arbeiten und das Schicksal des amerikanischen Rock-Genres.

„Wir sind immer sehr furchtlos, wenn es darum geht, eine neue Platte zu machen. Wir wollen ohnehin nichts kopieren, was wir bereits gemacht haben. Das neue Album sollte kein THE SOUND OF MADNESS PART II werden“, erklärt Smith. Klares Ziel war es, die eigenen Fans erneut zu überraschen. Von diesem Vorhaben geleitet, ließen sich die vier Rocker aus Florida nicht vom großen Schatten des Vorgänger-Albums, in dem AMARYLLIS entstehen musste, beeindrucken. „Ich glaube nicht, dass der Erfolg von SOUND OF MADNESS das aktuelle Album beeinflusst hat. Natürlich sind wir froh, dass es damals so gut lief, und klar standen wir unter dem Druck, ein gutes Album zu produzieren, aber trotzdem verkrampften wir uns nicht beim Songwriting“, so Drummer Kerch. Mehr noch – laut Smith entstand das neue Material auf nahezu selbstverständliche Art und Weise. „Ich habe keine feste Formel, nach der ich beim Songwriting vorgehe. Die Melodien, die dabei entstehen, sind nicht großartig durchdacht. Ein Großteil kam einfach so aus dem Nichts.“

Trotz aller Gelassenheit, mit der Smith beim Songwriting vorging, konnte er sich erstmals zu schwer-wiegenden Änderungen durchringen. „Zum ersten Mal wollte ich, dass jeder alles über meine Gefühle und Gedanken erfährt. In den letzten drei Jahren sind mir so viele Dinge widerfahren, die mein Leben besser werden ließen, und jetzt möchte ich eben darüber sprechen. Ich will die Leute wissen lassen, dass ich kein unglücklicher Mann bin. Ich habe einen fantastischen vierjährigen Sohn, der mein Leben gerettet hat, und eine wunderbare Freundin, die mir für viele Dinge die Augen geöffnet hat.“ Diese neue Lebensfreude war es, die in Smith dann auch das nötige Selbstvertrauen weckte, um seine Band-Kollegen beim Texten teilhaben zu lassen. Brent:„Früher ließ ich niemanden an den Songs mitschreiben. Diesmal war ich bereit dafür, auch wenn ich dabei manchmal die Kontrolle aus meinen Händen geben musste. Oft fragte ich Barry, Eric und Zach, wie sie mich sehen. Dadurch konnte ich verschiedene Sichtweisen für meine Texte nutzen. Das fühlte sich ganz natürlich an.“

Angesichts des frischen Windes, der bei Shinedown herrscht, ist die Marschrichtung für die harmonische Rock-Familie aus Jacksonville klar. „Neben meinen Eltern ist Barry die Person, mit der ich am meisten Zeit in meinem Leben verbrachte. Wir lieben uns noch immer und genießen unseren Job. Warum sollten wir also nicht einfach weitermachen. Wir wollen noch lange im Geschäft bleiben und weltweit die Leute für uns gewinnen“, schwärmt der zufriedene Frontmann.

Ungestört von der Tatsache, dass die vergangenen Jahre der Rockmusik nur wenig Gutes bescherten, blicken Shinedown in eine glorreiche Zukunft. „Rock ‘n‘Roll hat zur Zeit einen schweren Stand in den Vereinigsten Staaten. Ich bin aber überzeugt, dass 2012 das Jahr seiner großen Rückkehr sein wird. Hoffentlich kann AMARYLLIS seinen Teil zu diesem Siegeszug beitragen.“

Dan San

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DANSANsmall - VLE Simon MedardEndlich ist er da, der Frühling. Und nachdem man sich über Monate hinweg am liebsten im warmen Heim verkrochen hat, drängt es einen nun immer mehr nach draußen in die blühende Natur. Doch wem das Gezwitscher der Vögelchen nicht reicht, kann sich beim Frühlingsspaziergang auch gerne Dan San zu Gemüte führen.

Denn die Belgier liefern mit ihrem Debüt DOMINO den perfekten Soundtrack für Ausflüge in die Natur. Ihr gefühlvoller Folk Rock geht ins Ohr und lädt zum Träumen ein. 2010 machten die damals noch aus vier Musikern bestehenden Dan San zum ersten Mal mit ihrer EP PILLOW auf sich aufmerksam. Kritiker und Hörer waren begeistert, und so begaben sich Dan San auf eine aus-gibige Tournee durch ihr Heimatland sowie das benachbarte Frankreich.
Mit DOMINO soll nun auch der Rest Europas und der Welt von den Qualitäten der Belgier überzeugt werden. Nach der Tour verschanzten sich die Musiker sechs Monate im Studio und holten sich noch einen Violinisten und Pianisten ins Boot. Das Resultat des Sextetts: wunderschöne Folk-Songs voller Atmosphäre und bezaubernden Melodien.

Dass ihre Kompositionen einen nicht nur auf dem Album in ihren Bann ziehen können, sondern auch auf der Bühne funktionieren, beweisen Dan San Ende Mai, wenn sie endlich auch auf deutschen Bühnen zu sehen sein werden. Für Fans von Grizzly Bear, Matters oder Fleet Foxes unbedingt empfehlenswert – und natürlich auch für jeden, der einfach ein bisschen träumen möchte.

Counting Crows

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Counting Crows (4)Jeden Tag werden unzählige tolle neue Songs geschrieben. Täglich entdeckst du neue Alben, die du unbedingt deinen Freunden empfehlen willst und hoffst, dass diese sie ebenso schätzen wie du”, philosophiert Adam Duritz, Sänger der Counting Crows. Und liefert damit gleich die perfekte Erklä-rung zu ihrem neuen Album UNDERWATER SUNSHINE.

Denn auf diesem huldigt das Septett aus San Francisco 15 Songs aus den un-terschiedlichsten Sparten. So sind unter anderem ›You Ain’t Going Nowhere‹ von Bob Dylan, ›Coming Around‹ von Travis, ›Four White Stallions‹ von den Tender Mercies oder ›Ooh La La‹ von The Faces vertreten. Ausgewählt haben sie die Songs nach Gefallen, nicht nach Bekanntheit.

„Man mag die einzelnen Lieder kennen oder auch nicht”, sagt Duritz. „Ko-mischweise sind die meisten Songs eher unbekannt, auch wenn wir das nicht absichtlich so gehalten haben. Das sind Lieder, die uns gefallen und viel bedeuten. Und wir hoffen, dass sie durch UN-DERWATER SUNSHINE nun mehr Menschen kennen und lieben lernen. Denn sie sind etwas ganz Besonderes.”

Lebenslinien: Joe Perry

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240212-0347Der Aerosmith-Gitarrist ist Mentor und Ziehvater von Slash, er zählt Gene Simmons zu seinen liebsten Trinkbrüdern und musizierte heiter mit Legenden wie Chuck Berry und Little Richard. Eminem bat Joe Perry um seine Gitarrenkünste, und dennoch sieht die ruhigere Hälfte der „Toxic Twins“ seine wertvollsten Bekanntschaften nicht ausschließlich in der Welt der Stars.

Seit den siebziger Jahren hat Joe Perry als Leadgitarrist der „Bad Boys From Boston“ und als Steven Tylers kongenialer Songwriter die Musikwelt geprägt. Mit seinen wuchtigen, Blues-inspirierten Rock-Riffs steuerte er einen Großteil zu Hits wie ›Dream On‹ oder ›Cryin’‹ bei. Neben zahlreichen Projekten wie dem Bob Dylan-Tribute CHIMES OF FREEDOM arbeitet Perry derzeit an einem neuen – dem mittlerweile 15. – Aerosmith-Studioalbum. Im Interview mit CLASSIC ROCK blickt er auf seine unvergesslichsten Begegnungen zurück und frischt schon einmal die Erinnerungen für seine geplante Autobiografie auf.

Steve Rose

Er ist nicht berühmt, aber Steve bescherte mir einen sehr wichtigen Wendepunkt in meinem jungen Leben. Er war Gitarrist in meiner Stadt und seine Familie hatte ein kleines Musikgeschäft. Jeder von ihnen spielte ein Instrument und gab darin Unterricht.

Steve lehrte mich, den einfachen Rock’n‘ Roll zu spielen. Es war auch Steve, der mir riet, eine Stratocaster zu kaufen, weil das eine coole Gitarre für mich wäre. Er war ein wichtiger Einfluss für mich, denn er brachte mir die für mich so ferne Popmusik näher, die ich nur aus dem Radio kannte. Damals, das war Anfang der sechziger Jahre, wohnte ich in einer sehr kleinen Stadt. Dort hatte man nie die Gelegenheit, Rock’n’Roll-Musiker live zu sehen. Also waren die Auftritte seiner Band auf den zahlreichen Highschool-Bällen mein einziger Rock-Input.
Wir setzten uns zusammen, und er brachte mir das Allerwichtigste beim Gitarrespielen bei: Steve zeigte mir, dass es machbar war, diese Sounds zu erschaffen. Dass das nicht nur diese Leute im Fernsehen konnten.

The Kordz

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Kordz_band recording sessions_high resSchweinerock aus Neuseeland, Visual Kei aus Japan, Indie aus Malta, Flamenco-Hardrock aus Gibraltar oder Death Metal aus Polen – die Welt der Gitarrenmusik ist so globalisiert, dass man sich schon wirklich bemühen muss, um einen Exotenbonus für sich reklamieren zu können. Bei einer Band aus dem Mittleren Osten horcht man allerdings wirklich neugierig auf.

Denn man mag so einiges mit der Kultur des Morgenlandes verbinden: Rockmusik gehört ganz sicher nicht dazu. In diversen Ländern der islamischen Welt sind westliche Klänge nicht willkommen, die Taliban wollen gar Musik als solche verbieten. Wer sich also ausgerechnet dem amerikanischsten aller Genres verschreibt, macht sich das Leben nicht einfach.

The Kordz kommen immerhin aus dem Libanon, jenem kleinen Flecken am Ostrand des Mittelmeers, der einst als die Schweiz der arabischen Welt galt und durch seinen bunten Mix aus Sprachen, Kulturen und Religionen seit jeher zu den liberalsten Ländern dort zählte. Einfach hatten es Frontmann Moe Hamzeh und seine Jungs dennoch nicht. Moe: „Wir haben’s wirklich nicht leicht ge-habt. Alles ist ein Kampf, wenn du bei uns in einer Rockband bist. Das geht schon mit den Eltern los, denn man kann nicht damit rechnen, von seinen Leuten unterstützt zu werden. Natürlich werde ich in meiner Familie als schwarzes Schaf angesehen. Und das nicht mal, weil es sich um Rock handelt. Hier im Libanon wird Musik generell nicht so ge-schätzt, man genießt also als professioneller Musiker so oder so kein großes Ansehen.“

Die Leidenschaft jedoch ließ keinen anderen Weg zu, denn Rock’n’Roll ist für Moe weit mehr als nur ein Lieblingsgenre. Sie ist Therapeut, Fluchtpunkt, Lebensretter. „Ich bin im Bürgerkrieg aufgewachsen und habe die schlimmsten Sachen erlebt. Damals gab es nur Radio, aber wir konnten westliche Sender empfangen. Rock repräsentierte die Realität des Kriegs einerseits am besten, doch das war auch die einzige Musik, mit der man das Getöse einschlagender Raketen und explodierender Bomben einigermaßen übertönen konnte. Das war der einzige Weg, nicht völlig durchzudrehen und vom Krieg aufgefressen zu werden.“

Das Kriegsende ließ nicht nur Land und Leute wieder aufblühen, es brachte für Moe auch ungeahnte Möglichkeiten. Zum Beispiel ein Studium an der amerikanischen Universität von Beirut – der Katalyst für alles, was heute die Kordz ausmacht. „Ich verdanke dieser Uni wirklich verdammt viel. Das war der einzige Ort, an dem man mit moderner Rockmusik in Berührung kommen konnte, vor allem aber der einzige Ort, wo man nicht der einzige war, der darauf abfuhr. Ich lernte dort die Leute kennen, mit denen ich die Band gründete, und das war der Startpunkt für uns.“ Zunächst trat man als reine Coverband auf, doch es dauerte nicht allzu lange, bis der Wunsch reifte, seine Vorbilder nicht nur nachzuahmen, sondern es ihnen gleichzutun. „Und das ist hier im Libanon eigentlich unmöglich. Es gibt keinerlei Infrastruktur, keine Szene, die Gesellschaft ist dafür einfach noch nicht weit genug. Du musst einfach alles selbst machen.“

Doch die Leidenschaft der Kordz war nicht zu bremsen, mühsam, aber stetig ging es aufwärts, bis 2005 die Single ›Last Call‹ erschien – und zum überregionalen Hit wurde. „Das war eine tolle Zeit. Die Leute hörten das Lied und gingen davon aus, dass es von einer Band aus dem Westen stammen musste. Als sie hörten, dass wir Libanesen sind, konnten sie es kaum glauben. Durch dieses Lied wurde man schließlich auch im Ausland auf uns aufmerksam, und wir knüpften endlich Kontakte nach draußen.“

Dass man sich in dieser Region aber nie in Sicherheit wiegen sollte, erfuhren die Kordz nur zu schmerzhaft, denn gerade als man mit westlicher Hilfe das Debütalbum in Angriff nehmen wollte, nahm die israelische Invasion 2006 ihren Lauf. „Das hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen. Alles war vorbei, einige Mitglieder mussten das Land verlassen, ich dachte, die Band sei ein für alle Mal am Ende. Ich hatte aufgegeben, aber es dauerte nicht lange, bis das Feuer in mir wieder brannte. Ich konnte nicht ohne die Musik weiterleben und beschloss, es noch mal zu versuchen.“

Fast sechs Jahre später kann man es nun endlich in den Händen halten, das Debütalbum der Kordz namens BEAUTY & THE EAST. Der Grammy-Preisträger Ulrich Wilde saß an den Reglern, am Schlagzeug half kein Geringerer als Jeff Burrows aus – ein perfekter Wegbegleiter, denn bei seiner Stammband The Tea Party zeigte der Kanadier, welch ekstatische Höhen die Verbindung aus gutem altem Rock und orientalischen Klängen erklimmen kann. Wer nun aber eine in exotischen Frequenzen schwelgende Art von ätherischem Muezzincore erwartet, wird enttäuscht sein. Sicher, wo The Kordz ihre Wurzeln integrieren, wird man von ungewohnten Klangfarben verzaubert, die sich aber nur stellenweise in den Vordergrund drängen. Vor allem zelebrieren Moe und seine Mannen den Rock der härteren Gangart, wie er in den 90ern dominierte und seither nie von der Bildfläche verschwand. Die elegische Wucht von Soundgarden, das morbid-dynamische Faszinosum von Layne Staleys Gesang, verspielte Artrockpassagen à la Led Zep oder einfach nur munter galoppierende Feelgood-Hämmer ergeben einen euphorisierenden Mix, der doch tatsächlich schon jetzt Ansprüche auf den Titel des bemerkenswertesten Rockalbum des Jahres erheben darf. Und zwar ganz ohne einschränkende Attribute wie „für eine Band aus einem Entwicklungsland“ oder Ähnliches. Exotenbonus? Haben The Kordz nicht nötig.

Dafür haben sie umso mehr zu sagen – was bei der bewegten Lebensgeschichte der Mitglieder kaum verwundern dürfte. Im Kontext ihrer Herkunft haben Textzeilen wie „give me more free love and beer“ schließlich schon einigen Zündstoff zu bieten, und wer noch direkter fragt, wie die selbsternannten Gralshüter der Moral es sich anmaßen können, zu entscheiden, wer in die Hölle und wer in den Himmel wandert, riskiert damit wesentlich mehr als empörtes Gejammere vom rechten Rand der US-Christenfundis. Was also steckt nun hinter jenem Albumtitel, der auf den ersten Blick nicht allzu einfallsreich klingt? „Das ist eine Botschaft in zwei Richtungen. Zum einen in unsere eigene Gesellschaft. Den Menschen in unserer Kultur wollen wir sagen, dass wir anerkennen müssen, dass es Probleme hier gibt, die wir nur lösen können, wenn wir offen darüber reden. Und dass es nichts bringt, für alles immer nur dem Westen die Schuld zu geben, denn damit macht man es sich viel zu einfach.

Doch auch nach draußen wollen wir etwas sagen, denn bei euch im Westen haben viele ein falsches Bild von unserem Land. Wer Libanon hört, denkt nur an Krieg, Gewalt, Fanatismus, Intoleranz. Dabei ist das ein wunderschönes Land hier, mit unglaublich warmherzigen, aufrichtigen Menschen, die sich freuen, wenn man ohne Vorurteile auf sie zugeht. Und es sind Menschen, die viel durchgemacht haben. Wir leben hier in ständiger Angst vor dem Morgen. Aber genau deswegen liebt man das Leben hier umso intensiver. Im Libanon erheben wir uns immer wieder aus dem Schutt und machen weiter. Es gibt viel Positives hier, viel Energie, viel Hoffnung. Und ich glaube weiterhin, dass Menschen im Grunde ihres We-sens gut sind.“

Dieser Glaube hat es Moe ermöglicht, trotz aller Entbehrungen, Rückschläge und Gefahren seinen Traum zu verwirklichen. Er durfte schon für Größen wie Placebo, Deep Purple oder Robert Plant eröffnen. Nun ist die Zeit gekommen, um selbst in die Oberliga aufgenommen zu werden. Denn selten hat es wohl eine Band so sehr verdient wie The Kordz.