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Start Blog Seite 1193

Pearl Jam – PEARL JAM TWENTY

UnknownDVD-Geburtstagskuchen mit einigen Schwächen.

Das 20-jährige Bandjubiläum von Pearl Jam wird bereits seit Anfang des Jahres in großem Rahmen gefeiert. Neben Re-Releases, dem Live-Album LIVE ON TEN LEGS und einem Buch gibt’s nun auch die von Cameron Crowe zusammengestellte Dokumentation PEARL JAM TWENTY. Dazu sichtete er mehr als 1.200 Stunden Videomaterial und 24 Stunden Interview-Mitschnitte und komprimierte dies alles auf 120 Minuten. Schon vor Veröffentlichung wurde der Film von allen Beteiligten in den Himmel gelobt. Vielleicht wirkt gerade deswegen das Resultat nun doch eher enttäuschend. Zugegeben, das Material selbst ist sehr interessant. Die Geschichte beginnt in einem Seattle, das sich in musikalischer Aufbruchstimmung befindet und in dem die Band Mother Love Bone gerade kurz vor dem Durchbruch steht. Der Film zeichnet die Geschichte Pearl Jams mehr oder weniger chronologisch nach – von ihren ersten zaghaften Gehversuchen nach dem Tod von Andy Wood bis hin zu einer der erfolgreichsten Bands des Planten. Dabei gibt es viel altes Videomaterial zu bestaunen, von Live-Auftritten über alte Interviews bis hin zu privaten Aufnahmen der Musiker. Auch die Pearl Jam von heute kommen oft zu Wort und kommentieren die einzelnen Abschnitte ihrer Karriere. Alles schön und gut.
Doch das größte Manko des Films ist die Umsetzung. Die Ausschnitte sind – manchmal auch zusammenhangslos wirkend – in oft extrem schnellen Schnitten aneinandergereiht, wodurch der Zuschauer nie wirklich zur Ruhe kommt, um das Gesehene auf sich wirken zu lassen. Hin und wieder springt Cameron zu schnell von einer Thematik zur anderen, so dass Personen, die nicht mit der Geschichte der Band vertraut sind, schnell den Faden verlieren können. Manchmal wirft er Fragen auf, ohne sie zufriedenstellend zu beantworten, manchmal zieht er Szenen unnötig in die Länge. Von einem Cameron Crowe hätte man in dieser Hinsicht sicher mehr erwartet. Trotzdem ist PEARL JAM TWENTY eine interessante Dokumentation, die vor allem eingefleischte Fans zufrieden stellen wird.

Paradise Lost – DRAKONIAN TIMES MMXI

Paradise LostDie Pioniere des Gothic Metal live, in echt und in Farbe.

Im April 2011 packten die Briten ihren Klassiker DRACONIAN TIMES für sieben Shows komplett in die Setlist und ergänzten ihn um lieb­gewonnene Gassen­hauer à la ›As I Die‹ und ›Rise Of Denial‹ – wem läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen? Wer seinerzeit nicht dabei war, kann die Live-Show dank der Aufzeichnung des Londoner Auftritts nun nacherleben. Das Konzert­gefühl schwappt spielend leicht ins Wohn­zimmer, lediglich der dünne Sound und der hek­tische Bildschnitt trüben den guten Eindruck. Auf Disc 2 gibt’s Einblicke hinter die Kulissen des Tour-Lebens, Interviews und Videos. Für Fans ein absolutes Muss.

Rolling Stones – SOME GIRLS: LIVE IN TEXAS ’78

Rolling StonesNach 33 Jahren ausgegraben: Kompletter Konzertmitschnitt aus turbulenten Zeiten.

Schon erstaunlich, wie sich gewisse Mythen im Rock’n’Roll jahrzehntelang zu behaupten wissen. Als Beispiel dient vor allem die Achterbahnkarriere der Rolling Stones: Da gelten die Alben BEGGAR’S BANQUET, LET IT BLEED, STICKY FINGERS und EXILE ON MAIN STREET zu recht als Meilensteine. Warum aber das nicht minder fabelhafte GOATS HEAD SOUP als ein Rohrkrepierer und das im Stil der Londoner Psychedelic-Radikalen Hapshash & The Coloured Coat konzipierte THEIR SATANIC MAJESTIES REQUEST stereotyp als fader SGT.-PEPPER-Aufguss bezeichnet werden, entzieht sich rationalen Denkens. SOME GIRLS, das dem ebenfalls massiv unterbewerteten Funk-Feuerwerk von BLACK AND BLUE folgte, wird kurz nach der Punk-Explosion 1977 hingegen als rüpelhaftes Meisterstück bezeichnet.
Angesichts des bislang unveröffentlicht gebliebenen Konzertmitschnitt vom 18. Juli 1978 im „Will Rogers Memorial Center“ von Fort Worth, Texas, darf konstatiert werden: Bloß weil Keith Richards auf ›When The Whip Comes Down‹, ›Respectable‹ und ›Shattered‹ seine üblichen Chuck-Berry-Riffs ein wenig schroffer als gewohnt tönen lässt, haben sich die Stones künstlerisch noch lange nicht runderneuert. Da würde sich der exzellente Disco-Blues ›Miss You‹ schon eher anbieten. Sicherlich zählt das 85-minütige Konzert, das auch die Klassiker ›Jumpin’ Jack Flash‹, ›Hon-ky Tonk Woman‹, ›Tumbling Dice‹ und ›Star Star‹ enthält, zu den besseren und übertrumpft locker ROCKS OFF und LET’S SPEND THE NIGHT TOGETHER und alles, was sich danach noch so regelmäßig an konservierten Konzerten auf dem Markt tummelte. Doch so zu tun, als übertreffe das sicherlich interessante Zeitdokument SOME GIRLS: LIVE IN TEXAS ’78 mit vor allem im Kleidungsstil optisch renovierten Stones mal eben locker ROCK’N’ROLL CIRCUS, STONES IN THE PARK, GIMME SHELTER und LADIES AND GENTLEMAN: THE ROLLING STONES, überspannt den Bogen dann doch.
Mick Jaggers aktuell gefilmte Einführung kokettiert wie üblich mit britischer Selbstironie und suggeriert die Gewissheit, dass er sich als Teil von „The Greatest Rock And Roll Band On Earth“ bei allem Understatement noch immer als unwiderstehlich empfindet.

Kings Of Leon – TALIHINA SKY: THE STORY OF KINGS OF LEON

Kings Of LeonTop-Band-Doku – nicht nur für Fans.

Sie nehmen kein Ende. Die Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Da wäre ein Redneck aus der Followill-Sippe, der über einen unschlagbaren So-ckendeal bei einem Discounter parliert. Da wäre Gitarrist Matthew Followill, der in seiner Mercedes-Limousine über die unterschiedlichen Coolness-Levels in Nashville und New York aufklärt. Da wäre dieser unfassbare Hinterwäldler-Sumpf, aus dem diese Rock-Kapelle gekrochen ist – abgewrackte Holzhütten, meterbreite Mülllöcher im Erdboden und Unmengen an kaputten Südstaatenamerikanern. Klar, wusste der geneigte KoL-Fan schon seit Jahren um die Herkunft der Followills. Damit, dass die drei Wanderprediger-Söhne und ihr Cousin aber so richtig tief drinsteckten und zum Teil bestimmt immer noch -stecken, war aber definitiv nicht zu rechnen.
TALIHINA SKY ist fraglos einer der unterhaltsamsten, entlarvendsten Rockumentaries aller Zeiten.

Ozzy Osbourne – GOD BLESS OZZY OSBOURNE

Osbourne, OzzyAuthentische Biografie ohne Schnulz und Kitsch.

Das Leben von „Madman Ozzy“ Osbourne war bereits Thema vieler Filme, Bücher und nicht zuletzt der Fernsehserie „The Osbournes“. Man könnte also davon ausgehen, dass schon alles gesagt wurde. Das stimmt wohl auch, aber beim Filmdokument GOD BLESS OZZY OSBOURNE kommt es nicht so sehr auf das Was, sondern vielmehr auf das Wie an. Denn Ozzys Sohn Jack hat zusammen mit den Regisseuren Mike Fleiss und Mike Piscitelli ein Biopic geschaffen, das so noch nicht zu sehen gab. Einfühlsam und vor allem ehrlich schildert er den Weg von John Michael Osbourne von Black Sabbath über seine Solokarriere bis hin zur Ikone Ozzy Osbourne – ohne jedoch jemals reißerisch oder kitschig zu werden.
Der Film beginnt mit der Feier zu Ozzys 60. Geburtstag – einer Feier, wie sie in jeder Familie stattfinden könnte: mit schick gekleideten Familienmitgliedern und Freunden, viel Essen und einem Geburtstagskuchen. Danach wird Ozzys Karriere chronologisch aufgerollt, angefangen mit seiner Jugend in Birmingham. Untermalt werden die einzelnen Stationen seines Lebens von Interviews mit seinen Geschwistern, Freunden, Mitmusikern, seiner Ehefrau Sharon und seinen Kindern, die bei ihren Schilderungen kein Blatt vor den Mund nehmen, jedoch nie ins Niveaulose abrutschen.
Auch Ozzy selbst ist während der zahlreich eingestreuten Interviews mehr als aufrichtig. Der Film zeigt neben seiner Drogen- und Alkoholsucht, seinen Skandalen und Ausbrüchen auch den aktuellen Ozzy: einen Mann, der mit Mitte Fünfzig seine Alkoholprobleme endlich besiegt und ein mehr oder weniger normales Leben begonnen hat. Der desorientierte Ozzy aus „The Osbournes“ ist Geschichte. Er spricht ohne zu stottern, reflektiert sein Leben nüchtern und ehrlich. Jack Osbourne schafft mit diesem Film einen Drahtseilakt: Er zeigt den wahren Menschen John Michael Osbourne, ohne den Mythos Ozzy Osbourne zu zerstören. Absolut empfehlenswert!

Mott The Hoople – THE BALLAD OF MOTT THE HOOPLE

9405009089831Schieb den Stein weg, das goldene Zeitalter des Rock’n’Roll steht vor der Tür.

Wer weiß, was für ein noch früheres Ende diese Band genommen hätten, wenn Ziggy Stardust alias David Bowie seinen raketengleichen Aufstieg in den Rockolymp 1972 verpasst hätte? Eine seiner ersten Amtshandlungen: Dem bis dahin mäßig erfolgreichen Quintett mit ›All The Young Du- des‹, einer subtilen LP-Produktion sowie einem vernünftigen Deal bei Columbia unter die Arme zu greifen.

Doch die Karriere von Mott The Hoople folgt bis zum bitteren Ende 1975 Fehlentscheidungen, Irrtümern und Sackgassen, wie die Dokumentation THE BALLAD OF MOTT THE HOOPLE aufdeckt, die rares Archivmaterial mit aktuellen Interviews der Bandmitglieder Ian Hunter, Mick Ralphs und Co. sowie den Weg-begleitern und Zeitzeugen Mick Jones von The Clash, Queens Roger Taylor und Fanclubpräsident Kris Needs aufpeppt. Nach zwei belanglosen Alben segnet die mittlerweile auf das Kürzel Mott umgetaufte Combo 1977 endgültig das Zeitliche. Der Mythos von Mott The Hoople, die sich 2009 wiedervereinigten, führt seither allerdings ein Eigenleben.

Jimi Hendrix – THE DICK CAVETT SHOW / BLUE WILD ANGEL

Hendrix - Blue Wild AngelDer späte Hendrix im TV-Studio und auf der Festivalbühne – zwei spannende Momentaufnahmen.

In dem Schwung an Hendrix-Veröffentlichungen, die in diesen Wochen in die Läden kommen, ist die Zusammenstellung seiner Auftritte in der Dick Cavett Show sicher die ungewöhnlichste. Die beiden Gastspiele, die Hendrix als Talkgast und Musiker in der populären TV-Sendung gab, waren für seine Popularität in den Staaten ähnlich förderlich wie die der Beatles ein halbes Jahrzehnt zuvor in der Show von Ed Sullivan. Mit dem signifikanten Unterschied, dass Cavett im Gegensatz zum eher konservativen Sullivan Neugier und Sympathien für die neue Gegenkultur hatte. Der Ex-Yale-Student und vormalige Comedian Cavett war ein aufgeklärter Liberaler, der Gäste in seine Show einlud, weil sie ihn interessierten – auch progressive Rockstars, die zu dieser Zeit noch kaum im Mainstream-TV der USA präsent waren.

Die DVD zeigt die beiden Besuche von Hendrix in der Sendung, aufgezeichnet im Juli und September 1969 (also kurz vor und nach seinem legendären Woodstock-Auftritt), dazu gibt es als Hauptbestandteil eine sehenswerte 60-minütige Hintergrund-Doku. Beide Male musizierte Hendrix auch in der Sendung, beim ersten Mal mit der Hausband (Cavett: „Meinen Musikern fielen die Kinnladen herunter, als sie seine Virtuosität erlebten!“), beim zweiten Mal mit seiner kurzlebigen Woodstock-Band. Das wirklich Span-nende sind hier aber die beiden Interviews, denn dem offenen und einfühlsamen Cavett gelingt das Kunststück, den abseits der Bühne von Natur aus scheuen Hendrix so weit auftauen zu lassen, dass er in diesem eigentlich denkbar ungeeigneten Rahmen einige der witzigsten und bezüglich seines künstlerischen Denkens erhellendsten Statements abgibt, die überhaupt von ihm erhalten sind.

Spannend ist auch Murray Lerners Konzertfilm BLUE WILD ANGEL – JIMI HENDRIX LIVE AT THE ISLE OF WIGHT, technisch gesehen ein Nebenprodukt von Lerners Doku über das nicht zuletzt wegen seiner Tumulte (Tausende Fans versuchten kostenlos auf das Gelände zu gelangen) berüchtigten Festivals vom Sommer 1970. Lerner führt mit einer kurzen Doku in den eigentlichen Konzertfilm ein, beleuchtet die besonderen Umstände, die Hendrix’ Auftritt prägten. Jimi hat dem mitternächtlichen Gig nur zugestimmt, weil er Geld für sein gerade im Bau befindliches Electric Lady Studio braucht, und ist außerdem nervös, weil er seit mehr als zwei Jahren nicht mehr im Königreich aufgetreten ist. Die Umstände vor Ort, die mit chaotisch noch zu freundlich umschrieben sind, tragen das Ihrige zu seiner Anspannung bei.

Doch nachdem er (wohl um die britischen Fans gewogen zu stimmen) mit kurzen Improvi-sationen über ›God Save The Queen‹ und ›Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band‹ zögerlich eingestiegen ist, beginnen er und seine Mitstreiter Mitch Mitchell und Jimi Cox sich zu fangen. Ab dem kraftvollen ›All Along The Watchtower‹ steigert sich die Intensität ihrer Darbietung fast kontinuierlich.
Murray Lerner konzentriert sich in seiner Bildführung ganz auf Nahaufnahmen des Bühnengeschehens – auch wenn die Bildqualität „historisch“ ist (im Gegensatz zum von Hendrix‘ Leib-Engineer Eddie Kramer remixten Sound), kann man nun hautnah ein Konzert nacherleben, bei dem Jimi sich über ein dynamisches ›Machine Gun‹ und ein mächtiges ›Foxy Lady‹ in geradezu manische Hochform steigert. ›Voodoo Child‹ und als kraftvoller Schlusspunkt ›In From The Storm‹ beschließen einen der letzten großen Gigs dieser Formation.

THE DICK CAVETT SHOW: 7
BLUE WILD ANGEL: 8

Lindsay Buckingham – SONGS FROM THE SMALL MACHINE LIVE IN L.A.

Buckingham, LindseyFiligrane Saitentechnik eines ewig unterschätzten Virtuosen.

Wie vom Himmel gesandt war Sän-ger, Gitarrist und Songwriter Lindsay Buckingham für den Engländer Mick Fleetwood, als sich beide zufällig 1974 in einem Aufnahmestudio in Los Angeles kennen lernten. Fleetwood Mac steckten damals tief in der Krise, da gerade der Frontmann Bob Welch abhanden gekommen war. Es war vor allem Buckinghams von Hillbilly und Bluegrass inspiriertes Fingerpicking auf der Gitarre, das Fleetwood bewunderte.
Seine mittlerweile noch ausgefeiltere Sechsaitentechnik, die ganz ohne Plektrum auskommt, serviert der ungerechterweise ewig unterschätzte Buckingham nun 37 Jahre später bei einem Konzert im Saban Theatre in Be- verly Hills, gefilmt in HD. Mit fünf Akustiktiteln, ›Shut Us Down‹, ›Go Insane‹, ›Trouble‹, ›Never Going Back Again‹ und ›Big Love‹, startet der Virtuose solo, bevor bei ›Under The Skin‹ die Begleitband dazustößt.

Auffallend: Der 60 Jahre alte Musiker, der zu Glanzzeiten von RUMOURS und TUSK Kokain zum täglichen Bedarf gleich beutelweise schnupfte, hat sich er-staunlich gut gehalten. Zwischen seinen Verpflichtungen bei Fleetwood Mac gönnt er sich nun quasi zur Entspannung Solokonzerte, bei denen er allerdings auch Mac-Erfolgsmaterial wie ›Second Hand News‹, ›Go Your On Way‹ und ›Tusk‹ zum Besten gibt. Ordentlich gerockt wird während der insgesamt 19 Tracks zwar auch, doch Lindsay Buckingham endet, wie er begonnen hat: Unplugged mit ›Seeds We Sow‹. Ein ausführliches Interview findet sich im Bonusteil. Darüberhinaus liegt SONGS FROM THE SMALL MACHINE – LIVE IN L.A. auch als CD/DVD-Kombination vor.