Rolling Stones – SOME GIRLS: LIVE IN TEXAS ’78

-

Rolling Stones – SOME GIRLS: LIVE IN TEXAS ’78

Rolling StonesNach 33 Jahren ausgegraben: Kompletter Konzertmitschnitt aus turbulenten Zeiten.

Schon erstaunlich, wie sich gewisse Mythen im Rock’n’Roll jahrzehntelang zu behaupten wissen. Als Beispiel dient vor allem die Achterbahnkarriere der Rolling Stones: Da gelten die Alben BEGGAR’S BANQUET, LET IT BLEED, STICKY FINGERS und EXILE ON MAIN STREET zu recht als Meilensteine. Warum aber das nicht minder fabelhafte GOATS HEAD SOUP als ein Rohrkrepierer und das im Stil der Londoner Psychedelic-Radikalen Hapshash & The Coloured Coat konzipierte THEIR SATANIC MAJESTIES REQUEST stereotyp als fader SGT.-PEPPER-Aufguss bezeichnet werden, entzieht sich rationalen Denkens. SOME GIRLS, das dem ebenfalls massiv unterbewerteten Funk-Feuerwerk von BLACK AND BLUE folgte, wird kurz nach der Punk-Explosion 1977 hingegen als rüpelhaftes Meisterstück bezeichnet.
Angesichts des bislang unveröffentlicht gebliebenen Konzertmitschnitt vom 18. Juli 1978 im „Will Rogers Memorial Center“ von Fort Worth, Texas, darf konstatiert werden: Bloß weil Keith Richards auf ›When The Whip Comes Down‹, ›Respectable‹ und ›Shattered‹ seine üblichen Chuck-Berry-Riffs ein wenig schroffer als gewohnt tönen lässt, haben sich die Stones künstlerisch noch lange nicht runderneuert. Da würde sich der exzellente Disco-Blues ›Miss You‹ schon eher anbieten. Sicherlich zählt das 85-minütige Konzert, das auch die Klassiker ›Jumpin’ Jack Flash‹, ›Hon-ky Tonk Woman‹, ›Tumbling Dice‹ und ›Star Star‹ enthält, zu den besseren und übertrumpft locker ROCKS OFF und LET’S SPEND THE NIGHT TOGETHER und alles, was sich danach noch so regelmäßig an konservierten Konzerten auf dem Markt tummelte. Doch so zu tun, als übertreffe das sicherlich interessante Zeitdokument SOME GIRLS: LIVE IN TEXAS ’78 mit vor allem im Kleidungsstil optisch renovierten Stones mal eben locker ROCK’N’ROLL CIRCUS, STONES IN THE PARK, GIMME SHELTER und LADIES AND GENTLEMAN: THE ROLLING STONES, überspannt den Bogen dann doch.
Mick Jaggers aktuell gefilmte Einführung kokettiert wie üblich mit britischer Selbstironie und suggeriert die Gewissheit, dass er sich als Teil von „The Greatest Rock And Roll Band On Earth“ bei allem Understatement noch immer als unwiderstehlich empfindet.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Bai Kamara Jr. & The Voodoo Sniffers: Neue Single ›Good, Good Man‹

Am 3. März veröffentlicht Bai Kamara Jr., Sohn des ehemaligen Botschafters Sierra Leones in Brüssel, mit TRAVELING MEDICINE MAN...

Hong Faux: Neue Single ›Starkiller‹

Am 24. Februar erscheint DESOLATION YEARS, das lang erwartete neue Album von Hong Faux. Heute gibt es die Singleauskopplung...

Thundermother: Neues Line-Up

Das Line-Up-Karussell um Gründungsmitglied Filippa Nässil hat sich bei Thundermother wieder einmal komplett gedreht. Wie die Bandmitglieder der schwedischen...

Alberta Cross: Neue Single ›Between You And Me‹

Am 31. März erscheint ein neues Album namens SINKING SHIPS von Alberta Cross, eine neue Single mit dem Titel...

Rückblende: The Kinks – ›Dead End Street‹

Für damalige Verhältnisse ungewöhnlich ungeschönte Gesellschaftskritik, wurde dieses Stück, das die Kinks noch mal „richtig“ machten, nachdem der Produzent...

Meilensteine: The Midnight Special geht los

02.02.1973: Die Musik-Show „The Midnight Special“ startet beim US-Sender NBC Recht reichhaltig gestaltete sich der Anteil an Popkultur im US-Fernsehen...

Pflichtlektüre

Zeitzeichen: Bob Dylan, der Frauenheld

Bob Dylan war zeitlebens ein Romantiker und er liebte...

AC/DC: So rockten Angus und Axl in Sevilla

Am Dienstag spielten AC/DC mit Axl Rose in Sevilla....

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen