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The Cranberries: Sängerin Dolores O’Riordan ist tot

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Die Sängerin und Frontfrau Dolores O’Riordan von The Cranberries ist gestorben.

Gerade eben teilte die irische Rockband The Cranberries auf ihrer Facebookseite mit, dass Dolores O’Riordan tot ist. Die Sängerin ist heute unerwartet in London verstorben. Angaben zur Todesursache sind bisher nicht bekannt.

Die Band schreibt: „Die irische und internationale Sängerin Dolores O’Riordan ist heute völlig unerwartet in London gestorben. Sie war 46 Jahre alt. Die Leadsängerin der irischen Band The Cranberries war für eine kurze Aufnahme-Session in London. Bisher gibt es keine weiteren Details. Ihre Angehörigen sind am Boden zerstört und brauchen jetzt Privatsphäre in diesen schwierigen Zeiten.“

Erst im April 2017 hatten die in den 90er Jahren berühmt gewordenen Cranberries ihr neuntes Studioalbum SOMETHING ELSE veröffentlicht.

Lynyrd Skynyrd: Die (Leidens-) Geschichte der Südstaaten-Helden

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street survivorsWohl kaum eine Rockband auf Erden wurde von so vielen Tragödien gebeutelt wie Lynyrd Skynyrd. CLASSIC ROCK hat die wichtigsten Stationen der ereignisreichen (Leidens-) Geschichte der Southern Rocker zusammengefasst

1964 – Sänger Ronnie Van Zant und die Gitarristen Allen Collins und Gary Rossington gründen die Band The Noble Five in Jacksonville, Florida. Später stoßen Keyboarder Billy Powell und Bassist Leon Wilkeson zur Band, die mittlerweile My Backyard heißt.

1970 – Die Band entscheidet sich entgültig für den Namen Lynyrd Skynyrd, eine Verballhornung des Namens Leonard Skinner. Skinner war Sportlehrer auf ihrer Highschool, der strikt das Langhaarverbot für männlich Schüler durchsetzte.

1973 – Lynyrd Skynyrd veröffentlichen ihr Debüt-Album PRO-NOUNCED LEH-NERD SKIN-NERD. Darauf ist die Hymne ›Freebird‹ zu hören.

1974 – SECOND HELPING mit dem Hit ›Sweet Home Alabama‹ erscheint. Das Lied ist die Antwort auf Neil Youngs kritische Songs ›Alabama‹ und ›Southern Man‹.

1977 – Am 17. Oktober erscheint das sechste Album STREET SURVIVERS, auf dessen Cover die Band in Flammen stehend abgebildet ist. Drei Tage später stürzt das Flugzeug der Band über einem Waldstück in Gillsburg, Mississippi ab. Bei dem Unfall kommen die Bandmitglieder Ronnie Van Zant, Steve Gains und Cassie Gaines sowie ihr Tour-Manager Dean Kilpatrick und die beiden Piloten ums Leben. Die weiteren Mitglieder und die Crew werden schwer verletzt. Das Artwork zu STREET SURVIVERS wird entschärft und zeigt von da an die Band vor schwarzem Hintergrund.

1986 – Gitarrist Allen Collins, der den Absturz überlebt hatte und im Jahr 1983 mit Rossington die Rossington-Collins Band gründete, verunglückt in betrunkenem Zustand mit seinem Auto. Seine Freundin kommt dabei ums Leben. Er ist seither von der Hüfte abwärts gelähmt. 1980 war seine Ehefrau bei der Fehlgeburt ihres gemeinsamen Kindes gestorben, worauf er einer Alkohol- und Drogen-abhängigkeit verfiel. Vier Jahre nach dem Unfall stirbt er im Alter von 37 Jahren.

1987 – Zehn Jahre nach dem Absturz reformieren Rossington, Powell, Wilkeson und Gitarrist Ed King Lynyrd Skynyrd. Ronnie Van Zants tragende Rolle übernimmt dessen kleiner Bruder Johnny.

1997 – Nach einigen weiteren Besetzungsänderungen gedenken Lynyrd Skynyrd dem Flugzeugabsturz mit dem Album TWENTY.

2001 – Wilkeson stirbt eines natürlichen Todes. Seine Position am Bass wird von Ean Evans eingenommen.

2006 – Lynyrd Skynyrd werden in die RockˇnˇRoll Hall Of Fame aufgenommen. Die einzig verbleibenden Gründungsmitglieder sind Rossington und Powell.

2007 – Gitarrist Hughie Thomasson erliegt einem Herzinfarkt.

2009 – Auch Powell stirbt an einem Herzanfall und Ean Evans verliert seinen Kampf gegen den Krebs. Die Band veröffentlicht das Album GOD & GUNS.

2012 – Im August veröffentlichen Lynyrd Skynyrd ihr mittlerweile dreizehntes Studioalbum LAST OF A DYING BREED und touren damit durch die USA und Europa.

2015 – Im April stirbt der ehemalige Schlagzeuger Bob Burns in einem Autounfall.

Jesse Fink – Bon – Der letzte Highway

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Jesse Fink Bon Der letzte Highway

Das ist nicht die ganze Wahrheit.

Drei Jahre hat der australische Journalist Jesse Fink an diesem Buch gearbeitet. Genau wie das Objekt seiner Begierde (es ist sein zweites Buch über AC/DC) neigt er zur Perfektion. Akribisch widmet er sich den letzten drei Jahren im Leben des Ro­­nald Belford Scott. Keine reine Lobhudelei auf fast 600 Seiten, sondern eine detaillierte Bearbeitung der beiden ungeklärten Fragen: Unter welchen Umständen starb der legendäre AC/DC-Sänger genau und welchen Anteil hatte er am bestverkauften Rockalbum aller Zeiten, an BACK IN BLACK? Fink versucht die Mauer des Schweigens zu durchbrechen, mit bisher unbekannten Zeitzeugen aus den USA, darunter Ex-Freundinnen und Freunde. Er stellt Fragen, u.a. nach den verschwundenen Notizbüchern, bekommt aber widersprüchliche Antworten, auf die sich der Leser seinen eigenen Reim machen muss. Er zerpflückt das Narrativ des Young’schen Familienclans, am Ende stehen Aussagen gegen Aussagen. Die ganze Wahrheit wird niemals an den Tag kommen, aber Finks Buch ist ein gefundenes Fressen für Fans des tragisch viel zu früh verstorbenen Sängers, die wie ich partout nicht glauben wollen, dass die Texte von BIB komplett von Brian Johnson stammen. Übrigens starb Bon Scott mit knapp 30.000 Dollar auf seinem Konto.

8/10

Bon – Der letzte Highway
VON JESSE FINK
Hannibal

The Rolling Stones – On Air

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Rolling Stones On Air

Back to the 60s.

In Text und Bild: „On Air“ erzählt vom Aufstieg der Rolling Stones im Fernsehen und Radio der 60er-Jahre. Los geht’s mit einer kleinen allgemeinen Einführung in Musik­fernsehen und Rundfunk in Groß­bri­tannien (wie der Rock’n’Roll in Gestalt von Elvis, Chuck Berry und anderen über den Atlantik kam) und einer historischen Einbettung der Geburt der Bandmitglieder ins damalige Zeitge­schehen. Danach erzählt das Buch ziemlich genau, wie Mick Jagger und Kollegen nach Auftritten in wechselnder Be­­setzung, damals noch als Rollin‘ Stones, durch Engagements in kleinen Blues-Clubs über Fern­sehen, Radio und immer größere Shows zu Welt­stars wurden. So interessant der Text auch ist, mehr noch überzeugen die Bilder. Zu sehen gibt’s die damals stets gut gekleideten Stones bei Konzerten und TV-Aufzeichnungen, aber auch jede Menge Zeitungsaus­schnitte, Chart­listen und Konzertpla­kate – nicht nur von den Protagonisten selbst, sondern auch von berühmten Zeitgenossen wie den Everly Brothers, Elvis oder den Beatles. Diese Mischung ist die große Stärke von „On Air“. Man taucht direkt ein in die musikalische Landschaft der 60er-Jahre: „TV and radio evolution as it happened.“

9/10

The Rolling Stones – On Air
VON RICHARD HAVERS
Virgin Books

Text: Vincent Numberger

Foo Fighters: Rock’n’Grohl!

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foo fighters Er ist die coolste Rocksau auf Erden, kennt Gott und die Welt, weist einen megaspannenden Lebenslauf auf und zählt zu den nettesten Menschen im Musikbiz. Sein Name: Dave Grohl. Sein Beruf: Chef der Foo Fighters. Sein Wohnsitz: das San Fernando Valley in Los Angeles. Genau dorthin hat er CLASSIC ROCK eingeladen – und tiefe Einblicke in sein Allerheiligstes gewährt.

Hollywood Hills, Beverly Hills, Bel Air–Refugien für fette alte Säcke, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Die kaum noch in ihre Spandex-Hosen passen, ihr fortgeschrittenes Alter mit Sportwagen, Golf und jungen Gespielinnen kompensieren und sich ansonsten hinter hohen Mauern und angewachsenen Sonnenbrillen verstecken. Wer’s nicht glaubt: Gene Simmons, Lionel Richie und Pat Boone wohnen direkt nebeneinander, haben denselben plastischen Chirurgen und trauen sich bei Tageslicht kaum noch aus dem Haus.

Ganz anders David Eric Grohl, ehemaliger Drummer von Scream bzw. Nirvana und seit 1995 Sänger, Gitarrist und unangefochtener Boss der Foo Fighters. Der 42-Jährige wohnt nicht im Promi-Zoo, der jeden Tag von Tausenden von Touristen frequentiert wird, sondern er hat sein Hauptquartier, die „606 Studios“, in einem ganz normalen Wohngebiet im San Fernando Valley. Da, wo der Durchschnittskalifornier in bezahlbaren Mietskasernen lebt, wo es an Burgerläden, Supermärkten und Autozubehör-Läden wimmelt und sich so schnell niemand hin verirrt. Es sei denn, er weiß, wen und was er sucht. Nämlich ein unauffälliges graues Lagerhaus am Ende einer nicht minder unauffälligen Seitenstraße, in dem an diesem Morgen extreme Betriebsamkeit herrscht. Denn: Dave Grohl und seine Jungs sind „busy“. „Very busy“ sogar.

Zum einen proben sie für ein Geheimkonzert, das am selben Abend vor 500 Hardcore-Fans im „Dragon Fly“ an der Melrose stattfindet, zum anderen müssen die letzten Einstellungen fürs grandiose ›White Limo‹-Video abgedreht werden. Was bedeutet, dass eine monströse Spritschleuder mit Foo Fighters-Logo den Parkplatz im Innenhof blockiert, Gitarrist Pat Smear, der wie immer als Letzter eintrifft, nicht weiß, wohin mit seinem Vintage-Mustang, und CLASSIC ROCK in der Lobby von einem Lemmy-Double mit Plastik-Warzen und Fake-Schnäuzer empfangen wird. „Hi, ich bin Wiley, ein Kumpel von Dave.“ Und während man sich noch fragt, was hier passiert und wo das Original abgeblieben ist, steht auch schon Meister Grohl in der Tür, grinst wie ein Honigkuchenpferd und bittet zur Tour durch die heiligen Hallen.

Angefangen im hinteren Teil des Komplexes, der sich als Equipmentlager erweist. Dann geht es ins Studio, vorbei an einem Glaskasten in der Größe eines Raubtierkäfigs, in dem Drums, Verstärker und Mikroständer aufgebaut sind. „Hier proben wir für die Club-Shows, um ein Gefühl für die Enge und Intimität zu bekommen. Wir stehen uns gegenseitig auf den Füßen, aber es macht Spaß!“

Weiter geht es ins Zentrale Nervensystem von „606“ – das Studio: Edles Parkett, weiße, schallisolierende Lochplatten an den Wänden, eine hohe Decke mit kunstvoller Verkleidung und eine riesige Glasfront zum Kontrollraum. Alles wie im sagenumwobenen „Atlantis“-Studio in Stockholm. „Ich habe vor ein paar Jahren dieses Buch über Abba gefunden“, gibt Dave unvermittelt zu. „Darin war ihr Studio abgebildet, und es sah großartig aus. Also haben wir es genau so nachbauen lassen – von einem norwegischen Schreiner, der es sogar geschafft hat, die raren Lochplatten aufzutreiben. Es ist wirklich wie das Original.“ Und doch nicht ganz.

Denn im Kontrollraum herrscht ein Chaos erster Güte: Überall leere Dosen und Flaschen, angebrochene Chipstüten, zerfledderte Magazine und jede Menge Kitsch. Etwa Plattencover von obskuren Fifties- und Sixties-Künstlern, ein paar hässliche Pokale (MTV, Viva etc.) und ein überlebensgroßes Porträt von Dave in Hugh Hefner-Gedächtnis-Klamotten, das über einer Ledercouch thront und ein Geschenk der Crew ist. „Keine Ahnung, ob sie mich so sehen – aber ich wünschte, ich wäre so cool wie Hef.“ Anschließend geht es weiter in einen Lagerraum, in dem sich die Masterbänder sämtlicher Aufnahmen befinden, an denen Grohl je beteiligt war. Oder besser: In deren Besitz er ist. Denn einige der Nirvana-Tapes stehen bei Courtney Love – sofern sie die nicht versetzt oder geschnupft hat.

Der Weg zurück zur Lobby, in dem Tourmanager und Bandkoordinator ihr Büro haben, führt durch einen endlosen Korridor voller Devotionalien aus 16 Jahren Bandgeschichte. Gold- und Platinalben aus aller Herren Länder, dazu signierte Poster und Fotos von AC/DC, den Ramones, Led Zeppelin nebst The Who. Und – als besonderes Schmankerl – die Auszeichnung eines britischen Magazins für „den besten Nachwuchstrommler 1992: Mr. Dave Grohl“. Was nach wie vor für amüsiertes Kichern sorgt. Doch plötzlich schaut er auf die Uhr: „Hör mal, ich muss dieses Video abschließen. Nimm dir was zu trinken, häng ein bisschen ab oder schau uns beim Dreh zu.“ Eine Einladung, die er nicht zwei Mal aussprechen muss. Und so fläzt CLASSIC ROCK gemütlich in einem Klappstuhl zur Studio-Einfahrt, während auf der Straße eine riesige Limo steht.

Dave, Künstler und Regisseur in Personalunion, sitzt mit einer Kamera hinterm Steuer, Nate trägt ein kitschiges Rollerblade-Outfit aus den Achtzigern und macht ein paar Aufwärmübungen, während Whiley rauchend auf dem Bürgersteig steht und auf seinen Einsatz wartet. Der besteht darin, das monströse Gefährt ein paar Meilen über die Hauptstraße zu gondeln und so die Bilder eines fahrenden Lemmy zu liefern. „Dafür konnten wir das Original nun mal nicht einspannen“, so Dave. „Nicht, weil er nicht wollte. Aber er hat keinen Führerschein, und das wäre bestimmt nicht gut ausgegangen – für wen auch immer“, spricht’s und verabschiedet sich zum Lunch mit der Familie.

Das letzte Wort: Chris Rea

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Chris Rea Pressefoto 2011Chris Rea, 66, hat im Lauf seiner Karriere nicht nur erfolgreich sämtlichen Modeerscheinungen im Musikgeschäft getrotzt, er musste auch immer wieder gegen lebensbedrohliche Krankheiten ankämpfen. In dem Moment, wo ihm seine eigene Sterblichkeit gewahr wurde, begann er, das einfache Leben zu schätzen und Tomaten anzubauen. Sein aktuelles Album ROAD SONGS FOR LO­­VERS nahm er nach einem Schlag­anfall auf. Es enthält bluesinfizierte Rocksongs mit starken Gesangsdarbietungen.

Chris, in deinem Album erzählst du Liebesgeschichten, die sich in Autos abspielen. Wie kamst du auf diese Idee?
Der Hauptgrund dafür ist, dass ich die ganze Zeit schreibe. Und dass ein Mensch wie ich viel Zeit in Staus verbringt. Das ist eine noch recht junge Entwicklung und diese Unfreiheit macht es mir manchmal schwer, meiner Leidenschaft für Autos weiter nachzugehen. Wir sind eigentlich fast mehr im Auto als zuhause. Man muss nur nach rechts und links schauen: überall sind Geschichten. Faszinierend!

Fühlst du dich als Menschenbeobachter?
Das tue ich, ja. Ich beobachte Menschen, die im Stau in ihren Fahrzeugen herumsitzen und lasse dabei meiner Fantasie freien Lauf. Ich stelle mir vor, es seien Liebende mit einem Geheimnis. Ich weiß zwar nicht, warum, aber ich beobachte dauernd andere Leute. Vielleicht sollte ich mal zum Psychiater gehen.

Was ist der Grund deiner scheinbar ungebrochenen Kreativität?
Kreativität ist für mich ein Zustand und kein Talent. Ich glaube, Autismus und Kreativität liegen nah beieinander. Mir ging es in letzter Zeit oft nicht gut und ich musste ins Krankenhaus. Man liegt da in einem kleinen Raum voller Schläuche und am liebsten würde man ganz wo­­anders sein. Ich kann dann aber nicht aufhören, kreativ zu sein, selbst wenn ich es wollte.

Was ist für dich ein gelungenes Liebeslied?
Ich finde, John Lennons ›In My Life‹ ist das beste Liebeslied aller Zeiten. Es ist ein Klassiker: einfach und extrem gefühlvoll, aber überhaupt nicht kitschig. Gerade deshalb berührt es Menschen.

In Stücken wie ›The Road Ahead‹, ›Happy On The Road‹, ›Last Train‹ und ›Road Songs For Lovers‹ besingst du deine große Leidenschaft, das Reisen. Warum wirst du des Tourens niemals müde?
Für mich ist Reisen nichts Schlechtes. Ich bin kein Rockstar, ich war auch niemals einer. Die Leute fangen langsam an, das zu akzeptieren. Mir geht es nur um die Musik. Selbst mit meinen gesundheitlichen Problemen fällt es mir leicht, zu touren. Für Rockstars ist es viel an­­strengender, weil sie im Showbusiness ständig unter Druck stehen. Das Haar muss perfekt sitzen und so weiter. Diese Paranoia kenne ich nicht. Deshalb bin ich auch so gerne unterwegs. Und ganz nebenbei sehe ich auch noch viele interessante Orte.

Studierst du die Gewohnheiten der Menschen, die dir unterwegs be­­gegnen?
Ich versuche das manchmal, aber unterwegs hat man eigentlich nicht viel Zeit, sich die Städte genauer an­­zuschauen, in denen man spielt.

Machst du zwischen Tourneen und Plattenaufnahmen eigentlich Urlaub?
Ja, und zwar mit meiner Familie. Wenn ich mit meiner Frau Joan und meinen Töchtern Josephine und Ju­­lia unterwegs bin, bin ich 25 Prozent einer Einheit und nicht 100 Prozent Chris Rea.

Voriges Jahr hattest du einen Schlaganfall. Wie schlimm hat es dich erwischt?
Seit meinem Schlaganfall muss ich regelmäßig Gleichgewichtsübungen machen. Es fällt mir ziemlich schwer, meinen alten Zustand wieder herzustellen. Auf der Bühne muss ich jetzt aufpassen, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Das hört sich vielleicht lustig an, aber für einen Betroffenen ist dieser Zustand alles anders als spaßig. Ich kann den Schlaganfall aber nicht rückgängig machen. Ich musste mit sowas rechnen, nachdem mir vor 16 Jahren die Bauchspeicheldrüse entfernt worden war. Diese Operation hatte viele Nebeneffekte. Ich versuche, nicht so viel daran zu denken, ich kann es ja ohnehin nicht ändern. Und die Ärzte sagen mir, ich hätte noch Glück gehabt (lacht). Mick Ralphs von Bad Company sitzt seit seinem Schlaganfall im Rollstuhl. Für mich ist das Glas aber noch halb voll.

Hilft dir die Musik, mit deinem Schicksal fertig zu werden?
Die Musik hilft mir auf jeden Fall. Wenn ich spiele, verschwinde ich im Gitarrenhals. Komplett. Ich habe Probleme mit zwei Fingern und kann nicht mehr so gut greifen wie früher. Zum Glück spiele ich Slide-Gitarre, das macht vieles leichter. Ich darf aber nicht mit den Übungen aufhören, ich will, dass meine Finger irgendwann wieder funktionieren. Das ist nicht leicht und es betrübt mich, aber ich mache trotzdem weiter Musik.

Ist Reisen gut für deine Gesundheit?
Ja, weil ich auf einem hohen Level reise. Mein Glück ist, das alles durchgeplant ist und ich unterwegs viel schlafen kann. Zuhause schlafe ich jedenfalls weniger. Meine Tochter kommt oft zu mir und dann werde ich immer von ihrem Hund geweckt.

Hast du deine Gewohnheiten geändert?
Ich habe mit dem Rauchen aufgehört. Ich vermisse es sehr. Dafür habe ich das Gefühl, dass meine Stimme immer besser klingt.

Interview: Olaf Neumann

Video der Woche: Motörhead mit ›Motörhead‹

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Motörhead mit Motörhead live 1981Mit dem ‚Video der Woche‘ gedenken wir dem kürzlich verstorbenen „Fast Eddie“ von Motörhead, Gitarrist der sogenannten klassischen Besetzung der Band.

R.I.P., „Fast“ Eddie Clarke. Der ehemalige Gitarrist von Motörhead ist am 10. Januar gestorben. Somit sind nun alle Mitglieder der Besetzung mit Lemmy Kilmister, Phil „Philthy Animal“ Taylor und „Fast“ Eddie Clarke, die für Alben wie OVERKILL oder ACE OF SPADES sorgte, tot.

In Gedenken an Clarke und die Blütejahre der gefährlichen Truppe gibt es im ‚Video der Woche‘ eine Performance des Songs ›Motörhead‹ in der deutschen Fernsehsendung ‚Musikladen“ von 1981 zu sehen.

Motörhead mit ›Motörhead‹:

Black Sabbath: „The End Of The End“ heute Abend im TV

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Black Sabbath The End Of The End im FernsehenFans von Black Sabbath sollten heute den Fernseher einschalten: Auf Arte läuft der Konzertfilm „The End Of The End“.

Am 4. Februar 2017 standen Ozzy Osbourne, Tony Iommi und Geezer Butler voraussichtlich zum letzten Mal gemeinsam auf der Bühne. In ihrer Heimatstadt Birmingham verabschiedeten sich die Metal-Ikonen Black Sabbath nach fast fünf Jahrzehnten von ihren Fans.

Die Konzertdoku „The End Of The End“ erzählt die Geschichte dieses emotionalen Auftritts – und enthält neben der eigentlichen Show Interviews mit allen drei Bandmitgliedern. Der Film läuft heute (12. Januar) um 21:45 auf Arte.