Review: Jesse Fink – Bon – Der letzte Highway

Jesse Fink Bon Der letzte Highway

Das ist nicht die ganze Wahrheit.

Drei Jahre hat der australische Journalist Jesse Fink an diesem Buch gearbeitet. Genau wie das Objekt seiner Begierde (es ist sein zweites Buch über AC/DC) neigt er zur Perfektion. Akribisch widmet er sich den letzten drei Jahren im Leben des Ro­­nald Belford Scott. Keine reine Lobhudelei auf fast 600 Seiten, sondern eine detaillierte Bearbeitung der beiden ungeklärten Fragen: Unter welchen Umständen starb der legendäre AC/DC-Sänger genau und welchen Anteil hatte er am bestverkauften Rockalbum aller Zeiten, an BACK IN BLACK? Fink versucht die Mauer des Schweigens zu durchbrechen, mit bisher unbekannten Zeitzeugen aus den USA, darunter Ex-Freundinnen und Freunde. Er stellt Fragen, u.a. nach den verschwundenen Notizbüchern, bekommt aber widersprüchliche Antworten, auf die sich der Leser seinen eigenen Reim machen muss. Er zerpflückt das Narrativ des Young’schen Familienclans, am Ende stehen Aussagen gegen Aussagen. Die ganze Wahrheit wird niemals an den Tag kommen, aber Finks Buch ist ein gefundenes Fressen für Fans des tragisch viel zu früh verstorbenen Sängers, die wie ich partout nicht glauben wollen, dass die Texte von BIB komplett von Brian Johnson stammen. Übrigens starb Bon Scott mit knapp 30.000 Dollar auf seinem Konto.

8/10

Bon – Der letzte Highway
VON JESSE FINK
Hannibal